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Fischgewässer

- Darstellung der als Fischgewässer ausgewiesenen Fließgewässerabschnitte Baden-Württembergs gemäß EU-RL 78/659/EWG- Darstellung der dazugehörigen Messstellen des chem.-phys. Fließgewässermessnetzes Baden-WürttembergGemäß dem natürlichen Temperaturregime der Gewässer wird zwischen den sogenannten Salmoniden- und Cyprinidengewässer unterschieden.Gesetzliche Grundlage:- Anlage 1 der Verordnung des Ministeriums für Umwelt und Verkehr über die Qualität von Fischgewässern (Fischgewässerverordnung, Baden-Württemberg)

BENEFIT - Maintenance mechanisms of zooplankton and ichthyoplankton populations in frontal systems

Die Anglerprüfung

Den Fischereischein A erhält nur, wer nach einem Vorbereitungslehrgang von mindestens dreißig Stunden Dauer eine Anglerprüfung bestanden hat. In der Prüfung sind ausreichende Kenntnisse auf folgenden Gebieten nachzuweisen: Allgemeine Fischkunde und -hege; spezielle Fischkunde; Pflege der Fischgewässer; Gewässerkunde und einschlägige Fragen der Gewässerökologie sowie über Pflanzen und Tierarten im und am Gewässer; Fanggeräte und deren Gebrauch; Behandlung gefangener Fische; einschlägige Rechtsvorschriften, insbesondere fischereiliche, wasser-, tierschutz-, tierseuchen- und naturschutzrechtliche Vorschriften. Zur Anglerprüfung kann zugelassen werden, wer das vierzehnte Lebensjahr vollendet und am Vorbereitungslehrgang vollständig teilgenommen hat. VDSF Verband Deutscher Sportfischer – Landesverband Berlin-Brandenburg e. V. Hugo-Cassirer-Straße 46 13587 Berlin Tel.: (030) 7820575 Fax: (030) 7819866 Sprechzeiten: Mo. und Do. 14:00 – 18:00 Uhr E-Mail: info@vdsfberlinbrandenburg.de Homepage DAV Deutschen Anglerverband – Landesverband Berlin e.V Hausburgstraße 13 10249 Berlin Tel.: (030) 4271728 Fax: (030) 42808099 Sprechzeiten: Di. und Do. 10:00 – 13:00, 13:30 – 18:00 Uhr E-Mail: info@landesanglerverband-berlin.de Homepage

Kapitel 19 Flusskrebse Rote Listen Sachsen-Anhalt 2020

Rote Listen Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Halle, Heft 1/2020: 393–401 19 Bearbeitet von Otfried Wüstemann, Wolfgang Wendt und Kamilla Kubaczynski (3. Fassung, Stand: September 2019) Einführung Die Flusskrebse (Decapoda: Astacidae) gehören zu der großen Crustaceen-Ordnung Decapoda (Zehn- fusskrebse), die weltweit mit etwa 10.000 Arten verbreitet ist (Gruner et al. 1993). Namensgebend ist die Tatsache, dass sie fünf deutlich sichtbare Rumpf- beinpaare besitzen. Flusskrebse kommen mit Ausnah- me der Antarktis, des afrikanischen Festlandes, dem nördlichen Zentralasien und dem Indischen Subkon- tinent rezent auf allen Kontinenten vor (Hobbs, 1988). Ursprünglich waren die Flusskrebse Meeresbewohner, die aber bereits in der Trias (vor 245 bis 200 Millio- nen Jahren) das Süßwasser eroberten (Scholz 2002). Innerhalb dieser artenreichen Gruppe gehören die in Deutschland bodenständigen süßwasserbewohnen- den Flusskrebse zur Familie der Astacidae (Albrecht 1982), deren Vertreter in Europa und im westlichen Nordamerika leben. Flusskrebse sind die größten mobilen Evertebraten in unseren Gewässern (Füreder 2009). Sie haben im Gegensatz zu vielen anderen Decapoden keine frei schwimmenden Larven mehr, sondern entwickeln sich schon im Ei zum fast fertigen Krebs. Krebse der Familie Astacidae leben bevorzugt in langsam fließenden Flüssen und Bächen oder in Seen, können aber auch durch den Menschen ange- legte Gewässer, wie Gräben, Teiche, Talsperren und sonstige Sekundärgewässer (wassergefüllte Steinbru- che, Kies-, Lehm- und Sandgruben) bei entsprechen- der Wasserqualität und Biotopstruktur bewohnen. Datengrundlagen und Bemerkungen zu ausge- wählten Arten In Deutschland kommen drei autochthone Fluss- krebsarten vor, der Edelkrebs, Astacus astacus (Linnaeus, 1758), der Steinkrebs, Austropotamobius torrentium (Schrank, 1803) und der Dohlenkrebs, Austropotamobius pallipes (Lereboullet, 1858) (Zim- mermann 2011). Der Steinkrebs und der Dohlenkrebs bewohnen ausschließlich Gewässer Süddeutsch- lands. Als nördlichstes Vorkommen des Steinkrebses nennen Zimmermann & Haase (1986) Bäche aus dem Einzugsbereich des Mains in Südthüringen. Daher ist der Edelkrebs die einzige autochthone Krebsart in Sachsen-Anhalt. Neben den drei autochthonen Arten gibt es heute in Deutschland mehrere nichtheimische Arten, die sich in den Gewässern etablieren konnten. In Sachsen-Anhalt wurden bisher vier Fremdarten nachgewiesenen, von denen drei invasiv sind. Flusskrebse (Astacidae) Die noch vorhandenen Restbestände des in Sachsen- Anhalt heimischen Edelkrebses sind im Verlauf der letz- ten 15 Jahre stark rückläufig, was vor allem der weite- ren Ausbreitung des Kamberkrebses zuzuschreiben ist. Aus zumeist wirtschaftlichen Gründen, aber auch aus Unüberlegtheit wurden der Kamberkrebs, Orconectes limosus (Rafinesque 1817), der Galizische Sumpfkrebs, Astacus leptodactylus (Eschholz 1823), der Signalkrebs, Pacifastacus leniusculus (Dana 1852), der Kaliko-Krebs Orconectes immunis (Hagen 1870), der Rote Amerika- nische Sumpfkrebs, Procambarus clarkii (Girard 1852) und der Marmorkrebs Procambarus fallax (Hagen 1870) f. virginalis in die Gewässer Deutschlands ein- geschleppt. Während der Kamberkrebs als Vertreter der Gattung Orconectes schon 1890 aus Nordamerika nach Deutschland eingeführt wurde, gelangten die anderen vorgenannten Arten erst später zu uns. Die heutigen Bestände des Kamberkrebses gehen zum überwiegenden Teil auf einen Einbürgerungsversuch des bekannten Fischzüchters Max von dem Borne zurück, der etwa 100 Exemplare dieser Krebsart in Teiche bei Berneuchen, etwa 50 km nördlich von Frankfurt/Oder aussetzte. Bereits 50 Jahre nach der Einbürgerung besiedelten ihre Nachkommen schon weite Teile Deutschlands. Der gegen Umwelteinflüsse und Krankheiten sehr widerstandsfähige und zudem wanderfreudige Kamberkrebs erreicht in Fließgewäs- sern Ausbreitungsgeschwindigkeiten von jährlich bis zu 5 km (Pieplow 1938, Schweng, 1968). Eine zusätz- liche Verbreitung erfährt dieser Krebs bis heute durch illegale Besatzmaßnahmen, insbesondere im Rahmen der Angelfischerei (als „Köderkrebs“), aber auch durch Aquarianer und Gartenteichbesitzer. In Sachsen-An- halt ist er längst der häufigste Flusskrebs und bildet in vielen Fließ- und Standgewässern stabile Bestände. Der ebenfalls aus Nordamerika (Westen der USA) stammende Signalkrebs gelangte 1960 über Schwe- den nach Mitteleuropa. Inzwischen ist er durch Be- satz in vielen Landesteilen Deutschlands heimisch geworden und bildet stabile Populationen aus. Der Signalkrebs kann sich in kurzer Zeit expansiv aus- breiten. Ein Hinweis, dass die Art in der Mulde bei Dessau vorkommt, ist nicht belegt (Wendt 2016). Auch ein Hinweis auf ein Vorkommen im Ohrekreis konnte nach Überprüfung im Jahr 2003 nicht bestä- tigt werden (Wüstemann & Wendt 2004). Erst im Spät- sommer 2019 wurde die invasive Art in der Ohre und im Bauerngraben (Ohrekreis) sicher nachgewiesen. Anlass der Nachsuche waren Krebsscheren in einer Fischotterlosung. Die Herkunft der Tiere und die aktu- elle Bestandsgröße sind noch unklar. Der Marmorkrebs, der über die Aquaristik den Weg nach Deutschland und in die Freilandgewäs- 393 Flusskrebse ser gefunden hat, stammt wahrscheinlich aus dem Süden der USA. Als weltweit einziger sich partheno- genetisch (Jungfernzeugung) vermehrender Zehn- fußkrebs besitzt der Marmorkrebs ein gewaltiges Vermehrungs- und Ausbreitungspotential. Für Sachsen-Anhalt wurde diese Krebsart erstmals in einem Dorfteich im Saalekreis nachgewiesen, als dort Dutzende Krebse das Gewässer durch Landgänge ver- ließen (Wendt 2010). Trotz mehrjähriger Bemühungen konnte der Bestand bislang nicht gänzlich ausge- merzt werden (Wendt 2013, 2016). Der letzte siche- re Nachweis stammt aus dem Jahr 2019. Darüber hinaus konnten 2019 neue Vorkommen des Marmor- krebses in zwei weiteren Stillgewässern im Saalekreis belegt werden. Eine weitere Meldung über einen Einzelfunde der Art bei Magdeburg konnte nicht be- stätigt werden, da diesem kein plausibler Fundort zuzuordnen war. Um die Ausbreitung dieser invasiven Art in Sachsen-Anhalt zu verhindern, ist eine zeitnahe Umsetzung der auf Basis des § 40 BNatSchG entwi- ckelten Managementmaßnahmen erforderlich. Der aus den Gewässern im Einzugsbereich des Kaspischen und Schwarzen Meers stammende Gali- zische Sumpfkrebs wurde gegen Ende des 19. Jahr- hunderts zielgerichtet in die durch die Krebspest entvölkerten Gewässer Ostdeutschlands eingesetzt. Fälschlicherweise nahm man seinerzeit an, dass die- se Krebsart gegen die Krebspest immun sei. Einige Einbürgerungsversuche verliefen trotz dieser Fehl- einschätzung erfolgreich. Im Verbreitungsatlas zur Fischfauna Sachsen-Anhalts von 1997 (Kammerad et all. 1997) werden sechs Vorkommen genannt. Es ist nicht bekannt, ob außer dem 2009 bestätigten Alt- vorkommen aus der Spetze in Grauingen heute noch weitere Vorkommen in Sachsen-Anhalt existieren. In der Neuauflage des Verbreitungsatlas zu Fischarten und Fischgewässer in Sachsen-Anhalt (Kammerad et al. 2012) sind die zehnfüßigen Krebse, trotzdem sie dem Fischereirecht unterliegen, nicht mehr enthalten. Aufgrund des bislang unkontrollierbaren Handels mit fremdländischen Krebsarten und dem geringen Wissen über die Folgen von Freilandansiedlungen, wächst die Gefahr, dass weitere invasive Krebsarten in die Gewässer Sachsen-Anhalts eingeschleppt werden. Der Edelkrebs bewohnt als einzige autochthone Krebsart Sachsen-Anhalts vorzugsweise Gewässer des Tieflandes sowie der unteren und mittleren Ge- birgslagen. Entscheidend für das Vorkommen der Art ist, dass die Durchschnittstemperatur des Gewässers im Sommer über 12 °C (besser 15 °C) beträgt, da sich die Tiere ansonsten nicht fortpflanzen und erfolgreich häuten können. Wassertemperaturen über 25 °C kann der Edelkrebs nur kurzzeitig überleben (Hager 1996). Dagegen stellt er weit weniger Ansprüche an die Wasserqualität seines Wohngewässers als allgemein angenommen und ist erstaunlich unempfindlich ge- genüber organischer Belastung, reagiert jedoch emp- findlich auf den Eintrag von Pestiziden und anderen Umweltgiften. Typische Edelkrebsgewässer besitzen eine strukturreiche Gewässersohle aus festem Subs- trat (z. B. Mergel, Lehm, Ton, Torf, Kies, Flussschotter u. Steinauflage) und eine große Uferzone mit vielen Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln, großen Steinen oder Totholz. In Gewässern mit Abbruchufern gräbt sich der Edelkrebs gern Wohnhöhlen. Edelkrebse waren mit großer Wahrscheinlichkeit früher in allen geeigneten Gewässern Sachsen-An- halts und damit nahezu flächendeckend verbreitet. Die Einwanderung des Edelkrebses in das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts dürfte im Wesentlichen in postglazialer Zeit aus dem östlichen mediterranen Raum erfolgt sein. Er verdrängte dabei wahrschein- lich die kleineren Arten Stein- und Dohlenkrebs (Hager 1996). Der Edelkrebs bevölkerte noch im 18. Jahrhun- dert in heute unvorstellbaren Mengen die Gewässer unseres Landes. Nach Bauch (1958) war der Edelkrebs vermutlich noch bis 1882 in der Elbe heimisch. Über Jahrhunderte gehörte der Krebsfang zu den übli- chen Formen der Fischerei, regional sogar mit einer hohen ökonomischen Bedeutung (Wüstemann 2001, 2017). Erst der gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus Amerika, vermutlich über den Import amerikanischer Kamberkrebse eingeschleppte Oomycet Aphanomy- ces astaci, wirkte sich verheerend auf die Edelkrebs- bestände aus. Als Erreger der sogenannten Krebspest zählt der mehr mit Algen als mit Pilzen verwandte A. astaci zu den weltweit 100 invasivsten Arten (Schrimpf & Schulz 2014). Die tödliche Infektionskrankheit ver- nichtete in mehreren dramatischen Seuchenzügen quer durch Europa tausende Krebsbestände. Heute existieren auch in Sachsen-Anhalt nur noch wenige Populationen in zumeist kleinen und isoliert gelege- nen Fließ- und Standgewässern (Wüstemann 2017). Die schon im vorigen Jahrhundert einsetzende Abwas- serbelastung, der Gewässerausbau und Gewässer- unterhaltungsmaßnahmen, taten ihr Übriges zum Bestandsrückgang. Trotz inzwischen verbesserter Wasserqualität und ökologischer Vorgaben für den Gewässeraus- bau und die Unterhaltung der Gewässer, hält der Rückgang der Bestände seit den 90er Jahren unver- mindert an. Insbesondere dem sich immer weiter Abb. 1: Der Edelkrebs (Astacus astacus), die einzige autochthone Krebsart in Sachsen-Anhalt, ist vom Aussterben bedroht (Foto: S. Ellermann). Abb. 2: Der Kamberkrebs (Orconectes limosus) ist in Sachsen-Anhalt fast flächendeckend verbreitet. Als Ubiquist ist er in der Lage verschie- denste Wasserlebensräume zu besiedeln. Er ist Überträger der Krebstpest und gefährdet dadurch die noch verbliebenen Edelkrebsbestände in Sachsen-Anhalt (Foto: K. Kubaczynski). 394 Flusskrebse 1 2 395

Fischartenatlas Teil I Fischartenatlas Teil II

Der Fischartenatlas Teil I für Sachsen-Anhalt wurde im März 2013 vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt herausgegeben. Der Fischartenatlas zeigt, dass sich die Fischfauna und die Gewässerqualität in Sachsen-Anhalt in den vergangenen 15 Jahren weiter verbessert haben. So hat sich die Zahl der nachgewiesenen heimischen Arten von 40 im Jahr 1997 auf aktuell 45 erhöht. Fünf Arten, die 1997 noch ausgestorben bzw. verschollen waren, konnten zwischenzeitlich wieder nachgewiesen werden. Das sind Meerneunauge, Meerforelle, Lachs, Flunder und Nase. In der A4-Publikation werden auf 242 Seiten alle Arten der sachsen-anhaltischen Fischfauna in Einzelbeschreibungen und mit Verbreitungskarten dargestellt. Darüber hinaus sind im Fischartenatlas auch Beschreibungen zur Lebensweise und zu den Biotopansprüchen der Fischarten zu finden. Daneben sind Gefährdungen und notwendige Schutzmaßnahmen aufgeführt. Hinzu kommen aber auch allgemeine Beschreibungen zu ausgestorbenen oder verschollenen Arten sowie zur aktuellen und historischen Situation der Fischerei in Sachsen-Anhalt. Download des Fischartenatlas Teil I - Die Fischarten Das Land hat eine vollständige Übersicht über die Fischgewässer in Sachsen-Anhalt in der Broschüre „Fischarten und Fischgewässer in Sachsen-Anhalt - Teil II Die Fischgewässer“ herausgegeben. Darin sind allgemeine Angaben zu kleinen und großen Gewässern und ihrer Zuflüsse, zu deren Fischfauna und zu den Fischereiverhältnissen der einzelnen Gewässer veröffentlicht. Insgesamt werden 580 Gewässer betrachtet. Der Fischartenatlas Teil II richtet sich hauptsächlich an Fischer, Angler und Naturfreunde. Darüber hinaus dient er auch Behörden, Verbänden und Planungsbüros, die z.B. für die Erstellung von Managementplänen für Schutzgebiete oder für die Planung von Gewässerausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen konkrete Angaben zu bestimmten Fischgewässern benötigen. Hier finden sich auch Fischbestandsbeschreibungen von Kleinstgewässern und Rinnsalen. Die Publikation ist für Angler und Fischer bei den jeweiligen Landesverbänden erhältlich. Download des Fischartenatlas Teil II - Die Fischgewässer

Chemisch-physikalische Gewässer­untersuchung

Die Kontrolle der chemischen Wasserbeschaffenheit bzw. die Beschreibung physikalischer Zustände des Wassers wie Wassertemperatur, elektrische Leitfähigkeit oder Trübung erfolgt in Rheinland-Pfalz an 7 Gewässer-Untersuchungsstationen und über 200 weiteren Probenahmestellen, Grundlegende Untersuchungsziele sind u.a. die Ermittlung von Trends der Schadstoffentwicklung, die Überprüfung von Zielvorgaben oder Grenzwerten sowie das Erkennen von Gewässerverunreinigungen. Grundlegende Untersuchungsziele dieser Überwachungsaktivitäten sind - Ermittlung von Trends der Schadstoffentwicklung, - Überprüfung von Zielvorgaben oder Grenzwerten, - Schätzung von Stofffrachten (im Wasser transportierte Menge einer Substanz in kg/a), - Erkennen von Gewässerverunreinigungen. Viele dieser Untersuchungen sind Bestandteil nationaler oder internationaler Programme wie z. B. das „Deutsche Untersuchungsprogramm Rhein“ oder das Messprogramm der „Internationalen Kommissionen zum Schutze der Mosel und der Saar gegen Verunreinigung“ (IKSMS). Die Station wurde am linken Rheinufer bei km 498,5 am Fuß der Theodor-Heuß-Brücke erbaut. So war es möglich, an allen 4 Brückenpfeilern Wasser-Entnahmevorrichtungen einzubauen. Am 13. August 1976 wurde die Station eingeweiht. Sie gehört damit zu den ältesten Gewässer-Untersuchungsstationen des Landes. Betreiber ist das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz, die Kosten werden gemeinsam mit Hessen getragen. Seit 2001 ist neben dem Aquarium, in dem Rheinfische im Rheinwasser schwimmen, ein Präsentationsbildschirm zu sehen, der dem Bürger auf „Tastendruck“ vier verschiedene Präsentationen zum Aufbau der Station, Messergebnissen und allgemeine Informationen zum Flussgebiet Rhein anbietet. Nach dem großen Chemieunfall bei Basel 1986 vereinbarten die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz im Jahre 1990 gemeinsam eine Gewässerüberwachungsstation in Worms an der Nibelungenbrücke, bei Fluss-km 443,3 zu errichten. Hiermit sollte eine Lücke im Überwachungsnetz für den Ballungsraum Rhein-Neckar geschlossen werden. Teile der über 100 Jahre alten Gewölbe des Nibelungenturmes wurden renoviert und mit automatischen Mess- und Probenentnahmegeräten ausgestattet. Im Neubau befinden sich die Labors und Büroräume. Die Brücke erlaubt eine sichere und technisch relativ einfache kontinuierliche Wasserentnahme über den gesamten Flussquerschnitt. Die Überwachung der Rheinwasserqualität erfolgt hauptsächlich mit Hilfe von chemisch-physikalischen Online-Messungen, kontinuierlichen Biotestsystemen sowie einem chemischen Screening auf organische Spurenstoffe mit Hilfe einer Kombination von Gaschromatographie und Massenspektrometrie (GC/MS). Die Gewässeruntersuchungsstation Mosel-Saar (GUS MoSa) bei Fankel ist ein baulicher Teil der Zentralwarte der RWE: Die Station befindet sich am linken Ufer der Mosel bei Flusskilometer 54 in Nachbarschaft zum Oberwasser der Staustufe Fankel. Ende der Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde der Gebäudeteil von der RWE angemietet. Sie war bis 2020 mit teilweise bis zu vier Personen besetzt.  Seit Anfang 2021 wird die nun unbesetzte Station durch das LfU von Mainz aus betreut. In dem gemieteten Gebäudeteil befinden sich mehrere Funktions- und Büroräume. Es existieren hier automatische Probenehmer, die Mischproben generieren. In den derart gewonnenen Proben werden anorganische Spurenstoffe (z.B. Metalle) und organische Spurenstoffe (z.B. Pflanzenschutz- und -behandlungsmittel, Arzneimittelwirkstoffe und andere organische Spurenstoffe) bestimmt. Auch Sammeleinrichtungen der BfG sind hier untergebracht. Im vierzehntägigen Rhythmus werden Stichproben zur Untersuchung auf Nährstoffe und auf andere sauerstoffzehrende Stoffe gewonnen. Die Messtechnik für den Betrieb der kontinuierlichen Messeinrichtungen wie z.B. Wassertemperatur, pH-Wert, Sauerstoffgehalt, elektr. Leitfähigkeit sowie die DFÜ wurden im Jahr 2020 vom LfU erneuert. Die derart erzeugten Daten sind über diesen Link jederzeit abrufbar. Die Moselwasser-Untersuchungsstation Palzem wurde 1972 errichtet und ist somit die älteste rheinland-pfälzische Untersuchungsstation. Betreiber ist die Regionalstelle WAB Trier der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (früher Staatliches Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft); es erfolgt fachliche Unterstützung durch das Landesamt für Umwelt. Die Station liegt bei Mosel-km 229,9 auf der rechten Uferseite, im Oberwasser der Staustufe Palzem, unterhalb der Grenze zum Saarland und ca. 13 km unterhalb der französischen Grenze. Die Untersuchungsstation Palzem/Mosel ist Überblicksmessstelle im Monitoring zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und Probenahmestelle des Messprogramms der Internationalen Kommissionen zum Schutz der Mosel und der Saar (IKSMS). Neben den Basismessgrößen zur Bewertung des Nährstoffhaushalts und des Sauerstoffhaushalts werden anorganische Spurenstoffe (Metalle) und organische Spurenstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel) untersucht. Die Station verfügt über ein nasschemisches Labor, so dass die Basisuntersuchungen vor Ort gemacht werden können. Eine besondere Bedeutung der Station ergibt sich aus der grenznahen Lage. So ist es möglich, die aus Frankreich kommenden Anteile einzelner Belastungen abzuschätzen. Die 2019 bis 2020 neu errichtete Untersuchungsstation bei Kanzem ist die dritte in einer Reihe von ortsfesten Gewässer-Untersuchungsstationen seit 1976. Sie befindet sich an der Saar bei Fluss-km 6,7 am linken Ufer des frei fließenden Wiltinger Bogens. Messwasser erhält die Station durch eine Entnahmepumpe, die an einem frei bedienbaren Industriekran befestigt ist. Im Bild ist die Pumpe zur Verdeutlichung aus dem Wasser gehoben. Die Station ist unbesetzt und wird vom LfU aus Mainz und von der Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz Trier der SGD Nord im 2-Wochen-Rhythmus betreut. Bei besonderen Anlässen (z.B. Hochwasser) wird die Betreuung intensiviert. Die Station Kanzem ist Überblicksmessstelle im Monitoring zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und sie ist Probenahmeort der Messprogramme der Internationalen Kommissionen zum Schutze der Mosel und der Saar gegen Verunreinigung (IKSMS). Auch fungiert Kanzem als nationale Hauptmessstelle der IKSR ( Internationale Kommissionen zum Schutz des Rheins) . Die Station ist Teil des Messnetzes zur Sauerstoffüberwachung Saar und des Handlungskonzepts zur Reduzierung des Wärmeeintrags in die großen rheinland-pfälzischen Fließgewässer bei hohen Wassertemperaturen des MKUEM . Neben den Basismessgrößen zur Bewertung des Nährstoffhaushalts in Stichproben werden hier auch Mischproben gewonnen, die u.a. auf anorganische Spurenstoffe (z.B. Schwermetalle) und organische Spurenstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel, Arzneimittelwirkstoffe, PFAS) untersucht werden. Es arbeiten in der Station permanent Sensoren für eine kontinuierliche Überwachung der Parameter Sauerstoff, Wassertemperatur, pH-Wert, Trübung, Nitrat und Leitfähigkeit. Deren Ergebnisse werden mittels Datenfernübertragung an eine Umweltdatenbank und ins Internet übermittelt. Zudem ist die Station mit einem Chlorophyllmessgerät ausgestattet, das ab dem beginnenden Frühjahr das Algenwachstum überwacht. Dadurch kann die interessierte Öffentlichkeit im Sommer rechtzeitig vor hohen, potenziell toxischen, Gehalten von Blaualgen im Saarwasser gewarnt werden. Auch diese Ergebnisse werden zeitnah im Internet öffentlich gemacht. Die Gewässer-Untersuchungsstation Lahnstein liegt bei Fluß-km 136,1 auf der ersten Lahnschleuse oberhalb der Mündung in den Rhein, am rechten Ufer. Sie wurde 1992 in Betrieb genommen und wird von der Gewässer-Untersuchungsstation Mosel-Saar aus betreut. Das Schleusengelände ist nicht öffentlich zugänglich, die Station konnte daher kosten- und platzsparend als offener Geräteschrank ausgeführt werden. Wie die Mosel und die Saar ist die Lahn durch mehrere Staustufen reguliert und dadurch ganzjährig schiffbar. Der Aufstau hat jedoch negative Auswirkungen auf den Sauerstoffhaushalt des Gewässers, insbesondere in niederschlagsarmen Sommermonaten. Die Lahn ist ein überwiegend hessisches Gewässer und erreicht die rheinland-pfälzische Landesgrenze bei Diez. Schon an der Landesgrenze liegt eine erhebliche Belastung mit Nährstoffen und sauerstoffzehrenden Stoffen aus Kläranlagenabläufen und landwirtschaftlichen Nutzungen vor. Diese Frachten werden durch weitere Einleitungen aus überwiegend kleinen kommunalen Kläranlagen aufgestockt. Die Lahnwasser-Untersuchungsstation Lahnstein ist Überblicksmessstelle im Monitoring zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Neben den Basismessgrößen zur Bewertung des Nährstoffhaushalts und des Sauerstoffhaushalts werden anorganische Spurenstoffe (Metalle) und organische Spurenstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel) untersucht. Die Nahewasser-Untersuchungsstation Bingen-Dietersheim wurde 2008 eingerichtet. Sie liegt bei Nahe-km 3,7 am rechten Ufer auf einem alten Brückenwiderlager, unmittelbar neben dem Pegelhaus. Zuständig für den Betrieb der Gütestation ist das Landesamt für Umwelt. Im Vorraum der Station ist die Aufstellung von Schautafeln bzw. Informationsmaterial für Besucher möglich. Die Station ist nicht ständig besetzt und wird einmal pro Woche gewartet. Die chemischen Beschaffenheitsdaten der Nahemündung werden für die deutschlandweite Erfassung chemischer Daten an die LAWA (Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser) gemeldet, außerdem ist die Nahe als Fischgewässer der EG gemeldet und unterliegt den dort festgesetzten Qualitätsanforderungen und Berichtspflichten. Die Messprogramme orientieren sich an den Erfordernissen dieser Berichtspflichten und stimmen hinsichtlich der Nährstoffe und anderer Basismessgrößen weitgehend mit den Mosel-Saar-Messprogrammen überein. Wegen der landwirtschaftlichen Nutzung im Einzugsgebiet ist auch die Überwachung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen erforderlich.

Standgewässer Schöntalweiher (Messstellen-Nr: 324)

Das Standgewässer Schöntalweiher liegt im Naturraum Haardtgebirge in Rheinland-Pfalz. Entstehung, geologische und naturräumliche Charakteristika: Der Weiher wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegt, indem man den Saarbach aufstaute. Form und Ufer: Der Schöntalweiher weist - typisch für einen Stausee - eine langgestreckte Form auf, die stromab von der Staumauer begrenzt wird. Die Ufer sind flach und von großzügigen Liege- und Spielwiesen gesäumt. Nutzung und Belastungsquellen: Der östliche Teil des Schöntalweihers ist zum Baden vorgesehen, die Westseite ist Naturschutzgebiet. Seit 1961 ist der Weiher zudem als Fischgewässer verpachtet. Hydrologie: Der Schöntalweiher ist durch den Aufstau des Saarbachs künstlich entstanden und wird von diesem durchflossen. Darüber hinaus wird der See von mehreren Quellen gespeist

Standgewässer Seehof Erlenbach (Messstellen-Nr: 329)

Das Standgewässer Seehof Erlenbach liegt im Naturraum Haardtgebirge in Rheinland-Pfalz. Entstehung, geologische und naturräumliche Charakteristika: Der See ist, wie viele andere Seen im Pfälzer Wald auch, durch den Aufstau eines Baches künstlich entstanden. Form und Ufer: Der Seehof Erlenbach weist - typisch für einen Stausee - eine langgestreckte Form auf, die stromab von der Staumauer begrenzt wird. Seine Ufer sind stellenweise dicht bewaldet. Der südliche Teil des Seehofs ist als öffentlicher Badeplatz mit flachem Sandstrand und großzügiger Liegewiese angelegt. Nutzung und Belastungsquellen: Seit 1950 wird der Seehof Erlenbach als Bade- und Fischgewässer genutzt. Hydrologie: Der Seehof Erlenbach ist durch den Aufstau des Portzbachs künstlich entstanden und wird von diesem durchflossen.

Standgewässer Stadtweiher Baumholder (Messstellen-Nr: 340)

Das Standgewässer Stadtweiher Baumholder liegt im Naturraum Saar-Nahe-Bergland in Rheinland-Pfalz. Entstehung, geologische und naturräumliche Charakteristika: Der Stadtweiher Baumholder entstand vor einigen Jahrhunderten künstlich durch den Aufstau des Baumholder- und des Bruderbachs. Form und Ufer: Der Stadtweiher Baumholder weist eine leicht gebogene Form auf. Eines seiner Ufer ist von Wiesen und Bäumen umgeben, während es auf der anderen Seite einen flachen Sandstrand gibt. Nutzung und Belastungsquellen: Der Stadtweiher wurde seit seiner Entstehung als Fischgewässer genutzt. Seit 1900 darf auch darin gebadet werden. Hydrologie: Der Stadtweiher Baumholder besitzt zwei oberirdische Zuflüsse, den Baumholder- und den Bruderbach, die aufgestaut wurden, um den See zu schaffen.

Standgewässer Badesee Worms-Herrnsheim (Messstellen-Nr: 241)

Das Standgewässer Badesee Worms-Herrnsheim liegt im Naturraum Nördliches Oberrheintiefland in Rheinland-Pfalz. Entstehung, geologische und naturräumliche Charakteristika: Der Badesee Worms-Herrnsheim ist eine ehemalige Kiesgrube. Form und Ufer: Der Badesee Worms-Herrnsheim weist eine tropfenähnliche Gestalt, flache, sandige Ufer und eine recht geringe Wassertiefe von maximal 4 m auf. Nutzung und Belastungsquellen: Der Badesee Worms-Herrnsheim wird seit 1956 als Bade- und Fischgewässer genutzt und vom Heimatkreis Herrnsheim e.V. betreut.

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