Das Echte Apfelmoos, Bartramia pomifornmis, ist das Moos des Jahres 2018. Es wächst in mittelgrossen, dichten Polstern an Silikatfelsen in schattiger, luftfeuchter Lage und ist leicht kenntlich an den großen, rundlichen, weit über das Polster hinausgehobenen Kapseln. Die Art ist in der temperaten bis borealen Zone der Nordhalbkugel verbreitet, wurde aber vereinzelt auch auf der Südhalbkugel nachgewiesen (Südamerika, Neuseeland). Sie kommt in fast ganz Europa vor. In den Silikatgebieten der Schweiz, Österreichs und Deutschlands ist sie verbreitet bis zerstreut, zeigt aber große Verbreitungslücken in den Tieflagen und in den Kalkgebieten. Das Echte Apfelmoos ist eine kalkmeidende Art und wächst in Spalten und auf Absätzen von Felsen, an Wegböschungen und steinigen Abhängen. Das Echte Apfelmoos wird in der Roten Liste Deutschlands auf der Vorwarnliste geführt, in den einzelnen Bundesländern reicht die Einstufung entsprechend ihrem Anteil an den silikatischen Mittelgebirgen bzw. Moränengebieten von ungefährdet bis "vom Aussterben bedroht".
Auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (COP-9 CBD) 2008 in Bonn wird auch das Waldarbeitsarbeitsprogramm auf der Agenda stehen. In der bisherigen Walddiskussion stehen Tropenwälder im Mittelpunkt des Interesses. Gleichwohl spielen Wälder der gemäßigten (nemoralen) und kühlen (borealen) Zonen ("temperate Wälde") eine wichtige Rolle im globalen Naturhaushalt, insbesondere auch in Wechselwirkung mit Klima und Klimawandel.
Neben einer Erwähnung bei Killermann (1946) ein Nachweis aus Bayern durch Krieglsteiner (1993) und mehrere Funde aus Nordhessen (Flatau 1990), Brandenburg (Marx 1990), Sachsen (Gottschalk & Eckel 1998) und Thüringen (Müller unpubl.). Häufiger in der südlichen borealen Zone und in Nordamerika.
Mit dem Rückgang der Moore ist auch ein Rückgang des Myxomyceten anzunehmen. Die gelben, als Schutz vor Austrocknung stark schleimigen Plasmodien sind kurzzeitig sehr auffällig. Spezialist für Sphagnum-Rasen in Mooren (Jahn 1924, Senge 1975), auch in Sphagnum-reichen Molinia-Beständen (Krieglsteiner 2002) oder an Carex und Eriophorum in Mooren fruktifizierend (Schmidt et al. 2008). Scheint in Nordamerika häufiger als in Europa zu sein, seltener in der borealen Zone, da hier oft die nötige Sommerwärme fehlt.
Das Konzept der potenziellen natürlichen Vegetation (PNV) ist in der Naturschutzpraxis insbesondere als Information über das Landschaftspotenzial etabliert. In der niedersächsischen Landschaftsplanung findet die PNV-Kartet als eine zentrale Grundlage bei der Erarbeitung räumlich-konkreter Zielvorstellungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege Berücksichtigung. Aktualisierung 2024 Die erste großmaßstäbliche PNV-Karte für Niedersachsen aus dem Jahr 2003 (KAISER & ZACHARIAS 2003) beruhte noch auf der Bodenkundlichen Übersichtskarte 1 : 50.000 (BÜK50). Diese wurde zwischenzeitlich durch die vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erarbeitete, differenziertere bodenkundliche Grundlage in Form der Bodenkarte 1 : 50.000 (BK50) abgelöst. Auf dieser Grundlage wurde eine Aktualisierung der PNV-Karte erarbeitet und im Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 3/2024 veröffentlicht. Aktualisierung 2024 Bei dieser Aktualisierung ist neben der aktuellen bodenkundlichen Grundlage auch eingeflossen, inwieweit der Klimawandel Einfluss auf die PNV-Einheiten Niedersachsens hat. Im Falle nachhaltiger anthropogener Standortveränderungen wird das landschaftliche Entwicklungspotenzial in der PNV-Karte durch Aufsignierung der Kulissen der niedersächsischen Gewässer- und Moorlandschaften dargestellt. Dabei wird die der PNV zugrundeliegende methodischen Vorgehensweise beibehalten. Stärkere Differenzierung in 43 PNV-Einheiten Abgeleitet aus der BK50 unter Einbeziehung weiterer Datensätze, werden insgesamt 43 PNV-Einheiten für Niedersachsen beschrieben. Für einzelne PNV-Einheiten stehen Listen der für Pflanzungen oder Ansaaten in der freien Natur geeigneten heimischen Gehölzarten zur Verfügung. Stärkere Differenzierung in 43 PNV-Einheiten Aufgrund der stärkeren Differenzierung der BK 50 gegenüber der alten BÜK50 wurde eine deutlich verbesserte räumliche Schärfe der PNV-Darstellung gegenüber der bisherigen erreicht. Das betrifft v. a. den Bereich der Marschen und der Ostfriesischen Inseln . Im Bereich der zonalen Waldstandorte kann durchgängig zwischen trockenen bis frischen sowie feuchten Standorten differenziert werden. Da teilweise eine individuelle Zuordnung der PNV-Einheiten zu den Polygonen der BK50 möglich war, können insbesondere die Auwald-Vegetationskomplexe deutlicher gefasst werden. Die Bach-Auwald-Komplexe können in Abhängigkeit von der umgebenden PNV-Einheit hinsichtlich der Basenverfügbarkeit der Standorte differenziert werden. Als neue PNV-Einheiten können die Blockhalden der höheren Lagen des Harzes, das Salzwatt und das Meer einschließlich der Brackwasserbereiche ergänzt werden. Bei den größeren Gewässern wird nun zwischen Fließ- und Stillgewässern unterschieden. Die Auswirkungen des Klimawandels führen dazu, dass die boreale Klimazone im Harz entfällt, so dass die PNV-Einheit des Reitgras-Fichten-Buchenwaldes und Wollreitgras-Fichtenwaldes durch einen Reitgras-Buchenwald mit allenfalls geringer Fichten-Beimischung ersetzt wird. Marschen und der Ostfriesischen Inseln zonalen Waldstandorte Auwald-Vegetationskomplexe Blockhalden Salzwatt Meer einschließlich der Brackwasserbereiche Fließ- und Stillgewässern Auswirkungen des Klimawandels Verwendung der PNV-Karte Die PNV bietet in der aktualisierten Fassung eine bewährte Grundlageninformation, ersetzt aber nie unmittelbar eine Bewertung oder Planung. Zu den möglichen Verwendungen von PNV-Karten in Naturschutz und Landschaftsplanung gehören u. a. die Beurteilung der Naturnähe und der Eigenart von Natur und Landschaft sowie die naturschutzfachliche Zielfindung. Der Einfluss der Landschaftsgeschichte und der Nutzung auf die Lebensgemeinschaften spielt in Mitteleuropa aber eine so große Rolle, dass der Vergleich der aktuellen Situation mit der PNV nur ein sektorales Kriterium für eine Bewertung darstellen kann. Dies gilt letztlich auch für die Beurteilung der Naturnähe, in die standörtliche, strukturelle und dynamische Prozesse stets eingeschlossen werden sollten. Verwendung der PNV-Karte möglichen Verwendungen von PNV-Karten in Naturschutz und Landschaftsplanung Die Kartendarstellungen zur PNV liegen großmaßstäbig sowie als Übersichten in den Maßstäben 1 : 200.000 und 1 : 500.000 als PDF vor. Darüber hinaus stehen in Kürze die Geometrien im Shape-Format einschließlich der gültigen Legendendarstellung zur Verfügung. Kartendarstellungen zur PNV in Kürze PNV-Karte 1:200.000, Ausschnitt PNV-Karte 1:500.000, Ausschnitt PNV-Karte Legende Shape Files zur Karte der potenziellen natürlichen Vegetation Niedersachsens stehen hier in Kürze zur Verfügung. Shape Files zur Karte der potenziellen natürlichen Vegetation Niedersachsens stehen hier in Kürze zur Verfügung. Hinweis Für Planwerke und Gutachten, die in größeren Maßstäben als 1 : 50.000 erstellt werden und für die eine auf Grundlage der BK50 erstellte PNV-Karte für diese Maßstabseben herangezogen werden soll, ist ein maßstabsbezogener Abgleich der Karteninhalte erforderlich. Auf die zu betrachtende Einzelfläche bezogen können sonst gravierende Fehlinformationen auftreten.
Das Projekt "Zyklische Redoxreaktionen organischer Kohlenstoffverbindungen in Binnengewässern" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forschungsverbund Berlin, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei durchgeführt. Das vorliegende Forschungsprojekt zielt auf die Verknüpfung zweier, bisher als unabhängig angesehener, aquatischer Transport- und Transformationsprozesse:(a) In tiefen Gewässern können sich Wasserkörper unterschiedlicher Dichte stabil übereinander schichten. Die dort ablaufenden Umsatzprozesse werden so räumlich entkoppelt und es kommt zur Bildung einer aquatischen Grenzzone. Bei deren Durchtritt können sich physikochemische Parameter, wie etwa die Sauerstoffverfügbarkeit, abrupt ändern.(b) Die Verfügbarkeit des Elektronen-Akzeptors Sauerstoff entscheidet über die Reaktionspfade, auf denen aquatische Mikroorganismen Energie gewinnen. Unter Ausschluss von Sauerstoff können sie gelöstes organisches Material als alternativen Elektronen-Akzeptor nutzen. Die Elektronen werden von redox-aktiven Verbindungen innerhalb des organischen Materials (Quinone) aufgenommen die daraufhin antioxidativ, also empfindlich auf Änderungen der Sauerstoffverfügbarkeit reagieren. Die hohe räumliche- und zeitliche Dynamik aquatischer Grenzzonen in Binnengewässern haben zur Folge, dass antioxidatives organisches Material vom sauerstoffarmen in sauerstoffreiche Wasserkörper transportiert werden kann. Die dort rasch ablaufende Re Oxidation macht gelöstes organisches Material daher zu einem vollständig regenerierbaren Elektronenakzeptorsystem. Mikrobielle Konsortien, die ihre Energiegewinnung an diesen zyklisch regenerierten organischen Elektronenakzeptor koppeln, könnten einen entscheidenden Beitrag zum Kohlenstoffumsatz in aquatischen Grenzzonen leisten. Mikroorganismen beeinflussen maßgeblich, zu welchem Anteil umgesetztes organisches Material als Kohlendioxid oder als Methan in die Atmosphäre entweicht oder stattdessen dem Kohlenstoffkreislauf durch Sedimentation entzogen wird. Da Grenzzonen durch überproportional hohe Reaktionsraten und Biodiversität gekennzeichnet sind, ist die Kenntnis der dort ablaufenden Material- und Energieflüsse von großer Bedeutung für das grundlegende Verständnis des Kohlenstoffumsatzes in Binnengewässern. Die Binnenseen der borealen Zone haben großen Anteil an den globalen Süßwasservorräten und sind durch zukünftig steigende Frachten terrestrischen organischen Kohlenstoffs gefährdet. Das beantragte Forschungsprojekt hat daher zum Ziel, durch Prozessstudien auf verschiedenen Skalen und mechanistische Modellierung einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Rolle organischen Materials als Elektronendonor und -akzeptor in diesen dynamischen Ökosystemen zu leisten.
Das Projekt "Teilprojekt: Palynomorphen- und Chironomiden-basierte Untersuchungen der Ökosystem- und Klimadynamik im Ostseegebiet während der Eem-Warmzeit, der Weichsel-Eiszeit und des Holozän" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hamburg, Fachbereich Geowissenschaften, Institut für Geologie durchgeführt. Das Hauptziel dieses Projekts ist die Identifizierung und Quantifizierung der Ökosystem- und Klimadynamik in der Ostseeregion vom Eem-Interglazial bis zum Holozän. Dieses Ziel soll über die Generierung von Palynomorphen-Datensätzen von fünf Sites erreicht werden, die im Rahmen der IODP-Expedition 347 erbohrt wurden. Es wird eine jahrtausend- bis jahrhundert-skalige Auflösung angestrebt. Pollen und Sporen sollen analysiert werden, um terrestrische Ökosystem- und Klimaänderungen zu erfassen. Quantitative Niederschlags- und Temperaturdaten sollen unter Anwendung des Co-Existenz-Ansatzes und der Technik der modernen Analogen anhand der Pollenvergesellschaftungen ermittelt werden. Dinoflagellatenzysten und weitere marine Proxies aus marinen Sedimenten sollen in denselben Proben wie die terrestrischen Palynomorphen analysiert werden, um zeitgleiche Temperatur- und Salinitätsänderungen im Marinen qualitativ rekonstruieren zu können.Eine wichtige Arbeitshypothese ist, dass Vegetations-basierte Methoden zur quantitativen Klimarekonstruktion zwar für länger anhaltende Warmphasen, insbesondere für das mittlere/späte Eem und das mittlere/späte Holozän, präzise Resultate bringen werden, dass aber Rekonstruktionen für kürzere Warmphasen (z.B. für die Interstadiale der Weichsel-Eiszeit) und für die Anfangsphasen der Interglaziale durch Migrations-Effekte behindert werden können. Da die zu untersuchenden Sites entlang einer Route von der nördlichen zur südlichen Ostsee liegen, wird es möglich sein, Migrations-Effekte zu identifizieren, sofern konsistente Altersmodelle für alle Profile erstellt werden können. Weiterhin sollen die Überreste von Chironomidenlarven verwendet werden, um für Proben aus lakustrinen Sedimenten vegetationsunabhängige Klimadaten zu ermitteln. Für den marinen Bereich sollen neben Dinoflagellatenzsysten weitere, von Kooperationspartnern untersuchte Proxies eingesetzt werden, um qualitative und quantitative Temperaturdaten rekonstruieren zu können. Die Ostseeregion ist ein besonders interessantes Gebiet für die vorgeschlagenen Analysen, da sie sich in einer Zwischenposition zwischen Mittel- und Südeuropa befindet. Weiterhin umfassen ihre Randbereiche verschiedene biogeographische Zonen: boreal (Taiga-artig) im nördlichen Teil, kontinental im südlichen Teil (gemäßigte Mischwaldzone).Hohe Sedimentationsraten in den erbohrten Becken gewährleisten eine hohe zeitliche Auflösung und eine gute Erhaltung der Palynomorphen. Pilotstudien im Vorfeld und während der derzeit stattfindenden IODP-Epedition-347-Onshore-Party zeigen, dass die Palynomorphen-Erhaltung in Feinsedimenten überaus gut ist, und dass lakustrine Sedimente Reste von aquatischen Insektenlarven enthalten. Die Ergebnisse des vorgeschlagenen Projekts werden zu einem detaillierten Einblick in die Umwelt- und Klimadynamik Nordeuropas und zu einem besseren Verständnis der klimatischen Telekonnektionen der Nordhemisphäre während der vergangenen 130 000 Jahre beitragen.
Das Projekt "Processing Lines and Operational Services Combining Sentinel and in-situ Data for Terrestrial Cryosphere and Boreal Forest Zone (SEN3APP)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Ilmatieteen Laitos durchgeführt. The Sentinel- satellite series aims at frequent global coverage of the Earth surface in full spectrum of remote sensing. This enables the use of well-established satellite products, built up with earlier more research oriented satellites, to be used for the benefit of people in six core areas of Copernicus/GMES: security, land monitoring, climate change, atmosphere monitoring, emergency management and marine environment monitoring. The SEN3APP- project addresses three of these, namely climate change, land monitoring and security. SEN3APP is concerned with the development, implementation, operationalization and validation of Sentinel data processing lines for cryospheric (terrestrial) and land cover/phenology applications. Both global and regional applications are included, focusing to high latitudes of the Earth and other parts of the cryosphere.The processing lines will utilize SAR and medium/high resolution optical/IR-range data from Sentinels 1, 2 and 3. An essential aspect of the project is the development and harmonization of data processing modules/routines in order to facilitate new European satellite data processing capabilities for the European and global user community. For selected applications/products, the processing lines will also provide the automated validation tools. The processing lines to be designed and implemented contain distributed systems with contributions of the project partners. Operational capabilities of FMI Sodankylä satellite data center are applied to host part of the infrastructure and also complete processing lines. The overall objective of the proposed project is to provide end-users with products and services relevant to: - Numerical Weather Prediction (NWP): land surface processes and albedo - Local/regional scale climate change studies and planning of adaptation strategies - Ecosystem studies & assessment of ecosystem services - Evaluation of nutrient leaching caused by different land use and management practices for implementation of Water Framework directive objectives - Hydrological forecasting and monitoring including hydro-power industry, flood prevention and water resources assessment - Carbon balance monitoring and assessment - Environmental monitoring including disasters, forest diseases and crop yield - Construction and logistics as to soil frost and permafrost (roads, buildings, timber collection).
Das Projekt "Evasion of mercury from boreal mires" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Basel, Umweltgeowissenschaften durchgeführt. Human activities, such as mining and burning of fossil fuels, have increased the mobilization of mercury (Hg) into the environment and raised the amounts in the atmosphere, soils, fresh waters, and oceans by a factor of three to five. International efforts to alleviate the problem of Hg in the environment are focused on reducing Hg deposition. However, it seems doubtful that these efforts will have a considerable effect, especially in northern countries, since so much Hg has already accumulated in the superficial organic soils of mires. Knowing the land-atmosphere exchange of Hg in mires is crucial to predict how effective efforts to reduce anthropogenic Hg emissions will be in reducing the pool of Hg in these mires and ultimately the loading of the extremely toxic methylmercury (MeHg) from mires to surface waters. We have developed the first long term application of the Relaxed Eddy Accumulation (REA) technique, a micrometeorological method, which has only been used in a few short-term studies on Hg fluxes from contaminated sites up to now. Since our instrument has been tested successfully, we are able to quantify the first seasonal land-atmosphere exchange of gaseous elemental mercury (Hg0) over a boreal mire. The proposed study site Degerö Stormyr is situated close to the host university in Umea, Sweden and provides a very well developed research infrastructure. We hypothesize that emission of Hg0 from the peat surface, especially during snowmelt and summer time, is an important pathway of Hg removal from boreal mires that greatly exceeds export by runoff and leaching. In the frame of my Ph.D. program I want to test this hypothesis using our accurate REA system and determine the most important factors and processes (geochemistry and climate) that promote Hg2+ reduction and subsequent Hg0 evasion. The final goal is to use these results to define whether boreal mires are sinks or sources of mercury and if Hg0 emissions to the atmosphere significantly reduce the large pool of Hg in the superficial peat, now that atmospheric deposition in northern Europe has been reduced by 40 Prozent compared to the early 1990s. The 'Doc.Mobility' fellowship would give me the unique chance to enhance my knowledge in applied micrometeorology and to learn more about the biogeochemistry of Hg in mires in an excellent research environment that is highly regarded internationally in the field of my Ph.D. work.
Das Projekt "Lokale Adaptation und Genfluss bei Empetrum hermaphroditum, einer Schlüsselart boreal-arktischer Ökosysteme, entlang eines altitudinalen Stressgradienten" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Gießen, Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement, Professur für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung durchgeführt. Ökologische Muster und Prozesse der Biosphäre unterliegen starken Veränderungen durch den globalen Wandel. Um die Reaktion von Pflanzenarten auf sich rasch verändernde Umweltbedingungen zu verstehen, ist es notwendig die Faktoren zu untersuchen, welche Adaptation, Verbreitung und Abundanz steuern. Dabei besteht ein Mangel an empirischen Studien, die sich mit der Balance zwischen gerichteter Selektion und Genfluss, insbesondere bei Arten mit großen, kontinuierlichen Populationen, befassen. In arktischen Gebieten stellt die Schneedeckung einen starken Selektionsfaktor mit bedeutenden Auswirkungen auf Wachstum, Phänologie und Vermehrung von Arten dar. Das Forschungsprojekt wird sich mit den Auswirkungen von Selektion, Genfluss und Gendrift auf lokale Adaptation und genetische Struktur von Empetrum hermaphroditum Hagerup, einer Schlüsselart borealer und arktischer Ökosysteme, befassen. Das Hauptziel ist es, zu verstehen, wie Selektion und Genfluss die Adaptation dieser windbestäubten Art an Habitate mit unterschiedlicher Schneedeckung in kontinuierlichen Populationen beeinflussen. Hierzu werden wir (I) die lokale Adaptation der Art an Habitate unterschiedlicher Schneedeckung untersuchen, (II) Blühphänologie und Sprosswachstum der Art entlang eines Schneedeckungsgradienten vergleichen, sowie (III) die genetische Struktur und (IV) die klonale Struktur der Art analysieren.