Die Linde Gas Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG möchte die bestehende Anlage zur Herstellung von Wasserstoff durch Errichtung und Betrieb einer weiteren Elektrolyseeinheit („Druck-Alkali-Elektrolyse) ändern. Zum geplanten Erweiterungsumfang gehören im Wesentlichen Prozessanlagen, sowie Neben- und Hilfsanlagen. Der Erweiterungsumfang soll aus 13 Betriebseinheiten bestehen. Die neue Elektrolyseeinheit soll innerhalb des Chemiestandortes der InfraLeuna GmbH südlich angrenzend an die Bestandsanlage errichtet und betrieben werden. In der Elektrolyseanlage sollen künftig bei einer Betriebszeit von ca. 8.760 Stunden pro Jahr 42,1 Mio Nm³/a (Bestand) + 8,76 Mio Nm³/a (neu) Wasserstoff hergestellt werden.
Die Herstellung von Wasserstoff erfolgt im kontinuierlichen Prozess. Der Kernprozess ist die Elektrolyse von Wasser in Sauerstoff und Wasser. Vorher und im Nachhinein erfolgen Reinigungsschritte, um eine gleichbleibende Qualität des Endproduktes Wasserstoff zu gewährleisten. Als Abgas fällt während des gesamten Prozesses ausschließlich Sauerstoff und Wasserstoff an, welche direkt an die Umgebung abgegeben werden. Im Falle einer Entlüftung von einzelnen Anlagenteilen kann es ebenfalls zum Austritt kleiner Mengen Wasserstoff in die Umgebung kommen. Die neue Elektrolyseeinheit wird in die vorhandene Versorgungsperipherie wie z.B. Rohrbrücken, Fahrwege, der Bestandsanlage eingebunden. Der Betrieb soll von Montag bis Sonntag im Schichtbetrieb rund um die Uhr erfolgen. Die Steuerung und Überwachung der Anlage erfolgt, wie bei der Bestandsanlage, über das Remote Operation Centers.
Ziel des Verbundvorhabens PARNES ist die Entwicklung eines Verfahren zur Nutzung von Füllstoffen der Reifenherstellung als Adsorbentien in einem neuen Verfahren der Abluftreinigung. Damit wäre eine produktionsintegrierte Nutzung der beladenen Materialien unter Einsparung von Erdgas und Strom der bisher notwendigen thermischen Abluftreinigung möglich. Aufgaben des CUTEC sind die experimentelle Entwicklung der Adsorption, besonders der Maximierung der Adsorptionskapazität der Materialien durch Optimierung verfahrenstechnischer Bedingungen, die messtechnische Begleitung der Versuche an der im Projekt durch Mixing Group in Freudenberg aufzubauenden Pilotanlage sowie die Mitarbeit bei der abschließenden ökonomischen und ökologischen Bewertung der konzeptionellen Modellanlage. Geplant ist, im AP 1 eine vorhandene Laboranlage in Kooperation mit ENVIROTEC auf Bewegtbett umzubauen, verschiedene Adsorbentien von Mixing Group zu testen, Verfahrensparameter zu variieren, Zusammenhänge zur Erzielung einer maximalen Beladung zu ermitteln und Bedürfnisse an das Adsorbens an Mixing Group zu übermitteln. Außerdem sollen Proben an Mixing Group für die Desorptionsversuche geliefert werden. Im AP 3 sollen dann die Ergebnisse der Parameterstudien der Laboranlage im Technikumsmaßstab verifiziert und optimiert werden. Dazu wird ein vorhandener Flugstromadsorber an einen Heißgaserzeuger (RTO oder TNV) und eine Lösemittelstation angeschlossen. Die Ergebnisse werden in Kooperation mit ENVIROTEC ausgewertet. Sie sollen für die Konzeption der Freudenberger Pilotanlage genutzt werden. In AP 5 werden die Versuche an selbiger messtechnisch begleitet. Zu nutzen ist nun die Ausstattung zu Emissionsmessungen in industriellen Abgasen und das langjährige Know how. In AP 6 werden dann Rechnungen zur CO2-Bilanzierung und die Unterstützung der ökonomischen Betrachtungen mit der dynamischen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen durchgeführt.