Die Puralube Raffinerie 3 GmbH gehört zur Puralube Holding GmbH, welche die deutsche Tochter der in Wayne (Pennsylvania, USA) ansässigen Puralube Inc. ist. Diese betreibt in Zeitz (Sachsen-Anhalt) zwei Raffinerien und verarbeitet Altöl in komplexen Verfahren zu hochwertigem Basis-Öl. Ziel ist es, am Standort in Elsteraue einen weiterführenden Verarbeitungsstrang zu errichten, um erstmals API (American Petroleum Institute)-Gruppe III-Basisöle für qualitativ höherwertige Schmierstoffe mittels des neu entwickelten HyLubeSAT-Verfahren auf Basis Altöl herzustellen. Basisöle sind die Produktionsgrundlage von Schmierstoffen und können aus Rohöl oder Altöl produziert werden. Sie werden hauptsächlich für Motorenöle, aber auch alle anderen industriellen Schmierstoffanwendungen verwendet. Nach dem Gebrauch werden diese als Altöl eingesammelt und können mittels aufwendigen Auf- bereitungsprozessen als Basisöle wiederverwendet werden. Die Innovation des Vorhabens besteht darin, mit Hilfe des neu entwickelten HyLubeSAT-Verfahrens aus Altöl qualitativ hochwertige Schmierstoffe herzustellen. Bei diesem ressourcenschonenden Verfahren wird zunächst mittels einer Hochdruckpumpe das Basisöl-Kondensat verdichtet. Anschließend wird dieses mit hochreinem Wasserstoff in einem mehrstufigen Prozess unter Zuhilfenahme von neu entwickelten Katalysatoren chemisch aufbereitet. Die entstandenen Sulfide und Halogenide werden ausgewaschen und der überschüssige Wasserstoff wird in den Kreislauf zurückgeführt. Durch die Herstellung von höherwertigem Basisöl aus dem Recyclingprozess mit Altöl kann die Verarbeitung von Rohöl reduziert werden. Durch das neue Verfahren kann das Unternehmen bei der derzeitigen jährlichen geplanten Produktionsmenge 54.000 Tonnen CO 2 pro Jahr einsparen. Dies entspricht ca. 60 Prozent im Vergleich zur Primärproduktion. Branche: Sonstiges verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren Umweltbereich: Ressourcen Fördernehmer: Puralube Raffinerie 3 GmbH Bundesland: Sachsen-Anhalt Laufzeit: 2016 - 2017 Status: Abgeschlossen
Die verlinkte Webseite enthält Informationen der Website chemikalieninfo.de des Umweltbundesamtes zur chemischen Verbindung Perfluoroctansulfonsäure und ihre Derivate (PFOS) C8F17SO2X (X = OH, Metallsalze (O-M+), Halogenide, Amide und andere Derivate einschließlich Polymere). Stoffart: Stoffklasse.
Das Projekt "Reaktive Halogene in einer simulierten Vulkanfahne" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Heidelberg, Institut für Umweltphysik durchgeführt. Vulkanische Gasemissionen sind bedeutsam für die lokale sowie globale Atmosphärenchemie. Die Entdeckung der Halogenchemie in Vulkanfahnen brachte neue Erkenntnisse über die Dynamik von Vulkanen und gibt möglicherweise Aufschluss über deren Eruptionspotential. Mehrere Feldmessungen führten zu großen Erfolgen in der Erforschung von reaktiven Halogenspezies (z. B. BrO, OClO, ClO). Jedoch ergaben sich auch viele Unklarheiten über die zugrundeliegenden Mechanismen und Umweltparameter wie Spurengas- und Aerosolzusammensetzung der Vulkanfahne, relative Feuchte oder der Bedeutung von potentieller NOX Emission. Der Einfluss sowie die Bedeutung dieser Parameter bezüglich der Halogenaktivierung (Umwandlung von Halogeniden in reaktive Halogenspezies (RHS)) ist essentiell für die Interpretation der Messdaten, um, z.B. (1) Rückschlüsse über die magmatischen Prozesse zu ziehen und Vorhersagen über Eruptionen mithilfe des Verhältnisses BrO zu SO2 zu machen, oder (2) den Einfluss auf die Zerstörung von Ozon, die Oxidation von Quecksilber oder die Verringerung der Lebensdauer von Methan in der Atmosphäre zu quantifizieren. Dieses Projekt soll dazu dienen, anhand eines vereinfachten Modells einer Vulkanfahne (SiO2 und Schwefelaerosole, H2O, CO2, SO2, HCl, HBr) unter kontrollierten Bedingungen die vulkanische Halogenchemie besser zu verstehen. Dazu soll in einer aus Teflon bestehenden Atmosphärensimulationskammer an der Universität Bayreuth Messungen durchgeführt werden. Die zur Messung der kritischen Parameter benötigten Instrumente können leicht in das Kammersystem integriert werden. RHS (BrO, ClO, OClO) werden mittels eines White Systems (Multi-Reflektionszelle) und Cavity Enhanced-DOAS nachgewiesen. Zum Nachweis anderer Halogenspezies (Br2, Cl2, HOBr und BrCl) wird FAPA-MS (Flowing Atmospheric-Pressure Afterglow Mass Spectrometry) verwendet. SO2, CO2, NOX und O3 werden mittels standardisierter Gasanalysatoren gemessen. Die Analyse der Zusammensetzung von Aerosolen insbesondere deren aufgenommene Menge an Halogenen wird durch Filterproben sowie Ionenchromatographie und SEM-EDX (Scanning Electron Microscope - Energy Dispersive X-ray Detector) gewährleistet. Die Kombination der verschiedenen Messtechniken ermöglicht die Erforschung von bisher schlecht Verstandenen heterogenen Reaktionen, welche höchstwahrscheinlich die Halogenaktivierung beeinflussen. Insbesondere die Einflüsse von (1) NOX und O3, (2) Ausgangsverhältnis HCl zu HBr, (3) relative Feuchte sowie (4) die Zusammensetzung der Vulkanaschepartikel (in Hinblick auf komplexere, reale Vulkanasche) auf die RHS Chemie, insbesondere des Mechanismus der sog. 'Brom-Explosion', werden innerhalb des vorgeschlagenen Projektes untersucht. Die Messergebnisse werden, gestützt durch das Chemie Box Modell CAABA/MECCA, in einem größeren Kontext interpretiert und werden helfen die natürlichen Vulkanprozesse besser zu verstehen.
Das Projekt "GreenDots - Umweltfreundliche Nanokristall-Materialien für Optoelektronische Anwendungen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Universität Dresden, Institut für Theoretische Physik, Center for Advancing Electronics Dresden durchgeführt. Eine nachhaltige und umweltfreundliche Energiegewinnung ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit, um den Herausforderungen des Klimawandels und dem stetig steigenden weltweiten Energiebedarf zu begegnen. Neben den klassischen Photovoltaikmodulen aus Silizium haben sich in den vergangenen Jahren auch neue Materialien und Technologien als Alternativen entwickelt. Besonders Solarzellen auf Basis von Blei-Halogenid-Perowskiten und schwermetallhaltigen Nanokristallen haben in jüngster Zeit beachtliche Steigerungen ihrer Wirkungsgrade erfahren und erschließen neue Anwendungsgebiete. Die hohe Konzentration toxischer und umweltschädlicher Elemente wie Blei oder Cadmium in diesen Materialien lässt es jedoch fraglich erscheinen, in wie weit eine breite Anwendung vor dem Hintergrund EU-weiter Richtlinien (RoHS 2) zur Begrenzung dieser schädlichen Verbindungen überhaupt möglich ist. In diesem Forschungsvorhaben untersuchen wir neue, nanokristalline Materialien, die ohne die sonst üblichen Schwermetalle wie Blei oder Cadmium auskommen. Unsere Materialien sind daher umweltverträglicher und deutlich weniger toxisch. Ausgehend von der chemischen Synthese, mit der sich die Größe und optoelektronischen Eigenschaften der halbleitenden Nanokristalle präzise kontrollieren lassen, werden wir die Herstellung stabiler Nanokristalldispersionen und dünner Filme mittels Lösungsbasierter Abscheidungstechniken untersuchen. Vorrangiges Ziel ist die Anwendung der umweltfreundlichen Nanokristalle in effizienten Solarzellen und Infrarot-Sensoren. Dabei stehen nicht nur die Leistungsfähigkeit und der Wirkungsgrad der elektronischen Bauteile im Fokus, sondern auch deren Stabilität und Zuverlässigkeit. So werden wir den gesamten Lebenszyklus unserer Bauteile hinsichtlich Ressourceneinsatz und Umweltbelastung analysieren. Langfristiges Ziel ist es neben dem Einsatz von umweltverträglichen Ausgangsmaterialien und Lösemitteln auch die Recyclingfähigkeit unserer Bauteile zu studieren und zu etablieren.
Das Projekt "Teilvorhaben: Betrieb der erweiterten KOALA-Anlage und Einbindung in eine skalierte Tandem-Baseline" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH, Bereich Energie, PVcomB durchgeführt. Thema des Fördervorhabens KOALA+ ist die Entwicklung von Prozess- und Anlagentechnologie für die Abscheidung von Perowskit-basierten Solarzellen mittels Vakuumabscheidung (physical vapor deposition, PVD). Diese Art von Zellen ist besonders attraktiv für den Einsatz als Topzelle in Tandem-Solarzellen mit entweder einer Silizium- oder einer CIGS-Bottomzelle, die meist eine raue bzw. texturierte Oberfläche besitzen. Die Arbeiten sollen auf einer, in dem Fördervorhaben KOALA neu anzuschaffenden, PVD Cluster-Anlage zusammen mit der CreaPhys GmbH und mit der VON ARDENNE GmbH durchgeführt werden. Beide Firmen konzipieren die Anlage. In KOALA+ soll diese u.a. um weitere Aufdampfquellen, ein zweites Sputtermagnetron, einer schleusenseitigen Glovebox erweitert werden. Schwerpunkte der Entwicklungsarbeiten in KOALA+ durch das Konsortium sind das Aufdampfen komplexer Metall-Halide Perowskit Absorber aus mehreren Quellen auf industrierelevanten Flächen bis zu 210 x 210 mm2, wobei eine ausreichende Homogenität und Prozesszuverlässigkeit gewährleistet werden müssen. Ein zweiter Schwerpunkt ist das Sputtern von transparenten leitfähigen Kontaktschichten (TCOs) für die Vorderseite von Tandemsolarzellen mit einem schädigungsarmen, industrietauglichen Prozess. Diese Arbeiten werden eingebunden sein in der strategische F & E am HZB, die u.a. Perowskit/Silizium Tandem Module mit über 30 % Wirkungsgrad als Ziel hat. Die Arbeiten werden eng verbunden sein mit den BMWi Vorhaben 'P3T' und 'Presto' sowie bilateralen Industriekooperationen.
Das Projekt "AReLiS-2 - Analyse der Kathoden- und Elektrolytreaktionen in Lithium-Schwefel- und Lithium-Metallsulfid-Batterien 2: Festkörperelektrolyte" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forschungszentrum Jülich GmbH, Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK), IEK-12: Helmholtz-Institut Münster (HI MS) Ionenleiter für Energiespeicher durchgeführt. In AReLiS-2 werden grundlegende Mechanismen von Lithium-Schwefel-Batterien erforscht. Dabei sollen unter Berücksichtigung relevanter Prozesse zur Verarbeitung Polymer-Thiophosphat-basierter Hybridelektrolyte neue Ansätze für leistungsfähige Batteriezellkonzepte entwickelt werden, unter Optimierung und Erweiterung der stofflichen Basis und Gestaltung der Elektroden-Elektrolyt-Grenzflächen sowie der Charakterisierungsmethoden. Das FZJ-IEK-12 entwickelt im Projekt neue Ansätze und Strategien zur Herstellung von Hybrid-Festelektrolyten bestehend aus Polymeren und Thiophosphaten oder auch Halogeniden, unter anderem auch um Ladungstransfer- und innere Widerstände an Elektrolyt-Elektroden-Grenzflächen (speziell der Schwefel- bzw. TiS4-Kathoden) unter Evaluation der Reaktionsparameter zur Verarbeitung zu verringern und hohe Zyklenstabilität der Zellen zu ermöglichen. Geeignete Monomere zur Infiltration in poröse Kathodenkomposite und Polymerisationsmethoden sollen identifiziert und umgesetzt werden. Zudem sollen durch umfassende Analysen mit Methoden der Impedanzspektroskopie, der nichtlinearen Frequenzanalyse und der Festkörper-NMR neue Erkenntnisse zu mechanistischen Details des Ladungstransfers an der Interphase gewonnen werden.
Das Projekt "Teilprojekt E" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von JenaBios GmbH durchgeführt. Hauptziel des CEFOX-Projektverbunds ist die Entwicklung neuer oxyfunktionalisierender Syntheserouten für biobasierte Inhaltsstoffe wie Lipide und Terpene, Additive und pharmazeutische Wirkstoffe (APIs, modifizierte Steroide) mit hoher Regio- und Enantioselektivität, hoher Ausbeute und Kosteneffizienz. Diese basieren auf dem Einsatz von pilzlichen Peroxygenasen, die erstmals im Gramm-Maßstab mittels zellfreier Syntheseplattformen zugänglich gemacht werden. Dabei kommt der funktionellen Diversität der oxidativen Pilzenzyme basierend auf der wachsenden Zahl von Pilzgenomen, der Realisierung eines schnellen PCR-basierten Verfahrens zur Matrizenherstellung für die klonierungsfreie Proteinsynthese in eukaryotischen zellfreien Systemen sowie der Entwicklung spezifischer Vektoren für die effiziente zellfreie Proteinsynthese in Pilzzell-Lysaten und CHO-basierten Systemen große Bedeutung zu. Unspezifische Peroxygenasen (UPOs) gehören zur Familie der Häm-Thiolat-Proteine und besitzen ein vielversprechendes Potenzial für die organische Synthese, da sie selektiv Sauerstoff aus Peroxiden auf diverse Substrate übertragen. Insbesondere sind sie in der Lage, nicht-aktivierte Kohlenwasserstoffe zu oxyfunktionalisieren. Das Substratspektrum der Peroxygenasen sowie die katalysierten Reaktionen ähneln denen von Cytochrom-P450-Monooxygenasen und umfassen Hydroxylierungen, Epoxidierungen, Dealkylierungen, Oxygenierungen von Heteroatomen und Halogeniden sowie Ein-Elektronen-Oxidationen. Durch ihre zukünftige breite Verfügbarkeit über zellfreie Syntheseplattformen und ihre katalytische 'Promiskuität' (self-sufficient action oder Einsatz in intelligenten Enzymkaskaden), bieten sich einzigartige Lösungen zur enzymatischen Oxyfunktionalisierung biologischer Inhaltsstoffe, Wirkstoffmoleküle oder Plattformreagenzien, die zukünftig zu einer Flaggschiff-Technologie werden könnten.
Das Projekt "Ceroxid-Partikel als funktionelle Haloperoxidase-Analoga zur Verhinderung von Biofouling" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Bundesanstalt für Gewässerkunde durchgeführt. Veranlassung In vorherigen Arbeiten der Universität Mainz wurde gezeigt, dass Vanadiumpentoxid-Nanopartikel (V2O5) die Bildung von Hypohalogeniden aus Wasserstoffperoxid und Halogeniden katalysieren und so als hochwirksamer Enzymersatz fungieren können. In Feldtests wurde der Bewuchs bei entsprechend beschichteten Oberflächen erfolgreich gehemmt, allerdings kam es zur Auslaugung von wasserlöslichen und für Wasserorganismen giftigen Polyvanadaten. Als mögliche Alternative zeigten in Wasser praktisch unlösliche Ceroxid-Nanopartikel eine hohe Aktivität. Bislang ist allerdings ungeklärt, ob und in welchem Maße Quorum-Sensing-Signalmoleküle hierdurch abgebaut oder halogeniert werden und ob sich dadurch ein ausreichender Schutz vor Biofouling realisieren lässt. In Labor- und Feldversuchen sollen daher Halogenierungsreaktionen von Signalmolekülen nachgestellt bzw. verfolgt werden und dabei entstehende Halogenierungsprodukte untersucht werden. Ziele - Aufklärung der Reaktionsmechanismen und Abbauwege - Entwicklung einer sensitiven Nachweismethode für Signalmoleküle und deren Abbauprodukte - Kenntnis über die praktischen Einsatzmöglichkeiten und Limitierungen von Ceroxid-Nanopartikeln zur Verhinderung von Biofouling - Verbesserung des Grundlagenverständnisses zur langfristigen Entwicklung biozidfreier und nachhaltiger Antifoulingstrategien Die unerwünschte Ansiedlung von Organismen (Biofouling) auf Schiffsrümpfen ist eine zentrale Herausforderung der Schifffahrt. Zur Vermeidung werden in der Regel Schutzanstriche mit giftigen Bioziden verwendet. Manche Algen schützen sich gegen Fouling, indem sie die Kommunikation von Bakterien, das sogenannte ‘Quorum Sensing’, stören. Die Algen wandeln die Signalmoleküle der Bakterien mittels Wasserstoffperoxid und Halogeniden aus dem Wasser enzymatisch zu halogenierten Produkten um. Ziel ist es, diese Strategie der Algen durch biozidfreie Beschichtungen aus Ceroxid-Nanopartikeln nachzuahmen. Bei der Bildung von Biofilmen kommunizieren Mikroorganismen über ‘Quorum Sensing’. Zusammen mit der Universität Mainz wird versucht, diese Kommunikation gezielt zu unterbrechen, um Biofouling zu verhindern.
Das Projekt "Niedertemperatur-Zugang zu Solvens-freien Chalkogenidometallat-Materialien" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Marburg, Fachgebiet Anorganische Chemie, Arbeitsgruppe Dehnen durchgeführt. Mit diesem Projekt streben wir die Optimierung und Entwicklung nachhaltiger Niedertemperatur-Zugänge zu kristallinen Chalkogenidometallaten über Ionothermalsynthesen und ein tieferes Verständnis der zugrundeliegenden Reaktionsprozesse an. Unsere Zielverbindungen und die entsprechenden Synthesestrategien sind: 1) Ternäre nanostrukturierte, kristalline Chalkogenidometallat-Materialien, die über ungewöhnliche Präkursor-Kombinationen synthetisiert werden, und 2) komplexe und Schwermetall-basierte Chalkogenidometallat-Materialien, die über die Verwendung von nicht-unschuldigen ionischen Flüssigkeiten als Reaktionsmedien erhalten werden. Die Zielverbindungen wurden auf Grundlage unserer bisherigen Erfahrungen und neuer Kooperationen, die in der vergangenen Förderperiode aufgebaut wurden, sorgfältig ausgewählt. Ihre Zusammensetzung lässt sich anhand der folgenden Formel generalisieren: (Cat)q((Mt,c,a,hx)TyEz(R)j)(An)p (Cat = Alkalimetall, (element-)organisches oder komplexes Kation; Mt = Übergangsmetall; Mc = Pentelmetall in einem komplexen Kation: Sb, Bi; Ma = Trielmetall in einem komplexen Anion: Ga, In; Mh = Schwermetall: Cd, In, Sn, Sb, Hg, Pb, Bi; T = Ge, Sn; E = S, Se, Te; R = organische Gruppe; An = (pseudo-)Halogenid oder komplexes Anion). Über die Variation der Zusammensetzung werden spezifische opto-elektronische und thermoelektrische Eigenschaften der Produkte adressiert, die unter Verwendung einer Vielzahl experimenteller und theoretischer Methoden von uns selbst oder in Kooperationen im Rahmen des SPP 1708 analysiert werden.
Das Projekt "Pseudohalogenchemie in Ionischen Flüssigkeiten mit reaktiven Kationen und Anionen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Rostock, Institut für Chemie, Abteilung Anorganische Chemie, Lehrstuhl für Anorganische und Elementorganische Chemie durchgeführt. Dieses Projekt beschäftigt sich mit dem Einsatz von Ionischen Flüssigkeiten, die reaktive Anionen bzw. Kation enthalten, um neue Pseudohalogenborate, -silikate und -phosphate zu synthetisieren. Als reaktive Anion werden entweder zersetzbare Ionen wie Carbonate ((CO2(OMe))-), Borates ((B(OMe)3A)-, (B(OMe)4)-; mit A = Pseudohalogen, z. B. CN, SCN, N3), Silikate ((Si(OMe)4A)-) und Phosphate ((OP(OMe)3A)-) oder die stark-nucleophilen (Pseudo)halogenide, welche auch ILs mit entsprechenden organischen Kationen bilden, eingesetzt. Das Ziel dieses Projektes ist es, neue (oft hoch labile) Pseudohalogen-Spezies wie z. B. (CO2A)-, (A...H...A)-, (B(OMe)3A)-, (B(OMe)2E1A)- (E1 = Halogen), (B(OMe)E2A)- (E2 = Chalkogen), (A-B-E3)- (E3 = Pnictogen) und Salze mit (SiF6-n(CN)n)2- und (PF6-n(CN)n)- mittels funktionalisierter ILs zu quenchen bzw. zu stabilisieren. Reaktive Kationen bzw. Anionen in den ILs bedeutet, dass die ILs sowohl Reaktionsmedium als auch Reaktant sind. Das Projekt lässt sich in fünf Teile gliedern, die miteinander verknüpft sind: (i) Synthese reiner Pseudohalogenid ILs ausgehend von ILs mit zersetzbaren Anionen. Die Darstellung der reinen Pseudohalogenid ILs, (Cat)+A- (A = e.g. CN, SCN, N3) ist bereits gut ausgearbeitet. Darüber hinaus soll besonderes Augenmerk auf die Isolierung bzw. Beobachtung der intermediären (CO2A)- Ionen gelegt werden.(ii) Reaktionen der reinen Pseudohalogenid ILs mit Nichtmetallen (z. B. P4, S8) und deren Oxide und Sulfide. Hier sollen Löslichkeiten der Ionen als auch die Bindungsaktivierungen durch die in den ILs vorhandenen nackten, hoch-nukleophilen Pseudohalogenidionen im Fokus stehen. (iii) Reaktionen der reinen Pseudohalogenid ILs mit reinen Pseudohalogensäuren (HA). Da diese ILs nackte Pseudohalogenidionen enthalten, sollte die Bildung von (A...H...A)- Ionen bei Zugabe reiner HA Säure beobachtet werden. Die Isolation von Salzen mit den (A...H...A)- Ionen wird angestrebt.(iv) Synthese von Pseudohalogenborat, -silikat und -phosphat-Spezies in Pseudohalogenid ILs und deren Reaktion mit persilylaten Verbindungen der Gruppen 15-17.(v) Synthese von Koordinationspolymeren unter Verwendung von Cyanido(fluorido)-phosphaten, -arsenaten und -silikaten durch Verwendung von ILs, die ein zersetzbares Kation enthalten wie z. B. (nPr3NH)+.
Origin | Count |
---|---|
Bund | 49 |
Type | Count |
---|---|
Chemische Verbindung | 1 |
Förderprogramm | 48 |
License | Count |
---|---|
geschlossen | 2 |
offen | 47 |
Language | Count |
---|---|
Deutsch | 48 |
Englisch | 5 |
Resource type | Count |
---|---|
Dokument | 1 |
Keine | 35 |
Webseite | 13 |
Topic | Count |
---|---|
Boden | 32 |
Lebewesen & Lebensräume | 40 |
Luft | 38 |
Mensch & Umwelt | 49 |
Wasser | 31 |
Weitere | 48 |