Ziel des Projektes war es, die Entsorgung des Klärschlamms der Kläranlage (KLA) Linz-Unkel langfristig und zukunftsorientiert sicherzustellen. Dies sollte durch die Installation einer thermischen Klärschlammbehandlungsanlage erreicht werden, bei der der Klärschlamm energieeffizient getrocknet und anschließend karbonisiert wird. Für die Karbonisierung wurde das PYREG® Verfahren vorgesehen. Beim PYREG® Verfahren soll der Klärschlamm, ähnlich wie bei einer Verbrennung, zur Energiegewinnung um Teile der Organik reduziert, weitestgehend hygienisiert und von organischen Schadstoffen entfrachtet werden; der im Karbonisat enthaltenen Phosphor soll jedoch pflanzenverfügbar, sowie Restgehalte an Organik zur Bodenverbesserung enthalten bleiben. Im Zuge der Umsetzung erfolgte im Wesentlichen der Ersatz der vorhandenen Kammerfilterpresse durch eine Schneckenpresse, die Implementation eines Niedertemperatur-Bandtrockners für die Schlammtrocknung, sowie der Karbonisierungsanlage. Im Projektverlauf traten verfahrenstechnische Schwierigkeiten auf, hier v.a. die Betriebszeiten der PYREG®-Anlage, die bis zum Projektende nicht behoben werden konnten. Wesentlich beeinflusst wurde das Projekt durch die juristische Feststellung, dass Karbonisat in Deutschland aktuell kein zugelassenes Düngemittel darstellt und somit als Abfall zu entsorgen ist, wodurch die Wirtschaftlichkeit negativ beeinflusst wird. Weitere negative Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit entstanden durch die Energiekostensteigerung v.a. durch die Ukraine-Krise ab Feb. 2022 und Abweichungen zwischen geplanter und realer Energiebilanz der zentralen Anlagenkomponenten. Daher wurde die Anlage 2022/23 außer Betrieb genommen.
Quelle: Forschungsbericht