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Strukturentwicklungsprogramm

STRUK TUR- ENT WICKLUNGS- PROGR AMM Mitteldeutsches Revier Sachsen-Anhalt VORWOR T Der Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung stellen Deutschland, Europa und die Welt vor größte Herausforderungen. Es ist unerlässlich, die Maßnah- men zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen deutlich zu verstärken. So haben Europa und Deutschland die Klimaziele verschärft. Demnach soll Deutschland bis 2045 treibhausgasneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Bundesregierung beschlossen, die Stein- und Braunkohleverstromung schrittweise zu reduzieren und bis 2038 zu beenden. Damit wird dem Vorschlag der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Be- schäftigung“ gefolgt. Die Beschlüsse des Kohleausstiegsgesetzes und des Struktur- stärkungsgesetzes Kohleregionen vom 8. August 2020 stellen einen gesamtgesell- schaftlichen Kompromiss dar und setzen die Empfehlungen der Kommission um. Das Strukturstärkungsgesetz weist den Weg zum Strukturwandel in den Kohle- regionen als entscheidendem Teil des umfassenden Transformationsprozesses, durch den Deutschland seine Klimaziele erfüllen will. Bund und Länder haben dabei bekräftigt, dass die damit einhergehenden Veränderungen die kohlestromerzeu- genden Regionen und Standorte nicht einseitig belasten dürfen. Chancen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung mit entsprechend qualitativ hochwertiger Beschäftigung müssen zwingend eröffnet werden. Die Schaffung guter, zukunfts- sicherer Arbeitsplätze und die Sicherung der Wertschöpfung im Mitteldeutschen Revier sind wesentliche Ziele bei der Gestaltung des Strukturwandels. Der Rohstoff Kohle war und ist strukturprägend für die Wirtschaft des Mitteldeut- schen Reviers und Sachsen-Anhalt insgesamt. Der Kohleabbau mit den Zielen der Energiegewinnung, aber auch der stofflichen Verwertung zum Beispiel als Montan- wachs oder in der Gipsgewinnung, hat über Jahrhunderte eine Industriestruktur aufgebaut, die damals wie heute tausenden Familien gute Arbeit und Zukunftsper- spektiven in ihrer Heimat bietet. Um den Nukleus der Kohlewirtschaft haben sich energieintensive Industriezweige entwickelt, die die Wirtschaftsstruktur unseres gesamten Landes prägen. Der nun erforderliche Umbau der CO2-intensiven Indust- rien stellt Region, Land und ganz Deutschland vor große Herausforderungen. Deshalb wollen wir unsere bestehenden Unternehmen stärken, energieintensive Wirtschaftszweige bei der Bewältigung der Transformation unterstützen sowie Investorinnen und Investoren, Gründerinnen und Gründer für die Region begeistern und zu Industrieansiedlungen und Unternehmensgründungen motivieren. Hinter diesen Aufgaben steht die Frage, wie das Mitteldeutsche Revier weiter gestärkt und für Wissenschaft, Unternehmen und vor allem für die Menschen – für Jung und Alt – noch attraktiver werden kann. Die Kohle war und ist Grundlage für wirtschaftliche Prosperität und den damit einhergehenden Wohlstand. Aber nicht nur das. Der Bergbau prägt die Landschaft und die Kultur der Region. Das Ende der Kohle bedeutet daher nicht nur, neue wirt- schaftliche Perspektiven für die Menschen der Region zu erschließen, sondern auch den Erhalt des kulturellen Erbes zu sichern. Die Leistungen der Bergleute und ihrer Familien sind mit Hochachtung zu würdigen. Das vorliegende Strukturentwicklungsprogramm soll den Fahrplan für eine um- fassende Entwicklung der Region aufzeigen. Der Strukturwandel wird dabei als Chance begriffen, die Attraktivität des Reviers für die Menschen und Unternehmen der Region maßgeblich zu erhöhen. Um die strukturpolitischen Effekte der Infra- strukturförderung im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes zu verstärken, soll eine bestmögliche Verschränkung von Landes-, Bundes- und europäischen Förder- programmen zur unmittelbaren Wirtschaftsförderung erreicht werden. Damit geht unser Strukturentwicklungsprogramm weit über die Fördermöglichkeiten des Strukturstärkungsgesetzes hinaus. Mit den Fragestellungen einer ganzheitlichen Revierentwicklung haben sich im Zeit- raum Februar bis Juni 2021 über 300 Akteurinnen und Akteure des Reviers auseinan- dergesetzt. In diesem umfassenden Beteiligungsprozess, der im Rahmen von ersten Bürgerdialogen auch die Sichtweisen der breiten Zivilgesellschaft aufgenommen hat, wurde zunächst eine Bestandsaufnahme erarbeitet. Zudem wurden in den vier Handlungsfeldern „Wirtschaft und Innovation“, „treibhausgasneutrale Energie- wirtschaft und Umwelt“, „Bildung und Fachkräftesicherung“ und „Attraktivität des Reviers“ Ziele formuliert und erste Handlungsbedarfe definiert. Diese themenüber- greifende Betrachtung des Revieres ist eine einmalige Chance. Selten konnten so viele Menschen mobilisiert werden, um derart systematisch und konzentriert die Fragestellungen der Zukunft einer Region zu bearbeiten. Das vorliegende Strukturentwicklungsprogramm bildet ab, wo die Region aktuell steht und wo sie im Jahr 2038 stehen möchte: — Durch einen innovationsgetragenen Strukturwandel sollen industrielle Wert- schöpfung und hochwertige, zukunftssichere Arbeitsplätze nicht nur gesichert, sondern zusätzlich geschaffen werden. — Mit einer langfristigen Fachkräfteentwicklung wird der Fachkräftebedarf in der Region gesichert. — Die Energieversorgung wird unter der Maßgabe der Bezahlbarkeit und Versor- gungssicherheit auf die Nutzung nachhaltiger Ressourcen umgestellt. Nach dem ersten Umsetzungsjahr des Strukturstärkungsgesetzes lässt sich als ein erstes sehr erfreuliches Fazit festhalten: Es haben sich bereits sehr viele Akteurin- nen und Akteure auf den Weg gemacht, das Revier nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten. Sie übernehmen die Verantwortung für die Zukunft ihrer Region und tragen zum Erfolg der nun anstehenden Transformation bei. Bereits heute sind er- folgsversprechende Vorhaben in zukunftsweisenden Themenfeldern zu erkennen: — So stellen sich eine grüne und nachhaltige Chemie und Bioökonomie als deut- liche Leitthemen heraus. In diesen Themenbereichen knüpfen wir an historisch gewachsene Stärken der Industrieregion Mitteldeutschland an und schreiben ihre Geschichte fort. — Eine starke Bioökonomie ist abhängig von der Verfügbarkeit nachwachsender Rohstoffe, Biomasse und einer modernen und innovationsstarken Agrarwirt- schaft. Auch hier sind bereits zukunftsweisende Vorhaben erkennbar. — Eine besondere Rolle erhält die grüne Wasserstoffwirtschaft im Revier. Sie ist neben weiteren Power-to-X-Technologien auf Basis erneuerbarer Energien eine bedeutsame Säule einer klimaschonenden Energiewirtschaft. — Vorhaben zur nachhaltigen Wärme-Nutzung in Kommunen und der Energie- wende in der Industrie werden aktiv bearbeitet. — Eine Digitalisierungsoffensive für das Revier soll die digitale Infrastruktur weiter stärken und die notwendige Grundlage für Innovationen in allen gesellschaft- lichen und wirtschaftlichen Bereichen sichern. Ziel ist es, das Revier als Zentrum digitaler Innovationen zu etablieren. — Die Stärkung der Mobilität im Revier wird die Standortattraktivität der Region im Herzen Deutschlands und Europas für Investorinnen und Investoren erhöhen. — Ob Weinregion Saale-Unstrut, Wandern im Südharz, Erholung an der Goitzsche, Weltkulturerbe oder eine starke Industriekultur – das Revier ist schon längst Des- tination für Tourismus und Naherholung. Entsprechend wird das Ziel verfolgt, einen nachhaltigen Tourismus im Revier zu stärken. All dies sind beispielhafte Themenfelder, die die Stärken und Kompetenzen des Reviers widerspiegeln und schon jetzt viele der im Strukturentwicklungsprogramm definierten Handlungserfordernisse bedienen. Mit dem Strukturentwicklungspro- gramm haben wir eine wichtige Planungsgrundlage geschaffen. In den nächsten Schritten gilt es nun, im Sinne der Stärkung von Innovations- und Wirtschaftskraft und der Absicherung guter Arbeit in den einzelnen Kernthemen eine Vernetzung und Synergien zwischen den Vorhaben herzustellen sowie konkrete Meilensteinplä- ne und Projektportfolios zu entwickeln. Dies soll Gegenstand der weiteren Umset- zung und schließlich der Fortschreibung des Strukturentwicklungsprogramms sein. Ich danke allen Menschen, die den Mut, die Anstrengung und gleichzeitig die Zuversicht aufbringen, gemeinsam das sachsen-anhaltische Braunkohlerevier zu gestalten. Es geht um die Zukunft unserer Region. Es liegt ein herausfordernder, anspruchsvoller Weg vor uns. Ein Weg, der wie kein anderer Chancen für die Region mit sich bringt. Diese Chancen gilt es im Schulterschluss zwischen den Kommunen der Region, Land und Bund aufzugreifen – zum Wohle des Mitteldeutschen Reviers. Glück auf! Ihr Dr. Reiner Haseloff Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt

Prozessanalyse und Ökobilanzierung der Bereitstellung von Waldhackschnitzeln in Kooperation mit Waldbesitzern, Einschlags- und Transportunternehmen sowie Biomasseheiz(-kraft-)werken

Analyse und Verbesserung der derzeitigen Prozesse der Bereitstellung von Waldhackschnitzeln in Kooperation mit den Waldbesitzern, den tätigen Einschlags- und Transportunternehmen sowie den Biomasseheiz(kraft)werken. Parallel wird eine ökologische Analyse und Bewertung des Produktes Waldhackschnitzel durch eine Ökoinventarisierung angestrebt. Mit Hilfe einer Prozessanalyse bestehend aus IST-Analyse, Schwachstellenanalyse, SOLL-Konzept und Implementation wird die Situation der Rohstoffbereitstellung untersucht und mit den Beteiligten verbessert. Die Ergebnisse werden anhand von Experteninterviews, Dokumentationen und Workshops erfasst. Zur Erstellung der Ökobilanzierung werden verfahrensbedingte Module entwickelt. Die Module beziehen sich u.a. auf Materialprofile, Emissionswerte und dem Energieträgerbedarf der einzelnen Verfahren. Anhand von Zeitstudien und Softwareauswertungen werden innovative Verfahrenstechniken und deren Praxisreife untersucht. Innerhalb der Implementationsphase der Prozessanalyse werden Verbesserungsvorschläge umgesetzt und deren Erfolg geprüft. Es erfolgen Publikationen in einschlägigen Fachmagazinen sowie Präsentationen auf diversen Veranstaltungen.

Bundesweite Ist-Analyse der Sammlung und Entsorgung von Problemstoffen aus privaten Haushaltungen/Kleingewerbe zur Entwicklung von Konzepten fuer ein optimiertes Entsorgungsvorgehen

Im Rahmen des geplanten Vorhabens soll eine bundesweite Analyse der verschiedenen Sammel- und Entsorgungssysteme fuer Problemstoffe aus privaten Haushaltungen und den Kleingewerbe erfolgen. Hierbei sollen insbesondere Gefahrenquellen und Probleme bei der Durchsetzung der TRGS 520 sowie der TR Abfaelle 002 erfasst werden. Das Gesamtziel des Vorhabens ist die Erarbeitung bundeseinheitlicher Konzepte zur Optimierung und hieraus abgeleitete Vorschlaege zur Umsetzung. Im einzelnen ist das Vorhaben durch folgende Methodik charakterisiert: 1. Auswertung der vorhandenen Arbeiten (Literaturuebersicht), 2. Auswahl der zu untersuchenden Sammel- und Entsorgungssysteme, 3. Erstellung eines Frageleitfadens, 4. Vor-Ort-Analyse der ausgewaehlten Entsorgungssysteme, 5. Auswertung der erfassten Daten und Angaben, 6. Ergaenzung und Aktualisierung der Literaturuebersicht, 7. Entwicklung von Konzeption zur Optimierung, 8. Bewertung der Umsetzbarkeit der Konzepte.

Voraussetzungen und Gestaltungsmoeglichkeiten eines Ganzheitlichen Arbeits- und Umweltschutzes - Implementierung organisationsrechtlicher Standards unter dem Aspekt der Praevention in der Metallindustrie

Ziel der Untersuchung ist es, Vorschlaege fuer eine Reform der betrieblichen Praxis im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz unter Beruecksichtigung der erweiterten EU-Anforderungen auf der Grundlage jetziger Strukturen und Probleme zu entwickeln. Dazu wird in kleinen und mittleren Betrieben der Metallindustrie untersucht, 1) welche normativen Anforderungen sich aus den gegenwaertigen rechtlichen Rahmenbedingungen ableiten lassen und welche zukuenftigen Anforderungen sich aus der EU-Rechtsentwicklung und der zukuenftigen Praxis eines ganzheitlichen Arbeits- und Umweltschutzes ergeben, 2) welche normativen Anforderungen sich aus den gegenwaertigen rechtlichen Rahmenbedingungen ableiten lassen und welche organisatorischen, qualifikatorischen und weiteren Massnahmen im einzelnen von den Unternehmern, Betriebsraeten und Arbeits-/Gesundheits-/Umweltschutzexperten durchgefuehrt werden, um die gesetzlichen und evtl darueber hinausgehende Anforderungen zu erfuellen (Ist-Analyse), 3) wie ideale institutionelle und professionelle Strukturen im Arbeits- und Umweltschutz auszusehen haben. Ein erster Schwerpunkt ist die Beantwortung der Frage, welche beispielhaften Formen der betrieblichen Sicherheitsvorsorge sich bereits entwickelt haben. Der zweite Schwerpunkt wird die Analyse der fachlichen Angebote ausserbetrieblicher Dienste im AGU, ihrer professionellen Strukturen und moeglichen Wege einer Qualitaetssicherung ihrer Leistungen sein.

Engpaesse in der europaeischen Verkehrsinfrastruktur

Ziel der Studie war die Identifizierung von Engpaessen in der europaeische Verkehrsinfrastruktur (Strasse und Schiene) auf Basis einer IST-Analyse. Hierfuer wurden Konzepte entwickelt, um europaweit Problemzonen zu erkennen, in denen die zunehmende Verkehrsbelastung auf empfindliche oder bereits hochbelastete Regionen einwirkt. Drei Engpassindikatoren wurden angewendet: Gesundheitsbelastungen, Luftverschmutzung und Belastung von Natur und Landschaft. Die Belastung der menschlichen Gesundheit wurde anhand der Laermbelastung bewertet und in Beziehung gesetzt zur Bevoelkerungsdichte in den betroffenen Regionen. Der Einfluss auf Natur und Landschaft konnte anhand der Beeintraechtigung von Gebieten fuer den Naturschutz erfasst werden. Als Indikator fuer die Luftverschmutzung durch den Verkehr wurden die NOx-Emissionen berechnet. Die Ergebnisse sind in Text und Kartenform dargestellt.

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