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Papiertaschentücher, Hygienepapiere

<p>Recycling-Toilettenpapier und -Taschentücher schonen die Umwelt</p><p>Wie Sie Hygienepapiere und Taschentücher nachhaltig nutzen</p><p><ul><li>Kaufen Sie Hygienepapiere wie Papiertaschentücher, Toilettenpapier oder Küchenrolle aus 100 Prozent Recyclingpapier (Blauer Engel).&nbsp;</li><li>Nutzen Sie papierfreie Alternativen wie waschbare Stofftaschentücher, Stoffhandtücher und Stoffservietten oder Wischtücher.</li></ul></p><p>Gewusst wie</p><p>Die Herstellung von Hygienepapier belastet die Umwelt stark. Sie benötigt viel Holz, Energie und Wasser und führt zur Einleitung gefährlicher Stoffe in Gewässer. Durch den Einsatz von Altpapier und beste verfügbare Techniken bei der Produktion von neuem Papier können diese Umweltbelastungen stark reduziert werden. Bei Hygienepapieren kommt hinzu, dass die Papierfasern nach dem Gebrauch über die Kanalisation oder als Abfall entsorgt werden. So gehen sie dem Papierkreislauf verloren.</p><p><strong>Kauf von Recyclingpapier:</strong> Es gibt für jede Art von Hygienepapier auch eine qualitativ hochwertige Alternative aus Recyclingpapier. Es gibt genügend Recycling-Produkte, die den Vergleich mit Frischfasern in Sachen Nutzerkomfort nicht scheuen müssen, wie zum Beispiel ein <a href="https://www.test.de/Toilettenpapier-Drei-klare-Sieger-1390020-0/">Test der Stiftung Warentest </a>bestätigt. Das gilt für Papiertaschentücher, für Küchenrollen, für Servietten wie für Toilettenpapier. Der <a href="https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/hygiene-papiere-toilettenpapier-kuechenrollen-taschentuecher-bis-12-2023">Blaue Engel</a> garantiert dabei, dass die Papierfasern zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen werden und keine gefährlichen Chemikalien eingesetzt werden. Andere Produktkennzeichnungen wie FSC- oder PEFC-Label oder die Bezeichnung "Chlorfrei gebleicht" sind bei Papierprodukten aus Umweltsicht weniger hilfreich (siehe Hintergrund).</p><p><strong>Gesundheitlich unbedenklich:</strong> Hygienepapiere aus Recyclingpapier mit dem <strong>Blauen Engel</strong> sind für alle bestimmungsgemäßen Anwendungen geeignet. Die Papiere und die eingesetzten chemischen Zusätze entsprechen der Empfehlung "Papiere, Kartons und Pappen für den Lebensmittelkontakt" des Bundesinstitutes für Risikobewertung. Sie halten die Grenzwerte aus den ergänzenden Hinweisen zur Beurteilung von Hygienepapieren ein. Farbmittel, die Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Cadmium oder Chrom-VI enthalten, sind ebenso verboten wie Stoffe, die als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind. Damit gelten für Hygienepapiere mit dem <strong>Blauen Engel</strong> schärfere Maßstäbe als für Hygienepapiere aus Primärfasern.</p><p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p><p>Hintergrund</p><p><strong>Umweltsituation: </strong>Zu den Hygienepapieren zählen unter anderem Toilettenpapier, Papierhandtücher, Taschentücher, Kosmetiktücher, Servietten, Küchentücher, Putztücher und Abdecktücher (z.B. im medizinischen Bereich). In Deutschland wurden 2024 gemäß Leistungsbericht des Verbands DIE PAPIERINDUSTRIE e.V. insgesamt rund 1,45 Mio. t Hygienepapiere verbraucht (Verbrauch = Produktion + Import - Export). Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt damit seit vielen Jahren relativ konstant bei 18-19 kg. Der Altpapieranteil in der Produktion ging allerdings in den letzten 20 Jahren laut Bericht deutlich von 75 auf 39 Prozent zurück. Wir spülen damit unsere Wälder ins Klo, denn Hygienepapiere werden in der Regel nur einmal verwendet und gehen anschließend dem Papierkreislauf über die Kanalisation oder die Entsorgung verloren. Deshalb sollten Hygienepapiere ausschließlich aus bereits mehrfach recycelten Sekundärfasern mittlerer und unterer Altpapierqualitäten bestehen. Dies sind Altpapiere, die über 85 Prozent des Altpapieraufkommens ausmachen. Der Einsatz dieser Altpapierqualitäten trägt entscheidend dazu bei, die Zahl der Wiederverwendungen einer Papierfaser zu erhöhen und damit den Druck auf die Ressource Holz zu reduzieren.</p><p>In Deutschland selbst sind die ökologischen und sozialen Standards für die Papier- und Zellstoffproduktion sowie für die Waldbewirtschaftung im weltweiten Vergleich hoch. Doch 57 Prozent des verbrauchten Papiers, Karton, Pappe und über 75 Prozent des eingesetzten Zellstoffs für die deutsche Papierindustrie stammen aus dem Ausland – ein zunehmender Anteil aus Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern. In den südlichen Ländern werden oft massive Probleme durch den Anbau und die Produktion von Zellstoff verursacht. Immer mehr Papierfasern für den deutschen Hygienepapiermarkt stammen aus Brasilien – auch von ökologisch umstrittenen Plantagen.&nbsp;</p><p>Die Ökobilanz für graphische Papiere und Hygienepapiere zeigt: In fast allen betrachteten Kategorien hat Recyclingpapier Vorteile gegenüber Frischfaserpapier und ist somit erste Wahl. Durchschnittlich spart die Produktion von Recyclingpapier:</p><p>Die Holzentnahme für Frischfaserpapier bedeutet immer einen Eingriff in das Wald-⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/%C3%B6?tag=kosystem#alphabar">Ökosystem</a>⁠ und ist daher mit Risiken für die biologische Vielfalt verbunden. Die Nutzung von Recyclingfasern wirkt diesem Risiko entgegen. In nahezu allen untersuchten Regionen besteht ein potenzielles Risiko für Landnutzungsänderungen aufgrund der Holzversorgung für die Zellstoff- und Papierproduktion. Einzig in Mittel- und Südeuropa ist das Risiko gering, weil Primärwälder hier bereits fast vollständig verschwunden sind. Der beste Weg, um das Risiko weiterer Landnutzungsänderungen zu vermeiden, ist die Nutzung von Recyclingfasern. Um den Kohlenstoffspeicher in Wäldern zu erhalten oder gar zu erhöhen, sollte der Anteil von Recyclingfasern maximiert werden.</p><p><strong>Gesetzeslage:</strong> Es gelten die Grundsätze und Pflichten des Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Die Empfehlung XXXVI "Papiere, Kartons und Pappen für den Lebensmittelkontakt" des Bundesinstitutes für Risikobewertung stellt keine gesetzliche Grundlage dar, wird aber vom Markt als hilfreicher Produktstandard akzeptiert.</p><p><strong>Marktbeobachtung:</strong></p><p>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/konsum-produkte/gruene-produkte-marktzahlen/marktdaten-bereich-sonstige-konsumgueter">Marktanteil von Hygienepapieren mit dem Blauen Engel</a> ist von 2014 bis 2020 bei privaten Haushalten auf knapp 12 % deutlich zurückgegangen (siehe Abb.). Der Blaue Engel ist für Hygienepapiere der beste Orientierungsmaßstab. Andere Produktkennzeichnungen sind aus Umweltsicht für Hygienepapiere weniger hilfreich:</p><p>Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:</p><p>Quellen:</p>

Altpapier

<p>Die Papierindustrie setzte im Jahr 1990 knapp 49 Prozent Altpapier ein, 2015 74 Prozent und im Jahr 2024 rund 84 Prozent. Diese Steigerung senkte den Holz-, Wasser- und Primärenergieverbrauch pro Tonne Papier. Das Mehr an Papierkonsum relativierte jedoch den Effizienzgewinn. Zudem gefährden Verunreinigungen aus Druckfarben, Kleb- und Papierhilfsstoffen inzwischen das Altpapierrecycling.</p><p>Vom Papier zum Altpapier</p><p>Im Jahr 2024 wurden rechnerisch in Deutschland 190 Kilogramm (kg) Pappe, Papier und Karton pro Kopf verbraucht. Diese Zahl bezieht neben dem Verbrauch in den privaten Haushalten auch den gesamten Verbrauch an Papier in Wirtschaft, Medien und Verwaltungen mit ein. In privaten Haushalten beträgt die jährlich verbrauchte Papiermenge ca. 105 kg pro Kopf (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2018-05-22_texte_37-2018_sammelsysteme-verpackungen.pdf">INTECUS GmbH</a>). Dies entspricht einem rechnerischen Gesamtverbrauch von 15,8 Millionen Tonnen (Mio. t). Im gleichen Jahr haben private und kommunale Entsorger 12,4 Mio. t Altpapier gesammelt. Dies ergibt eine Altpapierrücklaufquote von 78,2 % (siehe Tab. „Papiererzeugung, Papierverbrauch und Altpapierverbrauch“).</p><p>Die deutsche Papierindustrie</p><p>Die deutsche Papierindustrie stellte im Jahr 2024 rund 19,2 Mio. t Papier, Pappe und Kartonagen her. Sie setzte dafür rund 16,1 Mio. t Altpapier ein. Die Altpapiereinsatzquote – also der Altpapieranteil an der gesamten inländischen Papierproduktion – lag damit bei rund 84 %. Diese Quote stieg seit dem Jahr 2000 um 23 Prozentpunkte (siehe Tab. „Altpapiereinsatzquoten in Prozent“). Der deutschen Papierindustrie gelang es auf diese Weise, ihre spezifischen Umweltbelastungen zu verringern.</p><p>Die hohe Altpapiereinsatzquote von 84 % lässt sich kaum noch erhöhen. Dennoch ist es technisch etwa möglich, mehr Altpapier bei der Herstellung von Zeitschriften-, Büro- und Administrationspapieren und vor allem bei der Herstellung von Hygienepapieren zu nutzen. Eine Nachfragesteigerung seitens Verbraucherinnen und Verbraucher würde dies befördern.</p><p>Der Altpapiereinsatz bei der Herstellung von Hygienepapieren fällt erneut auf nunmehr 39 %. Dies liegt an der Abnahme weißer Altpapiere im Markt durch den Rückgang der graphischen Papiere, bedingt durch die fortschreitende Digitalisierung, bei gleichzeitiger Zunahme von Verpackungspapieren. Der Rohstoff Altpapiere, besonders der mittleren und besseren Qualitäten, ist knapp. Der Einsatz von Altpapier ist besonders vorteilhaft, da Fasern aus Hygienepapieren nach der Nutzung nicht für ein weiteres Recycling zur Verfügung stehen. Besonders positiv sind beige/braune Hygienepapiere, welche aus gebrauchten Versandkartons hergestellt werden.</p><p>Bei der Herstellung von Zeitungsdruck- und Wellpappenrohpapieren wurde im Jahr 2024 statistisch gesehen mehr als 100 % Altpapier eingesetzt. Der Grund ist, dass bei der Aufbereitung von Altpapier Sortierreste und alle Verunreinigungen, welche die Qualität des Neupapiers beeinträchtigen, abgeschieden werden. Dabei gehen auch in geringem Umfang Papierfasern verloren, deshalb wird in der Produktion bis zu 20 % mehr Rohstoff, der aber auch papierfremde Bestandteile enthält, eingesetzt.</p><p>Die Altpapierverwertungsquote, also der Altpapierverbrauch im Verhältnis zum gesamten Papierverbrauch, lag 2024 bei über 100 % (siehe Abb. „Altpapierverwertungsquoten“). Es wurde mehr Altpapier für die Herstellung von Recyclingpapier verbraucht als Papier in Deutschland verbraucht wurde. Das liegt daran, dass mehr Papier für den Export produziert wurde und weniger im Inland verbraucht wurde.</p><p>Energieeffiziente Papierherstellung</p><p>Papier, Pappe und Kartonagen wurden im Jahr 2024 energieeffizienter hergestellt als im Jahr 1990. Der mittlere Energieeinsatz bezogen auf eine Tonne erzeugtes Papier sank in diesem Zeitraum von 3,413 auf 2,724 Megawattstunden (MWh). Diese Effizienzsteigerung wurde durch die erhöhte Produktion im selben Zeitraum überkompensiert. So stellte die deutsche Papierindustrie im Jahr 2024 rund 33 % mehr Papier, Pappe und Kartonagen her als im Jahr 1990.</p><p>Die Emissionen an fossilem Kohlendioxid pro Tonne Papier konnten trotzdem seit 1990 um etwa ein Drittel gesenkt werden. Sie liegen jetzt bei 488 kg Kohlendioxid pro Tonne produzierten Papiers. Das liegt vor allem am zunehmenden Einsatz von alternativen Brennstoffen und dem steigenden Anteil an erneuerbaren Strom im deutschen Strommix.</p><p>Die Papierbranche bemüht sich einerseits, den Energieverbrauch und den Ausstoß an fossilem Kohlendioxid weiter zu senken. Gleichzeitig investieren viele Unternehmen in zusätzliche Prozessstufen, um aus dem Rohstoff Altpapier Papiere mit höheren Weißgraden und glatterer Oberfläche herzustellen. Dafür benötigen sie mehr Energie, da mehr Fasern aussortiert und diese stärker gereinigt und gebleicht werden.</p><p>Der Gesamtenergieeinsatz stieg daher von 157 Petajoule (PJ) im Jahr 1990 um gut 20 % auf 188 PJ im Jahr 2024 (Leistungsbericht Papier 2025).</p><p><em>Tipp zum Weiterlesen: </em></p><p><em>DIE PAPIERINDUSTRIE e. V., Leistungsbericht PAPIER 2025. Der Bericht kann beim Verband DIE PAPIERINDUSTRIE e. V. unter </em><a href="https://www.papierindustrie.de/papierindustrie/statistik">https://www.papierindustrie.de/papierindustrie/statistik</a><em> bestellt werden</em></p><p>Grafische Papiere</p><p>Die grafischen Papiere sind nach den Verpackungspapieren das mengenmäßig wichtigste Papiersegment. Darunter fallen alle Papiere, die für Zeitungen, Zeitschriften, Schreib- oder Kopierpapiere verwendet werden. Für diese grafischen Papiere hat das Umweltbundesamt 2020 in einer Ökobilanz erneut überprüfen lassen, welche Umweltwirkungen während des gesamten Lebensweges der Papiere entstehen und welche Umweltentlastungspotenziale der Einsatz von Altpapieren im Produktionsprozess bietet.</p><p>Demnach besitzt Recyclingpapier deutliche ökologische Vorteile gegenüber Frischfaserpapieren (Primärfaserpapieren).</p><p>Die Wälder werden durch die Verwendung von Recyclingpapier geschont und damit Verlust an ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=Biodiversitt#alphabar">Biodiversität</a>⁠ durch intensive Forst- und Plantagenwirtschaft und deren soziale und ökologische Folgen weltweit verringert.</p><p>Ein höheres Altpapierrecycling ist für praktisch alle betrachteten Wirkungskategorien günstiger zu bewerten: Dies betrifft die Knappheit fossiler Energieträger, Treibhauspotenzial, Sommersmog, Versauerungspotenzial und Überdüngung von Böden und Gewässern.</p><p>Das heißt konkret: Wer beim Kauf von einem Paket Papier mit 500 Blatt, das etwa 2,5 Kilogramm (kg) wiegt, zu Recyclingqualität greift, spart 5,5 kg Holz. Mit den 7,5 Kilowattstunden Energie, die man bei Kauf eines Paketes Recyclingkopierpapier zusätzlich spart, kann man 525 Tassen Kaffee kochen. Der Wald wird geschont.</p><p><em>Tipp zum Weiterlesen: </em><br><em>Broschüre <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/papier">„Papier. Wald und Klima schützen“</a></em></p><p>Mögliche Schadstoffanreicherung im Papier</p><p>Das Schließen von globalen Stoffkreisläufen und die hohe Zahl an Recyclingzyklen kann jedoch auch einen negativen Aspekt haben: So treten immer wieder erhöhte Gehalte unerwünschter Stoffe in den Altpapierkreisläufen auf. Es handelt sich dabei um Chemikalien, die an Papierfasern gut haften und wasserlöslich sind. Beispiele hierfür sind bestimmte Mineralölbestandteile in Druckfarben, per- und polyfluorierte Verbindungen (⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/p?tag=PFAS#alphabar">PFAS</a>⁠), Bisphenol S aus Kassenzetteln und gewisse Phthalate aus Klebstoffen. Diese Chemikalien können Altpapier verunreinigen, wenn etwa neue Papierprodukte wie Thermopapier oder neue Druckverfahren mit den dazugehörigen Druckfarben, Bindungen, oder Verbundmaterialien entwickelt werden, die nicht auf ihre Auswirkungen auf die Recyclingkreisläufe geprüft werden. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass auch Stoffe, die in Deutschland schon seit Jahren nicht mehr eingesetzt werden, wie z.B. Phthalate in Klebstoffen, in anderen Ländern noch im Einsatz sind und hier in Deutschland über den Recyclingkreislauf wieder in das Papier eingetragen werden.</p><p>Diese Verunreinigungen gefährden den Einsatz von Altpapier etwa als Verpackung für Cerealien, Mehl oder Reis und anderen Lebensmittelkontaktpapieren. Denn sowohl die <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bedggstv/gesamt.pdf">Bedarfsgegenständeverordnung </a>als auch die <a href="https://www.bfr.bund.de/veroeffentlichung/xxxvi-papiere-kartons-und-pappen-fuer-den-lebensmittelkontakt/">Empfehlung</a> „XXXVI. Papiere, Kartons und Pappen für den Lebensmittelkontakt“ des Bundesinstitutes für Risikobewertung geben für den Gehalt an Schadstoffen in Papier, Pappe und Kartons Obergrenzen vor.</p><p>Einige dieser Verunreinigungen gelangen nicht bei der Papierherstellung in den Kreislauf, sondern wenn etwa Wellpappenhersteller, Drucker und Verpacker Papier nutzen und weiter verarbeiten. Diese Unternehmen sind mitunter nicht ausreichend sensibilisiert oder motiviert, nur Stoffe einzusetzen, die für das Recycling unkritisch sind. Hier gilt es, durch ein vernetztes Denken und Handeln bei allen Beteiligten die erforderliche Sensibilität zu schaffen, damit das erreichte hohe Verwertungsniveau bei Altpapier nicht gefährdet wird und durch die Verwertung von Altpapier auch zukünftig ein wichtiger Beitrag zum ressourceneffizienten Umgang mit Rohstoffen geleistet werden kann. Das Umweltbundesamt setzt sich für eine Vermeidung von Verunreinigungen möglichst an der Quelle ein.</p>

Papier, Recyclingpapier

<p>Recyclingpapier ist gut für die Umwelt</p><p>So gelingt ein klimafreundlicher Umgang mit Papier</p><p><ul><li>Kaufen Sie Papierprodukte aus Recyclingpapier (Blauer Engel).</li><li>Entsorgen Sie benutztes Papier getrennt (Altpapier-Container, Blaue Tonne, andere Altpapier-Sammlungen).</li></ul></p><p>Gewusst wie</p><p>Die Herstellung von Papier belastet die Umwelt stark. Sie benötigt viel Holz, Energie und Wasser und kann zur Einleitung gefährlicher Chemikalien in Gewässer führen. Durch den Einsatz von Altpapier und beste verfügbare Techniken bei der Produktion von neuem Papier können diese Umweltbelastungen stark reduziert werden.</p><p><strong>Kauf von Recyclingpapier:</strong> Für fast jeden Papierbedarf gibt es ein passendes Recyclingpapier. Ob für Drucker oder Kopierer, für Klopapier oder Küchenrolle, ob weiß oder bunt: Recyclingpapier kann fast überall bedenkenlos eingesetzt werden. Der <a href="https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/grafische-papiere-und-kartons-aus-100-altpapier-recyclingpapier-und-karton">Blaue Engel</a> garantiert dabei, dass die Papierfasern zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen werden. Andere Produktkennzeichnungen wie FSC- oder PEFC-Label oder die Bezeichnung "Chlorfrei gebleicht" sind bei Papierprodukten aus Umweltsicht weniger hilfreich (siehe Hintergrund).</p><p><strong>Papier getrennt entsorgen:</strong> Benutztes Papier ist ein wertvoller Rohstoff und gehört deshalb getrennt entsorgt. Dabei sind die örtlich unterschiedlichen Sammelsysteme zu berücksichtigen (Altpapier-Container, Blaue Tonne, andere Altpapier-Sammlungen).</p><p><strong>Ins Altpapier gehören:</strong></p><p><strong>Nicht ins Altpapier gehören:</strong></p><p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p><p>Hintergrund</p><p><strong>Umweltsituation:</strong> Für die Produktion von einem Kilogramm neuem Kopierpapier (200 Blatt - Primärfaserpapier) werden ca. 50 Liter Wasser und circa fünf Kilowattstunden Energie verbraucht. Die Produktion von Recyclingpapier hingegen benötigt nur etwa 50 Prozent an Energie und nur rund 33 Prozent der Wassermenge. Außerdem werden pro Kilogramm Sekundärfaserpapier bis zu 2,2 Kilogramm Holz eingespart. Dem stehen 1,2 Kilogramm Altpapier für die Herstellung von einem Kilogramm Recyclingpapier gegenüber. Vorteile in der Ökobilanz hat Recyclingpapier auch bei: Photooxidantienpotenzial, Eutrophierungspotenzial für Land- und Wasserökosysteme, Giftigkeit für die Umwelt (Ökotoxizität) und Giftigkeit für den Menschen (Humantoxizität).&nbsp;Die Holzentnahme für Frischfaserpapier bedeutet immer einen Eingriff in das Wald-⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/%C3%B6?tag=kosystem#alphabar">Ökosystem</a>⁠ und ist daher mit Risiken für die biologische Vielfalt verbunden. Die Nutzung von Recyclingfasern wirkt diesem Risiko entgegen. In nahezu allen untersuchten Regionen besteht ein Risiko für Landnutzungsänderungen aufgrund der Holzversorgung für die Zellstoff- und Papierproduktion. Einzig in Mittel- und Südeuropa ist das Risiko gering, weil Primärwälder hier bereits fast vollständig verschwunden sind. Der beste Weg, um das Risiko weiterer Landnutzungsänderungen zu vermeiden, ist die Nutzung von Recyclingfasern.</p><p>Bestimmte Papierfabrikationshilfsstoffe oder Inhaltsstoffe von Druckfarben oder Klebstoffen können sich im Recyclingkreislauf anreichern. Teilweise können diese nicht entfernt werden. Es besteht bei manchen Stoffen die Gefahr, dass sie aus Recyclingpapierverpackungen auf Lebensmittel übergehen. Für besonders gefährdete Lebensmittel ist daher eine wirksame Barriere in der Verpackung zum Schutz des Verbrauchers notwendig. Es ist allerdings auch sehr wichtig, dass alle Akteure in der Wertschöpfungskette ihren Beitrag zur Verringerung der Einträge in den Stoffkreislauf leisten. Durch den Ersatz schadstoffbelasteter Druckfarben, Klebstoffe und Fabrikationshilfsstoffe kann bereits an der Quelle ein großer Schritt für ein sauberes Papierrecycling getan werden. Damit wird sowohl dem Verbraucherschutz wie auch dem Umweltschutz nachhaltig Rechnung getragen.</p><p><strong>Gesetzeslage:</strong> Es gelten die Grundsätze und Pflichten des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG), zum Beispiel die Verwertungshierarchie des Paragraf 6 KrWG und die Verpflichtung zur getrennten Sammlung (§ 14). Die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling von Siedlungsabfällen sollen spätestens ab dem 1. Januar 2025 mindestens 55 Gewichtsprozent insgesamt betragen. Für Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton regelt das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/verpackungen/verpackungsgesetz">Verpackungsgesetz (VerpackG)</a> die Entsorgung. Diese sind von privaten Haushalten (und den sogenannten <a href="https://www.verpackungsregister.org/fileadmin/files/Katalog/Anfallstellenliste.pdf">vergleichbaren Anfallstellen nach § 3 Abs. 11 VerpackG</a>&nbsp;wie Hotels, Gastronomie etc.) grundsätzlich in der Altpapiersammlung zu entsorgen. Verpackungen aus Glas gehören in die Altglassammlung, solche aus anderen Materialien (z.B. Kunststoffen, Verbunden, Getränkekartons etc.) in den gelben Sack oder&nbsp;die gelbe Tonne. Für Verpackungen, die in Industrie und Großgewerbe anfallen, müssen die Hersteller eine Rückgabemöglichkeit anbieten. Sie können von den Unternehmen auch gemäß Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) entsorgt werden.</p><p>Die 16 führenden Druck- und Gerätehersteller haben sich auf europäischer Ebene u.a. verpflichtet, ihren Kunden die Verwendung von Recyclingpapier in ihren Geräten zu empfehlen. Außerdem wollen sie auf die Umweltvorteile von Recyclingpapier aufmerksam machen. Die EU-Kommission hat im Juni 2015 die Umsetzung&nbsp;dieser freiwilligen Selbstverpflichtung bestätigt.</p><p><strong>Marktbeobachtung: </strong>Im Jahr 2024 lag der rechnerische Verbrauch von Papier, Pappe und Karton in Deutschland bei 190 Kilogramm pro Einwohner. Dies entspricht einem Gesamtverbrauch von 15,9 Millionen Tonnen. Die Altpapierrücklaufquote lag bei rund 12,4 Millionen Tonnen (78 Prozent). Die inländische Papierproduktion betrug 19,2 Millionen Tonnen mit einem Altpapieranteil von rund 16,1 Millionen Tonnen (84 Prozent). Die Altpapiereinsatzquote einzelner Papiersorten, beispielsweise bei den Wellpappenrohpapieren oder bei Zeitungsdruckpapier, lag bei über 100 Prozent. Denn bei der Aufbereitung von Altpapier müssen Sortierreste und alle Verunreinigungen, welche die Qualität des Neupapiers beeinträchtigen, abgeschieden werden. Steigerungsmöglichkeiten des Altpapiereinsatzes bestehen noch bei den Zeitschriftenpapieren sowie Büro- und Administrationspapieren, aber auch bei den Hygienepapieren.</p><p><strong>Der Blaue Engel ist für Papiere der beste Orientierungsmaßstab.</strong> Andere Produktkennzeichnungen sind aus Umweltsicht für Papiere auch gut aber haben Schwachpunkte:</p><p>Weitere Informationen finden Sie hier:</p><p>Quellen:</p>

Erstmalige Umsetzung eines Sondersortenstrangs zum Recycling von schwer auflösbaren Faserstoffen für die Herstellung von hochweißen Büropapieren

Die Steinbeis Papier GmbH (ein Unternehmen der Steinbeis Holding) produziert am Standort Glückstadt pro Jahr 300.000 Tonnen Kopierpapier sowie Offset- und Digitaldruckpapiere aus 100 Prozent Altpapier. Im Rahmen dieses Projektes plant Steinbeis die Investition in eine innovative Anlage zum erstmaligen Recycling von schwer auflösbaren Altpapieren für die Herstellung von hochweißen Büropapieren. Die genannten Papiersorten besitzen sehr hohe Anforderungen an die Reinheit und den Weißgrad, so dass derzeit nicht jede Altpapiersorte für die Produktion herangezogen werden kann. Grundsätzlich eignen sich hierfür nur grafische Papiere aus der Haushaltssammelware sowie Büropapiere oder Zeitungen, Illustrierte und Multidruck aus Druckereiabfällen. Jedoch sind in den letzten Jahren durch die zunehmende Nutzung digitaler Medien die grafischen Papiere stark rückläufig, so dass grafische Recyclingpapierfabriken für ihre Produktion nicht mehr genügend hochwertige Altpapiere am Markt finden. Andererseits wächst der Markt an beschichteten und nassfesten Papierverpackungen, die zum Teil hochwertige weiße Zellstofffasern enthalten. Diese Altpapiersorten sind jedoch mit dem Stand der Technik bisher nicht recycelbar. Das Investitionsvorhaben der Steinbeis Papier GmbH zielt darauf ab, diese bislang nicht hochwertig zu recycelnden Altpapierströme zukünftig einzusetzen. Steinbeis beabsichtigt hierfür, einen speziellen Sondersortenaufbereitungsstrang zu implementieren, der es ermöglicht, zahlreiche unterschiedliche Altpapiersorten wieder für die Produktion von hochweißen Papieren einzusetzen. Mit der erstmaligen Realisierung kann Steinbeis – im Vergleich zu bisherigen Systemen – erhebliche Mengen Altpapier (rd. 30.000 Tonnen/Jahr) wieder dem eigentlichen Stoffkreislauf zuführen und dadurch die Altpapiereinsatzquote für grafische Papiere weiter verbessern. Es ist das Ziel, möglichst ideale Bedingungen für die sehr unterschiedlichen Papiersorten zu schaffen, um dadurch den Recyclingprozess hinsichtlich Energie-, Wasser- und Chemikalienverbrauch zu optimieren. Bei diesem neuen Verfahren werden pro bei Steinbeis produzierter Tonne Recyclingpapier im Vergleich zu alternativen Frischfaserpapier z.B. Energieeinsparungen von ca. 2,85 Megawattstunden/Tonne und Wassereinsparungen von ca. 40 Kubikmeter/Tonne erwartet. Die geplante Technologie ist nachrüstbar und kann auch in anderen bestehenden Papierfabriken zum Einsatz kommen. Ausgehend von einem geschätzten Aufkommen schwerauflösbarer Papiere von ca. 160.000 Tonnen pro Jahr besteht genügend Rohstoffpotential für ca. 4 weitere Anlagen ähnlicher Größe.

Erster „Blauer Engel“ für Buchverlag

<p>Die Taschenbuchreihe „Universal-Bibliothek“ des Reclam Verlags wird zu 100 Prozent aus recycelten Materialien produziert – vom Innenteil bis zum Buchumschlag. Dafür erhielt Reclam nun als erster Buchverlag das Umweltzeichen „Blauer Engel“.</p><p>„Ich freue mich sehr über das Engagement von Reclam. Der Verlag ist damit ein wichtiger Vorreiter für die ganze Verlagsbranche.“, sagte ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠-Präsidentin Maria Krautzberger, die die Urkunde auf der Leipziger Buchmesse überreichte. Die Verwendung von 100 % Recyclingpapier schont unsere Wälder. Gäbe es nur Frischfaserpapier würde jeder Mensch in Deutschland jährlich etwa 550 Kilo Holz für Papier verbrauchen. Durch die hohe Recyclingquote ist es tatsächlich aber nur&nbsp; die Hälfte. Besonders umweltfreundliches Recyclingpapier erkennt man am „Blauen Engel“.</p>

Recyclingpapier – Eine gute Alternative zu Frischfaserpapier

<p>Bedenken gegenüber Recyclingpapier gibt es immer noch, beispielsweise wegen des Weißegrades oder der Haltbarkeit. Berechtigt sind sie nicht mehr.</p><p>Recyclingpapier wird aus der Wiederverwertung von Altpapier, Pappe sowie Karton gewonnen. Das Altpapier wird in Wasser in seine einzelnen Papierfasern zerlegt, gereinigt, entfärbt und anschließend zu neuem Papier gepresst. Die ökologischen Vorteile liegen auf der Hand: Im Vergleich zu Frischfaserpapier muss kein neues Holz geschlagen und nicht so intensiv gebleicht werden. Bei der Herstellung wird nur die Hälfte an Energie und zwischen einem Siebtel bis einem Drittel der Wassermenge von Frischfaserpapier eingesetzt&nbsp; Da jede/r Arbeitnehmer/in pro Tag durchschnittlich 25 Seiten druckt und somit pro Jahr bei 228 Arbeitstagen etwa 5.700 Seiten Papier zusammenkommen, ist das Einsparpotenzial erheblich. Mit zunehmender Tendenz stellen zum Beispiel viele Kommunen auf Recyclingpapier um. <br>Einige Eigenschaften des Recyclingpapiers sind umstritten. Ein Faktencheck:&nbsp;</p><p><strong>Verfällt Recyclingpapier schneller als Frischfaserpapier?</strong></p><p>Nein. Bei der Lebensdauer steht Recyclingpapier Frischfaserpapier in nichts nach. Mittels Tests zur beschleunigten Alterung bei erhöhter Luftfeuchtigkeit und Temperatur wurde nachgewiesen, dass es auch die höchste von vier Lebensdauerklassen (LDK 24-85) erreichte. Nach heutigem Kenntnisstand haben Papiere mit dem Blauen Engel eine Überlebensdauer von fast 100 Jahren. Viele öffentliche Dokumente in Verwaltungen müssen aber nur wenige Jahre bis Jahrzehnte aufbewahrt werden.<br>Auch der sogenannte "Säurefraß", der zu einer Zerstörung der Blattstruktur führen könnte, ist ausgeschlossen. Seit über 25 Jahren werden alle in Europa hergestellten Primär- und Sekundärfaserpapiere für Kopier- und Druckzwecke mit Alkalipuffern zur Neutralisierung des Säureeintrags aus Druckfarben hergestellt.</p><p><strong>Können Recyclingpapiere Spuren von Mineralöl enthalten?</strong></p><p>Ja, das können sie. Die Papierhersteller entfernen zwar einen Großteil der bedenklichen Stoffe, die aus Druckfarben von Zeitungen und Verpackungen stammen, können das Papier aber nicht ganz von Mineralöl befreien. Deshalb ist es wichtig, Druckereien auf mineralölfreie Farben umzustellen. Für den Einsatz im Büro stellen Recyclingpapiere jedoch keine gesundheitliche Gefahr dar, da die Mineralölkonzentration gesundheitlich unbedenklich ist.&nbsp;</p><p><strong>Ist Recyclingpapier dunkler?</strong></p><p>Nicht unbedingt. Recyclingpapier wird&nbsp;von 60er bis 100er Weiße (nach ISO 2470) angeboten. Aus ökologischer Sicht gilt, dass Papier nur so weiß wie nötig sein sollte, weil mit einer höheren Weiße aufwändigere Aufbereitungsschritte verbunden sind. Zudem können zur Herstellung von hochweißen Recyclingpapiersorten nur hochweiße Altpapiersorten verwendet werden. Die Optik des Recyclingpapiers unterscheidet sich nicht von Frischfaserpapieren. Untersuchungen ergaben, dass ein auf Recyclingpapier gedrucktes Magazin gleich gut bewertet wird wie ein inhaltlich identisches Magazin auf Frischfaserpapier.</p><p><strong>Ist das umweltfreundlichere Papier teurer?</strong></p><p>In der Regel ist es billiger. A4-Recyclingpapiere in 70er und 80er Weiße kosten fünf bis zehn Prozent weniger als vergleichbare Primärfaserpapiere, die 90er Weiße etwa gleich viel. Nur Recyclingpapier mit&nbsp; 100er Weiße ist knapp zehn Prozent teurer.&nbsp;</p><p>Das Umweltbundesamt (⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠) empfiehlt Recyclingpapier, welches den Kriterien des Blauen Engels nach RAL-UZ 14 entspricht. Dieses Recyclingpapier vereinigt die hohen Ansprüche an die Archivierbarkeit und die Optik mit den Zielen des&nbsp; Umweltschutzes, insbesondere des Ressourcenschutzes, am besten. Es müssen 100 % Recyclingpapier eingesetzt werden und davon mindestens 65 % der unteren, mittleren und krafthaltigen Altpapiersorten. Bei Fertigprodukten, wie z.B. Briefumschlägen,&nbsp; ist eine Toleranz von 5 % zulässig. Zudem dürfen kritische oder technisch vermeidbare Chemikalien nicht verwendet werden.</p>

Erstellung eines Klima- und Ressourceneffizienzrechners für Kopierpapier

Deutschland ist größter Hersteller und Konsument von graphischen Papieren in Europa. Die in Deutschland hergestellte Menge Papier und Zellstoff ist im Jahre 2005 um 6 Prozentpunkte auf 21,7 Mio. t angestiegen. Dies führt zur weiteren Erhöhung der Umweltinanspruchnahme in der Branche. Das Umweltbundesamt kam in seinen Ökobilanzen für graphische Papiere aus dem Jahr 2000 zu dem Ergebnis, dass 'es wesentlich umweltverträglicher ist, graphische Papiere aus Altpapier herzustellen, als dafür frische Fasern aus dem Rohstoff Holz zu benutzen'. Dennoch sinkt derzeit in Deutschland die Akzeptanz zur Verwendung von Recyclingpapier bei gleichzeitig ansteigendem Papierverbrauch insgesamt. Die Datengrundlage der Ökobilanz ist bereits über 10 Jahre alt. Seit dieser Zeit hat es in der Papier- und Zellstoffindustrie erhebliche Neuerungen gegeben, die sich teilweise auch auf die Ergebnisse der Ökobilanz ausgewirkt haben. Beispielsweise ist die Energieeffizienz in Zellstoffwerken um ca. 10 Prozent angestiegen. Durch diese und andere Veränderungen ist derzeit nicht eindeutig zu beantworten, ob Recyclingpapier klimafreundlicher ist als Frischfaserpapier. Ziel des Projektes ist es, ein verbraucherorientiertes Informationsinstrument zum Thema Klima- und Ressourcenschutz im Bereich der Kopierpapiere zu schaffen. Dabei sollen auf der Grundlage der aktuellen komplexen Systeme der Papierherstellung und dem deutschen Papiermarkt Fragen wie die Klima- und Ressourcenrelevanz des einzukaufenden Papiers beantwortet und mit konkreten aktuellen Zahlen hinterlegt werden, um dem Verbraucher das umweltfreundlichste Papier aufzuzeigen. Ergebnis des Projektes soll ein verbraucherorientierter Umweltrechner auf der UBA-Internetseite sein, der auf der Basis aktueller Daten dem Konsumenten die umweltfreundlichste Produktalternative anbietet und dies mit konkreten Daten - wie 100 Blatt von a verursachen x kg Treibhausgasemissionen - belegt. Mit diesem Instrument wird ein Beitrag für die Umsetzung der nationalen Klimaschutzziele und den Vorgaben der EU-Ressourcenstrategie hin zu umweltfreundlicheren Konsummustern im Bereich Papier aufgezeigt. Dabei sollen die ökologischen Rucksäcke Deutschlands im Ausland stärker miteinbezogen werden.

Umweltbewusstes Weihnachtsshopping – Tipps vom Umweltzeichen Blauer Engel

In der Weihnachtszeit kann es ganz schön turbulent zugehen: Kekse backen, dekorieren und natürlich Geschenke kaufen! Und damit die Kinder das Rätsel des Weihnachtsmannes nicht lüften, müssen diese auch am besten in buntes Geschenkpapier eingewickelt werden. Das erzeugt eine Menge Müll am Ende der Bescherung. Aber auch in der konsumreichen Weihnachtszeit gibt es Möglichkeiten, umweltbewusst einzukaufen. Wie wichtig das den Deutschen ist, dazu jetzt ein Beitrag von Alex Garthofen. Wenn das Verpackungspapier eh nur zwischen den Beschenkten und ihren heißersehnten Präsenten steht, empfiehlt es sich, Recyclingpapier zu verwenden. Umweltbewusstes Handeln und Weihnachtsfreude stehen sich gegenseitig nicht im Weg, sagt Janine Braumann vom Umweltbundesamt. Janine Braumann: Wer sein Geschenk umweltschonend verpacken will, ist mit dem Blauen Engel gut beraten. Der zertifiziert Geschenkpapier aus 100 Prozent Altpapier – damit schont man die Ressource Holz. Und das Gute ist noch, dass bei der Herstellung Energie und Wasser gespart wird gegenüber der Herstellung von Frischfaserpapier. Einige Geschenke lassen sich alternativ auch in wiederverwendbaren Taschen oder Tüten verpacken, die natürlich auch aus Recyclingpapier sein sollten. Warum sind unabhängige Siegel wie der Blaue Engel oder das EU Ecolabel eine wichtige und zuverlässige Orientierung beim Einkauf? Janine Braumann: Die Auswirkungen des Produkts auf die Umwelt oder die Gesundheit sind nicht immer selbst am Produkt zu erkennen – das ist schwierig für die VerbraucherInnen. Deshalb macht der Blaue Engel Unsichtbares sichtbar. Er zeigt an: Ist das Produkt umweltfreundlich hergestellt, wurden Ressourcen geschont, ist es langlebig, reparaturfähig. Und damit kennzeichnet er mittlerweile über 100 Produktgruppen und ist eine wirklich gute und glaubwürdige Orientierung beim umweltschonenden Einkauf.

Zehn Prozent von 200 Millionen – Zu wenige Schulhefte bestehen aus Recyclingpapier

Bei der Vorbereitung aufs neue Schuljahr heißt es für Eltern und Kinder: Schulmaterialien besorgen! Allein in Deutschland werden jährlich rund 200 Millionen Hefte verkauft. Riesige Mengen an Papier also, doch nur jedes zehnte Schulheft ist aus Recyclingpapier. Warum dieser Anteil größer werden sollte und wie man umweltschonende Produkte erkennt, dazu ein Beitrag von Diana Schade. 200 Millionen Schulhefte werden jedes Jahr gekauft. Bringt es angesichts dieser riesigen Menge überhaupt etwas, sich als einzelne Person für Recyclingpapier zu entscheiden? Ingo Strube: Auf jeden Fall, denn es zählt jeder und jede Einzelne. Die Verwendung von Recyclingpapier leistet einen wichtigen Beitrag, um dem Verlust der biologischen Vielfalt und dem ⁠Klimawandel⁠ entgegenzuwirken. Weiterer Vorteil: Bei der Herstellung von Recyclingpapier werden bis zu 80 Prozent Wasser und 70 Prozent Energie eingespart, im Vergleich zu Frischfaserpapier. ...sagt Ingo Strube vom Bundesumweltministerium. Wer beim Einkauf ein bisschen genauer hinschaut, findet schnell heraus, welche Produkte die Umwelt schonen. Ein Indiz: Das Umweltzeichen Blauer Engel. Ingo Strube: Es soll ein Kompass für den Alltag sein – und es macht Entscheidungen einfacher. Das Umweltzeichen gibt eine verlässliche Orientierung beim umweltbewussten Einkauf. Ein weiterer Vorteil, der auch bei Schulsachen wichtig ist: Auch eventuell gesundheitsbelastende Stoffe werden schon bei der Vergabe des Blauen Engel genau unter die Lupe genommen. Seit 45 Jahren gibt es das bekannte Umweltzeichen bereits. Ingo Strube: Inzwischen werden über 30.000 umweltschonende Produkte und Dienstleistungen von über 1.600 Unternehmen bereits mit dem Blauen Engel gekennzeichnet. Dazu gehören zum Beispiel Farben, Möbel, Wasch- und Reinigungsmittel – oder auch Schulhefte aus Recyclingpapier.

Nachhaltig ins Klassenzimmer – Das Umweltbundesamt zeigt, wie’s geht!

Auch wenn jetzt erstmal die Ferien anstehen, laufen in vielen Familien schon die ersten Vorbereitungen für den Schulstart. Das bedeutet auch: neue Hefte, Collegeblöcke und Stifte werden gebraucht. Jedes neue Schuljahr bietet damit aber auch eine richtig gute Chance, nachhaltiger unterwegs zu sein. Wie ein umweltfreundlicher Schulstart ohne Stress, aber mit gutem Gewissen gelingt – dem ist mein Kollege Ingo Schleiernick nachgegangen. Die Vorbereitung auf ein neues Schuljahr startet oft mit vielen Neuanschaffungen. Wie man zum Schulstart den Umweltschutz im Blick behalten kann, erklärt Susanne Spies vom Umweltbundesamt: Susanne Spies: Obwohl wir ja immer digitaler unterwegs sind, ist Papier aus dem Schulalltag einfach nicht wegzudenken – und das führt eben zu einem sehr hohen Verbrauch. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Tipp für mehr Umweltschutz beim Schulstart ist daher der Griff ins Regal zum Heft aus Recyclingpapier. Studien zeigen hier ganz klar, dass sie deutlich umweltfreundlicher sind als vergleichbare Produkte aus Frischfaserpapier.“ Seit über 45 Jahren kennzeichnet der Blaue Engel Produkte, die besonders ressourcenschonend hergestellt werden. Das Umweltzeichen ist ein staatliches Label, dessen Kriterien vom Umweltbundesamt erarbeitet werden. Susanne Spies: Wir betrachten den gesamten Lebensweg des Produktes und versuchen, die Umweltbelastungen bereits bei der Herstellung zu vermindern. Außerdem wollen wir Produkte, die gut recycelt werden können. Die Unternehmen müssen zum Beispiel durch Vor-Ort-Kontrollen und auch Labortests nachweisen, dass ihre Produkte unsere Kriterien einhalten. Und das, denke ich, macht den Blauen Engel besonders ambitioniert und auch besonders glaubwürdig.

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