Der Anbau von Heil-, Duft- und Gewuerzpflanzen hat in Thueringen grosse historische, landeskulturelle und wirtschaftliche Bedeutung. Da es sich aber bundesweit gesehen um Kulturen von geringem Anbauumfang handelt, sind nur wenige Pflanzenschutzmittel zur Bekaempfung von Schaderregern zugelassen. Dies hat zu einer Vielzahl von Bekaempfungsluecken gefuehrt, da auch alternative Verfahren des Pflanzenschutzes nicht zur Verfuegung stehen. Mittel- und langfristig wird der thueringische und deutsche Anbau dieser Pflanzen nur existenzfaehig sein, wenn wirksame und praxisreife Bekaempfungsverfahren gegen die Hauptschaderreger entwickelt werden. Hierzu wurden und werden Versuche in verschiedenen Kulturen durchgefuehrt.
Das Projekt hat zum Ziel, laufend Daten zum Gehalt an Cd, Cu, Fe, Mn, Pb und Zn in Gewuerzkraeutern und pflanzlichen Arzneidrogen zu erfassen, da derartige Analysen bisher nur vereinzelt vorliegen. Untersucht werden in Oesterreich angebaute Drogen sowie Gewuerzkraeuter aus dem Handel.
Die Steinicke Haus der Hochlandgewürze GmbH, mit Unternehmenssitz in Breitbrunn (Bayern), ist ein Familienunternehmen, das an vier Standorten in Deutschland ansässig ist und Gewürz- und Trockengemüse produziert. Mit der Errichtung einer Agro-Photovoltaikanlage (APV) am Standort Lüchow (Niedersachsen) soll der Flächenkonflikt zwischen Energie- und Landwirtschaft aufgelöst werden, indem eine Fläche sowohl für die Energiegewinnung mittels Photovoltaik als auch für die landwirtschaftliche Bestellung genutzt werden kann.
Konventionelle Photovoltaikanlagen belegen ca. 1,2 Hektar freier Fläche pro Megawatt installierter Leistung. Die bebaute Fläche ist dann für keine andere Verwendung, wie z. B. die landwirtschaftliche Nutzung, mehr geeignet. Um diesen Flächenkonflikt aufzulösen, plant das Unternehmen die Errichtung einer APV. Durch eine hoch aufgeständerte Bauweise und größere Reihenabstände zwischen den einzelnen Modulen wird ermöglicht, die Fläche zusätzlich für die landwirtschaftliche Bestellung mit großen Maschinen zu nutzen. Die APV ist mit zweiseitigen (bifazialen) Solarzellen ausgestattet, die das einfallende Licht nicht nur über die Vorder-, sondern auch über die Rückseite nutzen. Sie generieren, verglichen mit konventionellen Solarmodulen, einen höheren Stromertrag. Der erzeugte Strom soll für den Eigenbedarf, wie z.B. den Trocknungsprozess, eingesetzt werden. Darüber hinaus wird der Boden unter den Modulen von diesen beschattet, was weitere positive Effekte (Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit, Verringerung der Erosion) mit sich bringt.
Aus der APV wird ein Stromertrag von 756.000 Kilowattstunden pro Jahr erwartet, was mehr als 10 Prozent oberhalb einer konventionellen Photovoltaikanlagen gleicher Leistung liegt. Damit sollen gegenüber einer Stromversorgung mit dem bundesweiten Strommix (2018) pro Jahr 428 Tonnen CO2 eingespart werden.
Saatgutpriming wird bisher als Dienstleistung für den konventionellen Anbau angeboten und unter Zugabe von Chemikalien und Pestiziden durchgeführt, die im ökologischen Landbau nicht zulässig sind. Vorrangiges Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Saatgut für den ökologischen Landbau, welches mit dem Drum Priming Verfahren behandelt wurde. In dem Vorhaben werden für die Kulturen Karotten, Fenchel, Zitronenmelisse, Roter Sonnenhut, Petersilie und Zwiebel Einstellungsparameter für ein Drum Priming Verfahren erarbeitet. Dieses kann neben einer Erhöhung von Keimfähigkeit und Triebkraft zu einem höheren und gleichmäßigeren Feldaufgang führen und damit zu einer erfolgreichen Bestandesentwicklung sowie zu früheren Aussaatterminen. In dem Vorhaben werden neben Laborversuchen, Exaktversuche im Freiland durchgeführt, um der Praxis verbesserte Saatgutpartien zur Verfügung zu stellen. Für die Modellkulturen werden Saatgutpartien mit hohen Keimfähigkeiten aufbereitet. Diese werden Vortests unterzogen, um geeignete Behandlungsparameter auszuwählen. Die Beurteilung der Behandlung erfolgt jeweils durch Keim- und Triebkrafttests. Aufgrund der Resultate der Labortests werden die Varianten für das Drum Priming festgelegt. Diese Partien werden im Freiland ausgesät und in Exaktversuchen der Feldaufgang, die Keimschnelligkeit und -homogenität ermittelt. Die technologische Umsetzung des Primingverfahrens erfolgt bei der Sativa, während die Bingenheimer Saatgut AG die Überprüfung im Labor durchführt. Für die Feldaussaat und die wissenschaftliche Datenauswertung ist die Universität Bonn zuständig. In weiteren Arbeitspaketen wird die Stabilität des Primingeffektes und der Einfluss pflanzenbaulicher Parameter auf die Saatgutqualität ermittelt. Die Schaffung hochqualitativer Saatgutpartien erfolgt durch Variation der Erntemaßnahmen und durch Optimierung der Saatgutaufbereitungsverfahren. Von der Projektgruppe werden gemeinsame Wissenstransfermaßnahmen durchgeführt.
Heimatmuseen besitzen ein großes Potenzial, die Themen Nachhaltigkeit und biologische Vielfalt über den Themenkreis Kulturlandschaft zu vermitteln. Mit Ausstellungen, Führungen, Vortragsveranstaltungen und Aktionstagen zu Themen wie Bauerngärten, Obstwiesen, alte Kulturpflanzen und Nutztierrassen, Kräuterbräuche, Landschaftsgeschichte, historische Landnutzungsformen und Landschaftselemente etc. tragen sie zur Vermittlung und Verbreitung der Bedeutung der biologischen Vielfalt in der Bevölkerung wesentlich bei. Die Verbindung von Kultur- und Naturthemen bietet dabei ein breites Spektrum an Möglichkeiten, die Attraktivität eines Museums zu steigern und die Besucherinnen und Besucher gezielt an diese Zusammenhänge heranzuführen. In enger Zusammenarbeit mit Heimatmuseen und weiteren Fachleuten aus den genannten Themengebieten hat der BHU Strategien zur zeitgemäßen Vermittlung von Biodiversität und nachhaltiger Entwicklung erarbeitet. Es zeigt sich, dass mit diesen Themen eine ganze Reihe von Alltagsbezügen herzustellen sind, die von regionaler Wertschöpfung bis hin zu globaler Verantwortung reichen. Die abschließende Publikation bietet Heimatmuseen Anregungen, den immer wieder notwendigen Modernisierungsprozess mit wenig Mitteln und schrittweise umzusetzen. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass Heimatmuseen auch künftig ein breites Publikum ansprechen und vor allem auch jüngere Zielgruppen dazugewinnen können.
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