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Verfüllung eines bestehenden Forellenteiches

Auf dem Grundstück Flr. Nr. 333 Gem. Bergen soll der bestehende Fischteich, der der Aufzucht von Forellen diente, mit passendem Bodenmaterial verfüllt werden. Dadurch soll u.a. der Eintrag von Düngemitteln in benachbarte Gewässer und das Grundwasser reduziert und die Rückhalte- und Speicherfunktion des Bodens durch dauerhafte Begrünung verbessert werden. Durch das Wurzelwachstum der Sträucher und Bäume wird der Boden stabilisiert und das natürliche Bodengefüge wird regeneriert. Ein weiterer Betrieb des Fischteiches wäre nur nach Abgrenzung eines Schönungsteiches möglich und dies wäre eine unwirtschaftliche Lösung.

Wanderfischprogramm Sachsen-Anhalt Grundgedanke Lebenszyklus von Lachs und Meerforelle Bisherige Maßnahmen Bisherige Erfolge Mögliche Ausweitung auf das Bode-Selke-System Weitere Wiederansiedlungsprogramme

Wanderfischarten wie Lachs und Meerforelle gehören zur natürlichen Fischfauna der Elbe und ihrer Nebengewässer. Ihre Bestände sind jedoch schon vor Jahrzehnten insbesondere infolge der starken Wasserverschmutzung sowie der zunehmenden Querverbauung vieler Gewässer und der damit verbundenen Unpassierbarkeit der natürlichen Wanderrouten erloschen. Inzwischen hat sich der Gewässerzustand vor allem in Bezug auf die Wasserqualität deutlich verbessert. Doch auch der Bau von Fischaufstiegsanlagen hat dazu geführt, dass Wandersalmoniden (Salmoniden sind lachs- und forellenartige Fische) ihre Laichgewässer wieder aus eigener Kraft erreichen können. Dies eröffnet Perspektiven für die erfolgreiche Wiederansiedlung dieser Arten und damit der Verbesserung der naturnahen Fischartenvielfalt im Elbesystem. Der Atlantische Lachs (Salmo salar) und die Meerforelle (Salmo trutta morpha trutta) sind Salmoniden. Sie gehören zu den anadromen Wanderfischen. Das bedeutet, die geschlechtsreifen Fische steigen vom Meer die Flüsse hinauf, um dort zu laichen. Die geschlüpften Junglachse wandern nach wenigen Monaten, die Meerforellen nach etwa 1-2 Jahren flussabwärts, um meist mehrere Jahre auf dem offenen Meer heranzuwachsen. Anschließend treten diese Fische die Laichwanderung zurück ins Süßwasser an. Die meisten Atlantischen Lachse laichen nur einmal in ihrem Leben. Die Meerforelle unternimmt hingegen mehrere Laichwanderungen. Bereits im Jahr 2007 wurde das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow vom Land Sachsen-Anhalt mit einer vorbereitenden Studie zur Überprüfung der fischökologischen und gewässermorphologischen Potenziale zur Wiederansiedlung von Großsalmoniden in Sachsen-Anhalt beauftragt. Ziel war es aufzuzeigen, in welchen Gewässern Sachsen Anhalts Lachs und Meerforelle historisch vertreten waren und welche Gewässer bei Berücksichtigung der artspezifischen Lebensraumansprüche unter den aktuellen Gewässerbedingungen am besten für eine Wiederansiedlung geeignet sind. Auf der Grundlage dieser Studie hat das Land im Jahr 2009 ein „Wanderfischprogramm Sachsen Anhalt“ ins Leben gerufen. Die Hauptziele dieses Projektes liegen in der Wiedereinbürgerung und gezielten Stützung von Wanderfischarten mit dem langfristigen Ziel einer fischereilichen bzw. angelfischereilichen Nutzung, sowie in der Wiederherstellung und dem Schutz gewässertypischer Lebensräume und Fischbestände. Die Zielsetzungen des Wanderfischprogramms stehen damit gleichzeitig in einem engen Zusammenhang mit der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Land Sachsen-Anhalt. Im Rahmen des Wanderfischprogramms wurden seit Herbst 2009 Erstbesatzmaßnahmen mit jungen Lachsen und Meerforellen zunächst in der Nuthe (Fläming) und ab 2012 in der Jeetze und ihren Zuflüssen (Altmark) durchgeführt. In beiden Gewässersystemen werden jährlich Rückkehrer durch das Institut für Binnenfischerei in einem Laichfisch-Monitoring erfasst. Die bisherigen Bemühungen der Wiederansiedlung werden durch das auf natürliche Vermehrung der Rückkehrer basierende Aufkommen von unmarkierten Jungfischen belohnt. Die zurückkehrenden Laichfische und der Reproduktionserfolg unterstreichen die Eignung der vorhandenen Laich- und Jungfischhabitate in den ausgewählten Gewässern. Die Studie des Instituts für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow hat auch deutlich gezeigt, dass das natürliche Potenzial für den Wiederaufbau umfangreicherer Lachs- und Meerforellenbestände im Bode-System einschließlich der unteren Saale besonders hoch ist. Im Bode-Selke-System gibt es etwa 30 Hektar an geeigneten Laich- und Jungfischhabitaten, die somit einen bedeutenden Beitrag zur Lachs- und Meerforellenpopulation des Elbeeinzugsgebiets leisten können. Im Bode-System gibt es jedoch eine Vielzahl gewässerbezogener Nutzungsansprüche. Daher wurde zunächst mit allen relevanten Akteuren und Gewässernutzern gesprochen, ihre derzeitige Situation erfasst und die verschiedenen Belange, Interessen und Nutzungsperspektiven im Zusammenhang mit der Aufnahme der Bode als Projektgewässer in das Wanderfischprogramm analysiert. Dieser offene Austausch und die Unterstützung aller Akteure werden zukünftig maßgeblich zum Erfolg und Fortschritt des Wanderfischprogramm Sachsen-Anhalts beitragen. Bereits heute werden bestehende Wanderbarrieren durch den Bau von Fischaufstiegsanlagen und die Beseitigung historischer Querbauwerke nach und nach entfernt. Zudem werden auch Schutzmaßnahmen an Wasserkraftanlagen realisiert, die dem Fischabstieg dienen. Die Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit der Gewässer kommt jedoch nicht nur den Lachsen und Meerforellen zugute, sondern auch vielen weiteren Fischarten, die Wanderungen innerhalb der Gewässer unternehmen. Elbe Unter Federführung des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie führt das länderübergreifende Lachsprogramm „ SALMO ALBIS “ alle Wiederansiedlungsprojekte der Elbanrainerstaaten von Tschechien bis zur Nordsee zusammen. Diese Koordination bezweckt, die Elbe mit ihren gesamten Nebenflüssen als Ganzes, für den großräumigen Aufbau von überlebensfähigen Beständen der Großsalmoniden (Lachs und Meerforelle) abzudecken. Rhein Die Mitglieder der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) –Schweiz, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande und die Europäische Kommission- setzen mit dem aufgelegte Programm „ Lachs 2020 “ als Teil des IKSR-Programms Rhein 2020 zur nachhaltigen Entwicklung des Rheins ihre Bemühungen zur Wiederansiedlung des Lachses im Rheineinzugsgebiet fort. International Die North Atlantic Salmon Conservation Organization (kurz: NASCO ) ist eine internationale Organisation, die 1984 durch eine zwischenstaatliche Konvention gegründet wurde. Das Ziel der NASCO ist es, den Atlantischen Lachs durch internationale Zusammenarbeit unter Beachtung bester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu schützen, dessen Bestände wieder aufzubauen, diese zu erhalten und vernünftig zu bewirtschaften.

Errichtung einer Fischteichanlage bei Erlach, Stadt Weismain

Errichtet wird ein kleiner Fischteich (ca. 35 m² Fläche) zur Forellenzucht. Das benötigte Wasser wird ohne Aufstau aus dem Vorfluter Weismain entnommen und das Überwasser aus dem Teich wieder in die Weismain eingeleitet.

Fischfauna 2022

01 Quappe – Lota lota (Linnaeus, 1758) 02 Karausche – Carassius carassius (Linnaeus, 1758) 03 Schlammpeitzger – Misgurnus fossilis (Linnaeus, 1758) 04 Hasel – Leuciscus leuciscus (Linnaeus, 1758) 05 Forelle – Salmo trutta (LINNAEUS, 1758) 06 Bitterling – Rhodeus amarus (Bloch, 1782) 07 Döbel – Leuciscus cephalus (Linnaeus, 1758) 08 Gründling – Gobio gobio (Linnaeus, 1758) 09 Nase – Chondrostoma nasus (LINNAEUS, 1758) 10 Güster – Abramis bjoerkna (Linnaeus, 1758) 11 Steinbeißer – Cobitis taenia (Linnaeus, 1758) 12 Stint – Osmerus eperlanus (Linnaeus, 1758) 13 Zwergstichling – Pungitius pungitius (Linnaeus, 1758) 14 Aland – Leuciscus idus (Linnaeus, 1758) 15 Barsch – Perca fluviatilis (Linnaeus, 1758) 16 Blei – Abramis brama (Linnaeus, 1758) 17 Dreistachliger Stichling – Gasterosteus aculeatus (Linnaeus, 1758) 18 Hecht – Esox lucius (Linnaeus, 1758) 19 Karpfen – Cyprinus carpio (Linnaeus, 1758) 20 Kaulbarsch – Gymnocephalus cernuus (Linnaeus, 1758) 21 Moderlieschen – Leucaspius delineatus (Heckel, 1843) 22 Plötze – Rutilus rutilus (Linnaeus, 1758) 23 Rapfen – Aspius aspius (Linnaeus, 1758) 24 Rotfeder – Scardinius erythrophthalmus (Linnaeus, 1758) 25 Schleie – Tinca tinca (Linnaeus, 1758) 26 Ukelei – Alburnus alburnus (Linnaeus, 1758) 27 Wels – Silurus glanis (Linnaeus, 1758) 28 Zander – Sander lucioperca (Linnaeus, 1758) 29 Aal – Anguilla anguilla (Linnaeus, 1758) 30 Blaubandbärbling – Pseudorasbora parva (Temminck & Schlegel, 1846) 31 Giebel – Carassius gibelio (Bloch, 1782) 32 Goldfisch – Carassius auratus (Linnaeus, 1758) 33 Graskarpfen – Ctenopharyngodon idella (Valenciennes, 1844) 34 Marmorkarpfen – Hypophthalmichthys nobilis (Richardson, 1845) 35 Silberkarpfen – Hypophthalmichthys molitrix (Valenciennes, 1844) 36 Sonnenbarsch – Lepomis gibbosus (Linnaeus, 1758) 37 Zwergwels – Ameiurus nebulosus (LeSueur, 1819) 38 Marmorgrundel – Proterorhinus semilunaris (HECKEL, 1837) 39 Schwarzmundgrundel – Neogobius melanostomus (PALLAS, 1814) 40 Sibirischer Stör – Acipenser baerii (BRANDT, 1869)

Messergebnisse zur Radioaktivität in: geräucherte Forelle (09.12.2022)

Messdaten zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt, in Lebens- und Futtermitteln

Jahresbericht 2022

des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] JAHRESBERICHT 2022 des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) Impressum: Herausgeber: Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Kaiser-Friedrich-Straße 7 • 55116 Mainz Telefon: 06131/6033-0 www.lfu.rlp.de Redaktion und Layout: Stabsstelle Planung und Information Titelfoto: Einweihung der Saar-Untersuchungsstation Kanzem im Juli 2022 © Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz 2023 Juni 2023 Nachdruck und Wiedergabe nur mit Genehmigung des Herausgebers INHALT INTERVIEW MIT DEM LFU-PRÄSIDENTEN DR. FRANK WISSMANN4 ÜBER DAS LANDESAMT7 Das LfU – ein attraktiver Arbeitgeber8 Das LfU präsentiert sich der Öffentlichkeit9 KLIMA 12 7. KLIWA-Symposium – Wasserwirtschaft zwischen Trockenheit und Starkregen13 Städte stellen sich den Folgen des Klimawandels15 Beitrag der Kreislaufwirtschaft zum Klimaschutz17 Klimaschutzbeitrag von Effizienzmaßnahmen quantifiziert20 NATUR 22 Invasive Arten im Überblick23 Flutkatastrophe an der Ahr – Folgen für das Makrozoobenthos und den gewässerökologischen Zustand25 Welche Rolle spielen Nährstoffe für die Forelle und andere Fischarten in Bächen?29 Das Bachpatenfest – 30 Jahre Bachpatenschaften32 „Kompetenzzentrum Staatliche Vogelschutzwarte und Artenvielfalt in der Energiewende“ gegründet34 UMWELT 36 Die Entwicklung der Saarwasser-Untersuchungsstation Kanzem37 Faltblatt „Anti-Littering“ – der neue Online-Abfallbaukasten40 Lärmkartierung und Startschuss zum ersten landesweiten Lärmaktionsplan43 Emissionskataster 2020 zeigt aktuelle Emissionen sowie landesweiten Rückgang der Luftschadstoffe45 BEVÖLKERUNG 48 Weiterentwicklung von Informations- und Warnplattformen für den akuten Hochwasserfall49 Neuer Youtube-Kanal52 Wasserversorgungsplan Rheinland-Pfalz 2022, Teil 1 Bestandsaufnahme53 ABBILDUNGSNACHWEIS 57 3 INTERVIEW MIT DEM LFU-PRÄSIDENTEN DR. FRANK WISSMANN Das Landesamt für Umwelt (LfU) als Obere Landes­behörde ist Ansprechpartner für zahlreiche Akteure. Welche Rolle spielt das LfU zwischen Umweltministerium, Behörden, Verbänden und der Öffentlichkeit? Unser Amt verfügt über eine hohe Fachexpertise. Ganz nach unserem Motto „Messen, bewerten, beraten“ bieten wir Antworten auf komplexe Um- weltfragen, auf die sich Kommunen und Behörden verlassen können. Wir stellen ihnen und der Öf- fentlichkeit unsere zahlreichen Umweltdaten aus Gewässern, Luft, Boden und über die Tier- und Pflanzenwelt zur Verfügung. Auch auf die Arbeitswelt haben wir einen genauen Blick. Seien es die Emissionen aus Industrieanla- gen oder der Arbeitsschutz in den Betrieben. Auf Grundlage dieser hochwertigen Daten können vor Ort die richtigen Entscheidungen im Sinne der Umwelt getroffen werden. Wir stehen zudem deutschlandweit und auch in- ternational mit vielen Umweltbehörden im engen Austausch, denn Umweltbelastungen machen nicht vor Landesgrenzen halt. Hinter den Kulissen: Wie arbeitet ein Landesamt für Umwelt? Wie ist es aufgebaut? Das Aufgabenspektrum ist vielfältig. Rund 275 Be- schäftige aus den verschiedensten Bereichen ar- beiten in sieben Abteilungen zu vier Kernthemen: Umwelt, Natur, Klima und Bevölkerung. Es gibt Probenehmer/innen, die zum Beispiel Stoffe in Gewässern untersuchen; Techniker/innen, die Messstationen warten; Chemiker/innen in den Laboren, die die Proben analysieren; Fachexper- ten/innen, die Ergebnisse bewerten und veröffent- lichen. Wir arbeiten an verschiedenen Standorten. So gibt es feste Messstationen an den größeren Ge- wässern, um die Gewässerqualität jederzeit im 4 Blick zu behalten. Zur Bewertung der Luftqualität betreuen wir ein landesweites Messnetz. Lärm- messstationen ermitteln die Lärmbelastung für die Bevölkerung. Auch im Bereich des Strahlen- schutzes und der Radonbelastung behalten wir die Lage im Blick. Wir betreiben die Landessam- melstelle für radioaktive Abfälle aus Medizin, In- dustrie und Forschung. Und in unseren eigenen zertifizierten Laboren in Mainz analysieren wir die Proben. Somit können wir immer eine hohe Qua- lität der Ergebnisse gewährleisten. Das LfU umreißt sein Aufgabenspektrum mit den Begriffen Umwelt, Natur, Klima und Bevölkerung. Wo sehen Sie die Schwerpunkte des LfU? Alles hängt mit allem zusammen, das hatte schon Alexander von Humboldt als Pionier in der Um- weltbeobachtung vor über 200 Jahren festgestellt. Wir schauen sehr genau auf die Zusammenhänge der verschiedenen Bereiche. Die Erhebung, Bereit- stellung und Bewertung von umfangreichen Da- ten aus der Umwelt ist eine Kernaufgabe des LfU. Beispiel gefährdete Arten: Durch den Klimawan- del verändert sich die Tier- und Pflanzenwelt. Dies beobachten wir sehr genau und veröffentlichen entsprechende Rote Listen für Rheinland-Pfalz. Auch treten vermehrt invasive Arten bei uns auf, die wiederum Einfluss auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt nehmen und diese verdrängen kön- nen – und sogar Menschen gefährlich werden können. Beispiel Grundwasser: Durch den Klimawan- del steht immer weniger Grundwasser zur Verfü- gung. Dies hat Einfluss auf die Umwelt und die Trink- wasserversorgung. Hier unterstützen wir bei der Erstellung des Wasserver- sorgungsplans und bera- ten Kommunen. Beispiel Gewässerüberwachung: In den letzten Jahren treten vermehrt in den Sommermonaten Blaulagen in Gewässern wie der Mosel oder auch in Badegewässern auf. Sie können gesundheits- schädlich sein. Der Klimawandel spielt hier eine wichtige Rolle. Das Vorkommen beobachten wir genau und erforschen zusammen mit weiteren Akteuren die Ursachen für das Phänomen. Beispiel Starkregen: Starkregenereignisse werden durch den Klimawandel weiter zunehmen. Mit entsprechenden Starkregenkarten, die in unserem Amt erstellt werden, kann sich die Bevölkerung auf solche Ereignisse vorbereiten. Haben sich die Schwerpunkte in den vergangenen Jahren verschoben? Gab es im Jahr 2022 besondere Herausforderungen? Wir werden weiterhin sehr genau beobachten, welche Auswirkungen der Klimwawandel auf die Umwelt hat. Hier hilft uns die Fernerkundung weiter, über die immer mehr und bessere Daten gewonnen werden. Die Flutkatastrophe an der Ahr hat uns 2022 weiter stark beschäftigt. Jährlichkeiten für Hochwasserereignisse wur- den anhand der neuen Daten errechnet, Hochwassergefah- renkarten angepasst. Auch die chemische und biologische Untersuchung der Ahr war ein Schwerpunkt. Die Lärmaktionsplanung ha- ben wir im Jahr 2022 begonnen und wir werden bis 2024 erstmals einen landesweiten Lärmakti- onsplan gemeinsam mit den Kommunen erstellen, um mehr Menschen vor Lärm zu schützen. Wo liegen die größten Herausforderungen für das LfU in der nahen und ferneren Zukunft? Der Klimawandel zeigt seine Folgen in vielen Be- reichen. Es gilt, diese Auswirkungen mit neuen Methoden zu überwachen und Maßnahmen zu erarbeiten, die Natur und Mensch schützen. Die Digitalisierung und der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird unsere Arbeit si- cherlich sehr verändern. Damit das gelingt, wird die Gewinnung von Fachkräften ein zentrales Pro- blem sein, für das es Lösungen und auch neue An- sätze geben muss. Wir müssen ein Arbeitsumfeld schaffen, damit das LfU als attraktiver Arbeitge- ber wahrgenommen wird. Das LfU stellt eine Vielzahl an Umweltdaten und Karten zur Verfügung. Wo können sich Interessierte darüber informieren? Mit dem 2022 gegründeten Kompetenzzentrum Staatli- che Vogelschutzwarte und Artenvielfalt in der Energie- wende (KSVAE) beraten wir Kommunen bei Fragen zum Artenschutz im Rahmen des Ausbaus von Windkraft und Solarenergie. Die Homepage des LfU un- ter www.lfu.rlp.de bildet ein guten Ausgangspunkt zu unserem umfangreichen Internetangebot mit einer Vielzahl von Fachseiten. Zu einzelnen Themen bietet wir zudem kurze Videobei- träge an unter www.youtube.com/@LfU-RLP 5

Messergebnisse zur Radioaktivität in: Forelle, frisch (03.12.2021)

Messdaten zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt, in Lebens- und Futtermitteln

Forellen Abel GmbH

Eine baurechtlich bereits bestehende Anlage ist mit der Kapazitätserweiterung zu einer genehmigungsbdürftigen Schlachtanlage für Fische geworden. Es sollen bis zu 28 Tonnen Lebendgewicht je Tag Fische geschlachtet werden. Die Kapazitätserweiterung konzentriert sich auf die saisonalen Spitzen (Ostern und Weihnachten) und wird über geänderte Betriebszeiten aufgefangen werden.

Plangenehmigungsverfahren über die Erweiterung einer Fischteichanlage auf der Flurnummer 397, Gemarkung Marienweiher, Markt Marktleugast

Herr Dominik Mösch plant die Erweiterung einer Fischteichanlage auf der Flurnummer 397, Gemarkung Marienweiher, Markt Marktleugast. Es sollen sieben Teiche zur Forellenzucht mit einer Gesamtgröße von 1362,50 m² sowie die für den Betreib erforderlichen Rohr- und Stromleitungen errichtet werden. Hierbei handelt es sich um einen Gewässerausbau, der gemäß §§ 67 Abs. 2 und 68 WHG einer wasserrechtlichen Planfeststellung/Plangenehmigung bedarf. Für dieses Vorhaben ist nach § 7 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) in Verbindung mit der Nr. 13.18.2 der Anlage 1 zum UVPG eine standortbezogene Vorprüfung des Einzelfalls durchzuführen, da es sich um einen naturnahen Ausbau handelt.

Renaturierung: Am „Dullborn“ fließt das Wasser wieder frei

Lüchow/Lüneburg. Etwa ein Jahrhundert lang prägte die Forellenzuchtanlage „Dullborn“ das Tal des Schnegaer Mühlenbachs im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Nach Aufgabe der privaten Fischzucht erwarb der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die über 50 Teiche. Das Ziel der Naturschützer: Am Dullborn sollten wieder auentypische Lebensräume und eine naturnahe Fließgewässerentwicklung ermöglicht werden. Nach zweijähriger Bauzeit ist das ambitionierte Vorhaben nun abgeschlossen. Im Rahmen einer Exkursion überzeugten sich die beteiligten Kooperationspartner am Mittwoch (14.09.) von den Ergebnissen der Renaturierung. Etwa ein Jahrhundert lang prägte die Forellenzuchtanlage „Dullborn“ das Tal des Schnegaer Mühlenbachs im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Nach Aufgabe der privaten Fischzucht erwarb der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die über 50 Teiche. Das Ziel der Naturschützer: Am Dullborn sollten wieder auentypische Lebensräume und eine naturnahe Fließgewässerentwicklung ermöglicht werden. Nach zweijähriger Bauzeit ist das ambitionierte Vorhaben nun abgeschlossen. Im Rahmen einer Exkursion überzeugten sich die beteiligten Kooperationspartner am Mittwoch (14.09.) von den Ergebnissen der Renaturierung. Sie war bei Weitem nicht die einzige, aber die größte gewerbliche Teichanlage am Schnegaer Mühlenbach und seinen Zuläufen: Die um das Jahr 1900 entstandene gewerbliche Anlage Riggert am „Dullborn“ bei Gledeberg mit ihren über 50 Einzelteichen. Rund 100 Jahre wurden hier vor allem Forellen gezüchtet. Doch mit der intensiven Fischzucht waren auch negative Auswirkungen auf den Schnegaer Mühlenbach und seine Tierwelt, wie etwa Kleinfische und Muscheln verbunden. „Die kleinen Stauwehre verhinderten über Jahrzehnte den Aufstieg von Fischen in die oberen Bachabschnitte“, erklärte Danny Wolff, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Lüneburg. Erwärmtes und mit Nährstoffen angereichertes Teichwasser verschlechterte im Mühlenbach die Lebensbedingungen für anspruchsvolle, sauerstoffliebende Arten kühler Oberläufe. Als die Fischzucht am Dullborn zunehmend unrentabel wurde, erwarb der Landesbetrieb 2014 das Gelände mit Naturschutzfördermitteln der EU. Er schuf damit die Voraussetzungen für die in diesem Jahr abgeschlossene naturnahe Umgestaltung der Teichanlage. „Die letzten Jahre mit ihrer zunehmenden Trockenheit insbesondere im Frühjahr und Frühsommer haben gezeigt, dass die Anstrengungen des Fließgewässerschutzes weiter intensiviert werden müssen“, betonte Danny Wolff am Rande der Exkursion über die Projektfläche. Geringere Abflüsse und niedrigere Wasserstände führen potenziell zu einer weiteren Verschlechterung der Gewässerqualität. „Als neuer Eigentümer dieser Naturschutzfläche war es uns ein wichtiges Anliegen, mit dem Dullborn-Projekt unserer Vorbildfunktion für die Pflege und Entwicklung des Natura 2000- und Naturschutzgebietes „Schnegaer Mühlenbachtal“ gerecht zu werden“, so Wolff. In einem mehrjährigen Prozess mit dem Landkreis Lüchow-Dannenberg als Genehmigungsbehörde, dem Unterhaltungsverband, der Gemeinde Schnega, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, der ehemaligen Eigentümerin, der Bewilligungsstelle für Fördermittel und anderen Akteuren wurden die erforderlichen Umgestaltungsmaßnahmen intensiv und einvernehmlich abgestimmt. Für diese „sehr gute Kooperation“ bedankte sich Wolff beim Gang über die Fläche bei allen Beteiligten. Zwei Jahre, mehrere Bauschritte Zwei Jahre, mehrere Bauschritte In mehreren Baufenstern wurden hier seit 2020 umfangreiche Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt. So wurden in allen Teichkomplexen die zahlreichen naturfernen Elemente wie Gebäude, Uferverbauungen, Betonsohlen, Teich-Mönche, Masten und Leitungen entfernt und Teichdämme in großen Teilen beseitigt. Das bisher für die Teiche genutzte aufgestaute Quell- und Grundwasser wird nun in kleinen, neu gestalteten Quellbächen direkt dem Mühlenbach zugeleitet, um eine Erwärmung zu vermeiden. Bestehende Abfluss- und Wanderhindernisse im Mühlenbach wurden beseitigt und die Querung des benachbarten Gemeindeweges durch den Einbau eines neuen Rahmendurchlasses optimiert. Der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände Lüchow-Dannenberg übernahm den Einbau von Kies und Steinen im Schnegaer Mühlenbach, um ein naturnäheres Längs- und Querprofil auf einer Strecke von insgesamt rund 500 Metern herzustellen. „Damit leisten wir nicht nur einen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz, sondern setzen auch aktiv die EU-Wasserrahmenrichtlinie um. Diese hat die Erhaltung und Entwicklung eines ökologisch guten Zustandes der Gewässer zum Ziel,“ betonte Frank Socha, der die Arbeiten des Kreisverbandes koordinierte. Erschwerte Bedingungen Erschwerte Bedingungen In der Bachaue wurden Teiche teilweise in eine naturnahe Überflutungsmulde umgestaltet. Auch die Fremdbestockung mit Fichten auf grundwassernahen Standorten wurde entnommen. „Schwierige Standortverhältnisse mit teilweise hohen Grundwasserständen stellten eine besondere Herausforderung für die Maßnahmendurchführung dar,“ berichtete Philipp Stoedter, der als Projektingenieur beim NLWKN die Baumaßnahmen betreute. Erschwert wurden die Baumaßnahmen auch durch die unvollständige Dokumentation der über Jahrzehnte erfolgten baulichen Veränderungen der Teichanlage. Stoedter lobte deshalb die Flexibilität der ausführenden Firmen und des Unterhaltungsverbandes. Stefan Beilke, zuständiger Schutzgebietsbetreuer des NLWKN in der Kooperativen Naturschutzstation Wendland-Drawehn, bewertet als Biologe den Abschluss des Projektes schon jetzt als guten Erfolg: „Eine aktuelle, vom NLWKN beauftragte Fledermauserfassung belegt mit einer hohen Anzahl von zwölf Arten und teilweise hohen Individuenzahlen die herausragende Bedeutung des Dullborn-Areals für den Schutz dieser besonders gefährdeten Artengruppe.“ Die hohe Strukturvielfalt im Gebiet mit einem kleinräumigen Mosaik aus naturnahen Wäldern, Grünland, Fließ- und Stillgewässern stelle die Grundlage für den hohen Artenreichtum dar. Beilke rechnet durch die Kieseinbringung und die neuen Quellbäche mit einer baldigen Zunahme der Population von anspruchsvollen Bachbewohnern, wie etwa Bachforelle, Bachneunauge, Feuersalamander oder Quelljungfern (Libellen): „Um die Strukturvielfalt zu erhalten, werden Teilbereiche des Dullborn-Areals zukünftig zur extensiven Grünlandnutzung verpachtet. Andere Teilbereiche bedürfen gegebenenfalls in mehrjährigen Abständen einer gezielten Pflege, während die landeseigenen Auwälder des NLWKN der natürlichen Waldentwicklung überlassen bleiben.“ Zusammen mit Begleituntersuchungen hat der NLWKN in das Projekt knapp 410.000,-Euro aus Landesmitteln der Fließgewässerentwicklung und des Naturschutzes investiert. „Bei aller Freude über den Abschluss des Projektes soll die Bedeutung der ehemaligen Teichwirtschaft für die örtliche Bevölkerung und für mehrere Generationen eines Familienbetriebes nicht in Vergessenheit geraten,“ betonte Wolff zum Abschluss der Exkursion und enthüllte zusammen mit der ehemaligen Eigentümerin einen Gedenkstein mit der Aufschrift „Naturnahe Umgestaltung der Teichanlage Riggert 2020 – 2022“.

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