Biogasanlagen sind grundsätzlich geeignet um verschiedene Aufgaben im Strom-, Wärme- und Kraftstoffsektor zu übernehmen. EEG bedingt werden nur noch wenige Anlagen zugebaut und ein Großteil des Bestands ist noch immer auf eine konstante Stromerzeugung ausgerichtet. Mit zunehmendem Anteil erneuerbarer Energie im Stromsektor ist diese Ausrichtung immer weniger sinnvoll und systemdienlich. Weiterhin wird die Beschränkungen im Substrateinsatz, die mit dem 'Maisdeckel' im dem EEG 2017 weitergeführt wird, eine Anpassung im Substratmix für die an der Ausschreibung teilnehmenden (Bestand-)Biogasanlagen nach sich ziehen. Gegenstand dieser Untersuchung soll eine Verortung des Biogasanlagenbestandes im Spannungsfeld des gegenwärtigen Förderregimes und der systemischen Anforderungen einer sich wandelnden Energieversorgung sein.
Es soll geprüft werden, welche energiewirtschaftlichen Aufgaben, sowohl im Stromsektor als auch im Wärme- und Kraftstoffbereich, sinnvoll und kosteneffizient durch Bestands-Biogasanlagen künftig, bis 2030, wahrgenommen werden können. Mit diesem Vorhaben soll der Vergleich verschiedener Biogasanlagenkonzepte vorgenommen werden und eine Bewertung hinsichtlich energiewirtschaftlicher und ökologischer Aspekte erfolgen. Dabei steht eine sektorenübergreifende Betrachtung der Einsatzoptionen der Biogas-Bestandsanlagen im Fokus. Es sollen relevante Fragestellungen zu Optionen einer flexiblen Strombereitstellung, einer planbaren und zuverlässigen Wärmebereitstellung sowie der Kraftstoffproduktion formuliert, plausibilisiert und durch das Aufzeigen möglicher Entwicklungspfade diskutiert werden. Welches Potenzial zur Umrüstung besteht und welche Hemmnisse existieren? Schließlich sollen Instrumente entwickelt werden, die einen Anreiz zur entsprechenden Umstellung der Anlagenkonzepte schaffen.