Die Strategie zur Anpassung an den Klimawandel der Freien und Hansestadt Hamburg stellt die Weichen, um die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Umwelt vor Gefährdungen durch Extremwetterereignisse schützen. Sie verfolgt zudem die übergeordneten Ziele, die Lebensqualität in Hamburg trotz bereits eingetretener und zukünftiger Klimaveränderungen dauerhaft zu sichern und die private Eigenvorsorge zu stärken. Dabei hantiert sie das Prinzip der Vorsorge und setzt auf eine vorausschauende Risikominimierung statt reaktiver Schadensbewältigung. Die Strategie nennt drei prioritäre Handlungsbedarfe: der Küsten- und Binnenhochwasserschutz, die Starkregenvorsorge und die gesamtstädtische Verwirklichung der Blau-Grünen Infrastruktur. umfasst elf Handlungsfelder, die die gesamte Bandbreite der mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen abdecken. enthält konkrete Maßnahmen, die mit besonderem Nachdruck umgesetzt werden. Dazu gehört unter anderem die Umsetzung von baulichen Maßnahmen zum Schutz der kritischen Infrastruktur vor Starkregen. sieht ein systematisches Maßnahmen-Monitoring sowie die Weiterentwicklung des Klimafolgen-Monitorings zur Erfolgskontrolle vor. Zielgruppe Die Maßnahmen sind von den verantwortlichen Dienststellen umzusetzen. Die Stadt unterstützt zudem Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger dabei, sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Wissenschaftlicher Hintergrund Die Strategie bündelt erstmals alle relevanten Anpassungsaspekte in einem eigenständigen strategischen Rahmen. Grundlage für die Einschätzung der mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und der entsprechenden Notwendigkeit zur Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen ist eine Analyse klimatischer Veränderungen, unter anderem anhand der IPCC-Berichte, der Ergebnisse des Klimareports Hamburg aus 2021 und weiterer wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels.
Für ein langfristiges Klima- und Klimafolgen-Monitoring für Sachsen ist eine qualitativ gesicherte und an den Bedarfen ausgerichtete Datengrundlage unumgänglich. Im Fachzentrum Klima Sachsen erfolgt eine fachlich fundierte Aufbereitung von gemessenen Klimadaten zu klimatologisch konsistenten Datensätzen sowie deren Auswertung im Hinblick auf die Entwicklung witterungsbedingter Extreme (Starkregen, Trockenheit u.a.) und weiterer spezieller Fragestellungen. Zur Abbildung der Klimaentwicklung in Sachsen bilden Beobachtungen und Klimaprojektionen im Zeitraum 1881 bis 2100 die Datengrundlage.
<p>Grüne Fassade aus über 30.000 Hainbuchen, die eine gut 8 Kilometer lange Hecke auf dem Dach und der Fassade des Kö-Bogen-2 Hauses und damit die größte begrünte Fassade in Europa bilden. Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland</p><p>Das neue Forschungsprojekt "Blue Green City Coaching (BGCC)" unterstützt kommunale Entscheider*innen, Potenziale und Grenzen von naturbasierten Lösungen (NbS) für die Klimaanpassung zu ermitteln. Im Fokus stehen dabei die Bewertung der NbS bei Klimafolgen wie Hitze und Dürre sowie der Einfluss von NbS auf die urbane Klimaresilienz kleinerer Großstädte und deren Umland.</p><p>Naturbasierte Lösungen (<em>Nature-based Solutions</em>, NbS) zählen laut einer Studie der Europäischen Umweltagentur zu den effizientesten Wegen, um die Folgen des Klimawandels – wie zunehmende Hitze und Trockenheit in vielen deutschen Städten und deren Umland – zu bewältigen.1 Auch die nationale Wasserstrategie forciert die Umsetzung von naturbasierten Lösungen, insbesondere in Kombination und Synergie mit technischen Infrastrukturen.2 Gleichzeitig gilt es, wichtige Fragen anzugehen und einige Hindernisse zu überwinden, um die vielseitigen Potentiale von NbS für die urbane Klimaanpassung in Deutschland noch besser auszuschöpfen. Hauptsächlich kommen derzeit blaugrüne Infrastrukturelemente zum Einsatz, dabei können wasserbezogene NbS vielfältige Formen und Ausgestaltungen annehmen: Auenstrukturen, Moore zum Wasserrückhalt in der Landschaft, urbane Gewässer, grüne Freiräume im urbanen Raum, de- und semizentrale Pflanzenkläranlagen sowie Dach- und Fassadenbegrünen. Folgende Punkte können für eine flächendeckende und vernetzte Umsetzung von NbS in deutschen Kommunen förderlich sein3:</p><p>Im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=BMBF#alphabar">BMBF</a>-Vorhaben „Leipziger BlauGrün“ werden bis Sommer 2025 mehrere Tools entwickelt, die an diese Anforderungen anknüpfen. Die siedlungswasserwirtschaftliche Modellierung abflussfreier Stadtquartiere mit Hilfe blaugrüner Infrastriukturen kann methodisch in jeder Stadt bei ausreichender Datenlage angewandt werden. Blaugrüne Investitionspotentialkarte, blaugrüne Bewertungssteckbriefe und blaugrüne Toolboxen sind ebenso wie die Bausteine einer blaugrünen Infrastrukturplanung grundsätzlich von Leipzig aus übertragbar auf andere deutsche Großstädte. </p><p>Damit NbS ihre Rolle als zentrale Lösung in der Klimaanpassung einnehmen können, sind mehrere Faktoren von Bedeutung. So erfordert etwa das Ermitteln und Quantifizieren von Potenzialen und Grenzen von NbS für die Klimawandelanpassung einen handlungsorientierten Ansatz. Neben technischen und ökologischen Parametern sollten ebenfalls soziale und ökonomische Kriterien und Indikatoren einbezogen werden. Diese gilt es, wissensbasiert auszuwählen und praxisnah zu operationalisieren. Essentiell ist ferner die transparente Bewertung, in welchem Maße NbS zur Erreichung urbaner Klimareslilienz beitragen können.</p><p>Das neue Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Blue Green City Coaching (BGCC) - Implementierung blaugrüner Infrastrukturen zur Klimaanpassung kleinerer deutscher Großstädte: Aufbau eines wissenschaftsbasierten und anwendungsorientierten Coachings für Entscheidungsträger*innen in Stadt- und Regionalplanung“ kann die blaugrüne Stadtentwicklung vorantreiben. Das Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes wird vom <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=BMUV#alphabar">BMUV</a> aus Mitteln des Aktionsprogramms Natürlicher <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimaschutz#alphabar">Klimaschutz</a> (ANK) gefördert und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ in Kooperation mit Fresh Thoughts und dem Deutschem Institut für Urbanistik umgesetzt. Es wird aktiv unterstützt vom Zentrum Klimaanpassung und dem Deutschen Städtetag.</p><p>Das Projekt unterstützt kleinere deutsche Großstädte mit 100.000 bis 300.000 Einwohnern dabei, Risiko- und Potenzialanalysen von NbS durchzuführen und die Basis für gemeindeübergreifende Transformationsstrategien sowie integrierte Konzepte und Kooperationen zu schaffen. Ingesamt zehn Kommunen werden ab ca. Mitte 2025 bis Ende 2027 intensiv begleitet. Im Frühjahr 2025 wird es die Möglichkeit geben, sich dafür zu bewerben.</p><p>Das Coaching stellt Praxisnähe her, schafft institutionalisierte Partizipation der Entscheidungsträger*innen in der Stadt und testet zugleich verschiedene Bewertungsmethoden für NbS. Konkret soll das BGCC Entscheidungsträger*innen befähigen, wissenschaftlich koordiniert anwendbare Implementierungsstrategien für blaugrüne Infrastrukturen (BGI) zu erstellen. Dabei werden Potentiale und Grenzen identifiziert und diese möglichst im interkommunalen Austausch und mit Hilfe der sozialwissenschaftlichen, juristischen und siedlungswasserwirtschaftlichen Expertise des Projektteams überwunden. Methodisch werden vorhandene Bewertungssysteme für die Effekte und Potentiale wasserbezogener NbS in einer Coaching-Toolbox gebündelt, um Stadtakteuren Argumente und praxisnahe Hilfestellungen für NbS-Potentiale an die Hand zu geben. Bei diesen in der Coaching-Toolbox enthaltenen Potentialen geht es neben finanziellen Anreizen beispielsweise um <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/m?tag=Monitoring#alphabar">Monitoring</a> von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=Biodiversitt#alphabar">Biodiversität</a> und Stadtklima mit vielfältigen Effekten auf die Stadtgesundheit; dazu zählen unter anderem die Verringerung der Anzahl von Hitzetoten, eine erhöhte Lebenserwartung und verringerte Gesundheitskosten. </p><p>Ein Forschungsschwerpunkt von BGCC bezieht die Perspektive des Stadtumlandes ein. Es wird dabei analysiert, ob die Einführung von wasserbezogenen NbS für die Klimaresilienz in der Stadt zu Wasserkrisen und Nutzungskonflikten zwischen Stadt und Umland führt. Der Fokus liegt dabei auf lokalem Rückhalt des Regenwassers zur Linderung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimafolgen#alphabar">Klimafolgen</a> wie Hitze, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/d?tag=Drre#alphabar">Dürre</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/s?tag=Starkregen#alphabar">Starkregen</a>.</p><p>Abschließend analysieren sozialwissenschaftliche Expert*innen des Projektteams systematisch die Umsetzungspotenziale und -hemmnisse und bündeln die Ergebnisse. Als Kernprodukt von BGCC entsteht das “BG-Coaching-Handbook”, welches die Toolbox-Inhalte als Handlungsanleitung für die Infrastrukturplanung auch für andere Kommunen replizierbar macht.</p><p>Die bis Ende 2027 dauernde Projektlaufzeit des BGCC unterteilt sich in vier Phasen. Die erste Projektphase zielt darauf ab, die Coaching-Toolbox zu Abläufen, zur Methodik und zu Vermittlungsinhalten des Coachings zu entwickeln. Zu diesem Zweck werden Synergien eigener Planungstools und vorhandener NbS-Konzepte geschaffen. Gegenstand der zweiten Phase mit Beginn Frühjahr 2025 ist der Bewerbungsprozess von Großstädten mit bis zu 300.000 Einwohnern für das Schwammstadt-Coaching. Phase drei umfasst die systematische Beratung und Begleitung der ausgewählten Kommunen zur Implementierung blaugrüner Infrastrukturen auf Basis der in der ersten Phase entwickelten Toolbox. Das Coaching befähigt teilnehmende Städte, kurz-, mittel- und langfristige Handlungserfordernisse, Ressourcenbedarfe und Voraussetzungen einer klimaangepassten und wassersensiblen Stadtentwicklung zu bestimmen. Zum Abschluss des Foschungsvorhabens werden in der vierten Phase die entwickelte Coaching-Toolbox sowie die Inhalte der Implementierungsstrategien evaluiert und optimiert. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Erstellung des Coaching Handbooks sowie in Fachpublikationen ein.</p><p>Auf diese Weise stellt das BGCC sicher, dass die Erkenntnisse aus der systematischen Unterstützung der teilnehmenden Städte zukünftig auch anderen Kommunen zugutekommen und die Weichen für den gezielten Einsatz von NbS im Rahmen der Klimaanpassung in ganz Deutschland stellen können.</p><p> </p><p>Autor*innen: Nike Sommerwerk (Fresh Thoughts), Frank Hüesker (UFZ), Andreas Huck (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>)</p><p>Kontakt: frank [dot] hueesker [at] ufz [dot] de</p><p> </p><p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter </em><em>Klimafolgen</em><em> und Anpassung Nr. 93 veröffentlicht. </em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter">Hier</a><em> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p><p> </p><p>1 <a href="https://www.eea.europa.eu/publications/nature-based-solutions-in-europe">https://www.eea.europa.eu/publications/nature-based-solutions-in-europe</a></p><p>2 <a href="http://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Binnengewaesser/BMUV_Wasserstrategie_bf.pdf">www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Binnengewaesser/BMUV_Wasser...</a></p><p>3 <a href="https://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/40822/nature_based_solutions_Summary.pdf?sequence=1&isAllowed=y">https://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/40822/nature_based_solutions_Summary.pdf?sequence=1&isAllowed=y</a></p>
Die beobachtete Klimaentwicklung führt zu Veränderungen in Natur und Gesellschaft, die bereits heute messbar sind. Durch die Beobachtung dieser Veränderungen, im Rahmen des Klimafolgen-Monitorings, werden die Auswirkungen der Klimaveränderungen für Sachsen mit Hilfe von Indikatoren sichtbar gemacht. Die Erkenntnisse aus dem Monitoring sind wiederum ein Baustein für eine zielgerichtete Planung, Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen.
Das Klimainformationssystem Hamburg bietet ein breites Spektrum von textlich und grafisch aufbereiteten Fakten und Daten zur Klimaentwicklung und zu den Klimawirkungen in Hamburg an. Die konkreten Auswirkungen des Klimawandels sind anhand von 38 Indikatoren in acht Handlungsfelder aufgeschlüsselt, z. B. Stadt- und Landschaftsplanung, Bauwesen, Wirtschaft und Küstenhochwasserschutz. Es bildet ein wichtiges Fundament für die Hamburger Klimaanpassungsstrategie. Das Klimainformationssystem bietet den Nutzenden: Informationen zur Entwicklung des Klimas in Hamburg Hinweise auf die Klimaauswirkungen und wie sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt haben Darstellung ausgewählter Stadtentwicklungsparametern, die einen Einfluss auf die Ausprägung von Klimawirkungen haben (z. B. Bevölkerungsdichte, Alter der Bevölkerung, Versiegelungsgrad) Grafisch aufbereitete Ergebnisse des Klimareports Hamburg 2021 vom Deutschen Wetterdienstes (DWD) zur vergangenen und zukünftigen Entwicklung des Klimas Einblick in die Hamburger Klimaforschung im Exzellenzcluster „CLICCS – Klima, Klimawandel und Gesellschaft” und deren Ergebnisse Zielgruppe Das Klimainformationssystem richtet sich an alle interessierten Personen aus der Bundes-, Landes - und Kommunalverwaltung aber auch an Unternehmen und Wirtschaftsverbände, Umwelt- und Sozialverbände, Bürgerinnen und Bürger sowie an die Hamburger Presse und die Hamburger Bildungseinrichtungen. Ein Nutzen besteht zudem für Stadtplanungsbüros und Forschende. Wissenschaftlicher Hintergrund Im Rahmen des Klimafolgen-Monitorings für Hamburg wurden von BUKEA zusammen mit dem Unternehmen Bosch und Partner Daten aus unterschiedlichsten Bereichen zusammengetragen, ausgewertet und für die Öffentlichkeit aufbereitet, u.a. Ergebnisse aus dem 6. Sachstandsbericht des IPCC, Daten des DWD, der Universität Hamburg, der Hamburger Hochbahn, von HAMBURG WASSER und des Gesamtverbands Deutscher Versicherungswirtschaft.
Im Zusammenhang mit dem Klimafolgenmonitoring sieht die Bundesregierung laut Aktionsplan Anpassung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (APA) folgende Maßnahme als vordringlich an: 'Erhalt, Weiterentwicklung, Vernetzung und Anpassung der Instrumente des Bodenmonitorings und der Erhebung des Bodenzustands, um die für die Konzeption von Anpassungsmaßnahmen erforderlichen Daten zu langfristigen Prozessen im Boden und zu möglichen Veränderungen des Bodenzustands bereit zu stellen.' Kernziel des Vorhabens ist der Erhalt von belastbaren Aussagen über die Veränderungen des Bodenzustands vor dem Hintergrund des Klimawandels für die Themen Bodenbiologie und organische Substanz. Das Vorhaben knüpft dabei an das laufende FuE-Projekt 'Konzeption und Umsetzung eines Klimafolgen-Bodenmonitoring-Verbunds' an, in dem für die Schwerpunktthemen 'Bodenerosion' und 'Bodenwasserhaushalt' eine Untersuchung der bestehenden bodenrelevante Messnetze und eine damit in Zusammenhang stehende dezidierte Prüfung und Analyse der Standortdaten erfolgt. Darauf aufbauend werden der Arbeitsaufwand (finanziell und fachlich) abgeschätzt und die zur Umsetzung des Klimafolgen-Bodenmonitoring-Verbunds erforderlichen Arbeitsschritte abgeleitet. Die Projektergebnisse sind wichtige Bausteine für die Vulnerabilitätsanalyse, in der u. a. Aussagen zu regionalen und/oder thematischen 'hot spots' getroffen werden sollen, die dann Anpassungserfordernisse begründen. Ebenso tragen sie dazu bei, die Boden-Indikatoren für den Monitoringbericht der DAS mit belastbaren Daten zu untersetzen. Diese sollen die Wirkungen des Klimawandels und die beginnende Anpassung im Handlungsfeld Boden aufzeigen.
Im Klimaschutzgesetzt NRW ist das Monitoring der Maßnahmen des Klimaschutzplans verankert. Daher sollen für die 16 Handlungsfelder im Bereich Klimaanpassung Indikatoren definiert werden, die die Auswirkungen des Klimawandels aufzeigen. Hierbei kann in verschiedenen Umweltbereichen bereits auf das Klimafolgenmonitoring NRW (www.kfm.nrw.de) aufgesetzt werden. Zudem soll ein Anpassungsmonitoring etabliert werden. Ziel des Anpassungsmonitoring ist es, die Wirkung der Maßnahmen des Klimaschutzplans im Bereich Anpassung, die ebenfalls den 16 Handlungsfeldern zugeordnet werden können, zu bestimmen. Hierfür sollen ebenfalls Indikatoren gefunden werden, die die Wirkung der Anpassungsmaßnahmen bzw. die Resilienzsteigerung im jeweiligen Handlungsfeld (dauerhaft) darstellen können. Darüber hinaus sollen in einer Impact-Analyse weitere Effekte, wie u. a. soziale und beschäftigungspolitische Auswirkungen der Maßnahmen des Klimaschutzplans, gesamtwirtschaftliche Wechselwirkungen sowie Wirkungsbeiträge und Wechselwirkungen mit Maßnahmen auf anderen Handlungsebenen erfasst werden und auch Kosten-Nutzen-Abschätzungen vorgenommen werden. Die Ergebnisse des Monitorings und der Impact-Analyse sollen zudem bewertet werden, um Vorschläge und Hinweise für die Fortschreibung des Klimaschutzplans 2020 geben zu können.
Klima und Luft sind wesentliche Umweltfaktoren. Die nachhaltige Sicherung dieser Schutzgüter ist von hoher Bedeutung für die Erhaltung der menschl. Gesundheit, seiner Regenerationsfähigkeit, sowie für den Schutz der Ökosysteme und die lange Lebensdauer von Infrastruktur. Das Raumordnungsgesetz enthält als Konkretisierung dieser Vorsorgeaufgabe u.a. den Grundsatz Freiräume in ihrer Funktion für das Klima zu sichern. Mit dem beabsichtigten Vorhaben soll eine landesweite Betrachtung und Bewertung der Klimafunktionen mit Hilfe von Satellitenbildern ermöglicht werden, welche als fachliche Grundlage für die Regional- und Stadtplanung in Thüringen dient. Im Vergleich zu früheren Zeiträumen (Klimaperioden) sind global und regional deutliche sowie signifikante Veränderungen des Klimas feststellbar. 2017 hat das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz den ersten Monitoringbericht zu den Klimawandelfolgen in Thüringen veröffentlicht. Im Rahmen dieses Klimafolgenmonitorings wurden u.a. die Klimafolgen-Indikatoren 'Wärmebelastung in Städten' und 'Sommerlicher Wärmeinseleffekt' für die Großstädte Jena und Gera definiert. Durch Weiterentwicklung und Zuhilfenahme weiterer Städte, soll eine Verbesserung der Indikatoraussagen erreicht werden. In Kooperation mit dem Institut für Geographie der F.-Schiller-Universität Jena und dem Institut für Klima- und Energiekonzepte INNEK GmbH sollen folgende wissenschaft.-techn. Ziele erreicht werden: - Entwicklung einer Methodik zur Erstellung von Klimafunktionskarten für die Stadt- und Regionalplanung - Aufbau einer Geodateninfrastruktur zum automatisierten Zugriff auf Satellitenzeitserien - Aufbereitung und Analyse von frei verfügbaren Satellitenzeitserien für ein verbessertes Stadtumweltmonitoring - Bereitstellung von Satellitendaten zur Zeitreihenberechnung von Klimafolgen-Indikatoren für das Handlungsfeld Bauwesen im Freistaat Thüringen - Implementierung eines operationellen Kartendienstes für Planungsträger in Thüringen. Eine wesentliche fachl. Anforderung besteht darin, die Möglichkeiten der Fernerkundung für die formelle Planung zur Berücksichtigung klimatischer Veränderungen dauerhaft und operationell für Landesbehörden zu nutzen. Der konkrete Entwicklungsbedarf wird in einem neuen Arbeitsinstrument für die Regional- und Stadtplanung gesehen. Hierzu werden auf Geodateninfrastrukturen basierende Prozessketten und Dienste entwickelt, um lokalklimatische Einflussfaktoren zu detektieren. Am Projektende soll eine Spezifikation der erforderlichen Datenverarbeitung (Demonstrator) entstehen, die langfristig Dienste für die Nutzung der TLUG und den Planungsträgern in Thüringen zur Verfügung steht. Im Projekt soll außerdem daran gearbeitet werden, eine Verdichtung von terrestrischen Geoinformationen zu erreichen. Die dabei gewonnenen Daten werden in Absprache mit fachl. Ansprechpartnern so aufbereitet, dass diese in die Datenbankstruktur der Kommunalverwaltungen implementiert werden können.
Veranlassung ist die Fortschreibung/Aktualisierung der im Jahr 2010 abgeschlossenen Untersuchung zu möglichen Veränderungen von Starkniederschlägen in NRW in Bezug auf Dauer, Intensität und Eintretenswahrscheinlichkeit. Ziel ist dabei eine verbesserte Aussagekraft für verschiedene Zielgruppen durch ein Basisvorhaben mit erweiternden Modulen. Im Vorhaben ExUS 2010 wurden Auswertungen mit größtmöglicher Datenbasis verschiedener Messnetzbetreiber in NRW (1950 bis 2008) sowie primär- und extremwertstatistische Analysen durchgeführt. Die Ergebnisse des Vorhabens dienen als Grundlage für wasserwirtschaftliche Bewertungen und Planungen, insbesondere im Bereich der Klimaanpassungsplanung sowie grundsätzlich für die Bewertung des Klimawandels, z.B. im Klimafolgenmonitoring. Vergleichbar angelegte Untersuchungen sind aus anderen Bundesländern nicht bekannt. Projektgliederung: Basisteil 1: Fortschreibung ExUS2010 - Datenprüfung neuer Messdaten; Programmerweiterungen - Prüfung und Bewertung der Untersuchungsverfahren und Auswertemethoden aus ExUS2010 - Wiederholung der relevanten Untersuchungsverfahren und Auswertemethoden für Datensätze bis 2018. Basisteil 2: Erweiterung von ExUS2010 - Weiterentwicklung der der relevanten Untersuchungsverfahren und Auswertemethoden aus ExUS2010 - Erweiterung um neue Auswertealgorithmen - Erweiterung einzelner Kenngrößen auf kleinere Dauerstufen (Stunden- und Minutensummen) Basisteil 3: Ergänzung der Stationsdaten um Radarniederschlagsdaten - Untersuchung der Robustheit statistischer Auswertungen auf Basis (kurzer) Radarniederschlagszeitreihen - Qualitätsvergleich der online verfügbaren und der offline aufbereiteten Radardaten - Ermittlung von Starkregengebieten anhand eines 1 km x 1 km Rasters - Untersuchung, ob Zusammenhänge zwischen Niederschlagshöhe, der räumlichen Ausdehnung und der Ereignisdauer festgestellt und formal beschrieben werden können Fachmodul 1: Klimatologische Untersuchungen (LANUV) - Untersuchung weiterer klimatologischer Parameter wie Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Phänologie Fachmodul 2: Ergebnisdarstellung in Anlehnung an andere Studien - Wissenschaftliche Darstellung ausgewählter Untersuchungen (z. B. über Perzentile und Box-Whisker-Plots) Fachmodul 3: Auswertung von Klimaprojektionen - Parameter Niederschlag - Wiederholung ausgewählter Auswertungen aus ExUS2010 mit Daten aus aktuellen Klimamodellen Fachmodul 4: Web-basierte Ergebnisdarstellung - Web-basierte Ergebnisdarstellung auf den Internetseiten des LANUV Ziele von ExUS 2020 sind somit die verbesserte Bewertungsmöglichkeit bei Starkregensituationen und eine weitergehende Bewertung des Klimawandels. Potentielle Zielgruppen / Nutzer sind wasserwirtschaftliche Anwender (Land NRW, Verbände, Kommunen, Kreise, Planungsbüros, Hochschulen) mit dem Ziel der Ermittlung von Bemessungsgrundlagen und deren Entwicklung sowie klimatologische Anwender (DWD und vorgenannte) mit dem Ziel der Gewinnung von Daten für (Text gekürzt)
Im Zusammenhang mit dem Klimafolgenmonitoring sieht die Bundesregierung laut Aktionsplan Anpassung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (APA) folgende Maßnahme als vordringlich an: 'Erhalt, Weiterentwicklung, Vernetzung und Anpassung der Instrumente des Bodenmonitorings und der Erhebung des Bodenzustands, um die für die Konzeption von Anpassungsmaßnahmen erforderlichen Daten zu langfristigen Prozessen im Boden und zu möglichen Veränderungen des Bodenzustands bereit zu stellen.' Einen ersten fachlichen Rahmen bildet die seit Januar 2014 vorliegende Konzeption eines Klimafolgen-Bodenmonitoring-Verbundes. Sie basiert auf der Nutzung, Vernetzung und Weiterentwicklung bestehender bodenbezogener Messnetze, konzentriert sich in einem ersten Schritt auf dem Intensiv-Monitoring und baut auf der freiwilligen Zusage der Messnetzbetreiber auf, Standortdaten einzubringen. Es werden geeignete Messgrößen für die vier Schwerpunktthemen 'Bodenerosion', 'Humus', 'Wasserhaushalt' und 'Bodenbiologie' benannt und konkrete Anforderungen an Monitoringstandorte und Untersuchungsprogramme formuliert. Darüber hinaus haben eine Vielzahl der Messnetzbetreiber zugesagt, BDF- sowie weitere Standortdaten in den Klimafolgen-Bodenmonitoring-Verbund einzubringen. Mit dem Stand vom Januar 2014 liegen dem UBA Rückmeldungen für über 50 Standorte deutschlandweit vor. Projektziele sind die dezidierte Prüfung und Analyse der gemeldeten Standortdaten, die darauf aufbauende Abschätzung des Arbeitsaufwands (finanziell und fachlich) sowie die Ableitung der nächsten Arbeitsschritte zur Umsetzung des Klimafolgen-Bodenmonitoring-Verbunds. Der fachliche Fokus liegt dabei auf den Themen 'Wasserhaushalt' und 'Erosion'.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 23 |
| Europa | 3 |
| Land | 37 |
| Weitere | 9 |
| Wissenschaft | 10 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 19 |
| Text | 26 |
| unbekannt | 14 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 29 |
| Offen | 28 |
| Unbekannt | 2 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 54 |
| Englisch | 7 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 2 |
| Datei | 1 |
| Dokument | 23 |
| Keine | 16 |
| Webseite | 34 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 51 |
| Lebewesen und Lebensräume | 57 |
| Luft | 59 |
| Mensch und Umwelt | 59 |
| Wasser | 52 |
| Weitere | 59 |