Die Eider unterliegt seit mehreren Jahrzenten einem vermehrten Sedimenteintrag. Dieser beeinträchtigt die Entwässerung des Hinterlandes so wie die Schiffbarkeit des Bundeswasserstraße. Hinzu kommt der Einfluss langfristiger Veränderungen durch den Klimawandel welcher zu zusätzlichen Herausforderungen in der Entwässerung des Hinterlandes führt. Das Kooperationsprojekt „Zukunft Eider“ wurde geschaffen um Vorarbeiten zu leisten, welche die erforderlichen klimagerechten Anpassungen und Erweiterungen der wasserwirtschaftlichen Anlagen im Einzugsgebiet der Eider ermitteln. Als Teil des Kooperationsprojekts wurde die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) mit der Erstellung einer wasserbaulichen Systemanalyse der Tideeider unter Berücksichtigung des Sedimentmanagements beauftragt. Hierfür hat die BAW ein dreidimensionales, hydrodynamisches numerisches (HN-) Modell der Tide- und Außeneider aufgebaut. Um dieses 3D-HN-Modell hinsichtlich des Schwebstoffgehalts und -transports zu entwickeln, wurden Trübungsmessungen von Ingenieurbüros, der BAW und vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe-Nordsee herangezogen. Für die Umrechnung der Trübungswerte in Schwebstoffgehalt sind die Trübungsmessungen anhand von Wasserproben kalibriert worden. Im März 2024 hat die BAW Wasserproben an dem Binnen- und Außenpegel des Eider-Sperrwerks genommen für die Kalibrierung der dortigen Trübungsmessgeräte des WSA Elbe-Nordsee (über jeweils 2 Halbtiden).
This product is based on Vaisala RS92 radiosonde measurements of temperature, humidity, wind and pressure that have been processed following the requirements of the GCOS Reference Upper Air Network (GRUAN) that were described in Immler et al. [2010]. The GRUAN data product file comply to the requirements of GRUAN in particular by providing a full uncertainty analysis. The uncertainty is calculated according to the recommendations of the “Guide for expressing uncertainty in measurement” [GUM2008]. The total uncertainty is assessed from estimates of the calibration uncertainty, the uncertainty of corrections and statistical standard deviations. Corrections are applied such that the data is bias free according to current knowledge.
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Virtual Igor – ein analytisches Phantom für die Simulation des St. Petersburger Ziegelphantoms in beliebigen Aufbauten in MCNP Virtual Igor erzeugt MCNP-Geometrien (rechts) für beliebige Aufbauten des Ziegelphantoms (links). Das St. Petersburger Ziegelphantom ist ein weit verbreitetes Hilfsmittel zur Kalibrierung von Ganzkörperzählern. Es besteht aus Kunststoffblöcken, die in verschiedenen Aufbauten zusammengesetzt werden können, um die Gestalt des menschlichen Körpers nachzubilden. Die Blöcke können mit radioaktiven Quellen bestückt werden, um eine Aktivität im menschlichen Körper zu simulieren. Das Ziegelphantom ist unter verschiedenen Namen, vor allem Igor, Olga und Irina, bekannt. Monte-Carlo-Simulationen Monte-Carlo-Simulationen sind Computersimulationen, die das Verhalten von ionisierender Strahlung berechnen. Mit solchen Simulationen kann zum Beispiel berechnet werden, wie gut Messgeräte wie die Ganzkörperzähler der Inkorporationsmessstellen des Bundesamtes für Strahlenschutz auf zu messende Radioaktivität ansprechen. Virtual Igor ist ein Computerprogramm, mit dem das St. Petersburger Ziegelphantom in beliebigen Geometrien für Monte-Carlo-Simulationen mit der Software MCNP genutzt werden kann. Dazu können Nutzer*innen das Phantom zunächst am Computer nachbauen und die daraus erzeugte Datei in Virtual Igor einlesen. Das Computerprogramm erstellt dann eine Datei, die in MCNP genutzt werden kann. Download und Lizenzbedingungen Virtual Igor steht zum kostenlosen Download bereit. Hinweise zur Verwendung sind in der englischen Benutzerdokumentation enthalten. Die Software ist unter der Lizenz GNU Lesser General Public License veröffentlicht, die bei Weiternutzungen unter anderem eine Nennung des Autors vorschreibt. Diese Nennung wird durch einen Verweis auf " Virtual Igor: an analytical phantom for the simulation of the Saint Petersburg brick phantom in arbitrary layouts in MCNP. Radiation and Environmental Biophysics Meisenberg (2021)" erfüllt. Stand: 06.03.2025
Wegweiser: Services des BfS An dieser Stelle haben wir Services des Bundesamtes für Strahlenschutz für Sie zusammengefasst. Beim Mausklick auf den gewünschten Service kommen Sie auf die entsprechende Seite, in dem der Service beschrieben ist. Services des BfS Service Worum geht's? Für wen? Dosimetrie - Inkorporationsmessung Überwachung von Personen, die mit höheren Aktivitäten offener radioaktiver Stoffe umgehen, bei denen die Gefahr einer Inkorporation besteht. Inkorporationsmessungen nach Notfällen, bei denen radioaktive Stoffe freigesetzt wurden Beruflich exponierte Personen, Personen, die bei einem Notfall radioaktive Stoffe inkorporiert haben können Leitstelle Inkorporationsüberwachung Ringversuche ( in-vivo und in-vitro ) und dosimetrische Fallbeispiele als qualitätssichernde Maßnahmen für Inkorporationsmessstellen Behördlich bestimmte Inkorporationsmessstellen. sonstige Inkorporationsmessstellen in Deutschland und im Ausland Biologische Dosimetrie Dosisabschätzung bei überexponierten oder vermutlich überexponierten Personen mittels biologischer Indikatoren im zytogenetischen Labor Beruflich exponierte Personen, Strahlenschutzverantwortliche und Strahlenschutzbeauftragte, Personen, bei denen eine höhere Strahlenexposition vermutet wird oder tatsächlich stattgefunden hat Beruflicher Strahlenschutz - Strahlenschutzregister Zentrale Erfassung von Daten über berufliche Strahlenexpositionen , Überwachung der Einhaltung von Grenzwerten und der Ausgabe von Strahlenpässen sowie Vergabe der Strahlenschutzregisternummer ( SSR -Nummer) Beruflich strahlenexponierte Personen, Inkorporationsmessstellen, Luftfahrtbundesamt, Strahlenschutzverantwortliche und Strahlenschutzbeauftragte ProZES Programm zur Berechnung der Zusammenhangswahrscheinlichkeit zwischen Krebs und Exposition durch ionisierende Strahlung Gutachter und Sachbearbeiter bei Verfahren zur Anerkennung strahlenbedingter Berufskrankheiten HRQ-Register Das HRQ-Register des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) erfasst und dokumentiert hochradioaktive Strahlenquellen, um deren sichere Handhabung und Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Es dient als zentrale Informationsquelle für Behörden zur Überwachung und Kontrolle derartiger Strahlenquellen in Deutschland. Behörden, Betreiber Medizin - BeVoMed Melde- und Informationssystem für bedeutsame Vorkommnisse bei Strahlenanwendungen am Menschen Strahlenschutzverantwortliche in Kliniken und Praxen, Aufsichtsbehörden Bewertung für die Erlaubnis der Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung am Menschen zur medizinischen Forschung Genehmigungs- bzw. Anzeigeverfahren für die Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung am Menschen zum Zweck der medizinischen Forschung (gemäß §§ 31, 32 StrlSchG ) Antragstellende bzw. Anzeigende aus dem medizinischen Bereich Radon - Vergleichs- und Eignungsprüfung für Exposimeter (passive Radonmessgeräte) Vergleichsprüfungen zur Qualitätssicherung für Exposimeter, also passive Messgeräte mit Festkörperspurdetektoren (FKSD) in Diffusionskammern oder Elektretionisationskammern Institutionen aus dem In- und Ausland, Professionelle Mess- und Prüfstellen Radon-Kalibrierlabor Kalibrierungen und Kalibrierexpositionen Professionelle Mess- und Prüfstellen, Ingenieurbüros Anerkennung von Anbietern zur Messung der Radon-Aktivitätskonzentration an Arbeitsplätzen Anerkennung durch das BfS nach Überprüfung der Voraussetzungen gemäß ³ 155 des Strahlenschutzgesetzes Professionelle Mess- und Prüfstellen, Ingenieurbüros Bauartzulassung - Bauartzulassung nach Strahlenschutzverordnung Bauartzulassungen von Geräten und Vorrichtungen, in die radioaktive Stoffe eingefügt sind, sowie von Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlung Hersteller und Einführer von entsprechenden Vorrichtungen und Anlagen UV -Schutz - UV -Prognose und UV -Newsletter April bis September 3-Tages-Vorhersagen des zu erwartenden UV -Indexes Menschen, die sich beruflich oder privat viel draußen aufhalten UV -Messdaten Kontinuierliche Messung und Veröffentlichung der am Erdboden einfallenden UV - Strahlung Bürger*innen, die sich über die aktuelle UV -Belastung informieren wollen Handys und Smartphones - SAR -Werte von Handys Exposition durch die hochfrequenten Felder von Handys und Smartphones Bürger*innen, die sich über den maximalen SAR -Wert ihres Handys oder Smartphones informieren wollen Stromnetze & Mobilfunkmasten - Online-Infoveranstaltungen Themen " Strahlenschutz beim Mobilfunk" und " Strahlenschutz beim Ausbau der Stromnetze" zielgruppenspezifisch Sprechstunden, in denen Fragen mit Expert*innen des Kompetenzzentrums erläutert werden Messgeräteverleih Erfassung der Exposition durch die elektromagnetische Felder von Stromleitungen oder Mobilfunkmasten. Bürger, die sich über ihre individuelle Exposition informieren wollen. Stand: 05.03.2025
Anforderungen und Hinweise nach § 29b BImSchG 02/2020 Anforderungen und Hinweise an nach § 29b BImSchG bekannt gegebene Stellen 03/2015 Anforderungen und Hinweise an nach § 29b BImSchG bekannt gegebene Stellen 02/2015 Überwachung der Emissionen von Luftschadstoffen - Hinweise für nach § 29b in Verbindung mit § 26 BImSchG bekannt gegebene Stellen 05/2011 Hinweise für nach § 29a BImSchG in Sachsen-Anhalt tätige Sachverständige Handlungsempfehlungen 08/2008 Handlungsempfehlung zur Beurteilung von Geruchsimmissionen bei Rinderanlagen für Sachsen-Anhalt 05/2007 Handlungsempfehlungen für die Beurteilung von Ammoniakkonzentration und Stickstoffdeposition nach TA Luft Merkblätter 02/2022 Merkblatt „Hinweise des FG Ausbreitungsrechnung zur Bestimmung des z0s an DWD-Stationen“ 02/2015 Merkblatt zur Kalibrierung von automatischen Messeinrichtungen für Stickoxide (NOx) und Kohlenmonoxid (CO) nach EN 14181
Die Planungen zur Deichrückverlegung Sachau-Priesitz wurden in Rahmen der Vorplanung weiter vertieft. Die Modellierungen am gekoppelten Grundwasser- und Oberflächenwassermodell wurden mit den Ergebnissen aus dem abgelaufenen Hochwassers der Elbe verglichen. Es konnte nach Abschluss der Kalibrierung eine gute Übereinstimmung mit tatsächlichen Verhältnissen hergestellt werden. Die Berechnungen für den IST-Zustand ohne Deichrückverlegung und der Vergleich mit dem Planzustand wurde modelltechnisch generiert. Die Auswirkungen auf die unterschiedlichen Trassenverläufe wurden deutlich und konnten die Argumentation zur Auswahl einer Vorzugslösung verbessern. Weiterhin fanden Abstimmungen mit dem Landesstraßenbaubetrieb Sachsen- Anhalt (LSBB) hinsichtlich des geplanten Ausbau der Bundesstraße B 182 bei Sachau statt. Diese Abstimmungen waren erforderlich, da der Lausiger Teichgraben unter der Bundesstraße mit einem Brückenbauwerk durchgeleitet wird. Für den geplanten Deich südlich von Sachau ist somit ein Schöpfwerk im Hochwasserfall erforderlich, welches das anfallende Wasser über den Deich überheben kann. Die Ergebnisse der geführten Variantendiskussion wurden in einer Bürger- und Informationsveranstaltung am 21.11.2023 in Pretzsch interessierten Bürgern vorgestellt und diskutiert. Ausblick 2024 In Auswertung der finalen Ergebnisse aus dem gekoppelten Grundwasser- bzw. Oberflächenwassermodell und der Rückmeldungen aus der Region werden die beiden favorisierten Trassenvarianten abschließend bewertet und die zu planende Rückverlegungstrasse wird festgelegt. Über dieses Ergebnis wird in einer Bürger- und Informationsveranstaltung informiert. Auf dieser Grundlage soll die Bearbeitung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung begonnen werden.
Radon-Messgeräte Bei Radon -Messgeräten gibt es zwei Grundtypen: Passive Radon -Detektoren brauchen zum Messen keinen Strom, elektronische Messgeräte dagegen nutzen Strom. Passive Geräte werden in der Regel ein Mal verwendet, sind günstig und klein. Sie eignen sich gut, um nach längerer Messung und anschließender Auswertung im Labor einen Durchschnittswert zu liefern. Elektronische Geräte eignen sich auch für Momentaufnahmen. Sie können mehrfach genutzt werden und zeigen die Ergebnisse in der Regel gleich an. Je nach Messzweck gibt das BfS Hinweise, was zu beachten ist. Arten von Messgeräten Einsatzgebiete Qualitätskriterien von Messgeräten Tipps & Hinweise zur Anwendung von Radon-Messgeräten Häufige Fragen zu Messergebnissen Passive und elektronische Radon-Messgeräte (Beispiele) Das radioaktive Gas Radon ( Radon-222 ) kann man nicht sehen, riechen oder schmecken – und nur schwer nachweisen. Gut nachweisen und messen lässt sich jedoch die beim radioaktiven Zerfall von Radon und seinen Folgeprodukten Polonium, Wismut und Blei entstehende Strahlung. Spezielle Messgeräte registrieren diese Strahlung zum Beispiel in Wohn- und Arbeitsräumen und ermitteln aus den Daten dann die Konzentration von Radon vor Ort. Arten von Messgeräten Um die Strahlung zu messen, die von Radon und seinen Folgeprodukten ausgeht, lassen sich passive Detektoren sowie elektronische Messgeräte nutzen. Passive Radon-Messgeräte Elektronische Radon-Messgeräte Passive Radon-Messgeräte Passive Radon-Messgeräte (Beispiele) Passive Detektoren sind kleine Plastikbehälter, die keinen Strom benötigen, weder Licht noch Geräusche aussenden, sondern lediglich ausgelegt werden. Das Messergebnis wird nach Ende des Messzeitraumes im Labor ermittelt. Passive Radon -Messgeräte sind besonders geeignet, um per Langzeitmessung herauszufinden, wie hoch die Radon -Konzentration in einem Raum über einen längeren Zeitraum im Durchschnitt ist. Aufbau und Funktionsweise Passive Radon -Messgeräte bestehen typischerweise aus einer speziellen Plastikfolie (Detektorfolie), die in einem Schutzgehäuse liegt. In dieses auch Diffusionskammer genannte Schutzgehäuse kann Radon aus der Umgebungsluft eindringen. Anders als Radon können Staub und Aerosole sowie Radon -Folgeprodukte nicht in die Diffusionskammer gelangen. Innerhalb der Diffusionskammer stößt jedes der dort eingedrungenen Radon -Atome bei seinem radioaktiven Zerfall ein Alpha-Teilchen aus, das beim Auftreffen auf die Detektorfolie eine winzige, nur einige Nanometer kleine Spur hinterlässt. Die beim radioaktiven Zerfall des Radons in der Diffusionskammer entstehenden Radon -Folgeprodukte erzeugen bei ihrem weiteren eigenem Zerfall ebenfalls solche Spuren. Geräte, die Messwerte mithilfe von Spuren auf Detektorfolie ermitteln, werden fachsprachlich auch als "Festkörperspurdetektor" bezeichnet. Messzeitraum Eine Messung mit einem passiven Radon -Messgerät verläuft in der Regel über einen längeren Zeitraum, der von mehreren Wochen und Monaten bis hin zu einem Jahr reichen kann. Auswertung Nach Abschluss der Messung wird die Detektorfolie in einem Labor aus der Diffusionskammer entnommen und alle Spuren gezählt, die sich im Laufe der Zeit auf der Detektorfolie angesammelt haben. Je mehr Spuren auf der Detektorfolie zu finden sind, desto mehr Radon gab es im Messzeitraum am Ort der Messung. Um die winzig kleinen Spuren auf der Folie sehen zu können, werden sie im Labor mit Hilfe eines chemischen oder elektrochemischen Verfahrens größer geätzt: Sie sind dann immer noch sehr klein im Mikrometer-Bereich, aber nun im Mikroskop sichtbar und zählbar. Das Ergebnis ist immer die Summe aller Spuren von Zerfällen im gesamten Messzeitraum. Diese Summierung wird fachsprachlich auch als "integrierend" bezeichnet. Im Auswertesystem des Labors ist mithilfe einer Kalibrierung hinterlegt, welche mittlere Radon -Konzentration sich im vorgegebenen Messzeitraum aus der Gesamtmenge der Spuren ergibt (Durchschnittswert). Ob es Schwankungen der Radon -Konzentration im Verlauf der Messungen gab, ist aus dem Messergebnis nicht ersichtlich. Varianten Elektretdetektor (Beispiel) Neben den hier beschriebenen Festkörperspurdetektoren (FKSD) werden in der Praxis auch Elektretdetektoren eingesetzt, jedoch deutlich seltener. In diesen auch "Elektrete" oder "Elektret-Ionisationskammer" genannten Detektoren wird eine elektrisch geladene Detektorscheibe aus Teflon genutzt, deren Spannung sich mit jedem radioaktiven Zerfall in der Diffusionskammer minimal verringert. Nach Abschluss des Messzeitraums werden hier keine Spuren ausgezählt, sondern ein Spannungsabfall gemessen. Elektronische Radon-Messgeräte Elektronische Radon-Messgeräte (Beispiele) Elektronische Radon -Messgeräte benötigen für die Messungen eine Stromzufuhr. Das Messergebnis lässt sich direkt im Display oder mit einem an das Messgerät angeschlossenen Computer ablesen. Elektronische Radon -Messgeräte sind besonders geeignet, um per Kurzzeitmessung herauszufinden, wie hoch die Radon -Konzentrationen in einem Raum aktuell ist ("Momentaufnahme") und wie sie sich zum Beispiel durch Schutzmaßnahmen oder im Tages-, Monats- oder Jahresverlauf verändert. Aufbau und Funktionsweise Im Schutzgehäuse elektronischer Radon -Messgeräte sind ein elektronischer Detektor nebst Messelektronik sowie eine Kammer platziert. In diese Kammer kann Radon aus der Umgebungsluft eindringen. Umgebungsluft kann auch angesaugt und aktiv in die Kammer gepumpt werden. Die Umgebungsluft enthält immer auch Radon , da Radon überall in der Umwelt vorkommt. Anders als Radon können Staub und Aerosole sowie Radon -Folgeprodukte nicht in die Kammer gelangen. Der elektronische Detektor in der Kammer erfasst die ionisierende Strahlung, die bei jedem Zerfall von Radon und seinen Folgeprodukten entsteht. Dafür nutzen elektronische Detektoren verschiedene physikalische Effekte: Beim photoelektrischen Effekt setzt die ionisierende Strahlung elektrisch geladene Teilchen im Messgerät frei, die der Detektor verstärkt und registriert. Dies geschieht zum Beispiel in elektronischen Radon -Messgeräten mit Ionisationskammern. Bei Halbleitermaterialien wie Silizium erzeugt die ionisierende Strahlung freie Ladungen. Das im Detektor eingebaute elektrische Feld lenkt diese Ladungen zu den Metallkontakten und erzeugt einen messbaren Stromimpuls. Dies geschieht zum Beispiel in mit Halbleiterdetektoren bestückten elektronischen Radon -Messgeräten. Beim Lumineszenz-Effekt regt die ionisierende Strahlung bestimmte Materialien (Szintillatoren) zum Leuchten an. Der Detektor verstärkt und registriert die so in der Diffusionskammer entstehenden optischen Effekte (Lichtblitze). Dies geschieht zum Beispiel in mit Szintillationsdetektoren wie zum Beispiel einer Lucas-Zelle ausgerüsteten elektronischen Radon -Messgeräten. Messzeitraum Elektronische Radon -Messgeräte ermöglichen "Momentaufnahmen" in Form einer Messung über einen eher kurzen Zeitraum. Längerfristige Messungen sind ebenfalls möglich. Auswertung Die mithilfe der Detektoren erfassten Effekte werden in elektronischen Radon -Messgeräten aufgezeichnet, umgerechnet und direkt als ermittelte Radon -Konzentration im Display des Messgerätes angezeigt und/oder in einer Datei gespeichert. Mithilfe mehrerer kurzer Messungen lassen sich mit elektronischen Radon -Messgeräten auch zeitliche Verläufe der Radon -Konzentration ermitteln, die Rückschlüsse auf Tagesverläufe oder Wirkungen von zum Beispiel Gegenmaßnahmen wie Lüften ermöglichen. Je kürzer die Messung, desto größer ist allerdings auch die Messunsicherheit. Die Messgenauigkeit hängt jedoch nicht nur von der Messdauer, sondern auch vom eingebauten Detektor ab. Anwendungsmöglichkeiten (modellabhängig) Elektronische Radon -Messgeräte können mit einer Ansaugpumpe betrieben werden, um speziell Luft aus bestimmten Bereichen zu messen, die Radon -Eintrittspfade sein können (zum Beispiel Rohrdurchführungen in der Bodenplatte eines Hauses) oder mit Hilfe einer Messsonde in der Erde die Radon -Konzentration in der Bodenluft zu bestimmen. Auch Langzeitmessungen sind grundsätzlich möglich. Dabei ist zu beachten, dass die Stromversorgung des Gerätes über den gesamten Zeitraum sichergestellt ist, um ein belastbares Messergebnis zu erhalten. Bei einer Langzeitmessung sollte daher von Batteriebetrieb abgesehen und stattdessen im Netzbetrieb gemessen werden. Das Messsignal elektronischer Radon -Messgeräte kann auch zur Steuerung von beispielsweise Lüftungseinrichtungen genutzt werden. Neben der reinen Zählung von Zerfällen zur Ermittlung der Radon -Konzentration ist – abhängig vom eingebauten Detektor – auch eine Analyse der Zerfallsenergie möglich. Dies ermöglicht "sortierte" Messungen, die zwischen dem Vorkommen von Radon ( Radon-222 ) und dem Radon -Isotop Thoron ( Radon -220) und deren Folgeprodukten unterscheiden. Handelsübliche Geiger-Zähler (Geiger-Müller-Zählrohre) sind übrigens nicht gut geeignet, um Radon -Konzentrationen zu ermitteln, da sie nicht nur speziell die von Radon und/oder Radon -Folgeprodukten ausgehende Strahlung messen, wie es die auf Radon spezialisierten Messgeräte machen. Einsatzgebiete Nicht jedes der auf dem Markt erhältlichen Radon -Messgeräte ist für jeden Anwendungsfall geeignet. Manche Messungen setzen zudem umfangreiches Fachwissen voraus. Dazu gehören Messungen zur Ermittlung von Radon in der Bodenluft, zur Bestimmung von Radon in Wasser oder zur Freisetzung von Radon aus Baumaterial. Diese Messungen sind üblicherweise Spezialist*innen vorbehalten. Vergleichsweise einfach ist dagegen die Messung von Radon in der Raumluft. Je nach Messzweck empfiehlt das BfS hierfür unterschiedliche Messverfahren. Aus Gründen der Wettbewerbsneutralität kann das BfS jedoch keine speziellen Produkte und/oder Anbietende empfehlen. Für interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher ist es in jedem Fall ratsam, vor Erwerb eines Messgeräts zu überlegen, welche Messzwecke und Betriebsanforderungen ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechen. Messzwecke und Messverfahren Qualitätskriterien von Messgeräten Um die Qualität der Messergebnisse sicherzustellen, sollten Messgeräte jeglicher Art nur erworben werden, wenn sie Qualitätsanforderungen erfüllen, und nur betrieben werden, wenn sie regelmäßig auf ihre Funktionstauglichkeit überprüft werden. Das gilt auch für Radon -Messgeräte. Für diese empfiehlt das BfS: Passive Radon-Messgeräte Elektronische Radon-Messgeräte Passive Radon-Messgeräte Qualitätskriterien für passive Radon-Messgeräte Passive Radon-Messgeräte (Beispiele) Passive Radon -Messgeräte werden einmalig verwendet. Gekauft wird die eigentliche Messung, für die ein passives Radon -Messgerät zur Verfügung gestellt wird, das nach der Messung zur Auswertung zum anbietenden Mess-Labor zurückgeschickt wird. Verbraucher*innen sollten darauf achten, dass die Mess-Anbietenden Qualitätssicherung betreiben, indem beispielsweise das Auswertelabor an Vergleichsprüfungen teilnimmt oder es für solche Messungen etwa bei der Deutschen Akkreditierungsstelle akkreditiert ist. Tipp: Bieten Messlabore Radon -Messungen am Arbeitsplatz an, müssen sie sich beim BfS als "anerkannte Stelle gemäß § 155 Strahlenschutzverordnung " anerkennen lassen. Damit wird die Qualität der Anbieter sichergestellt. Welche Anbieter über diese Anerkennung des BfS verfügen, zeigt zum Beispiel www.bfs.de/radon-messen. Das BfS empfiehlt, diesen Qualitätsanspruch allgemein auf Radonmessungen anzuwenden. Elektronische Radon-Messgeräte Qualitätskriterien für elektronische Radon-Messgeräte Kalibriermarke eines Radonmessgeräts Elektronische Radon -Messgeräte können mehrfach und dauerhaft verwendet werden. Verbraucher*innen sollten beim Kauf eines solchen Gerätes darauf achten, dass es kalibriert ist, das heißt, dass überprüft wurde, ob und in welchem Maße der angezeigte Wert vom tatsächlichen Wert abweicht. Um sicherzustellen, dass der Messwert über die gesamte Lebensdauer des Messgerätes korrekt angezeigt wird, sollte das Messgerät alle 2 Jahre bei einem Kalibrierlabor rekalibriert werden. Ebenso sollte regelmäßig der so genannte Nulleffekt überprüft werden: Was zeigt das Gerät an, wenn (fast) kein Radon da ist – zum Beispiel an der frischen Luft? Tipps & Hinweise zur Anwendung von Radon-Messgeräten Woran erkenne ich ein gutes Radon-Messgerät? Gute passive Radon -Messgeräte sind zum Beispiel daran zu erkennen, dass sie gute Ergebnisse in Vergleichs- und Eignungsprüfungen erzielt haben, das heißt, dass ihre dort erzielten Messergebnisse nur wenig vom Vergleichswert abwichen. Gute elektronische Radon -Messgeräte zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie für den beabsichtigten Einsatz zum Beispiel durch ausreichende Messempfindlichkeit (Mindestnachweisgrenze) und ausreichenden Messbereich, aber auch durch passende Energieversorgung (Netzteil bei kürzeren und/oder stationären, Batterie bei längeren und/oder mobilen Messungen) und Datenspeicherkapazitäten optimal geeignet sind. Zudem sollten sie für die am Messort vorherrschende Temperatur und Luftfeuchte ausgelegt sein. Achten Sie auf Herstellerangaben zur Kalibrierung des Gerätes. Woran erkenne ich gute Anbieter*innen für Radon-Messungen? Gute Anbieter*innen von Radon -Messungen sind zum Beispiel daran zu erkennen, dass sie eine Radon -Weiterbildung vorweisen können, mit kalibrierten Geräten arbeiten (wenn sie elektronische Geräte einsetzen), zur Aufstellung und Handhabung passiver Radon -Messgeräte verständliche Vorgaben bereitstellen, das Vorgehen zur Bestimmung der Radon -Konzentration schriftlich dokumentieren, ggf. akkreditiert sind für das eingesetzte Messverfahren (beispielsweise bei der Deutschen Akkreditierungsstelle ), vom BfS anerkannt sind, wenn sie die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtmessungen an Arbeitsplätzen anbieten. Worauf muss ich bei der Benutzung von Radon-Messgeräten achten? Lesen Sie die Bedienungsanleitung und beachten Sie die Hinweise des Herstellers, bevor Sie ein Radon -Messgerät auspacken, aufstellen und in Betrieb nehmen. Wählen Sie einen Aufstellort für das Radon -Messgerät aus, der ungestört ist, so dass Sie ihn auch mit aufgestelltem Messgerät weiter in gewohnter Weise nutzen können, an dem das Radon -Messgerät permanent mit der Raumluft Kontakt hat, der nicht beispielsweise an Heizung oder Fenster liegt, um den Einfluss von Luftströmungen und Außenluft auf die Messergebnisse zu vermeiden, der repräsentativ ist für die Nutzung des Raumes. Solche ungestörten Aufstellflächen finden sich zum Beispiel auf einem Wohnzimmerschrank oder auf einem Regal. Decken Sie das Radon -Messgerät nicht ab, und stellen Sie es nicht in einem geschlossenen Schrank auf. Sollten Sie elektrische Radon -Messgeräte verwenden, stellen Sie die Stromversorgung über den gesamten Messzeitraum sicher. Das Radon -Messgerät sollte über den gesamten Messzeitraum möglichst nicht bewegt werden. Ein vorsichtiges kurzes Verschieben des Messgerätes, wie es beispielsweise beim Staubwischen nötig ist, ist aber möglich. Idealerweise sollte jeder Innenraum mit einem eigenen Messgerät ausgestattet werden. Ist das nicht möglich, sollten als wichtigste Räume die Haupt-Aufenthaltsräume wie beispielsweise Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Hobbykeller und Küche ausgewählt werden. Verkehrsflächen wie zum Beispiel Flure, Eingangsbereiche oder auch Sanitärräume sind nicht als Aufenthaltsräume zu betrachten. In Untergeschossen von Gebäuden finden sich typischerweise die höchsten Radon -Konzentrationen. Woran erkenne ich, ob mein Radon-Messgerät korrekt funktioniert? Ob ein Messgerät funktionstüchtig ist und korrekte Messergebnisse liefert, ist für Laien in der Regel nur schwer zu erkennen. Bei passiven Radon -Messgeräten sollte in jedem Fall das Schutzgehäuse (Diffusionskammer) unversehrt sein. Bei elektronischen Radon -Messgeräten liefert ein Test an der frischen Luft einen Anhaltspunkt: Zeigt das Gerät bei einem Einsatz im Freien nicht die zu erwartenden geringen Werte im Rahmen der durchschnittlichen Radon-Konzentration in Deutschland in Höhe von etwa 3 bis 31 Becquerel pro Kubikmeter an, sondern liefert stattdessen Werte von über 100 Becquerel pro Kubikmeter, könnte dies auf eine Kontamination des Gerätes hinweisen. Mögliche Hinweise auf Fehlfunktionen sind i. d. R. in der Bedienungsanleitung zu finden. Kann ich alleine Radon messen oder beauftrage ich besser einen Spezialisten? Passive Radon -Messgeräte können Verbraucherinnen und Verbraucher allein aufstellen, wenn sie dabei die mitgelieferte Anleitung beachten. Nach Ende des Messzeitraumes senden sie die Messgeräte wie in der mitgelieferten Anleitung beschrieben zurück an das Auswerte-Labor des Mess-Anbieters. Einfache elektronische Radon -Messgeräte für zum Beispiel Langzeitmessungen können Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls allein aufstellen und Messwerte ermitteln, wenn sie dabei die mitgelieferte Anleitung beachten. Um speziellere elektronische Radon -Messgeräte für besondere Messzwecke einzusetzen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher besser Fachleute hinzuziehen. Wer kann mir ggf. bei einer Radon-Messung helfen? Fachleute mit Weiterbildungen im Bereich Radon sind beispielsweise Radon -Fachpersonen, Radon -Messdienstleister*innen oder Radon -Sachverständige. Auch die für den Schutz vor Radon zuständigen Landesbehörden haben Informationsangebote und Radon -Fachstellen eingerichtet. Radon -Messgeräte können direkt beim Hersteller erworben werden. Bieten Messlabore gesetzlich vorgeschriebene Pflichtmessungen von Radon an Arbeitsplätzen an, müssen sie sich beim BfS als "anerkannte Stelle gemäß § 155 Strahlenschutzverordnung" anerkennen lassen. Damit wird die Qualität der Messungen sichergestellt. Diese vom BfS anerkannten Anbieter können auch Geräte für Messungen in Privaträumen bereitstellen. Radon-Messergebnisse ablesen und interpretieren Messungen mit Radon -Messgeräten haben als Ergebnis entweder die Radon - Exposition (in Becquerel mal Stunde pro Kubikmeter) oder die Radon - Aktivitätskonzentration (in Becquerel pro Kubikmeter), die oft auch verkürzt als " Radon -Konzentration" bezeichnet wird. Mit der Radon -Konzentration wird die Radon-Situation in Innenräumen bewertet: Liegt sie über dem im Strahlenschutzgesetz festgelegten Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze, sind Maßnahmen zur Reduzierung zu prüfen. Zeigt ein Messgerät als Ergebnis die Radon - Exposition an, muss dieses Ergebnis durch die Messdauer in Stunden geteilt werden, um die Radon -Konzentration zu errechnen. Häufige Fragen zu Messergebnissen Medien zum Thema Broschüren und Video downloaden : zum Download: Radon - ein kaum wahrgenommenes Risiko (PDF, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) … PDF 3 MB Broschüre Radon - ein kaum wahrgenommenes Risiko downloaden : zum Download: Radon in Innenräumen (PDF, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) … PDF 853 KB Broschüre Radon in Innenräumen Video Radon Zu viel Radon im Haus kann Lungenkrebs verursachen. Aber woher weiß ich, ob ich betroffen bin? Wie kann ich es messen? Was kann ich gegen zu viel Radon tun? mehr anzeigen Stand: 20.12.2024 Ionisierende Strahlung Häufige Fragen Was ist Radon? Wie breitet sich Radon aus und wie gelangt es in Häuser? Welche Radon-Konzentrationen treten in Häusern auf? Alle Fragen
Radioökologielabor Leitstelle für Arzneimittel und deren Ausgangsstoffe sowie Bedarfsgegenstände Im Radioökologielabor des BfS wird die radioaktive Kontamination in Lebensmitteln und Umweltmedien gemessen. Die Beschäftigten führen Felduntersuchungen und Laborexperimente durch und entwickeln radiochemische Methoden zur schnellen Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern in Lebensmitteln und Umweltmedien. Das Radioökologielabor ist Leitstelle für Arzneimittel und deren Ausgangsstoffe sowie Bedarfsgegenstände Mitglied des internationalen Labornetzwerks ALMERA (Analytical Laboratories for the Measurement of Environmental Radioactivity). Das Radioökologielabor des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) misst die radioaktive Kontamination hauptsächlich in Lebensmitteln und Umweltmedien, führt Felduntersuchungen und Laborexperimente durch und entwickelt radiochemische Methoden insbesondere zur schnellen Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern in Lebensmitteln und Umweltmedien. Die wissenschaftlichen Untersuchungen und Messungen sind die Grundlage, um die für den Transport und die Anreicherung radioaktiver Stoffe in der Umwelt maßgeblichen Prozesse zu verstehen und durch radioökologische Modelle zu beschreiben. Sie tragen ferner dazu bei, Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung auszusprechen, wenn große Mengen radioaktiver Stoffe in die Umwelt freigesetzt werden. Ziel von Felduntersuchungen, Laborexperimenten und der Methodenentwicklung ist die radioaktive Kontamination von Umweltmedien sowie Lebensmitteln zu erfassen, die für den Transport und die Anreicherung radioaktiver Stoffe in der Umwelt verantwortlichen Prozesse zu verstehen und durch radioökologische Modelle zu beschreiben, die Entwicklung oder Optimierung radiochemischer Verfahren zur Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern in Lebensmitteln und Umweltmedien, die Entwicklung von Schnellmethoden zum Einsatz im Notfallschutz oder in Fällen der Nuklearspezifischen Gefahrenabwehr, die Festschreibung der Verfahren in Analysevorschriften und Messanleitungen. Messungen: Grundlage für Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung Werden, etwa nach einem Kernkraftwerksunfall, große Mengen radioaktiver Stoffe in die Umwelt freigesetzt, liegt die Hauptverantwortung für die Radioaktivitätsmessungen bei den entsprechenden Landesbehörden der betroffenen Länder. Ergänzend wird die radioaktive Kontamination von Umweltproben und Lebensmittelproben auch im Radioökologielabor des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) gemessen. Ziel ist es, die radiologische Situation möglichst schnell zu erfassen. Auf Grundlage der von den Ländern gemeldeten Daten und eigenen Messergebnissen können die Expertinnen und Experten des BfS politischen Entscheidungsträgern zeitnah wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung empfehlen. Das Radioökologielabor ist zudem Leitstelle für Arzneimittel und deren Ausgangsstoffe sowie Bedarfsgegenstände. Im Rahmen der Leitstellentätigkeit werden beispielsweise Tees, Kräuter und Gewürze stichprobenartig untersucht. In der Analysewaage wird die Kalibrierung einer Pipette überprüft. Überwachung der radioaktiven Kontamination nach dem Reaktorunfall von Tschornobyl Auch mehr als dreieinhalb Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall von Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) überwacht das Radioökologielabor die Entwicklung der radioaktiven Kontamination durch Messungen von Umwelt- und Lebensmittelproben. Im Blickpunkt stehen vor allem Lebensmittel aus dem Wald, wie etwa Pilze und Waldbeeren, die auch heute noch erhöhte Gehalte des Radionuklids Cäsium-137 aufweisen können. Ziele der Schnellmethoden Entwicklung radiochemischer Verfahren Ein weiterer Schwerpunkt des Radioökologielabors ist die Entwicklung oder Weiterentwicklung radiochemischer Verfahren zur Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern in Lebensmitteln und Umweltmedien. Von besonderem Interesse sind hierbei Schnellmethoden, die im Rahmen des Notfallschutzes oder in Fällen der Nuklearspezifischen Gefahrenabwehr eingesetzt werden. Darüber hinaus unterstützt das Radioökologielabor Studierende an Hochschulen bei der Erstellung ihrer Abschlussarbeit (Bachelor, Master, PhD ). Ausstattung Instrumentarium des Radioökologielabors: Messgeräte zur Messung von Alpha-, Beta und Gamma- Strahlung Zur Vorbereitung und radiochemischen Aufbereitung der Proben stehen unter anderem Mühlen, Trockenschränke, Veraschungsöfen, Geräte zum Mikrowellenaufschluss, Kühlzentrifugen sowie Chemieabzüge zur Verfügung. Zur apparativen Ausstattung des Radioökologielabors gehören ferner Reinstgermanium-Detektoren zur Messung von Gammastrahlern sowie mehrere Messsysteme zur Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern. Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement Wie in allen Laboren des Bundesamtes für Strahlenschutz haben Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung einen hohen Stellenwert. Das Radioökologielabor nimmt regelmäßig an Vergleichsmessungen (Ringversuchen und Leistungsprüfungen) teil. Zudem soll durch die angestrebte Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 (DAkkS) die hohe fachliche und technische Kompetenz des Radioökologielabors nachgewiesen werden. Das Radioökologielabor organisiert selbst Ringversuche nach § 161 StrlSchG (Strahlenschutzgesetz). Internationale Vernetzung Das Radioökologielabor ist Mitglied des internationalen Labornetzwerks ALMERA (Analytical Laboratories for the Measurement of Environmental Radioactivity) der IAEA und nimmt regelmäßig an ALMERA Leistungsprüfungen teil. Stand: 11.12.2024
Radon-Kalibrierlaboratorium Zur Qualitätssicherung von Messungen von Radon - und Radon -Folgeprodukten unterhält das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) ein durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiertes Kalibrierlaboratorium. Das Laboratorium bietet neben den Kalibrierungen auch Typprüfungen und Vergleichsprüfungen für Messgeräte an. Außerdem werden wissenschaftliche Untersuchungen zu messtechnischen Grundlagen und zur Bewertung und Entwicklung von Messmethoden durchgeführt. Eine verlässliche Aussage zur Konzentration von Radon und seinen Folgeprodukten ist nur durch Messung möglich. Sollen Messwerte miteinander verglichen werden, so müssen die Messungen mit nachvollziehbarer Qualität durchgeführt und ausgewertet werden. Dazu sollen Messgeräte zum Beispiel regelmäßig kalibriert werden. Beim Kalibrieren wird der Messwert eines zu kalibrierenden Messgerätes mit dem Messwert eines Referenzmessgerätes ("Normal") verglichen. Ziel ist dabei, die Abweichung vom Normal und die Unsicherheit dieser Abweichung zu bestimmen. Über eine Kette von Normalen wird die Kalibrierung eines Messgerätes so bis auf das in der Hierarchie höchste Normal, das Primärnormal , zurückgeführt. Das Kalibrierlaboratorium des BfS Das Kalibrierlaboratorium für Messgeräte zur Bestimmung von Strahlenexpositionen durch Radon und Radon -Folgeprodukte des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) ist ein zentrales Element zur Qualitätssicherung für Messungen in diesem Bereich des Strahlenschutzes. Das Kalibrierlaboratorium stellt die anerkannte messtechnische Referenz für die Umsetzung von Anforderungen aus dem Strahlenschutzgesetz zum Schutz vor Radon an Arbeitsplätzen und den Schutz vor erhöhten Expositionen durch Radon in Wohn- und Aufenthaltsräumen dar. Qualitätssicherung 0,4-Kubikmeter-Edelstahlbehälter im Radon-Kalibrierlabor mit Mess- und Steuerungssystem sowie Radon-Dosiersystem Zur Sicherung eines bundeseinheitlichen Qualitätsstandards bei der Messung von Radon und Radon -Folgeprodukten findet neben der Kalibrierung von Messgeräten auch ein umfangreiches Programm zur Qualitätssicherung von Messungen statt. Dieses Programm richtet sich an behördlich bestimmte Messstellen und anerkannte Stellen für die Messung von Radon an Arbeitsplätzen, Anwender mit dem Angebot zur regelmäßigen Kalibrierung der Messgeräte und Hersteller von Messgeräten mit dem Angebot, die Konformität der messtechnischen Eigenschaften ihrer Geräte mit international festgelegten normativen Anforderungen zu bewerten. Für Exposimeter (integrierende nichtelektronische Messgeräte, auch für passive Messgeräte bezeichnet) werden regelmäßig Vergleichs– und Eignungsprüfungen durchgeführt. Die Angebote zur Qualitätssicherung der Messungen von Radon-222 und Radon-222 -Folgeprodukten werden sowohl von nationalen als auch internationalen Laboren und Institutionen nachgefragt. Methodische Weiterentwicklung Neben den Programmen zur Qualitätssicherung werden wissenschaftliche Untersuchungen sowohl zu den messtechnischen Grundlagen als auch zur Bewertung und Entwicklung von Messmethoden durchgeführt, um beispielsweise den Einfluss von Thoron auf die Messergebnisse zu untersuchen. Diese Arbeiten dienen der methodischen Weiterentwicklung mit dem Ziel, auf aktuelle Probleme zeitnah reagieren zu können. BfS -Service: Qualitätssicherung von Radon- und Radonfolgeprodukt-Messgeräten Das Bundesamt für Strahlenschutz bietet folgende Dienstleistungen an: Kalibrierung von Messsystemen für die Messgröße " Aktivitätskonzentration von Radon-222 in Luft und die Messgröße "Potenzielle Alphaenergiekonzentration der kurzlebigen Radon-222 -Folgeprodukte (Polonium-218, Blei-214, Wismut -214) in Luft, Kalibrierung von Messsystemen für Radon-222 mit integrierenden, nichtelektronischen Messgeräten (Exposimeter, auch passive Messgeräte genannt). Prüfung der messtechnischen Eigenschaften von Messgeräten sowie Prüfung von Messverfahren. Stand: 09.10.2024
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