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LUBW Karte des Monats: Kartierung der Lebensräume

In Baden-Württemberg gibt es viele unterschiedliche Lebensräume für die Pflanzen- und Tierwelt. Diese werden bei der Biotopkartierung der LUBW seit 2010 systematisch erfasst. Die Kartierung liefert dabei einen wichtigen Überblick über Lage, Verbreitung und Zustand von wertvollen Flächen. Baden-Württemberg hat viele unterschiedlichste Biotope zu bieten. Biotope sind räumlich abgegrenzte Lebensräume mit relativ einheitlichen Lebensbedingungen, wie beispielsweise Moore, Wiesen oder Hecken. Neben gesetzlich geschützten Biotopen im Offenland werden bei der Kartierung für die LUBW auch artenreiche Mähwiesen erfasst. Dafür sind fachlich versierte Kartiererinnen und Kartierer jedes Jahr in unterschiedlichen Gemeinden unterwegs. Seit 2010 wurden 701 der 1101 Gemeinden in Baden-Württemberg bereits kartiert. Dieses Jahr stehen die Kreise Heidelberg, Rhein-Neckar, Rems-Murr und Lörrach und damit 95 Gemeinden im Fokus der LUBW. Nach Abschluss der Erhebungen werden die Daten im Daten- und Kartendienst kostenlos zur Verfügung gestellt. Von Wiesen und Weiden bis zu Steilwänden und Felsen Einige Biotoptypen werden unter Schutz gestellt, um so den Erhalt der biologischen Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft zu sichern. Moore und Sümpfe oder Feldhecken und Gebüsche sind beispielsweise gesetzlich geschützt. All diese Biotope sind unterschiedlich beschaffen und damit Lebensräume einer ganz eigenen Pflanzen- und Tierwelt. Die Bandbreite der Biotoptypen reicht dabei von Gewässern über Höhlen bis hin zu Weiden und Wiesen. Auch die Pflanzen- und Tierarten sind sehr unterschiedlich und auf die besonderen Lebensräume spezialisiert. Zum Beispiel sind in Mooren nur wenige hochspezialisierte Pflanzenarten wie Moose, Heidekrautgewächse oder Sauergrasgewächse zu finden, da die Torfböden nährstoffarm und nass sind. Die Entstehung der Moore hat zum Teil Jahrtausende gedauert und bei einer Zerstörung können diese Biotope oft nicht wiederhergestellt werden. Die Daten der ehrenamtlichen Kartiererinnen und Kartierer bilden daher eine wichtige Grundlage zur Naturschutzarbeit in Baden-Württemberg und dienen als Informationsbasis für viele Naturschutzprojekte. So können beispielsweise Schutzgebiete ausgewiesen oder Artenschutzmaßnahmen ergriffen werden. Karte zeigt: Übersicht der bereits kartierten Kreise mit Jahreszahl, Bildnachweis: LUBW Mehr zum Thema:

Biotopmonitoring

Das Biotopmonitoring (BM) als ein Baustein des Biodiversitätsmonitoring NRW dokumentiert und beobachtet den Zustand und die Entwicklung gefährdeter bzw. seltener Lebensraumtypen der FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Richtlinie. Je nach landesweiter Häufigkeit des Lebensraumtyps erfolgen die Untersuchungen bei den häufigen Lebensraumtypen im Rahmen der Ökologische Flächenstichprobe (ÖFS), bei den seltenen auf der Basis eines landesweit repräsentativen Stichprobenverfahrens und bei den sehr seltenen Lebensraumtypen im Totalzensus (Vollerhebung). Insgesamt umfasst die Kulisse des Biotopmonitorings rund 2.200 Untersuchungsflächen mit einer durchschnittlichen Flächengröße von 1,2 Hektar. FFH-Lebensraumtypen Tabelle 1: Häufige, seltene und sehr seltene FFH-Lebensraumtypen häufige FFH-Lebensraumtypen seltene FFH-Lebensraumtypen sehr seltene FFH-Lebensraumtypen Daten der Ökologischen Flächenstichprobe Daten des Biotopmonitorings (Stichproben) Daten des Biotopmonitorings (Totalzensus) Code Lebensraumtyp Code Lebensraumtyp Code Lebensraumtyp 3150 Natürliche eutrophe Seen und Altarme 2310 Sandheiden auf Binnendünen 1340 Salzstellen im Binnenland 6430 Feuchte Hochstaudenfluren 2330 Sandtrockenrasen auf Binnendünen 3110 Nährstoffarme Gewässer 6510 artenreiche Mähwiesen 3130 Nährstoffarme basenarme Gewässer 3140 Nährstoffarme kalkhaltige Gewässer 9110 Hainsimsen-Buchenwald 3160 Moorgewässer 5130 Wacholderbestände 9130 Waldmeister-Buchenwald 3260 Fließgewässer mit Unterwasservegetation 6110 Lückige Kalk-Pionierrasen 9160 Stieleichen-Hainbuchenwald 3270 Schlammige Flussufer mit einjähriger Vegetation 6410 Pfeifengraswiesen 9190 Alte bodensaure Eichenwälder auf Sand 4010 Feuchte Heiden 7110 Lebende Hochmoore 91EO Bachbegleitender Erlen-Eschen-Auenwald & Weichholzauenwald 4030 Trockenheiden 7210 Schneiden-Kalksümpfe 6130 Schwermetallrasen 7220 Kalktuff-Quellen 6210 Kalkhalbtrockenrasen 7230 Kalkreiche Niedermoore 6230 Borstgrasrasen 8150 Silikatschutthalden 6520 Berg-Mähwiesen 8160 Kalkschutthalden 7120 Regenerierbare Hochmoore 8230 Silikatfelskuppen mit Pioniervegetation 7140 Übergangsmoore 8310 Höhlen (Kartierung im Artenmonitoring) 7150 Senken mit Torfmoossubstraten 8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 8220 Silikatfelskuppen mit Felsspaltenvegetation 9150 Orchideen-Buchenwald 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald 9180 Schluchtwald 91F0 Hartholzauenwald Parameter Analog zur Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS) werden folgende Parameter erfasst: Nutzungs- und Biotoptypen (parzellenscharf) Biotoptypenspezifische Strukturparameter Pflanzengesellschaften Biotopwert (Skala von 0 bis 10) High-Nature-Value (HNV) Farmland-Wert Gefäßpflanzen mit prozentualen Deckungsgraden Erhaltungszustand der FFH (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) Lebensraumtypen Berichte und Kartierung Die erhobenen Daten des Biotopmonitorings fließen in die FFH-Berichtspflichten auf Landes- bzw. Bundesebene ein. Innerhalb eines sechsjährigen FFH-Berichtszeitraumes werden die Flächen des Biotopmonitorings im Rahmen von Geländekartierungen aktualisiert. Die Geländekartierungen werden durch die Biologischen Stationen und Fachbüros durchgeführt.

Höhlentier des Jahres 2014 ist die Höhlenwasserassel

Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. hat die Höhlenwasserassel (Proasellus cavaticus) zum Höhlentier des Jahres 2014 gewählt. Die Höhlenwasserassel gehört zur Klasse der Krebstiere (Crustacea). Die Tiere leben ganzjährig in Höhlengewässern, Brunnen und im Grundwasser. Wie viele echte Höhlentiere ist sie blind und unpigmentiert. Die Tatsache, dass die Höhlenwasserassel außerhalb des unterirdischen Lebensraumes nicht überleben kann führte dazu, dass diese Art zum Höhlentier 2014 gewählt wurde.

FFH100_Karte3_LRT_nach_Anhang_I_FFH-RL.pdf

4427200 4427400 4427600 4427800 Legende Landesgrenze ! Landesgrenze Thüringen - Sachsen-Anhalt Lebensraumtypen nach Anhang I FFH-RL 5707600 8310 Nicht-touristisch erschlossene Höhlen Bewertung des aktuellen EHZ Ahervorragende Ausprägung Bgute Ausprägung Cmittlere bis schlechte Ausprägung LRT - Entwicklungsbereiche ZHA - Felshöhle oder Stollen touristisch oder für anderweitige Nutzung erschlossen ID 10003 Land Sachsen-Anhalt 5707400 ID 10004 LRT - IDs 100xxKennnnummer LRT-Bereich 200xxKennnnummer LRT-Entwicklungsbereich Sonstiges Heimkehle (Risszeichnung) Heimkehle (Land Sachsen-Anhalt); nicht-LRT Heimkehle (Freistaat Thüringen) ID 20001 Höhlengewässer ID 10002 5707200 ID 10001 Managementplan für die "Heimkehle" im FFH-Gebiet "Alter Stolberg und Heimkehle im Südharz" FFH0100 (DE 4431-302) Karte 3 - LRT nach Anhang I der FFH-RL Freistaat Thüringen Maßstab 1:2.500 40 Auftraggeber: Auftragnehmer: 20 0 40 Meter Landesamt Fachbereichfür 4 Umweltschutz Sachsen-Anhalt Myotis - Büro für Landschaftsökologie Magdeburger Straße 23 06112 Halle (Saale) Tel.: 0345 - 122 76 78-0 Fax: 0345 - 122 76 78-30 E-Mail: info@myotis-halle.de Datum Ausfertigung: 28.02.2013 Kartographie: Dipl. Biol., Dipl. Agraring. Dominik Hegenberg Kartengrundlage: Quelle: Topografische Karte Maßstab 1 : 10.000 (DTK 10) TK10 © Geobasis-DE / LVermGeo LSA [2011 / 010312] Dr. A. Stäubert c/o K-UTEC AG Salt Technologies Sondershausen

FFH100_Karte5_Arten_nach_Anhang_IV_FFH-RL.pdf

4427200 4427400 4427600 4427800 Legende Landesgrenze Landesgrenze Thüringen - Sachsen-Anhalt ! Arten nach Anhang IV der FFH-RL Pipistrellus pipistrellusMyotis daubentoniiMyotis brandtii CBC 5707600 30007 Myotis mystacinus 30013 C Plecotus auritus 30019 C 30009 Myotis alcathoe 30015 C Zwergfledermaus - Pipistrellus pipistrellus (SCHREBER, 1774) Wasserfledermaus - Myotis daubentonii (KUHL, 1817) 30011 Brandtfledermaus - Myotis brandtii (EVERSMANN, 1845) Bartfledermaus - Myotis mystacinus (KUHL, 1819) Myotis nattereri Nymphenfledermaus - Myotis alcathoe (HELVERSEN et HELLER, 2001) 30017 Fransenfledermaus - Myotis nattereri (KUHL, 1814) B Braunes Langohr - Plecotus auritus (LINNAEUS, 1758) Graues Langohr - Plecotus austriacus (FISCHER, 1829) Plecotus austriacus 30020 30021 ! ! ! ! ! ! Nordfledermaus - Eptesicus murinus (KEYSERLING et BLASIUS, 1839) ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! Breitflügelfledermaus - Eptesicus serotinus (SCHREBER, 1774) C Zweifarbfledermaus - Vespertilio murinus (LINNAEUS, 1758) Erhaltungszustand der Habitatflächen Art Habitat ID 5707400 Land Sachsen-Anhalt EHZ A hervorragend B gut C mittel bis schlecht k. B. keine Bewertung Sonstiges Heimkehle (Risszeichnung) Heimkehle (Freistaat Thüringen) Höhlengewässer ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! Eptesicus serotinus Eptesicus nilsonii Vespertilio murinus ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! 30023 C 30024 C 30025 C 5707200 Managementplan für die "Heimkehle" im FFH-Gebiet "Alter Stolberg und Heimkehle im Südharz" Pipistrellus pipistrellusMyotis daubentoniiMyotis brandtii CBC 30008 Freistaat Thüringen Myotis mystacinus 30014 C 30010 Myotis alcathoe 30016 C Plecotus auritusPlecotus austriacus CC 30020 30012 FFH0100 (DE 4431-302) Karte 5 - Arten nach Anhang IV der FFH-RL Maßstab 1:2.500 40 Auftraggeber: B Auftragnehmer: 0 40 Meter Landesamt Fachbereichfür 4 Umweltschutz Myotis nattereri 30018 20 Sachsen-Anhalt Myotis - Büro für Landschaftsökologie Magdeburger Straße 23 06112 Halle (Saale) Tel.: 0345 - 122 76 78-0 Fax: 0345 - 122 76 78-30 E-Mail: info@myotis-halle.de 30020 30022 Datum Ausfertigung: 28.02.2013 Kartographie: Dipl. Biol., Dipl. Agraring. Dominik Hegenberg Kartengrundlage: Quelle: Topografische Karte Maßstab 1 : 10.000 (DTK 10) TK10 © Geobasis-DE / LVermGeo LSA [2011 / 010312] Dr. A. Stäubert c/o K-UTEC AG Salt Technologies Sondershausen

Konzeption und Implementierung einer angepassten Trinkwasseraufbereitung und Trinkwasserversorgung

Die Bevölkerung von Gunung Kidul, Indonesien ist, in Abhängigkeit von der Jahreszeit sowie der regionalen Situation, auf unterschiedliche Arten der Wasserbeschaffung und Wasserversorgung angewiesen. Die verfügbare Wassermenge und -qualität ist dabei in nahezu allen Fällen unzureichend. Eine Möglichkeit dies zu verbessern, besteht in der Erschließung und Nutzung der Karstwasserressourcen. Im Rahmen des IWRM Indonesien werden die unterirdischen Flüsse der Höhlen Bribin und Seropan erschlossen. Das Rohwasser beider Systeme ist durch stark wechselnde, teilweise sehr hohe Trübung und hygienische Belastungen gekennzeichnet. Für die Aufbereitung der Rohwässer ist ein zweistufiges Behandlungskonzept vorgesehen: 1) Zentrale Wasseraufbereitung durch Filtration mit dem Fokus auf Trübung und abbaubare organische Substanz 2) Dezentrale Hygienisierung (verbrauchernah) des vorgereinigten Wassers unter Nutzung unterschiedlicher Verfahren. Arbeiten innerhalb dieses Teilprojekts 8 befassen sich mit der Erarbeitung der Grundlagen zu Punkt 1. Gesamtziel des Teilvorhabens ist die Konzeption und der Bau eines möglichst einfachen und sicheren Filtersystems mit geringem Energieverbrauch und höher Leistungsfähigkeit bezogen auf das Rohwasserdargebot aus einer der beiden Höhlen. Mit dieser Studie soll die beste verfügbare Technologie (BAT) zur Trübstoffentfernung - durch Beurteilung ihrer Anwendbarkeit im Labormaßstab und unter Berücksichtigung verschiedener Variablen - identifiziert werden.

8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen

8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen Kerstin Reißmann 1 1.1 Beschreibung und wertbestimmende Faktoren Vegetationskundliche bzw. strukturelle Zuordnung Felshöhlen, d.h. unterirdische Hohlräume einschließlich eventuell vorhandener Gewässer, die von spezialisierten und/oder endemischen Tierarten bewohnt sind. Für diesen LRT ist keine vegetationskundliche Zuordnung möglich, da außer Moosen und Algen im Eingangsbereich keine typische Vegetation und keine Pflanzengesellschaften auftreten. 1.1.1 Optimale Ausprägung Der Lebensraumtyp umfasst natürliche Höhlen einschließlich vorhandener Gewässer ohne touristische Nutzung. Regionale Ausbildungsformen Ausgedehnte unterirdische Gips- und Devonkalk-Karsthöhlensysteme im Zechsteingürtel des Südharzes und im Harz bei Elbingerode (Elbingeröder-Rübeländer Devonkalk-Komplex). 1.2 Charakteristische Pflanzenarten Moose und Algen im Eingangsbereich der Höhle 2 Abiotische Standortbedingungen Höhlen besitzen ein weitestgehend ausgeglichenes Temperatur- und Feuchtigkeitsregime. Im Inneren herrscht eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit. Je nach Lage und Anzahl der Tagesöffnungen ergeben sich ausgeprägte Unterschiede in der Bewetterung der einzelnen Höhlen und Höhlenbereiche und damit Unterschiede der Luftfeuchte- und Temperaturverhältnisse. Nur in der Nähe von Öffnungen ist infolge des Lichteinfalls Pflanzenwachstum (Moose, Algen) möglich. Höhlengewässer besitzen eine vergleichsweise niedrige Sauerstoffsättigung, einen hohen Sulfat- oder Karbonatgehalt sowie geringe Stickstoffwerte. Pegelschwankungen der Höhlenseen treten in Übereinstimmung mit Grundwasserschwankungen der Umgebung auf. 3 Dynamik Infolge der leichten Wasserlöslichkeit von Anhydrit und Gips unterliegen Höhlen im Gips- und Anhydritkarst schnellen Veränderungen. Die Auslaugungsvorgänge führen in Verbindung mit Deckenverbrüchen zur stetigen Volumenvergrößerung eines Hohlraumes bis hin zu seinem Zusammenbruch. Im Kalkkarst verlaufen diese Prozesse wesentlich langsamer und sind weinger dramatisch. 4 Bedingungen für das Vorkommen in der Kulturlandschaft Natürliche Höhlen sind natürliche Biotope, die unabhängig vom menschlichen Kultureinfluss existieren. In Sachsen- Anhalt sind natürliche Höhlen allgemein durch Auslaugungsvorgänge entstanden und treten demzufolge vorrangig in Gebieten mit löslichem Gestein auf wie z.B. im Gipskarstgebiet des Harzes. 5 Management In Höhlen ist i.d.R. keine Pflege erforderlich. Sie sind gefährdet durch Freizeitnutzung oder durch unkontrollierte Müllablagerung (Verfüllung und Eutrophierung von Karsthohlformen). Die Grund- und Oberflächenwasserbelastung mit Nährstoffen z.B. durch eine Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung im Einzugsbereich stellt infolge der Versickerung ebenfalls eine Gefährdung des LRT dar. Eine Veränderung der Trophieverhältnisse von Karstquellen und Höhlengewässern kann sich negativ auf Vertreter der Höhlenfauna auswirken. Eine touristische oder sonstige Nutzung muss unterbleiben, jedoch sind die Höhleneingänge offen zu halten. 6 Literatur 89, 179, 299

Ökologie der Grundwasserfauna im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald - Studie zu den Möglichkeiten der Bioindikation, zur Ökologie und zur Faunistik der phreatischen Tierwelt

Ziele der Studie sind :1.) Methodenentwicklung zur Aufsammlung der Grundwasserfauna, 2.) Erfassung der Grundwasserfauna und der ihr Auftreten bestimmenden Umweltfaktoren, 3.) Ermittlung des Einflusses von Grundwasserabsenkung und zuströmendem Oberflächenwasser auf die Zoozönosen von Grundwasserleitern als Instrument zum frühzeitigen Erkennen und zur Einschätzung der Folgen von Grundwasserabsenkungen auf den Naturhaushalt und deren Gefährdungspotential für Trinkwassergewinnungsanlagen und 4.) Versuch eines ökologisch begründeten Bewertungsansatzes für die Grundwasserqualität anhand der phreatischen Tierwelt.

Großer Abendsegler ( Nyctalus noctula ) - Flotter Flieger mit Vorliebe für Spechthöhlen

Für eine Fledermaus ist er schon ein ordentlicher Brummer, der Große Abendsegler: Er ist etwa so groß wie ein Star, hat sich also seinen Namen redlich verdient. Segler stimmt dagegen nur sehr bedingt, denn Nyctalus noctula kurvt auf der Suche nach Beuteinsekten so elegant wie rasant über die Baumwipfel hinweg – der Vergleich mit Mauerseglern und Schwalben ist keineswegs weit hergeholt. Angesichts der Größe dieser Fledermäuse verwundert es nicht, dass sie bevorzugt Beute jagen, die auch sattmacht, also beispielweise fette Mai- und Mistkäfer. Der flotte Flieger unternimmt auch gerne größere Wanderflüge zwischen Sommer- und Winterquartieren. Bei der Paarung gehen die Großen Abendsegler übrigens ebenfalls recht flott zur Sache: Im Schnitt vergnügt sich eine Dame mit vier verschiedenen Herren. Den Samen speichert sie dann bis zum "Gebrauch“ im Frühjahr in der Gebärmutter. Wie können wir dieser Art helfen? Der Große Abendsegler pflanzt sich in Baden-Württemberg bestenfalls sporadisch fort. Er ist bei uns hauptsächlich Wintergast in großen Baumhöhlen. Während der Zugzeit im Frühjahr und Herbst sind viele Tiere auch bei der Insektenjagd zu beobachten. Im Sommer sind nur Männchen hier, die Weibchen ziehen ihre Jungen weiter im Norden groß. Große, freistehende Bäume mit Höhlen, z. B. auch in Alleen und Parkanlagen sagen ihm am ehesten zu, wobei ein Gewässer in der Gegend besonders attraktiv ist. Ganz wichtig sind aber große Baumhöhlen, oft an sehr hohen Bäumen. Darum gilt: erst baut der Specht die Höhle, dann zieht der Abendsegler ein. Wobei häufige Quartierwechsel den Bedarf an verlassenen Spechthöhlen zusätzlich erhöhen. So kann man dem Abendsegler am besten helfen, indem man alte Bäume mit Höhlen stehen lässt, oder alternativ Fledermauskästen aufhängt. Dieser bevorzugt in Parklandschaften und Alleen lebenden Fledermausart wird mit verschiedenen Programmen zum Erhalt von Spechthöhlenbäumen geholfen. Außerdem wurden und werden – unter anderem mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds – gezielt Untersuchungen und Kartierungen von Fledermausbeständen durchgeführt, bei denen auch die Bestände des Großen Abendseglers erfasst werden. Möchten Sie aktiv werden für den Großen Abendsegler? Generell können Sie dem Großen Abendsegler helfen, wenn Sie sich im ehrenamtlichen Fledermausschutz engagieren – die entsprechenden Arbeitsgemeinschaften und Koordinierungsstellen geben gerne Auskunft. Und sollte sich ein Abendsegler ausnahmsweise in Ihr Zimmer verirren, bewahren Sie Ruhe und helfen Sie dem Tier wieder in Freiheit. Achtung: Abendsegler beißen kräftig zu, wenn sie sich bedroht fühlen! - zurück zur Übersicht der Säugetier-Artensteckbriefe -

Natura 2000 Gebiet: "Attendorner Tropfsteinhoehle"

Die im zentralen Teil des Naturraums Bergisches Land / Sauerland gelegene Attendorner Tropfsteinhöhle, auch Atta-Höhle genannt, ist mit 6740 m Länge die größte bekannte Höhle in Nordrhein-Westfalen und eine der längsten Deutschlands. Gebildet hat sie sich im Massenkalk (Dorp-Fazies) des Mitteldevon (Givet). Der vordere Bereich (850 m) hinter dem großen Eingang wird seit 1907 als Schauhöhle genutzt. Dieser Bereich ist nicht in das FFH-Gebiet einzubeziehen. Die hinteren Teile (ca. 5890 m) wurden erst 1983 entdeckt, sie sind weitgehend unberührt. Das weitverzweigte Gangsystem der Höhle weist Tropfsteine, zahlreiche Höhlengewässer und einen herausragenden Reichtum an Karst- und Sinterformen auf, der von keiner anderen deutschen Höhle übertroffen wird. Die Attendorner Tropfsteinhöhle liegt am östlichen Ortsrand von Attendorn an der Westseite des Stürzenbergs. Nördlich der Höhle schließt ein etwa 250 m langer ehemaliger Kalksteinbruch an mit einer bis zu 60 m hohen Steinbruchwand. Hier kommen u.a. die Mauerrauten-Gesellschaft und die Fingersteinbrech-Gesellschaft vor. Oberhalb des Eingangs zur Attahöhle stockt an einem sehr steilen, felsigen Hang ein kleinflächiger Mischwald mit zahlreichen wärmebedürftigen Arten. Im Kuppenbereich des Stürzenberges befinden sich Grünland-Hecken-Feldgehölzkomplexe, kleinflächig auch Nadelwald und ein Klärteich. Die Wiesen sind teilweise ausgesprochen mager und blütenreich und gehen am Rand des Steinbruchs in Kalkmagerrasen über.

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