Ozon-Belastung Die Höhe der Ozon-Spitzenkonzentrationen und die Häufigkeit sehr hoher Ozonwerte haben seit Mitte der 1990er-Jahre deutlich abgenommen. Der Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit wird jedoch weiterhin überschritten. Im Unterschied zu der Entwicklung der Spitzenwerte nahmen die Ozon-Jahresmittelwerte in städtischen Wohngebieten im gleichen Zeitraum zu. Überschreitung von Schwellenwerten Um gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung bei kurzfristiger Exposition gegenüber erhöhten Ozonkonzentrationen auszuschließen, legt die 39. BImSchV Informations- und Alarmschwellenwerte fest (siehe Tab. „Zielwerte, langfristige Ziele und Alarmschwellen für den Schadstoff Ozon“). Der Informationsschwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³), gemittelt über eine Stunde, dient dem Schutz der Gesundheit besonders empfindlicher Bevölkerungsgruppen. Bei der Überschreitung des Alarmschwellenwertes von 240 µg/m³, gemittelt über eine Stunde, besteht ein Gesundheitsrisiko für die Gesamtbevölkerung. Seit 1995 hat die Zahl der Stunden mit Ozonwerten über 180 beziehungsweise 240 µg/m³ deutlich abgenommen (siehe Abb. „Überschreitungsstunden der Informationsschwelle (180 µg/m³) für bodennahes Ozon, Mittelwert über ausgewählte Stationen“ und Abb. „Überschreitungsstunden der Alarmschwelle (240 µg/m³) für bodennahes Ozon, Mittelwert über ausgewählte Stationen)“). Diese Abnahme ist von zwischenjährlichen Schwankungen überlagert, die auf die jährlich schwankenden meteorologischen sommerlichen Witterungsbedingungen zurückzuführen sind. Besonders deutlich ist dies im Jahr 2003 erkennbar. Im Sommer 2003 wurde eine außergewöhnlich langanhaltende Wettersituation beobachtet, welche die Ozonbildung begünstigte. Der Ozonsommer 2003 ist daher hinsichtlich der Spitzenwerte ein Sonderfall. Verglichen mit dem Jahr 1990 sind die Emissionen der Ozonvorläuferstoffe (Stickstoffoxide und flüchtige organische Verbindungen ohne Methan) in Deutschland bis 2022 um 67 % beziehungsweise 74 % zurückgegangen (siehe „Stickstoffoxid-Emissionen“ und „Emission flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan“ ). Der geringere Ausstoß von Ozonvorläufersubstanzen führte bereits in den 1990er Jahren zu einer Abnahme der Ozonspitzenwerte. Tab: Zielwerte, langfristige Ziele und Alarmschwellen für den Schadstoff Ozon Quelle: BImSchG Tabelle als PDF Tabelle als Excel Überschreitungsstunden der Informationsschwelle (180 µg/m³) für bodennahes Ozon, Mittelwert ... Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Überschreitungsstunden der Alarmschwelle (240 µg/m³) für bodennahes Ozon, Mittelwert ... Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Zielwerte und langfristige Ziele für Ozon Seit 2010 gibt es zum Schutz der menschlichen Gesundheit für Ozon einen europaweit einheitlichen Zielwert: 120 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) als 8-Stunden-Mittel sollen nicht öfter als 25-mal pro Kalenderjahr, gemittelt über drei Jahre, überschritten werden. Um die meteorologische Variabilität der einzelnen Jahre bei einer langfristigen Betrachtung zu berücksichtigen, wird über einen Zeitraum von drei Jahren gemittelt. Die meisten Überschreitungen werden an ländlichen Hintergrundstationen registriert, also entfernt von den Quellen der Vorläuferstoffe (siehe Abb. „Prozentualer Anteil der Messstationen mit Überschreitung des Zielwertes für Ozon“). Das liegt daran, dass Stickstoffmonoxid (NO), das in Autoabgasen enthalten ist, mit Ozon reagiert. Dabei wird Ozon abgebaut, so dass die Ozonbelastung in Innenstädten deutlich niedriger ist. Andererseits werden die Ozonvorläuferstoffe mit dem Wind aus den Städten heraus transportiert und tragen entfernt von deren eigentlichen Quellen zur Ozonbildung bei. Langfristig soll der 8-Stunden-Mittelwert von 120 µg/m³ während eines Kalenderjahres nicht mehr überschritten werden. Dieses Ziel wird in Deutschland allerdings an kaum einer Station eingehalten. Die höchste Zahl an Überschreitungstagen wird üblicherweise an ländlichen Hintergrundstationen registriert (siehe Abb. „Zahl der Tage mit Überschreitung des Ozon-Zielwertes (120 µg/m³) zum Schutz der menschlichen Gesundheit, Mittelwert über ausgewählte Stationen“. Zahl der Tage mit Überschreitung des Ozon-Langfristziels (120 µg/m³) zum Schutz der Gesundheit ... Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Prozentualer Anteil der Messstationen mit Überschreitung des Zielwertes für Ozon Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Entwicklung der Jahresmittelwerte Jahresmittelwerte der Ozonkonzentrationen spielen bei der Bewertung der Belastung eine nachgeordnete Rolle. Dennoch können sie zur Beurteilung der Immissionssituation verwendet werden. Die Jahresmittelwerte haben eine größere Bedeutung für die langfristige Entwicklung der Ozonbelastung, sofern historische Werte herangezogen werden. Die Jahresmittelwerte der Ozonkonzentration von 1995 bis 2023 zeigen an städtischen Stationen insgesamt einen schwach zunehmenden Trend. Einerseits nahmen die Ozonspitzenwerte durch die Minderungsmaßnahmen für die NO x - und NMVOC -Emissionen in Deutschland deutlich ab, andererseits führte dies wegen der Verringerung des Titrationseffekts (Ozonabbau durch Stickstoffmonoxid) zu einem Anstieg der mittelhohen Ozonkonzentrationen, was schließlich bei den Jahresmittelwerten sichtbar wird (siehe Abb. „Trend der Ozon-Jahresmittelwerte“). Zudem wird von einer zunehmenden Bedeutung des interkontinentalen (hemisphärischen) Transports für die Ozonbelastung in Deutschland und Europa aufgrund der industriellen Emissionen in Asien und Nordamerika ausgegangen. Bodennahes Ozon Ozon (O 3 ) wird nicht direkt freigesetzt, sondern bildet sich in den unteren Luftschichten der Atmosphäre bis in etwa zehn Kilometer Höhe bei intensiver Sonneneinstrahlung durch komplexe photochemische Reaktionen von Sauerstoff und Luftverunreinigungen. Vor allem flüchtige organische Verbindungen ( VOC = volatile organic compounds) einschließlich Methan sowie Stickstoffoxide (NO x ) sind an diesen Reaktionen beteiligt. Herkunft Die Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen und Stickstoffoxiden, den sogenannten Ozon-Vorläuferstoffen, werden überwiegend durch den Menschen verursacht. Hinzu kommt eine natürliche sogenannte Ozon-Hintergrundbelastung, die von hemisphärischem Transport und natürlichen Bildungsprozessen herrührt. Eine wichtige Quelle für die Emission der Ozon-Vorläuferstoffe stellt der Kraftfahrzeugverkehr dar. Darüber hinaus werden besonders aus dem Kraftwerksbereich Stickstoffoxide und aus der Anwendung von Lacken und Lösungsmitteln flüchtige organische Verbindungen emittiert (siehe „Stickstoffoxid-Emissionen“ und „Emission flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan“ ). Die Emissionen sind teilweise auch natürlichen Ursprungs, zum Beispiel Ausdünstungen flüchtiger organischer Stoffe aus Laub- und Nadelbäumen. Gesundheitliche Wirkungen Viele Menschen leiden an Tagen hoher Ozonkonzentration an Reizungen der Augen (Tränenreiz) und Schleimhäute (Husten) sowie − verursacht durch Begleitstoffe des Ozons − an Kopfschmerzen. Diese Reizungen sind von der körperlichen Aktivität weitgehend unabhängig. Ihr Ausmaß wird primär durch die Aufenthaltsdauer in der ozonbelasteten Luft bestimmt. Die Empfindlichkeit der Menschen gegenüber Ozon ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Eine Risikogruppe lässt sich nicht genau eingrenzen. Man geht davon aus, dass etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung (quer durch alle Bevölkerungsgruppen) besonders empfindlich auf Ozon reagieren. Vor allem die Atemwege sind von der Ozonwirkung betroffen. Neben Reizungen der Schleimhäute in den oberen Atemwegen kann Ozon bei tiefer oder häufiger Einatmung (etwa bei körperlicher Aktivität) verstärkt bis in die tiefen Lungenabschnitte gelangen und dort durch seine hohe Reaktionsbereitschaft Gewebe schädigen und entzündliche Prozesse auslösen. Vor allem nach reger körperlicher Aktivität im Freien wurde bei Schulkindern und Erwachsenen eine verminderte Lungenfunktion nachgewiesen. Diese funktionellen Veränderungen und Beeinträchtigungen normalisierten sich im Allgemeinen spätestens 48 Stunden nach Expositionsende. Im Gegensatz zur Veränderung der Lungenfunktionswerte bildeten sich entzündliche Reaktionen des Lungengewebes nur teilweise zurück. Die Reizwirkungen sind im Sinne einer Vorschädigung des Lungengewebes zu verstehen, durch die sowohl eine Sensibilisierung durch chemische oder biologische Allergene ermöglicht als auch die Auslösung von allergischen Symptomen begünstigt werden kann. Messdaten Die Ozonkonzentration wird an rund 260 Messstationen in Deutschland überwacht. An den Messstellen, die das Umweltbundesamt im ländlichen Hintergrund betreibt, wurde im Zeitraum 1980 bis zum Ende der 1990er-Jahre ein Anstieg der Jahresmittelwerte der Ozonkonzentration registriert, der sich in den folgenden Jahren nicht fortsetzte.
Ozon-Grenzwert erstmals überschritten Im Raum Worms werden Ozonwerte über der Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Im Raum Worms werden Ozonwerte über der Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. In diesem Jahr ist dies landesweit zum ersten Mal der Fall. Ozon unterscheidet sich von den andern Luftschadstoffen dadurch, dass es nicht unmittelbar als solches von Anlagen emittiert wird, sondern aus Vorläufern, nämlich Stickoxiden und organischen Gasen und Dämpfen in einem komplexen photochemischen Prozess unter Einwirkung des Sonnenlichts entsteht. Im Gegensatz zu diesem bodennahen Bildungsmechanismus entsteht Ozon in der Stratosphäre durch energiereiche UV-Strahlung direkt aus Sauerstoff. Ozon ist mit einem Anteil von 70-80% die Hauptkomponente des als "Sommersmog" bezeichneten Photooxidantiengemisches. Wegen des Einflusses der Witterung zeigt die Ozonkonzentration ausgeprägte Tages- und Jahresgänge. Die höchsten Konzentrationen werden in den Nachmittagsstunden während ausgeprägter sommerlicher Schönwetterperioden erreicht. In ländlichen Zonen und Waldgebieten werden im Jahresmittel höhere Konzentrationen als in Städten gemessen. Die gesundheitlichen Wirkungen von Ozon bestehen in einer verminderten Lungenfunktion, entzündlichen Reaktionen in den Atemwegen und Atemwegsbeschwerden. Bei körperlicher Anstrengung, also bei erhöhtem Atemvolumen, können sich diese Auswirkungen verstärken. Empfindliche oder vorgeschädigte Personen, zum Beispiel Asthmatiker, sind besonders anfällig und sollten bei hohen Ozonwerten körperliche Anstrengungen im Freien am Nachmittag vermeiden. Von besonderen sportlichen Ausdauerleistungen in den Nachmittagsstunden wird abgeraten. Weitergehende Informationen bietet das Umweltbundesamt . Aktuelle Luftmesswerte der rheinland-pfälzischen ZIMEN-Messstationen finden Sie auf www.luft.rlp.de .
Die Luftqualität in Berlin hat sich im Jahr 2022 weiter verbessert. Wie die ersten Auswertungen der vorläufigen Daten automatischer Messstationen und zusätzlicher kleiner Passivsammler zur Messung von Stickstoffdioxid (NO 2 ) an Hauptstraßen in der Stadt ergaben, hat sich der Trend abnehmender Belastungen durch NO 2 und gesundheitsschädliche Partikel („Feinstaub“) weiter fortgesetzt oder auf niedrigem Niveau stabilisiert. Der Luftqualitätsgrenzwert für NO 2 konnte das dritte Jahr in Folge berlinweit vollständig eingehalten werden. Für Partikel PM10 gelingt dies schon seit 2016. Damit zählt 2022 zu den Jahren mit der geringsten Luftbelastung seit Beginn der Messungen in den 1980er respektive 1990er Jahren. Während der Grenzwert für das Jahresmittel von NO 2 von 40 µg/m³ (40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Außenluft) im Jahr 2019 noch an zahlreichen Straßen mit Werten bis zu 48 µg/m³ überschritten wurde, lag die höchste NO 2 -Belastung 2022 bei nur rund 37 µg/m³ (vorläufige Auswertung). Auch wenn es an einzelnen Stationen zu einem leichten Anstieg von NO 2 um bis zu 2 µg/m³ kam, sank die Belastung im Mittel über alle mehr als 40 verkehrsnahen Stationen um 2 bis 3 µg/m³ gegenüber dem Jahr 2021. Dies ist gerade deswegen bemerkenswert, weil es im Jahr 2022 nach den pandemiebedingten Rückgängen eine gewisse Zunahme der Verkehrsmengen gab. Die meisten Stickoxide stammen nach wie vor aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe, ob im Straßenverkehr, bei der Hausheizung, in Kraftwerken oder Industrieanlagen. Grund für den Rückgang der NO 2 -Belastung sind Maßnahmen des Luftreinhalteplans, etwa Fahrverbote für ältere Dieselverbrenner oder T-30-Strecken, der Umstieg auf Elektrobusse und die Modernisierung von Dieselbussen bei der BVG, die Zunahme von Elektrofahrzeugen im Landesfahrzeugpool, die Einrichtung zusätzlicher Tempo-30-Zonen und die Anlage weiterer Radfahrstreifen. Aber auch die allgemeine Modernisierung der Fahrzeugflotte privater Pkw leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes. Der Anteil von Diesel-Pkw, bei denen die Abgasreinigung auch im städtischen Verkehr wirklich funktioniert, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In Berlin sind daher im Herbst 2022 alle streckenbezogenen Dieselfahrverbote für Diesel bis einschließlich Euro 5 aufgehoben worden. Aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichts Berlin von Oktober 2018 und dem anschließenden Luftreinhalteplan waren Ende 2019 für acht Straßen Dieseldurchfahrtverbote eingeführt worden. Ziel dieser Notmaßnahme war eine schnelle Verbesserung der Luft in besonders hoch belasteten Straßenabschnitten, wenn dort eine Einhaltung von Grenzwerten anders nicht schnell zu erreichen war – der Bedarf war daher regelmäßig zu prüfen: Die erste Überprüfung der Durchfahrtverbote erlaubte im Juni 2021 die Aufhebung auf vier der acht Strecken. Aufgrund des im Sommer 2022 erkennbaren Trends einer weiter sinkenden NO 2 -Belastung konnten im September auch die weiteren vier Dieselfahrverbote (Leipziger Straße, Hermannstraße, Silbersteinstraße, Alt-Moabit) aufgehoben werden. Aufgrund der guten Entwicklung insgesamt kann der Grenzwert für NO 2 an all diesen Straßen auch ohne Fahrverbote sicher eingehalten werden. Die Luftqualität wird in Berlin für drei unterschiedliche Gebietsbetroffenheiten („Belastungsregimes“) beurteilt: verkehrsnah an Hauptverkehrsstraßen, im städtischen Hintergrund in Wohngebieten mit wenig Verkehr sowie am Stadtrand ohne direkten Verkehrseinfluss. Für diese drei Betroffenheiten sind im Folgenden die Auswertungen der noch vorläufigen Messdaten 2022 zusammengestellt: Vorläufige Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid (Grenzwert: 40 µg/m³): Die höchsten Jahresmittelwerte wurden am Mehringdamm und Spandauer Damm mit je 37 µg/m³ gemessen. Vorläufige Jahresmittelwerte für Partikel PM10 (Grenzwert: 40 µg/m³): Der höchste Jahresmittelwert wurde mit 24 µg/m³ an der Silbersteinstraße gemessen. Hier trugen 2022 umfangreiche Hochbauarbeiten an Gebäuden nahe der Messstation zur Partikelbelastung bei. Der Tagesgrenzwert für PM10 von 50 µg/m³ als Tagesmittelwert wurde 2022 an verkehrsnahen Messstationen nur an drei bis elf Tagen überschritten, zulässig laut EU-Regeln sind 35 Tage. Der höchste Tagesmittelwert von 100 µg/m³ trat an der Silbersteinstraße aufgrund von Bauarbeiten auf. In Wohngebieten im städtischen Hintergrund wurden ein bis drei Überschreitungstage gezählt. Am Stadtrand lagen alle Tagesmittelwerte unter 50 µg/m³. Vorläufige Jahresmittelwerte für Kleinstpartikel PM2,5 (Grenzwert: 25 µg/m³): Die Belastung durch die feinen Partikel PM2,5 ist im Jahresmittel gleichmäßig über Berlin verteilt. Diese Partikel werden in der Atmosphäre über weite Strecken transportiert und breiten sich großräumig aus. Partikel PM2,5 stammen auch aus der Verbrennung von Holz in Kaminöfen. Diese Quelle trägt stadtweit, gerade in Außenbezirken, zur PM2,5-Belastung bei. Vorläufige Bewertung für Ozon: Für das Reizgas Ozon war die Belastung deutlich höher als 2021. Die geltenden Zielwerte wurden geringfügig überschritten. Ozon wird während des atmosphärischen Transports aus Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen unter Einfluss von Sonneneinstrahlung gebildet – in der Regel steigt die Konzentration mit wachsendem Abstand zu den Quellen an und ist am Stadtrand häufig höher. Aufgrund des sehr sonnigen und heißen Wetters 2022 wurden daher in Friedrichshagen am Müggelsee an 27 Tagen Acht-Stunden-Mittelwerte über 120 µg/m³ gemessen – der Zielwert sieht maximal 25 Überschreitungen vor. Zudem wurde an vier Stationen (Marienfelde, Grunewald, Wedding und Neukölln) je einmal die Informationsschwelle von 180 µg/m³ als Stundenmittelwert überschritten. Dann erfolgt eine standardisierte Mitteilung an Medien, um die Bevölkerung über Verhaltungsempfehlungen zu informieren, siehe hier: Empfehlungen bei hohen Ozon-Konzentrationen Für Maßnahmen zur Reduzierung der Ozonbelastung ist die Bundesebene zuständig. Alle Daten des Berliner Luftgütemessnetzes sind abrufbar unter: Berliner Luftgütemessnetz per App: Berlin Luft – Die App des Berliner Luftgütemessnetzes Alle Daten für 2022 sind noch vorläufig.
null LUBW erwartet am heutigen Dienstag und in den kommenden Tagen Ozonüberschreitungen Karlsruhe/Baden-Württemberg. Für den heutigen Dienstagnachmittag werden in zahlreichen Landesteilen von Baden-Württemberg erhöhte Ozonwerte erwartet. Die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg geht davon aus, dass an einigen Standorten der Informationsschwellenwert für Ozon überschritten wird. Dies ist der Fall, wenn die gemessene Konzentration über 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft (µg/m³) liegt. Die für Mittwoch angekündigten Gewitter werden kurzzeitig Entspannung bringen, bevor dann zum Wochenende mit höheren Temperaturen auch die Ozonkonzentrationen wieder steigen. Bereits am gestrigen Montagabend wurde der Informationsschwellenwert an vier Messstationen in Baden-Württemberg überschritten: Baden-Baden 189 µg/m³, Freiburg 197 µg/m³ und Mannheim-Nord 196 µg/m³, Schwarzwald-Süd 187 µg/m³. Alle aktuellen Wert können auf der folgenden Webseite der LUBW abgerufen werden: Immissionsdaten aus Baden-Württemberg / Ozon Körperliche Anstrengungen am Spätnachmittag und Abend vermeiden „Aufgrund der anhaltenden heißen Temperaturen und wenig Bewölkung rechnen wir damit, dass vor allem dort, wo sich keine Gewitter entwickeln, Überschreitungen des Schwellenwerts von 180 Mikrogramm auftreten können“, so Werner Altkofer, stellvertretender Präsident der LUBW und rät: „Ozonempfindliche Personen und Kinder sollten körperliche Anstrengungen und sportliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden verlegen.“ Am Spätnachmittag und Abend sind die Ozonkonzentrationen besonders hoch. Ab einem gemessenen Wert über 240 µg/m³ wird der Ozon-Alarm ausgerufen. Dann gilt diese Empfehlung für alle Bevölkerungsgruppen. Solche hohen Spitzenkonzentrationen wurden letztmals im Jahr 2015 von der LUBW registriert. Die Empfindlichkeit gegenüber Ozon ist individuell unterschiedlich. In erhöhter Konzentration verursacht das reaktive Gas zahlreiche Probleme für Menschen, Tiere und Pflanzen. Bei Pflanzen beeinträchtigt eine erhöhte Ozonkonzentration das Wachstum. Weiterführende Informationen zur langjährigen Entwicklung des Luftschadstoffes Ozon stehen auf der Webseite „ Luftqualität in Baden-Württemberg 2021 und Entwicklung “ zur Verfügung“. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de
Viel Sonne, viel Ozon Ist es lange heiß, kann sich Ozon bilden. Auch 2021 wurde der Informationsschwellenwert von 180 µg/m³ bereits einige Male überschritten. Was ist Ozon, wie entsteht es, warum ist es gefährlich für die Gesundheit? Ab einem Ozonwert von 180 µg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) im Ein-Stunden-Mittelwert werden über die Medien Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung gegeben. Diese Schwelle ist 2021 bereits einige Male überschritten worden. Problemregionen sind vor allem Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland. Aktuelle Werte und Prognosen für die nächsten zwei Tage gibt es im Portal Luftdaten und in der Smartphone-App Luftqualität . Mit unserer App können Sie sich jederzeit über die zu erwartende Ozonbelastung informieren und bei erhöhten Werten automatisch warnen lassen. Je nach Höhe der Belastung gibt die App Gesundheitstipps für Aktivitäten im Freien. Die App ist kostenlos und werbefrei und für die Betriebssysteme iOS und Android erhältlich. Besonders hoch sind die Ozonwerte bei sommerlichem Wetter in den Nachmittagsstunden. Wer empfindlich auf Ozon reagiert, sollte Sport und andere körperlich anstrengende Tätigkeiten möglichst in den Abend, besser noch in die frühen Morgenstunden legen. Dann ist die Belastung deutlich geringer. Die Wohnung sollte am besten auch morgens gelüftet werden und dann die Fenster bis zum Abend geschlossen bleiben. Leider bringt es nichts, den Sport vom Stadtpark in den Wald zu verlegen, denn die Ozonwerte sind außerhalb der Innenstädte oft deutlich höher. Die höchsten Ozonwerte werden regelmäßig am Stadtrand und in den angrenzenden ländlichen Gebieten gemessen. Denn die Vorläuferstoffe des Ozons (Stickoxide aus dem Verkehr und flüchtige organische Verbindungen aus Lösemitteln von Farben, Lacken, Klebstoffen oder Reinigungsmitteln) werden durch Wind aus der Stadt transportiert, wo sie zu Ozon reagieren. Dagegen wird Ozon in Innenstädten durch die Reaktion von Stickstoffmonoxid (NO) aus Autoabgasen mit Ozon abgebaut. Deshalb ist die Ozonbelastung in Innenstädten, wo viele Autos fahren, deutlich niedriger. Das farblose und giftige Gas Ozon ist eines der wichtigsten Spurengase in der Atmosphäre . Die in einer Höhe von 20 bis 30 Kilometern bestehende natürliche Ozonschicht schützt uns vor der schädlichen UV-Strahlung der Sonne. Entsteht Ozon allerdings am Boden, kann es in hohen Konzentrationen der Gesundheit schaden. Ozon reizt die Atemwege, verursacht Husten, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden. Auch Einschränkungen der Lungenfunktion sind möglich. Gerade bei körperlicher Anstrengung und bei erhöhtem Atemvolumen kann sich das verstärken. Empfindliche oder vorgeschädigte Personen und durch Atemwegserkrankungen vorbelastete Kinder, sollten bei hohen Ozonwerten körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden. Die ganz hohen Ozonspitzenwerte aus früherer Zeit haben seit 1990 in Deutschland deutlich abgenommen. Aber die mittlere Belastung nahm zu. Die Ozonwerte dürfen den Wert von 120 µg /m3, im Mittel über 8 Stunden, an höchstens 25 Tagen pro Kalenderjahr (im Mittel über 3 Jahre) überschreiten.
Ozon ist ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Rund 90% des Ozons befinden sich in einer Schicht oberhalb von etwa 20 Kilometern Höhe. Hier wird Ozon durch die energiereiche Ultraviolettstrahlung direkt aus Sauerstoff gebildet. Die sogenannte Ozonschicht schützt die Erdoberfläche vor der schädlichen ultravioletten Strahlung der Sonne. Auch in Bodennähe findet sich natürlicherweise Ozon, der zu einem geringeren Teil aus dem vertikalen Transport von Ozon aus den höheren Schichten stammt. Hauptsächlich wird bodennahes Ozon bei hohen Lufttemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung durch photochemische Reaktionen der Ozonvorläufersubstanzen - überwiegend Stickstoffdioxid (NO2) und flüchtige organische Verbindungen - gebildet. Diese kommen zu einem geringen Anteil aus natürlichen Quellen, wie Wäldern. Hauptsächlich stammen die Vorläufersubstanzen aber aus Quellen, die vom Menschen verursacht werden, wie dem Straßenverkehr und fossil befeuerten Kraftwerken. Im Gegensatz zu anderen Luftschadstoffen, wie dem Stickstoffdioxid, hat Ozon somit keinen direkten künstlichen Ursprung. In hoher Konzentration wirkt Ozon als Reizgas auf die Atemwege und kann die Lunge schädigen. Die Empfindlichkeit ist dabei sehr individuell. Ab einem Immissionswert von 180 µg/m3 werden Warnungen herausgegeben. In Baden-Württemberg kam es diesen Sommer im Vergleich zu den Vorjahren bisher nur zu einer einzigen Überschreitung dieser Informationsschwelle in Baden-Baden. Dieser Umstand ist auf das Fehlen stabiler Hochdruckwetterlagen und den im Vergleich zu den Sommern der letzten Jahre eher verhaltenen täglichen Maximaltemperaturen zurückzuführen. So konnten sich keine hohe Ozonkonzentration aufbauen, die zu einer erhöhten Belastung geführt hätten. An 27 Standorten in Baden-Württemberg misst die LUBW Ozon. Die Ergebnisse werden stündlich aktuell auf den Internetseiten der LUBW veröffentlicht. Karte zeigt: die aktuellen Ozonwerte farbig an 27 Standorten in ganz Baden-Württemberg, Kartennachweis: LUBW, Kartendaten: © 2021 GeoBasis-DE/BKG (©2009), Google Mehr zum Thema:
null Kontinuierlicher Rückgang von Luftschadstoffen in Baden-Württemberg Karlsruhe. Die Qualität der Luft in Baden-Württemberg war im vergangenen Jahr in der Summe überwiegend sehr gut. Dies zeigt der im Jahr 2020 eingeführte Luftqualitätsindex der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, der täglich ermittelt wird. Sein Jahresverlauf für das Jahr 2020 wurde nun ausgewertet und auf der Webseite „ Überblick Luftqualität Baden-Württemberg 2020 “ veröffentlicht. „Generell verbessert sich seit vielen Jahren die Qualität der Luft kontinuierlich in Baden-Württemberg. Dies zeigt, die zahlreichen Maßnahmen zur Reduktion von Luftschadstoffen wirken. Dazu zählen Maßnahmen wie verbesserte Filter in Industrieanlagen, Reduktion der Schadstoffe aus dem Kraftfahrzeugverkehr oder die Einführung von Tempolimits“, so Eva Bell, Präsidentin der LUBW. Luftqualitätsindex zeigt Belastung für die Menschen auf Der Luftqualitätsindex Baden-Württemberg ist ein tagesaktueller Indikator, der die Belastung verschiedener Luftschadstoffe auf die Gesundheit des Menschen widerspiegelt. Der Index umfasst je nach Messumfang der jeweiligen Messstation die Konzentrationen der Schadstoffe Ozon, Stickstoffdioxid sowie Feinstaub der Fraktionen PM 10 und PM 2,5 . Luftqualität im Jahresverlauf 2020 Aufgrund der Silvesterfeuerwerke startete das Jahr 2020 mit einer schlechten Luftqualität. Ende Januar führte eine Inversionswetterlage zu einem schlechten Austausch der Luft. Schadstoffe verblieben an Ort und Stelle. Entsprechend wurde an städtischen und verkehrsnahen Standorten hohe Feinstaubwerte gemessen. Eine ausgeprägte Hochdruckwetterlage führte Ende März bis April ebenfalls zu austauscharmen Witterungsbedingungen und entsprechend zu erhöhten Schadstoffkonzentrationen und dies, obwohl im gleichen Zeitraum die Verkehrszahlen aufgrund des Corona-Lockdowns deutlich zurückgingen. Im Sommer wurde an wenigen Tagen hohe Ozonkonzentrationen festgestellt. Die vereinzelten Tage sind in der Abbildung 1.1. gelb markiert. Der Eintrag von Saharastaub führte an einem Tag im November zu „schlechter“ Luft an den ländlichen Hintergrundmessstationen. Ozon und Klimawandel Seit Anfang der 1990er-Jahre ist ein Rückgang der Immissionsbelastung durch Ozon sowohl an den Messstationen im städtischen als auch im ländlichen Hintergrund festzustellen, der sich insbesondere bei den Spitzenkonzentrationen zeigt. Ursache sind die rückläufigen Werte der Ozonvorläufersubstanzen: Stickstoffdioxid, flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (non-methane volatile organic compounds, NMVOC), Methan und Kohlenmonoxid. Aufgrund des Klimawandels werden in Zukunft heißere und trockenere Sommer zunehmen. Diese Wetterlagen begünstigen die Bildung des Reizgases Ozon. „Das Jahr 2020 war das zweitwärmste und zweitsonnigste Jahr in Baden-Württemberg seit den Wetteraufzeichnungen. Wir verdanken es den deutlich zurückgegangenen Luftschadstoffen, insbesondere den sogenannten Vorläufersubstanzen, dass die Spitzenkonzentrationen von Ozon bisher noch nicht wieder gestiegen sind“, erläutert Bell. Im Sommer 2020 führten die warmen und sonnigen Wetterlagen an sechs Tagen im Juli und August an einigen Messstationen zu Überschreitungen des Informationsschwellenwertes von 180 µg/m³ Ozon (1-Stundenmittelwert). Der Jahresverlauf des Indexes sowie Informationen zu einzelnen Luftschadstoffe stehen ab sofort auf der LUBW-Webseite „ Überblick Luftqualität Baden-Württemberg 2020 “ zur Verfügung. Abbildung 1.1 : Luftqualitätsindex Baden-Württemberg (LQIBW) für das Jahr 2020. Dargestellt ist der Median aus den Tagesmittelwerten der einzelnen Messstationen in der jeweiligen Standortkategorie (ländlicher Hintergrund, städtischer Hintergrund und verkehrsnah). Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de
null LUBW verzeichnet am heutigen Freitag hohe Ozonkonzentrationen Am heutigen Freitagnachmittag wurden bereits an mehreren Messstellen der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg die Ozonwerte für den sogenannten Informationsschwellenwert überschritten. Dies ist bei einer gemessenen Ozonkonzentration von über 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft (µg/m³) innerhalb einer Stunde der Fall. Die Werte können auf der folgenden Webseite der LUBW abgerufen werden: Immissionsdaten aus Baden-Württemberg/Ozon „Ozonempfindliche Personen und Kinder sollten körperliche Anstrengungen und sportliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden verlegen“, empfiehlt Werner Altkofer, stellvertretender Präsident der LUBW. Am Spätnachmittag und Abend sind die Ozonkonzentrationen besonders hoch. Ab einem gemessenen Wert über 240 µg/m³ wird der Ozon-Alarm ausgerufen. Dann gilt diese Empfehlung für alle Bevölkerungsgruppen. Solche hohen Spitzenkonzentrationen wurden letztmals im Jahr 2015 von der LUBW registriert. Am heutigen Freitag wurde um 15:00 Uhr von der LUBW an der Messstelle Baden-Baden ein Ozon-Messwert von 225 µg/m³ ermittelt. Am morgigen Samstag ist wieder mit hohen Ozonkonzentrationen in zahlreichen Landesteilen von Baden-Württemberg zu rechnen. Durch den für Sonntag angekündigten Wetterwechsel werden die Werte voraussichtlich wieder sinken. Die Empfindlichkeit gegenüber Ozon ist individuell unterschiedlich. In erhöhter Konzentration verursacht das reaktive Gas zahlreiche Probleme für Menschen, Tiere und Pflanzen. Bei den Pflanzen beeinträchtigt eine erhöhte Ozonkonzentration das Wachstum. Hintergrundinformation Informationsdienste der LUBW Die Ozonwerte der Vorjahre können für die einzelnen Luftmessstationen auf der folgenden Webseite der LUBW als PDF-Dokument heruntergeladen werden: https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/luft/jahreswerte . Bürgerinnen und Bürger können sich über die Entwicklung der Ozonwerte auf den Webseiten der LUBW informieren . Die Ozonkonzentrationen können auch über den Ozonansagedienst der LUBW unter der Telefonnummer 0721/5600-3520 erfragt oder im Teletext des SWR ab Tafel 177 abgerufen werden. Liegt die Ozonkonzentration über dem Informationsschwellenwert, informiert die LUBW u. a. Nachrichtenagenturen, den SWR, lokale Rundfunksender und die Presse. Ozon Ozon ist ein farbloses und sehr reaktives Gas. Es spielt in der Erdatmosphäre eine Doppelrolle: Als natürliche Ozonschicht oberhalb von etwa 20 Kilometern Höhe (Stratosphäre) schützt es die Erdoberfläche vor schädlicher Ultraviolettstrahlung der Sonne. Rund 90 Prozent des Ozons befinden sich in dieser Schicht. In Bodennähe ist Ozon ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Seine natürliche Hintergrundkonzentration liegt bei etwa 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) Luft. Im Gegensatz zu anderen Luftverunreinigungen gibt es keine direkten künstlichen Emissionen von Ozon. Die Ozonkonzentrationen steigen im Sommer bei hohen Lufttemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung. Unter diesen Bedingungen bildet sich weiteres Ozon aus Sauerstoff und Ozonvorläufersubstanzen, wie Stickstoffdioxid (NO2) und flüchtige organische Verbindungen. Sie stammen sowohl aus natürlichen als auch aus vom Menschen verursachten Quellen. Etwa die Hälfte der Stickstoffoxide kommt aus dem Straßenverkehr und fossil befeuerten Kraftwerken. Der restliche Anteil stammt zu großen Teilen aus natürlichen Systemen wie Wälder und der Landwirtschaft oder wird bei der Verwendung von Lösemitteln freigesetzt. Lösemittel finden sich in vielen Produkten, wie in Farben und Lacken, Klebstoffen oder Reinigungsmitteln. Die höchsten Ozonwerte treten meist am Stadtrand und in den angrenzenden ländlichen Gebieten auf, also entfernt von den Quellen der Vorläuferstoffe. Dies liegt daran, dass Stickstoffmonoxid (NO), das ebenfalls beim Verbrennungsprozess im Motor entsteht, als Abgas direkt mit bereits entstandenem Ozon reagiert und es abbaut. So kommt es oftmals zu der scheinbar widersprüchlichen Situation, dass die Ozonbelastung in Innenstädten niedriger ist als in ländlichen Gebieten. Außerdem werden die Vorläuferstoffe mit dem Wind aus den Städten heraustransportiert und tragen so entfernt von deren eigentlichen Quellen zur Ozonbildung bei. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de
null Luftqualitätsindex für Baden-Württemberg: Die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg hat ihr Angebot der Aktualdaten zur Luftqualität im Internet um den Luftqualitätsindex Baden-Württemberg (LQIBW) erweitert. Der Index visualisiert tagesaktuell die Belastung der Luft mit Schadstoffen. Dabei werden Luftschadstoffe berücksichtigt, die sich bei erhöhten Konzentration kurzfristig negativ auf die menschliche Gesundheit auswirken können. Mit einem Blick ist eine Bewertung der momentanen Luftqualität möglich und Personen, die gegenüber Luftschadstoffen empfindlich sind, können ihr persönliches Verhalten anpassen. Indexklassen orientieren sich am Schulnotensystem Die Indexklassen orientieren sich am deutschen Schulnotensystem von der Klasse 1 „sehr gut" bis Klasse 6 "sehr schlecht". Die Einteilung der Konzentrationen in verschiedene Indexklassen berücksichtigt Erkenntnisse verschiedener Studien zu Kurzzeitwirkungen von Luftschadstoffen auf die menschliche Gesundheit sowie Immissionsgrenzwerte und Informationsschwellenwerte der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (39. BImSchV). Vier Schadstoffe fließen in den Index ein Der Index umfasst in der Regel die vier Schadstoffe: Ozon (O3), Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub mit einem Durchmesser von 10 Mikrometern (PM10) und Feinstaub mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometern (PM2,5). Der aktualisierte LQIBW steht ab sofort auf der LUBW-Webseite „Luft - Aktuelle Messwerte“ online zur Verfügung. Darstellungsformen: vom schnellen Überblick ins Detail Einen ersten Eindruck über die tagesaktuell vorherrschende Luftqualität in Baden-Württemberg erhalten Interessierte über die Karte „Immissionsdaten aus Baden-Württemberg“. Für eine schnelle Einschätzung wurden die Indexklassen farblich unterlegt. In den Stufen blau bis gelb entsprechen die gemessenen Werte unschädlichen Konzentrationen. Bei den Stufen orange und rot erreicht mindestens ein Luftschadstoff eine Konzentration, bei der Immissionsgrenzwerte oder Informationsschwellenwerte der 39. BImSchV überschritten werden und die sich kurzfristig negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Details zu den Messwerten an den einzelnen Messstationen können den Ansichten Diagramm und Tabelle entnommen werden. Hintergrundinformation Der Luftqualitätsindex steht für alle Messstellen zur Verfügung, an denen Geräte zur kontinuierlichen Messung der Luftqualität installiert sind. Das sind alle dauerhaft betriebenen Messstationen im Luftmessnetz Baden-Württemberg (Verkehrsmessstationen, städtische und ländliche Hintergrundmessstationen). An den verkehrsnahen Messstellen, bei denen Stickstoffdioxid mit Passivsammlern gemessen wird, kann kein Luftqualitätsindex ermittelt werden. In die Indexierung fließen alle Schadstoffe ein, die am entsprechenden Messstandort gemessen werden. An den verkehrsnahen Messstellen wird kein Ozon gemessen, da dort primär die Stickstoffoxide die Luftqualität bestimmen und Ozon durch Stickstoffmonoxid abgebaut wird. Der LQI BW setzt sich an diesen Messstellen aus den drei Luftschadstoffen Stickstoffdioxid (NO 2 ), Feinstaub mit einem Durchmesser von 10 Mikrometern (PM 10 ) und Feinstaub mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometern (PM 2,5 ) zusammen. Die Luftqualität und somit auch der LQI BW ist bei den städtischen Hintergrundmessstationen im Umfeld des Messstandortes von einigen Quadratkilometern repräsentativ, bei den ländlichen Hintergrundmessstationen für einen noch größeren Bereich. Bei den verkehrsnahen Messstellen ist die Repräsentativität für einen Straßenabschnitt gegeben. Im Menüpunkt Diagramm steht Interessierten nicht nur das Diagramm für den LQI zur Verfügung, sondern auch für die einzelnen Schadstoffe, die in den Index einfließen. Mit Hilfe dieser Übersicht kann die Entwicklung sowohl für die einzelnen Schadstoffe als auch für verschiedene Zeitspannen (1 Tag, 7 Tage und 6 Wochen) nachvollzogen werden. Indexklassen für den Luftqualitätsindex LQI O 3 1-h-MW [µg/m³] NO 2 1-h-MW [µg/m³] PM10 24-h-Wert [µg/m³] PM2,5 24-h-Wert [µg/m³] Bereich Indexwerte Index Bewertung 0-30 0-20 0-12 0-8,5 [0,5-1,4] 1 Sehr gut >30-80 >20-40 >12-26 >8,5-20 [1,5-2,4] 2 gut >80-120 >40-100 >26-40 >20-28 [2,5-3,4] 3 befriedigend >120-180 >100-200 >40-50 >28-35 [3,5-4,4] 4 ausreichend >180-240 >200-400 >50-75 >35-50 [4,5-5,4] 5 schlecht >240 >400 >75 >50 ≥5,5 6 Sehr schlecht Praktische Hinweise zur Nutzung der überarbeiteten Webseite Für alle Messstellen, an denen Geräte zur kontinuierlichen Messung der Luftqualität zur Verfügung stehen, erfolgt der Einstieg nun über die Anzeige des Luftqualitätsindexes. Die einzelnen Luftschadstoffe Stickstoffdioxid, Ozon, Feinstaub PM 10 und PM 2,5 können nach wie vor über die Dropdown-Liste ausgewählt werden. · Drei Darstellungsformen stehen zur Verfügung: Karte, Diagramm und Tabelle . · In der Ansicht Diagramm können drei Zeitintervalle ausgewählt werden: 1 Tag, 7 Tage und 6 Wochen . So kann jederzeit direkt auf die gewünschten Informationen zugegriffen werden.
Magdeburg. Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert und Dr. Sandra Hagel, Präsidentin des Landesamtes für Umweltschutz, stellten heute den Immissionsschutzbericht für das Jahr 2018 vor. Für den Bericht wurden Tausende von Messdaten aus dem Bereich der Luftqualität ausgewertet und beurteilt.?Es ist eine gute Nachricht: Die Luftqualität in Sachsen-Anhalt hat sich weiter verbessert, die gesetzlichen Vorgaben werden eingehalten. Die gemeinsamen Anstrengungen vor allem in Halle in der Paracelsusstraße haben sich gelohnt. Dort halten wir erstmals den Grenzwert für Stickstoffdioxid ein?, freute sich die Ministerin.Insbesondere an verkehrsreichen, innerstädtischen Standorten wie beispielsweise an der Messstation am Schleinufer in Magdeburg wurden Belastungsrückgänge beim Stickstoffdioxid ? bis zu 4 Mikrogramm pro Kubikmeter ? gemessen. In der Paracelsusstraße in Halle (Saale) wurde der gesetzliche Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter erstmals eingehalten. ?Der jährliche Immissionsschutzbericht ist unser wichtigstes Instrument für die Beurteilung der Luftqualität. Der europäischen Gesetzgebung entsprechend betreiben wir ein flächendeckendes Netz mit 25 Stationen in Sachsen-Anhalt. Diese liefern ununterbrochen die benötigten Messwerte? erläutert Dr. Hagel die Datenbasis für den Immissionsschutzbericht.Die Luftbelastung mit Feinstaub (Partikel PM10) liegt nach wie vor deutlich unter dem EU-Grenzwert, auch wenn die Jahresmittelwerte leicht angestiegen sind. Das ist hauptsächlich auf die außergewöhnliche Witterung und die damit verbundene langanhaltende Trockenheit zurückzuführen.Auch beim Ozon stieg die mittlere Belastung an. Doch trotz des langanhaltenden, sehr heißen und trockenen Sommers blieb die Zahl der Tage, an denen das Landesamt zum Schutz der Bevölkerung eine Warnung veröffentlichte, mit nur vier Tagen auffallend gering. Zum Vergleich: Im ?Jahrhundertsommer? 2003 wurde an 22 Tagen die Informationsschwelle überschritten. Hintergrund:Die Basis für eine qualifizierte Beurteilung der Luftqualität in Sachsen-Anhalt bildet ein qualitätsgesichertes Luftüberwachungs- und Informationssystem (LÜSA). Die Ortswahl der Messstandorte und Anordnung der Probenahmestellen erfolgen nach bundesrechtlichen Vorgaben (39. BImSchV, Anlage 3). Wegen der öffentlichen Diskussion um die Standortwahl der Messstellen veranlassten die Bundesumweltministerin und der Bundesverkehrsminister entsprechende Prüfungen durch externe Gutachter. Diese stellten fest, dass die geprüften Messstationen ? und dazu gehört auch die Messstation in der Paracelsusstraße in Halle (Saale) ? in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen arbeiten.Der Immissionsschutzbericht wird jährlich durch das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) im Auftrag des Ministeriums Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt (MULE) erstellt und herausgegeben. Er enthält eine umfassende Darstellung der Messergebnisse, vergleichende Betrachtungen zur zurückliegenden Entwicklung, Aussagen zur Bewertung der Luftqualität und zur Einwirkung von luftverunreinigenden Stoffen auf die Umwelt in Sachsen-Anhalt.Die LÜSA-AppAktuelle Daten zur Feinstaubbelastung und weiteren Luftschadstoffen bietet die LÜSA-App. Sie kann unkompliziert auf Android- und iOS-Geräten installiert werden und informiert über die Luftqualität an den 25 Messstationen in Sachsen-Anhalt. Gemessen werden neben der Feinstaubkonzentration auch Ozon, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid. Außerdem bietet die App eine Kartenübersicht der Messstationen sowie meteorologische Daten wie Lufttemperatur, Luftfeuchte oder Windgeschwindigkeit. Das Luftüberwachungssystem Sachsen-Anhalt (LÜSA)Das Luftüberwachungssystem Sachsen-Anhalt (LÜSA) ist ein Mess- und Informationssystem zur kontinuierlichen Erfassung von Luftverunreinigungen im Land Sachsen-Anhalt. Es besteht überwiegend aus ortsfesten Containermessstationen, die mit automatischen Messgeräten ausgestattet sind. Die Messnetzzentrale befindet sich in Magdeburg und ist per Datenfernübertragung mit den Stationen verbunden. LÜSA wird im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt vom Landesamt für Umweltschutz betrieben.Ausführliche Daten aus dem Messnetz und weitere Informationen zu Luftschadstoffen: www.luesa.sachsen-anhalt.deDer gesamte Bericht ist online verfügbar: https://lau.sachsen-anhalt.de/luft-klima-laerm/fachberichte/ Impressum:Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energiedes Landes Sachsen-AnhaltPressestelleLeipziger Str. 5839112 MagdeburgTel: (0391) 567-1950Fax: (0391) 567-1964Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de
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