In dem Forschungsvorhaben sollen die Potenziale der Gewässer- und Auenentwicklung für die Verbesserung der Biodiversität, die Klimaanpassung und den Klimaschutz ermittelt werden. In die Betrachtung wird das Gesamtgewässernetz einschließlich der Auen der tidebeeinflussten Gewässer der Ästuare einbezogen. Für diese Gebietskulisse soll die derzeitige Ausdehnung der Gewässer- und Auenentwicklungsflächen möglichst quantitativ ermittelt werden. Es werden mehrere Szenarien unterschiedlicher Flächenpotenziale für mehrere Zeithorizonte berechnet und ausgewertet. Für diese Szenarien werden bestimmte Funktionsparameter auf Basis der bestehenden wissenschaftlichen Methoden (semi)quantitativ bestimmt. Zu den Funktionsparametern zählen bspw. Treibhausgasbilanz, Kohlenstoffspeicherung, Regulierung der Wassertemperatur, Kühlungseffekt der Umgebung, Wasserrückhalt zur Stützung in Niedrigwasserzeiten, Retentionsraum für Hochwasserereignisse, Habitatbereitstellung, Bestäubung, Nähr- und Schadstoffrückhalt sowie Wasserqualität. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, die Multifunktionalität von Gewässerkorridoren und Auen valide zu erfassen und mit anderen Umweltoptionen (z. B. technische Kohlenstoffsequestrierung, Wasserrückhalt in Poldern) vergleichbar zu machen. In Vorbereitung auf die Kommunikation von Flächenpotenzialen für die Gewässer- und Auenentwicklung wird in allgemeiner Form dargestellt, ob und unter welchen Bedingungen Gewässer- und Auenentwicklungsflächen deckungsgleich mit anderen Flächenzielen des Natur- und Landschaftsschutzes sein können.
Ziel des Projekts ist die Ableitung einer Methode zur Erstellung von Leitbildern für den regionalen, naturnahen Landschaftswasserhaushalt. Die Leitbilder sollen den derzeitigen Zustand des Landschaftswasserhaushalts, entsprechend der regionalen, naturräumlichen Gegebenheiten, feststellen (Ist-Zustand) und anhand von Zielgrößen quantitativ erfassen. Die Leitbilder sollen Auskunft über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalt entsprechend der naturräumlichen Gegebenheiten vorschlagen und verschiedene regionale Klima-Entwicklungsszenarien aufzeigen. Somit sollen die umgesetzten Leitbilder für regionale Wasserversorgungskonzepte nutzbar sein, als Grundlage für die praktische Umsetzung einer wassersensiblen Landnutzung oder Dürremanagements dienen. Die Methode soll I) Vorschläge für eine regionalspezifische Kategorisierung des naturnahen Landschaftswasserhaushaltes anhand unterschiedlicher Naturräume enthalten, II) das Anforderungsprofil an regionale Leitbilder des naturnahen Wasserhaushalts beschreiben sowie aufzeigen, III) welche hydrogeologischen, hydrologischen, klimatischen und bodenbezogenen Daten und Modellierungen berücksichtigt werden sollten. Zudem sind die Auswirkungen des Klimawandels mit einzubeziehen. In den Leitbildern sollen Zielgrößen für Naturräume festgelegt werden, um eine Erfolgsbewertung von Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts zu ermöglichen. Leitbilder für urbane Flächen sind nicht Gegenstand dieses Vorhabens.
GEMAS (Geochemical Mapping of Agricultural and Grazing Land Soil in Europe) ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Expertengruppe „Geochemie“ der europäischen geologischen Dienste (EuroGeoSurveys) und Eurometeaux (Verbund der europäischen Metallindustrie). Insgesamt waren an der Durchführung des Projektes weltweit über 60 internationale Organisationen und Institutionen beteiligt. In den Jahren 2008 und 2009 wurden in 33 europäischen Ländern auf einer Fläche von 5 600 000 km² insgesamt 2219 Ackerproben (Ackerlandböden, 0 – 20 cm, Ap-Proben) und 2127 Grünlandproben (Weidelandböden, 0 – 10 cm, Gr-Proben) entnommen. In den Proben wurden 52 Elemente im Königswasseraufschluss, 41 Elemente als Gesamtgehalte sowie TC und TOC bestimmt. Ergänzend wurde in den Ap-Proben zusätzlich 57 Elemente in der mobilen Metallionenfraktion (MMI®) sowie die Bleiisotopenverhältnisse untersucht. Alle analytischen Untersuchungen unterlagen einer strengen externen Qualitätssicherung. Damit liegt erstmals ein qualitätsgesicherter und harmonisierter geochemischer Datensatz für die europäischen Landwirtschaftsböden mit einer Belegungsdichte von einer Probe pro 2 500 km² vor, der eine Darstellung der Elementgehalte und deren Bioverfügbarkeit im kontinentalen (europäischen) Maßstab ermöglicht. Die Downloaddateien zeigen die flächenhafte Verteilung der mit verschiedenen Analysenmetoden bestimmten Elementgehalte in Form von farbigen Isoflächenkarten mit jeweils 7 und 72 Klassen.