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Programm zu den Forstlichen Genressourcen der Forstverwaltung des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Waldgehölze als Forstliche Genressource Seit 1992 arbeitet die Landesforst an dem Programm zur Erfassung, Erhaltung und Vermehrung von heimischen und forstlich wichtigen Waldgehölzarten als Forstliche Genressource. Wesentliche Projekte im Rahmen dieses Programms: SEBASTRA In diesem Rahmen des Landesprogrammes wurde 1992 eine erste Erfassung für die Waldvorkommen von Holzapfel und -birne, Vogelkirsche, Elsbeere, Flatter-, Berg- und Feldulme, Eibe, Stechpalme sowie Wacholder durchgeführt. Forstliche Generhaltungsobjekte 1998 wurde damit begonnen, für die Waldgehölzarten Generhaltungsobjekte auszuweisen. Diese Objekte sollen die genetischen Variationen (Genpool) der Waldgehölze repräsentieren. Die ausgewählten Generhaltungsobjekte werden langfristig erhalten und, bei seltenen Arten, deren Vorkommen gezielt vermehrt. Erfassung von Erntevorkommen wichtiger Straucharten Für die heimischen Straucharten Gemeiner Hasel, Roter Hartriegel, Faulbaum, Rote Heckenkirsche, Schwarzer Holunder, Purgier-Kreuzdorn, Pfaffenhütchen, Schlehe, Gemeiner Schneeball, Gewöhnliche Traubenkirsche sowie Ein- und Zweigriffliger Weißdorn wurde 2001 eine Erfassung von fruktifizierenden Waldvorkommen durchgeführt. Die Bestände sollen zukünftig beerntet werden. Aus dem Saatgut können dann in Baumschulen Pflanzen für Planzungen im Wald und in der offenen Landschaft gezogen werden.

Environmental DNA from archived leaves reveals widespread temporal turnover and biotic homogenization in forest arthropod communities

A major limitation of current reports on insect declines is the lack of standardized, long-term, and taxonomically broad time series. Here, we demonstrate the utility of environmental DNA from archived leaf material to characterize plant-associated arthropod communities. We base our work on several multi-decadal leaf time series from tree canopies in four land use types, which were sampled as part of a long-term environmental monitoring program across Germany. Using these highly standardized and well-preserved samples, we analyze temporal changes in communities of several thousand arthropod species belonging to 23 orders using metabarcoding and quantitative PCR. Our data do not support widespread declines of ÎÌ-diversity or genetic variation within sites. Instead, we find a gradual community turnover, which results in temporal and spatial biotic homogenization, across all land use types and all arthropod orders. Our results suggest that insect decline is more complex than mere ÎÌ-diversity loss, but can be driven by Î2-diversity decay across space and time. Quelle: Bericht

Zukunftsfähiger Wald und nachhaltige Holznutzung

Zukunftsfähiger Wald und nachhaltige Holznutzung Der Wald erfüllt viele Funktionen: Er schützt das Klima, liefert Holz, filtert Staub aus der Luft, schenkt uns Erholung sowie vielen Tieren und Pflanzen Lebensraum. Ein aktuelles UBA-Papier zeigt, wie ⁠Klima⁠- und Umweltschutz, eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und die sparsame Verwendung von Holz beitragen, den – vom Klimawandel stark betroffenen – Wald mit all seinen Funktionen zu erhalten. Die Ansprüche der Gesellschaft an den Wald sind vielfältig: Als Kohlenstoffsenke spielt er eine wichtige Rolle für den ⁠ Klimaschutz ⁠. Aber auch die Bedeutung von Holzprodukten für den ⁠ Klima ⁠- und Ressourcenschutz rückt zunehmend in den Fokus. So sollen Wälder einerseits eine große Menge an nutzbarem Holz produzieren und andererseits auch viele Funktionen erfüllen, die dem Schutz von Mensch und Umwelt dienen: So tragen Wälder beispielsweise zu sauberem Trinkwasser und sauberer Luft bei und bieten Schutz vor ⁠ Erosion ⁠ und Hochwasser. Gleichzeitig suchen viele Menschen auch Erholung im Wald. Die Vielfalt an Lebensräumen, Arten und genetischen Variationen ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Die vielfältigen Funktionen des Waldes sind durch den ⁠ Klimawandel ⁠ bedroht: Wo gravierende Waldschäden auftreten, kann neben der Holzproduktion auch der Schutz gegen Hochwasser oder Bodenerosion oder die Eignung des Waldes als Ort der Erholung leiden. Die Anfälligkeit der Wälder lässt sich aber gezielt verringern. Weil die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels für einzelne Regionen nicht mit Sicherheit vorhersagbar sind, sollten die Wälder von morgen vor allem tolerant gegenüber Änderungen von ⁠ Klimafaktoren ⁠ in unterschiedliche Richtungen sein. Der zügige Umbau von Monokulturen, insbesondere von Nadelbaumarten, zu Mischwäldern mit dem Ziel vielfältiger und resilienter Wälder ist dafür eine der wirksamsten Vorsorgemaßnahmen. Aber auch die Art und Weise, wie wir Holz nutzen spielt eine wichtige Rolle: Eine nachhaltige Holznutzung erfordert, dass wir Kriterien des Gesundheits- und Umweltschutzes beachten. Zentral ist die sparsame Verwendung von Holz und eine möglichst wiederholte Nutzung in sogenannten Nutzungskaskaden. . Wird statt der direkten Verbrennung das geerntete Holz für langlebige Holzprodukte wie den Holzbau oder Möbel verwendet, wird der Kohlenstoff zunächst für weitere Jahrzehnte festgelegt. Zudem ersetzen Holzprodukte häufig Produkte aus fossilen Rohstoffen, wodurch weitere Emissionen vermieden werden können. Auch gesundheitliche Aspekte werden in dem Hintergrundpapier betrachtet: So sollen Holzheizungen nicht zu viel Feinstaub ausstoßen oder Möbel aus Holz nicht zu viele flüchtige organische Verbindungen wie Formaldehyd freisetzen, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Besonders die ständige Neu- und Weiterentwicklung von Verfahren und Produkten im holzverarbeitenden Sektor stellen den Umweltschutz immer wieder vor neue Herausforderungen.

Colonisation of secondary habitats in mining sites by Labidura riparia (Dermaptera: Labiduridae) from multiple natural source populations

Abstract Background Open cast lignite mines, sand pits and military training areas represent human-made, secondary habitats for specialized xerothermophilous and psammophilous species. Rare species, including the earwig Labidura riparia, are found in high population densities in such sites. However, it is unknown from which sources colonisation took place and how genetic variation compares to that of ancient populations on natural sites. Methods Using nine microsatellite markers, we analysed genetic variation and population structure of L. riparia in 21 populations in NE Germany both from secondary habitats such as lignite-mining sites, military training areas and a potassium mining heap, and rare primary habitats, such as coastal and inland dunes. Results Genetic variation was higher in populations from post-mining sites and former military training areas than in populations from coastal or inland dune sites. Overall population diferentiation was substantial (FST=0.08; F'ST=0.253), with stronger diferentiation among primary (FST=0.196; F'ST=0.473) than among secondary habitats (FST=0.043; F'ST=0.147). Diferentiation followed a pattern of isolation by distance. Bayesian structure analysis revealed three gene pools representing primary habitats on a coastal dune and two diferent inland dunes. All populations from secondary habitats were mixtures of the two inland dune gene pools, suggesting multiple colonization of post-mining areas from diferent source populations and hybridisation among source populations. Discussion Populations of L. riparia from primary habitats deserve special conservation, because they harbour diferentiated gene pools. The majority of the L. riparia populations, however, thrive in secondary habitats, highlighting their role for conservation. Implications for insect conservation A dual strategy should be followed of conserving both remaining natural habitat harbouring particular intraspecific gene pools and secondary habitat inhabited by large admixed and genetically highly variable populations. © The Author(s) 2021

Mohrenfalter durch Klimawandel bedroht

Schmetterlingsforscher Prof. Dr. Thomas Schmitt vom Senckenberg Forschungsinstitut in Müncheberg hat gemeinsam mit deutschen Kollegen die zukünftigen Verbreitungsgebiete der europäischen Schmetterlingsart Erebia manto modelliert. Insgesamt 1306 Exemplare des 3 bis 5 Zentimeter großen Falters aus 36 Populationen im gesamten Verbreitungsgebiet gesammelt und genetisch untersucht. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass der Tagfalter in Teilen Europas durch die globale Erwärmung nicht überleben wird. Die Studie ist kürzlich im renommierten Fachjournal „Global Change Biology“ erschienen. Innerhalb von Arten kann es durch Mutation, Hybridisierung (Vermischung verschiedener Gruppen) und Selektion im Laufe der Evolution zur genetischen Differenzierung kommen. Dabei können sich in unterschiedlichen Regionen verschiedene genetische Varianten entwickeln. Genetische Ungleichheiten zwischen Populationen reflektieren somit Selektionsprozesse und Genflüsse in der Vergangenheit. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass alle drei Schmetterlingspopulationen sich seit mehr als einem Warmzeit-Kaltzeit-Zyklus unabhängig voneinander und von der vierten großen Gruppe in den Alpen entwickelt haben. Aussterbeprozesse in Kaltzeiten wechselten sich dabei in den Hochlagen aller Gebirge mit Wiederbesiedlungsphasen in Warmzeiten ab. Genau diese Differenzierung wird den Faltern nun zum Verhängnis. Eine große Variationsbreite im Genpool einer Population sorgt auch für eine große Anpassungsfähigkeit, bei isolierten Populationen fehlt genau diese und sie können sich deutlich schlechter an Veränderungen angleichen. Gerade die heute einzigartigen Populationen mit dem abweichenden Genpool sind die zukünftig bedrohten Falter. „Wir haben verschiedenen Klimamodelle mit Verbreitungsgebieten der Schmetterlinge durchgerechnet“, erzählt Schmitt. Während in den Alpen die Populationen voraussichtlich nur schrumpfen werden, wird es in den Vogesen zukünftig wohl keine Gelbgefleckten Mohrenfalter mehr geben.

Vorkonzept zur Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings (23.11.2021)

Vorkonzept zur Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings Nach Vorlage im GFG am 23.11.2021 1 Ausgangslage Mit der Errichtung des nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität (NMZB) und dessen Er- öffnung am 26. März 2021 wurde eine ressortübergreifende Institution geschaffen, deren Auf- gabe es ist, Akteure im Biodiversitätsmonitoring zu vernetzen und den Ausbau des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings zu fördern. Um dem Verlust der biologischen Vielfalt wirksam entge- genzutreten, bedarf es belastbarer Daten zum Zustand und zur Veränderung von Natur und Landschaft sowie zu wichtigen Einflussgrößen. Mit dem Biodiversitätsmonitoring werden für den jeweiligen Bezugsraum repräsentative Daten mit standardisierten, wissenschaftlich fundierten Methoden über lange Zeiträume erhoben. Hierfür wird das NMZB ein Gesamtkonzept für ein bundesweites Biodiversitätsmonitoring entwickeln. Dieses Konzept soll, unter Einbeziehung existierender Programme, sowohl den terrestrischen als auch den marinen Bereich sowie Binnengewässer abdecken. Darüber hinaus sollen Lücken im bisherigen Biodiversitätsmonitoring identifiziert und durch die Schaffung neuer Monitoringmo- dule geschlossen werden. Existierende und neu hinzukommende Monitoringaktivitäten sollen modular ineinandergreifen und sich, wo möglich, gegenseitig ergänzen – auch in Hinsicht auf Möglichkeiten zur Ursachenforschung. In enger Abstimmung mit dem Steuerungs- und dem Grundsatzfachgremium soll dieses Gesamt- konzept im Rahmen der Aufbauphase des NMZB bis Ende 2023 entwickelt werden. Das Konzept soll alle relevanten Akteure der Monitoringpraxis und -forschung einbinden. Im Auftrag des Steu- erungs- und Grundsatzfachgremiums wurde das hier vorliegende Dokument von der Zentrale des NMZB als Vorkonzept erarbeitet, in dem mögliche Schritte und Zielsetzungen sowie der grobe zeitliche Rahmen zur Entwicklung des Gesamtkonzeptes dargelegt werden. Es bildet somit die Diskussionsgrundlage für die kommende Sitzung des Grundsatzfachgremiums, in der das weitere Vorgehen abgestimmt wird. Die Ergebnisse der Diskussion sollen durch die Zentrale des NMZB in aufbereiteter Form auch dem Steuerungsgremium vorgelegt werden. 2 Ablauf der Konzeptentwicklung Die Konzeptentwicklung wird durch die Zentrale des NMZB vorangetrieben und regelmäßig mit dem Steuerungsgremium (SG), Grundsatzfachgremium (GFG) und bei Bedarf weiteren Fachgre- mien abgestimmt. Die Zentrale des NMZB wird unterstützt durch mehrere Werkverträge und wird über die etablierten Gremien hinaus weitere relevante Akteure in den iterativen Prozess der Konzeptentwicklung für ein bundesweites Biodiversitätsmonitoring einbinden. 1 2.1 Rahmenbedingungen für jeden Teilschritt der Konzeptentwicklung die NMZB-Zentrale fungiert als Koordinationsstelle und Ansprechpartnerin das Grundsatzfachgremium ist das Gremium, in dem die Konzeptentwicklung maßgeblich dis- kutiert wird und Themen und Aufgaben priorisiert werden die Fachgremien arbeiten zur Konzeptentwicklung entsprechend ihrer Arbeitsschwerpunkte zu die Prüfung der Umsetzbarkeit soll unter Einbeziehung der Länder und weiterer Akteure der Monitoringpraxis wiederholt geprüft und berücksichtigt werden die Schaffung von Transparenz und Akzeptanz soll durch Öffentlichkeitsarbeit und Beteili- gungsmöglichkeiten der breiten Fachöffentlichkeit aktiv befördert werden 2.2 Rahmenbedingungen für jeden Teilschritt der Konzeptentwicklung Abbildung 1: Zeitplan der Konzeptentwicklung 2 2.3 Schematische Darstellung der Konzeptentwicklung Abbildung 2: Schematische Darstellung TOP 3 Bausteine der Konzeptentwicklung und exemplarische Leitfragen Definitionsfindung Die Zentrale des NMZB und GFG erarbeiten für das Gesamtkonzept „Bundesweites Biodiversi- tätsmonitoring“ Arbeitsdefinitionen zentraler Begriffe. Das Grundsatzfachgremium hat in seinen Sitzungen am 25.10. sowie 23.11.2021 die folgenden Definitionen für die Arbeit des NMZB beschlossen: „Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens auf der Erde, sie umfasst alle Organismen, Arten und Po- pulationen, die genetische Variation unter diesen, und ihre Lebensgemeinschaften und Ökosys- teme.“ 3

Ergebnisprotokoll 4. Sitzung Fachgremium Bodenbiodiversität

4. Sitzung des Fachgremium „Monitoring der Bodenbiodiversität und seiner Funktionen“ Hybrid, 05. – 06.07.2022 Ergebnisprotokoll Tagesordnung TOPInhalt TOP 1Begrüßung und Aktuelles aus dem Monitoringzentrum TOP 2Aktuelle Informationen der Gremienmitglieder TOP 3Grundlagen der Organismenauswahl für ein Monitoring TOP 4Die Flächenkulisse: konzeptionelle Herangehensweise TOP 5Diskussion Arbeit am Basiskonzept TOP 6Zeitplan TOP 1 Begrüßung und Aktuelles aus dem Monitoringzentrum Frau Weiß begrüßt die Teilnehmenden und berichtet. Am 21.06.22 wurde in der 3. Sitzung des Grundsatzfachgremiums durch Frau Weißbecker die bisherige Arbeit des Fachgremiums „Boden- biodiversität“ und Vorschläge für das weitere Vorangehen vorgestellt. Der Bericht wird begrüßt und die Arbeit des Fachgremiums als sehr positiv bewertet. Die Qualität des Eckpunktepapiers wird hervorgehoben und den Mitgliedern des Fachgremiums Dank ausgesprochen. Die Mitglie- der des Grundsatzfachgremiums erhielten im Nachgang an die Sitzung die Möglichkeit, Ände- rungswünsche an das Eckpunktepapier anzugeben. Nach deren Einarbeitung wird es zur finalen Zustimmung im Umlaufverfahren erneut dem GFG vorgelegt. Es wird angemerkt, dass eine um- fassende Konzeptionierung des bundesweiten Bodenbiodiversitätsmonitorings in eine dem Wettbewerb unterliegende öffentliche Ausschreibung kommen und das Fachgremium die fachli- chen Grundlagen hierfür schaffen soll. Dies wird mit der Anfertigung eines Basiskonzepts reali- siert, das diese neben ersten Modulvorschlägen enthält. Das Grundsatzfachgremium stimmt den Vorschlägen zur weiteren Arbeitsweise des Fachgremiums zu. Dies umfasst die priorisierten Ziel- stellungen, die konzeptionelle Herangehensweise zur Erarbeitung einer Organismenauswahl für das Monitoring, sowie den Vorschlag zur Durchführung einer Fachtagung „Synergiepotentiale für ein bundesweites Bodenbiodiversitätsmonitoring“. 1 Das Fachgremium einigt sich auf den folgenden Vorschlag zur Definition von Bodenbiodiversi- tät: „Bodenbiodiversität ist die strukturelle und funktionelle Vielfalt von Organismen, Arten und Po- pulationen, die ihren gesamten oder einen Teil ihres Lebenszyklus im Boden verbringen oder de- ren essentieller Lebensraum die Bodenoberfläche darstellt. Sie umfasst die genetische Variation der Organismen und ihre Lebensgemeinschaften mit ihren ökologischen Zusammenhängen und Prozessen, auf der Ebene von Bodenmikrohabitaten bis hin zu Landschaften.“ Am 2. Sitzungstag ergänzt Frau Weißbecker um folgende Themenpunkte: Frau Weißbecker gibt in einer Präsentation Impulsvorschläge für die weitere Arbeit des Fachgre- miums. Als Nahziel und Produkt der Fachgremienarbeit wird das „Basiskonzept“ verstanden, das erste Module für eine bundesweite Umsetzung vorschlägt und die Grundlagen für die Erarbei- tung eines umfassenden Konzeptes enthält. Dieses wird jedoch nicht durch das Fachgremium, sondern im Rahmen einer sich anschließenden Ausschreibung des Monitoringzentrums erarbei- tet werden. Das Basiskonzept soll Zielstellungen an ein bundesweites Bodenbiodiversitätsmonitoring vor- schlagen und die jeweiligen Anforderungen formulieren. Module, die im Rahmen des Basiskon- zepts formuliert werden, sollen zeitnah (circa < 5 Jahre) potentiell bundesweit oder als Pilotpro- jekte durch einzelne Länder umsetzbar sein. Daher müssen sie von der Erhebung bis zur Auswer- tung praktikabel sein und eine klar dokumentierte Aussagekraft besitzen. Methodenleitfäden für die vorgeschlagenen Module sind anzugeben. Die Kompatibilität zu einem zukünftigen umfas- senden Konzept muss gewährleistet sein. Das Fachgremium hat folgende prioritäre Zielstellungen formuliert: 1. Umfassende Bestandserhebung von Bodenorganismengruppen und Beschreibung von Le- bensgemeinschaften im Rahmen einer Basiserfassung 2. Ermittlung von Bestandsveränderungen von (ausgewählten) Bodenorganismengruppen so- wie Erfassung ausgewählter Bodenfunktionen und 3. Darstellung der Auswirkungen ausgewählter Wirkfaktoren auf Bodenorganismen. Zielstellung 1) gilt als absolut grundlegend zur Weiterentwicklung des Monitorings im Bereich der Bodenbiologie zur Schließung von Kenntnislücken unter anderem zu lebensraumbezogenen Artvorkommen und -verbreitung, der Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften, Ableitung von lebensraumtypischen Referenzwerten sowie räumlichen Anforderungen an ein Monitoring. Dies kann nicht im Rahmen von Basismodulen abgedeckt werden, sondern bedarf einer intensi- ven Studie. Zukünftig könnte diese in größeren Zeitabständen oder auf einer Unterstichprobe im Rahmen eines langfristigen Monitorings wiederholt werden. Die Arbeit zu Zielstellung 2) ist Inhalt der aktuellen Sitzung und die Herangehensweise wird in TOP3 diskutiert. Diskussion nach den beiden Präsentationen Es gibt Rückfragen zu Konzept und Stand der Entwicklung des geplanten Bodenmonitoringzent- rums: Zur Konzeptionierung wird das Umweltbundesamt 2023 im Rahmen des RefoPlans eine Ausschreibung auf Grundlage eines existierenden Grobkonzepts vornehmen: FKZ 3722742010 „Ausbau und Weiterentwicklung bodenbezogener Indikatoren für die nationale und EU-weite 2 Berichterstattung zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz“. Das Zentrum soll die Vernetzung der Bodenmonitoringaktivitäten befördern, ursprünglich mit dem Fokus eines Klimafolgenmoni- torings mit den vier Kernthemen Erosion, Wasserhaushalt, organische Substanz und Bodenbio- diversität. Hierzu waren das Kernelement die Bodendauerbeobachtungsflächen, ergänzt um Standorte weiterer Institute und Forschungsvorhaben [1]. In den aktuellen Weiterentwicklungen ist der Fokus Klima jedoch entfallen. TOP 2 Aktuelle Informationen der Gremienmitglieder Themenbeiträge zu aktuellen Entwicklungen im Bodenbiodiversitätsmonitoring Für den Themenbereich Bodenmonitoring wird eine gute Zusammenarbeit bestehender Instituti- onen angestrebt. Derzeit liegt im Rahmen des Aktionsprogramms „Natürlicher Klimaschutz“ ein Antrag für eine Basiserfassung der Bodenbiodiversität zur Ermittlung von Referenzdaten für ei- nen guten ökologischen Zustand der Böden vor. Der Antrag stellt die Klimarelevanz der Boden- biodiversität dar und die Notwendigkeit, vorhandene Kenntnislücken zu schließen, um wirksame Maßnahmen beispielsweise im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel [2] entwickeln zu können. Zukünftig wird es hierfür nötig sein, eine messnetzübergreifende Aus- wertung der Daten aufzubauen. Das Aktionsprogramm befindet sich aktuell in der Endabstim- mung. In diesem Haushaltsjahr muss noch der Finanzrahmen beschlossen werden. Es wird diskutiert, dass derzeit bestehende Bodenmonitoringprogramme in der Aufnahme von Begleitdaten limitiert sind und eine starke Nutzungsbezogenheit aufweisen. Dies erschwert eine übergreifende repräsentative Auswertung. Eine mögliche Basiserhebung im Rahmen des Antrags zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz sollte hier repräsentative Parameter und Maß- stäbe in verschiedenen Nutzungen beachten. Der Ständige Ausschuss „Vorsorgender Bodenschutz“ (BOVA) der Bund/Länder-Arbeitsgemein- schaft Bodenschutz (LABO) hat einen überarbeiteten Methodenleitfaden für die Bodendauerbe- obachtungen erarbeitet und diesen dabei um ein weiteres Kapitel zur Auswertung der Boden- Dauerbeobachtungsflächen ergänzt. Dieser wird zukünftig öffentlich zugänglich auf der Home- page der Bund-/Länder Arbeitsgemeinschaft zugänglich sein, ebenso wie das Handbuch Boden- schutz (www.labo-deutschland.de). Es wird auf die Veranstaltung Abschlussgespräch Projekt MetaSOL („Evaluation of biodiversity via DNA-extraction from soil and organism samples taken at permanent soil monitoring sites“), am 12.10.2022 am UBA in Berlin hingewiesen. Projekt „Biologische Bodenzustandserhebung Deutscher Wälder (BBZE-Wald)“ Herr Jakob und Herr Buscot berichten vom bewilligten Projekt „Biologische Bodenzustandserhe- bung Deutscher Wälder (BBZE-Wald)“, das im Dezember 2022 beginnt und über den Waldklima- fond, verwaltet durch die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe, gefördert wird. Dies um- fasst insgesamt zwei bodenbiologische Erfassungen, die in den Jahren 2023 und 2024 während der Erhebungen für die dritte Bodenzustandserhebung Wald stattfinden sollen. Zu den bodenbi- ologischen Erhebungen wird die molekularbasierte Analyse von Bodenbakterien- und pilzen ge- hören, ebenso werden mikrobielle Biomasse, Bodenatmung, Enzymquotienten sowie Bodenor- ganismen der Meso- und Makrofauna aufgenommen. Für die molekularbiologische Erfassung der Bodenmikroorganismen mittels Metabarcoding wird die publizierte Methodik von Lucas-Soil [3] 3

Ziele des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings

Ziele des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings – Beschluss des Grundsatzfach- und Steuerungsgremiums Leipzig, 31.07.2024 monitoringzentrum.de Hintergrund Das Nationale Monitoringzentrum zur Biodiversität entwickelt gemeinsam mit Fachverbänden und -gesellschaften, Wissenschaft und Behörden aus dem Natur-, Umwelt-, Forst- und Agrarbe- reich das Biodiversitätsmonitoring in Deutschland zu einem bundesweiten, lebensraumübergrei- fenden Biodiversitätsmonitoring weiter. Um die dazu im Grobkonzept formulierten Ziele weiter- zuentwickeln und zu konkretisieren, hat das Monitoringzentrum eine Fachtagung durchgeführt (Nationales Monitoringzentrum zur Biodiversität 2024). Wissenschaftler*innen und Vertreter*in- nen von Behörden haben über die folgenden vier übergeordneten Ziele des Biodiversitätsmoni- torings diskutiert: 1. Überwachen des Zustandes und der Entwicklung der Biodiversität 2. Verbessern des Verständnisses von Ursachen des Biodiversitätswandels 3. Überwachen der Zielerreichung von Strategien zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt 4. Verbessern des Verständnisses zu den Folgen des Biodiversitätswandels Ziele des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings 1 Allgemeine Ziele des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings Aufbauend auf dem bestehenden Biodiversitätsmonitoring in Deutschland soll ein bundesweites lebensraumübergreifendes Biodiversitätsmonitoring entwickelt werden, welches die bisherigen Monitoringansätze verbindet und ergänzt. Dabei soll die Datengrundlage zum Zustand und zur Entwicklung der biologischen Vielfalt verbessert und umfangreiche, wissenschaftlich belastbare Daten zur Biodiversität in Deutschland bereitgestellt werden. Eine verbesserte Datengrundlage soll folgenden Aspekten dienen: Die Daten des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings sollen die Wissensbasis für die Bewer- tung des Zustands und der Entwicklung der Biodiversität in Deutschland sein. Die Daten des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings sollen als Grundlage genutzt werden, um Maßnahmen zu erarbeiten, welche die Biodiversität erhalten und fördern; Wissenschaftliche Forschung zu betreiben; Politik evidenzbasiert zu beraten; Berichtspflichten zu erfüllen. Seite 2 / 5 Die erhobenen Daten aus dem bundesweiten Biodiversitätsmonitoring sollen für Auswertungen, die Entwicklung und Kalibrierung von Modellen, Szenarien und Prognosen bereitgestellt werden, die dem Verständnis von Biodiversitätsveränderungen dienen. Die gewonnenen Informationen zu Biodiversitätsveränderungen sowie zu deren Ursachen sollen für die interessierte Öffentlichkeit und Politik aufbereitet werden, um ein Bewusstsein für die Bedeutung von Biodiversität in der Gesellschaft zu schaffen und damit Grundlagen für Transformationsprozesse zu legen. 2 Überwachen des Zustandes und der Entwicklung der Biodiversität Mit dem bundesweiten Biodiversitätsmonitoring soll der Zustand der biologischen Vielfalt erfasst und deren Veränderungen in Raum und Zeit beschrieben werden. Dabei sollen verschiedene Ebenen der biologischen Vielfalt (genetische Variation, Arten, Lebensräume) berücksichtigt werden; Artengemeinschaften möglichst umfassend erfasst werden; Artengruppen und Lebensräume von hoher Relevanz für Ökosystemfunktionen und -leistun- gen im Monitoring Berücksichtigung finden; gefährdete Arten und Verantwortungsarten möglichst umfassend erfasst werden; Anforderungen, die sich aus Berichtspflichten ergeben, durch das bundesweite Biodiversi- tätsmonitoring abgedeckt werden. 3 Verbessern des Verständnisses von Ursachen des Biodiversitätswandels Neben dem Erkennen von Veränderungen der biologischen Vielfalt (siehe 2.) soll das bundes- weite Biodiversitätsmonitoring zukünftig auch fundierte Aussagen zu den möglichen Ursachen für den Biodiversitätswandel erlauben und damit Handlungsoptionen aufzeigen (Deutscher Bun- destag 2021). Um Veränderungen in der biologischen Vielfalt in Zusammenhang mit Veränderungen in der Umwelt setzen zu können, sollen im Biodiversitätsmonitoring Begleitdaten zu Einflussgrößen konzeptionell berücksichtigt werden. Um die komplexen Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Biodiversität und der Umwelt besser zu verstehen, sollen die Effekte von Einflussgrößen auf die Biodiversität quan- tifizierbar sein. Wichtig ist dabei die Abstimmung der zeitlichen und räumlichen Auflösung der Datenerfassung von Biodiversität und Einflussgrößen. Für eine evidenzbasierte Politikbe- Seite 3 / 5

Teilprojekt C

Das Projekt "Teilprojekt C" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hohenheim, Landessaatzuchtanstalt (720) durchgeführt. Das übergeordnete Ziel von GeneBank2.0 ist es, die Ex-situ-Weizensammlung des IPK in eine aktiv in der Züchtung genutzte Sammlung umzuwandeln, indem ein integrierter Ansatz angewendet wird, der modernste Genomik, Phänomik, Biodiversitätsinformatik und Präzisionszüchtung umfasst. Strategien zur Nutzung genetischer Ressourcen reichen von der Identifikation von Punktmutationen bis hin zu Gameten mit hohem Zuchtwert. Die in den ersten beiden Phasen entwickelten und begonnenen PreBreeding Strategien werden in der dritten Projektphase weitergeführt. Das bezieht sich im Wesentlichen auf die Nutzung wertvoller neuer Allele und Gene für die Merkmale Kornertrag, Antherenextrusion sowie Braunrost-, Gelbrost- und Mehltauresistenz. Wir werden den molekularen Atlas der Weizen-Akzessionen der IPK ex situ Genbank um wilde Verwandte erweitern und zwei Genotypen als Beitrag zu internationalen Initiativen de novo sequenzieren. Unter Nutzung der Macrobot-Plattform sollen neue, in der Züchtung noch nicht verwendete Resistenzloci gegen Mehltau, Gelbrost und Blattrost feinkartiert und validiert werden. Ziel ist es, eine öffentlich zugängliche Bibliothek von Donoren, die Träger seltener, bisher in der Züchtung nicht genutzter Resistenzloci gegen verschiedene Rassen von Mehltau, Gelbrost und Blattrost sind, aufzubauen. Bei der Suche nach neuen Merkmalen liegt der Schwerpunkt auf der genetischen Variation für eine offene Weizenblüte, da dies für die Hybridweizenzüchtung wichtig ist. Weiterhin werden genombasierte Präzisionsvorzuchtprogramme fortgesetzt, um den Nutzen genetischer Ressourcen als Donoren wertvoller Variation für komplex vererbte Merkmale zu belegen. Die umfangreichen Daten werden mit einer speziell angepassten Biodiversitäts-Informatik-Toolbox analysiert und sollen interoperabel mit weiteren internationalen Initiativen im Rahmen eines Informationssystems verfügbar gemacht werden.

Schwerpunktprogramm (SPP) 1530: Flowering time control: from natural variation to crop improvement

Das Projekt "Schwerpunktprogramm (SPP) 1530: Flowering time control: from natural variation to crop improvement" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Lehrstuhl Pflanzenzüchtung durchgeführt. During evolution plants have coordinated the seasonal timing of flowering and reproduction with the prevailing environmental conditions. With the onset of flowering plants undergo the transition from vegetative growth to reproductive development. In agriculture, flowering is a prerequisite for crop production whenever seeds or fruits are harvested. In contrast, avoidance of flowering is necessary for harvesting vegetative parts of a plant. Late flowering also severely hampers breeding success due to long generation times. Thus, FTi (flowering time) regulation is of utmost importance for genetic improvement of crops. There are many new challenges for plant geneticists and breeders in the future (e.g. changing climate, need for higher yields, demand for vegetative biomass for bioenergy production), requiring novel approaches for altering the phenological development of a plant species beyond the currently available genetic variation. Changes in the expression of a single FTi regulator can suffice to drastically alter FTi. Exploiting the molecular fundament of FTi control offers new perspectives for knowledge-based breeding. Pleiotropic effects of FTi gene regulation beyond flowering time, such as yield parameters/hybrid yield were most recently demonstrated. This emerging field of research offers new possibilities for gaining insight into the very foundations of yield potential in crop plants. The Priority Programme aims to develop a functional cross-species network of FTi regulators for modelling developmental and associated (e.g. yield) characters in relation to environmental cues. Plant species with different phenological development will be investigated. Phylogenetic similarities can be used to infer similar functional interactions between FTi regulators in related crop species. Comparative analysis of FTi regulation among and between closely and remotely related species will identify distinct evolutionary paths towards optimisation of FTi in a diverse set of species and the branching points of divergence. Projects in this Priority Programme focus on genomic approaches to gain a comprehensive understanding of FTi regulation also in crops, which thus far have not been a major target of research. Another focus is on non-genetic cues regulating FTi and hormonal constitution and nutrient supply.

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