Zunehmendes Umweltbewusstsein, sich staendig verschaerfende Umweltstandards sowie die Einfuehrung des Verursacherprinzips bei der Verteilung der Umweltkosten, brachten vor etwa 10 Jahren die Problematik weinbaulicher Abwaesser verstaerkt in die oeffentliche Diskussion. In zahlreichen Partnerschaften zwischen Forschungsinstituten, Industriepartnern und Unternehmen der Weinwirtschaft werden seither speziell an die Beduerfnisse der Weinwirtschaft angepasste Technologien der Abwasserreinigung entwickelt, erprobt, optimiert und so einem breiten Kreis von Betrieben zugaenglich gemacht. Ein Schwachpunkt bei der Einfuehrung der neuen Technologien in den ueberwiegend klein- und mittelstaendisch ausgerichteten Unternehmen liegt jedoch in fehlenden Qualifizierungsmoeglichkeiten der Beschaeftigten hinsichtlich des neuen Arbeitsschwerpunktes. Als Reaktion darauf werden deshalb im Rahmen des von der Europaeischen Union gefoerderten Pilotprojekts 'Oekovin' gemeinsam mit Partnern aus vier europaeischen Weinbaulaendern (Deutschland, Frankreich, Spanien, Luxemburg) einheitliche Qualifikationsanforderungen fuer den neuen Taetigkeitsschwerpunkt definiert sowie ein Weiterbildungslehrgang entwickelt und erprobt. Der Lehrgang selbst wird aus zwei aufeinander aufbauenden Modulen bestehen. Das Basismodul 'Weinbauabwasser' vermittelt einen grundlegenden Ueberblick ueber die Problematik weinbaulicher Abwaesser sowie ueber moegliche Loesungskonzepte. Es eignet sich als Einstieg in die Thematik grundsaetzlich fuer alle weinbereitenden Betriebe. Aufbauend darauf richtet sich das Modul 'Abwassertechnik' gezielt an Beschaeftigte solcher Weinbaubetriebe, die bereits ueber eine eigene Abwasserreinigungstechnologie verfuegen oder an einer Einfuehrung interessiert sind.