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Forstliche Umweltkontrolle (forstliches Umweltmonitoring) im Land Brandenburg

Das SG Forstliche Umweltkontrolle/Bodenkunde erbringt auf Ebene der hoheitlichen Zuständigkeit für den Wald Informationen für Politik und Forstwirtschaft zur nachhaltigen, ökonomisch erfolgreichen und ökologisch verträglichen Bewirtschaftung der Wälder. Voraussetzung einer qualifizierten und zeitnahen Politikberatung sind die zielgerichtete Analyse und Bewertung der Risiken und Potentiale für den Wald und die nachhaltige Forstwirtschaft. Herausforderungen des Klimawandels, die Luftverschmutzung und der sich ändernden Bewirtschaftungsansprüche an Wälder erfordern ein forstliches Umweltmonitoring im Sinne eines integrativen Waldmonitoring. Im Forstlichen Monitoring sind zugleich Landes-, Bundes- als auch Europäische Monitoringaufgaben beispielhaft integriert. Der Bundesrepublik Deutschland erwachsen aus internationalen Vereinbarungen zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung (MCPFE), zum Klimaschutz (Klimarahmenkonvention, Kyoto-Protokoll), zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) und zur Luftrein¬haltung (CLRTAP) vielfältige Berichtspflichten, die nur auf Grundlage eines forstlichen Umweltmonitoring erfüllt werden können. Die EU-weit etablierten Monitoringprogramme (EU Level I bzw. BZE/WZE und Level II) bieten eine wissenschaftlich fundierte Grundlage und die Infrastruktur für das Waldmonitoring. Sie werden im Rahmen eines aufzubauenden europäischen Waldmonitoring (European Forest Monitoring System EFMS) weiterentwickelt und mit anderen Erhebungen (z. B. BWI) abgestimmt und verknüpft. Die aus dem Waldmonitoring abgeleiteten Risikobewertungen und Anpassungsmaßnahmen für die Waldbewirtschaftung sind ein wichtiges Element moderner Dienstleistung für die forstliche Praxis und bilden unverzichtbare Entscheidungshilfen für die Forst- und Umweltpolitik. Das forstliche Monitoring zum Waldzustand liefert wichtige Grundlagen zu strategischen Entscheidungen zur Waldentwicklung. Schwerpunkte: - Erfassung der Dynamik der stofflichen (Wasser, Immission CO2, O3; Deposition N, Säure) und energetischen (Strahlung, Temperatur, Wind) Umwelteinwirkungen auf den Wald (Level II) - Erfassung ihrer Wirkungen auf den Zustand der Waldökosysteme (Pflanzenvitalität, Bodenzustand, Wasser-, Kohlenstoff- und Nährstoffhaushalt, Biodiversität) Level I, LWI, BZE und Level II - Abschätzung der Folgen für die nachhaltige Erfüllung der Waldfunktionen für die Gegenwart, Aufklärung ihrer kausalen Zusammenhänge und Entwurf von Szenarien zur Prognose. - Bodenzustanderfassung und Ableitung von Handlungsempfehlungen für den Waldbodenschutz - Erstellung periodischer Waldzustandsbericht - Kennzeichnung von Risikogebieten für die Forstwirtschaft (Wachstumsbedingungen, Waldbrand, Insekten, Stürme unter Einbeziehung verschiedener Klimaszenarien) zum zielgerichteten Einsatz von Haushaltsmitteln und Fördergeldern (Regionalisierung), - Ermittlung von Daten zur Abschätzung der Kohlendioxid-Speicherfähigkeit der Wälder sowie Veränderungen dieses Speichers bei bestimmten Nutzungsoptionen. - Bearbeitung bodenkundlicher Sonderstandorte und Ableitung von Handlungsempfehlungen für Waldentwicklung Gutachten für die Forstverwaltungen als TÖB bei Emittenten in Waldnähe (Biogasanlagen, Tierhaltungsstätten)

Fragen und Antworten zu Tierhaltung und Ernährung

Fragen und Antworten zu Tierhaltung und Ernährung Die intensive Nutztierhaltung und der hohe Konsum tierischer Lebensmittel sind mit negativen Auswirkungen auf Umwelt und Klima verbunden. Änderungen in der Produktion und beim Konsum können die Umwelt und das Klima entlasten. 1 Umwelt- und Klimawirkungen der Nutztierhaltung 1.1 Welche Auswirkungen hat die Tierhaltung auf die Umwelt und das Klima? Durch die Nutztierhaltung entstehen Treibhausgasemissionen , die zur Klimaerwärmung beitragen. Zusätzlich hat der Verlust von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor in die Umwelt negative Folgen, vor allem für die ⁠ Biodiversität ⁠, die Luftqualität und die Qualität von Grund- und Oberflächengewässern. Wenn die in der Tierhaltung eingesetzten Tierarzneimittel und Biozide in die Umwelt gelangen, können sie Wildtiere, Pflanzen und Mikroorganismen im Boden und im Wasser gefährden. Indirekte Umweltwirkungen der Tierhaltung entstehen nicht unmittelbar in der Tierhaltung, stehen aber in einem kausalen Zusammenhang: So benötigen die Tiere große Mengen an Futtermitteln, um tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier zu erzeugen. Die intensive Nutztierhaltung ist dadurch global Mitverursacherin für den intensiven Ackerbau mit engen Fruchtfolgen, hohem Düngemittel- und Pflanzenschutzmitteleinsatz und einem hohen Flächenbedarf – die Folgen: zusätzliche Treibhausgasemissionen, belastete Böden und Gewässer und negative Folgen für die Biodiversität. Der hohe Bedarf an Landwirtschaftsflächen für den Futteranbau trägt im internationalen Kontext auch dazu bei, dass ökologisch wertvolle Flächen wie Wälder oder Moore einer landwirtschaftlichen Nutzung geopfert werden. Die landwirtschaftliche Nutzierhaltung kann – sofern sie im ökologisch verträglichen Maß betrieben wird – auch positive Umweltwirkungen etwa für den Bodenschutz und den Erhalt wertvoller Lebensräume haben. Dies gilt insbesondere für die grünlandbasierte Wiederkäuerhaltung. 1.2 Wieso ist es von Nachteil, wenn landwirtschaftliche Flächen für die Tierernährung belegt werden? Es macht einen Unterschied, ob Menschen sich in Form von pflanzlichen Nahrungsmitteln direkt von den landwirtschaftlichen Flächen ernähren oder ob diese Flächen genutzt werden um zuerst Futtermittel zu erzeugen, die dann für die Produktion von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs eingesetzt werden. Das liegt daran, dass 75 Prozent und mehr der an die Tiere verfütterten Nährstoffe von den Tieren selbst verbraucht und wieder ausgeschieden werden. Nur etwa ein Viertel der verfütterten Nährstoffe werden tatsächlich von den Tieren in Nahrungsmittel (Milch, Eier, Fleisch) umgewandelt. Damit geht ein Großteil der an die Tiere verfütterten Energie und Eiweiße für die menschliche Ernährung verloren. Der Flächenbedarf für die Produktion von tierischen Nahrungsmitteln ist entsprechend höher, als wenn wir uns direkt auf Basis pflanzlicher Nahrungsmittel ernähren würden. Nachteilig ist der Futtermittelanbau, wenn die Tiere von Ackerflächen gefüttert werden, auf denen ebenso gut direkt Nahrungsmittel angebaut werden könnten. In Deutschland werden knapp 40 Prozent, weltweit rund ein Drittel des Ackerlandes für die Futtermittelproduktion verwendet. Häufig werden Ackerfrüchte ausschließlich für Futterzwecke angebaut, zum Beispiel bei Silomais und Futtergetreide. So wird in Deutschland knapp 60 Prozent des verfügbaren Getreides als Futtermittel genutzt. Nur bei einigen Ackerfrüchten gibt es die Möglichkeit, Koppelprodukte zu erzielen. Das bedeutet, dass eine Ackerfrucht gleichzeitig Futtermittel und Nahrungsmittel oder nachwachsende Rohstoffe produziert. Dies gilt beispielsweise für Raps und Soja, bei deren Verarbeitung sowohl Pflanzenöle als auch Futtermittel (als Raps- und Sojaschrot) produziert werden. Weitere Informationen: UBA-Hintergrundpapier „Perspektiven für eine umweltverträgliche Nutztierhaltung in Deutschland“ | UBA-Daten zur Umwelt „Umwelt und Landwirtschaft“ | UBA-Seite „Landwirtschaft heute“ | UBA-Seite „Umweltbelastungen der Landwirtschaft” 1.3 Wie entstehen die Treibhausgase in der Tierhaltung? Die Tierhaltung trägt maßgeblich zu den direkten Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft bei. Rund 35,5 Millionen Tonnen CO ₂ -Äquivalente, das sind gut 68 Prozent der Emissionen der Landwirtschaft und knapp 5,3 Prozent der Treibhausgasemission Deutschlands, sind direkt auf die Tierhaltung zurückzuführen. Bei der Verdauung und in der Gülle von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen wird das ⁠ Treibhausgas ⁠ Methan (CH ₄ ) gebildet. Zwar wird Methan nach etwa zwölf Jahren in der ⁠ Atmosphäre ⁠ abgebaut, doch während dieser Zeit wirkt es um ein Vielfaches stärker klimaerwärmend als Kohlendioxid (CO ₂ ). Bei der Lagerung von und der Düngung mit Wirtschaftsdüngern wie Gülle, Mist und Gärresten entsteht zudem Lachgas (N ₂ O). Dieses Treibhausgas ist sogar rund 265-mal so klimawirksam wie CO ₂ . Zu den direkten Klimawirkungen der Nutztierhaltung kommen indirekte Treibhausgasemissionen hinzu: Beim Anbau von Futtermitteln entstehen durch die Düngung Lachgasemissionen. Die Herstellung von Mineraldüngern ist sehr energieintensiv und auch die Landwirtschaftsbetriebe benötigen Energie, beispielsweise in Form von Treibstoff. Eine wichtige Rolle spielen auch Emissionen durch landwirtschaftliche Landnutzungsänderungen, zum Beispiel durch die Rodung von Wäldern oder die Entwässerung von Mooren. So gerechnet ist die Nutztierhaltung insgesamt weltweit für knapp 15 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Weitere Informationen: UBA-Seite „Klimagase aus der Viehhaltung“ 1.4 Von Rindern produziertes Methan wird doch schnell wieder abgebaut. Wieso ist es dennoch wichtig diese Emissionen zu senken? Bei gleichbleibenden Rinderbeständen mit gleichbleibenden Methanemissionen ist die Bilanz der Emissionen langfristig ausgeglichen. Die über Fotosynthese aus der ⁠ Atmosphäre ⁠ entnommene und in den Futterpflanzen gespeicherte Menge an CO ₂ entspricht der CO ₂ -Menge, die entsteht, nachdem die Methanemissionen der Rinder abgebaut wurden. Der Abbau des Methans verläuft im Vergleich zu anderen Klimagasen rasch – die Verweilzeit von Methan in der Atmosphäre beläuft sich nur auf etwa 12 Jahre. Doch innerhalb dieser Zeit ist das von den Rindern gebildete Methan ausgesprochen klimawirksam. So ist die Klimawirksamkeit von Methan auf einen Zeitraum von 100 Jahren gesehen 28-mal größer als die von Kohlendioxid. Über einen Zeitraum von 20 Jahren gesehen ist Methan sogar 84-mal klimawirksamer als Kohlendioxid. Methan ist also ein kurzlebiges, aber in dieser Zeit sehr klimawirksames ⁠ Treibhausgas ⁠. Bleiben Rinderbestände und deren Methanemissionen konstant, kommt es langfristig zu keinem zusätzlichen Erwärmungseffekt, weil sich Aufbau und Abbau von Methan die Waage halten. Werden jedoch die Rinderbestände reduziert, wird dem Kreislauf mehr Methan entzogen als neu gebildet wird. Dies wiederum bedeutet eine geringere Erderwärmung. Daher ist eine Reduktion der Rinderbestände eine schnell wirksame Maßnahme, um die weitere Erderwärmung einzugrenzen. Das Gegenteil ist der Fall, wenn Rinderbestände und Methanemissionen steigen. In Deutschland machen die Methanemissionen mit gut 33 Mio. Tonnen CO ₂ -Äquivalente knapp 65 Prozent der direkten landwirtschaftlichen Treibhausgas-Emissionen aus. 76 Prozent davon stammen aus der Verdauung und sind nahezu vollständig auf die Rinder- und Milchkuhhaltung zurückzuführen. Weitere Informationen: Stellungnahme des Thünen-Instituts „Landwirtschaft und Klimawandel“ 1.5 Welche Umweltprobleme entstehen durch Nährstoffverluste in der Tierhaltung? Nährstoffverluste entstehen, wenn auf landwirtschaftlichen Betrieben Nährstoffe – meist unbeabsichtigt – in die Umwelt entweichen. Sie entstehen beispielsweise im Stall, bei der Lagerung von Wirtschaftsdüngern und bei der Düngung selbst. Von dort gelangen sie auf unterschiedlichen Wegen in die Umwelt und wirken negativ auf das ⁠ Klima ⁠ und die Ökosysteme. Diese Nährstoffverluste in die Umwelt sind in Regionen mit intensiver Tierhaltung besonders hoch, da hier besonders große Mengen an Wirtschaftsdüngern wie Gülle und Gärreste anfallen. Ein wichtiger Nährstoff ist Stickstoff (N). Er kann als Gas in Form von Ammoniak oder Lachgas und in gelöster Form als Nitrat in die Umwelt gelangen. Ammoniak (NH ₃ ) breitet sich mit vielfältigen Umweltwirkungen in der ⁠ Atmosphäre ⁠ aus. Es kann sich in empfindlichen Ökosystemen ablagern und diese unbeabsichtigt düngen. Ammoniak kann dadurch die Zusammensetzung von Tier- und Pflanzenarten in Ökosystemen verändern und zum Absterben einzelner Arten führen. Über 70 Prozent der Ammoniakemissionen in Deutschland sind auf die Tierhaltung zurückzuführen. Lachgas (N ₂ O) ist ein sehr starkes, langlebiges ⁠ Treibhausgas ⁠ und hat einen bedeutenden Anteil an der Klimaerwärmung. Die Tierhaltung trägt mit rund 14 Prozent zu den Lachgas-Emissionen der Landwirtschaft bei. Wenn Pflanzen gedüngt werden und sie nicht alle Nährstoffe aus dem Dünger aufnehmen können, gelangt der überschüssige Stickstoff in Form von Nitrat mit dem Sickerwasser in Grundwasser und Oberflächengewässer. Eine zu hohe Nitratkonzentration im Trinkwasser kann sich negativ auf die Gesundheit von Säuglingen auswirken. Daher gibt es einen Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser, der auch für das Grundwasser gilt. In den Oberflächengewässern wirken die ungewollten Nitratverluste wie eine Düngung und sind nachteilig für die ⁠ Biodiversität ⁠, da sie beispielsweise das Algenwachstum fördern. Ähnliches gilt für den Nährstoff Phosphor (P), der sich bei übermäßiger Düngung im Boden anreichert. Durch ⁠ Erosion ⁠ gelangt der Phosphor zusammen mit Bodenpartikeln in die Gewässer und düngt diese ebenfalls unbeabsichtigt. Weitere Informationen: UBA-Seite „Stickstoff“ | Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu „Nitrat im Grund- und Trinkwasser“ | Interview zu Stickstoff in der Landwirtschaft | UBA-Seite „Lachgas und Methan“ und „Ammoniak“ 1.6 Welchen Einfluss haben Einträge von Tierarzneimitteln, Bioziden und Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt? Tierarzneimittel und Biozide gelangen über Gülle, Reinigungswasser, Weidetiere, Fahrzeuge oder Ausrüstung in die Umwelt. Dort sind sie giftig für Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze und können deren Wachstum hemmen. Auch Resistenzen von Mikroorganismen, besonders gegen Antibiotika, werden gefördert. Über den Anbau von Futtermitteln auf dem Acker trägt auch die Tierhaltung zu den Einträgen von Pflanzenschutzmitteln in die Umwelt bei. ⁠ Pflanzenschutzmittel ⁠ verringern die Zahl und Artenvielfalt von Pflanzen und Insekten, die die Nahrungsgrundlage von wildlebenden Vögeln, Säugern und anderen Tieren darstellen, und hemmen wichtige Mikroorgansimen im Boden. Darüber hinaus können sie in Form von ⁠ Abdrift ⁠ oder Abschwemmung nicht nur die Ackerflächen selbst, sondern auch benachbarte Flächen und Gewässer belasten. Weitere Informationen: UBA-Seite „Tierarzneimittel in der Umwelt“ | UBA-Biozid-Portal | UBA-Seite „Biozide in der Umwelt“ | UBA-Seite „Pflanzenschutzmittel in der Umwelt“ 1.7 Ist die Haltung von Schweinen und Geflügel umweltfreundlicher als die von Rindern? Grundsätzlich hat die Produktion von allen tierischen Lebensmitteln negative Auswirkungen auf die Umwelt und das ⁠ Klima ⁠, auch wenn diese sich je nach Tierart und Haltungsform unterscheiden. Daher ist eine Ernährung, die stärker auf pflanzlichen Lebensmitteln basiert, aus Umweltsicht am besten. Die Treibhausgasemissionen von Schweine- und Geflügelfleisch sind pro Kilogramm Produkt deutlich geringer als die von Rindfleisch. Die Rinderhaltung dient aber meist nicht nur der Fleischproduktion, sondern gleichzeitig der Milchproduktion. Darüber hinaus können Rinder im Gegensatz zu Schweinen oder Geflügel vom Grünland ernährt werden, was zum einen eine direkte Nahrungskonkurrenz zum Menschen verhindert und zum anderen durchaus Vorteile für die Umwelt haben kann. Weitere Informationen: ifeu-Studie „Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland“ 1.8 Ist Weidehaltung von Rindern besser für die Umwelt und das Klima als eine reine Haltung im Stall? Dass Rinder sich von Grünland ernähren können, ist ihre große Stärke. Während für Geflügel- und Schweinefutter Ackerflächen benötigt werden, können Rinder auch auf Grünlandstandorten ernährt werden, die sich nicht für den Ackerbau eignen. Dies ermöglicht eine Rinderhaltung, die nicht in Nahrungs- und Futtermittelkonkurrenz zu Menschen, Geflügel und Schweinen steht. Darüber hinaus haben Wiesen und Weiden als Futtergrundlage zahlreiche ökologische Vorteile: Sie können die biologische Vielfalt fördern – besonders bei extensiver Nutzung, binden mehr Kohlenstoff im Boden als Ackerland und schützen den Boden vor ⁠ Erosion ⁠. Rinder können ähnlich wie Ziegen, Schafe und Pferde zum Erhalt einer attraktiven und vielfältigen Kulturlandschaft beitragen. Auch wenn die Tiere selbst nicht auf der Weide stehen, sondern Heu und Gras im Stall fressen, kommen viele dieser ökologischen Vorteile zum Tragen. Für das Tierwohl und die Tiergesundheit dagegen ist der Auslauf auf der Weide positiv. Die ⁠ UBA ⁠-Studie „Sichtbarmachung versteckter Umweltkosten der Landwirtschaft am Beispiel von Milchproduktionssystemen“ zeigt, dass Milch von Weidebetrieben im Vergleich zur Stallhaltung geringere negative Umweltwirkungen haben kann. So sinnvoll eine Grünlandnutzung durch Nutztiere ist: Eine Einschränkung besteht bei ehemaligen Moorflächen, die für die Landwirtschaft trockengelegt wurden. Die Nutzung dieser Flächen als Acker oder Grünland verursacht hohe Kohlendioxidemissionen. Solche Flächen sollten daher wiedervernässt werden und vor allem dem ⁠ Klimaschutz ⁠ dienen. Dies schließt eine intensive landwirtschaftliche Nutzung – auch als Grünland – aus. Weitere Informationen: UBA-Studie „Sichtbarmachung versteckter Umweltkosten der Landwirtschaft am Beispiel von Milchproduktionssystemen“ | UBA-Seite „Umweltbilanz von Milch - Weidehaltung schlägt Stallhaltung“ 1.9 Brauchen wir die Rinder, um das Grünland zu erhalten? Rinder spielen bei der Erhaltung und produktiven Nutzung des Grünlandes eine wichtige Rolle. Damit die hohen Tierleistungen beispielsweise bei der Milchmenge möglich sind, werden Rinder jedoch in bedeutendem Maße vom Acker (Futtermais, Getreide) statt vom Grünland (Gras, Heu) ernährt. Nur knapp ein Drittel der Rinder hat überhaupt Zugang zu Weiden. Das vorhandene Grünland würde nicht ausreichen, um die aktuell knapp vier Millionen Milchkühe und acht Millionen weiteren Rinder hauptsächlich mit Gras zu ernähren. Dies wäre nur mit einer deutlich reduzierten Tierleistung und reduzierten Rinderbeständen möglich. Darüber hinaus tragen auch andere Tierarten wie Schafe, Ziegen oder Pferde zum Grünlanderhalt bei. Weitere Informationen: UBA-Seite „Indikator: Grünlandfläche“ | UBA-Seite „Grünlandumbruch“ 1.10 Gibt es einen Konflikt zwischen Tierwohl und Umweltschutz? Nicht generell, denn Tierwohl und Umweltschutz gehen oftmals Hand in Hand. Tiergerechtere Haltungsbedingungen können die Gesundheit der Tiere verbessern, so dass weniger Tierarzneimittel und Biozide benötigt werden. Darüber hinaus leben gesündere Tiere länger und sind produktiver. Dies verbessert die Ökobilanz pro Kilogramm Milch oder Fleisch. Es gibt jedoch auch Zielkonflikte. So sind Filteranlagen zur Reduktion der Ammoniakemissionen bei geschlossenen Ställen besonders praktikabel, während große Offenställe mit ⁠ Außenbereich ⁠ dem Tierwohl dienlicher sind. Durch die größere verschmutzte Fläche können sie jedoch zu höheren Ammoniakemissionen führen. Dieser Zielkonflikt könnte zumindest teilweise durch verfahrenstechnische Maßnahmen aufgelöst werden. Berücksichtigt man hier zum Beispiel das natürliche Verhalten von Schweinen und bietet ihnen genügend Platz und einen gut strukturierten Stall an, nutzen sie unterschiedliche Bereiche zum Koten, Liegen und Fressen. So wird nur ein kleiner Teil der Stallfläche mit Kot und Harn verschmutzt und die Emissionen sinken. Weitere Informationen: UBA-Seite „Gesunde Tiere“ | UBA-Studie: „Tierwohl und Umweltschutz – Zielkonflikt oder Win-Win-Situation“ | UBA-Hintergrundpapier „Perspektiven für eine umweltverträgliche Nutztierhaltung in Deutschland“ 1.11 Müssen wir aus Umweltsicht vollständig auf Nutztiere verzichten? Nein, denn neben der Nahrungsmittelproduktion hat die Nutztierhaltung unter bestimmten Voraussetzungen auch Vorteile für die Umwelt. Dafür muss sie in einem verträglichen Maße erfolgen und umweltverträglich gestaltet sein. Wichtig ist hierfür, dass in einer Region nur so viele Nutztiere gehalten werden, wie die Region auch ernähren kann. Eine solche flächengebundene Tierhaltung ermöglicht es, landwirtschaftliche Kreisläufe weitgehend zu schließen und negative Umweltwirkungen wie Nährstoffverluste zu reduzieren. Sinnvoll ist außerdem eine grünlandbasierte Rinderhaltung . Um die gesamte Tierhaltung in Deutschland hin zu einer solchen multifunktionalen Tierhaltung mit höheren Standards bezüglich Tierwohl, Umwelt- und ⁠ Klimaschutz ⁠ zu entwickeln, wäre eine Reduktion der Tierbestände und ein Umbau der Tierhaltung notwendig. Dieser Umbau muss jedoch auf längere Zeit geplant und mit ausreichend Geldern finanziert werden. Bislang scheitert der Prozess an der Frage, wer welche Kosten trägt. 1.12 Lassen sich die Umweltprobleme der Tierhaltung durch eine Umstellung auf Ökolandbau vermeiden? Konventionelle tierische Lebensmittel durch dieselbe Menge ökologischer Produkte zu ersetzen, bringt nicht die notwendige Entlastung für die Umwelt und das ⁠ Klima ⁠. Auch die ökologische Nutztierhaltung trägt zu den negativen Umwelteffekten der Tierhaltung bei. Nachteil des Ökolandbaus ist insbesondere der in der Regel deutlich höhere Flächenbedarf. Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft benötigt der Ökolandbau für die gleiche Menge eines Produktes mehr Fläche. Daher sollten auch Bio-Milch, Bio-Fleisch und Bio-Eier nur in Maßen konsumiert werden. Im Zusammenspiel mit einem insgesamt reduzierten Konsum tierischer Produkte kann der Ökolandbau jedoch wesentlich zur Lösung vieler Probleme beitragen, denn er ist gegenüber der konventionellen Landwirtschaft ökologisch vorteilhaft – etwa indem er weniger Pflanzenschutzmittel, Tierarzneimittel und Biozide verwendet und auf geschlossene Nährstoffkreisläufe und eine flächengebundene Tierhaltung setzt. Darüber hinaus wird im Ökolandbau landwirtschaftliches Wissen geschaffen und erhalten. Dieses Wissen kann auch dazu beitragen, die konventionelle Landwirtschaft umweltverträglicher zu gestalten. Weitere Informationen: UBA-Studie „Entwicklungsperspektiven der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland“ | UBA-Seite „Ökologischer Landbau“ | UBA-Seite „Umweltleistungen des Ökolandbaus“ 1.13 Wie kann die Tierhaltung umwelt- und klimaverträglich werden? Verfahrenstechnische Maßnahmen und Managementmaßnahmen können die Ökoeffizienz der Tierhaltung verbessern, also die Umwelt- und ⁠ Klimawirkung ⁠ pro Produkteinheit (Liter Milch oder Kilogramm Fleisch) verringern. Hierzu gehören: Tierwohl und Tiergesundheit verbessern Emissionsärmere Stallsysteme nutzen Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern (inklusive Biogaserzeugung) optimieren, z.B. durch besonders emissionsarme Ausbringungstechnik Nährstoffverluste in die Umwelt verringern und Nährstoffeffizienz erhöhen, z.B. durch eine flächengebundene Tierhaltung Treibhausgasemissionen durch Zucht und ggf. Futterzusätze senken Doch eine Steigerung der Ökoeffizienz allein wird vermutlich nicht ausreichen, um Umwelt- und Klimaziele zu erreichen, zumal dadurch das Problem der Nutzung von Ackerflächen für den Futtermittelanbau und den damit einhergehenden Umweltwirkungen nicht gelöst wird. Daher sollte die Nutztierhaltung nicht nur hinsichtlich des „Wie“ sondern auch des „Wieviel“ umgebaut werden. Hierfür sollte der maximal mögliche Tierbestand aus Umwelt- und Klimazielen abgeleitet werden und an die Tragfähigkeit der Ökosysteme angepasst werden. Die Verkleinerung der Tierbestände funktioniert aber nur, wenn auf der anderen Seite der Konsum angepasst wird und mehr pflanzliche und weniger tierische Lebensmittel verzehrt werden. Bleiben aktuelle Konsumgewohnheiten bestehen, werden tierische Produkte vermehrt importiert und Umweltprobleme lediglich verlagert. Weitere Informationen: UBA-Hintergrundpapier „Perspektiven für eine umweltverträgliche Nutztierhaltung in Deutschland“ 2 Umwelt- und Klimawirkung der Ernährung 2.1 Wie groß ist der Anteil der Ernährung an den konsumbedingten Umweltbelastungen? Jede Person in Deutschland emittiert durch ihren Lebensstil im Durchschnitt 10,78 Tonnen CO ₂ -Äquivalente im Jahr. Davon gehen 1,7 Tonnen CO ₂ -Äquivalente beziehungsweise 15 Prozent auf die Ernährung zurück – und damit fast gleich viel wie für die Mobilität ohne Flugreisen. Den Großteil der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen, knapp 70 Prozent, machen die tierischen Lebensmittel aus. Mehr als die Hälfte der Emissionen entstehen dabei außerhalb Deutschlands. Auch bei anderen problematischen Umweltwirkungen wie zum Beispiel ⁠ Versauerung ⁠, ⁠ Eutrophierung ⁠ oder Feinstaub-Belastung hat die Ernährung einen großen Anteil an der Entstehung. Darüber hinaus werden enorme Mengen an Ressourcen wie Wasser oder Fläche für die Ernährung verwendet. So werden rund 83 Prozent des Pro-Kopf-Wasserverbrauchs für die Herstellung der Lebensmittel benötigt. Zudem werden für den Lebensmittelkonsum hierzulande zusätzlich zu den 6,6 Millionen Hektar Anbaufläche in Deutschland weitere 11,7 Millionen Hektar im Ausland belegt. Ein Großteil, 61 Prozent, der gesamten Anbauflächen werden dabei zur Produktion tierischer Lebensmittel – größtenteils zum Zwecke des Futtermittelanbaus – genutzt. Weitere Informationen: UBA-CO ₂ -Rechner | UBA-Studie „Von der Welt auf den Teller“ | UBA-Studie „KonsUmwelt“ | EU-Kommission „Consumption Footprint Platform“ 2.2 Wie viel tierische Lebensmittel können aus Nachhaltigkeitsperspektive konsumiert werden? Als nachhaltig kann die Menge tierischer Lebensmittel gelten, die für alle Menschen produziert werden kann, ohne die planetaren Belastbarkeitsgrenzen zu überschreiten. Eine Ernährung, die gesund ist und diese Nachhaltigkeitsanforderung erfüllt, ist die von der EAT-Lancet-Kommission erarbeitete Planetary Health Diet. Die Wissenschaftler*innen der Kommission errechneten, dass eine Ernährung mit etwa 43 Gramm Fleisch pro Tag gesund und nachhaltig ist. Das liegt weit unter dem gegenwärtigen Verzehr in Deutschland von rund 142 Gramm Fleisch pro Tag (Stand: 2022). Auch bei Milchprodukten und Eiern liegt der aktuelle Verzehr deutlich über den Werten der nachhaltigen Planetary Health Diet. Inwiefern die im März dieses Jahres aktualisierten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) diese Nachhaltigkeitsbedingung ebenfalls erfüllen, wird derzeit in einem Forschungsvorhaben des ⁠ UBA ⁠ ermittelt. Weitere Informationen: Bericht der EAT-Lancet Kommission | BZfE-Seite „Planetary Health Diet“ | DGE-Seite: „DGE-Empfehlungen“ 2.3 Wieviel klima- und umweltfreundlicher sind pflanzliche Lebensmittel gegenüber den tierischen? Bei der Erzeugung eines Kilogramms tierischer Lebensmittel werden deutlich mehr Treibhausgase freigesetzt und mehr Fläche belegt, als für dieselbe Menge pflanzlicher Lebensmittel. Auch das Potenzial zur ⁠ Versauerung ⁠ und ⁠ Eutrophierung ⁠ (Anreicherung von Nährstoffen) von Ökosystemen ist bei Fleisch, Milchprodukten und Eiern in den meisten Fällen höher als bei pflanzlichen Lebensmitteln. Weitere Informationen: UBA-Studie „Von der Welt auf den Teller“ | Studie „Multiple health and environmental impacts of foods“ | Studie „ Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland “ 2.4 Wie viele Treibhausgase und wie viele Flächen lassen sich durch eine vegetarische oder vegane Ernährung einsparen? Mit einer Umstellung von der durchschnittlichen Ernährungsweise in Deutschland auf eine vegetarische Ernährung ließen sich zwischen 20 und 47 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen einsparen. Bei einer veganen Ernährung sind es zwischen 38 und 52 Prozent. Auch der Flächenfußabdruck lässt sich deutlich verringern: um 46 Prozent mit vegetarischer Ernährung und um 49 Prozent mit veganer Ernährung. Aber auch eine Ernährung mit geringeren Mengen tierischer Lebensmittel trägt zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bei. Beispielsweise kann eine Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit rund 31 Kilogramm Fleisch pro Jahr, also rund 40 Prozent weniger als die derzeitige Durchschnittsmenge, zur Reduktion der Treibhausgasemissionen durch Ernährung um 9 bis 19 Prozent führen. Weitere Informationen: DGE-Seite „DGE-Empfehlungen“ 2.5 Was kann ich konkret tun, um mich umwelt- und klimafreundlicher zu ernähren? Pflanzliche Lebensmittel haben deutlich weniger negative ⁠ Klima ⁠- und Umweltwirkungen als tierische und die Ökolandwirtschaft ist unterm Strich umweltfreundlicher als die konventionelle. Insofern kann man sich nach der einfachen Faustregel richten: Pflanzliche Lebensmittel in den Vordergrund stellen und tierische Lebensmittel verringern, öfter Bio-Lebensmittel kaufen, Lebensmittelabfälle reduzieren. Dies ist auch aus gesundheitlicher Sicht vorteilhaft. Weitere Informationen: UBA-Denkwerkstatt Konsum | UBA-Seite „Bio-Lebensmittel“

Auswirkungen nächtlicher Außenbeleuchtung auf den Menschen

Künstliche Außenbeleuchtung während der Nacht wird verstärkt als Risiko für die menschliche Gesundheit diskutiert. Epidemiologische Studien aus verschiedenen Teilen der Welt fanden Korrelationen zwischen der Helligkeit einer Region in der Nacht und der Wahrscheinlichkeit für psychische Erkrankungen, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedene Krebsarten. Für diese Erkrankungen sind kausale Zusammenhänge sowohl mit Störungen des zirkadianen Rhythmus als auch mit Schlafstörungen bekannt. Nicht bekannt ist allerdings, ob die Lichtexposition durch nächtliche Außenbeleuchtung ausreicht, um die Produktion von Melatonin zu unterdrücken und somit die Entstehung dieser Erkrankungen zu begünstigen. Nächtliche Außenbeleuchtung könnte jedoch auch auf die Stressachse wirken und auf diese Weise das Herz-Kreislauf- und das Immunsystem beeinflussen. Ein dritter denkbarer Mechanismus wäre die direkte Störung des Schlafs durch nachts in das Schlafzimmer einfallendes Licht. Die letzten beiden Mechanismen würden keine Senkung des Melatoninspiegels voraussetzen. Weitere Forschung ist nötig, um das Ausmaß und die Wirkungsmechanismen von Lichtverschmutzung auf die menschliche Gesundheit besser zu verstehen. Doch bereits jetzt gibt es ausreichend wissenschaftliche Gründe für einen sorgsameren Umgang mit nächtlicher Außenbeleuchtung.

11. Wirkmechanismen schwacher magnetischer Felder auf molekularer Ebene

11. Wirkmechanismen schwacher magnetischer Felder auf molekularer Ebene Für die Bewertung der gesundheitlichen Relevanz schwacher magnetischer Felder ist die Analyse eines kausalen Zusammenhangs zwischen der Exposition gegenüber derartigen Feldern und physikalischen Wirkungen auf Biomoleküle und chemische Reaktionen von zentraler Wichtigkeit. Aufgrund der hohen Komplexität und Stochastizität der zugrunde liegenden biochemischen Systeme und ihren Umgebungen ist deren Langzeitdynamik wenn überhaupt nur durch aufwändige Simulationen zugänglich. In wie weit ist die freie Energielandschaft von Proteinen in externen Feldern durch kollektive Wirkungen oder Resonanzphänomene beeinflusst? Sind die Effekte bei schwachen Feldern gegenüber dem thermischen Hintergrund bei Raumtemperatur vernachlässigbar? Wichtige nichtthermische Effekte sind quantenmechanischer Natur, wie etwa die Spin- Magnetfeld -Kopplung beim Radikalpaar-Mechanismus. Spielt dieser bei anthropogen bedingten externen Feldern eine Rolle? Diese und ähnliche Fragen sollen mit Hilfe klassischer Molekulardynamik und quantenmechanischer Methoden analysiert werden. Forschungsprojekte Stand: 23.12.2023

Wirkmechanismen schwacher magnetischer Felder auf molekularer Ebene

Wirkmechanismen schwacher magnetischer Felder auf molekularer Ebene Für die Bewertung der gesundheitlichen Relevanz schwacher Magnetfelder ist die Analyse eines kausalen Zusammenhangs zwischen der Exposition gegenüber derartigen Feldern und physikalischen Wirkungen auf Biomoleküle und chemische Reaktionen von zentraler Wichtigkeit. Mit Hilfe moderner high performance computing Methoden wird die Langzeitdynamik von Proteinen und Modellpeptiden unter dem Einfluss elektromagnetischer Felder untersucht. Worum geht es? Für die Bewertung der gesundheitlichen Relevanz schwacher Magnetfelder ist die Analyse eines kausalen Zusammenhangs zwischen der Exposition gegenüber derartigen Feldern und physikalischen Wirkungen auf Biomoleküle und chemische Reaktionen von zentraler Wichtigkeit. Aufgrund der hohen Komplexität und Stochastizität der zugrunde liegenden biochemischen Systeme und ihren Umgebungen ist ihre Langzeitdynamik wenn überhaupt nur durch aufwändige Simulationen zugänglich. Gibt es Mechanismen, die unabhängig vom allgegenwärtigen thermischen Rauschen wirken? Welche Rolle spielen dabei Quanteneffekte? Der Schwerpunkt dieses Themenfeldes ist die Modellierung der Wirkung elektromagnetischer Felder auf biologisch relevante molekulare Systeme und deren Reaktionen. Wie ist die Ausgangssituation? Elektromagnetische Felder üben Kräfte auf geladene Teilchen und geladene Komponenten in Molekülen wie Proteinen aus. Für Feldstärken im Bereich der Grenzwerte und darunter sind diese Wirkungen im Vergleich zur thermischen Bewegung bei Raumtemperatur sehr gering. Bei großen, biologisch wichtigen Molekülen kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch kollektive Effekte oder Resonanzphänomene die komplexe Energielandschaft des Systems auf subtile Weise verändert wird. Quantenmechanische Wirkungen wie die Spin- Magnetfeld -Wechselwirkung im Radikalpaar-Mechanismus existieren unabhängig von thermischen Effekten und können zur Veränderung chemischer Reaktionen in biologischen Systemen führen. Die Relevanz dieser Effekte für den Strahlenschutz ist eine offene Fragestellung. Sowohl das physikalische Verständnis der beteiligten Effekte als auch die Abschätzung der Effektstärken bei niedrigen Feldstärken ist nicht abschließend geklärt. Welche Ziele hat das Forschungsvorhaben des BfS ? Mit Hilfe moderner high performance computing Methoden wird die Langzeitdynamik von Proteinen und Modellpeptiden unter dem Einfluss elektromagnetischer Felder untersucht. Ziel ist die Analyse von Feldstärkeschranken, unter welchen Wirkungen auf die komplexe Struktur solcher Moleküle ausgeschlossen werden können. Des Weiteren wird die Relevanz quantenmechanischer Phänomene, wie dem Radikalpaar-Mechanismus, für den Strahlenschutz untersucht. Stand: 06.12.2023

Time Patterns in Internal Human Exposure Data to Bisphenols, Phthalates, DINCH, Organophosphate Flame Retardants, Cadmium and Polyaromatic Hydrocarbons in Europe

Human biomonitoring (HBM) data in Europe are often fragmented and collected in different EU countries and sampling periods. Exposure levels for children and adult women in Europe were evaluated over time. For the period 2000-2010, literature and aggregated data were collected in a harmonized way across studies. Between 2011-2012, biobanked samples from the DEMOCOPHES project were used. For 2014-2021, HBM data were generated within the HBM4EU Aligned Studies. Time patterns on internal exposure were evaluated visually and statistically using the 50th and 90th percentiles (P50/P90) for phthalates/DINCH and organophosphorus flame retardants (OPFRs) in children (5-12 years), and cadmium, bisphenols and polycyclic aromatic hydrocarbons (PAHs) in women (24-52 years). Restricted phthalate metabolites show decreasing patterns for children. Phthalate substitute, DINCH, shows a non-significant increasing pattern. For OPFRs, no trends were statistically significant. For women, BPA shows a clear decreasing pattern, while substitutes BPF and BPS show an increasing pattern coinciding with the BPA restrictions introduced. No clear patterns are observed for PAHs or cadmium. Although the causal relations were not studied as such, exposure levels to chemicals restricted at EU level visually decreased, while the levels for some of their substitutes increased. The results support policy efficacy monitoring and the policy-supportive role played by HBM. © 2023 by the authors

Corona wirkt sich auf Kriminalität in Sachsen-Anhalt aus

Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter hat in Magdeburg die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2020 vorgestellt. „Die Corona-Pandemie und die Lockdowns spiegeln sich auch im Kriminalitätsgeschehen wieder. Teilweise haben sich Begehungsweisen und Tatgelegenheiten verändert“, sagte Minister Richter. „Es gab 2020 in Sachsen-Anhalt weniger Laden- und Fahrraddiebstähle sowie weniger Wohnungseinbrüche, dafür allerdings mehr im Internet verübte Straftaten.“ Wenngleich 2020 ein leichter Anstieg der polizeilich erfassten Straftaten um +4.559 Fälle auf insgesamt 177.905 Straftaten (2019: 173.346 Fälle) zu verzeichnen war, lag die Zahl der Straftaten zum dritten Mal in Folge unter dem Wert von 180.000 Fällen und bereits im zehnten Jahr in Folge unter 200.000 Straftaten. „2020 war für die Polizei Sachsen-Anhalt ein herausforderndes Jahr. Neben der Kriminalitätsbekämpfung wurden die Landkreise und kreisfreien Städte bei der Umsetzung der jeweils gültigen Eindämmungsverordnung unterstützt. Unsere Polizei leistet rund um die Uhr professionell und engagiert einen großen Beitrag dafür, dass Sachsen-Anhalt ein sicheres Land bleibt. Ich danke den Polizistinnen und Polizisten dafür“, sagte Minister Richter. Sorge bereitet Sachsen-Anhalts Innenminister die Entwicklung der Widerstandshandlungen gegen Polizistinnen und Polizisten. Im Jahr 2020 kam es in Sachsen-Anhalt zu 856 Widerstandshandlungen (2019: 756), diese richteten sich gegen 1.554 Polizistinnen und Polizisten (2019: 1.368). Minister Richter spricht sich angesichts der Entwicklung für einen besseren Schutz von Einsatzkräften vor Gewalt, Anfeindungen und Respektlosigkeiten aus. „Es gilt auch diejenigen zu schützen, die uns schützen. Wer Einsatzkräfte attackiert, muss unmittelbar die volle Härte des Rechtsstaats durch schnelle Anklagen und hohe Strafen zu spüren bekommen.“ Minister Richter unterstützt außerdem die Initiative der B-Innenminister, die im vergangenen Monat in der „Heilbronner Erklärung“ formuliert wurde. Darin wird eine deutliche Erhöhung der Höchststrafen für besonders schwere Fälle von tätlichen Angriffen auf Vollstreckungsbeamte gefordert. Zentrale Aussagen der PKS 2020 Entwicklung der Fallzahlen und Aufklärungsquote Im Jahr 2020 wurden 177.905 Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik registriert, was einem Anstieg zu 2019 um +2,6 Prozent bzw. +4.559 Fällen entspricht. Im 2020 erreichte die Polizei Sachsen-Anhalt eine Aufklärungsquote von 54,1 Prozent (2019: 55,0 Prozent) und liegt damit weiterhin stabil über 50 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden von allen erfassten Straftaten 96.301 aufgeklärt (2019: 95.384). Dies ist im Vergleich zum Jahr 2019 eine Verbesserung um +1.017 aufgeklärte Fälle, obwohl eine Verlagerung der Deliktsbereiche in teilweise ermittlungsaufwendigere und zeitintensivere Deliktsfelder, wie u. a. Straftaten mit dem Tatmittel Internet, registriert wurde. Tatverdächtige und Intensivtäter Im Jahr 2020 wurden insgesamt 62.070 Tatverdächtige (2019: 62.204) ermittelt, davon 46.378 männliche und 15.692 weibliche Tatverdächtige. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen beträgt 18,8 Prozent (2019: 19,4 Prozent), das entspricht 11.685 Personen. Nichtdeutsche Tatverdächtigte haben 2020 in Sachsen-Anhalt 10,7 Prozent (2019: 11,4 Prozent) der registrierten Straftaten verübt. Bei der Betrachtung der Intensivtatverdächtigen ist festzustellen, dass 971 Intensivtäter (200 jungtatverdächtige Intensivtäter und 771 erwachsene Intensivtäter) für 16.978 Straftaten bzw. 17,5 Prozent aller im Jahr 2020 erfassten Straftaten verantwortlich sind. Jedoch stellen sie nur einen Anteil von 1,6 Prozent aller Tatverdächtigen dar. Im Jahr 2019 waren 945 Intensivtäter für 15.504 Fälle bzw. 16,2 Prozent des Gesamtstraftatenaufkommens verantwortlich. Als Intensivtatverdächtiger gilt für die Polizei, wer in einem Kalenderjahr mehr als neun Straftaten begangen hat. Entwicklung einzelner Deliktsbereiche Straftaten gegen das Leben (2020: 122 Fälle; 2019: 93 Fälle) Straftaten gegen das Leben haben in Sachsen-Anhalt einen Anteil von 0,1 Prozent am Gesamtstraftatenaufkommen. Im Vergleich zum Jahr 2019 ist eine Zunahme von +29 Fällen in diesem Bereich zu konstatieren. Von den 122 erfassten Straftaten blieben fast die Hälfte (60) im Versuchsstadium. Im Deliktsfeld Mord wurden von 9 Fällen 5 vollendet. Bei Totschlagsdelikten wurden von 68 erfassten Straftaten 56 als Versuche eingestuft. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (2020: 2.224 Fälle; 2019: 2.022 Fälle) Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist ein Anstieg der Fallzahlen um +202 Fälle im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Der Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen liegt in diesem Deliktsfeld bei 1,3 Prozent. Im Deliktsbereich der Vergewaltigung wurden 241 Fälle (2019: 293 Fälle) erfasst, das ist ein Rückgang um -52 Fälle. Im Deliktsbereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern wurde ein Rückgang um -8 Fälle auf insgesamt 506 erfasste Fälle (2019: 514 Fälle) registriert. Die Fallzahlen bei der Verbreitung pornografischer Schriften stiegen im Vergleich zum Jahr 2019 erheblich um +214 Fälle auf insgesamt 668 Fälle (2019: 454; 2018: 307), wobei ein großer Anteil mit 658 Straftaten (2019: 456 Fälle) gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit dem Tatmittel Internet ausgeübt wurde, hier im Besonderen durch die Verbreitung von kinderpornografischen Schriften mit 430 Fällen. (2019: 379 Fälle). Auffallend ist, dass sich Schüler und Jugendliche immer häufiger kinderpornografische Videos per Messenger-Dienst, beispielsweise in Klassenchats und oftmals zur Belustigung, zusenden. Häufig ist den Kindern und Jugendlichen überhaupt nicht bewusst, dass hinter den Fotos und Videos unter Umständen ein realer Missbrauch steht. Auf der Internetseite www.polizei-beratung.de des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) sind Informationen, Verhaltenshinweise und Ansprechpartner zum Thema aufgeführt. Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (2020: 25.709 Fälle; 2019: 24.823 Fälle) Im Bereich der Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit ist in der Gesamtzahl gegenüber 2019 eine Zunahme von +886 Fällen zu verzeichnen. Ursächlich hierfür ist insbesondere die Zunahme von +164 Fällen der einfachen Körperverletzung sowie von +313 Fällen von gefährlichen und schweren Körperverletzungen (2020: 4.265 Fälle; 2019: 3.952 Fälle) sowie eine Steigerung von +552 Fällen von Bedrohungen (2020: 4.474 Fälle; 2019: 3.922 Fälle). Diebstahlsdelikte (2020: 61.976 Fälle; 2019: 62.738 Fälle) Der deutlichste Rückgang der Fallzahlen entfällt mit -762 Fällen auf den Bereich Diebstahl. Besonders erfreulich ist hierbei der Rückgang der Fallzahlen bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen (2020: 2.125 Fälle; 2019: 2.383 Fälle) um -10,8 Prozent bzw. -258 Fälle. Weiterhin rückläufig sind die Fallzahlen bei Diebstahl von Fahrrädern um -188 Fälle (2020: 10.352 Fälle; 2019: 10.540 Fälle). Wegen der zeitweisen Schließungen der Geschäfte wurde ein signifikanter Rückgang von -1.404 Fällen beim Diebstahl in/aus Warenhäusern, hier speziell der Ladendiebstahl mit -951 Fällen, erfasst. Dagegen sind auch vor dem möglichen Hintergrund der Beschaffungskriminalität die Diebstahlshandlungen in/aus Boden/Keller um +1.196 Fälle (2020: 8.487 Fälle; 2019: 7.291 Fälle) gestiegen. Vermögens- und Fälschungsdelikte (2020: 30.664 Fälle; 2019: 29.220 Fälle) Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte wies die PKS 2020 eine Steigerung von +4,9 Prozent (+1.444 Fälle) gegenüber 2019 aus. Ausschlaggebend für die stark steigenden Fallzahlen sind Straftaten mit dem Tatmittel Internet, insbesondere hier der Waren- bzw. Warenkreditbetrug (2020: 10.897 Fälle; 2019: 10.007 Fälle). Die Delikte nehmen einen nicht unerheblichen Anteil an der Gesamtheit aller Vermögens- und Fälschungsdelikte ein. Sonstige Straftatbestände StGB (2020: 41.566 Fälle; 2019: 39.169 Fälle) Bei der Erfassung in der Hauptgruppe der „sonstigen Straftatbestände StGB“ ist eine Steigerung der Fallzahlen um +2.397 Fälle zu verzeichnen. Ausschlaggebend hierfür ist eine Steigerung der erfassten Fälle im Bereich der Sachbeschädigungen um +1.179 Fälle auf 20.755 Fälle (2019: 19.576 Fälle), hier hauptsächlich mit dem Schwerpunkt Sachbeschädigung durch Graffiti (2020: 2.080 Fälle; 2019: 1.579 Fälle). Strafrechtliche Nebengesetze (2019: 15.644 Fälle; 2018: 15.281 Fälle) Auch im Bereich „Strafrechtliche Nebengesetze“ ist eine Steigerung um +363 Fälle gegenüber 2019 zu verzeichnen. Diese resultiert vorrangig auf einen Anstieg der Fallzahlen im Bereich der Rauschgiftkriminalität. Wurden 2019 hier insgesamt 9.538 Fälle erfasst, waren es für 2020 insgesamt 9.856 Fälle. Die Ursache hierfür liegt nicht unbedingt in einem Anstieg der Rauschgiftkriminalität im Allgemeinen. Vielmehr sind durch fortwährende und kontinuierliche polizeiliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität sowie ein permanenter polizeilicher Kontrolldruck als auch Zufallsfunde im Rahmen anderweitiger polizeilicher Maßnahmen ausschlaggebend für die Erhellung des Dunkelfeldes. Im Jahr 2020 wurden 23 Rauschgifttote (2019: 16) registriert. Seit 1994 sind in Sachsen‑Anhalt 223 Personen in kausalem Zusammenhang mit einem missbräuchlichen Konsum von Betäubungsmitteln oder Ausweichmitteln verstorben. Straftaten unter Beteiligung von Zuwanderinnen und Zuwanderern (2020: 8.511 Fälle; 2019: 10.076 Fälle) Zuwanderer sind Nichtdeutsche, die sich unerlaubt oder erlaubt mit dem Aufenthaltsstaus Asylbewerber, einer Duldung, als Kontingent- und Bürgerkriegsflüchtling oder als Schutz- und Asylberechtigte in Deutschland aufhalten. Eine vergleichende Analyse der Kriminalitätsbelastung anhand der in der PKS erfassten Kriminalität insgesamt sowie der Kriminalität durch Zuwandererinnen und Zuwanderer führt aufgrund statistisch nicht valider Bezugsgrößen zu unscharfen Aussagen. So ist die Gruppe der Zuwanderer in der PKS zum einen nicht identisch mit den erfassten Ausländern des statistischen Landesamtes sowie der vom Landesverwaltungsamt erfassten und den im Ausländerzentralregister registrierten Anzahl von Asylbewerbern, Duldungsinhabern, Dublin-Fällen, Kontingentflüchtlingen, Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen. Die Bezugsgruppen sind somit statistisch auf Grundlage allein der PKS nicht vergleichbar. Insgesamt war 2020 ein deutlicher Rückgang der Straftaten unter Beteiligung von Zuwanderinnen und Zuwanderern um -1.565 Fälle zu verzeichnen. (2020: 8.511 Fälle; 2019: 10.076 Fälle). Von den 8.511 im Jahr 2020 durch Zuwanderinnen und Zuwanderer begangenen Straftaten sind allein 2.275 Straftaten (2019: 2.870 Fälle) aufgrund ausländerrechtlicher Verstöße erfasst worden. Das sind Straftaten, die ausschließlich aufgrund der bestehenden Gesetzmäßigkeiten durch Nichtdeutsche begangen werden können. Die unter Beteiligung von Zuwanderinnen und Zuwanderer begangenen Straftaten haben einen Anteil von 4,8 Prozent an den erfassten Gesamtstraftaten im Jahr 2020. Es wurden im Jahr 2020 insgesamt 6.005 tatverdächtige Zuwanderinnen und Zuwanderer ermittelt, davon waren 85,3 Prozent männlich und 14,7 Prozent weiblich. Hier finden Sie die Präsentation der PKS . Impressum: Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt Verantwortlich: Danilo Weiser Pressesprecher Halberstädter Straße 2 / am "Platz des 17. Juni" 39112 Magdeburg Tel: (0391) 567-5504/-5514/-5516/-5517/-5377 Fax: (0391) 567-5520 Mail: Pressestelle@mi.sachsen-anhalt.de

Belastung der Umwelt und von Lebensmitteln mit polychlorierten Biphenylen und ausgewählten POPs

Der Beitrag befasst sich mit den Ursachen und Pfaden der Belastung der Umwelt, von Nutztieren und Lebensmitteln durch polychlorierte Dibenzo-p-Dioxine, Dibenzofurane (PCDD/F) und polychlorierte Biphenyle (PCB) sowie ausgewählte Ersatzstoffe zu PCB. Die wichtigsten PCDD/F- und PCB-Expositionsquellen in der Umwelt einschließlich Senken und Reservoire werden benannt. Derzeitige Erkenntnisse zu kausalen Zusammenhängen zwischen der Grundbelastung von Umweltkompartimenten und zur (Bio) Magnifikation in der Nahrungskette basieren auf den Ergebnissen von Forschungsprojekten des Umweltbundesamtes der letzten fünf Jahre. In: UMID : Umwelt und Mensch - Informationsdienst ; Umwelt & Gesundheit, Umweltmedizin, Verbraucherschutz / Boden- und Lufthygiene (Berlin) Institut für Wasser. (2018), Heft 1, Seite 33

Ausarbeitung von Arbeitshilfen zur methodischen Ereignisanalyse und Ergebnisauswertung zur Fortschreibung des Standes der Technik

Zielsetzung des Vorhabens war die Förderung der Anwendung von systematischen, dem Stand der Technik entsprechenden Verfahren zur Analyse von Ereignissenund Verbesserung der Kommunikation gewonnener Erkenntnisse durch Behörden. Grundlage ist die Seveso III-Richtlinie (2012/18/EU), in der Anforderungen an die Ereignisanalyse und Erkenntniskommunikation bestimmt werden, insbesondere, dass die Analyse durch eine Behörde zu erfolgen hat.Es wurden 39 Verfahren zur Ereignisanalyse identifiziert. Aus diesen wurden mit dem Forschungsbegleitkreis drei für den Einsatz durch Behörden geeignete Verfahren ausgewählt: Abweichungsanalyse, SOL 3.0 und Storybuilder/BowTie. Für diese Verfahren wurdenManuale erstellt und mit Behördenvertretern diskutiert sowie Verfahren an drei realen Ereignissen erfolgreich erprobt. Die Hilfsmittel wurden als handhabbar eingeschätzt und in den drei Erprobungen konnten jeweils neue Erkennt-nisse über die Ereignisse gewonnen werden, die über die ursprüngliche Auswertung hinausgingen. Während der Erprobung wurde die Bedeutung der Informationssammlung vor der eigentlichen Ana-lyse deutlich und es entstand der Wunsch nach einer Checkliste für die Informationssammlung für Ereignisanalysen. Es zeigte sich, dass der Aufwand für die verfahrensunabhängige Informations-sammlung deutlich höher war, als für die Informationsaufbereitung und eigentliche Ereignisanalyse mit den ausgewählten Verfahren. Zudem wurde deutlich, dass nach der Ereignisanalyse noch eine Phase der aktiven Erkenntniskommunikation folgen muss, damit aus der Analyse eine Prävention von Ereignissen folgen kann. Die erwünschte Checkliste zur Informationssammlung wurde entwi-ckelt. Diese und die Manuale für die Verfahren sowie weitere Hilfsmittel finden sich im Anhang des Berichtes.Abschließend wurden Empfehlungen zur guten Praxis der Ereignisanalyse formuliert. Diese Empfehlungen und die Checkliste zur Informationssammlung wurden dem Ausschuss anlagenbezogener Immissionsschutz und Störfallvorsorge (AISV) der Bund-Länder Arbeitsgemeinschaft für Immissions-schutz (LAI) vorgelegt, der sie als für die Ereignisanalyse geeignet beurteilte. <BR>Quelle: Forschungsbericht

WHO: Bericht über Daten zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung

Nach einem am 31. Januar 2013 veröffentlichten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann eine langfristige Exposition gegenüber Feinstaub (PM2,5) zu Arteriosklerose führen, Geburten beeinträchtigen und Atemwegserkrankungen bei Kindern auslösen. Der Bericht über Daten zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung (Review of Evidence on Health aspects of air pollution – REVIHAAP) deutet zudem darauf hin, dass möglicherweise ein Zusammenhang mit der Entwicklung des Nervensystems, kognitiven Funktionen und Diabetes besteht, und erhärtet den kausalen Zusammenhang zwischen PM2,5 und Sterbefällen bei Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der WHO-Bericht liefert neue Daten über die Auswirkungen einer langfristigen Ozon-Exposition auf die Sterblichkeit bei Atemwegserkrankungen und unter Menschen mit Prädispositionen aufgrund chronischer Erkrankungen. Zudem deutet der Bericht darauf hin, dass sich die Ozon-Exposition auf die kognitive Entwicklung und die reproduktive Gesundheit einschließlich Frühgeburten auswirkt. Die Forschungsarbeiten wurden im Auftrag der Europäischen Kommission im Rahmen der für 2013 vorgesehenen Überprüfung der EU-Politik für Luftqualität durchgeführt.

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