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Flächen und Gebäude klug nutzen - Heimat gemeinsam gestalten

Wir möchten diskutieren, wie Dörfer, Städte und Landkreise durch Planungsentscheidungen und viele andere Maßnahmen ihre wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Zukunft beeinflussen und prägen können. Ernährungs- und Energiesicherung, Naturschutz, Bedarf an Wohnraum und Begegnungsorten einerseits, Leerstand andererseits, fehlende Fachkräfte im Handwerk und der Verwaltung – es gibt viele Konfliktfelder, aber auch gute Lösungsansätze, wie die vielfältigen Belange und Bedarfe in die vielfältigen raumbezogenen Entscheidungen vor Ort einbezogen werden können. Das ZFLE 2026 soll fruchtbare Diskussionen anstoßen und guten Ideen eine Plattform bieten. Themenfelder Unter dem Motto "Land: Raum für Zukunft." soll das 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung folgende Themenaspekte in den Blick nehmen: 1. Themenfeld: Flächennutzung – Raum im Sinne von “Fläche” 2. Themenfeld: Gebäudenutzung/ Bauen – Raum im Sinne von “Gebäude” 3. Themenfeld: Kommunikationsräume, Ermöglichungs-Räume – Raum im figurativen Sinne Das Zukunftsforum Ländliche Entwicklung ist das größte und bedeutendste nationale Forum für Fragen ländlicher Entwicklung in Deutschland. Es wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) jährlich im Januar im Rahmen der Grünen Woche ausgerichtet. Neben der politischen Eröffnungsveranstaltung werden in Zusammenarbeit mit Verbänden und Institutionen im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung rund 30 sogenannte Fachforen angeboten und rege nachgefragt. In den vergangenen Jahren trafen sich zum Zukunftsforum in Berlin und virtuell jeweils weit über 1200 Akteure aus Politik, Verwaltung, Institutionen, Verbänden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zum Austausch über die Ländliche Entwicklung. In 2025 beteiligten sich an der Veranstaltung allein in Präsenz über 1000 Personen. Um den Austausch und die fachliche Vernetzung zwischen den Akteuren zu stärken, ist das Zukunftsforum auch in 2026 vorwiegend auf eine Teilnahme vor Ort ausgerichtet; die Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung werden aber per Livestream übertragen. Auch viele der Fachforen werden per Livestream übertragen (bitte jeweilige Hinweise zum Format beachten). Für die virtuellen Formate der Veranstaltung bedarf es keiner vorherigen Anmeldung. www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de

Neue Bahnstadt Opladen

Im Jahr 2000 entstand die Idee, aus den nicht mehr genutzten Arealen rund um das Ausbesserungswerk und den Bahnhof Leverkusen-Opladen ein belebtes Stadtquartier zu entwickeln. Ziel war die Wiederbelebung der 72 Hektar großen innerstädtischen Bahnbrachfläche durch den Bau eines neuen, durchmischten und durchgrünten Stadtquartiers mit Wohnen, Arbeiten, Bildung, Einkaufen und Freizeit. Nach einem Aufruf im Mai 2000 zur Perspektivenwerkstatt „Bahngelände Opladen“ versammelten sich neben den eingeladenen Fachleuten und den Teilnehmenden aus Politik und Verwaltung auch 650 Bürgerinnen und Bürger, um gemeinsam Lösungen und Konzepte für die Zukunft der innerstädtischen Brachfläche zu entwerfen. Die daraus entstandene Vision wurde zur Basis des Rahmenplans (Ostseite, Westseite) und legte den Grundstein für die Entwicklung der Neuen Bahnstadt Opladen. Die Bürgerbeteiligung von Beginn an wurde damit ein wesentlicher Faktor für das Gelingen der Bahnstadt. Auf Grundlage von Machbarkeitsstudien zur Umsetzung der Neuen Bahnstadt Opladen legte die Stadt Leverkusen mit einem Ratsbeschluss im September 2005 die insgesamt 72 Hektar große Fläche als Stadtumbaugebiet fest. Diese Gebietsausweisung bildete die Grundlage für die Förderungen von Bund und Land innerhalb des Gesamtprojektes. Die Stadt Leverkusen bewarb sich mit dem Projekt Neue Bahnstadt Opladen für die Regionale 2010, in der bedeutsame städtebauliche Projekte vom Verein Köln/Bonn e.V. begleitet wurden. Das Projekt Bahnstadt Opladen erhielt mit dem so genannten „A-Stempel“ die bestmögliche Unterstützung im Hinblick auf eine Förderung durch das NRW-Bauministerium. 2008 wurde die neue bahnstadt opladen GmbH (nbso) mit dem Ziel gegründet, die Neue Bahnstadt Opladen auf der Basis der Rahmenplanung umzusetzen. Als 100-prozentige städtische Tochter arbeitet die nbso partnerschaftlich mit der DB AG, Akteuren auf dem Gelände, beauftragten Architekt:innen und Planer:innen sowie den Fachbereichen und Institutionen der Stadt Leverkusen zusammen. Im Zuge der Realisierung des Bahnstadt-Vorhabens wurden zahlreiche Instrumente wie Wettbewerbe, Mehrfachbeauftragungen, Projekttage, Werkstätten und Baustellenführungen eingesetzt. Im Rahmen des Vorhabens waren aufwändige Infrastrukturmaßnahmen notwendig. Hierzu zählen die Gütergleisverlegung an die bestehende Personenzugstrecke, um die Voraussetzung für die städtebaulichen Entwicklung der Westseite zu schaffen. Zwei neu entstandene Brücken (Campusbrücke und Bahnhofsbrücke) bilden wichtige Verbindungen in das Zentrum von Opladen. In den Wohnquartieren leben 1800 Menschen (Stand: Herbst 2025) und es werden weitere 800 Anwohnerinnen und Anwohner hinzukommen. Mehr als 900 Arbeitsplätze sind bis zum Jahr 2025 entstanden. Ein maßgeblicher, gesamtstädtischer und regionaler Impuls war die Ansiedlung der Technischen Hochschule Köln, Campus Leverkusen. Seit der Eröffnung zum Wintersemester 2022/23 gelten Leverkusen und die Neue Bahnstadt als Bildungsstandort, der viele weitere Bildungseinrichtungen und Start-ups anzieht. 25 Jahre nach Durchführung der Perspektivenwerkstatt ist die gemeinsam entwickelte Vision erfolgreich und nahezu vollständig umgesetzt worden. Dabei wurde der vorgesehenen Kosten- und Finanzierungsrahmen eingehalten. Während die Ostseite vollständig hergestellt und vermarktet ist, bestehen auf der Westseite noch unbebaute Flächen. Die hier vorgesehenen Investorenprojekte werden bis Ende 2027 weiterhin von der nbso begleitet. Die Neue Bahnstadt Opladen präsentiert sich als lebendiges Quartier mit einer großen Nutzungsvielfalt und hohen Lebensqualität. Zugleich ist die Historie des ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerks noch deutlich spürbar. Perspektivenwerkstatt „Bahngelände Opladen“ Städtebauliche Rahmenplanung (Ostseite, Westseite) Machbarkeitsstudie zur Umsetzung der Neuen Bahnstadt Opladen Kosten-Nutzen-Analyse zur Gütergleisverlegung Stadtteilentwicklungskonzept Opladen (STEK) Festlegung der Gesamtfläche als Stadtumbaugebiet sowie Realisierungswettbewerbe, Mehrfachbeauftragungen, Projekttage, Baustellenführungen Bund-Länder-Programm zur Städtebauförderung Förderung kommunaler Straßenbau Nordrhein-Westfalen Nahmobilität goRheinland (bzw. Nahverkehr Rheinland) neue bahnstadt opladen GmbH : Neue Bahnstadt Opladen – Die Umsetzung einer Vision Broschüre „ Neue Bahnstadt Opladen 2020-2024 – Die Umsetzung einer Vision " Regionale 2010

Vom Militärstandort zum innovativen Stadtquartier

Auf dem ehemaligen Militärgelände im Osten Bambergs entsteht mit dem 20 Hektar großen Lagarde-Campus ein urbanes Quartier, das Innenentwicklung, Nachhaltigkeit und soziale Durchmischung vereint. Das Projekt ist zukunftsweisend durch seine innovativen Konzepte in den Bereichen Energie, Mobilität und Freiraumgestaltung. Schrittweise entstehen hier Wohneinheiten, Arbeitsplätze und Freiräume, die exemplarisch zeigen, wie Konversionsflächen zu lebendigen, zukunftsfähigen Stadtquartieren entwickelt werden können. Die zivile Nachnutzung des ehemaligen Kasernenareals steht daher beispielhaft für den strategischen Umgang mit innerstädtischen Konversionsarealen. Das Quartier grenzt im Norden und Westen an bestehende Wohnbebauung, im Süden an das Gelände der Bereitschaftspolizei und aktuell noch an das Gelände der Bundespolizei. Im Osten grenzt das Areal an den stark frequentierten Berliner Ring. Die Innenstadt ist über den öffentlichen Personennahverkehr gut angebunden; der Bamberger Bahnhof liegt in 1,5 km Entfernung und ist fußläufig, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV erreichbar. Mit dem Abzug der US-Armee im Jahr 2014 ergab sich für die Stadt Bamberg die Chance, diese Flächen für eine zivile Nachnutzung zu aktivieren. Bereits 2012 beschloss der Stadtrat den Erwerb aller Konversionsflächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Das eigens dafür eingerichtete Amt für Strategische Entwicklung und Konversionsmanagement übernahm eine aktive Rolle in der Planung und Steuerung des Entwicklungsprozesses. Eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Fachstellen, den Stadtwerken Bamberg sowie externen Akteuren war und ist weiterhin von zentraler Bedeutung. Zur Vorbereitung der Nachnutzung wurden frühzeitig Planungs- und Beteiligungsformate durchgeführt. Es wurden Stadtentwicklungskonzepte (SEK) erstellt und kontinuierlich an die neuen Rahmenbedingungen angepasst. Bürger- und Expertenforen sowie ein dialogorientiertes Gutachterverfahren, an dem sechs Architektenteams teilnahmen, mündeten in einem städtebaulichen Rahmenplan, der als Grundlage für die weitere Entwicklung diente. Auf dieser Basis erfolgte im Jahr 2017 der Ankauf des Areals. Der darauf aufbauend entwickelte Bebauungsplan setzt ein urbanes Gebiet fest und ermöglicht eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten, Dienstleistungen und sozialen Einrichtungen. Ziel des gesamten Prozesses war es, frühzeitig unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und eine tragfähige Grundlage für die weitere Entwicklung zu schaffen. Projektdurchführung Die Entwicklung des Lagarde-Quartiers erfolgte in mehreren Bauabschnitten. Zwischen 2018 und 2021 wurden umfassende Rückbau-, Entsiegelungs- und Altlastenbeseitigungsmaßnahmen durchgeführt, die die Voraussetzung für die nachfolgenden Tief- und Hochbauarbeiten sowie der Freiraumentwicklungen schufen. Wichtig war, insbesondere für historische Gebäude eine geeignete zivile Nachnutzung zu finden. Bestandsgebäude ohne Nachnutzungspotenzial wurden zurückgebaut. Die Vergabe der meisten Grundstücke im Quartier erfolgte in Konzeptvergabeverfahren. Ausschlaggebend waren dabei nicht allein wirtschaftliche Kriterien, sondern vor allem qualitative Anforderungen an die Planung. Zentrales Steuerungsinstrument ist das Qualitätshandbuch, das verbindliche Vorgaben zu Architektur und Städtebau, Freiraum und Urbanität, Energie und Mobilität sowie Sozialgerechtigkeit definiert. Das Qualitätshandbuch dient als Grundlage für Kaufverträge und bietet einen gemeinsamen Orientierungsrahmen für alle Akteure. Damit stellt dieses sicher, dass die übergeordneten Entwicklungsziele auch in der Umsetzung eingehalten werden. Der Schwerpunkt der ersten Entwicklungsphase lag auf der Schaffung von Wohnraum, insbesondere im westlichen Teil des Quartiers. Insgesamt entstehen rund 1.100 Wohneinheiten, die von unterschiedlichen Investoren bereits realisiert wurden oder in den nächsten Jahren noch umgesetzt werden. Perspektivisch ist vorgesehen, dass im Quartier insgesamt etwa 2.500 Menschen wohnen werden. Die ersten Wohnungen konnten bereits 2022 bezogen werden. Ergänzend wurden frühzeitig gewerbliche und institutionelle Nutzungen integriert. So hat seit 2018 die Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft ihren Sitz im Quartier. Im östlichen Teil des Areals wurde bewusst auf eine überwiegende Wohnnutzung verzichtet. Hier stehen gewerbliche, dienstleistungsbezogene und soziale Nutzungen im Vordergrund. Die Gebäude dienen zudem als Lärmschutz zum angrenzenden Berliner Ring. Mit dem digitalen Gründerzentrum (Fertigstellung 2023) sowie dem entstehenden Medical Valley Center der Sozialstiftung Bamberg werden zentrale Impulse für einen technisch innovativen und gesundheitsorientierten Standort gesetzt. Weitere Flächen befinden sich derzeit im Vergabe- bzw. Vermarktungsprozess. Die Freiraum- und Grünflächenentwicklung ist ein zentrales Element der Quartiersentwicklung. Mit dem Willy-Brandt-Platz, dem Lorenz-Krapp-Park sowie weiteren Grün- und Platzflächen entstehen Orte der Begegnung und Erholung. Das Kulturquartier rund um den Platz der Menschenrechte fungiert als Herzstück des Lagarde-Campus. Formate wie der „Tag der offenen Tore“ und die Veröffentlichung von Konversionszeitungen tragen zusätzlich zur Identitätsbildung und zur Integration des Quartiers in die Stadtgesellschaft bei. Die Umsetzung dieser Maßnahmen auf dem Lagarde-Campus wurden durch verschiedene Programme der Städtebauförderung sowie durch themenspezifische Förderinstrumente unterstützt. So konnten Maßnahmen über das Förderprogramm „Bayerische Militärkonversion“ oder „Innen statt Außen“ realisiert werden. Der Ausbau der technischen und verkehrlichen Infrastruktur sowie die Errichtung der Quartiersgaragen wurden unter anderem im Rahmen des Programms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ gefördert. Umwelt, Mobilität und soziale Aspekte im Quartier Auf dem Areal wird von den Stadtwerken Bamberg ein innovatives Energie- und Mobilitätskonzept umgesetzt. Aktueller Stand des Energiekonzeptes ist, dass 70 Prozent des Wärmebedarfs für die Bestandsgebäude und Neubauten durch erneuerbare Energien direkt vor Ort gedeckt wird. Kollektoren im Erdreich und entlang der Abwasserkanäle gewinnen Wärme, die den Wärmepumpen im Quartier zugeführt wird. Photovoltaikanlagen auf den Dächern liefern den dafür benötigten Strom. Überschüssiger Solarstrom wird in heißes Wasser umgewandelt und in Pufferspeichern bevorratet. Das quartiersbezogene Mobilitätskonzept bündelt den ruhenden Verkehr in fünf oberirdischen Quartiersgaragen (Parkpaletten), von denen drei bereits in Betrieb sind. Die Wohnstraßen im Quartier sollen weitestgehend autofrei bleiben. Ein reduzierter Stellplatzschlüssel, Sharing-Angebote in Mobilitätshubs sowie eine Mobilitätskarte mit ÖPNV-Ticket für das Stadtgebiet anstelle eines Stellplatzes ermöglichen eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs. Mit In einer Zisterne wird das Dachflächenwasser der ehemaligen Reithalle gesammelt, um es für die Bewässerung der Grünflächen zu nutzen. Dadurch wird das Kanalsystem entlastet und eine umweltfreundliche Wasserversorgung sichergestellt. Im Rahmen des Sozialkonzepts der Stadt mit der Bamberger Sozialklausel wird die soziale Durchmischung im Quartier gesteuert. Demnach sind 20 Prozent der Wohnungen zu sozialverträglichen Konditionen bereitzustellen. Dabei hat sich das Modell der einkommensorientierten Förderung als geeignet erwiesen, um möglichst viele Bevölkerungsschichten langfristig im Quartier zu integrieren. Aktueller Stand und bisher erreichte Ergebnisse Das Lagarde Quartier befindet sich weiterhin in der Entwicklung. Zum 31.12.2025 leben bereits ca. 930 Menschen im Quartier, weitere Bauabschnitte sind in Umsetzung oder Vorbereitung. Als innovatives Pilotprojekt ist die Umsetzung dabei mit spezifischen Herausforderungen verbunden. Insbesondere die Umsetzung des autoarmen Mobilitätskonzepts erfordert angesichts weiterhin stark autoorientierter Mobilitätsgewohnheiten einen langfristigen Veränderungsprozess sowie attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr. Da sich das Quartier noch in der Entstehung befindet, können sich einzelne Qualitäten und Nutzungen erst schrittweise entfalten. Durch die Umnutzung einer innerstädtischen, ehemals militärisch genutzten Fläche leistet das Lagarde Quartier einen wesentlichen Beitrag zur Innenentwicklung und zeigt exemplarisch, wie durch aktive kommunale Steuerung, qualitätsorientierte Vergabeverfahren und integrierte Konzepte in den Bereichen Wohnen, Energie, Mobilität und Freiraum ein lebendiges und nachhaltiges Stadtquartier entstehen kann. Das Lagarde Quartier ist ein nachahmenswertes Beispiel, da hier eine innerstädtische Konversionsfläche im Sinne der flächensparenden Innenentwicklung entsteht. Innovativ sind insbesondere das quartiersweite Energie- und Mobilitätskonzept mit autoarmem Ansatz, die soziale Durchmischung sowie die verbindliche Qualitätssicherung über Konzeptvergaben und das Qualitätshandbuch. Klimaschutz, soziale Durchmischung sowie Grünflächen- und Freiraumentwicklung werden dabei integriert gedacht. Übertragbar ist der Ansatz auf größere Konversions- und Transformationsflächen in kommunalem Eigentum. Gesamtstädtisches städtebauliches Entwicklungskonzept (SEK 2011, Fortschreibung 2015) Dialogorientiertes Gutachterverfahren 2014/2015 Gewerbeflächenkonzept (2016) Vorbereitende Untersuchung Stadtsanierung „Lagarde-Campus“ (2017) Klimaanpassungskonzept (2020) Verkehrsentwicklungsplan (2022) ISEK Bamberger Osten (2024) Stadtentwicklungsplan Wohnen (2024) Rahmenplan (Überarbeitung 2024) Qualitätshandbuch „Lagarde Campus“ (2017, Überarbeitung 2020) Bebauungspläne (328C, 328D, 328E) Konzeptvergaben im Rahmen von Investorenauswahlverfahren Bund-Länder-Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ (u.a. Kanal- und Straßenbau BA I u. II, Quartiersparkpaletten PPL 1-3, Energiezentrale – Förderung des städtebaulichen Mehraufwandes, Reithalle, Willy-Brand-Platz, Lorenz-Krapp-Park) Förderprogramm NPS (Nationale Projekte des Städtebaus) + Wachstum und nachhaltige Erneuerung: Platzgestaltung Kulturhof im Kulturquartier des Lagarde-Campus Bayerisches Städtebauförderungsprogramm „Innen statt Außen“ (Abbruch und Entsiegelung des Lagarde-Campus) Bayerisches Städtebauförderprogramm „Bayerische Militärkonversion“ (u.a. ISEK, anfängliche Projektsteuerung) Stadt Bamberg: Konversionsmanagement Stadt Bamberg: Planung (Planerischer Wettbewerb, Rahmenplan 2015, SEK) Stadt Bamberg: Städtebauförderung in Bamberg Stadt Bamberg: Sitzungsvortrag „Entwicklung der Konversionsliegenschaften Sachstand“ Stadt Bamberg: Bebauungsplan 328 C Stadt Bamberg: Bebauungsplan 328 D Stadtwerke Bamberg: Mobilität neu gedacht Stadtwerke Bamberg: Lagarde-Gelände: Die Zukunft der Wärmeversorgung

Wohnungsgrößen im Neubau nehmen ab

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt einen überraschenden Trend: Zum ersten Mal stagniert im Neubau die durchschnittliche Wohnungsgröße und wird dort in den kommenden Jahren voraussichtlich sinken. Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1965 ist diese um mehr als ein Drittel - von 69 auf 94 Quadratmeter pro Person - angewachsen. Gleichzeitig hat sich die Wohnfläche pro Person mehr als verdoppelt, von 20 auf ca. 49 Quadratmeter pro Person. Grund hierfür waren steigende Einkommen sowie der Wunsch nach mehr Komfort. Seit 2005 werden Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern wieder kleiner, dies wird sich zukünftig auch im Bestand auswirken. Im Vergleich zu heute soll die durchschnittliche Wohnung im Gesamtwohnungsbestand bis ins Jahr 2050 um etwa sechs Quadratmeter kleiner werden. Der Rückgang der Neubaugrößen signalisiert einen strukturellen Wandel auf dem gesamten Wohnungsmarkt - die Wachstumsphase scheint vorbei zu sein. Wohnungsmarkt im Wandel Neben Deutschland zeichnet sich auch in vielen weiteren Industrieländern eine ähnliche Entwicklung ab. In Belgien, Japan oder Norwegen schrumpft die durchschnittliche Wohnungsgröße bereits seit der Jahrtausendwende, in Frankreich, Polen und Russland wenige Jahre später. Laut der Studie sind zwei zentrale Faktoren verantwortlich: kleinere Haushalte und steigende Immobilienpreise. Als Haupttreiber gilt die demografische Entwicklung: die Anzahl der Einpersonenhaushalte in Deutschland nimmt zu, seit den 1960er Jahren hat sie sich auf 41 Prozent verdoppelt, in Großstädten wie München und Berlin sind es sogar rund 50 Prozent. Auch der starke Anstieg der Immobilienpreise seit 2010 verschärft die Entwicklung. Viele können sich größere Wohnungen nicht mehr leisten, und für Bauträger wiederum sind kleine Wohnungen wirtschaftlich attraktiver. Die Wohnung der Zukunft: Weniger Fläche, mehr Energieeffizienz Obwohl die durchschnittliche Haushaltsgröße in den vergangenen Jahrzehnten deutlich geschrumpft ist, gibt es im Bestand einen Überhang von großen Wohnungen. Diese Diskrepanz macht deutlich, dass der Wohnungsmarkt vor einer Anpassung steht. Laut DIW bedeutet dies keinen Rückschritt, sondern eine notwendige Anpassung an gesellschaftliche Realitäten. Die zentrale Wohnform der Zukunft sind kleinere, gut geschnittene und energieeffiziente Wohnungen, die zudem den großen Energiebedarf des Gebäudesektors zu senken. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (2026), Zeitalter der immer größer werdenden Wohnungen endet , DIW Wochenbericht 1/2 / 2026, S. 3-9

Kleiner wohnen – besser wohnen

Die Wohnfläche pro Kopf steigt in Deutschland seit Jahren kontinuierlich an – mit erheblichen Folgen für Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Flächenverbrauch. Wohnungen sind in Freiburg knapp. Viele Haushalte, besonders von älteren Personen, wohnen in Ein- oder Zweifamilienhäusern. Die Kinder sind längst aus dem Haus und die Bewohner:innen haben mehr Platz als sie brauchen beziehungsweise tatsächlich nutzen können. In anderen Altersgruppen bekommen Familien Zuwachs und die Wohnbedarfe ändern sich. Die Herausforderungen oder Hürden, diesen Wohnraum an neue Bedürfnisse anzupassen, sind vielfältig und individuell. Das Projekt „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ möchte hier niederschwellige Alternativen aufzeigen. Ziel ist es, Bürger:innen für ein flächeneffizientes Wohnen zu sensibilisieren und sie dabei zu unterstützen, ihre Wohnfläche sinnvoll zu reduzieren – etwa durch Umbaumaßnahmen, Wohnraumteilung oder alternative Formen der Raumnutzung. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zu einer sozial ausgewogenen Wohnraumnutzung und zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Das Beratungsangebot im Projekt „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ richtet sich insbesondere an Eigentümer:innen von Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern in Freiburg. Neben Menschen in der sogenannten Nachfamilienphase werden seit 2025 auch junge Familien angesprochen, die einen Immobilienkauf planen und frühzeitig flexible Wohnkonzepte für unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen möchten. Auch Haushalte, die bei Familienzuwachs clevere Raumaufteilungen oder multifunktionale Lösungen benötigen, können eine Beratung in Anspruch nehmen. Die Umsetzung erfolgt durch die Energieagentur Regio Freiburg und wird über den Zukunftsfonds Klimaschutz der Stadt Freiburg finanziert. Kern des Projekts ist ein kostenfreies Beratungsangebot durch qualifizierte Architekt:innen, ergänzt durch eine breit angelegte Informationskampagne und verschiedene Informationsveranstaltungen. Besonders gelungene Umsetzungen und kreative Ansätze werden in der Best-Practice-Galerie vorgestellt und erhöhen die Sichtbarkeit des Themas in der Öffentlichkeit. Ein Schwerpunkt der aktuellen Projektphase ist die geplante Umbauprämie: Haushalte, die neuen Wohnraum schaffen, sollen eine finanzielle Unterstützung von bis zu 10.000 Euro erhalten, um konkrete Umbaumaßnahmen realisieren zu können. Die Unterstützung soll finanzielle Hürden abbauen, die in der Vergangenheit häufig ein entscheidender Engpass auf dem Weg zu flächeneffizientem Wohnen waren. In den vorangegangenen Projektphasen wurde ein breites Netzwerk aufgebaut und durch zahlreiche mediale Beiträge bundesweite Aufmerksamkeit erzielt. Rund 230 Haushalte konnten bereits erfolgreich beraten werden. Mehrere Best-Practice-Beispiele zeigen, wie individuelle Beratung zu kreativen, alltagstauglichen und flächenreduzierten Wohnlösungen im Bestand führen kann. Mit der bevorstehenden Aufnahme des Themas Wohnraumsuffizienz in das Klimaschutzkonzept der Stadt Freiburg ist zudem eine langfristige strukturelle Verankerung erreicht. In der aktuellen Projektphase sollen vor allem die Sichtbarkeit und der praktische Nutzen für Bürger:innen weiter gestärkt werden – unter anderem durch die geplante Umbauprämie und neue öffentlichkeitswirksame Formate wie die Ansiedlung einer temporären Ausstellung. Kampagne „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ für effizientere Gestaltung des Wohnraums Kostenfreie, individuelle Beratungen für Bürger*innen mit Wohneigentum im Stadtkreis Freiburg Begleitbroschüre „ Wie wohne ich kleiner besser? Alles auf einen Blick “ Das Projekt „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ wird seit dem Jahr 2024 finanziert über den Zukunftsfonds Klimaschutz der Stadt Freiburg . Projekt „ Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg “ im Internet (inkl. Darstellung von Best-Practice-Beispielen) Begleitbroschüre „ Wie wohne ich kleiner besser? Alles auf einen Blick “

Landauer Leerstandsinitiative

In der leicht wachsenden Universitätsstadt Landau in der Pfalz mit etwa 48.000 Einwohner:innen werden zusätzliche Wohnungen benötigt, zugleich stehen alte Immobilien leer. Seit Mai 2023 besteht die Landauer Leerstandsinitiative e.V. Als gemeinnütziger Verein widmet sie sich der Nutzbarmachung leerstehender Immobilien insbesondere zum Wohnen. Ziel der Initiative ist es, möglichst vielfältige und nachhaltige Nutzungen im leerstehenden Gebäudebestand zu etablieren. Damit diese Vision Wirklichkeit wird, knüpft der Verein zahlreiche Kontakte mit örtlichen Akteuren in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Außerdem vernetzt sich der Verein mit bestehenden nationalen und internationalen Initiativen. Einer der zentralen Schwerpunkte der Initiative ist die Akquirierung von Leerstandsobjekten, die Kontaktaufnahme mit Eigentümer:innen sowie die Beratung und Vermittlung an Interessent:innen. Im Rahmen des innerstädtischen Verfügungsfonds für Maßnahmen zur Aufwertung, Attraktivitätssteigerung und Belebung der Innenstadt wurde eine hauptamtliche Personalstelle im Verein gefördert und die zusätzliche Ansprache von gewerblichen Leerstandseigentümer:innen intensiviert. Seit 2023 wurden mehrere Projekte auf den Weg gebracht: Im Pilotprojekt „Kiwihof“ konnte von Anfang Oktober 2023 bis Ende April 2024 eine leerstehende Immobilie erfolgreich zwischenbewohnt werden. Ein ehemaliger Winzerhof wurde von vier Personen belebt. Die Dauer der Zwischennutzung wurde hierbei entgegen ursprünglicher Planungen zum beiderseitigen Vorteil verlängert. In einem Projekt in der Herrmann-Sauter Straße wird das Zwischenwohnen in einer Wohnung eines großen Landauer Immobilienunternehmens erfolgreich praktiziert. Geplant ist diese bis voraussichtlich für ein Jahr bis Oktober 2026. Die betreffenden Räumlichkeiten wurden vor der Nutzung von der Leerstandsinitiative teilrenoviert. Seit Herbst 2024 hat eine leerstehende Gewerbeeinheit im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses eine Nutzung, indem hier durch Vermittlung der Leerstandsinitiative drei junge Therapeutinnen eine Praxis in gut erreichbarer Lage einrichteten. Die Eigentümer profitieren dabei durch eine Aufwertung des Gebäudes und einer gestiegenen Attraktivität für den Verkauf beziehungsweise die Vermietung der übrigen Wohnungen. Der Trifels-Hub, ein historisches dreigeschossiges ehemaliges Wohn- und Gasthaus in zentraler Stadtlage, bildet den mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten den Vereinsmittelpunkt. Kunstschaffende teilen sich Räume, treffen sich in einer Schreibwerkstatt und bespielen eine Bühne. Darüber hinaus dient das Gebäude als Versammlungsort für Vereine, Selbsthilfegruppen sowie als Veranstaltungsraum für kulturelle Angebote. Das sogenannte Kultur- und Vereinsfenster steht für zwei leerstehende Ladenfläche, die seit Anfang 2025 für mehrere Monate für Kunststudierenden und Vereinen zum Beispiel für die Eventreihe „Landau liest ein Buch“ oder einen Tanzsportclub öffentlichkeitswirksam zur Verfügung gestellt werden.  Ebenso kamen die Kunststudierenden und Vereine in die Position, mitten in der Stadt ihre Inhalte zu präsentieren. Die Landauer Leerstandinitiative e.V. ist Bestandteil eines Bündels von Maßnahmen gegen der Leerstand in der Stadt. Die Stadt Landau ihrerseits mietet mit ihrem Leerstandsprogramm „LeLa – It’s a match“ vorübergehend strukturelle oder absehbare Leerstände an, um diese für neue Nutzerinnen und Nutzer mit attraktiven Konzepten zugänglich zu machen. Sie hat eine Zweckentfremdungsverbotssatzung entwickelt, die am 1. Januar 2024 in Kraft trat. Deren Umsetzung wird von der Landauer Leerstandsinitiative positiv begleitet. Leerstandberatung Kollektives Wohnprojekt als Reallabor Offene Treffen des Landauer Leerstandsinitiative e.V. Themen-Arbeitsgruppen Sta(d)tt Leer – Die Leerstandskonferenz, 28. bis 30. Juni 2024 in Landau/Pfalz Newsletter der Landauer Leerstandsinitiative Leerstandskino Mittel aus dem Verfügungsfonds der Wirtschaftsförderung (bis September 2025) Landauer Leerstandsinitiative „ Hand in Hand gegen Leerstand “ Pilotprojekt Kiwihof Beitrag in ZDF aspekte „ Hört auf zu Bauen “ Sta(d)tt Leer – Die Leerstandskonferenz, 28. bis 30. Juni 2024 in Landau/Pfalz

Pro-Kopf-Wohnfläche steigt auf 49,2 Quadratmeter

In Deutschland gab es zum Jahresende 2024 laut dem Statistische Bundesamt etwa 43,8 Millionen Wohnungen. Im Vergleich zum Jahr 2014 erhöhte sich der Wohnungsbestand um 6,1 Prozent oder 2,5 Millionen Wohnungen. Die Gesamtwohnfläche nahm im gleichen Zeitraum 9,1 Prozent zu und beträgt nun 4,1 Milliarden Quadratmeter. Über die Hälfte der Wohnungen (54,8 Prozent oder 23,5 Millionen Wohnungen) befanden sich in Mehrfamilienhäusern. Knapp ein Drittel der Wohnungen befand sich in 13,5 Millionen Einfamilienhäusern, während 5,5 Millionen Wohnungen (12,8 Prozent) in insgesamt 2,7 Millionen Zweifamilienhäusern lagen. Weitere Wohnungen befanden sich Wohnheimen. Die durchschnittliche Wohnung war zum Jahresende 2024 94,0 Quadratmeter groß und die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf betrug 49,2 Quadratmeter. Das bedeutet eine Vergrößerung der Wohnfläche je Wohnung seit dem Jahr 2014 um 2,5 Quadratmeter, während sich die Wohnfläche je Einwohnerin und Einwohner um 2,7 Quadratmeter erhöhte. Im Schnitt war Ende 2024 jede Wohnung mit gut 1,9 Personen belegt. Je nach Wohnform (Familien, Paare, Alleinlebende) und nach Alter variieren die Nutzung bzw. Verteilung von Wohnraum. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamt saus dem Jahr 2022. Haushalte mit mindestens vier Personen verfügten im Durchschnitt über 30 Quadratmeter pro Kopf, Alleinlebende im selbstgenutzten Eigentum hatten unabhängig vom Lebensalter 105 Quadratmeter zur Verfügung. Haushalte von Personen über 65 Jahren verfügten im Jahr 2022 pro Person über durchschnittlich 68,5 Quadratmeter Wohnfläche, 27 Prozent der Alleinlebenden in dieser Altersgruppe bewohnten mindestens 100 Quadratmeter. Die Verfügbarkeit von Wohnfläche pro Kopf hängt darüber hinaus von den Eigentumsverhältnissen ab. Eigentümer:innen lebten im Jahr 2022 im Durchschnitt auf 65,1 Quadratmetern, Mieter*innen dagegen auf durchschnittlich 48,5 Quadratmetern. Je länger Personen eine Wohnung gemietet haben, umso größer ist die Wohnfläche pro Kopf. Das deutet auf den sogenannten Lock-in-Effekt hin, wonach Mietwohnungen, auch wenn sie inzwischen für die Zahl der (älter gewordenen) Bewohner:innen zu groß sind, nicht gegen eine neue kleinere Wohnung getauscht werden. Gründe hierfür sind die vergleichsweise hohen Mietpreise bei der Neuanmietung einer kleineren Wohnung und die geringe Verfügbarkeit von Wohnungen in vielen Städten. Viele ältere Menschen leben in einem alten, seinerzeit für die Familie gebauten oder erworbenen Eigenheim. Sie verbleiben dort, auch wenn die Kinder längst ausgezogen sind und ein Ehepartner verstorben ist. Häufig ist das Haus mit Garten nicht altersgerecht, wird aber weiter bewohnt (sogenannter Remanenzeffekt). Gleichzeitig suchen junge Familien ein gebrauchtes Eigenheim. Insbesondere Familien mit Kindern in Mietwohnungen müssen vor allem in den größeren Städten mit wenig Wohnraum auskommen. Auch hier zeigt sich der Lock-in-Effekt, wenn wenig Wohnungen verfügbar sind sich gleichzeitig die Mieten auf einem für viele Familien kaum bezahlbaren hohen Niveau bewegen. Statistisches Bundesamt: 43,8 Millionen Wohnungen in Deutschland zum Jahresende 2024 (Pressemitteilung Nr. 336 vom 17. September 2025) Statistisches Bundesamt: Haushalte der Altersgruppe 65+ haben pro Kopf den meisten Wohnraum zur Verfügung (Pressemitteilung Nr. N 035 vom 14. Juni 2023) Statistisches Bundesamt: Wohnsituation privater Haushalte 2022 in Deutschland

Modellvorhaben der Raumordnung mit sieben Regionen

Im Modellvorhaben der Raumordnung „Regionale Steuerung der Siedlungs- und Freiraumentwicklung“ (MORO Fläche) wurden Maßnahmen und Reformpfade des Flächensparens und der Standortsteuerung erarbeitet. Sieben Modellvorhaben erprobten kooperative, praxisnahe Werkzeuge zur Wohn- und Gewerbeflächenentwicklung. Das Projekt MORO Fläche (Modellvorhaben der Raumordnung – Regionale Steuerung der Siedlungs- und Freiraumentwicklung) macht sichtbar, wie Regionen in Deutschland Flächenansprüche nachhaltig, kooperativ und koordiniert steuern können. Ausgangspunkt ist die Herausforderung der Regionalplanung, verstärkte Flächenansprüche – etwa durch Digitalisierung, erneuerbare Energien und hohe Nachfrage nach Wohnraum – mit einer nachhaltigen und flächensparenden Siedlungsentwicklung in Einklang zu bringen. Kern des MORO bilden sieben regionale Modellvorhaben in der Region Bremen, der Metropolregion Hamburg, der Werra-Wartburgregion, im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, in der Region Südlicher Oberrhein, der Metropolregion Rhein-Neckar und im Landkreis Kassel. Diese waren aufgerufen, primär informelle, freiwillige Formen der siedlungspolitischen Zusammenarbeit zu nutzen. Die Bandbreite der in den Regionen verfolgten Lösungsansätze reicht von der Innenentwicklung und Nachverdichtung über die flächeneffiziente Wohnbaulandentwicklung und Steuerung von Gewerbe und Logistik an geeigneten Standorten bis zur Gründung regionaler Organisationsstrukturen für die Unterstützung der kommunalen Ebene bei flächenrelevanten Aufgaben. Die erprobten Lösungsansätze, die auf eine verbesserte regionale Steuerung der Siedlungsentwicklung zielen, lassen sich vier zentralen Interventionsmodi zuordnen: Aufbau gemeinsamer Datengrundlagen, Entwicklung gemeinsamer Zielsetzungen, Unterlegung des Handlungsbedarfs mit Handlungswissen, Aufbau von Organisationsstrukturen zur Stärkung der Handlungsfähigkeit. Ergänzend zu den Modellvorhaben liefert das Projekt sechs wissenschaftliche Expertisen zu aktuellen Themen wie dem zunehmendem Fachkräftemangel und der eingeschränkten Handlungsfähigkeit kleinerer Städte und Gemeinden, positivplanerischen Festlegungen zur Begrenzung der Wohnsiedlungsentwicklung in der Regionalplanung oder internationalen Steuerungsansätze wie dem Schweizer Agglomerationsprogramm. Diese Studien geben tiefere Einblicke aus Befragungen und Expertengesprächen wieder und schaffen Orientierung für Planungsakteure aus Praxis und Wissenschaft. Abschließend werden projektübergreifend drei Reformpfade mit konkreten Empfehlungen zu folgenden Punkten abgeleitet: bessere Verzahnung und Innovationen in der Regionalplanung und Regionalentwicklung, Stärkung der kommunalen und regionalen Handlungsressourcen für die Siedlungsentwicklung, Veränderung von fiskalischen Anreiz- (und Sanktions-)mechanismen. Darüber hinaus wurden im MORO Fläche ein Werkzeugkasten mit Bedienungsanleitungen, Praxistipps sowie Kernbotschaften und Statements der Modellvorhaben erarbeitet. Die gesammelten Ergebnisse zeigen: das kommunale Handeln im Rahmen der Bauleitplanung und interkommunalen Kooperationen sind die zentralen Fundamente für die regionale Steuerung der Siedlungsentwicklung. Eine wirksame Steuerung der Siedlungsentwicklung entsteht dort, wo Regionen gemeinsam Ziele definieren, Instrumente teilen und institutionelle Strukturen interkommunal verankern – über einzelne Kommune hinaus und im Dialog mit regionaler Planung und Politik. Unstrittig ist zugleich, dass eine deutlich verbesserte Steuerung der Siedlungsentwicklung die Grenzen der freiwilligen Zusammenarbeit überschreiten muss. Projekt-Website des „MORO - Regionale Steuerung der Siedlungs- und Freiraumentwicklung“ mit Informationen zu den regionalen Modellvorhaben, Expertisen, Werkzeugkasten, Film und weiteren Veröffentlichungen: moro-flaeche.de

Das Förderprogramm „Innen vor Außen“ in Crailsheim

Die Große Kreisstadt Crailsheim im Nordosten Baden-Württembergs (circa 36.000 Einwohner:innen, Landkreis Schwäbisch Hall) hat einen anhaltend hohen Bedarf an Wohnraum. Besonders die Wohnraumversorgung für Haushalte mit niedrigem Einkommen, vor allem Singlehaushalte und Familien, wird vor dem Hintergrund steigender Wohnungsnachfrage schwieriger. Es stehen nur in begrenztem Umfang Mietwohnungen beziehungsweise öffentlich geförderter Wohnraum im Bestand von Wohnungsgesellschaften zur Verfügung. Mit einem Stadtentwicklungsplan, einem Wohnbauflächenentwicklungskonzept, mit Neuordnungskonzepten für verschiedene Stadtteile oder einer Wohnraum-Bedarfsanalyse hat die Stadt verschiedene Pläne und Konzepte erstellt, die sich explizit oder im Kontext mit anderen Themen der Stadtentwicklung mit Fragen des Wohnens in Crailsheim befassen. Mit einer Wohnraumoffensive wurden die Aktivitäten zur Wohnraumversorgung verstärkt. Diese zielt sowohl auf Geflüchtete, die in städtischen Unterkünften leben und in privaten Wohnraum vermittelt werden sollen. Zugleich geht es um Wohnraum für wohnungslose Menschen, deren Integration, Teilhabe und Stabilität gefördert werden soll. Die Stadt setzt bei der Lösung des Wohnungsproblems auf eine konsequente Innenentwicklung, um bestehende Potenziale wie zum Beispiel Baulücken für eine Bebauung mit Wohnungen zu aktivieren. Hierdurch soll die Ausweisung neuen Baulands auf der grünen Wiese vermieden werden. Um Baulücken sowie wenig oder nicht mehr genutzte Grundstücke, für die ein Baurecht besteht, einer Bebauung zuzuführen, braucht es die Bereitschaft und Motivation der privaten Grundstückseigentümer:innen. Ein Faktor, der die adäquate Nutzung von Grundstücken für den Bau von Wohnungen bremst, sind Restnutzungen oder Baulichkeiten, deren Beseitigung hohe Abbruchkosten verursacht. Hierauf zielt das städtische Förderprogramm "Innen vor Außen", das es bereits seit dem Jahr 2012 in Crailsheim gibt. Mit diesem Programm werden Abbruchmaßnahmen gefördert, die ein Grundstück für eine neue Wohnbebauung freiräumen. Die Förderung beträgt 40 Prozent der Abbruchkosten bis zu einem Maximalbetrag von 10.000 Euro. Außerdem können Grundstückseigentümer:innen für eine Erstberatung durch ein Architektur- oder Ingenieurbüro bis zu 500 Euro in Anspruch nehmen. Die Stadt finanziert das Förderprogramm derzeit mit jährlichen Haushaltsmitteln in Höhe von 100.000 Euro. Förderprogramm „Innen vor außen“ der Stadt Crailsheim Wohnraumoffensive Förderprogramm „Innen vor außen“ der Stadt Crailsheim Förderrichtlinie „Innen vor Außen“ der Stadt Crailsheim

Förderprogramm "Jung kauft alt"

Die Gemeinde Hiddenhausen, bestehend aus den sechs Gemeindeteilen Lippinghausen, Eilshausen, Schweicheln-Bermbeck, Hiddenhausen, Oetinghausen und Sundern hat 19.700 Einwohner:innen. Die Gemeinde war vor über 15 Jahren stark von Leerstand, Überalterung und Wegzug betroffen und stand vor der Aufgabe, junge Familien im Ort zu halten, den Gebäudeleerstand zu reduzieren und die Quartiere mit Leben zu füllen. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen hat die Gemeinde Hiddenhausen im Jahr 2007 ein innovatives Förderprogramm mit dem Titel "Jung kauft alt" aufgelegt und im Jahr 2022 zuletzt angepasst. Es bietet damals wie heute jungen Paaren und Familien finanzielle Anreize, um vor Ort eine Bestandsimmobilie zu erwerben und zu sanieren. Zusätzlich wird die Erstellung eines Altbau-Gutachtens gefördert, das Aufschluss über den Sanierungsaufwand einer älteren Immobilie gibt. Außerdem wird seit 2019 die energetische Sanierung eines Altbauwohngebäudes gefördert. Das Förderprogramm "Jung kauft alt" kann Familien in Hiddenhausen mit folgenden Beträgen unterstützen: Beim Erwerb einer mindestens 25 Jahre alten Immobilie können für den Abbruch eines Altbaus und die Errichtung eines Ersatzneubaus an gleicher Stelle eine maximale Förderung von 9.000 Euro, verteilt auf 6 Jahre, in Anspruch genommen werden. Die Erstellung eines Altbaugutachtens (Ortsbegehung/Bestandsaufnahme mit Modernisierungsempfehlung und Kostenschätzung) wird mit bis zu 1.500 Euro gefördert. Je nach Energieeffizienzstufe, gestaffelt von „Effizienzhaus Denkmal“ bis „Effizienzhaus 40 Erneuerbare-Energien-Klasse“, werden bei der zur energetischen Sanierung oder für Neubau nach Abriss einmalig jeweils 600 Euro pro erreichter Effizienzhausstufe bezuschusst. Ersatzneubauten müssen mindestens als Effizienzhaus 70 eingestuft sein. Somit ist hier eine maximale Förderung von maximal 4.200 Euro je saniertem Gebäude möglich. Zwischen 2007 und 2025 förderte Hiddenhausen den Erwerb von 896 Altbauten sowie die Erstellung von 85 Altbaugutachten. 13 Anträge auf einmalige Förderung zur energetischen Sanierung wurden positiv beschieden. Das Programm sorgte dafür, dass nicht nur junge Familien im Ort gehalten, sondern auch junge Neubürger gewonnen wurden: 59 Prozent der geförderten Haushalte sind zugezogen. Die Fördermaßnahme hat dazu beigetragen, die Leerstände von Altimmobilien im Ort zu reduzieren. Insbesondere junge Familien haben ältere Häuser erworben und gewachsene Quartiere wieder belebt. Die vorhandene Infrastruktur - Kindergärten und Schulen eingeschlossen – wird wieder besser ausgelastet und die voranschreitende Alterung in der Kommune abgemildert. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet und gilt als Vorbild für viele Kommunen in Deutschland. „Jung kauft alt“ machte Schule. Das 2007 in Hiddenhausen entwickelte Zuschuss Programm diente als Vorbild für viele andere Gemeinden. Schließlich stand „Jung kauft alt“ Pate für die die kreditbasierte Bundesförderung von Wohneigentum für Familien (Bestandsförderung) „Jung kauft alt“, die seit dem Jahr 2024 von der KfW im Auftrag des Bundes durchgeführt wird. Förderprogramm „Jung kauft alt“ Hiddenhausen Förderprogramm „Jung kauft alt“ Hiddenhausen Förderprogramm „Jung kauft alt“ Hiddenhausen KfW-Kredit Nr. 308 “Jung kauft Alt“ Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb

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