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Evaluierung von Maßnahmen zur gerechten gesundheitsfördernden Stadtentwicklung und großen Transformation hinsichtlich der Förderung von Gesundheit, der Verringerung sozialer Ungleichheiten und des Schutzes von Klima und Umwelt, Evaluierung von Maßnahmen zur gerechten gesundheitsfördernden Stadtentwicklung und großen Transformation hinsichtlich der Förderung von Gesundheit, der Verringerung sozialer Ungleichheiten und des Schutzes von Klima und Umwelt - Bochum

Evaluation der Brustkrebsmortalität im Deutschen Mammographie‐Screening‐Programm

Evaluation der Brustkrebsmortalität im Deutschen Mammographie‐Screening‐Programm Die Studie ging der Frage nach, welchen Einfluss das Mammographie- Screening -Programm auf die Brustkrebssterblichkeit in Deutschland hat. Sie ist sowohl hinsichtlich der Zahl einbezogener Frauen wie auch vom methodischen Umfang her international eine der größten Studien zu diesem Thema. Nach Abschluss der Studie zeigt sich: In der anspruchsberechtigten Altersgruppe kann etwa jeder vierte Brustkrebstodesfall durch die regelmäßige Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm verhindert werden . Für die Jahre 2009 bis 2018 konnte unter den Teilnehmerinnen eine um 20-30 Prozent geringere Brustkrebssterblichkeit als bei den Nicht-Teilnehmerinnen nachgewiesen werden. Damit erweist sich erneut, dass der Nutzen des Mammographie- Screening -Programms weit größer ist als das sehr geringe zusätzliche Brustkrebsrisiko, das mit der Anwendung von Röntgenstrahlung bei der Untersuchung verbunden ist. Die Ergebnisse sind nicht auf Früherkennungsuntersuchungen außerhalb des zugelassenen Programms übertragbar. Die Studie leistet auch wissenschaftlich einen wichtigen Beitrag : Mehrere moderne Auswertungsansätze sowie methodische Neuentwicklungen wurden genutzt, um die komplexen technischen, organisatorischen und rechtlichen Hürden in Deutschland zu überwinden und systematische Verzerrungen des Ergebnisses zu vermeiden. Die in der Studie entwickelten Methoden können national wie international zur Evaluation von Früherkennungsverfahren beitragen. Der Effekt wurde konservativ geschätzt, die Wirksamkeit wird also eher unter- als überschätzt . Der enge Bereich, in dem sich die Einzelergebnisse der verschiedenen methodischen Ansätze bewegen, spricht für die Verlässlichkeit sowohl der Ergebnisse wie auch der Vorgehensweise . Das Gesamtergebnis stimmt gut mit den Schätzungen aus der wissenschaftlichen Literatur anderer Länder überein. Begleitinformation zur Abschlussveranstaltung am 9. Juli 2025 in Berlin Brustkrebssterblichkeit: Wirksamkeit des Mammographie-Screening-Programms Die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm zur Brustkrebsfrüherkennung senkt die Brustkrebssterblichkeit deutlich. Zwischen 2009 und 2018 gab es bei Frauen, die am organisierten Screening-Programm teilnahmen, 20 bis 30 Prozent weniger Brustkrebs-Todesfälle als bei den Nicht-Teilnehmerinnen. Der Nutzen des Mammographie-Screening-Programms übersteigt das sehr geringe zusätzliche Brustkrebsrisiko durch die Strahlung bei der Untersuchung um ein Vielfaches. Voraussetzung dafür sind strenge Qualitätsanforderungen, die sich auch in der strahlenschutzrechtlichen Zulassung des Programms widerspiegeln. Strahlenschutz ist somit Gesundheitsschutz. Neue Entwicklungen in der Gesundheitspolitik müssen deshalb den Strahlenschutz miteinbeziehen – insbesondere bei Früherkennungsmaßnahmen, um auch die Sicherheit asymptomatischer Personen zu gewährleisten. Die Ergebnisse des aktuellen Forschungsvorhabens sind zentral für die Nutzen-Risiko-Bewertung des BfS und bilden die Grundlage für weiterführende Studien zur Krebsfrüherkennung. Auch in Zukunft wird das BfS die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen aufmerksam verfolgen, um gegebenenfalls die Empfehlungen für die Rahmenbedingungen des Mammographie-Screening-Programms zugunsten eines verbesserten Strahlenschutzes und zum Wohle der Frauen anzupassen. Die vollständige Zusammenfassung finden Sie in der Begleitinformation zum Download: Begleitinformation zur Abschlussveranstaltung Poster bevölkerungsbasierter Ansatz, mit freundlicher Genehmigung der Universität Münster (nicht barrierefrei) Poster kassenbasierter Ansatz, mit freundlicher Genehmigung der Universität Münster (nicht barrierefrei) Ergebnisbericht (500 Seiten) Quelle: Raycat via Getty Images Hintergrund und Zielsetzung Ziel der Mortalitätsevaluation war es, den Einfluss der Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm auf die Brustkrebssterblichkeit abzuschätzen. In Deutschland wird Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren ( bzw. 69 Jahren bis 2024) alle zwei Jahre eine Röntgen-Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs im Rahmen des organisierten und qualitätsgesicherten Mammographie-Screening-Programms angeboten. Durch die frühzeitige Diagnose sollen die Heilungschancen verbessert und Sterbefälle verhindert werden. Große internationale Studien wiesen auf diesen Effekt bereits hin und bildeten die Grundlage für die strahlenschutzrechtliche Zulassung des Programms. Ein belastbarer Nachweis für Deutschland, insbesondere mit Blick auf die spezifischen strahlenschutzrechtlichen Voraussetzungen für die weitere Umsetzung des deutschen Screening-Programms, stand zu Beginn der Forschungsvorhaben aber noch aus. Herausforderungen beim Studiendesign Bei der Durchführung der deutschen Studie stand die Forschungsgruppe vor einigen Herausforderungen. Seit Anfang der 1990er Jahre nimmt die Zahl der Brustkrebstodesfälle durch Verbesserungen in der Therapie stetig ab und überlagert den Effekt des Mammographie-Screening-Programms. Ein bloßer historischer Vergleich mit der Zeit vor der Einführung des Mammographie-Screening-Programms war deshalb nicht ausreichend. Durch die bundesweit zeitgleiche Programmeinführung gab es auch regional keine Kontrollgruppe , mit der die eingeladenen Frauen hätten verglichen werden können. Diese Besonderheit, kombiniert mit dem Umstand, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Einladungsdaten gespeichert wurden, erschwerte die Durchführung einer Studie. Denn die typischerweise verwendeten Studiendesigns, wie cluster-randomisierte Kontrollstudien (RCT) und quasi-experimentelle Studien, waren dadurch nicht umsetzbar. Stattdessen musste auf Beobachtungsstudien zurückgegriffen werden, die jedoch verschiedene methodische Herausforderungen mit sich bringen. So fehlten umfassende Datenquellen, und es gab erhebliche Zugangsbeschränkungen durch technische, organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen. Darüber hinaus sind Beobachtungsstudien anfällig für systematische Fehler, sogenannte Verzerrungen oder Biases. In zwei groß angelegten Machbarkeitsstudien wurden daher zunächst Möglichkeiten eruiert, diese Herausforderungen zu meistern. Am Ende entstand ein Auswertungskonzept, das national wie international einen wesentlichen Beitrag zur Evaluation von Früherkennungsuntersuchungen leistet. Das Forschungsvorhaben ist sowohl hinsichtlich der Zahl eingeschlossener Frauen wie auch vom methodischen Umfang her international eine der größten Studien zu diesem Thema. Methodik und Durchführung Übersicht über die drei Auswertungsmodelle (mit Datenquellen nach beteiligten Projektpartnern) Das Auswertungskonzept kombinierte mehrere Auswertungsmodelle, um die Ergebnisse abzusichern und ihre Aussagekraft zu stärken. Strategie der konvergierenden Evidenzen Verschiedene Datenquellen mit unterschiedlichen Stärken und Limitationen wurden in mehreren Beobachtungsstudien mit sich ergänzenden methodischen Herangehensweisen so kombiniert, dass eine möglichst hohe Validität und Plausibilität der Vorhabenergebnisse sichergestellt werden sollte. Dabei wurden sowohl klassische Analysen angewandt als auch Ansätze verfolgt, die den aktuellen Entwicklungen in der epidemiologischen Forschung entsprechen und von der Forschungsgruppe wesentlich weiterentwickelt werden konnten. Mögliche systematische Verzerrungen der Ergebnisse wurden mithilfe neuester statistischer Methoden vermieden bzw. korrigiert und transparent dargestellt. Aus den beiden eigenständigen Auswertungsmodellen "kassenbasierter" bzw. "bevölkerungsbasierter Ansatz" ergab sich ein Ergebnisbereich, der durch umfangreiche Sensitivitäts- und Verzerrungsanalysen sowie durch die Ergebnisse des dritten Ansatzes "erweiterter Kohortenabgleich" in seiner Robustheit und Plausibilität untermauert wurde. Für die Studie wurden Daten aus den Jahren 2009 bis 2018 zu Frauen zwischen 50 und 69 Jahren bei Teilnahme ausgewertet. Details zu den methodischen Herangehensweisen sind den Berichten der Ressortforschungsvorhaben zu entnehmen ( Ergebnisbericht , Hauptstudie I , Machbarkeitsstudien ). Ergebnisse Insgesamt stimmen die Ergebnisse des kassenbasierten und des bevölkerungsbasierten Ansatzes darin überein, dass selbst bei konservativer (also vorsichtiger) Schätzung das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, durch die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm innerhalb von 10 Jahren um 20 bis 30 Prozent gesenkt wird. Der Effekt ist statistisch signifikant sowie klinisch relevant und fügt sich gut in die aus der Literatur bekannten Schätzungen ein. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Robustheit gegenüber der Nutzung unterschiedlicher Datenquellen und Analysemethoden, sodass von einer Konvergenz der Evidenz ausgegangen wird. Sie beziehen sich ausschließlich auf das zugelassene Mammographie-Screening-Programm; Aussagen zur Wirksamkeit außerhalb dieses Programms lassen sich auf Basis der vorliegenden Analyse nicht treffen. In den Einzelergebnissen zeigen sich zwar Abweichungen zwischen den verschiedenen methodischen Ansätzen. Diese waren aber wegen der Unterschiede in den zugrunde liegenden Daten und in den jeweiligen Vorgehensweisen erwartbar. Für die Bestimmung des Gesamteffekts wurden die Einzelergebnisse entsprechend der Stärke und Plausibilität der zugrunde liegenden Annahmen gewichtet und weiter eingegrenzt. Historie Basierend auf den Vorarbeiten der Strahlenschutzkommission und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung wurde 2012 das erste von vier aufeinanderfolgenden Forschungsvorhaben zur Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm vergeben. Die Ergebnisse sollten das Geschehen in Deutschland realistisch abbilden und repräsentativ für alle Regionen und Bevölkerungsschichten sein. Die im Vorhaben genutzten Daten sollten ursprünglich auch externen Forschenden zur Auswertung zur Verfügung stehen, um eine größtmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu erreichen. Organisation Übersicht über die organisatorische Ausgestaltung Finanziert wurden die Vorhaben zu gleichen Teilen durch das Bundesumweltministerium, das Bundesgesundheitsministerium sowie die Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Die fachliche und administrative Abwicklung oblag dem Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ). Federführende Forschungsnehmerin war die Universität Münster . Sie koordinierte die drei Unterauftragnehmer: das Landeskrebsregister NRW , das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS und das SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen. Über die grundsätzlichen Inhalte entschied ein Steuerungsgremium, das von einem Wissenschaftlichen Beirat beraten wurde. Das Steuerungsgremium setzte sich zusammen aus den Finanziers, dem Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats, der Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden und einer Patientenvertretung. Der Artikel basiert auf den Informationen aus dem Ergebnisbericht, dem Programmreport und der Bewertung des Wissenschaftlichen Beirats. Projektdaten Federführung: Universität Münster Unterauftragnehmer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen Landeskrebsregister Nordrhein-Westfalen ( NRW ) Fachliche Begleitung : Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) Laufzeit : Mitte 2012 bis Ende 2024 (vier aufeinanderfolgende Forschungsvorhaben) Finanzierung : insgesamt rund 10 Mio. EUR durch Bundesumweltministerium, Bundesgesundheitsministerium sowie die Kooperationsgemeinschaft Mammographie Wissenschaftlicher Beirat (Stand: 2025) Herr Dr. Markus Borowski, Medizinphysik, Klinikum Braunschweig Herr Prof . Dr. Gunnar Brix, ehemals Abteilungsleiter Bundesamt für Strahlenschutz Herr Jacques Fracheboud, Arzt, Epidemiologie, ehemals University Medical Center Rotterdam Frau Prof . Dr. S. H. Heywang-Köbrunner, Radiologie, Referenzzentrum Mammographie München Herr Dr. Hans Junkermann, Mammaradiologie, ehemals Universitätsklinikum Heidelberg Frau Dr. Elke Nekolla, Strahlenschutz, Bundesamt für Strahlenschutz Herr Peter Rabe, Medizininformatik, Kooperationsgemeinschaft Mammographie Frau PD Dr. Claudia Spix, Epidemiologie, ehemals IMBEI Mainz Herr Prof . Dr. Mathias Warm, Gynäkologie, Brustzentrum Köln-Holweide Stand: 06.03.2026

Das BfS im Zivilschutz

Das BfS im Zivilschutz Das Bundesamt für Strahlenschutz arbeitet für den Schutz von Bürgerinnen und Bürgern vor den negativen Folgen von Strahlung. Dies gilt nicht nur im Alltag oder bei Unglücksfällen, sondern – sollte dies erforderlich sein – auch in Krisen- und Kriegssituationen. Dazu stellt das BfS Informationen bereit, ob und wo erhöhte Radioaktivität auftritt und wohin sie sich ausbreitet. Diese Informationen ermittelt das bundesweite Radioaktivitäts-Messnetz ODL des BfS. Zusammengeführt und bewertet werden sie im Informationssystem IMIS. In Notfällen erstellt das BfS ein radiologisches Lagebild. Selbst im unwahrscheinlichen Fall einer Nuklearwaffenexplosion kann man sich und andere meist vor den schlimmsten Auswirkungen schützen: Vor allem, indem man möglichst schnell geschützte Räume wie Kellerräume, innenliegende Räume, Tiefgaragen und Ähnliches aufsucht. Die Menschen und die Umwelt bestmöglich vor den negativen Folgen von Strahlung zu schützen, zählt zu den zentralen Aufgaben des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ). Das gilt im Alltag genauso wie für Unfälle, katastrophale Unglücke sowie in Krisen- und Kriegssituationen. Dabei ist es wichtig, auch die besonderen Bedingungen in einem militärischen Spannungs- und Verteidigungsfall im Blick zu haben. Selbst wenn solche Ausnahmesituationen weiter als unwahrscheinlich gelten: Das BfS möchte Bürgerinnen und Bürger durch Informationen, Vorsorgehinweise und Empfehlungen unterstützen, bei einem möglichen militärischen Einsatz von radioaktiven Stoffen die eigene Gesundheit schützen zu können. Denn: Vor dem Hintergrund der veränderten weltpolitischen Lage und des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine seit Februar 2022 sind die Gefahren bewaffneter Konflikte in Europa wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Damit gehen Fragen einher wie: Was könnte es für uns in Deutschland bedeuten, wenn ein Kernkraftwerk im Ausland dabei beschädigt oder gar zur Waffe würde? Wie kann man sich und seine Familie vor den Folgen eines radiologischen Unfalls oder gar einer Nuklearwaffenexplosion schützen? Und wie sorgen die Behörden vor, um Risiken durch Strahlung gering zu halten? Was bedeutet Zivilschutz? Das internationale Schutzzeichen des Zivilschutzes Im Spannungs- und Verteidigungsfall – also im Krieg oder in einer Situation, die zu einem Krieg führen könnte – muss die Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren und deren Folgen geschützt werden. Von Zivilschutz spricht man, wenn es dabei um nicht-militärische Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung geht. Anders als beim Schutz vor Katastrophen oder Unglücksfällen sind im Zivilschutz nicht die Behörden vor Ort zuständig, sondern Einrichtungen des Bundes. Zu deren Hauptaufgaben im Zivilschutz gehören die Unterstützung des Selbstschutzes der Bevölkerung, die Warnung und Information der Bürgerinnen und Bürger, der Gesundheitsschutz, der Bau von Schutzräumen sowie der Schutz von Kulturgut. Als verantwortliche Behörde für den Schutz der Menschen und der Umwelt vor den Folgen von Strahlung hat das BfS zentrale Sicherheitsaufgaben. Das Amt arbeitet kontinuierlich daran, diesen Schutz auch im Spannungs- und Verteidigungsfall sicherzustellen. Verschiedene Notfälle erfordern verschiedene Maßnahmen Ausnahmesituationen, in denen viele Menschen vor Radioaktivität geschützt werden müssen, können sehr unterschiedlich sein. Um auf verschiedene, selbst sehr unwahrscheinliche Lagen vorbereitet zu sein, haben die für den radiologischen Notfallschutz zuständigen Behörden Grundannahmen für zahlreiche Notfall -Arten getroffen und Reaktionen darauf vorbereitet. Diese nennt man Referenzszenarien. Referenzszenarien Radioaktive Stoffe können durch unterschiedliche Arten von Unfällen in die Umwelt gelangen. Welche und wie viele radioaktive Stoffe austreten können und welche Auswirkungen auf die Umwelt und die Bevölkerung in Deutschland zu erwarten sind, ist abhängig von der Art des Unfalls. Mithilfe unterschiedlicher Referenzszenarien lässt sich der radiologische Notfallschutz gezielter planen. Und es lassen sich individuelle Strategien zum Schutz der Bevölkerung entwickeln. Dazu gehören neben Unfällen im In- und Ausland auch kriminelle Taten, etwa der Einsatz einer sogenannten Schmutzigen Bombe, also einer mit radioaktiven Stoffen versetzten Bombe. Auch die Nuklearwaffenexplosion durch einen Unfall oder einen Terroranschlag gehört zu den Szenarien, für die Vorsorge getroffen wird. Von der Art des Geschehens ist abhängig, welche und wie viele radioaktive Stoffe freigesetzt werden können und welche Auswirkungen zu erwarten sind. Daraus ergibt sich das jeweilige Gefahrenpotenzial. Und danach richten sich in der Regel auch die unterschiedlichen Zuständigkeiten von Bundesländern und dem Bund. Was leistet das BfS im Zivilschutz? Das Bundesamt für Strahlenschutz ist Teil der Zivilschutz-Infrastruktur. Die Behörde hat Fähigkeiten und Technologien, um im Krisenfall den Schutz der Bevölkerung vor Radioaktivität zu stärken. Diese umfassen insbesondere das Erstellen einer Prognose für die Ausbreitung der Radioaktivität und das Bereitstellen des radiologischen Lagebilds , den Betrieb des Integrierten Mess- und Informationssystems IMIS , das Daten zusammenführt und bewertet, und des sogenannten ODL -Messnetzes für Radioaktivität sowie die Unterstützung beim CBRN -Schutz (CBRN steht für chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear), etwa mit Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung. Ein wichtiges Element für den Zivilschutz ist die Expertise des BfS im Bereich des radiologischen Notfallschutzes. Das BfS ist Teil des Radiologischen Lagezentrums des Bundes ( RLZ ). In diesem Krisenstab arbeiten Fachleute aus unterschiedlichen Bundesbehörden und der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) unter der Leitung des Bundesumweltministeriums auf Bundesebene Hand in Hand. BfS misst kontinuierlich Umweltradioaktivität Innerhalb des Radiologischen Lagezentrums des Bundes ist das BfS verantwortlich für das Zusammenführen und Beurteilen von radiologischen Messwerten sowie für das radiologische Lagebild mit Empfehlungen für Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Eine wichtige Rolle spielt hier das bundesweite Radioaktivitätsmessnetz für die sogenannte Ortsdosisleistung, kurz ODL. Dessen Messwerte sind kontinuierlich öffentlich einsehbar, auch ohne irgendeine Notlage. Die Auswirkungen einer oberirdischen Kernwaffenexplosion würden dort sehr schnell abgebildet werden. Überwachung der Gamma-Ortsdosisleistung Bundesweit 1.700 Sonden umfasst das ODL-Messnetz Als eine der wichtigsten Messeinrichtungen betreibt das BfS auf Grundlage des Strahlenschutzgesetzes ( StrlSchG ) sein Messnetz zur großräumigen Ermittlung der äußeren Gammastrahlenbelastung durch kontinuierliche Messung der Ortsdosisleistung. Der Fachbegriff ODL steht für die pro Zeiteinheit aufgenommene Strahlendosis an einem bestimmten Ort. Das BfS betreibt zudem das Integrierte Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt IMIS . Die in Deutschland auf gesetzlicher Grundlage erhobenen Messdaten zur Umweltradioaktivität werden in IMIS erfasst, ausgewertet und dargestellt. Bei einem kerntechnischen Unfall bilden die Messergebnisse und die berechneten Prognosen für die Strahlenbelastung die Grundlage für Entscheidungen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und der Umwelt. Auch für das Überwachen der Lebens- und Futtermittel erhebt das BfS im Zusammenspiel mit den Ländern wichtige Daten. BfS nimmt zahlreiche Aufgaben im radiologischen Notfallschutz wahr Für die Umsetzung der frühen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung sind die jeweiligen Katastrophenschutzbehörden zuständig. Bundes- und Landesbehörden können den sogenannten UnterstützungsverBund CBRN bei Bedrohungen durch radioaktive Stoffe zur Unterstützung anfordern. Im Verbund arbeiten Spezialkräfte etwa des Bundeskriminalamtes, der Bundespolizei und des BfS bei einem Missbrauch radioaktiver Stoffe zusammen. Der Verbund kann außerdem bei Bedrohungen durch chemische oder biologische Substanzen eingesetzt werden. Im BfS werden zudem weitere wichtige Fähigkeiten gebündelt, die zur Bewältigung eines Notfalls im Zusammenhang mit radioaktiven Stoffen entscheidend sind: Dazu gehören die biologische Dosimetrie , also der Nachweis und nach Möglichkeit auch die Quantifizierung einer Strahlenbelastung mithilfe biologischer Indikatoren und die Messung, ob und welche Mengen radioaktiver Stoffe in den menschlichen Körper gelangt sind ( Inkorporationsmessung ) sowie vorbereitende Maßnahmen zur Dekorporation. Das BfS kann also mit Wissen, Technik, Fachpersonal und Empfehlungen für sinnvolles Schutzverhalten auch im militärischen Spannungsfall den Bevölkerungsschutz maßgeblich stärken. Stand: 18.02.2026

Beurteilungsgebiete und Ballungsräume in Niedersachsen

Die Überwachung und Beurteilung der Luftqualität erfolgt hinsichtlich Art, Umfang und Qualität nach festen Vorgaben der 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Bei der Beurteilung der Luftqualität wird im Hinblick auf den Schutz der menschlichen Gesundheit unterschieden zwischen Ballungsräumen (städtische Gebiete mit hoher Besiedlungsdichte) und sonstigen Beurteilungsgebieten (Niedersachsen Nord, Niedersachsen Mitte und Niedersachsen Süd). Die Beurteilung im Hinblick auf den besonderen Schutz der natürlichen Ökosysteme und der Vegetation erfolgt in den Ökosystem-Schutzgebieten Wattenmeer und Harz. Weiterführende Informationen, wie z.B. aktuelle Messwerte, Stationsinformationen und die Jahresberichte zur Luftqualitätsüberwachung finden Sie in unter www.luen-ni.de.

Ökosystem Schutzgebiete in Niedersachsen

Die Überwachung und Beurteilung der Luftqualität erfolgt hinsichtlich Art, Umfang und Qualität nach festen Vorgaben der 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Bei der Beurteilung der Luftqualität wird im Hinblick auf den Schutz der menschlichen Gesundheit unterschieden zwischen Ballungsräumen (städtische Gebiete mit hoher Besiedlungsdichte) und sonstigen Beurteilungsgebieten (Niedersachsen Nord, Niedersachsen Mitte und Niedersachsen Süd). Die Beurteilung im Hinblick auf den besonderen Schutz der natürlichen Ökosysteme und der Vegetation erfolgt in den Ökosystem-Schutzgebieten Wattenmeer und Harz. Weiterführende Informationen, wie z.B. aktuelle Messwerte, Stationsinformationen und die Jahresberichte zur Luftqualitätsüberwachung finden Sie in unter www.luen-ni.de.

Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie in Mecklenburg-Vorpommern

Am 23. Oktober 2007 haben das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union die EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-RL) verabschiedet. Die Umsetzung in nationales Recht erfolgte in Deutschland durch die Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) im Jahr 2009. Das Ziel der Richtlinie besteht in der Reduzierung des Hochwasserrisikos in Europa sowie in einem verbesserten Hochwasserrisikomanagement. Der Schutz der menschlichen Gesundheit, der Umwelt, des Kulturerbes sowie der wirtschaftlichen Tätigkeiten des Menschen in Fluss- und Küstengebieten wird dabei in der Richtlinie stets besonders hervorgehoben. Für die Umsetzung der HWRM-RL in Mecklenburg-Vorpommern ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz zuständig. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) ist die zentrale Bearbeitungs- und Koordinierungsstelle für die fachliche Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie in Mecklenburg-Vorpommern.

Cool Food Qualifizierung und Netzwerk zum Klima- und Gesundheitsschutz durch pflanzenbetonte Verpflegung in kleinen, mittleren und großen Krankenhäusern

Zielsetzung: Ausgangssituation: Die Krankenhauskost in Deutschland ist aktuell oft weder gesund noch nachhaltig. Sie steht im Gegensatz zum Heilauftrag eines Krankenhauses und trägt wesentlich zu den hohen Treibhausgasemissionen durch den Gesundheitssektor bei. Aktuelle ernährungsmedizinische/-wissenschaftliche Empfehlungen sprechen sich eindeutig für vollwertige vorwiegend pflanzliche Verpflegung aus, die zudem planetare Belastungsgrenzen berücksichtigt. Kurze Erläuterung zur diesbezüglichen Zielsetzung: Im Zentrum des Projekts stehen Qualifizierungsmaßnahmen von Mitarbeitenden in mindestens 10 Krankenhäusern zur Umstellung auf eine pflanzenbetonte Ernährung. Die Qualifizierungs- und Netzwerkarbeit soll eine flächendeckende Umsetzung, beginnend mit neun bereits identifizierten Kliniken (u.a. Universitätsklinikum Heidelberg, Städtisches Klinikum Karlsruhe) in kleinen, mittleren und großen Krankenhäusern ermöglichen. Angestrebt wird durch das Projekt eine kurzfristige Reduktion der ernährungsbezogenen Treibhausgasemissionen der teilnehmenden Krankenhäuser um 20 %.

Ressortforschungsplan 2024, Eintrag von Vektoren über den interkontinentalen Warenverkehr nach Deutschland: Monitoring und Risikobewertung des Auftretens neuer Infektionskrankheiten vor dem Hintergrund des Klimawandels

Der Eintrag von Krankheitserreger übertragenden Vektoren über den Pflanzengroßhandel aus Übersee nach Deutschland ist weitestgehend unbekannt. Das regelmäßige Auftreten z. B. der Flughafenmalaria lässt darauf schließen, dass der interkontinentale Warenhandel einen Eintragsweg für Vektoren und Krankheitserreger darstellt. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und den damit verbundenen sich verbessernden Bedingungen für die Entwicklung und Etablierung von exotischen Vektoren und Krankheitserregern stellt dies ein neues Risisko für die menschliche und tierische Gesundheit dar. In dem Vorhaben soll ein gezieltes Monitoring von Erreger übertragenden Vektoren in Containern für den Pflanzengroßhandel an deutschen Flughäfen durchgeführt werden. Die Ergebnisse liefern die Grundlage für eine Risikobewertung und die ENtwicklung von Präventionsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier.

Gesundheitsrisiken beim Recycling von Carbonbeton, TP2: Physikochemische Charakterisierung und toxikologische Evaluation der Aerosolemissionen beim Umgang mit Carbonbeton

Evaluierung von Maßnahmen zur gerechten gesundheitsfördernden Stadtentwicklung und großen Transformation hinsichtlich der Förderung von Gesundheit, der Verringerung sozialer Ungleichheiten und des Schutzes von Klima und Umwelt, Evaluierung von Maßnahmen zur gerechten gesundheitsfördernden Stadtentwicklung und großen Transformation hinsichtlich der Förderung von Gesundheit, der Verringerung sozialer Ungleichheiten und des Schutzes von Klima und Umwelt - Wuppertal

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