In den letzten Jahren wurde ein nationales Netzwerk zur Erfassung physikalisch-chemischer Parameter der verschiedenen Partikelfraktionen (PM10, PM2,5, PM1 und kleiner als 100 nm) aufgebaut, das neben den Massenanteilen auch die wesentlichen chemischen Inhaltsstoffe und die Partikelanzahlgrößenverteilung im Ultrafeinstaubbereich bestimmt. Diese Daten decken das gesamte gesundheitlich relevante Größenspektrum der Aerosole ab und können durch die Einbeziehung weiterer physikalisch-chemischer Parameter als Grundlage epidemiologischer Studien zu Gesundheitseffekten ultrafeiner Partikeln dienen, da hierfür nur qualitativ hochwertige Langzeitmessreihen geeignet sind. Das Beobachtungsnetz ist in dieser Form europa- und weltweit einzigartig. Durch die Analyse und Interpretationen der Messdaten aus diesem GUAN-Netzwerk wird es erstmals möglich sein, Korrelationen zwischen den einzelnen Größenfraktionen und deren Inhaltsstoffen zu ermitteln, die für die Fortschreibung von Immissionsminderungsstrategien auf nationaler Ebene zum Einsatz kommen können. Das Netzwerk GUAN mit seinen 11 Messstationen stellt über Deutschland verteilt Messdaten bereit, die sowohl die troposphärische Hintergrundbelastung als auch verkehrsbelastete, innerstädtische 'hot spots' widerspiegeln, die zur Erlangung eines vertieften Prozessverständnisses von Episoden mit massiv erhöhter Feinstaubbelastung notwendig sind. Maßnahmen zur Reduktion der häufigen Überschreitungen der Partikelgrenzwerte im PM10/PM2,5-Bereich setzen das Verständnis der partikelbildenden Prozesse voraus. Das Vorhaben sieht die Weiterführung der einzigartigen Monitoring-Strategie des GUAN Netzwerkes vor und dient der umfassenden Analyse der Trends der einzelnen Parameter, deren Ursache in technologisch, gesellschaftlich oder politisch bedingten Änderungen der flächenhaften Emissionen von Partikeln im gesamten Größenspektrum zu suchen sind.