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s/hohn/Huhn/gi

Der Sauerstoffverbrauch von Gefluegelembryonen als Indikator fuer Fitness, Reproduktionsleistung und Verhalten

Sauerstoffverbrauch und mitochondriale Atmungsaktivitaet verschiedener Gewebe koennen als Kenngroessen des konstitutionellen Leistungsniveaus von Tieren dienen.Das Forschungsvorhaben soll Zusammenhaenge zwischen dem embryonalen Energiemetabolismus und dem Leistungsvermoegen im adulten Stadium aufzeigen. Das Interesse gilt insbesondere den Zusammenhaengen mitVitalitaet, Lege- und Mastleistung von Huehnern und Fasanen, aber auch den Beziehungen zu genetisch fixierten Verhaltensmerkmalen bei Japanischen Wachteln. Schliesslich dienen die Studien der Etablierung eines Systems zur Evaluierung der Einwirkung externer, chemischer und physikalischer Noxen toxikologischer und produktionstechnischer Natur auf den Gefluegelembryo. Die Untersuchungen werden an Bruteiern von Huehnern, Fasanen und Japanischen Wachteln durchgefuehrt. Die Erfassung des embryonalen Sauerstoffverbrauchserfolgt mit Hilfe einer eigens hierfuer entwickelten Variante der polarographischen Sauerstoffmessung mittels Clark- Zellen. Die Ergebnisse zeigen signifikante Zusammenhaenge zwischen embryonalem Sauerstoffverbrauch und den Schlupfraten, sowie den zu erwartenden Legeleistungen der adulten Tiere. Auch ein Zusammenhang mit genetisch determinierten Verhaltensmerkmalen bei Japanischen Wachteln konnte nachgewiesen werden. Moegliche Anwendungsbereiche der Methodik liegen in einer vorgezogenen und verkuerzten Leistungspruefung fuer Legehennen. Diese Moeglichkeit wird derzeit ueberprueft. Darueber hinaus laesst das System Moeglichkeiten zur Beurteilung chemisch- physikalischer Noxen und zur Optimierung von Produktionstechniken erwarten.

50 Jahre Januar-Sturmflut 1976: Ein Interview mit den Küstenschutzexperten Anne Rickmeyer und Peter Schley (NLWKN)

Norden . Sie führte zu den bisher höchsten gemessenen Sturmflutwasserständen an nahezu allen Pegeln der deutschen Nordseeküste: Die schwere Sturmflut vom 03. Januar 1976 war gewaltiger als die Flutkatastrophe von 1962, ist heute aber deutlich weniger im Bewusstsein der Menschen an der Küste verankert. Ein Grund: die nach den verheerenden Folgen der 62er Sturmflut ergriffenen Maßnahmen zeigten vielerorts Wirkung. Was hatte sich in nur 14 Jahren verändert – und mit welchen Herausforderungen sehen sich Küstenschützer heute, genau fünfzig Jahre später, konfrontiert? Ein Gespräch mit der Direktorin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Anne Rickmeyer und NLWKN-Küstenschutzexperte Peter Schley. Sie führte zu den bisher höchsten gemessenen Sturmflutwasserständen an nahezu allen Pegeln der deutschen Nordseeküste: Die schwere Sturmflut vom 03. Januar 1976 war gewaltiger als die Flutkatastrophe von 1962, ist heute aber deutlich weniger im Bewusstsein der Menschen an der Küste verankert. Ein Grund: die nach den verheerenden Folgen der 62er Sturmflut ergriffenen Maßnahmen zeigten vielerorts Wirkung. Was hatte sich in nur 14 Jahren verändert – und mit welchen Herausforderungen sehen sich Küstenschützer heute, genau fünfzig Jahre später, konfrontiert? Ein Gespräch mit der Direktorin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Anne Rickmeyer und NLWKN-Küstenschutzexperte Peter Schley. Frau Rickmeyer, bei der bisher schwersten Sturmflut an der deutschen Nordseeküste wurden am Nachmittag des 03. Januar 1976 etwa in Cuxhaven Wasserstände erreicht, die noch einmal fast 50 Zentimeter höher lagen, als im schicksalhaften Frühjahr 1962. Dennoch blieben weitreichende Überflutungen bewohnter Flächen aus – Menschen kamen nicht ums Leben. Was lief damals anders, als nur ein Jahrzehnt zuvor? Frau Rickmeyer, bei der bisher schwersten Sturmflut an der deutschen Nordseeküste wurden am Nachmittag des 03. Januar 1976 etwa in Cuxhaven Wasserstände erreicht, die noch einmal fast 50 Zentimeter höher lagen, als im schicksalhaften Frühjahr 1962. Dennoch blieben weitreichende Überflutungen bewohnter Flächen aus – Menschen kamen nicht ums Leben. Was lief damals anders, als nur ein Jahrzehnt zuvor? Anne Rickmeyer: Zunächst muss betont werden, dass die Sturmflut von 1976 keinesfalls spurlos an der niedersächsischen Küste vorüberging: Insbesondere im Bereich der zu diesem Zeitpunkt noch nicht hinreichend erhöhten Deiche im Raum Kehdingen richtete sie in Folge mehrerer Deichbrüche und Überspülungen sogar erhebliche Schäden an. Aber es stimmt, dass sich diese mit einigen Ausnahmen – das Zentrum von Freiburg an der Unterelbe etwa wurde vollständig überschwemmt – vor allem auf landwirtschaftlich genutzte, weniger dicht bewohnte Flächen auswirkten. Die Folgen waren also durchaus erheblich, aber die große menschliche Katastrophe blieb in der Tat aus. Dieser Umstand ist vor allem den Lehren zu verdanken, die man aus den schweren Sturmfluten 1962 mit über 300 Toten und rund 60 Deichbrüchen sowie 1953 mit über 2.000 Opfern gezogen hatte. Auch wenn 1976 noch längst nicht alles umgesetzt war, was man sich nach 1962 vorgenommen hatte, weil Maßnahmen des Küstenschutzes zwangsläufig Mammutprojekte mit erheblichem Aufwand sind: Die Küste war unterm Strich besser vorbereitet, weil nicht zuletzt Deiche vielerorts verstärkt und in Höhe und Geometrie angepasst worden waren. Mit welchen konkreten Strategien waren die Küstenschützer den in den Jahrzehnten zuvor gemachten bitteren Erfahrungen begegnet? Mit welchen konkreten Strategien waren die Küstenschützer den in den Jahrzehnten zuvor gemachten bitteren Erfahrungen begegnet? Peter Schley: Im Nachgang insbesondere zur Sturmflut 1962 mit den verheerenden Folgen zum Beispiel im Hamburger Raum war eine sehr gründliche Analyse der Schäden, Schadensmechanismen und Defizite durch eine eigens hierfür eingesetzte Kommission vorgenommen worden. Eine wesentliche Konsequenz war die Optimierung des Deichprofils: Heute bietet dieses durch flachere Böschungen und dickere Kleischichten mehr Sicherheit gegen Sturmflutschäden durch Welleneinwirkung. Diese Kurskorrekturen sind in den 60er und 70er Jahren eingeleitet worden und haben 1976 bereits teilweise Wirkung gezeigt. Durchgehende Wege für die Deichverteidigung im Sturmflutfall sorgen zudem für deutlich bessere Rahmenbedingungen für ein Erreichen der Schadensstellen, was etwa 1962 ein großes Problem war. Vor allem aber erfolgte auch eine konsequentere Realisierung dieser Planungsparameter, was wegen Geldnot und widerstrebenden Interessen zuvor oft nicht gelungen war. Man hatte zudem mit dem Bau von zahlreichen Sperrwerken an den Nebenflüssen von Weser und Elbe begonnen, wo sich vorherige Fluten besonders verheerend ausgewirkt hatten. Die Sperrwerke Abbenfleth, Lühe und Freiburg etwa waren dabei 1976 bereits betriebsfähig. Andere Sperrwerke dagegen wie an der Ochtum oder das Sperrwerk Ruthenstrom wurden erst Ende der 70er in Betrieb genommen. Ein weiterer wichtiger Baustein war eine bessere, intensivere und pflichtbewusstere Pflege und Unterhaltung der Deiche: Wo früher schon mal grasende Rinder, Pferde, Gänse und Hühner anzutreffen waren, erfolgt heute vor allem eine Pflege der Grasnarbe durch Schafe. Außerdem war man sensibler geworden, wenn es um eine bessere Überwachung durch regelmäßige Deichschauen und einen konsequenteren Schutz der Deiche gegen Beschädigung und Schwächung geht. Schließlich wurden auch strategische Stellschrauben gedreht: Generalpläne für den Küstenschutz und umfassende Finanzierungsprogramme wurden aufgestellt und das niedersächsische Deichgesetz – ein in Deutschland bis heute einmaliges Gesetzeswerk – räumte dem lebenswichtigen Küstenschutz einen klaren Vorrang vor anderen, individuellen Interessen ein. Hat sich durch die Sturmfluterfahrungen der 50er, 60er und 70er Jahre auch in der Gesellschaft etwas verändert, was den Blick auf den Küstenschutz angeht? Hat sich durch die Sturmfluterfahrungen der 50er, 60er und 70er Jahre auch in der Gesellschaft etwas verändert, was den Blick auf den Küstenschutz angeht? Anne Rickmeyer: Unbedingt. Insgesamt hatte der Küstenschutz gerade in den 1960er/1970er Jahren gesamtgesellschaftlich einen höheren Stellenwert als zuvor. Die verheerenden Bilder von Deichbrüchen vor Augen, erhielten entsprechende Projekte und Ziele politischen Rückenwind und eine bessere finanzielle Ausstattung. Es war aber auch eine gesteigerte Akzeptanz etwa bei Anwohnern spürbar für Küstenschutzvorhaben und die mit ihnen verbundenen Eingriffe. Leider müssen wir feststellen, dass diese Akzeptanz stellenweise wieder nachlässt. Das mag auch damit zu tun haben, dass sich dank der getroffenen Maßnahmen ähnlich dramatische Bilder bei späteren Sturmfluten zum Beispiel 1994 nicht wiederholten. Wird der Küstenschutz also gewissermaßen Opfer seiner eigenen Erfolge? Wird der Küstenschutz also gewissermaßen Opfer seiner eigenen Erfolge? Peter Schley: Je länger solche einschneidende Sturmflutereignisse wie 1976 zurückliegen, desto mehr schwindet in der Tat die Bereitschaft zu Einschränkungen als Privatperson oder bei den Vertretern anderer Belange – etwa wenn es darum geht, Flächen zur Verfügung zu stellen oder die Verbauung von Meerblick in Kauf zu nehmen. Da Küstenschutz vorsorgend ausgerichtet ist und eine lange Perspektive hat, machen es diese Ansprüche den Küstenschützern in Summe immer schwerer, dringend benötigte Deichverstärkungen umzusetzen. Hinzu kommen neue Herausforderungen durch eine grassierende Klimawandelskepsis und eine Zunahme von Wissenschaftsfeindlichkeit in Teilen der Gesellschaft. Beides ist gerade hier an der Küste fatal. Wie gut ist Niedersachsen heute und in Zukunft für Sturmfluten gewappnet? Wie gut ist Niedersachsen heute und in Zukunft für Sturmfluten gewappnet? Anne Rickmeyer: Seit den 1960er Jahren haben Bund und Land mit fortwährenden Investitionen im Rahmen von umgerechnet rund 3,4 Mrd. Euro dafür gesorgt, dass wir heute das beste Schutzniveau haben, welches es in der Geschichte des Küstenschutzes je gab. Es ist aber auch klar: Küstenschutz wird eine Daueraufgabe bleiben, die kein Verharren im Status Quo duldet. Das erleben wir auf den besonders exponierten Ostfriesischen Inseln, die durch ihre Wellenbrecher-Funktion letztlich auch das niedersächsische Festland schützen. Das erleben wir aber auch an der Elbe, wo die in den 60er und 70er Jahren errichteten Sperrwerke inzwischen wieder an die aktuellen Bedarfe des Küstenschutzes angepasst werden müssen. An der Ilmenau zum Beispiel ist das in den letzten Jahren bereits passiert – für die anderen Sperrwerke reden wir auch hier von einer Mammutaufgabe für die kommenden Jahrzehnte. Über allem steht der Generalplan Küstenschutz, der die Küstenschutzstrategie und die erforderlichen Maßnahmen beschreibt. Die Herausforderungen werden durch den Klimawandel künftig noch steigen. Seine Auswirkungen, etwa wenn es um den prognostizierten Meeresspiegelanstieg geht, fließen bereits heute in die Überlegungen der Küstenschützer ein: Bei der Konzeption von Küstenschutzanlagen wurde das hierfür gedachte Vorsorgemaß für zukünftige Auswirkungen des Klimawandels vor wenigen Jahren auf 100 Zentimeter erhöht. Der neue niedersächsische Klimadeich ermöglicht darüber hinaus für den Fall ungünstiger Entwicklungen eine Deicherhöhung um einen weiteren Meter. All diese Maßnahmen brauchen aber gerade in Zeiten rasant steigender Baupreise auch eine entsprechende finanzielle Ausstattung – der Bedarf an Geldmitteln zum Schutz der Niedersächsischen Küste wird künftig sogar noch steigen – aber auch der Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren, um diese Planungsaufgaben zu bewältigen. Bedenkt man, dass Küstenschutzanlagen schon heute rund 6.500 Quadratkilometer und damit 14 Prozent der Landesfläche, 1,1 Millionen Menschen und Sachwerte im dreistelligen Milliardenbereich schützen, ist jeder Euro, der in den Küstenschutz fließt, gut investiert. Zur Person: Zur Person: Anne Rickmeyer leitet seit Mitte 2016 als Direktorin den NLWKN. Der Landesbetrieb ist in ganz Niedersachsen mit elf Betriebsstellen und zahlreichen weiteren Standorten und Stützpunkten präsent. Anne Rickmeyer Peter Schley leitet seit 2023 die Betriebsstelle Stade des NLWKN. Der Diplom-Ingenieur ist hier als Geschäftsbereichsleiter ebenfalls unmittelbar für die Küstenschutzplanungen und Projekte in der Region zuständig. Peter Schley NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer NLWKN-Betriebsstellen- und Geschäftsbereichsleiter Peter Schley

Geflügelpest Was ist Geflügelpest? Infektionsquelle kontaminiertes Material Wie erkennt man Geflügelpest? Wie wird Geflügelpest übertragen und welche Tiere sind empfänglich? Wo sind Riskogebiete? Was wird getan, um das Weiterverbreiten im Seuchenfall zu verhindern? Ist die Geflügelpest ein Risiko für die menschliche Gesundheit? Darf man in einem Seuchenfall weiter Geflügel essen? Gibt es eine Impfung gegen Geflügelpest? Überblick zu aktuellen Geflügelpestfällen

Die Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die durch Influenzaviren ausgelöst wird. Die aviären Influenzaviren werden in zwei Gruppen unterschieden. Niedrigpathogene Influenzaviren (LPAI) verursachen oft kaum Symptome. Hochpathogene Influenzaviren (HPAI) sind Auslöser der klinischen Geflügelpest, die besonders für Hühner und Puten meist tödlich verläuft. Alle Geflügelarten sind betroffen, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten können erkranken. Bei den bisher in Deutschland verzeichneten Ausbrüchen geht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in den meisten Fällen von einem direkten oder indirekten Eintrag über kontaminiertes Material (Schuhwerk, Fahrzeuge, Gegenstände) als wahrscheinlichste Infektionsquelle aus. Die Geflügelpest richtet nicht nur bei den erkrankten Tieren selbst großen Schaden an. Verheerend sind auch die großen wirtschaftlichen Folgen aufgrund von Handelssperren, Sperren um den Seuchenherd und schwerwiegenden Problemen im Absatz von Tieren und ihren Produkten auf dem Markt. Die Geflügelpest ist eine hochakut verlaufende Erkrankung, die gerade bei Hühnern und Puten nach kurzer Inkubationszeit (wenige Stunden bis 21 Tage) meist zum Tod führt. Die klinischen Symptome der Geflügelpest sind sehr vielfältig. Neben allgemeinen Krankheitssymptomen wie Teilnahmslosigkeit oder Verweigerung von Futter und Wasser können Atemnot, Niesen, schleimig-grünlicher Durchfall, zentralnervöse Störungen, Ödeme oder Unterhautblutungen mit Verfärbungen an Kopfanhängen und Füßen auftreten. Die Influenzaviren verbreiten sich über Tröpfcheninfektion und über die Ausscheidung im Kot infizierter Vögel. Andere Vögel stecken sich über die Aufnahme von Wasser oder virenbelastetem Staub an. Auch die indirekte Übertragung durch Menschen ist möglich, weshalb im Umgang mit Geflügel auf eine ausreichende Reinigung und Desinfektion von Kleidung und Gebrauchsgegenständen geachtet werden sollte. Alle Geflügelarten sind betroffen, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten können erkranken. Während Hühner oder Puten meist innerhalb kurzer Zeit verenden, erkrankt Wassergeflügel seltener und im Verlauf milder. Wildlebende Wasservögel dienen daher als Virusreservoir und können die Erreger über große Distanzen verbreiten. Im Fall erhöhter Eintragsgefahr werden nach Risikoanalyse besonders gefährdete Gebiete definiert. Als besonders gefährdet gelten Sammel-, Rast- und Ruheplätze  von Wildvögeln, welche häufig in der Nähe von Seen, Flüssen und Feuchtbiotopen zu finden sind. In Risikogebieten kann eine Aufstallung angeordnet werden. Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Bekämpfung und Verhinderung ihrer Ausbreitung werden behördlich koordiniert und unterliegen gesetzlichen Bestimmungen. Jeder Verdacht muss sofort dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden. Es werden Proben entnommen und in einem staatlichen Referenzlabor untersucht. Der Seuchenbestand selbst wird sofort getötet und unschädlich beseitigt. Bei einem Geflügelpestfall bei einem gehaltenen Vogel legt die zuständige Behörde Restriktionszonen fest. In diesen Gebieten gelten besondere Bedingungen zur Bekämpfung der Seuche, wie beispielsweise kein Verbringen von Tieren und Produkten aus den Zonen/Beständen, keine Geflügelausstellungen, Desinfektionen und mehr. Die Restriktionszonen werden durch entsprechende Beschilderung ausgewiesen. Die Tierseuchensituation in Europa wird vom Friedrich-Löffler-Institut und den zuständigen Behörden beobachtet und Alarm- und Krisenpläne stets an neue Geschehnisse angepasst. Eine Übertragung von aviären Influenzaviren auf den Menschen ist bei einigen Subtypen möglich, tritt aber nur sehr selten und bei engem Kontakt mit Geflügel auf. Das Virus wird bereits bei Temperaturen von + 70 Grad Celsius abgetötet. Der Verzehr von Fleisch ist daher bei küchenüblicher Zubereitung selbst bei infiziertem Hausgeflügel unbedenklich. Eine Impfung gegen die Geflügelpest ist nur geeignet, um klinische Symptome zu unterdrücken. Sie verhindert aber weder die Infektion des Vogels noch die Ausscheidung der Viren. Sie birgt die Gefahr einer unbemerkten Ausbreitung der Seuche und ist daher in der EU verboten. Eine Ausnahmegenehmigung wird in Einzelfällen für Zootiere oder seltene Nutzgeflügelrassen erteilt. Diese Ausnahmegenehmigung der Europäischen Kommission ist an strenge Auflagen gebunden und geht mit einer kontinuierlichen Überwachung des Bestandes einher. Ansprechpartner sind die örtlichen Veterinärbehörden. Einen Überblick zu aktuellen Geflügelpestfällen in Deutschland geben die Internetseiten des Tierseucheninformationssystems des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Dort ist auch eine kartographische Darstellung abrufbar.

Ökologischer Landbau - umweltschonend und qualitätsbewusst Ökolandbau in Sachsen-Anhalt Entwicklung des Ökolandbaus in Sachsen-Anhalt Umstellung auf ökologischen Landbau Öko in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) Ökoaktionsplan Sachsen-Anhalt Fördermöglichkeiten für den ökologischen Anbau in Sachsen-Anhalt Förderung der Haltung von Legehennen in mobilen Hühnerställen Das Öko-Kontrollverfahren Rechtliche Grundlagen des Ökolandbaus Öko-Anbauverbände Förderverein Biohöfegemeinschaft Sachsen-Anhalt e.V. Dokumente

Der ökologische Landbau ist eine umweltschonende Form der Landbewirtschaftung. Zu den Grundsätzen der ökologischen Wirtschaftsweise gehören insbesondere: ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf (die Tierhaltung ist mit der zur Verfügung stehenden Fläche gekoppelt), eine natürliche Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt (es werden eigene Wirtschaftsdünger genutzt, Zwischenfrüchte und Feldfutter - insbesondere Hülsenfrüchte - werden angebaut und es gibt weite und abwechslungsreiche Fruchtfolgen), eine tiergerechte Haltung (arteigene Bedürfnisse der Tiere werden bestmöglich berücksichtigt, es wird artgemäß gefüttert, für die Tiere gibt es Einstreu und Auslauf, die Lebendtransportzeiten sind kurz), Ressourcenschutz (durch Verzicht auf chemisch-künstliche Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche Mineraldünger werden Wasser, Luft und Boden geschont), keine gentechnisch veränderten Kulturpflanzen und Tiere, in Folge keine Erzeugnisse mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen. Die ökologische Produktion schließt über die ökologische Landwirtschaft hinaus auch die Verarbeitung und den Handel mit ein. Seit Anfang der neunziger Jahre entscheiden sich immer mehr Betriebe, auf die Erzeugung, die Verarbeitung und den Handel von Öko-Produkten umzusteigen. Aktuell ist in Sachsen-Anhalt ein leichter Rückgang der ökologisch bewirtschafteten Fläche zu verzeichnen.Nach der vorliegenden Jahresmeldung für 2024 (Stichtag 31.12.2024) waren insgesamt 944 Öko-Unternehmen gemeldet. Davon sind 597 landwirtschaftliche Betriebe (Erzeugerbetriebe). Neben den landwirtschaftlichen Betrieben gibt es in Sachsen-Anhalt 302 Verarbeitungsunternehmen, darunter 14 Betriebe die nur im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) tätig sind, 9 Unternehmen, die Futtermittel, Mischfuttermittel und Futtermittelausgangserzeugnisse aufbereiten sowie 35 Handelsunternehmen und einen Importeur in der Ökobranche. Insgesamt wurden in Sachsen-Anhalt im Jahr 2024 ca. 112.200 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Das sind rund 7.400 Hektar weniger als im Vorjahr. Der Anteil ökologisch wirtschaftender Unternehmen an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Unternehmen des Landes beträgt 15,1 Prozent. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche des Landes umfasst derzeit 8,8 Prozent. Die durchschnittliche Flächenausstattung je Betrieb beträgt in Sachsen-Anhalt rund 188 Hektar. Einen Überblick zur Entwicklung des Ökolandbaus in Sachsen-Anhalt bietet die Koordinierungsstelle ökologische Produktion. Wenn eine Umstellung des landwirtschaftlichen Unternehmens auf ökologischen Landbau in Betracht gezogen wird, ist es ratsam sich über die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Herausforderungen bei der Umstellung und in der Praxis des  Ökolandbaus zu informieren. Es ist empfehlenswert, das Gespräch mit einem Ökoberater zu suchen, um gemeinsam zu prüfen, ob eine Umstellung grundsätzlich möglich ist, welche Maßnahmen getroffen werden müssen und welche Auswirkungen diese auf den Betrieb haben werden. Ist die Entscheidung zur Umstellung gefallen, sollte ein Umstellungsplan für mindestens drei Jahre aufgestellt und ein Kontrollvertrag mit einer privaten, staatlich zugelassenen Kontrollstelle über die Verpflichtung zur Einhaltung der Regeln des Ökolandbaus eingegangen werden. Im Hinblick auf einzuhaltende Rahmenbedingungen und Vermarktungsabsichten sollte abgewogen werden, ob der Betrieb als EU-Ökobetrieb oder als Mitglied in einem Anbauverband wirtschaften soll. Detaillierte Informationen zur Umstellung auf ökologischen Landbau sind auf der Seite der Koordinierungsstelle ökologische Produktion abrufbar. Zahlreiche Menschen nutzen tagtäglich die Angebote der Außer-Haus-Verpflegung in Restaurants, Imbissen, Kantinen, Mensen und anderen Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung. Für den Einsatz von ökologisch erzeugten Zutaten oder Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung wurde mit der Bio-Außer-Haus-Verpflegung-Verordnung (Bio-AHVV) ein Rechtsrahmen geschaffen, mit dem Unternehmen mit wenig Aufwand Bio in ihren Küchen kennzeichnen können. Damit wird für die Gäste schnell erkennbar, welche Produkte in Bio-Qualität angeboten werden. Darüber hinaus ermöglicht die Verordnung, dass Unternehmen der AHV den prozentualen Anteil ihrer eingesetzten Bio-Lebensmittel angeben können. (Gold/Silber/Bronze-Staffelung). Dafür können sie ein staatliches AHV-Kennzeichen nutzen. Durch das neue Kennzeichnen in Bronze, Silber und Gold können die Gäste auf einen Blick den Einsatz von Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung von Imbiss über Kantinen bis zum Restaurant erkennen. Detaillierte Informationen zu Bio in der AHV Um den Ökolandbau in Sachsen-Anhalt zu stärken, hat das damalige Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt (MULE) gemeinsam mit der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau des Landes Sachsen-Anhalt (LLG), den Bio-Verbänden, dem Bauernverband, dem Bauernbund und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft einen Öko-Aktionsplan mit Umsetzungskonzept entwickelt. 2018 wurde ein zeitlich befristeter Kompetenzkreis unter Leitung des  damaligen Fachreferates im MULE eingerichtet. Dieser begleitete das Umsetzungskonzept formulierten Aufgaben erfolgte in vier Arbeitsgruppen (AG): AG 1 "Förderung, Beratung, Agrar-Umwelt-Klimaschutz-Maßnahmen (AUKM)" AG 2 "Umsetzung der Öko-Verordnung" AG 3 "Marketing, Vermarktung, Verbraucheraufklärung" AG 4 "Vernetzung der Forschung (Versuchswesen) und Bildung". Aktuell wird der Ökoaktionsplan überarbeitet. Das Land Sachsen-Anhalt gewährt Betrieben mit landwirtschaftlich genutzten Flächen im Land Zuwendungen zur Förderung ökologischer Anbauverfahren. Diese Förderung wird in Form einer Flächenprämie bei der Umstellung eines Betriebes auf ökologischen Landbau und bei der Beibehaltung dieser Bewirtschaftungsform nach Abschluss des jeweiligen Förderjahres ausgezahlt. Der Antrag auf Förderung ist rechtzeitig und vollständig bei dem zuständigen ALFF zu stellen. Die Antragsunterlagen dazu sind auf den Seiten zum Elektronischen Agrarantrag zu finden. Außerdem können die ökologisch wirtschaftenden Betriebe die Möglichkeiten der einzelbetrieblichen Förderung für landwirtschaftliche Betriebe nutzen. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich für Eier aus der ökologischen Freilandhaltung, vor allem dann, wenn die Produkte aus der Region kommen. Eine Chance für Öko-Betriebe, in diesen Markt einzusteigen, bieten mobile Hühnerställe. Diese besonders artgemäße und umweltschonende Haltungsform für Hühner ist ein großer Gewinn für das Tierwohl in der Eierproduktion. Über das Agrarinvestitionsprogramm (AFP) ist eine Förderung der mobilen Hühnerhaltung möglich. Zuständige Behörde für den Vollzug der Öko-Verordnungen in Sachsen-Anhalt ist die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG). Von hier aus nimmt die Koordinierungsstelle ökologische Produktion die grundlegenden Aufgaben des Ökolandbaus landesweit wahr. Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben für die Unternehmen wird in Sachsen-Anhalt durch 19 zugelassene private Kontrollstellen geprüft. Eine Kontrollstelle davon (Grünstempel EU-Ökoprüfstelle) hat ihren Sitz im Land. Eine Übersicht zu den in Sachsen-Anhalt tätigen Kontrollstellen ist auf der Internetseite der LLG eingestellt (Koordinierungsstelle ökologische Produktion). Die rechtlichen Grundlagen für den zertifizierten Ökolandbau sind mit Wirkung vom 1.1.2022 in der Verordnung (EU) 2018/848 und den dazu gehörigen Durchführungsregelungen neu aufgestellt. Die Basisverordnung 2018/848 wurde durch zahlreiche delegierte Rechtsakte geändert, berichtigt oder konkretisiert. Eine Übersicht der geltenden Rechtsgrundlagen ist auf der Homepage des BMEL eingestellt. In Sachsen-Anhalt sind die sieben folgenden Öko-Anbauverbände aktiv: Bioland e.V. Demeter e.V. Verbund Ökohöfe e.V. Naturland e.V. Biopark e.V. Biokreis e.V. und Gäa e.V. Mit der Biohöfegemeinschaft Sachsen-Anhalt e.V. gibt es einen Förderverein für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft. Der Verein arbeitet im Interesse aller Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter unabhängig von deren Verbandszugehörigkeit. Mitglied der Biohöfegemeinschaft sind unter anderem Unternehmen aller in Sachsen-Anhalt tätigen Ökoverbände.

Semimobiles, emissionsarmes Biogassystem für landwirtschaftliche Kleinbetriebe

Im Forschungsprojekt werden semi-mobile Boxenfermenter zur Verwertung von Hühnermist entwickelt. Die Fermenter sollen bei mehreren landwirtschaftlichen Höfen befüllt werden und dann an einem zentralen Standort zur Biogaserzeugung gefahren werden. Dort wird ein zentrales BHKW mit dem erzeugten Biogas betrieben. Entscheidend ist das die Container gleichzeitig als Transport und als Fermentationsbehältnis dienen, sodass die Investitionskosten gesenkt werden können. Aufgrund des geringen Mistanfalls bei Hühnern, ist der alleinige Betrieb mit Wirtschaftsdünger schwierig. Ermöglicht werden soll dies über Befüllung mithilfe einer gasdichten Schleuse. Durch die Schleuse kann der Fermenter über mehrere Tage oder Wochen gefüllt werden ohne die bestehenden Probleme der Emissionen bei Öffnung der Anlage. Somit werden Geruchs-, H2S- und Methanfreisetzungen minimiert. Außerdem sollen dadurch auch kleinere landwirtschaftliche Betriebe in die Biogasproduktion inkludiert werden, da die geringere Wirtschaftsdünger-Produktionsrate über eine längere Befüllzeit ausgeglichen werden kann. Durch die Nutzung des Wirtschaftsdüngers in Biogasanlagen kann eine erhebliche Reduzierung des in der Landwirtschaft freigesetzten klimaschädlichen Methanausstoßes erreicht werden. Um eine möglichst konstante Gaserzeugung zu erreichen, werden die Fermenter an mehreren Höfen befüllt und zeitversetzt abgeholt. Am Standort des BHKW wird der Fermenter an das System angeschlossen. Dort wird das Substrat mit Perkolat beregnet um die Gasproduktion anzutreiben. In der Zwischenzeit wird am jeweiligen Bauernhof ein neuer Fermenter befüllt. Nach Ende der Gasproduktionszeit wird der Fermenter wieder zum Bauernhof gefahren und dort ausgetauscht. Der Gärrest aus dem Fermenter kann dann entnommen und auf die Felder gebracht werden.

GTS Bulletin: ISAD03 EDZW - Observational data (Binary coded) - BUFR (details are described in the abstract)

The ISAD03 TTAAii Data Designators decode as: T1 (I): Observational data (Binary coded) - BUFR T1T2 (IS): Surface/sea level T1T2A1 (ISA): Routinely scheduled observations for distribution from automatic (fixed or mobile) land stations (e.g. 0000, 0100, … or 0220, 0240, 0300, …, or 0715, 0745, ... UTC) A2 (D): 90°E - 0° northern hemisphere(The bulletin collects reports from stations: 10609;Trier-Petrisberg;10616;Hahn;10641;Offenbach-Wetterpark;10655;Würzburg;10675;Bamberg;10688;Weiden;10708;Saarbrücken-Ensheim;10729;Mannheim;10731;Rheinstetten;10742;Öhringen;10776;Regensburg;10791;Großer Arber;10805;Lahr;10815;Freudenstadt;10836;Stötten;10870;München-Flughafen;10895;Fürstenzell;10908;Feldberg/Schwarzwald;10929;Konstanz;10948;Oberstdorf;10961;Zugspitze;10962;Hohenpeißenberg;) (Remarks from Volume-C: SYNOP HALF HOURLY H+30)

GTS Bulletin: ISXD83 EDZW - Observational data (Binary coded) - BUFR (details are described in the abstract)

The ISXD83 TTAAii Data Designators decode as: T1 (I): Observational data (Binary coded) - BUFR T1T2 (IS): Surface/sea level T1T2A1 (ISX): Other surface data A2 (D): 90°E - 0° northern hemisphere (The bulletin collects reports from stations: 10609;Trier-Petrisberg;10616;Hahn;10641;Offenbach-Wetterpark;10655;Würzburg;10675;Bamberg;10688;Weiden;10708;Saarbrücken-Ensheim;10727;10729;Mannheim;10731;Rheinstetten;10742;Öhringen;10776;Regensburg;10791;Großer Arber;10805;Lahr;10815;Freudenstadt;10836;Stötten;10870;München-Flughafen;10895;Fürstenzell;10908;Feldberg/Schwarzwald;10929;Konstanz;10948;Oberstdorf;10961;Zugspitze;10962;Hohenpeißenberg;10980;) (Remarks from Volume-C: SYNOP HALF HOURLY H+30 ( NATIONAL PART ))

GTS Bulletin: ISMD03 EDZW - Observational data (Binary coded) - BUFR (details are described in the abstract)

The ISMD03 TTAAii Data Designators decode as: T1 (I): Observational data (Binary coded) - BUFR T1T2 (IS): Surface/sea level T1T2A1 (ISM): Main synoptic observations from fixed land stations A2 (D): 90°E - 0° northern hemisphere(The bulletin collects reports from stations: 10609;Trier-Petrisberg;10616;Hahn;10641;Offenbach-Wetterpark;10655;Würzburg;10675;Bamberg;10688;Weiden;10708;Saarbrücken-Ensheim;10729;Mannheim;10731;Rheinstetten;10742;Öhringen;10776;Regensburg;10791;Großer Arber;10805;Lahr;10815;Freudenstadt;10836;Stötten;10870;München-Flughafen;10895;Fürstenzell;10908;Feldberg/Schwarzwald;10929;Konstanz;10948;Oberstdorf;10961;Zugspitze;10962;Hohenpeißenberg;) (Remarks from Volume-C: SYNOP)

Risikoabschaetzung von Umweltchemikalien. Pharmakokinetik und Biotransformation von 2,2',4,5'-Tetrachlorbiphenyl beim Huhn

Pharmakokinetische Eigenschaften, Verteilung und Ausmass der Biotransformation von 2,2',4,5'-Tetrachlorbiphenyl im Huhn wurden bestimmt. Das die Metaboliten dieses Chlorbiphenyls ueber Kot und Eier ausgeschieden werden, soll nach einer Neusynthese der 14C-markierten Substanz ((14C)-TCB) diese wiederum an Huehner verabreicht werden. Es ist geplant, ihre Metaboliten aus Kot und Eiern zu isolieren und ihre Struktur aufzuklaeren. Weiterhin soll geprueft werden, ob das mikrosomale Enzymsystem der Huehnerleber sowie isolierte Huehnerhepatocyten (14C)-TCB biotransformieren und welche Metaboliten gebildet werden. Im Rahmen dieser Experimente soll auch geklaert werden, ob (14C)-TCB an DNA und RNA der Huehnerleber bindet. Kann dies im in-vitro Experiment gezeigt werden, soll der entsprechende in-vivo Versuch durchgefuehrt werden, indem DNA und RNA aus der Leber von Huehnern isoliert werden, denen (14C)-TCB oral verabreicht wurde.

Pflanzenschutz im Obstgarten: Kernobst

<p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Achten Sie auf einen passenden Standort, am besten sonnig und luftig.</li> <li>Lichten Sie die Bäume regelmäßig aus.</li> <li>Kontrollieren Sie die Bäume regelmäßig, um frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p><strong>Schädlingen und Krankheiten vorbeugen:</strong></p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Bäume gerecht zu werden. Prüfen Sie, ob die gewünschten Obstarten zum ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>⁠ in Ihrer Region passen.</li> <li>Kümmernde Kernobstgehölze sind nicht in jedem Fall krank. Dafür kann auch Bodenmüdigkeit verantwortlich sein. Vermeiden Sie deshalb, Kernobstgehölze an einen Platz zu pflanzen, an dem schon zuvor verwandte Arten standen.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Bauminnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen an den Bäumen (z.B. beim Mähen), denn diese erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Achten Sie beim Baumschnitt auf saubere, fachgerechte Schnittflächen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.<strong>&nbsp;</strong></li> </ul> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Apfelwickler: </strong>Der Apfelwickler (<em>Cydia pomonella</em>) ist ein eher unauffälliger Falter, dessen Larven einen erheblichen Schaden anrichten können. Sie erkennen den Befall an den braunen Kotkrümeln, die rund ums Bohrloch an der Apfelschale haften. Apfelwickler befallen gelegentlich auch Birnen, Quitten, Aprikosen und Pfirsiche.</p> <ul> <li>Die Larven des Apfelwicklers überwintern gerne in rissigem Holz und in Fruchtmumien. Entfernen Sie deswegen Fruchtmumien und vermeiden Sie Verletzungen des Baumes. Lagern Sie Altholz nicht in der Nähe des Baumes.</li> <li>Hängen Sie Bambusstäbe in den Baum und entfernen Sie diese im Winter mit den eingesponnenen Larven. So lässt sich der Befall im nächsten Jahr reduzieren.</li> <li>Bringen Sie im Juni etwa zehn Zentimeter breite Wellpappenringe am Baumstamm an. Ende Juni wandern die Larven aus dem Obst und verstecken sich darin. Bürsten Sie diese Pappmanschetten wöchentlich über einem Eimer ab oder erneuern Sie diese. Die Larven können Sie an anderer Stelle gut sichtbar in Ihren Garten legen – als Delikatesse für die Vögel.</li> <li>Pflücken Sie befallene Früchte bereits im Juni / Juli und entsorgen Sie diese.</li> <li>Setzen Sie am Stamm und unter der Baumkrone Nematoden der Art&nbsp;<em>Steinernema feltiae</em>&nbsp;ein. Die winzigen Fadenwürmer dringen in die Larven ein und geben ein Bakterium ab, an dem die Schädlinge sterben. Rühren Sie die Nematoden in Wasser ein und spritzen Sie diese abends oder an einem bedeckten Tag im Herbst bei mindestens 12 Grad.</li> <li>Ebenfalls nützlich sind Schlupfwespen der Art&nbsp;<em>Trichogramma cacoeciae</em>, die ihre Eier in die Eier der Apfelwickler legen. Verteilen Sie die Kärtchen mit den Schlupfwespen ab Mai in vier Durchgängen im Abstand von drei bis vier Wochen im Baum. Die Temperatur sollte möglichst bei über 15 Grad liegen.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um den Apfelwickler von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Fördern Sie natürliche Gegenspieler des Apfelwicklers wie Vögel, Ohrwürmer und Wanzen. Bieten Sie zum Beispiel Ohrwürmern kleine Häuschen an. Befüllen Sie dazu Blumentöpfe mit Stroh und hängen Sie diese kopfüber in Ihre Bäume.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen tragen zur Reduzierung der Schädlinge bei indem sie heruntergefallene Früchte mitsamt den Larven fressen.</li> </ul> <p><strong>Sägewespen:</strong>&nbsp;Die Apfel- und die Birnensägewespe (<em>Hoplocampa testudinea</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa brevis</em>) sowie die Schwarze und die Gelbe Pflaumensägewespe (<em>Hoplocampa minuta</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa flava</em>) fressen sich durch das Fleisch der Früchte. Die Fraßgänge unterscheiden sich optisch vom Apfelwickler.</p> <ul> <li>Achten Sie auf die Sortenwahl. Apfelsorten werden umso stärker befallen, je weißer ihre Blüten sind. Entsprechend sind reinweiß blühende Sorten stärker gefährdet als rosa blühende.</li> <li>Gehen Sie nicht in jedem Fall gegen den Befall vor. In Jahren, in denen die Bäume sehr viele Blüten ansetzen, kann ein leichter Befall durch Sägewespen nützlich sein und so die ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a>⁠ ersetzen. Schütteln Sie die befallenen Früchte nach der Blüte ab und entsorgen Sie diese.</li> <li>Zur Apfelblüte schlüpfen die ausgewachsenen Sägewespen aus dem Boden und im Juni begeben sich die Larven wieder in den Boden zurück, wo sie den Sommer und Winter verbringen. Werden Hühner in diesem Zeitraum (April bis Juni) unter den Obstbäumen gehalten, vertilgen sie einen Großteil der Schädlinge.</li> <li>Auch Singvögel sind natürliche Feinde der Sägewespen. Unterstützen Sie Vögel mit Nisthilfen und einer naturnahen Gartengestaltung.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um Sägewespen von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Sie können weiße Leimtafeln in den Baumkronen aufhängen. Diese dienen jedoch eher der Befallskontrolle als der direkten Bekämpfung. Die Sägewespen halten die weißen Tafeln für große Blüten und bleiben daran kleben. Doch Vorsicht, auch Nützlinge, <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können daran kleben bleiben</a> und verenden. Die Flugzeit der Sägewespen beginnt etwa eine Woche vor der Blüte und endet eine Woche nach der Blüte. Ist sie vorbei sollten die Leimtafeln schnellstmöglich abgenommen werden. Besser wäre, ganz darauf zu verzichten.</li> </ul> <p><strong>Kleiner Frostspanner:</strong>&nbsp;Die Larven des Kleinen Frostspanners (<em>Operophtera brumata</em>) hinterlassen Fraßschäden an einigen Obstbaumarten und anderen Laubgehölzen. Oft sind die Schäden jahrelang gering, dann plötzlich treten die Frostspanner in Massen auf. Die grasgrünen etwa 2,5 Zentimeter langen Räupchen bewegen sich vorwärts, indem sie zunächst einen hohen Katzenbuckel machen und sich dann strecken.</p> <ul> <li>Frostspanner haben viele Fraßfeinde. Je mehr Nützlinge in Ihrem Garten vorkommen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines massenhaften Auftretens von Frostspannern. Allein 77 Vogelarten fressen die Raupen des Frostspanners. Insbesondere zur Brutzeit sind die Raupen eine wertvolle Nahrung für Vögel. Bieten Sie Nisthilfen an, zum Beispiel für Kohlmeisen. Auch Schlupfwespen, Käfer, Spinnen und Ameisen sind Gegenspieler des Frostspanners.</li> <li>Wenn Sie im Frühjahr zur Zeit des Blattaustriebs sehr viele frischgeschlüpfte Raupen finden, kann ein Präparat mit <em>Bacillus thuringiensis</em> helfen. Das Präparat wird ins Wasser einrührt und auf die Bäume gespritzt.</li> <li>Das Anbringen von Leimringen am Stamm im Oktober soll die Weibchen des Frostspanners daran hindern, den Baum hochzukriechen und ihre Eier dort abzulegen. Doch Vorsicht, auch <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können am Leim kleben bleiben</a> und sterben. Wer nicht auf Leimringe verzichten will kann eine Drahtmanschette um den Ring anbringen, damit Vögel und Fledermäuse nicht daran kleben bleiben. Eine andere Möglichkeit ist, die Leimringe relativ niedrig, 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden, anzubringen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/einbohrung.jpg"> </a> <strong> Apfelwickler (Cydia pomonella) </strong> <br>Am Bohrloch und den anhaftenden Kotkrümeln sind vom Apfelwickler befallene Früchte gut zu erkennen. Quelle: Lampe | www.greencommons.de | Apfelwicklereinbohrung Sorte Rubinette | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespebefall_4.jpg"> </a> <strong> Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) </strong> <br>Die gut sichtbaren bogenförmigen Fraßgänge verraten, dass hier eine Apfelsägewespe am Werk war. Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.hortipendium.de | Apfelsägewespe Hoplocampa testudinea - Fruchtbefall | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespe_made_001.jpg"> </a> <strong> Larve der Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) in befallener Frucht </strong> Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.greencommons.de | Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) - Made (Larve) in befallener Frucht | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata01.jpg"> </a> <strong> Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) </strong> <br>Der Kleine Frostspanner legt seine Eier im Spätherbst an jungen Trieben ab. Zum Knospenaufbruch im Frühjahr schlüpfen die Larven. Quelle: Jeffdelonge | www.wikimedia.org | Operophtera brumata | https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:Attribution_Entomart <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata_larva.jpg"> </a> <strong> Raupe des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata) </strong> <br>Die grasgrünen Raupen des Kleinen Frostspanners bewegen sich in katzenbuckelartigen Bewegungen vorwärts. Quelle: Gyorgy Csoka Hungary Forest Research Institute Hungary | www.wikimedia.org | English Operophtera brumata larva | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> Die wichtigsten Krankheiten im Überblick <p><strong>Apfelschorf:</strong>&nbsp;Flecken mit einer rauen, oft rissigen Oberfläche sind charakteristische Symptome eines Befalls mit Apfelschorf (<em>Venturia inaequalis</em>). Spät befallene Früchte zeigen lediglich kleine schwarze Punkte. Auf den Blättern erkennen Sie den Befall jedoch schon früh an den dunkelgrünen bis braunen Flecken. Apfelschorf ist eher ein optischer Makel, die Früchte können bedenkenlos gegessen werden. Allerdings ist die Lagerfähigkeit durch den Schorf verringert. Es können sich dunkle, eingesunkene Flecken während der Lagerung bilden.</p> <ul> <li>Der Pilz überwintert auf den heruntergefallenen Blättern, lassen Sie deshalb bei Befall kein Laub liegen. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompostieren</a> Sie das Laub oder bringen Sie es an anderer Stelle wieder aus, z.B. als Überwinterungsquartier für Igel unter einer Hecke.</li> <li>Durch das Ausbringen von Vinasse oder von Bierhefeextrakt auf das Falllaub können Sie die schnellere Verrottung des Falllaubs anregen. Das fördert eine vermehrte Ansiedlung von Mikroorganismen, wodurch das Laub für Regenwürmer attraktiver wird. Zusätzlich reduziert das die Sporen des Schorfpilzes. Eine zwei- bis dreimalige Ausbringung zwischen Laubfall und März ist zu empfehlen.</li> <li>Nutzen Sie ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a>⁠ wie Gesteinsmehle, Schwefelsaure Tonerde, Schachtelhalm und Algenextrakte.</li> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> Calciumhydroxid kann vorbeugend eingesetzt werden.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen helfen bei der Befallsregulation, sie fressen das abgefallene Laub mitsamt der Pilzsporen. Achten Sie auf eine artgerechte Haltung.</li> <li>Achtung Verwechslungsgefahr: Eingesunkene braune Flecken an Äpfeln können auch durch einen Calcium-Mangel hervorgerufen werden, der sogenannten Stippe. Bei tatsächlichem Calcium-Mangel sollten Sie den Boden kalken oder Calcium über eine Blattdüngung zuführen. In Jahren mit übermäßigem Blüten- oder Fruchtansatz können Sie der Stippe auch mit einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a> vorbeugen.</li> </ul> <p><strong>Obstbaumkrebs:&nbsp;</strong>Für den sogenannten Obstbaumkrebs ist ein Pilz namens <em>Neonectria ditissima </em>verantwortlich. Er ist ein Wundparasit, bei feuchtem ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>⁠ dringt er über Risse und Wunden in die Rinde ein.</p> <ul> <li>Machen Sie schwere Böden schon bei der Pflanzung mit gewaschenem Sand durchlässiger. So vermeiden Sie Staunässe.</li> <li>Schneiden Sie die Bäume fachgerecht und nur bei trockener ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen des Baumes, zum Beispiel beim Rasenmähen.</li> <li>Beugen Sie Frostrissen bei jungen Obstbäumen mit einem Weißanstrich vor.</li> <li>Vermeiden Sie übermäßige Stickstoff-Düngung.</li> <li>Befallene junge Triebe sollten Sie etwa 30 Zentimeter unterhalb der befallenen Stelle kappen. Schneiden Sie die Befallsstellen bei größeren Ästen bis ins gesunde Holz zurück. Befallenen Baumschnitt sollten Sie nicht kompostieren, sondern entsorgen.</li> </ul> <p><strong>Feuerbrand:</strong>&nbsp;Die hochansteckende Bakterienkrankheit (<em>Erwinia amylovora</em>) kann diverse Obst- und Ziergehölze, wie Birnen, Quitten, Äpfel, Rot- und Weißdorn innerhalb kurzer Zeit erheblich schädigen. Vor allem bei feucht-warmer ⁠Witterung⁠ verbreitet sich der Erreger explosionsartig. Die infizierten Blätter, Blüten und Früchte färben sich rotbraun bis schwarz und schrumpeln lederartig zusammen. Feuerbrand gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. Seit 2019 ist die Krankheit nicht mehr meldepflichtig. Tritt sie in der Nähe von Baumschulen oder Obstanlagen auf, sollten Sie sich dennoch an den <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst</a> wenden.</p> <ul> <li>Pflanzenstärkungsmittel aus schwefelsaurer Tonerde können vorbeugend ausgebracht werden.</li> <li>Sind nur einzelne Triebe betroffen, sollten Sie diese 50 Zentimeter unter der Befallsstelle abschneiden. Tragen Sie danach ein Wundpflegemittel auf.</li> <li>Ist der Befall stark, sollten Sie das Gehölz roden.</li> <li>Überprüfen Sie auch benachbarte mögliche Wirtspflanzen (z.B. Vogelbeere, Mehlbeere, Cotoneaster, Eberesche, Felsenbirne) auf Befall.</li> <li>Vorsicht bei der Entsorgung! Melden Sie sich bei der Kommune! Befallene Pflanzenteile auf keinen Fall kompostieren!</li> <li>Tragen Sie Einmalhandschuhe und desinfizieren Sie die Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelschorf_ojl_fotolia_45577456_m.jpg"> </a> <strong> Apfelschorf (Venturia inaequalis) </strong> <br>Nicht schön, aber auch nicht gesundheitsschädlich. Mit Schorf befallene Äpfel können bedenkenlos verzehrt werden. Quelle: ojl / de.fotolia.com <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfel-nectria1-hoyer.jpg"> </a> <strong> Obstbaumkrebs (Neonectria ditissima) </strong> <br>Obstbaumkrebs tritt vor allem an Apfelbäumen auf, seltener auch an Birnbäumen. Quelle: Christoph Hoyer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerbrand_ninjatacoshell_wikimedia_cc_by-sa_3.0.png"> </a> <strong> Feuerbrand (Erwinia amylovora) gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. </strong> Quelle: Ninjatacoshell / Wikimedia / CC BY-SA 3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Pflanzenschutzmittel⁠&nbsp;nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Achten Sie auf einen passenden Standort, am besten sonnig und luftig.</li> <li>Lichten Sie die Bäume regelmäßig aus.</li> <li>Kontrollieren Sie die Bäume regelmäßig, um frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p><strong>Schädlingen und Krankheiten vorbeugen:</strong></p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Bäume gerecht zu werden. Prüfen Sie, ob die gewünschten Obstarten zum ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>⁠ in Ihrer Region passen.</li> <li>Kümmernde Kernobstgehölze sind nicht in jedem Fall krank. Dafür kann auch Bodenmüdigkeit verantwortlich sein. Vermeiden Sie deshalb, Kernobstgehölze an einen Platz zu pflanzen, an dem schon zuvor verwandte Arten standen.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Bauminnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen an den Bäumen (z.B. beim Mähen), denn diese erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Achten Sie beim Baumschnitt auf saubere, fachgerechte Schnittflächen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.<strong>&nbsp;</strong></li> </ul> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Apfelwickler: </strong>Der Apfelwickler (<em>Cydia pomonella</em>) ist ein eher unauffälliger Falter, dessen Larven einen erheblichen Schaden anrichten können. Sie erkennen den Befall an den braunen Kotkrümeln, die rund ums Bohrloch an der Apfelschale haften. Apfelwickler befallen gelegentlich auch Birnen, Quitten, Aprikosen und Pfirsiche.</p> <ul> <li>Die Larven des Apfelwicklers überwintern gerne in rissigem Holz und in Fruchtmumien. Entfernen Sie deswegen Fruchtmumien und vermeiden Sie Verletzungen des Baumes. Lagern Sie Altholz nicht in der Nähe des Baumes.</li> <li>Hängen Sie Bambusstäbe in den Baum und entfernen Sie diese im Winter mit den eingesponnenen Larven. So lässt sich der Befall im nächsten Jahr reduzieren.</li> <li>Bringen Sie im Juni etwa zehn Zentimeter breite Wellpappenringe am Baumstamm an. Ende Juni wandern die Larven aus dem Obst und verstecken sich darin. Bürsten Sie diese Pappmanschetten wöchentlich über einem Eimer ab oder erneuern Sie diese. Die Larven können Sie an anderer Stelle gut sichtbar in Ihren Garten legen – als Delikatesse für die Vögel.</li> <li>Pflücken Sie befallene Früchte bereits im Juni / Juli und entsorgen Sie diese.</li> <li>Setzen Sie am Stamm und unter der Baumkrone Nematoden der Art&nbsp;<em>Steinernema feltiae</em>&nbsp;ein. Die winzigen Fadenwürmer dringen in die Larven ein und geben ein Bakterium ab, an dem die Schädlinge sterben. Rühren Sie die Nematoden in Wasser ein und spritzen Sie diese abends oder an einem bedeckten Tag im Herbst bei mindestens 12 Grad.</li> <li>Ebenfalls nützlich sind Schlupfwespen der Art&nbsp;<em>Trichogramma cacoeciae</em>, die ihre Eier in die Eier der Apfelwickler legen. Verteilen Sie die Kärtchen mit den Schlupfwespen ab Mai in vier Durchgängen im Abstand von drei bis vier Wochen im Baum. Die Temperatur sollte möglichst bei über 15 Grad liegen.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um den Apfelwickler von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Fördern Sie natürliche Gegenspieler des Apfelwicklers wie Vögel, Ohrwürmer und Wanzen. Bieten Sie zum Beispiel Ohrwürmern kleine Häuschen an. Befüllen Sie dazu Blumentöpfe mit Stroh und hängen Sie diese kopfüber in Ihre Bäume.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen tragen zur Reduzierung der Schädlinge bei indem sie heruntergefallene Früchte mitsamt den Larven fressen.</li> </ul> <p><strong>Sägewespen:</strong>&nbsp;Die Apfel- und die Birnensägewespe (<em>Hoplocampa testudinea</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa brevis</em>) sowie die Schwarze und die Gelbe Pflaumensägewespe (<em>Hoplocampa minuta</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa flava</em>) fressen sich durch das Fleisch der Früchte. Die Fraßgänge unterscheiden sich optisch vom Apfelwickler.</p> <ul> <li>Achten Sie auf die Sortenwahl. Apfelsorten werden umso stärker befallen, je weißer ihre Blüten sind. Entsprechend sind reinweiß blühende Sorten stärker gefährdet als rosa blühende.</li> <li>Gehen Sie nicht in jedem Fall gegen den Befall vor. In Jahren, in denen die Bäume sehr viele Blüten ansetzen, kann ein leichter Befall durch Sägewespen nützlich sein und so die ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a>⁠ ersetzen. Schütteln Sie die befallenen Früchte nach der Blüte ab und entsorgen Sie diese.</li> <li>Zur Apfelblüte schlüpfen die ausgewachsenen Sägewespen aus dem Boden und im Juni begeben sich die Larven wieder in den Boden zurück, wo sie den Sommer und Winter verbringen. Werden Hühner in diesem Zeitraum (April bis Juni) unter den Obstbäumen gehalten, vertilgen sie einen Großteil der Schädlinge.</li> <li>Auch Singvögel sind natürliche Feinde der Sägewespen. Unterstützen Sie Vögel mit Nisthilfen und einer naturnahen Gartengestaltung.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um Sägewespen von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Sie können weiße Leimtafeln in den Baumkronen aufhängen. Diese dienen jedoch eher der Befallskontrolle als der direkten Bekämpfung. Die Sägewespen halten die weißen Tafeln für große Blüten und bleiben daran kleben. Doch Vorsicht, auch Nützlinge, <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können daran kleben bleiben</a> und verenden. Die Flugzeit der Sägewespen beginnt etwa eine Woche vor der Blüte und endet eine Woche nach der Blüte. Ist sie vorbei sollten die Leimtafeln schnellstmöglich abgenommen werden. Besser wäre, ganz darauf zu verzichten.</li> </ul> <p><strong>Kleiner Frostspanner:</strong>&nbsp;Die Larven des Kleinen Frostspanners (<em>Operophtera brumata</em>) hinterlassen Fraßschäden an einigen Obstbaumarten und anderen Laubgehölzen. Oft sind die Schäden jahrelang gering, dann plötzlich treten die Frostspanner in Massen auf. Die grasgrünen etwa 2,5 Zentimeter langen Räupchen bewegen sich vorwärts, indem sie zunächst einen hohen Katzenbuckel machen und sich dann strecken.</p> <ul> <li>Frostspanner haben viele Fraßfeinde. Je mehr Nützlinge in Ihrem Garten vorkommen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines massenhaften Auftretens von Frostspannern. Allein 77 Vogelarten fressen die Raupen des Frostspanners. Insbesondere zur Brutzeit sind die Raupen eine wertvolle Nahrung für Vögel. Bieten Sie Nisthilfen an, zum Beispiel für Kohlmeisen. Auch Schlupfwespen, Käfer, Spinnen und Ameisen sind Gegenspieler des Frostspanners.</li> <li>Wenn Sie im Frühjahr zur Zeit des Blattaustriebs sehr viele frischgeschlüpfte Raupen finden, kann ein Präparat mit <em>Bacillus thuringiensis</em> helfen. Das Präparat wird ins Wasser einrührt und auf die Bäume gespritzt.</li> <li>Das Anbringen von Leimringen am Stamm im Oktober soll die Weibchen des Frostspanners daran hindern, den Baum hochzukriechen und ihre Eier dort abzulegen. Doch Vorsicht, auch <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können am Leim kleben bleiben</a> und sterben. Wer nicht auf Leimringe verzichten will kann eine Drahtmanschette um den Ring anbringen, damit Vögel und Fledermäuse nicht daran kleben bleiben. Eine andere Möglichkeit ist, die Leimringe relativ niedrig, 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden, anzubringen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/einbohrung.jpg"> </a> <strong> Apfelwickler (Cydia pomonella) </strong> <br>Am Bohrloch und den anhaftenden Kotkrümeln sind vom Apfelwickler befallene Früchte gut zu erkennen. Quelle: Lampe | www.greencommons.de | Apfelwicklereinbohrung Sorte Rubinette | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespebefall_4.jpg"> </a> <strong> Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) </strong> <br>Die gut sichtbaren bogenförmigen Fraßgänge verraten, dass hier eine Apfelsägewespe am Werk war. Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.hortipendium.de | Apfelsägewespe Hoplocampa testudinea - Fruchtbefall | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespe_made_001.jpg"> </a> <strong> Larve der Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) in befallener Frucht </strong> Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.greencommons.de | Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) - Made (Larve) in befallener Frucht | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata01.jpg"> </a> <strong> Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) </strong> <br>Der Kleine Frostspanner legt seine Eier im Spätherbst an jungen Trieben ab. Zum Knospenaufbruch im Frühjahr schlüpfen die Larven. Quelle: Jeffdelonge | www.wikimedia.org | Operophtera brumata | https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:Attribution_Entomart <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata_larva.jpg"> </a> <strong> Raupe des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata) </strong> <br>Die grasgrünen Raupen des Kleinen Frostspanners bewegen sich in katzenbuckelartigen Bewegungen vorwärts. Quelle: Gyorgy Csoka Hungary Forest Research Institute Hungary | www.wikimedia.org | English Operophtera brumata larva | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> Die wichtigsten Krankheiten im Überblick <p><strong>Apfelschorf:</strong>&nbsp;Flecken mit einer rauen, oft rissigen Oberfläche sind charakteristische Symptome eines Befalls mit Apfelschorf (<em>Venturia inaequalis</em>). Spät befallene Früchte zeigen lediglich kleine schwarze Punkte. Auf den Blättern erkennen Sie den Befall jedoch schon früh an den dunkelgrünen bis braunen Flecken. Apfelschorf ist eher ein optischer Makel, die Früchte können bedenkenlos gegessen werden. Allerdings ist die Lagerfähigkeit durch den Schorf verringert. Es können sich dunkle, eingesunkene Flecken während der Lagerung bilden.</p> <ul> <li>Der Pilz überwintert auf den heruntergefallenen Blättern, lassen Sie deshalb bei Befall kein Laub liegen. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompostieren</a> Sie das Laub oder bringen Sie es an anderer Stelle wieder aus, z.B. als Überwinterungsquartier für Igel unter einer Hecke.</li> <li>Durch das Ausbringen von Vinasse oder von Bierhefeextrakt auf das Falllaub können Sie die schnellere Verrottung des Falllaubs anregen. Das fördert eine vermehrte Ansiedlung von Mikroorganismen, wodurch das Laub für Regenwürmer attraktiver wird. Zusätzlich reduziert das die Sporen des Schorfpilzes. Eine zwei- bis dreimalige Ausbringung zwischen Laubfall und März ist zu empfehlen.</li> <li>Nutzen Sie ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a>⁠ wie Gesteinsmehle, Schwefelsaure Tonerde, Schachtelhalm und Algenextrakte.</li> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> Calciumhydroxid kann vorbeugend eingesetzt werden.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen helfen bei der Befallsregulation, sie fressen das abgefallene Laub mitsamt der Pilzsporen. Achten Sie auf eine artgerechte Haltung.</li> <li>Achtung Verwechslungsgefahr: Eingesunkene braune Flecken an Äpfeln können auch durch einen Calcium-Mangel hervorgerufen werden, der sogenannten Stippe. Bei tatsächlichem Calcium-Mangel sollten Sie den Boden kalken oder Calcium über eine Blattdüngung zuführen. In Jahren mit übermäßigem Blüten- oder Fruchtansatz können Sie der Stippe auch mit einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a> vorbeugen.</li> </ul> <p><strong>Obstbaumkrebs:&nbsp;</strong>Für den sogenannten Obstbaumkrebs ist ein Pilz namens <em>Neonectria ditissima </em>verantwortlich. Er ist ein Wundparasit, bei feuchtem ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>⁠ dringt er über Risse und Wunden in die Rinde ein.</p> <ul> <li>Machen Sie schwere Böden schon bei der Pflanzung mit gewaschenem Sand durchlässiger. So vermeiden Sie Staunässe.</li> <li>Schneiden Sie die Bäume fachgerecht und nur bei trockener ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen des Baumes, zum Beispiel beim Rasenmähen.</li> <li>Beugen Sie Frostrissen bei jungen Obstbäumen mit einem Weißanstrich vor.</li> <li>Vermeiden Sie übermäßige Stickstoff-Düngung.</li> <li>Befallene junge Triebe sollten Sie etwa 30 Zentimeter unterhalb der befallenen Stelle kappen. Schneiden Sie die Befallsstellen bei größeren Ästen bis ins gesunde Holz zurück. Befallenen Baumschnitt sollten Sie nicht kompostieren, sondern entsorgen.</li> </ul> <p><strong>Feuerbrand:</strong>&nbsp;Die hochansteckende Bakterienkrankheit (<em>Erwinia amylovora</em>) kann diverse Obst- und Ziergehölze, wie Birnen, Quitten, Äpfel, Rot- und Weißdorn innerhalb kurzer Zeit erheblich schädigen. Vor allem bei feucht-warmer ⁠Witterung⁠ verbreitet sich der Erreger explosionsartig. Die infizierten Blätter, Blüten und Früchte färben sich rotbraun bis schwarz und schrumpeln lederartig zusammen. Feuerbrand gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. Seit 2019 ist die Krankheit nicht mehr meldepflichtig. Tritt sie in der Nähe von Baumschulen oder Obstanlagen auf, sollten Sie sich dennoch an den <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst</a> wenden.</p> <ul> <li>Pflanzenstärkungsmittel aus schwefelsaurer Tonerde können vorbeugend ausgebracht werden.</li> <li>Sind nur einzelne Triebe betroffen, sollten Sie diese 50 Zentimeter unter der Befallsstelle abschneiden. Tragen Sie danach ein Wundpflegemittel auf.</li> <li>Ist der Befall stark, sollten Sie das Gehölz roden.</li> <li>Überprüfen Sie auch benachbarte mögliche Wirtspflanzen (z.B. Vogelbeere, Mehlbeere, Cotoneaster, Eberesche, Felsenbirne) auf Befall.</li> <li>Vorsicht bei der Entsorgung! Melden Sie sich bei der Kommune! Befallene Pflanzenteile auf keinen Fall kompostieren!</li> <li>Tragen Sie Einmalhandschuhe und desinfizieren Sie die Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelschorf_ojl_fotolia_45577456_m.jpg"> </a> <strong> Apfelschorf (Venturia inaequalis) </strong> <br>Nicht schön, aber auch nicht gesundheitsschädlich. Mit Schorf befallene Äpfel können bedenkenlos verzehrt werden. Quelle: ojl / de.fotolia.com <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfel-nectria1-hoyer.jpg"> </a> <strong> Obstbaumkrebs (Neonectria ditissima) </strong> <br>Obstbaumkrebs tritt vor allem an Apfelbäumen auf, seltener auch an Birnbäumen. Quelle: Christoph Hoyer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerbrand_ninjatacoshell_wikimedia_cc_by-sa_3.0.png"> </a> <strong> Feuerbrand (Erwinia amylovora) gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. </strong> Quelle: Ninjatacoshell / Wikimedia / CC BY-SA 3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel⁠&nbsp;nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

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