Das Lenné-Symposium 2025 flankierte den 51. Jahrgang des Peter-Joseph-Lenné-Preises des Landes Berlin und setzte das übergeordnete Thema der urbanen Klimaanpassung mit besonderem Fokus auf die Rolle von Stadtgrün als wirksames Mittel gegen die zunehmende Hitze in Städten fort. Referentinnen und Referenten diskutierten den aktuellen Stand des Hitzeschutzes in Berlin im öffentlichen Raum und beleuchteten, welchen Beitrag die Freiraumplanung zu einer hitzeangepassten Stadt leisten kann. In Workshops standen Themen wie Klima-Governance, planerische Gestaltungswerkzeuge und der Einsatz digitaler Tools im Mittelpunkt, um sich der Umsetzung anzunähern und praxisnahe Lösungen vorzustellen. Termin : 8. Oktober 2025 von 14:00 bis 18:00 Uhr Ort : Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Für die effizientere Umsetzung von Schwammstadtprojekten haben die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, die Grün Berlin GmbH, die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH und die Berliner Wasserbetriebe die Blau-grüne Allianz gebildet. Die Kooperation mit den drei landeseigenen Unternehmen für nachhaltige Stadtentwicklung, Landesimmobilien sowie Wasser und Abwasser soll von der Planung über die Finanzierung bis zum Bau und Betrieb klimastabile Projekte umsetzen, die auch für die Bezirke und weitere Akteure beispielhaft sein können. Die von der Berliner Senatsumweltverwaltung angeregte Kooperation wurde heute in der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt formell ins Leben gerufen, nachdem in vorbereitenden Workshops Ziele, Verantwortlichkeiten und erste gemeinsame Projekte verhandelt worden sind. Während Berlin bereits seit 2018 für Neubauten mit der Vorgabe der Regenwasserbewirtschaftung auf jedem Grundstück selbst bundesweit Maßstäbe setzt, soll nun auch der schwammstadtgerechte Umbau des Berliner Bestands forciert werden – beispielgebend auf landeseigenen Arealen und grundstücksübergreifend. Dafür haben sich die in Berlin für Entwicklung, Bau und Betrieb urbaner Freiräume und Infrastrukturen zuständige Grün Berlin GmbH, die für mehr als 5.000 landeseigene Immobilien verantwortliche BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH und die Berliner Wasserbetriebe als Bewirtschafter des Berliner Wasserkreislaufes zusammengeschlossen. Blaue (für Wasser) und grüne (für bewachsene Flächen) Infrastruktur ermöglicht Wasserspeicherung und Grundwasserneubildung, stärkt die Artenvielfalt, mildert die Folgen von Klimaextremen und macht insbesondere Städte lebenswerter. Sie steht im Gegensatz zur rein technisch bestimmten grauen Infrastruktur. Dabei schützen blau-grüne Infrastrukturen nicht nur Mensch und Natur, sondern sind auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zwingend erforderlich. Einerseits geht es um die Minimierung der enormen Kosten, die durch den Klimawandel entstehen. Im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung gilt es zudem, die Ressource Regenwasser effizient zu nutzen. Erste gemeinsame Vorhaben sollen etwa die Neugestaltung des Platzes der Luftbrücke, das Rathaus- und Marx-Engels-Forum mit dem Roten Rathaus, das Kulturforum mit der Philharmonie und der Park am Gleisdreieck mit dem Technikmuseum sein, bei denen schwammstadtgerechte und grundstücksübergreifende Elemente eine wesentliche Rolle einnehmen werden. „Klimaanpassungsmaßnahmen sind Daseinsvorsorge“, erklärt Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt . „Eine Vorbildrolle des öffentlichen Sektors ist hier essenziell. Die beteiligten Partner in der blau-grünen Allianz legen dafür das Fundament.“ „Unsere DNA ist grün-blau. Für uns ist die Klimaresilienz integraler Teil bei der Planung und Realisierung öffentlicher Freiräume in der wachsenden Stadt“, ergänzt Grün Berlin-Geschäftsführer Christoph Schmidt .„Gemeinsam werden wir schneller und effizienter ins Bauen kommen – für mehr Lebensqualität, soziale Integration, ökologische Vielfalt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.“ „Die nachhaltige bauliche Entwicklung und Bewirtschaftung der Berliner Landesimmobilien liegt im Fokus unserer Arbeit, bei der wir unter anderem die Entsiegelung von Flächen, die Speicherung von Regenwasser und die Begrünung von Gebäuden fördern“, sagt BIM-Geschäftsführer Dr. Matthias Hardinghaus , der auf erfolgreich gestartete Pilotprojekte wie in Wilmersdorf verweist, wo das Regenwasser des Gebäudes in der Württembergischen Straße 6 für die Bewässerung des benachbarten Preußenparks genutzt werden soll. „Jeder Tropfen des Regenwassers, der nicht über die Kanalisation und dann über unsere Flüsse abfließt, ist mehrfach nützlich“, sagt Wasserbetriebe-Vorstand Frank Bruckmann . „Denn er nutzt unserem Stadtgrün, dem Grundwasser und vermeidet an anderen Stellen Investitionen in Infrastruktur.“ Zudem, so Bruckmann, sei es vielversprechend, dass die Partner einen gemeinsamen Anteil zum Schwammstadt-Umbau beitragen können. Die landeseigenen Unternehmen Grün Berlin, BIM Berliner Immobilienmanagement und Berliner Wasserbetriebe verfolgen im Hinblick auf die Klimaanpassung sich ergänzende Ziele. Mit dem Zusammenschluss zur Blau-grünen Allianz schaffen die drei landeseigenen Unternehmen im Schulterschluss mit der Verwaltung neben der noch effizienteren und effektiveren Umsetzung von Schwammstadt-Projekten auch die Voraussetzung für die Erhöhung der Anzahl von blau-grünen Infrastrukturprojekten insgesamt. Grün Berlin ist als landeseigenes Unternehmen zuverlässiger Partner der Verwaltung und der Bezirke für eine wirtschaftlich zukunftsgerichtete, soziale und klimaangepasste Stadtentwicklung. Grün Berlin entwickelt, baut und betreibt sichere und nachhaltige Infrastrukturen, urbane Freiräume, öffentliche Bauten und innovative Mobilitäts- und Verkehrslösungen. Mehr Informationen auf gruen-berlin.de . Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH ist Berlins Immobiliendienstleisterin und für die Bewertung, Sanierung, Bewirtschaftung und Optimierung von über 5.000 landeseigenen Immobilien zuständig. Durch Entsiegelung, Dachbegrünung oder Wasserspeicherung setzt die BIM bei ihren Sanierungen konsequent Maßnahmen im Sinne der Schwammstadt um. Die Berliner Wasserbetriebe und ihre 4.751 Beschäftigten versorgen 3,8 Mio. Menschen mit bestem Trinkwasser und reinigen das Abwasser von 4,7 Mio. Einwohnern der Metropolenregion. Auch fast 18.800 Kilometer lange Rohr- und Kanalnetze beschreiben Deutschlands größtes integriertes Wasserver- und Entsorgungsunternehmen. Mit innovativen Technologien schützen die Wasserbetriebe den Wasserkreislauf und versorgen Berlin aus eigenen Grundwasserressourcen. Investitionen i. H. v. mehr als 400 Mio. €/a sichern diese Leistung. Kontakt Grün Berlin Grün Berlin GmbH Pressestelle Tel.: 030 700 906 186 E-Mail: pressestelle@gruen-berlin.de Kontakt BIM BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH Pressestelle Tel.: 030 – 90166 1113 E-Mail: presse@bim-berlin.de Kontakt Berliner Wasserbetriebe Pressestelle Tel.: 030 – 8644 6864 E-Mail: presse@bwb.de
Abteilung Naturschutz und Stadtgrün Am Köllnischen Park 3 10179 Berlin Referatsleitung “Freiraumplanung und Stadtgrün” Anke Wünnecke E-Mail Gruppenleitung “Freiraumplanung, gesamtstädtische Konzepte” Verena Schönhart E-Mail Gruppenleitung “Stadtgrün, gesamtstädtische Steuerung” Ulrike Peters E-Mail Gruppenleitung “Freiraumgestaltung, Landschaftsbau” Kristina Stecker-Albrecht E-Mail Gruppenleitung “Friedhofs- und Gräberwesen” Petra Conrad E-Mail Redaktion Plattform Berlin gärtnert! Toni Karge E-Mail Im Internetauftritt Stadtgrün verwendete Fotos : Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Bezirkliche Straßen- und Grünflächenämter Waltraud Schönholz Michael Kirsten Holger Koppatsch Jana Tietze Prof. Dr. habil. Hartmut Balder Beuth Hochschule für Technik Berlin Nähere Informationen erhalten Sie auf Wunsch bei den unter “Kontakt” der jeweiligen Einzelpublikation genannten Ansprechpersonen.
Im Rahmen von Straßenbauprojekten wird ein qualifizierter Grünanteil hergestellt. Themenschwerpunkte für den Freiraum bilden hierbei die fachgerechte Planung und Ausführung von Baum- und Staudenpflanzungen auch als Teil der Klimaanpassung im stark versiegelten Straßenbereich. Ziel der Projekte ist es, den funktionalen Raum “Straße und Gehweg” in einen Ort mit gestalterischem Anspruch und hohem funktionalen Wert zu überführen. Bei Straßenneubauten ergibt sich, je nach Umfang des Eingriffs ein Ausgleichserfordernis. Die Kompensationsmaßnahmen werden meist im direkten Umfeld des Eingriffs umgesetzt und können sehr vielfältig sein. Es handelt sich beispielsweise um Entsiegelung, Baumpflanzungen, Wiesenansaaten und Erstellen neuer Habitate für Reptilien, Kleinsäuger, Vögel und Insekten.
Web Feature Service (WFS) zum Thema Freiraumprojekte in der Innenstadt von Hamburg. Zur genaueren Beschreibung der Daten und Datenverantwortung nutzen Sie bitte den Verweis zur Datensatzbeschreibung.
Von 1990 bis 1999 Von 2000 bis 2009 Von 2010 bis 2019 Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 konnten beide Stadthälften Berlins wieder zusammengeführt und zum 01.01.1991 konnte eine gemeinsame Verwaltung für die Stadt geschaffen werden. Erhard Mahler leitete bis 1999 die Abteilung Landschaftsentwicklung und Freiraumplanung. Schon kurz nach der Wiedervereinigung wurde beschlossen, das Landschafts- und Artenschutzprogramm für das gesamte Stadtgebiet aufzustellen. Nach Senatsbeschluss und Zustimmung des Abgeordnetenhauses wurde es am 13. Juni 1994 wirksam. Nach über 50 Jahren gab es nun wieder eine freiraumpolitische Leitplanung für die Gesamtstadt. Das Landschaftsprogramm umfasst die Teilpläne “Naturhaushalt/Umweltschutz” , “Biotop- und Artenschutz” , “Landschaftsbild” sowie “Erholung und Freiraumnutzung” . Das Landschaftsprogramm stellt um die dichtbebaute Innenstadt einen “Inneren Parkring” dar (siehe Abbildung rechts), der im wesentlichen aus schon vorhandenen Volksparks, Kleingärten und Friedhöfen besteht. Diese Anlagen wurden bzw. werden durch neue Parkanlagen ergänzt wie den Mauerpark (Nr. 1 in der nebenstehenden Abbildung), den Stadtpark Eldenaer Straße (Nr. 2), das Schöneberger Südgelände (Nr. 5), das Gleisdreieck (Nr. 6) und den Park am Nordbahnhof (Nr. 7). Am Rande der bebauten Stadt sieht das Landschaftsprogramm einen zweiten Parkring vor. Auch hier wurden vorhandene Parks durch neue Anlagen ergänzt wie den Landschaftspark Rudow-Altglienicke (Nr. 13), den Volkspark Johannisthal (Nr. 14) sowie das neue Naherholungsgebiet (Naturpark Barnim) auf der Hochfläche des Barnim (Nr. 17) im Norden und Nordosten Berlins mit über 3.200 ha. Durch Grünverbindungen entlang der Flüsse, Kanäle und entlang von Bahnlinien werden die Parks und Grünanlagen miteinander vernetzt und die Innenstadt mit dem Umland verbunden. Ab 1990 wurde das Gelände der Berliner Gartenschau in Marzahn zu einem Erholungspark umgebaut. Ab 1997 konnte hier der mit 2,7 ha größte chinesische Garten in Europa eingerichtet und im Oktober 2000 der Bevölkerung übergeben werden. Seitdem wurden weitere spezielle Gärten in den Park integiert, der heute besser unter seinem neuen Namen bekannt ist: “Gärten der Welt”. Im Ergebnis dieses Projektes sollen typische Gärten aus aller Welt vorgestellt werden, die unsere heutige Gartenwelt nachhaltig geprägt haben. Mit dem Christlichen Garten wurde am 29. April 2011 der bislang jüngste dieser Gärten der Öffentlichkeit übergeben. Die Weiterentwicklung der Berliner Innenstadt soll künftig wieder durch die Traditionen der “europäischen Stadt” bestimmt sein. Das Konzept “Planwerk Innenstadt” versucht, die Identitäten des historischen Zentrums in Berlin (Ost) und der City-West baulich, gestalterisch und räumlich weiterzuentwickeln. Die Innenstadt soll verdichtet werden, 40% Baufläche soll dem Wohnen, 60% der Büronutzung zugeordnet werden. Das Freiraumkonzept unterscheidet eindeutig zwischen öffentlichen und privaten Freiräumen. Öffentliche Freiräume (Stadtplätze, Stadtgärten, Pocketparks, Stadtparks, Straßenräume mit Baumreihen und Vorgärten) sollen einen hohen Gebrauchswert aufweisen. Grundeinheit des privaten Freiraums ist der “Berliner Hof” in unterschiedlichsten Ausgestaltungen. Den Kategorien öffentlicher bzw. privater Freiraum sollen die in der Nachkriegszeit entstandenen Freiräume (offenes Siedlungsgrün, umfangreiches Verkehrsbegleitgrün, spontan begrünte Bereiche) zugeordnet werden. Mit dem Neubau des Regierungsviertels entstanden bedeutende Freiraumprojekte, insbesondere der Platz der Republik, der Spreebogenpark, die Nord- und Südallee, der Ebertplatz sowie der Spreeuferpark auf dem Moabiter Werder. Die Schneise durch den Großen Tiergarten, die mit der Entlastungsstraße 1961 geschlagen wurde, konnte nach 40 Jahren wieder geschlossen werden. Daran schließen sich südlich der “Kemperplatz” und der Park auf dem ehemaligen Potsdamer Personenbahnhof, das “Prachtgleis” sowie der neue Leipziger Platz an. Am 1. Februar 1999 wurde die Abteilung Landschaftsentwicklung und Freiraumplanung mit der Abteilung Landesplanung und Stadtentwicklung zur Abteilung Stadt- und Freiraumplanung bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zusammengelegt. Ihre Aufgaben werden in zwei Referaten, im Referat “Landschaftsplanung, Naturschutz und Forstwesen” sowie im Referat “Freiraumplanung und Stadtgrün” weiter wahrgenommen. Mit der Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes (StEK) 2020 im Jahre 2000 erfolgte ein Paradigmenwechsel hin zu einer neuen Prioritätensetzung in der Stadt- und Freiraumplanung. Kennzeichnend sind neben der zunehmenden Bedeutung des Klimawandels der Rückgang der Bautätigkeit im Vergleich zu den 1990er Jahren sowie die stetige Reduzierung der für die Entwicklung und Pflege der öffentlichen Grünanlagen in Berlin zur Verfügung stehenden Mittel. Die Schwerpunkte künftiger Überlegungen und Strategien liegen daher vermehrt in der Substanzerhaltung und Bestandspflege sowie der Vernetzung der Grünanlagen und weniger im Bau neuer Parks. Zu Beginn der 2000er Jahre entstanden auf Grundlage des Landschaftsprogramms und der Gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption neue Parks und Grünanlagen überwiegend als Kompensation für bauliche Eingriffe in Natur und Landschaft. Dazu zählen unter anderem die neuen innerstädtischen Grünanlagen im Regierungsviertel, der Mauerpark, der Park auf dem Gelände des Nordbahnhofs und der Landschaftspark Rudow-Altglienicke. Mit dem Park auf dem ehemaligen Nordbahnhof, welcher nach der Teilung Berlins unzugänglich war und folglich seine Bedeutung verlor, wurde eine als Ausgleichsmaßnahme konzipierte Parkanlage mit denkmalgeschützten Mauerresten und Gleisanlagen neu gebaut. Der etwa 64 ha große Landschaftspark Rudow-Altglienicke entstand als Kompensationsmaßnahme für die Verlängerung der Autobahn nach Schönefeld und verknüpft heute die ehemals durch die Mauer getrennten Stadtteile Rudow und Treptow. Der Autobahnabschnitt wurde in eine abgesenkte Troglage gebaut, und es entstand eine vom Straßenverkehr abgeschirmte Wiesen- und Parklandschaft. Als Ausgleichsfläche für die Baumaßnahmen auf dem Potsdamer Platz wurde seit 2008 auf dem ehemaligen Potsdamer und Anhalter Güterbahnhof der Park auf dem Gleisdreieck entwickelt. Trotz der zeitweiligen Nutzung von Teilen des Geländes als baulogistische Flächen für die Bebauung des Potsdamer Platzes sind Reste der ehemaligen Bahnnutzung sowie der ruderalen Vegetation erhalten und wurden in die Gestaltung integriert. Der Park auf dem Gleisdreieck wurde unter intensiver Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern als Teil der übergeordneten Nord- Süd- Grünverbindung realisiert. Der Tilla- Derieux- Park stellt das Verbindungsglied zwischen dem Park auf dem Gleisdreieck und dem Tiergarten dar. Der modern gestaltete Park mit einer 450 m langen und teilweise bis zu vier Meter hohen Rasenskulptur wurde 2003 eröffnet. Auf Grundlage der Ausgleichskonzeption wurden zusätzlich auch etliche ufernahe Grünzüge verwirklicht bzw. vervollständigt. Dazu zählt unter anderem der Pankegrünzug als Kompensationsmaßnahme für den Bau des Bundesnachrichtendienstes auf dem benachbarten Grundstück. Der Panke, als Bestandteil der Nord-Süd-Grünachse Berlins, kommt eine wichtige Aufgabe in der Vernetzung und Entwicklung flussbegleitender Freiräume zu. Teile des Pankegrünzuges im nördlichen Bereich, welche im Jahre 2005 fertig gestellt wurden, ermöglichen den fast vollständigen Zugang zum Wasser und stellen ein wichtiges Freiraumpotential dar. Die Realisierung des Grünzugs Südpanke erfolgte nach der Ausschreibung eines landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerbes 2007. Auch die Renaturierung der Wuhle von 2006 bis 2008 stellt einen wichtigen Baustein zur Erschließung der Uferbereiche dar und trägt gleichzeitig zur Sicherung der Artenvielfalt und zur Stärkung des Biotopverbundes bei. Nach der Fertigstellung des Mauerparks wird dieser nun auf 10 ha in westliche Richtung erweitert. Dazu begann in der ersten Dekade der 2000er Jahre in intensiver Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern die Entwicklung eines tragfähigen Konzeptes zur weiteren Gestaltung der Erweiterungsfläche. Die Vernetzung der Berliner Parkanlagen und Naherholungsgebiete stellt weiterhin einen wichtigen Handlungsschwerpunkt dar. Unter dem Slogan “20 grüne Hauptwege®” werden Strategien zur Vernetzung der grünen Wege entwickelt. Das Wegenetz von rund 600 km Länge führt sowohl durch Berliner Parkanlagen als auch durch verschiedene Nutzungs- und Lebensräume der Stadt. Der etwa 160 km lange Berliner Mauerweg führt entlang des Verlaufs der ehemaligen Berliner Mauer. Daneben gewinnen als Folge sinkender Bautätigkeiten und damit wachsender Anzahl von Brachflächen auch temporäre grüne Zwischennutzungen immer mehr an Bedeutung. Bürgerinnen und Bürger entwickeln neue Nutzungskonzepte und engagieren sich ehrenamtlich für das Grün in der Stadt. Interkulturelle Gärten, der erste entstand 2003 in Köpenick, leisten darüber hinaus einen Beitrag zur Integration. Aufgrund der Aufgabe von Bahnanlagen im Bereich der Heidestraße oder der Schließung der innerstädtischen Flughafengelände Tempelhof und Tegel entstehen in der Berliner Innenstadt einzigartige Freiflächen mit einem wichtigen Beitrag zur Freiraumversorgung der Berliner Bevölkerung. Das Tempelhofer Feld stellt noch vor dem Tiergarten die größte zentrale Freifläche mit gesamtstädtischer Bedeutung dar. 2008 wurde der Flugbetrieb auf dem Flughafen Tempelhof eingestellt und damit die städtebauliche Entwicklung des Feldes ermöglicht. Unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürgern sowie zahlreicher weiterer Akteure erfolgt die Entwicklung der Tempelhofer Parklandschaft. Der Anfang der 1990er Jahre begonnene Neubau des Parlaments- und Regierungsviertels wurde 2007 abgeschlossen. Wichtige Freiraumprojekte an der Spree wie der Spreebogenpark und der Park auf dem Moabiter Werder wurden damit realisiert. In den letzen Jahrzehnten gewannen die Uferbereiche der Spree, des Landwehrkanals und des Teltowkanals als innerstädtische Erholungsräume an Bedeutung. Neben dem Regierungsviertel entstehen auch in Friedrichshain-Kreuzberg zunehmend Parks, Grünzüge und grüne Fenster im östlichen Spreeraum. So wurde der Uferbereich der Spree fast durchgängig von Spandau bis Köpenick für Fußgänger und Radfahrer erschlossen. Ein wichtiges Beispiel der Erschließung der Uderbereiche ist die Entwicklung von Uferwegen auf der Halbinsel Alt-Stralau und an der Rummelsburger Bucht. An den innerstädtischen Promenaden befinden sich Strandbars und zahlreiche sehenswerte Orte, die zum verweilen und entdecken einladen. In diesem Rahmen wurde auf dem ehemaligen Mauerstreifen zwischen Mühlenstraße und Spree bis 2009 auch ein neuer 3,7 Hektar großer Park an der East-Side-Gallery entwickelt. In diesem Zeitraum wurden viele der in den Jahren zuvor begonnen Projekte zum Bau neuer großer Parkanlagen bzw. zur Neugestaltung von Parkanlagen vollendet. Dazu zählt an erster Stelle das Tempelhofer Feld . Diese größte zentrale Freifläche Berlins mit hoher gesamtstädtischer Bedeutung wurde nach der Schließung des Flughafens im Jahr 2008 im Mai 2010 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem ist die große weite Fläche des ehemaligen Flugfeldes ein beliebter Anziehungspunkt für Berlinerinnen und Berliner sowie für Touristen für die vielfältigsten Aktivitäten. Aber auch für zahlreiche – teils sehr seltene und geschützte – Tier- und Pflanzenarten ist das Tempelhofer Feld eine wichtige innerstädtische Fläche, so z.B. für die Feldlerche. Die Aufgaben der Projektentwicklung, des Projektmanagements und des Grundstücksmanagements für die gesamte Freifläche werden von der landeseigenen Grün Berlin GmbH wahrgenommen. Mit dem Park am Gleisdreieck wurde mit der Eröffnung des zweiten Bauabschnitts – dem Westpark – im Mai 2013 eine weitere große neue innerstädtische Parkanlage fertiggestellt. Auf dem Areal des ehemaligen Potsdamer und Anhalter Güterbahnhofs wurde ein Park mit weitläufigen Wiesenlandschaften in Kombination mit der natürlich gewachsenen Vegetation sowie Relikten historischer Bahnanlagen entwickelt, der neben zahlreichen Angeboten für eine aktive Nutzung auch Räume für Ruhe, Entspannung und Naturgenuss bietet. Der Park am Gleisdreieck ist ein wichtiger Bestandteil einer übergeordneten Grünverbindung vom Großen Tiergarten, über den Henriette-Hertz-Park und den Tilla-Durieux-Park im Norden und dem im Süden angrenzenden Flaschenhalspark bis hin zum Schöneberger Südgelände. Auch bei diesen beiden zuvor genannten neuen Parkanlagen haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aktiv im Planungsprozess beteiligt und ihre Meinungen, Kritiken, Ideen und Vorschläge eingebracht. Dies ist generell eine Entwicklung der letzten Jahre: die Ein- und Anwohner*innen Berlins wollen sich verstärkt in die Gestaltung der ihnen wichtigen grünen Räume dieser Stadt einbringen. Parallel dazu haben sich auch die Nutzungsgewohnheiten für die öffentlichen Grünflächen Berlins in den letzten 10 Jahren enorm geändert. Die Menschen verbringen zunehmend einen großen Teil ihrer Freizeit in öffentlichen Räumen der Stadt, vor allen auch in Grünflächen. Der entspannte Aufenthalt in Grünanlagen mit Freunden oder der Familie, das Ausüben vielfältigster sportlicher Aktivitäten, die (teils aktive) Mittagspause im Park oder auch die Bewegung mit den Rad in der Stadt (auf dafür ausgewiesenen(!) Wegen in Grünanlagen), alles dies sind Beispiele für eine neue Lebensqualität und ein neues Lebensgefühl in der Stadt. Auch Stichworte wie Urban Gardening und Interkulturelle Gärten sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Diese neuen und verstärkten Nutzungen der öffentlichen Grünflächen stellen Berlin als Eigentümer des öffentlichen Grüns aber auch vor neue Herausforderungen hinsichtlich Gestaltung und Pflege des kommunalen Stadtgrüns. Aber nicht nur die Entwicklung neuer Grünanlagen und Parks in Berlin ist kennzeichnend für die jüngste Geschichte des Berliner Stadtgrüns, sondern auch die nachhaltige Pflege und Entwicklung des Berliner Baumbestands. Bäume spielen als ein wichtiger Teil des Stadtgrüns in den Zeiten des Klimawandels eine große Rolle für unser aller Gesundheit und Wohlergehen. So beteiligt sich Berlin an dem bundesweiten Straßenbaumtest der GALK (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz) mit dem Ziel, die Straßenbaumliste um weitere geeignete Straßenbaumarten zu erweitern und um damit über die schrittweise Entwicklung des Baumbestandes mit anderen Baumarten auch den künftigen Herausforderungen besser gewachsenen zu sein. Ein weiteres wichtiges Projekt zur Erhaltung und zum Ausbau des Berliner Straßenbaumbestandes ist die seit 2012 laufende Kampagne “Stadtbäume für Berlin” – die sog. Stadtbaumkampagne . Mit weit über 400.000 Straßenbäumen verfügt Berlin über den größten Bestand an Straßenbäumen in Deutschland. Ein wichtiges Projekt der vergangenen 10 Jahre war auch die Einführung eines neuen Grünflächeninformationssystems . Die für die Pflege und Unterhaltung der öffentlichen Grünflächen und der Straßen- und Anlagenbäume zuständigen bezirklichen Straßen- und Grünflächenämter sowie die für das Berliner Stadtgrün zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz haben damit in enger gemeinsamer Abstimmung die digitale Infrastruktur für eine effektive Bestandsverwaltung und die elektronische Unterstützung zahlreiche Prozesse der Grünflächenverwaltung entschieden weiterentwickelt. Mit Sicherheit das wichtigste Projekt des Berliner Stadtgrüns in der zweiten Dekade war jedoch die Ausrichtung der Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Jahr 2017 – der IGA Berlin 2017 . Nachdem die IGA zunächst auf dem ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof ausgerichtet werden sollte, beschloss der Berliner Senat im Dezember 2012, die Verlagerung der IGA Berlin 2017 vom Tempelhofer Feld nach Marzahn-Hellersdorf. Die erste Internationale Gartenausstellung Berlins wurde dann mit dem Herzstück “Gärten der Welt” am 13. April 2017 eröffnet und sie schloss am 15. Oktober 2017 wieder ihre Tore. Insgesamt besuchten rund 1,6 Millionen Gäste aus Nah und Fern das größte Gartenfestival Deutschlands im Jahr 2017 – darunter rund 250.000 Kinder und Jugendliche. Im Zusammenhang mit der IGA wurden die Gärten der Welt um rund 13 ha auf nunmehr 43 ha erweitert. Ebenfalls im Zuge der IGA erfolgte eine Weiterentwicklung der an die Gärten der Welt angrenzenden Areale mit dem Kienberg und dem Wuhletal. Der zum naturnahen Park ausgebaute Kienbergpark, das Wuhletal mit dem Arche-Beweidungs-Projekt für gefährdete alte Haustierrassen, das Umweltbildungszentrum und der Jelena-Šantić-Friedenspark mit dem Märkischen Garten bilden nun eine große, aus naturnahen und intensiv gestalteten Bereichen bestehende Einheit. Genannt werden muss in diesem Zusammenhang auch der seit Beginn der 2000er Jahre weiter andauernde naturnahe Ausbau des Wuhletals mit seinem langgezogenen Wuhlewanderweg (Wuhletalweg) von Ahrensfelde im Norden bis zur Spreemündung in Köpenick im Süden. Zwei weitere wichtige Projekte der 2010er Jahre sind die Entwicklung des Botanischen Volksparks in Blankenfelde und des Spreeparks (manchem vielleicht besser bekannt unter der Bezeichnung “Kulturpark Plänterwald”). Der von der Grün Berlin GmbH bewirtschaftete Botanische Volkspark Blankenfelde im Norden Berlins war einst der größte Schulgarten Berlins. Das Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene rund 34 ha große Gelände war in seiner strengen geometrischen Struktur zunehmend in großen Teilen von der Natur überwachsen. Seit 2011 wurden die alten Strukturen und Wegeführungen des Parks schrittweise wiederhergestellt. Der Volkspark bildet ein Tor zur offenen Landschaft des Naturparks Barnim und wird im Zuge der geplanten neuen Wohnquartiere im Norden Berlins eine wichtige Funktion als naheliegender Volkspark erfüllen. War der Spreepark zu DDR-Zeiten ein beliebter Vergnügungspark (übrigens der einzige in der damaligen DDR), so verfiel das Gelände nach der Insolvenz des letzten Betreibers und der Schließung im Jahr 2002 zusehends und wurde Stück für Stück von der Natur zurückerobert. Seit 2016 entwickelte die landeseigene Grün Berlin GmbH zusammen mit der interessierten Öffentlichkeit für diesen “lost place” ein Nutzungs- und Betriebskonzept. Der neue Spreepark soll im Sinne eines Dreiklangs aus Kunst, Kultur und Natur entwickelt werden. Die im Ergebnis des Beteiligungsprozesses entstandene Rahmenplanung wurde Mitte 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt. Letzlich ist für den mit dieser Seite betrachteten Zeitraum 2010 bis 2019 noch die im Jahr 2018 begonnene Erarbeitung einer Charta für das Berliner Stadtgrün zu nennen. Zu Beginn der 2000er Jahre standen in Berlin aufgrund der schwierigen Haushaltslage des Landes über mehrere Jahre hinweg nicht die für eine fachgerechte und nachhaltige Pflege und Unterhaltung des Stadtgrüns benötigten finanziellen und personellen Ressourcen zur Verfügung. Daher gilt es numehr, dieser Entwicklung der letzten Jahre entgegenzusteuern und vor dem Hintergrund der in den vergangenen Jahren stark wachsenden Stadt und der sich aus dem Klimawandel ergebenden Herausforderungen im Sinne einer umweltgerechten, nachhaltigen und lebenswerten Stadtentwicklung auch für die Zukunft die Erhaltung und Entwicklung der grünen Räume sicherzustellen. Ziel der “Charta Berliner Stadtgrün” ist die Bildung eines breiten gesellschaftlichen Konsenses zur Förderung, Entwicklung und Sicherung des urbanen Grüns. Schwerpunkte der Grünpolitik Berlins
Der Peter-Joseph-Lenné-Preis des Landes Berlin ist der weltweit größte Ideenwettbewerb für den Nachwuchs der Garten- und Landschaftsarchitektur, Freiraumplanung und Stadtentwicklung, der in den genannten Fachgebieten ausgebildet wird oder bereits beruflich tätig ist. Der Preis leistet einen Beitrag, frische kreative Ideen der Gestaltung, Planung und Pflanzenverwendung in die Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung einzubringen und gleichzeitig die berufliche Entwicklung junger Planerinnen und Planer sowie Gestalterinnen und Gestalter zu unterstützen. Der Wettbewerb wurde erstmals 1965 ausgelobt und besteht aus drei Aufgaben, die auf unterschiedlichen Maßstabsebenen aus Berlin (Aufgabe A Regional), Deutschland (Aufgabe B National) und dem internationalen Raum (Aufgabe C International) gestellt werden. Das Lenné-Symposium flankiert als Fachtagung den Peter-Joseph-Lenné-Preis und fördert den fachlichen Austausch zu aktuellen Themen der Landschaftsarchitektur, Freiraumplanung und Stadtentwicklung. Bild: Julia Merkel Ergebnisse Hier finden Sie die Ergebnisse von 2009 bis 2024. Ausführlich werden die letzten Ergebnisse vom 46. bis zum 50. Jahrgang vorgestellt. Weitere Informationen Bild: Julia Merkel Lenné-Symposium Am 8. Oktober 2025 fand das Symposium unter dem Titel „Statt Hitze - Stadtgrün im Fokus urbaner Klimaanpassung“ Berlin in der Akademie der Künste am Hanseatenweg statt. Weitere Informationen Bild: SenUMVK / Dagmar Schwelle Informationen Peter Joseph Lenné (1789 bis 1866) prägte fast 50 Jahre die Gartenkunst in Preußen. Er schuf mit den königlich-preußischen Gärten in Berlin und Potsdam Meisterwerke der Landschaftsgärtnerei, von denen die bedeutendsten heute als Welterbe der Menschheit eingetragen sind. Weitere Informationen Kooperationspartner Wir informieren über unsere Kooperationspartner. Weitere Informationen
Das Kleingartenwesen blickt auf eine über 150-jährige Tradition zurück. Vorläufer der heutigen Kleingärten waren die so genannten “Armengärten” des 19. Jahrhunderts. Durch diese sollten Bedürftige in die Lage versetzt werden, ihren Bedarf an Gartenfrüchten selbst zu decken, statt eine finanzielle Unterstützung zu erhalten. Eine weitere Wurzel der Kleingartenbewegung geht auf die Ideen des Leipziger Arztes Dr. Schreber zurück. Hier standen die körperliche Ertüchtigung und die Heranziehung der Kinder an die Natur im Vordergrund, die Dr. Schreber aus volkspädagogischen Gründen gefordert hatte. Der Schuldirektor Dr. Hauschild griff die Idee zur Anlegung von Spielplätzen in der Großstadt von Schreber wieder auf. Er gründete einen Eltern- und Lehrerverein mit dem Namen „Schreberverein“. Erst in der weiteren Entwicklung gewann die gärtnerische Komponente, angeregt vom Lehrer Karl Gesell, durch das Anlegen sogenannter „Kinderbeete“ und den sich daraus entwickelnden Familiengärten an Bedeutung. Später wurden dann die Arbeitergärten des Roten Kreuzes eingerichtet, die insbesondere auf gesundheitspolitische Gesichtspunkte zurückzuführen sind. Als die Berliner Kleingartenbewegung Ende des 19. Jahrhunderts ihre erste Blüte erlebte, war Berlin gerade auf dem Sprung zur führenden Industriemetropole. Das brachte auch soziale Veränderungen mit sich: Die Bevölkerung wuchs rasant, überbelegte Mietskasernen, dunkle Hinterhöfe und wenig Grün waren die Folge. Dass in jenen Jahren vor allem Arbeiterfamilien damit begannen, auf ungenutzten Flächen kleine Gärten anzulegen, um sich selbst zu versorgen und ein Stück Natur zu genießen, war damals ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Armut und Wohnungsnot. Auch später zeigte sich die Bedeutung der Parzellen vor allem in Krisenzeiten, als die Feld- und Gartenfrüchte der Berliner Kleingärtner besonders versorgungsrelevant waren. So erlangten Kleingärten während des 1. Weltkrieges und der anschließenden Weltwirtschaftskrise vor allem für die Ernährung der städtischen Bevölkerung Bedeutung – die existenzsichernde Bedeutung des Kleingartens trat in den Vordergrund. Auf dem Höhepunkt dieser Krise im Jahre 1931 wurde die Bereitstellung von Kleingärten für Erwerbslose durch Verordnung des Reichspräsidenten angeordnet. Gleichzeitig erhielten die Gemeinden zusätzliche Mittel für die Beschaffung von Kleingartenanlagen. Die älteste Dauerkleingartenanlage in Berlin (und eine der Ersten in Deutschland überhaupt) ist die Kleingartenanlage Rehberge. Sie wurde als Bestandteil des gleichnamigen Volksparks errichtet. Die ersten Parzellen wurden 1929 verpachtet. Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg wurden Kleingärten nicht nur zur Deckung des Nahrungsbedarfs, sondern auch zum Dauerwohnen genutzt. Im Laufe der Zeit hat sich die Funktion der Kleingärten gewandelt. Der wirtschaftliche Nutzen des Obst- und Gemüseanbau wird durch Aspekt des biologischen Anbaus aber auch durch die Freizeit- und Erholungsnutzung, die naturnahe Gartengestaltung sowie die städtebauliche Funktion im Rahmen der Grün- und Freiflächenplanung ergänzt. Gegenwärtig vollzieht sich ein erneuter Wandel. Das Gärtnern sowie auch Umwelt- und soziale Belange treten wieder verstärkt in den Vordergrund. Die Kleingartenanlagen öffnen sich zunehmend für die Bevölkerung und bieten dadurch auch Anwohnern und Besuchern Erholungsmöglichkeiten. Als grüne Lungen leisten Kleingärten als Teil der grünen Infrastruktur einen wesentlichen Beitrag zur Klimaresilienz, zur Biodiversität und damit zur Entwicklung von Stadtnatur vor allem in den verdichteten Stadtstrukturen. Ein starkes Stück Berlin: 1901 – 2001 / 100 Jahre organisieretes Kleingartenwesen in Berlin Kleine Gärten einer großen Stadt / Die Kleingartenbewegung Berlins in nationaler und internationaler Sicht Deutsches Kleingärtnermuseum in Leipzig
Das Grünflächeninformationssystem (GRIS) Berlin ist ein IT-Fachverfahren der bezirklichen Grünflächenämter und der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU), Referat Freiraumplanung und Stadtgrün. Das GRIS Berlin besteht aus folgenden Modulen: “GFM-Komponente” (Sachdatenbank zum Grünflächen-, Baum- und Spielplatzkataster, Kalkulation des Pflegeaufwandes), “GIS-Komponente” (Geografisches Informationssystem GIS), “Bestandsstatistiken” (Jahresauswertungen / Statistiken) Mit dem GRIS Berlin wird einerseits das Grünflächenmanagement unter betriebswirtschaftlichen und fachlichen Gesichtspunkten unterstützt, andererseits werden mit diesem Fachverfahren die Daten- und die Informationsbereitstellung für Planungs- und Auskunftszwecke verwaltungsintern und gegenüber der Öffentlichkeit gewährleistet. Die Entwicklung des Berliner GRIS begann zu Beginn der 1990er Jahre mit der Einführung von “GAIA”. Ende der 1990er Jahre folgte die Entwicklung der GIS-Fachschale “YADE GBKat” und im Jahr 2001 konnte mit der umfangreichen Erweiterung des Internetauftritts “Stadtgrün” auch eine “Internet-/Intranetauskunft” bereitgestellt werden. Mitte der 2010er Jahre wurden im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen GRIS Berlin (s.u.) auch zahlreiche Statistiken zum Grünflächen- und Baumbestand integriert. Nach einem über 15-jährigen Einsatz der Berliner GRIS-Module erfolgte in den 2010er Jahren eine grundlegende technische und fachlich-inhaltliche Weiterentwicklung des GRIS Berlin. Kern dieser Weiterentwicklung war die Einführung einer neuen, verstärkt Prozess-orientierten GRIS-Datenbankanwendung. Ziel war (und ist) insbesondere eine langfristige Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung in der Aufgabenwahrnehmung im Rahmen des Grünflächenmanagements – einschließlich einer bezirksübergreifenden Vereinheitlichung und Qualifizierung der Arbeits- und Prozeßabläufe sowie der Pflegestandards. Nachdem sich die Berliner Stadtgrünverwaltung bereits im Jahr 2011 nach einer EU-weiten Ausschreibung im August für die Lösung “pit-Kommunal” der Fa. IP SYSCON GmbH als neue Grünflächenmanagement (GFM) – Anwendung entschieden hat, erfolgte Ende 2012 auch bei der GIS-Komponente die Entscheidung für eine Lösung aus dem Hause der IP SYSCON GmbH. Die neue GIS-Komponente des GRIS Berlin wird auf Basis der ArcGIS-Produktplattform auf drei verschiedenen Arbeitsplatztypen zur Verfügung gestellt: für Desktop-, WEB- und mobile Arbeitsplätze. Die schrittweise Produktivsetzung der ersten Ausbaustufe des neuen GRIS in allen 12 Bezirken wurde im Juli 2014 abgeschlossen. In dieser ersten Stufe wurden alle bereits im alten GRIS verfügbaren Funktionalitäten durch das neue GRIS abgelöst. In diesem Rahmen erfolgten auch die Anpassungen der neuen GRIS-Komponenten an die spezifischen Berliner Anforderungen. Ein wichtiger Baustein im GRIS Berlin sind die mobilen Lösungen für die Unterstützung der Baum- und Spielplatzkontrollen (Verkehrssicherheit) und der Betriebsdatenerfassung. Aktuell erfolgt die schrittweise Umstellung dieser Apps auf die neue technologische Basis der IP SYSCON GmbH – auf Spielplatz MQ, Baum MQ und BDE MQ. In einer zweiten Realisierungsstufe wurden seit Mitte 2015 vorher im GRIS Berlin noch nicht vorhandene Funktionalitäten zur Auftragsverwaltung und zur Erfassung der Daten aus der Grünflächenpflege (Betriebsdatenerfassung) realisiert. Seit Ende 2016 sind diese Funktionalitäten im GRIS Berlin implementiert und werden seitdem im Rahmen eines sog. Probeechtbetriebes in der täglichen Praxis eingesetzt und wo nötig noch verbessert. Seit Januar 2018 erfolgt in diesem Rahmen (Probeechtbetrieb) die Betriebsdatenerfassung für die rund 65 hochwertigen Berliner Grünanlagen. Im Rahmen der täglichen Arbeit mit dem GRIS Berlin erfolgen ständig Anpassungen für eine fachlich bessere Funktionalität. Auch bisher mit div. Kleinstanwendungen verwaltete Daten werden – sofern sinnvoll – Stück für Stück mit der zugehörigen Bearbeitungs- und Auswertungsfunktionalität ins GRIS Berlin übernommen. So wurden beispielweise Ende der 2010er Jahre die Sach- und GIS-Daten zu den Berliner Kleingartenanlagen und Friedhöfen einschließlich der Kleingarten- und Friedhofsentwicklungsplanungen ins GRIS Berlin überführt. Im Jahr 2023 erfolgte die Übernahme von Daten und Funktionen zur Spielplatzversorgungsanalyse ins GRIS Berlin. Auch die Funktionalität zur Wert- und Schadensermittlung bei Gehölzen/Bäumen nach der Methode KOCH und eine einfache Fahrzeugverwaltung wurden in den letzten Jahren implementiert. Ein weiterer momentan schwerpunktmäßig bearbeiteter Funktionsbereich des GRIS Berlin ist die Pflegeplanung und Auftragsbearbeitung und hier insbesondere die Unterstützung der Grünflächenämter bei der Erarbeitung und Umsetzung qualifizierter, an differenzierten Nutzungs- und Pflegezielen ausgerichteten anlagenspezifischen Pflegeplänen. Dieser Anpassungs-/Entwicklungsprozess erfolgt in enger Abstimmung mit dem Projekt „Handbuch Gute Pflege (HGP)“ und den damit u.a. deklarierten Pflegezielen und -standards für die Berliner Grünflächen. Unter den Folgenden Links können weiterführende Informationen zu Funktionalität und Struktur der Module des Grünflächeninformationssystems Berlin abgerufen werden: Bild: IP SYSCON GFM-Komponente "pit-Kommunal" (Datenbankanwendung) In den bezirklichen Grünflächenämtern wird bereits seit Mitte der 1990er Jahre zur Verwaltung der Sachdaten zum Berliner Stadtgrün (öffentliche Grünflächen) eine an die spezifischen Berliner Anforderungen angepasste Datenbanksoftware eingesetzt. Weitere Informationen Bild: SenMVKU GIS-Komponente Neben der Sachdatenbank "pit-Kommunal" (die sog. GFM-Komponente) ist das GIS die zweite wesentliche Komponente des in den bezirklichen Grünflächenämtern und der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) eingesetzten Grünflächeninformationssystems (GRIS) Berlin. Weitere Informationen Bild: SenMVKU Bestandsstatistiken Die in der Senatsverwaltung (SenMVKU) benötigten statistischen Daten der Arbeitsgebiete Grünflächenstatistik, Straßenbäume, Kleingartenwesen und Friedhofswesen wurden im alten Berliner GRIS in einer separaten MS-Access-Anwendung für Berlin zusammengeführt, aggregiert und ausgewertet. Weitere Informationen Bild: Geoportal Berlin / Grünanlagenbestand Berlin Karten online Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ermöglicht mit dem Internetauftritt "Stadtgrün" einen online-Zugriff auf digitale Karten der Berliner Grünanlagen, Spielplätze, Friedhöfe, Kriegsgräber, Kleingärten sowie zum Baumbestand. Weitere Informationen Internetseite der GALK Leitfaden “Grünflächenmanagementsysteme”
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