Das Projekt "Naturschutzbedeutung historisch genutzter Wälder am Beispiel der Jagdparke und Tiergärten" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) - Bundesverband für Natur- und Denkmalschutz, Landschafts- und Brauchtumspflege e.V. durchgeführt. Historisch genutzte Wälder weisen eine Vielzahl von Strukturen auf, die eine hohe Biodiversität bedingen. Am Beispiel von historischen Jagdparken und Tiergärten lassen sich die Lebensraumvielfalt und die Besonderheiten traditioneller Waldnutzungsformen gut darstellen. Sie weisen u.a. einen hohen Alt- und Totholzanteil und oft einen hohen Geophytenreichtum auf. Weitere Strukturen, wie z.B. Gräben, Wälle und Trockenmauern zur Einhege, bereichern die Lebensraumvielfalt. Daher haben viele dieser Wälder einen Schutzstatus. In dem Projekt soll ein Überblick über die naturschutzfachliche Bedeutung von Jagdparken und Tiergärten in Deutschland geschaffen werden. Daraus sollen Empfehlungen für die Pflege dieser Wälder entwickelt werden. Das Projekt soll zudem Wege aufzeigen, wie ehrenamtlich Engagierte zur Pflege dieser alten Wälder beitragen können. Darüber hinaus eignen sich diese Wälder aufgrund ihrer kultur- und naturhistorischen Bedeutung in besonderer Weise für die Umweltbildung. Der erste Workshop zum Thema ist erfolgreich durchgeführt worden. Das Thema der Vermittlung an die Öffentlichkeit und die Entscheidungsträger wird bei einem zweiten Workshop am 24./25. April 2012 in Raesfeld/Westfalen vertieft behandelt.
Das Projekt "Landesherrliche Tiergärten und Jagdparks des 17. und 18. Jahrhunderts in Hohenlohe - Möglichkeiten eines zukünftigen Umgangs" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Freiburg, Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften, Professur für Landespflege durchgeführt. Ehemalige landesherrliche Tiergärten und Jagdparks sind mit ihren Jagdschlössern auch heute noch als historische Landschaftselemente anzutreffen. Die heutige Wegführung in diesen Wäldern wird durch alte Jagdwege, Alleen, Pirschanlagen und teilweise durch Jagdsternanlagen beeinflusst und geprägt. Jagdhäuser, Jagdgebäude und eine Umfriedung der Tiergärten sind bauliche Überbleibsel und eine der Wildhege unterworfene Baumartenzusammensetzung mit Eichen, Buchen und wilden Obstbäumen bestimmt die Vegetation dieser ehemaligen Jagdparks. Bei dem Schutz und der Pflege historischer Landschaftselemente wie den Tiergärten und Jagdparks ist entscheidend, dass Wissen um ihre kulturlandschaftliche Bedeutung erlangt und aufbereitet wird. Notwendig dabei ist, den Pflanzenbestand als mögliche Träger geschichtlicher Aussage zu dokumentieren und analysieren. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Möglichkeiten eines künftigen, verantwortungsvollen Umgangs mit den Kulturgütern 'Tiergarten oder Jagdpark auf der Basis einer nachhaltigen Waldwirtschaft zu finden. Dies beinhaltet folgende Aspekte: Wie grenzen sich die Begriffe 'Jagdpark und 'Tiergarten voneinander ab? Wie ist die historische Entwicklung und die heutige Form und Ausprägung der ehemaligen Tiergärten und Jagdparks? Welchen Einfluss hatte die Bewirtschaftung unter jagdlichen Gesichtspunkten auf die damalige und heutige Baumvegetation? Welchen naturschützerischen Wert haben die Wälder? Welche Möglichkeiten - Waldpflegekonzepte, Konservierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten - für den künftigen Umgang mit Tiergärten und Jagdparks aus kulturhistorischer, denkmalpflegerischer, forstlicher und naturschützerischer Sicht gibt es? Vorgehensweise: Bei dem Forschungsvorhaben kommen eine Auswertung historischer Primär- und Sekundärquellen, eine historische Landschaftsanalyse, eine vegetationsökologische Analyse und die Aufnahme von Totholz im Gelände sowie eine naturschutzfachliche Bewertung der Wälder und die Zusammenführung der Ergebnisse in Waldpflegekonzepten zum tragen. Die zu untersuchenden Parks liegen in Hohenlohe/BadenWürttemberg.