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Bodenschutz- und Altlasteninformationssystem

Das Landesamt für Umweltschutz führt nach § 11 Ausführungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt zum Bundes-Bodenschutzgesetz (BodSchAG LSA) ein Bodenschutz- und Altlasteninformationssystem. Das Bodenschutz- und Altlasteninformationssystem (ST-BIS) enthält beschreibende Informationen (Metainformationen) über Daten, deren Kenntnis für die Erfüllung bodenschutz- und altlastengesetzlicher Aufgaben von Bedeutung sein kann. Dieses Metainformationssystem gibt Auskunft darüber, wer Daten besitzt, wie man Sie erhält und um was für Daten es sich handelt. Das ST-BIS wird im Internet geführt. Die Informationen für das ST-BIS stellen die Behörden dem LAU auf Anforderung gebührenfrei zur Verfügung.

Einfluss von Gefüge- und Grenzflächeneffekten auf die Stabilisierung der organischen Bodensubstanz

Bereits geringe Anteile an organischer Substanz können die Benetzungseigenschaften eines Bodens drastisch verändern. Benetzungshemmungen haben erhebliche Konsequenzen für die im Boden ablaufenden physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse. Begründet durch verschiedene Befunde wird angenommen, daß Hydrophobie die Stabilisierung der organischen Substanz mindestens über zwei unterschiedliche Wirkungen beeinflußt. Einerseits kann Hydrophobie als Indikator für die Abbaubarkeit der organischen Substanz bewertet werden, andererseits reduzieren benetzungsgehemmte Oberflächen die Kapillarkräfte, was Auswirkungen auf die Stabilität von Aggregaten und auf die Ausbildung hoher Feuchteunterschiede im Boden hat. In dem beantragten Vorhaben sollen durch die kombinierte Messung von Kontaktwinkel und Oberflächenladung eine umfassende und quantitative Charakterisierung der Oberfläche von Bodenpartikeln und Aggregatoberflächen der Böden aller Untersuchungsgebiete des Schwerpunktprogramms erfolgen. In weiteren Versuchen soll die Wirkung fraktionierter wasserlöslicher organischer Substanz auf die Benetzbarkeit auf die kapillare Wasseraufnahme der Böden untersucht werden. Durch die Kooperation mit anderen Projektteilnehmern können auf molekularer Ebene strukturchemische Daten mit fundamentalen physikalischen Oberlächenparametern verglichen werden und es können Bezüge zu makroskopischen Stabilisierungsprozessen hergestellt werden.

Schutz und Bewirtschaftung von Wasser und Boden im Niger

Die wichtigsten Themen der interdisziplinaeren Zusammenarbeit mit Agronomen, Geographen und Pedologen sind: 1. Angewandte Forschung betreffend Erosion und Wasserspeicherung als Kapillarwasser. Diesbezueglich sind wir daran, die Forschung in der Schweiz und in der Sahel zu kombinieren. Das gemeinsame Element ist die dynamische, interaktive Beeinflussung von Boden, Wasser und Vegetation. 2. Entwicklung angepasster mechanischer und biologischer Schutzmassnahmen in siltig-sandigen Boeden der Sahel. 3. Analyse von Oekosystemen aufgrund von Indikatoren. 4. Pflanzenproduktion, angepasste Bewirtschaftung und Nutzung. 5. Ausbildung.

Impact of droughts and heavy rain on greenhouse gas emissions and soil microbial communities

Our research questions are: - What are the effects of increased drought-rewetting frequencies on soil nutrient cycling and the availability of forest soil organic C? - Will total soil emissions of greenhouse gases be reduced by extended drought periods or will potential pulses during rewetting periods compensate or even outweigh this reduction, thereby leading to increased overall fluxes? - How do soil microbial communities respond to increased frequency and intensity of drying-rewetting cycles in a beech forest? The response of soil emissions of climate-relevant gases to drying and rewetting and the underlying mechanisms are still not well understood. To explain gas pulses after rewetting, a temporary increase of substrate availability has been proposed, which might occur either due to (1) dying of microorganisms during drought or rewetting, (2) release and metabolizing of osmotically active substances such as sugars during rewetting, or (3) breaking of soil aggregates which are physically protecting SOM, thereby making formerly protected substrates available to microorganisms (5, 44-46). Whereas the first two mechanisms will not alter the size of the actual substrate pool, the disruption of protective bonds and the formation of new surfaces could increase the accessibility of the available substrate, and thus increase total soil emissions of climate-relevant gases. Drought followed by rewetting as well as frost followed by thawing cause strong physical stress for soil aggregates. When dry aggregates are immersed in water, air trapped inside the aggregates is enclosed and cannot diffuse through capillary pores, which increases the internal pressure and finally disrupts the aggregates, thus making formerly occluded organic matter available for microbial decomposition.

Forschergruppe (FOR) 831: Dynamic Capillary Fringes - A Multidisciplinary Approach, Research group (FOR) 831: Dynamic Capillary Fringes - A Multidisciplinary Approach

Capillary fringes are highly dynamic zones at the interface between water-saturated aquifer and vadose zone, where steep biogeochemical gradients and thus high bioactivities are expected. Since the accessibility of this dynamic region in the field is very limited, well controlled bench and larger scale laboratory experiments to elucidate physical (flow, diffusion, dispersion), geochemical (dissolution/precipitation) and biological (metabolism, excretion, biofilm formation) processes in the capillary fringe and their interaction under transient conditions are planned. The focus will be on the reactive transport of organic and inorganic pollutants and on the influence of suspended groundwater bacteria, biofilms and metabolic products on mass transfer and turnover processes. Emphasis is directed on innovative high resolution (time and space) sensors and on spectroscopic tools for quantification of concentration gradients. In parallel to the experimental work the development and the implementation of a flexible simulator for coupled multiphase flow and reactive transport are pursued. The numerical model should be flexible enough to accommodate the experimental setups and relevant processes investigated experimentally in the different projects. State-of-the-art numerical methods and high-performance parallel computing will be used to obtain accurate solutions.

MO: NanoPorO - Nanostruktur und Benetzungseigenschaften von Sedimentkorn- und Porenraumoberflächen - Sonderprogramm GEOTECHNOLOGIEN

Ziel des Vorhabens ist es, die Effizienz der tertiären Förderverfahren von Erdöl- und Erdgaslagerstätten und das Verpressen von superkritischem CO2 (scCO2) sowie die Einlagerung (Speicherung) von Kohlenwasserstoffen zu verbessern. Das Projekt untersucht auf der Nanoskala die Morphologie von Poren und der dem Porenraum zugewandten Wände der Zemente in Sedimentgesteinen. Die molekularen Wechselwirkungen der Porenoberfläche mit Fluiden, wie z.B. Haftwässer, Erdöl, oder scCO2 des 'Enhanced Oil Recovery' Prozesses (EOR) sollen besser verstanden werden. Diese Reaktionen sind von erheblicher Bedeutung in der Erdöl- und Erdgasgewinnung, sowie allgemein, in der Sedimentologie und Diagenese und haben signifikante Auswirkungen auf den Ausbeutegrad und die Speicherkapazität von Kohlenwasserstofflagerstätten. Das in diesem Projekt erworbene Wissen wird es erlauben, die Öl- und Gasmigration besser zu erklären und modellieren zu können, um die Nutzung dieser Lagerstätten zu optimieren. Gleichzeitig wird dieses Wissen einen bedeutsamen technologischen Vorsprung für Deutschland ermöglichen und der Erdöl-, Chemischen- und Bohrtechnikindustrie neue Möglichkeiten der Entwicklung und Ausbeutung von Öl & Gas Lagerstätten eröffnen. Das Teilprojekt 1 (RWE-Dea AG Hamburg, Petrophysik) hat die Probenbeschaffung und -auswahl und die grundlegende sedimentologische Bearbeitung der Proben sowie die technische und anwendungsorientierte Steuerung der Forschungsarbeiten und der späteren Anwendung der Ergebnisse zum Ziel. Das Teilprojekt 2 (LMU und Deutsches Museum München) hat die Vorbereitung und Durchführung der Rasterkraftmikroskopie und der damit verbundenen Oberflächen und Rauhigkeitsmessungen im Nanobereich zur Aufgabe. Das Teilprojekt 3 (LMU München) hat die sedimentologische Bearbeitung der Proben einschließlich der Porosität und Permeabilitätsmessungen, Licht- und Rasterelektronenmikroskopie (Zusammen mit Teilprojekt 2), geochemische Mikrosondenanalysen und sedimentologische Interpretation dieser Arbeiten (Zusammen mit Teilprojekt 1) zur Aufgabe. Des Weiteren werden die Proben mit scCO2 durchströmt, um die Alteration der Proben in Abhängigkeit vom CO2-Partialdruck und der Gesteinsbeschaffenheit beschreiben zu können. Der Ausbeutegrad von Öllagerstätten ist weltweit trotz kostenintensiver und technologisch sehr aufwendiger Fördermaßnahmen nur gering. Unabhängig von der Entwicklung des Weltmarktes für Rohöl kann nur etwa 30% des Öls einer Lagerstätte gefördert werden. Selbst sekundäre und tertiäre Förderverfahren, wie Druck- und Wegbarkeitserhöhung in der Lagerstätte, beispielsweise durch Flüssigkeits- und Gasverpressung oder Hochdruckgesteinsfragmentierung und künstlicher Herabsetzung der Viskosität des Öl-Wasser-Gemisches durch Additiva, erhöhen die Ausbeute nicht signifikant. Etwa 70 % des Erdöls sind also in jeder Lagerstätte mit den heute bekannten Fördermaßnahmen nicht erreichbar. (Text gekürzt)

Einsatz einer Laborsäulenanlage zur Erfassung der Verteilung, der Diffusionsgeschwindigkeit und des biologischen Abbaus von Vinylchlorid in der ungesättigten Bodenzone - ELVI

Über die Ausbreitung des Vinylchlorids im Boden über die Gasphase ist nur wenig bekannt. Deshalb wurde eine Versuchsanlage entwickelt und im Rahmen dieses Projektes entscheidend verbessert. Durch die Weiterentwicklung einer aus der Literatur bekannten VC-Derivatisierungsmethode war es außerdem möglich, auch Gasmengen bis zu ca. 10 ml mit relativ wenig Aufwand analysieren zu können. Während der Versuche konnte festgestellt werden, dass Vinylchlorid in der verwendeten Säulenapparatur relativ schnell aus dem Wasser ausgaste. Die Ausbreitung schritt anfangs nur allmählich voran, beschleunigte sich jedoch nach ein paar Wochen. Ursache hierfür könnten Adsorptionsprozesse an der Bodenmatrix bzw. am Haft- und Kapillarwasser sein. Durch Simulation von 2 'Regenereignissen' konnte festgestellt werden, dass bei geringfügigem Wassereintrag die Diffusion des VC nicht gestoppt wurde. Bei Eintrag größerer Mengen Wasser (deutlich mehr als natürliche Niederschlagsereignisse) wurde jedoch unmittelbar danach eine starke Abnahme der VC-Konzentration in der ungesättigten Zone festgestellt.

Aufbereitung schwermetallhaltiger Tonsuspensionen bei Bodenwaschprozessen

Bei der Reinigung schwermetallkontaminierter toniger Boeden fallen Feinkornfraktionen mit hohen Metallkonzentrationen an, die bislang kostenintensiv deponiert werden. Am Beispiel des hochtoxischen Cr(xp=6+)-Ions wird ein Solventextraktionsverfahren entwickelt, das eine direkte Abtrennung der Metallionen aus der waessrigen Tonsuspension mittels fluessiger Ionenaustauscher ermoeglicht. Ziel ist, den Filtrationsschritt durch Solventextraktion zu substituieren, Schwermetallkonzentrationen durch Haftwasser und Adsorption zu verhindern und damit das Entstehen schwermetallhaltiger Feinstkornfraktionen und deren Deponierung als Sonderabfall zu vermeiden.

Grundwasserhöhen des Hauptgrundwasserleiters und des Panketalgrundwasserleiters 2003

Die genaue Kenntnis der aktuellen Grundwasserstände und damit auch der Grundwasservorräte ist für das Land Berlin unerlässlich, da das gesamte Trinkwasser (im Jahr 2002 waren es ca. 219 Millionen m 3 ) zu 100 % aus dem Grundwasser gewonnen wird. Dieses Grundwasser wird von neun Wasserwerken fast vollständig aus dem eigenen Stadtgebiet gefördert. Nur das Wasserwerk Stolpe am nördlichen Stadtrand gewinnt sein Wasser in Brandenburg, versorgt aber ebenfalls Berlin (Abb. 1). Darüber hinaus werden die Grundwasservorkommen durch Eigenwasser- und Brauchwasserentnahmen sowie durch große Bauwasserhaltungen und Wärmenutzungen beansprucht. In Berlin sind zahlreiche Boden- und Grundwasserkontaminationen bekannt, die sich nur bei genauer Kenntnis der Grundwasserverhältnisse sanieren lassen. Definitionen zum Grundwasser Unter Grundwasser versteht man unterirdisches Wasser, das die Hohlräume der Lithosphäre zusammenhängend ausfüllt und dessen Bewegungsmöglichkeit ausschließlich durch die Schwerkraft bestimmt wird (DIN 4049, Teil 3, 1994). Die Hohlräume bestehen bei den in Berlin (wie auch im gesamten Norddeutschen Flachland) vorkommenden Lockersedimenten aus den Poren zwischen den Gesteinspartikeln. Das in den Boden einsickernde (infiltrierende) Niederschlagswasser füllt zunächst diese Poren aus. Nur der Teil des infiltrierenden Wassers, der nicht als Haftwasser in der wasserungesättigten Bodenzone gebunden oder durch Verdunstung (Evapotranspiration) verbraucht wird, kann dem Grundwasser bis zur Grundwasseroberfläche zusickern (Abb. 2). Grundwasserleiter sind aus Sanden und Kiesen aufgebaut und ermöglichen als rollige Böden die Speicherung und Bewegung von Grundwasser. Grundwassergeringleiter oder auch Grundwasserhemmer bestehen aus Tonen, Schluffen, Mudden und Geschiebemergeln und behindern als bindige Böden die Wasserbewegung. Grundwassernichtleiter sind aus Tonen aufgebaut, die für Wasser so gut wie gar nicht durchlässig sind. Liegt die Grundwasseroberfläche innerhalb eines Grundwasserleiters, fallen also Oberfläche und Druckfläche (gegen die Atmosphäre) zusammen, so spricht man von freiem oder ungespanntem Grundwasser . Wird der Grundwasserleiter jedoch von einem Grundwassergeringleiter überdeckt, kann das Grundwasser nicht so hoch ansteigen, wie es seinem hydrostatischen Druck entspricht. Unter diesen Verhältnissen liegt die Grundwasserdruckfläche über der Grundwasseroberfläche des gespannten Grundwassers (Abb. 3). Befindet sich über einem großen zusammenhängenden Grundwasserleiter ein Grundwassergeringleiter wie z.B. ein Geschiebemergel, so kann sich hier in sandigen Partien temporär schwebendes Grundwasser ("Schichtenwasser") ausbilden (Abb. 3). Das Grundwasser strömt mit einem geringen Gefälle in der Regel den Flüssen und Seen (Vorflutern) zu und speist diese Gewässer ( effluente Verhältnisse ) (Abb. 4a). Wird in der Nähe dieser Oberflächengewässer Grundwasser durch Brunnen entnommen, so dass die Grundwasseroberfläche unter das Niveau des Gewässers absinkt, speist das Oberflächenwasser als Uferfiltrat das Grundwasser. Dann herrschen hier influente Verhältnisse : (Abb. 4b). Die Grundwasserfließgeschwindigkeit beträgt in Berlin in Abhängigkeit vom Grundwassergefälle und der Durchlässigkeit des Grundwasserleiters etwa 10 bis 500 m pro Jahr. In der Nähe von Brunnenanlagen können sich diese geringen Fließgeschwindigkeiten allerdings stark erhöhen. Geologie und Hydrogeologie Die heutige Oberflächenform Berlins wurde überwiegend durch die Weichsel-Eiszeit, die jüngste der drei großen quartären Inlandvereisungen, geprägt. Die wichtigsten morphologischen Einheiten bilden das vorwiegend aus sandig kiesigen Ablagerungen aufgebaute Warschau-Berliner Urstromtal mit dem Nebental der Panke sowie die Barnim-Hochfläche im Norden und die Teltow-Hochfläche mit der Nauener Platte im Süden, die zu weiten Teilen mit mächtigen Geschiebemergeln bzw. Geschiebelehmen der Grundmoränen bedeckt sind. (Abb. 5). Besondere Bedeutung für die Wasserversorgung und den Baugrund besitzen die im Durchschnitt ca. 150 m mächtigen Lockersedimente des Tertiärs und Quartärs. Sie bilden das Süßwasserstockwerk, aus dem das gesamte Trinkwasser und ein Großteil des Brauchwassers der Stadt gefördert wird. Der darunter liegende etwa 80 m mächtige tertiäre Rupelton stellt eine hydraulische Barriere zu dem tieferliegenden Salzwasserstockwerk dar (Abb. 6). Durch die wechselnde Abfolge von Grundwasserleitern und -geringleitern sind im Berliner Raum im Süßwasserstockwerk vier hydraulisch unterscheidbare Grundwasserleiter (Limberg, Thierbach 2002) ausgebildet. Der zweite, überwiegend saalezeitliche Grundwasserleiter wird als Hauptgrundwasserleiter bezeichnet, da aus diesem der größte Anteil für die Trinkwasserversorgung gefördert wird. Der fünfte Grundwasserleiter befindet sich unterhalb des Rupeltons im Salzwasserstockwerk. In der Gleichenkarte sind die Grundwasserverhältnisse des Hauptgrundwasserleiters (GWL 2) in violett sowie auch die des im Nordwesten ausgebildeten Panketalgrundwasserleiters (GWL 1) in blau dargestellt (Abb. 6 und 7).

Grundwasserhöhen des Hauptgrundwasserleiters und des Panketalgrundwasserleiters 2020

Die genaue Kenntnis der aktuellen Grundwasserstände und damit auch der Grundwasservorräte ist für das Land Berlin unerlässlich, da das Wasser für die öffentliche Wasserversorgung von Berlin zu 100 % aus dem Grundwasser gewonnen wird (im Jahr 2019 waren es 233 Millionen m 3 ). Dieses Grundwasser wird von neun Wasserwerken nahezu vollständig aus dem eigenen Stadtgebiet gefördert (Abb. 1). Lediglich das Wasserwerk Stolpe am nördlichen Stadtrand entnimmt sein Wasser im Land Brandenburg und liefert etwa 9 % der Berliner Gesamtförderung in die Stadt. Darüber hinaus werden die Grundwasservorkommen durch Eigen- und Brauchwasserentnahmen sowie durch große Bauwasserhaltungen, Grundwassersanierungsmaßnahmen und Wärmenutzungen beansprucht. In Berlin sind zahlreiche Boden- und Grundwasserkontaminationen bekannt, die sich nur bei genauer Kenntnis der Grundwasserverhältnisse sanieren lassen. Die Karte für den Monat Mai, in dem in der Regel die höchsten innerjährlichen Grundwasserstände auftreten, wird im Umweltatlas veröffentlicht. Definitionen zum Grundwasser Unter Grundwasser versteht man „unterirdisches Wasser, das Hohlräume der Lithosphäre zusammenhängend ausfüllt und dessen Bewegungsmöglichkeit ausschließlich durch die Schwerkraft bestimmt wird“ (DIN 4049, Teil 3, 1994). Die Hohlräume bestehen bei den in Berlin (wie auch im gesamten Norddeutschen Flachland) vorkommenden Lockersedimenten aus den Poren zwischen den Sedimentteilchen. Das in den Boden einsickernde (infiltrierende) Niederschlagswasser füllt zunächst diese Poren aus. Nur der Teil des infiltrierenden Sickerwassers, der nicht als Haftwasser in der wasserungesättigten Bodenzone gebunden oder durch Verdunstung verbraucht wird, kann dem Grundwasser bis zur Grundwasseroberfläche zusickern. Über der Grundwasseroberfläche befindet sich in der ungesättigten Bodenzone Kapillarwasser, das in Abhängigkeit von der Bodenart unterschiedlich hoch aufsteigen kann (Abb. 2). Grundwasserleiter sind aus Sanden und Kiesen aufgebaut und ermöglichen als rollige Lockergesteine die Speicherung und Bewegung von Grundwasser. Grundwassergeringleiter oder auch Grundwasserhemmer bestehen aus Tonen, Schluffen, Mudden und Geschiebemergeln und behindern als bindige Lockergesteine die Wasserbewegung. Grundwassernichtleiter sind aus Tonen aufgebaut, die für Wasser so gut wie gar nicht durchlässig sind. Man spricht von freiem oder ungespanntem Grundwasser , wenn die Grundwasserdruckfläche innerhalb eines Grundwasserleiters liegt. Hier fallen Grundwasseroberfläche und Grundwasserdruckfläche zusammen. Bei gespanntem Grundwasser wird der Grundwasserleiter von einem Grundwassergeringleiter so überdeckt, dass das Grundwasser nicht so hoch ansteigen kann, wie es seinem hydrostatischen Druck entspricht. Unter diesen Verhältnissen liegt die Grundwasserdruckfläche über der Grundwasseroberfläche (Abb. 3). Befindet sich über einem großen zusammenhängenden Grundwasserleiter ein Grundwassergeringleiter, wie z. B. ein Geschiebemergel, so kann sich hier in sandigen Partien oberhalb und in Linsen innerhalb des Geschiebemergels in Abhängigkeit von Niederschlägen oberflächennahes Grundwasser ausbilden. Dieses ist unabhängig vom Hauptgrundwasserleiter und wird häufig auch als so genanntes Schichtenwasser bezeichnet. Befindet sich unterhalb des Geschiebemergels eine ungesättigte Zone, spricht man von schwebendem Grundwasser (Abb. 3). Das Grundwasser strömt normalerweise mit einem geringen Gefälle den Flüssen und Seen (Vorflutern) zu und speist diese Oberflächengewässer (effluente Verhältnisse) (Abb. 4a). Führt ein Gewässer Hochwasser, liegt der Wasserspiegel höher als die Grundwasseroberfläche. Es kommt während dieser Zeit zur Infiltration von Oberflächenwasser in das Grundwasser (influente Verhältnisse). Man spricht hierbei auch von Uferfiltration (Abb. 4 b). Wird in der Nähe der Oberflächengewässer Grundwasser durch Brunnen entnommen, so dass die Grundwasseroberfläche unter den Gewässerspiegel absinkt, speist das Oberflächenwasser ebenfalls durch Uferfiltration das Grundwasser (Abb. 4 c). In Berlin beträgt der Anteil des geförderten Uferfiltrats je nach Standort der Brunnen 50 bis 80 % der gesamten Fördermenge. Die Grundwasserfließgeschwindigkeit beträgt in Berlin in Abhängigkeit vom Grundwassergefälle und der Durchlässigkeit des Grundwasserleiters etwa 10 bis 500 m pro Jahr. In der Nähe von Brunnenanlagen können sich diese geringen Fließgeschwindigkeiten allerdings stark erhöhen. Die heutige Oberflächenform Berlins wurde überwiegend durch die Weichsel-Kaltzeit geprägt, die jüngste der drei großen quartären Inlandvereisungen. Sie hat der Stadt gleichsam ihren morphologischen Stempel aufgedrückt: das tiefgelegene, vorwiegend aus sandigen und kiesigen Ablagerungen aufgebaute Warschau-Berliner Urstromtal mit dem Nebental der Panke sowie die Barnim-Hochfläche im Norden und die Teltow-Hochfläche zusammen mit der Nauener Platte im Süden. Beide Hochflächen sind zu weiten Teilen mit mächtigen Geschiebemergeln bzw. Geschiebelehmen der Grundmoränen bedeckt. Ergänzt wird das morphologische Erscheinungsbild durch die Niederung der Havelseenkette (Abb. 5 und 6). Näheres zur Geologie in Limberg, Sonntag (2013) und in der Geologischen Skizze im Umweltatlas . Besondere Bedeutung für die Wasserversorgung und die Gründung von Bauwerken besitzen die im Durchschnitt ca. 150 m mächtigen Lockersedimente des Quartärs und Tertiärs, deren Porenraum oft bis nahe an die Geländeoberfläche mit Grundwasser gefüllt ist. Sie bilden das Süßwasserstockwerk, aus dem Berlin das gesamte Wasser für die öffentliche Wasserversorgung bezieht. Zahlreiche Wasserwerke und andere Fördereinrichtungen haben das Grundwasser in Berlin z.T. seit über 100 Jahren durch diese Entnahmen großflächig abgesenkt. Der in 150 bis 200 m Tiefe liegende und etwa 80 m mächtige tertiäre Rupelton stellt eine hydraulische Barriere zu dem tiefer liegenden Salzwasserstockwerk dar (Abb. 7). Durch die wechselnde Abfolge von Grundwasserleitern (in Abb. 7 in grün, blau, braun und gelb, dargestellt) und Grundwassergeringleitern (in Abb. 7 in grau dargestellt) sind im Berliner Raum im Süßwasserstockwerk vier hydraulisch unterscheidbare Grundwasserleiter ausgebildet (Limberg, Thierbach 2002). Der zweite, überwiegend saalezeitliche Grundwasserleiter, wird als Hauptgrundwasserleiter bezeichnet, da aus diesem der größte Anteil für die öffentliche Wasserversorgung gefördert wird. Der fünfte Grundwasserleiter befindet sich unterhalb des Rupeltons im Salzwasserstockwerk. In der Grundwassergleichenkarte sind die Grundwasserhöhen des Hauptgrundwasserleiters (GWL 2) violett sowie auch die des im nordwestlichen Bereich der Barnim-Hochfläche ausgebildeten Panketalgrundwasserleiters (GWL 1) blau dargestellt. Der Panketalgrundwasserleiter liegt über dem Hauptgrundwasserleiter und ist durch den Geschiebemergel der Grundmoräne von diesem getrennt (Abb. 7 und 8). Im westlichen Bereich der Barnim-Hochfläche sind die Grundmoränen so mächtig, dass der Hauptgrundwasserleiter nicht oder nur in isolierten, wenige Meter mächtigen Vorkommen ausgebildet ist. Für diese Flächen des Berliner Stadtgebiets können keine Grundwassergleichen dargestellt werden.

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