Der Kanalisations-Zweckverband (KZV) „Schwarzachgruppe“ plant, eine energieintelligente kommunale Energieplus-Kläranlage zu errichten. Die Kläranlage soll mindestens so viel Energie produzieren, wie für den Betrieb benötigt wird. Dies soll durch die Kombination verschiedener, auf den konkreten Standort der Kläranlage angepasster Maßnahmen erfolgen. Die Kläranlage soll hinsichtlich Effizienz der Behandlung, Energieerzeugung, Energiespeicherung und Einbindung über ein „Smart Grid“ in das regionale Stromversorgungsnetz so optimiert werden, dass sie ohne Co-Vergärung (von zum Beispiel Lebensmittelresten) ganzjährig die Energieautarkie erreicht. Das Projekt besteht aus verschiedenen Bestandteilen, die zusammen eine höchst energieeffiziente Kläranlage darstellen: Zum einen werden Energieeffizienzpotentiale weitestgehend ausgeschöpft, u.a. mittels moderner Pumpen und Gebläse sowie der Abwärmenutzung an den verschiedenen Anlageteilen. Zum anderen werden alle Möglichkeiten der Energieerzeugung und -speicherung genutzt, die auf dem Standort der Kläranlage möglich und sinnvoll sind, darunter eine Wasserkraftanlage im Kläranlagenablauf, Photovoltaik, Stromspeicherung in Batterien und entsprechend gezielte Abschaltung des Blockheizkraftwerks, Klärgasspeicher, Wärmespeicher (Warmwasserspeicher) und die Kopplung der verschiedenen Speicher zur kontinuierlichen Bereitstellung von Energie (thermisch oder elektrisch nach Bedarf). Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Einbindung der Kläranlage in einen netzdienlichen Betrieb, d.h. die intelligente Steuerung der Energieerzeuger zum Zweck der Netzentlastung bzw. Einspeisung bei Bedarf. Dazu bedarf es eines sog. „Smart Micro Grids“ welches ein intelligentes Energiemanagementsystem beinhaltet. Dieses ermöglicht es die Betriebsweisen an unterschiedliche Bedingungen bspw. Tag/Nacht oder Winter/Sommer anzupassen, aber auch auf aktuelle Bedarfe des Netzes oder einzelner Anlagenteile zu reagieren. Im Allgemeinen sind Abwasserbehandlungsanlagen im kommunalen Bereich mit durchschnittlich 20 Prozent anteilsmäßigem Strombedarf der größte kommunale Stromverbraucher. Angesichts des erheblichen Energiebedarfs von Abwasserentsorgungsanlagen ist die Verbesserung der Energieeffizienz ein wichtiger Ansatzpunkt für eine klimafreundliche Abwasserentsorgung in Deutschland. Das Pilotprojekt zielt darauf ab, in der Bilanz ohne externen Strombedarf auszukommen. Zusätzlich soll die Anlage netzdienlich betrieben werden, d. h. die Stromabgabe an das Netz sowie die Stromabnahme aus dem Netz werden so abgestimmt, dass sie zu einer Netzentlastung beitragen. Mit dem Vorhaben kann eine Energieeinsparung von 100 Prozent des bisherigen Stromverbrauchs von 652.980 Kilowattstunden erzielt werden. Das bedeutet eine CO 2 -Einsparung in der Größenordnung von 300 Tonnen pro Jahr (basierend auf einem Energiebedarf von jährlich 652.980 Kilowattstunden). Branche: Wasser, Abwasser- und Abfallentsorgung, Beseitigung von Umweltverschmutzungen Umweltbereich: Wasser / Abwasser Fördernehmer: Kanalisations-Zweckverband „Schwarzachgruppe“ Bundesland: Bayern Laufzeit: seit 2018 Status: Laufend
Zehn Tage lang konnten sich die Besuchenden der Verbrauchermesse offerta in Karlsruhe über den Energieatlas der LUBW informieren. An einem Messestand in der Halle „Bauen“ kamen über den gesamten Zeitraum ca. 300 Besucherinnen und Besucher vorbei und ließen sich den Energieatlas genauer zeigen. Darunter waren viele Multiplikatoren für das Thema z. B. Mitglieder von Gemeinderäten, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Architekten und Architektinnen und Handwerker und Handwerkerinnen. Strom aus erneuerbaren Energien kommt aus der Steckdose? Nicht ganz, vorher muss er mit Hilfe von Windkraft, Sonnenenergie oder Wasserkraft erzeugt werden. Die Messebesucherinnen und –besucher konnten dies am Stand der LUBW selbst ausprobieren und mit einem Trainingsfahrrad Strom durch reine Muskelkraft gewinnen. Um beispielsweise ein Smartphone drei Monate lang nutzen zu können, wofür eine Kilowattstunde Strom zum Aufladen des Akkus benötigt wird, hätten sie 20 Stunden am Stück konstant Fahrrad fahren müssen. Ein Solarmodul (400 Watt), wie es zum Beispiel bei Balkonkraftwerken zum Einsatz kommt, erzeugt diese Menge Strom im Schnitt innerhalb eines Tages. Am effektivsten im Vergleich ist jedoch eine Windenergieanlage (2 MW). Diese erzeugt durchschnittlich innerhalb von zehn Sekunden eine Kilowattstunde Strom. Bilder zeigen: Links: Der Präsident der LUBW Dr. Ulrich Maurer (Mitte) besucht den Stand des Energieatlas auf der offerta. Herr Seibert (Referat Umweltanwendungen I) und Frau Dr. Kugler (Referat Luftreinhaltung, Regenerative Energien) stelllen den Energieatlas vor. Rechts: Dr. Ulrich Maurer erzeugt selbst Strom auf dem Fahrrad. Bildnachweis: LUBW Wieviel Solarenergie kann ich auf meinem Dach erzeugen? Das Team des Energieatlas zeigte den Besucherinnen und Besuchern dafür unter anderem den Wirtschaftlichkeitsrechner , mit dem berechnet werden kann, ob sich eine Solaranlage auf dem Hausdach lohnt. Aber auch die Themen Photovoltaik (PV) auf Baggerseen und Mülldeponien stießen auf breites Interesse. In Zukunft soll im Energieatlas außerdem das Potenzial von PV auf Parkplätzen und PV auf landwirtschaftlich genutzten Flächen integriert werden. So können beispielsweise der Supermarktparkplatz oder Spalierobst-Plantagen mit PV überdacht werden. Bilder zeigen: Der Stand der LUBW bei der offerta Karlsruhe. Bildnachweis: Simone Zehnder/LUBW Neben der Solarenergie ist auch die Stromerzeugung mit Wind ein Thema im Energieatlas. Bürgerinnen und Bürger, aber auch Kommunen und Fachplanende können sich darüber informieren, wo in Baden-Württemberg Potenzialflächen für Windenergie liegen. Aber auch bereits bestehende Windenergieanlagen sind in einer Karte verzeichnet. Bild zeigt: Das Team des Energieatlas (v.l.n.r.: Sabine Hellgardt, Benedict Spaan, Dr. Reiner Wirth) am Stand der LUBW, Bildnachweis: LUBW Der Energieatlas hat noch viele weitere spannende Themen rund um erneuerbare Energien zu bieten. So können Sie nachschauen, wo es im Land Wasserkraftwerke gibt. Auch Praxisbeispiele, wie Bioenergiedörfer finden Sie im Energieatlas. Das sind Dörfer, bei denen der Energiebedarf zu mindestens 50 % aus regional erzeugter Bioenergie besteht. So gewinnen einige Dörfer zum Beispiel Strom durch Solarenergie oder Wärme mittels Biogas oder Solarthermie. Weitere Praxisbeispiele finden Sie im Bereich Smart Grid . Hier werden Projekte gelistet, bei denen ein intelligentes Stromnetz (= englisch Smart Grid) eingesetzt wird. Hier wird Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Strom so kombiniert, dass das wechselnde Angebot erneuerbarer Energien zum jeweiligen Strombedarf passt.
Alois Müller ist Spezialist für Energie- und Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Sanitär, Kälte, Elektro) sowie den industriellen Anlagenbau. 1973 als traditioneller SHK-Familienbetrieb gegründet, ist die Alois-Müller-Gruppe heute ein mittelständisches Energietechnologie-Unternehmen mit über 700 Mitarbeitern und zwölf Niederlassungen. Gemäß dem Unternehmensleitsatz „Energie im Fokus“ liegt bei allen Projekten der Schwerpunkt auf innovativen sowie kosten- und energieeffizienten Lösungen, ohne dabei den Benutzerkomfort einzuschränken. Die gesamte Produktion und Fertigung eines Unternehmens CO 2 -neutral zu gestalten, ist bereits eine Herausforderung für sich. Denn in der Regel kann dies nur durch den Ankauf von extern erzeugtem regenerativem Strom umgesetzt werden. Die Green Factory kann allerdings noch mehr. Denn die für Verwaltung und Fertigung benötigte regenerative Energie wird komplett vor Ort produziert. So entstand im Rahmen dieses Vorhabens nicht nur eine CO 2 -neutrale Fabrik, sondern auch eine nahezu energieautarke Fabrik. Im Sommer 2019 ging am Hauptsitz in Ungerhausen (Landkreis Unterallgäu) die Green Factory in Betrieb. Hier fertigt die Alois-Müller-Gruppe Lüftungskanäle und versorgungstechnische Komponenten des Anlagenbaus wie Rohrleitungssysteme aus Stahl und Edelstahl, außerdem Energiezentralen in Containerbauweise und Energiemodulsysteme. Mehr als 250 Menschen arbeiten in dem 18.000 Quadratmeter energieautarken Produktions- und Bürogebäude in den Bereichen Fertigung und Verwaltung. Die benötigte Energie kommt aus insgesamt drei erneuerbaren Quellen: Von einer 1,5 Megawatt starken Photovoltaikanlage, mit der das Flachdach fast vollständig belegt ist, einem Blockheizkraftwerk, das mit Ökogas betrieben wird und einer mit nachwachsenden Rohstoffen betriebenen Pelletheizung. Der Produktionsprozess ist auf die Stromerzeugung abgestimmt. Unterschiedliche Speichermedien gleichen hierzu mögliche Schwankungen in der Erzeugung aus. Überschüssiger Solarstrom wird in einer Batterie gespeichert oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Kopplung, Speicherung und flexible Mehrfachnutzung von gleich drei unterschiedlichen Energiequellen bietet eine außergewöhnliche Unabhängigkeit von aktuellen Wetter- wie auch Energiepreisentwicklungen. Die Konzeption einer nachhaltigen Energiegewinnung, vereint mit Flächenheiz- und Kühlsystemen ermöglicht zudem eine Reduzierung der Betriebskosten von bis zu 25 Prozent. Die Green Factory nutzt den CO 2 -neutralen Strom bestmöglich: Sie passt ihre Fertigung (Laserschneiden, Lackieren, Sandstrahlen) flexibel an den verfügbaren Strom an. Sie speichert die solare Energie in den Medien Druckluft, VE-Wasser und Stickstoff sowie in einer Batterie. Und sie verfügt über die Option, Strom in Wärme umzuwandeln, für E-Ladestationen zu verwenden oder ins Netz einzuspeisen. Durch den Mix von Solarstrom mit einem BHKW wird der gesamte Strombedarf der Green Factory gedeckt und dank der Abwärme des BHKWs und der Holzpelletheizung wird auch der gesamte Wärmebedarf klimaneutral erzeugt. Durch das Vorhaben konnten 71,6 Prozent bzw. 598 Tonnen CO 2 jährlich eingespart werden. Das Konzept der Green Factory, die Erzeugung von Solarstrom, das angewendete Demand Side Management, die praktizierte Sektorenkopplung und das interne intelligente Stromnetz (Smart Grid), ist für nahezu alle Unternehmen in Deutschland adaptierbar. Alle Komponenten können durch zukünftige Anwender besichtigt, geprüft und bei Bedarf mit allen erforderlichen Zahlenwerten vorgestellt werden. Die Umstellung auf eine nachhaltige, wirtschaftliche und versorgungssichere Produktion ist also nicht so umständlich, wie viele vermuten. Die Green Factory ist mit ihrem nachhaltigen Energiekonzept beispielhaft und verdeutlicht, wie sich eine kosten- und energieeffiziente CO 2 -neutrale Produktionsumgebung in der Praxis realisieren lässt. Branche: Metallverarbeitung Umweltbereich: Klimaschutz Fördernehmer: Müller Produktions GmbH Bundesland: Bayern Laufzeit: 2013 - 2019 Status: Abgeschlossen
null Umweltministerium fördert seit 20 Jahren Umweltforschung in Baden-Württemberg Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Unter dem Motto „Baden-Württemberg Programm Lebensgrundlagen Umwelt und ihre Sicherung“, kurz BWPLUS, fördert das baden-württembergische Umweltministerium seit nunmehr zwanzig Jahren angewandte Forschung, deren Erkenntnisse für das Land relevant sind. Die Forschungsprojekte werden alle zwei Jahre im Journal „Einblicke“ vorgestellt. Das aktuelle Heft „Einblick 2018“ kann ab sofort auf der Webseite https://pd.lubw.de/61279 bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden. Fragestellungen zur Energiewende Die Themen der jetzt erschienenen Ausgabe „Einblick 2018“ spiegeln die derzeitigen Herausforderungen der baden-württembergischen Umweltpolitik wieder. Zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte beschäftigen sich mit Fragestellungen der Energiewende. Sie reichen von Dünnschichtsolartechnologie, Energiespeicher und Energiesystemanalyse über die nachhaltige Nutzung von Erdwärme bis hin zu Smart Grids, Transformation des Energiesystems (TRAFO BW) und Wasserstoffnutzung. „Von einigen Vorhaben mit Demonstrations-, Reallabor- oder Pilotcharakter erwarten wir neben technischen auch sozial- oder kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse, die für den Erfolg der Energiewende wichtig sind“, betont Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg. „Unser Ziel ist es, die Energiewende umfassend voranzubringen. Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind bei der Transformation des Energiesystems herausragende Ziele.“ In den letzten zehn Jahren hat das Land rund 600 Einzel- und Verbundprojekte mit einem Gesamtvolumen von über 87 Millionen Euro gefördert. Ressourcen, Bioökonomie und Stickstoff Forschungsprojekte aus den Bereichen Ressourcen, Bioökonomie und Stickstoff zeigen die weiteren Themenfelder auf. „Baden-Württemberg ist ein hochtechnisiertes Land, das einen großen Bedarf an Ressourcen hat. Deshalb ist es wichtig, diese effektiv zu nutzen“, so Eva Bell, Präsidentin der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. In Forschungsprojekten wurden methodische Fragen zur Abschätzung der Ressourcenverfügbarkeit ebenso behandelt wie eine ressourceneffiziente Produktion innerhalb von Betrieben oder die Recyclingmöglichkeiten von Wärmedämmungen und der Beitrag der Bioökonomie zur Ressourcengewinnung. Welche Maßnahmen zur Reduktion der Stickstoffüberschüsse ergriffen werden können, damit beschäftigen sich Forschungsprojekte im Rahmen der Landesstrategie StickstoffBW. Erweiterte PFC-Analysen Entwickelt wurde auch eine erweiterte Analyse der verunreinigten Böden mit per- und polyfluorierten Chemikalien, PFC. Hierdurch können unter anderem einzelne Stoffgruppen von PFC bestimmt werden. Einen Überblick über den Forschungstransfer sowie alle Berichte zur Umweltforschung in Baden-Württemberg finden Sie auf den LUBW-Themenseiten „ Umweltforschung “. Aktuelle Ausschreibungen, Bewerbungsfristen und Antragsverfahren stehen auf den Seiten „ Umwelt- und Energieforschung “ des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und beim Projektträger Karlsruhe (PTKA) Bereich Baden-Württemberg Programme PTKA-BWP www.ptka.kit.edu/bwp/index.php . Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von BWPLUS sind alle eingeladen, ihre Meinungen zu den „Einblicken“ und Ideen zum Forschungstransfer in Form einer Umfrage einzubringen. Die Umfrage ist ebenfalls auf der oben genannten Webseite zu finden. Hintergrundinformation Baden-Württemberg Programm Lebensgrundlage Umwelt und ihre Sicherung (BWPLUS) Das Programm unterstützt angewandte Forschung mit Relevanz für Baden-Württemberg. Es fördert Projekte, die naturwissenschaftliche, technische, aber auch gesellschafts- und kulturwissenschaftliche Beiträge als Grundlage für umweltpolitische Entscheidungen entwickeln. Mit Ausschreibungen steuert das Umweltministerium die Schwerpunkte der Forschungsaktivitäten, orientiert an aktuellen Herausforderungen. Der Projektträger Karlsruhe (PTKA) am Karlsruher Institut für Technologie betreut die geförderten Projekte, die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) unterstützt den Forschungstransfer. Die Qualität eingereichter Vorhaben sichert das BWPLUS-Team durch klassisches wissenschaftliches Peer Review und zusätzlich durch Einbinden von Expertise aus der Praxis. Darüber hinaus stellen sich die Repräsentanten geförderter Projekte einmal pro Jahr im Statuskolloquium Umweltforschung einer kritischen Prüfung durch die Fachwelt. Expertinnen und Experten begutachten nochmals die Abschlussberichte, die die LUBW anschließend über das Internet im Volltext veröffentlicht. Das Journal Einblicke präsentiert zudem ausgewählte Projekte.
Vor der Sitzung der Kommission ?Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung? (WSB-K) am 23. August drängen sechs Bundesländer auf eine gründliche Klärung der Faktengrundlage und die stärkere Berücksichtigung der Folgen einer vorzeitigen Beendigung der Kohleverstromung für Versorgungssicherheit und Strompreise.Auf Initiative von NRW-Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart fordern die Wirtschaftsminister von Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt gemeinsam die Kommission auf, vor der Festlegung auf einen Plan zur vorzeitigen Beendigung der Kohleverstromung die energiewirtschaftliche Ausgangslage zu klären. ?Dies ist aus unserer Sicht nur unzureichend geschehen?, schrieben die Minister den vier Vorsitzenden der WSB-K und legten Faktenchecks zu den Themen ?Klimaziele?, ?Versorgungssicherheit? und ?Strompreise? vor. Ergebnis: Der Erhalt der Versorgungssicherheit auf dem aktuell hohen Niveau sei von zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Daher forderten sie die Entwicklung und Durchführung eines Stresstests für Versorgungssicherheit, der die Entwicklungen in den europäischen Nachbarländern einbezieht. Prof. Dr. Armin Willingmann, Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt: ?Der Ausstieg aus der Kohle muss mit Augenmaß erfolgen und vor allem die Auswirkungen auf die Wirtschaft im Lande in den Blick nehmen. Wer Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit vernachlässigt, legt Axt an den Industriestandort Deutschland und riskiert erneute Strukturbrüche im Osten und insbesondere auch in Sachsen-Anhalt. Hier geht Realitätssinn vor Ideologie. Zugleich ist es unerlässlich, die anstehende Strukturentwicklung schon jetzt mit Nachdruck anzugehen. Dafür sind die umfangreiche finanzielle Unterstützung durch den Bund sowie eine enge Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft notwendig. ?Albrecht Gerber, Wirtschafts- und Energieminister des Landes Brandenburg: ?Mit einem vorzeitigen Ausstieg aus der Kohleverstromung ist niemandem gedient ? auch dem Klima nicht. Flexible konventionelle Kraftwerke gewährleisten, dass die Energieversorgung sicher und bezahlbar bleibt. Sie werden noch so lange gebraucht, bis die erneuerbaren Energien diese Aufgabe vollständig übernehmen können. Dazu brauchen wir dringend einen schnelleren Ausbau der Stromleitungen und Speicher im industriellen Maßstab. Ansonsten machen wir uns immer stärker importabhängig, wenn immer mehr Kohlekraftwerke stillgelegt werden. Dann hinge die Stromversorgung in Deutschland unter anderem von Kohlestrom aus Polen und Tschechien ab ? Emissionen würden lediglich in andere Länder verlagert. Aber in den betroffenen Regionen gäbe es einen erneuten Strukturbruch und einen massenhaften Verlust von gut bezahlten Arbeitsplätzen.? Olaf Lies, Umwelt- und Energieminister des Landes Niedersachsen: ?Wir können unsere Klimaziele nur erreichen, wenn wir die Energiewende vorantreiben. Dies ist auch der Auftrag der WSB Kommission. Niemand möchte zurück zur Kernkraft und allen ist klar, dass der Einsatz von Kohle heruntergefahren werden muss. Deshalb müssen wir uns überlegen, wie wir zukünftig unsere Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen produzieren. Dafür müssen verlässliche Rahmenbedingungen für alle Beteiligten geschaffen werden.?Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Wirtschafts- und Energieminister von Nordrhein-Westfalen: ?Die Kommission trägt nicht nur Verantwortung für die Beschäftigten der Kohlewirtschaft: Ein vorzeitiger Kohleausstieg würde zu steigenden Börsenstrompreisen führen und der energieintensiven Industrie schaden. Dabei steht viel auf dem Spiel: Die sichere Versorgung dieser Unternehmen zu international wettbewerbsfähigen Preisen entscheidet über die Zukunft von bundesweit mehr als 800.000 Arbeitsplätzen, ein Drittel davon in Nordrhein-Westfalen.?Anke Rehlinger, Stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes: ?Bei einem vorzeitigen Kohle-Ausstieg muss der Systemrelevanz von bestehenden Kohlekraftwerken im Strom- und Wärmesektor angemessen Rechnung getragen werden. Nicht nur energie-, sondern auch strukturpolitisch sind energierechtliche Anreizmechanismen für unternehmerische Ersatzinvestitionen wichtig. Wir müssen ganz klar die Versorgungssicherheit für das Saarland im Auge behalten: umweltverträglich, sicher und bezahlbar.?Martin Dulig, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr von Sachsen: ?Wir brauchen auch weiterhin flexible konventionelle Kraftwerke als Ergänzung der Erneuerbaren. So lange bis Stromspeicher, Nachfrageflexibilisierung und intelligente Netze diese Rolle vollständig übernehmen können. Dabei sind wir die natürlichen Verbündeten, wenn es darum geht, unser Energiesystem innovativ, modern und zukunftsfest zu gestalten. Aber wir stehen auch bei den Menschen in den Revieren, den Beschäftigten, den Verbrauchern und den Unternehmerinnen und Unternehmern im Land in der Pflicht, diesen Wandel vernünftig und verlässlich zu gestalten.?Pressekontakte: ? Brandenburg: Andrea.Beyerlein@MWE.Brandenburg.de Tel.: 0331 866-1509 ? Niedersachsen: pressestelle@mu.niedersachsen.de Tel.: 0511 12034-22 /-23? Nordrhein-Westfalen: Matthias.Kietzmann@mwide.nrw.de Tel.: 0211 61772-204? Saarland: presse@wirtschaft.saarland.de Tel.: 0681 501-1690? Sachsen: jens.jungmann@smwa.sachsen.de Tel.: 0351 564-8060? Sachsen-Anhalt: Robin.Baake@mw.sachsen-anhalt.de Tel.: 0391 567-4218 Impressum:Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierungdes Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Hasselbachstr. 4 39104 Magdeburg Tel.: +49 391 567-4316 Fax: +49 391 567-4443E-Mail: presse@mw.sachsen-anhalt.deWeb: www.mw.sachsen-anhalt.deTwitter: www.twitter.com/mwsachsenanhaltInstagram: www.instagram.com/mw_sachsenanhalt
Bild: LUBW Der Slogan des diesjährigen, vom Umweltministerium veranstalteten Smart-Grid-Kongresses am 5. Dezember 2016 in Fellbach lautete „Intelligent. Digital. Vernetzt.“ Beteiligt war auch die LUBW mit einem Infostand an dem die Mitarbeiterinnen der LUBW den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Inhalte und Möglichkeiten des „Energieatlas Baden-Württemberg“ erläuterten. Der Energieatlas ist das gemeinsame Internet-Portal des Umweltministeriums und der LUBW für Daten und Karten zum Thema erneuerbare Energien. Bürgern, Kommunen, Verwaltung, Forschung und Wirtschaft werden damit Informationen zum Stand der dezentralen Energieerzeugung und zum regionalen Energiebedarf zur Verfügung gestellt. In den Energieatlas wurde 2016 das neue Thema Smart Grids aufgenommen, in dem zahlreiche Praxisbeispiele zu den in Baden-Württemberg vorhandenen Smart Grid-Projekten mit Daten und Karten erläutert werden. Denn die Technologie der Smart Grids wird zukünftig einen wichtigen Beitrag leisten, um die volatile Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen digital mit den Verbrauchern zu vernetzen und aufeinander abzustimmen. Für die intelligente Energieversorgung der Zukunft werden bereits heute konventionelle Orts- und Verteilnetze schrittweise mit zusätzlicher Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie Kommunikations- und Datentechnik und speziellen IT-Komponenten zu Smart Grids um- bzw. ausgebaut. Neben Smart Grids standen bei den Gesprächen der Standbesucher mit den Mitarbeiterinnen der LUBW individuelle Fragen nach Daten über Anlagenbestand und Potenziale bei Wind- und Wasserkraft, Solaranlagen, Biomasse und Wärmebedarf von Wohngebäuden im Mittelpunkt. Vielfach war den Kongressteilnehmern der Energieatlas bereits bekannt, jedoch nicht in allen Details. Der Energieatlas ist unter der Adresse http://www.energieatlas-bw.de/ im Internet leicht zu finden.
Am 16. September 2011 wurde in Fuldatal-Rothwesten das neue Fraunhofer Testzentrum für Intelligente Netze und Elektromobilität IWES-SysTec offiziel eröffnet. Dort wird das Kasseler Fraunhofer IWES neue Betriebsmittel für intelligente Nieder- und Mittelspannungsnetze sowie Komponenten für die Elektromobilität entwickeln und testen.
Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff hat heute in Magdeburg die neue Landesinitiative ?Elektromobilität und Leichtbau? offiziell gestartet. Mit der Initiative wollen Landesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft die bestehenden Aktivitäten im Bereich Elektromobilität bündeln und forcieren sowie neue anregen. Binnen fünf Jahren soll Sachsen-Anhalt zu einem führenden Produktions- und Forschungsstandort für Antriebstechnologien und Energieträger entwickelt werden. Offiziell heißt die Landesinitiative ?Elektromobil, Leicht und Intelligent ? eine Initiative für Sachsen-Anhalt ? ELISA? Haseloff betonte: ?Wenn wir den großen Stellenwert der Automobilindustrie für die Zukunft sichern und keine Marktanteile verlieren wollen, dann muss Deutschland zu einem Leitanbieter und zu einem Leitmarkt für Elektromobilität werden. Dies stellt uns auch in Sachsen-Anhalt vor neue Anforderungen, denn wir wollen am Zukunftsmarkt Elektromobilität teilhaben und von ihm profitieren.? Der Ministerpräsident verwies auf die besondere Bedeutung der Automobilzulieferindustrie für Sachsen-Anhalt. Hier seien in rund 250 Unternehmen mehr als 18.000 Mitarbeiter beschäftigt. Mit dem Übergang von Verbrennungsmotoren zum Elektroantrieb seien auch sie vor neue Herausforderungen gestellt. Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff erklärte: ?Elektromobilität bedeutet nicht, das Automobil zu liften und einen Elektromotor einzubauen. Es geht darum, das Automobil ein Stück weit neu zu erfinden und da wollen wir in Sachsen-Anhalt mit unseren vielen Zulieferern und Dienstleistern natürlich mit vorn dabei sein.? Chancen sieht Wolff sowohl in der Nutzung als auch in Forschung und Produktion. ?Wichtig ist es, dass wir uns auf unsere Stärken wie neue Werkstoffe und Leichtbau oder Energiespeicher konzentrieren. Hier spielen die heimischen Hochschulen und Zulieferer weit vorn mit. Die Landesinitiative wird diese Entwicklung weiter vorantreiben und soll zudem ein möglichst großes Stück der künftigen EU-Forschungsförderung für Sachsen-Anhalt sichern. So werden insbesondere die Themen Energieeffizienz, Elektromobilität sowie neue Materialien und Leichtbau in der nächsten EU-Strukturfondsperiode eine große Rolle spielen.? Dr. Klaus Klang, Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, sieht eine wesentliche Aufgabe in der koordinierten Realisierung von Elektromobilität: ?Wir müssen praktische Konzepte entwickeln, um die Elektromobilität in den Alltag der Bürgerinnen und Bürger zu integrieren. Der schonende Umgang mit unseren Ressourcen und die Erfordernisse des Klimaschutzes lassen uns keine Alternative.? Hintergrund: Die Gesamtkoordinierung der Landesinitiative ?Elektromobilität und Leichtbau? wird durch die Geschäftsstelle des Sachsen-Anhalt Automotive e.V. erfolgen, der auch eine Analyse zu den Potentialen der Elektromobilität im Land erstellt hat. Als besonders erfolgversprechende Themenfelder wurden dabei folgende Bereiche identifiziert: Neue Komponenten mit Werkstoffen/Leichtbau, Motor-Antrieb und Leistungselektronik Energiespeicher mit dem Schwerpunkt Brennstoffzellen- und Batterie-Testsysteme Informations- und Kommunikationstechnologie mit mobilen Datenservices, E-Energy und Smart Grid Stromversorgung Weiterbildung und Qualifizierung In den nächsten zwei bis drei Jahren stehen folgende fünf Leitvorhaben auf der Agenda: Entwicklung eines Konzepts für eine komplette Leichtbauachse Range Extender (Reichweitenverlängerung) Innovative Konzepte für leichte Sitze für City-Cars Fertigung und Einsatz eines innovativen Radnabenmotors Langzeittestzentrum für Brennstoffzellen und Batterien Diese fünf Projekte umfassen grob geschätzt ein Gesamtvolumen von rund 66 Millionen Euro, davon Investitionen von mehr als 35 Millionen Euro. Die Nationale Plattform Elektromobilität hat das Ziel, in Deutschland bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen. Wichtige Herausforderungen sind die Entwicklung technologischer Komponenten in den Bereichen Speicher oder Leistungselektronik. Sachsen-Anhalt kann hierbei auf gute bis exzellente Wissenschafts- und Forschungspotentiale zur Elektromobilität setzen. Hierzu zählen unter anderem das Modellprojekt ?HarzEE-mobility?, der Forschungsschwerpunkt Automotive an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie das dortige ?Galileo-Testfeld? zur elektromobilen Verkehrs- und Logistikforschung. Hinzu kommen die an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM Halle konzentrierten Forschungspotentiale für Kunststoffverarbeitung und Materialforschung sowie das von Land und Bund finanzierte Institut für Kompetenz in AutoMobilität IKAM in Magdeburg und Barleben, das Ende März eröffnet werden soll. Impressum: Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Hegelstraße 42 39104 Magdeburg Tel: (0391) 567-6666 Fax: (0391) 567-6667 Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 082/09 Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 082/09 Magdeburg, den 3. Juni 2009 Der Strom macht´s: Elektrotankstelle in Osterwieck eröffnet Osterwieck. Sachsen-Anhalts Umweltministerin Petra Wernicke hat am Mittwoch in Osterwieck eine Elektrotankstelle eröffnet. Sie sagte: ¿Statt per Leitung auf lange Reisen zu gehen, ist es besser, der Strom macht gleich mobil. Elektromobilität hat Charme: Sie ist umwelt- und klimafreundlich und leise. Sie steckt aber auch noch in den Kinderschuhen. Damit das Stromauto da schnell herauswächst, braucht es Forschungsprojekte wie das im Landkreis Harz. Der Bund hat mit der Förderung der Modellregion Harz für Elektromobilität das zukunftsweisende langjährige Engagement der Harzer gewürdigt.¿ Betreiber der Tankstelle ist die E.ON-Avacon AG, die außerdem der Verwaltungsgemeinschaft Osterwieck-Fallstein ein Elektroauto überreichte. Der Landkreis Harz ist zusammen mit Mannheim im vergangenen Monat als Gewinner des Wettbewerbs ¿Intelligente Netze, erneuerbare Energien und Elektromobilität¿ ausgezeichnet worden. Damit stehen beiden Gewinnern bis 2010 insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung. Erst im Dezember vergangenen Jahres fiel im Pumpspeicherwerk Wendefurth der Startschuss für das Innovationsprojekt ¿Regenerative Modellregion Harz¿. Dabei geht es unter anderem ebenfalls um die Nutzbarmachung von regenerativen Energien für Elektrofahrzeuge. Bis 2020 sollen in Deutschland eine Millionen Elektrofahrzeuge rollen. Im Innovationsprojekt soll das gesamte System untersucht und optimiert werden: Von der Erzeugung des Stroms, seiner Verteilung bis hin zum Verbraucher. Wernicke: ¿In Sachsen-Anhalt wird mittlerweile jede dritte Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien erzeugt, darauf sind wir stolz. Strom aus Windkraft und Sonnenenergie kann aber nicht gleichmäßig erzeugt werden. Wenn die Hälfte des Stroms aus regenerativen Quellen kommt, brauchen wir ein anderes Energiesystem. Wir müssen zum Beispiel über Speichermöglichkeiten nachdenken. Hier bietet sich das Elektroauto an.¿ Impressum: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Pressestelle Olvenstedter Straße 4 39108 Magdeburg Tel: (0391) 567-1950 Fax: (0391) 567-1964 Mail: pr@mlu.lsa-net.de Impressum:Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energiedes Landes Sachsen-AnhaltPressestelleLeipziger Str. 5839112 MagdeburgTel: (0391) 567-1950Fax: (0391) 567-1964Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de
Ganze Bauteile und Produkte können beispielsweise durch neue Geschäftsmodelle wie Leasing oder Aufbereitungsprozesse wie das Remanufacturing oder das Retrofit dem Lebenszyklus wieder zugeführt werden. Im Gegensatz zur Kreislaufführung von Roh , Hilfs- und Betriebsstoffen liegt der Fokus dabei auf der Schließung von Stoffkreisläufen in der Produktion bei gleichzeitigem Erhalt der grundsätzlichen Funktionsweise des Bauteils bzw. des Produkts. Die Kreislaufführung von Produkten und Bauteilen beschreibt die Verlängerung der Lebensdauer von Produkten und Bauteilen durch deren Wiederverwendung. Im Gegensatz zur Kreislaufführung von Roh‑, Hilfs- und Betriebsstoffen liegt der Fokus dabei auf der Schließung von Stoffkreisläufen in der Produktion bei gleichzeitigem Erhalt der grundsätzlichen Funktionsweise des Bauteils bzw. des Produkts. Dies kann durch verschiedene Arten der Aufarbeitung geschehen. * VDI Zentrum Ressourceneffizienz. Kreislaufführung von Produkten und Bauteilen Teil 1: Ressourceneffizienz, Anwendungsbereich, Grenzen. (Online) (Zitat vom: 08.04.2020). Die bekanntesten Methoden zur Wiederaufarbeitung von Produkten sind das Remanufacturing und das Refurbishment. Das Remanufacturing (engl. für Wiederaufarbeitung) beschreibt die Behandlung zur Wiederverwendung eines gebrauchten Produkts, das durch verschiedene Prozessschritte (industrielle Aufarbeitung) auf mindestens das Qualitätsniveau eines Neuprodukts gebracht wird. Über gleiche Qualitätssicherungsmaßnahmen wie in der Neuteileproduktion und eine Garantie wird sichergestellt, dass das refabrizierte Produkt oder die refabrizierte Produkteinheit der Qualität einer Neufertigung entspricht. * Lange, U. Ressourceneffizienz durch Remanufacturing – Industrielle Aufarbeitung von Altteilen. Berlin: VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH, 2016. Die Gebrauchtgeräte bzw. -teile müssen vor der Wiederaufarbeitung gesammelt und sortiert sowie einer Eingangsfunktionsprüfung unterzogen werden. Die Hauptprozessschritte beim Remanufacturing umfassen die Demontage, die Reinigung, die Prüfung/Diagnose, die Aufbereitung und die Remontage. Es folgt eine abschließende Endprüfung des Produktes. © VDI ZRE Das Remanufacturing kann innerhalb des Betriebs oder in extern beauftragten Wiederaufarbeitungsunternehmen stattfinden. Es gibt auch unabhängige Wiederaufarbeiter. Diese agieren ohne oder nur mit einem geringen Kontakt zum Hersteller und vermarkten das Produkt oftmals unter eigenem Namen. * Lange, U. Ressourceneffizienz durch Remanufacturing – Industrielle Aufarbeitung von Altteilen. Berlin: VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH, 2016. S. 17 ff. Refurbishment meint ebenfalls das Aufarbeiten gebrauchter Produkte bis zu einem zuvor definierten Qualitätslevel. Der Unterschied zum Remanufacturing liegt darin, dass der Zustand der Produkte danach nicht mit dem Zustand eines Neuprodukts vergleichbar ist und diese dementsprechend meist zu einem geringeren Preis verkauft werden. * VDI Zentrum Ressourceneffizienz. Kreislaufführung von Produkten und Bauteilen Teil 2: Wege der Umsetzung und Beispiele. (Online) (Zitat vom: 08.04.2020). Die meisten anderen Methoden basieren auf den Grundideen dieser zwei Konzepte. So kann z. B. die Aufarbeitung eines Produktes zum sogenannten Retrofit erfolgen. Diese Methode ist vor allem bei veralteten Anlagen wichtig. Die Anlagen können, als Alternative zur Entsorgung, durch neue Bauteile wieder an die derzeitigen technischen Verhältnisse angepasst werden. Die integrierten Modernisierungen stammen dabei meistens aus den Bereichen Steuerung, Antrieb oder Automatisierung. Im Idealfall kann auf diese Weise eine nahtlose Verschmelzung von Techniktradition und moderner Industrietechnologie entstehen. * Produktion – Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie. Retrofit: Definition und Vorteile. (Online) 08.06.2017. (Zitat vom: 13.05.2020). Eine zentrale Rolle in der Kreislaufführung © VDI ZRE von Produkten und Bauteilen spielen vor allem die Geschäftsmodelle , in welche die oben genannten Methoden integriert werden. Die unterschiedlichen Geschäftsmodelle hängen oft eng miteinander zusammen und können häufig auch gemeinsam implementiert werden. Die verschiedenen Modelle beziehen sich dabei auf unterschiedliche Kreislaufführungsebenen (vgl. Abbildung unten), angefangen vom Kreislauf innerhalb des Nutzerkreises über die Kreislaufschließung zwischen Nutzer und Dienstleister bis hin zur Kreislaufführung mit Beteiligung der gesamten Wertschöpfungskette. Als Geschäftsmodelle konzentrieren sich Refurbishment und Remanufacturing (analog zu den oben genannten Aufarbeitungsmethoden) darauf, das Produkt nach der Benutzung zurückzunehmen und als Ganzes aufzuarbeiten. Hersteller die dieses Modell betreiben, profitieren nicht nur von einer neuen Kundengruppe für generalüberholte Produkte, sondern lernen auch ihre eigene Produktpalette durch die Verknüpfung von Nutzungszyklen besser kennen. Dies kann nützlich für die Produktoptimierung sein. Um Refurbishment und Remanufacturing als Geschäftsmodell zu implementieren, müssen Unternehmen in der Lage sein, die Rückbaubarkeit und modulare Reparatur ihrer eigenen Produkte generationsübergreifend zu gewährleisten, beispielsweise durch ein Design for Recycling oder Design for Disassembly. * Bungard, Patrick. CSR und Geschäftsmodelle: Auf dem Weg zum zeitgemäßen Wirtschaften. Berlin: Springer Verlag, 2018. ISBN 978-3-662-52881-5. S. 131. Findet das Remanufacturing im eigenen Unternehmen statt, ist dafür ein umfassendes System für die Rückführung der Altteile zum Hersteller erforderlich. Dieses kann durch Pfandsysteme und Inzahlungnahmen etabliert werden. * Bungard, Patrick. CSR und Geschäftsmodelle: Auf dem Weg zum zeitgemäßen Wirtschaften. Berlin: Springer Verlag, 2018. ISBN 978-3-662-52881-5 Das Modell funktioniert jedoch auch sehr gut mit den unten beschriebenen Wiedernutzungskonzepten, da bei ihnen das Unternehmen zu jeder Zeit im Besitz des von ihm verkauften Produktes bleibt und dementsprechend auch die Rückführung des Produktes kontrollieren kann. Diese Modelle zielen darauf ab, die Auslastung des Produktes zu optimieren und die Produktnutzungsphase zu verlängern. Ein Beispiel hierfür ist das „Share/Repair/Reuse“-Modell. Verkaufte Produkte werden geteilt (sharing), beschädigte Produkte werden repariert und aufgewertet (repair) und gebrauchte Produkte werden weiterverkauft und/oder wiederverwendet (reuse). * Bungard, Patrick. CSR und Geschäftsmodelle: Auf dem Weg zum zeitgemäßen Wirtschaften. Berlin: Springer Verlag, 2018. ISBN 978-3-662-52881-5. S. 128 f. Einen Schritt weiter gehen die sogenannten Produkt-Service-Systeme . Anstatt das Produkt selbst zu verkaufen, werden die Funktion und der Nutzwert der Dienstleistung, die das Produkt erbringt, verkauft. Das Produkt wird also lediglich zur Verfügung gestellt, oder es wird direkt das gewünschte Resultat verkauft (z. B. ein Loch in der Wand statt einer Bohrmaschine). Im Gegensatz zum reinen Verkauf wird hier ein nutzenbasierter Ansatz angestrebt. Konsumenten des Produktes werden mit dieser neuen Schwerpunktsetzung zu Nutzern. Dabei wird bei der Produktentwicklung simultan ein Service entwickelt, um das Produkt optimal an dem Kundennutzen auszurichten. Es sind unterschiedliche Varianten dieses Modells möglich. Die bekanntesten sind das Leasing und sogenannte Pay-per-Use- oder Pay-per-Result-Modelle. * Bungard, Patrick. CSR und Geschäftsmodelle: Auf dem Weg zum zeitgemäßen Wirtschaften. Berlin: Springer Verlag, 2018. ISBN 978-3-662-52881-5. S. 130 ff. Beim Leasing entrichtet der Leasingnehmer zumeist monatliche Geldbeträge an das Leasingunternehmen, um das Produkt nutzen zu dürfen. Viele Leasingunternehmen bieten dem Leasingnehmer zudem die Möglichkeit, den Vertrag gegen Ende der Leasingperiode in einen Kauf umzuwandeln. * SVEA. Was ist Leasing und was bringt es dem Unternehmen? svea.com. (Online) 03.2019. (Zitat vom: 28.02.2020). Pay-per-Use- oder Pay-per-Result-Modelle sind etwas komplexer in der Umsetzung. Der Benutzer bezahlt dabei nicht nach Zeit, sondern gemessen daran, was er tatsächlich verbraucht hat. Bei Strom und Wasser ist dies noch recht simpel zu realisieren. Für andere Güter und Dienstleistungen in der Industrie stellt sich die Umsetzung dieser Modelle oft aufwändiger dar. Dabei kommen unter anderem Sensoren zum Einsatz, die dem Hersteller die notwendigen Daten über den Zustand des Produktes liefern. Als Anbieter und Besitzer des Produktes ist der Hersteller oder Dienstleister sowohl für die Verfügbarkeit als auch für die Entsorgung des Produktes zuständig. * Dobrowlski, P. Wie pay per use den Maschinenbau revolutionieren könnte. Industrie Magazin. (Online) 05.2016. (Zitat vom: 28.02.2020). Um die beschriebenen Geschäftsmodelle umsetzen zu können, müssen zunächst einmal einige Grundbausteine gelegt werden. Der erste ist die Produktgestaltung. So sollte z. B. darauf geachtet werden, dass einzelne Teile des Produktes leicht auszutauschen und zu reparieren (Design for Repair) sind, um die Aufarbeitung zu erleichtern. * Bungard, Patrick. CSR und Geschäftsmodelle: Auf dem Weg zum zeitgemäßen Wirtschaften. Berlin: Springer Verlag, 2018. ISBN 978-3-662-52881-5. S. 133 ff. Ein weiterer wichtiger Teil betrifft den Einsatz neuer Technologien. Das sind vor allem Technologien zur Beobachtung, Analyse und Steuerung von Produkten und Materialflüssen (z. B. Asset Tracking, Sensoren oder innovative Sammel- und Sortieranlagen), aber auch Technologieplattformen wie Smart Grids, Big Data, Blockchain oder das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things). Diese Technologien sollen mehr Transparenz in die Wertschöpfungsketten bringen und diese analysieren, um sie zu Kreisläufen umgestalten zu können. * Bungard, Patrick. CSR und Geschäftsmodelle: Auf dem Weg zum zeitgemäßen Wirtschaften. Berlin: Springer Verlag, 2018. ISBN 978-3-662-52881-5. S. 134 ff. Oft finden diese Technologien Erwähnung im Zusammenhang mit der sogenannten Industrie 4.0 , bei der auch Echtzeitdaten eine wichtige Rolle spielen. Das Internet der Dinge ermöglicht mithilfe cyber-physischer Systeme die Einbindung von Zuliefer- und Servicepartnern der Wertschöpfungskette in einen umfangreichen, gesicherten Datenaustausch. Dadurch werden Vorprodukte sowie einzelne Maschinen und ganze Anlagen in die Lage versetzt, eigenständig und automatisiert mit anderen Betrieben und Maschinen zu kommunizieren (z. B. um neue Ware zu bestellen oder über den aktuellen Maschinenzustand zu informieren). Die Digitalisierung der Kreislaufwirtschaft könnte dazu beitragen, Informationslücken zu schließen und oftmals fehlende Daten zu Ort, Zustand, Verfügbarkeit und Materialzusammensetzung von Produkten bzw. Abfällen zu liefern. Insbesondere bei Elektrogeräten besteht hierzu ein großes Potenzial zur Verbesserung der Kreislaufführung. Mithilfe des Internets der Dinge lassen sich Geräten eindeutige Identitäten zuweisen und diese miteinander vernetzen. Elektroschrott, genauso wie anderer Produktabfall, sollte nicht automatisch als zu entsorgender Abfall angesehen werden, sondern vielmehr im Rahmen von Wiederverwendung und hochwertigem Recycling als Ausgangspunkt für neue Produktzyklen dienen. Die Initiative eReuse.org nutzt beispielsweise Digitalisierungsmaßnahmen zur Erhöhung der Wiedernutzungsrate von Elektrogeräten indem sie in Kombination mit einer App Werkzeuge für Geräteinventarisierung und -diagnostik, für das Gerätemanagement und das Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage sowie Daten zur Gerätenachverfolgung anbietet. * (WBGU), Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung. Unsere gemeinsame digitale Zukunft. (Online) 2019. S. 161 ff. Die dritte und häufig größte Herausforderung für die Umsetzung von Produktkreisläufen ist die optimale Gestaltung der Rückwärtslogistik (Synonyme: Reverse Supply Chain und Retroproductionsystems). Die Unternehmen benötigen dazu logistische Modelle zur Rücknahme von Produkten und deren Weitergabe in den am besten geeigneten Wertschöpfungskreislauf und müssen jederzeit wissen, wann Produkte in welchem Zustand wo und in welcher Menge sowie Frequenz anfallen. * Bungard, Patrick. CSR und Geschäftsmodelle: Auf dem Weg zum zeitgemäßen Wirtschaften. Berlin: Springer Verlag, 2018. ISBN 978-3-662-52881-5. S. 133 ff. Im Falle von Leasinggeräten weiß der Leasing-Anbieter, wo sich welche Geräte befinden und wann sie zu ihm zurückkehren. Lediglich der Zustand der Geräte ist dem Anbieter nicht immer bewusst.
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