Im Forschungsvorhaben F 0027 ist die Identifizierung nicht gelungen. Im Kontext mit der anderen aktuellen Forschung auf dem Gebiet der Holzstaub-Kanzerogenese ist die Identifizierung vordringlich. Ermittlung der chemischen Struktur der im Projekt F 0027 gewonnenen Extrakte von reinem Buchenholzstaub, die sich im Experiment als mutagen und kanzerogen erwiesen haben. Gewinnung und Aufreinigung der Extrakte, Analyse milt Hilfe der Massenspektrometrie und der Chromatographie.
Das Abgas von Holzspan- und Holzfasertrocknern enthaelt erhebliche Mengen an Holzstaub sowie eine Vielzahl weiterer, ueberwiegend organischer und geruchsintensiver Stoffe. Insbesondere die Einstufung von Hartholzstaeuben sowie Aldehyden als kancerogene Arbeitsstoffe fuehrt zur Vorgabe geringer Emissionsgrenzwerte. Die bisher fuer diese Anlagen entwickelten Abscheider sind spezifisch auf einzelne Inhaltsstoffe ausgelegt und dem Prozess teilweise in Reihe nachgeschaltet. Die im Vorhaben geplanten Untersuchungen sollen an einem Trocknungssystem im halbtechnischen Massstab mit geschlossenem Gaskreislauf durchgefuehrt werden. Grundlagen zur Auslegung der Versuchsanlage wurden in einem durch die AIF gefoerderten Projekt gewonnen. Die technologische Machbarkeit, die Nutzung der Abdampfenthalpie des anfallenden Kondensats sowie die moegliche Wertschoepfung durch Gewinnung von Holzinhaltsstoffen (z B Terpentinoel, Harzsaeuren) sind zu klaeren. Durch diese Untersuchungen sowie den Nachweis der erwarteten Kostenvorteile eines geschlossenen Trocknungssystems soll produktionsintegrierter Umweltschutz weiterentwickelt und Vorbehalte der Industrie gegen derartige Loesungen abgebaut werden.
Anlass: Vermehrt Adenokarzinome bei Beschaeftigten in der Holzverarbeitung, Annahme eines ursaechlichen Zusammenhangs mit inhaliertem Holzstaub und Diskussion der Einordnung von Holzstaub unter Gruppe III A 1 der MAK-Werte-Liste. Ziel: Gesicherte Erkenntnisse ueber das kanzerogene Potential von Holzstaub, Isolierung und Identifizierung krebserzeugender Holzinhaltsstoffe, Vergleich verschiedener Holzarten. Methodik: Extraktion und Fraktionierung mutagener Verbindungen aus definierten Holzstaeuben; Ames-Test; bei Nachweis mehrerer mutagener Verbindungen, Reduzierung auf die Verbindung mit der hoechsten Mutagenitaet. Umsetzung geplant: Gesicherte Entscheidung der MAK-Wert-Kommission ggf. Anpassung der Praeventionsmassnahmen. Zwischenergebnisse: Formaldehyd als genuiner Holzinhaltsstoff wurde nicht gefunden. Die saeulenchromatographische Abtrennung einer gereinigten Unterfraktion mit sehr hoher Mutagenitaet ist gelungen. Im Hautpinselungsversuch mit Buchenholzextrakten haben sich in 34 von 280 Faellen Tumore entwickelt. Dieses Ergebnis spricht fuer die Hypothese, dass Buchenholz genotoxische Cancerogene enthaelt. In weiteren Untersuchungen wurden die chemischen Lignin-Abbauprodukte des Buchenholzes isoliert und auf Gentoxizitaet getestet. Die Abbauprodukte mit einem Molekulargewicht von 250-300 waren hoch mutagen. Diese Fraktion wird auf Kanzerogenitaet auf Maeusehaeut getestet.
Hypothese, dass die Beeintraechtigung Selbstreinigungsfunktion der Nase ueber eine verlaengerte Verweildauer des Staubes auf den Schleimhaeuten eine mechanische Reizung und schliesslich Schaedigung erzeugt, die eine hinreichende Bedingung fuer das Wirksamwerden holzgetragener kanzerogener Substanzen darstellt. Untersuchung der pathologischen Veraenderung der Selbstreinigungsfunktion unter und nach Holzstaubbelastung. Untersuchung und Bewertung der Selbstreinigungsfunktion der Nase an einem Kollektiv von Probanden, die eine Holzstaubexposition beendet haben; Ermittlung des Verlaufs der Normalisierung der Schleimhaut. Auswertung der Ergebnisse im Rahmen der Holzstaub-Verbundforschung.