Das Projekt soll die Wirkung der CO2-Bepreisung im Anwendungsbereich des EU-ETS 2 (Gebäude, Verkehr und nicht-ETS1-Industrie) auf die betroffenen Akteure (Unternehmen und private Haushalte) analysieren und evaluieren. Das Projekt soll u.a. Belastungswirkungen der CO2-Bepreisung und damit zusammenhängender Entlastungsinstrumente für private, insbesondere vulnerable Haushalte untersuchen. Insbesondere ist dabei eine Auswertung der ab 2026 anlaufenden Klima-Sozial-Pläne der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten von Interesse. Auf gewerblicher Seite stellen sich Fragen zu den Auswirkungen insbesondere auf Kleinstunternehmen außerhalb des EU-ETS 1 im Kontext der allgemeinen klimapolitischen Rahmenbedingungen. Diese umfassen z.B. die Kostenbelastung durch den EU-ETS 2 sowie Möglichkeiten zur Weitergabe dieser, Carbon Leakage, Vermeidungskosten zum Umstieg auf klimafreundliche Technologien, und mögliche ergänzende Maßnahmen zur Unterstützung und Dekarbonisierung der Unternehmen.
<p>Eine neue Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt, dass die CO₂-Bepreisung allein nicht ausreichen wird, damit Deutschland bis 2045 klimaneutral wird. Stattdessen ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der die Lenkungswirkung von Energiepreisen mit dem Ausbau öffentlicher Infrastrukturen und der Förderung von Klimaschutztechnologien kombiniert.</p><p>Die deutschen Klimaziele können nur durch den kombinierten Einsatz verschiedener energie- und klimapolitischer Instrumente erreicht werden. Dies sind zentrale Ergebnisse einer neuen Studie, die das Öko-Institut zusammen mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung und Professor Stefan Klinski von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin im Auftrag des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a> vorgelegt hat. Die Studie untersucht mit Hilfe empirischer Daten und Modell-Analysen, wie sich die Energienachfrage bei steigenden Preisen verändert.</p><p>Die Studie hebt hervor, dass Energie- und Strompreise sowie staatlich bestimmte Preisbestandteile wie Steuern und Netzentgelte erhebliches Potenzial bieten, Energieeinsparungen zu fördern und Treibhausgasemissionen zu senken. Besonders in den energieintensiven Sektoren Gebäude, Verkehr und Industrie können diese Maßnahmen eine signifikante Wirkung entfalten. Gleichzeitig betonen die Forschenden die Notwendigkeit, die negative Auswirkungen hoher Energiepreise auf einkommensschwache Haushalte abzumildern.</p><p>Ein konkretes Beispiel aus der Studie verdeutlicht das Potenzial dieses Ansatzes: Wärmepumpen mit flexiblen Stromtarifen können wirtschaftlich konkurrenzfähig zu Erdgasheizungen sein. Für ein Einfamilienhaus liegen die jährlichen Gesamtkosten einer Wärmepumpe mit flexiblem Tarif bei 5.090 Euro, während eine Gas-Brennwert-Anlage mit 5.224 Euro zu Buche schlägt. Viele private Haushalte achten weniger auf die Gesamtkosten, sondern besonders auf die Anschaffungskosten der Heizungsanlage. Diese werden gegenüber zukünftigen Kosten im Betrieb häufig überbewertet. Das hat auch damit zu tun, dass Menschen oft kurzfristig handeln. Um den Markthochlauf von Wärmepumpen zu beschleunigen, empfiehlt die Studie eine Reihe politischer Maßnahmen, darunter die Senkung der Anschaffungskosten, eine einkommensgestaffelte Förderung und die kontinuierliche Beobachtung des Verhältnisses von Strom- und Gaspreisen. Denn ob sich eine Wärmepumpe im Vergleich zur Erdgasheizung wirklich lohnt, hängt nicht nur vom Strompreis, sondern auch vom Erdgaspreis ab. Im Falle einer ungünstigen Entwicklung sollte der Staat aktiv gegensteuern, z.B. durch niedrige Mehrwertsteuern für Strom mit flexiblen Stromtarifen. </p><p>Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass effektiver <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimaschutz#alphabar">Klimaschutz</a> mehr erfordert als nur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/c?tag=CO2#alphabar">CO2</a>-Bepreisung. Sie empfehlen der Bundesregierung, verschiedene preisliche Hebel zu nutzen. So sollte die Ausgestaltung der staatlich bestimmten Bestandteile von Energie- und Strompreisen reformiert werden. Zu diesen Preisbestandteilen gehören beispielsweise Steuern und/ oder Netzentgelte. Flankierend sollte die Bundesregierung Infrastrukturen ausbauen und gezielte Hilfen für einkommensschwache Haushalte bereitstellen. Dieser umfassende Ansatz verspricht, die Klimaziele Deutschlands erreichbar zu machen und gleichzeitig soziale Härten zu vermeiden.</p>
Berufliche Bildung und Qualifizierung spielen für das Erreichen der Klimaziele und die Etablierung einer umfassend nachhaltigen Gesellschaft eine immer größere Rolle. Die sozial-ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft kann nur gelingen, wenn ausreichend Fachkräfte und hochqualifizierte ExpertInnen für neue Berufe (Wasserstoffwirtschaft, Klimaschutztechnologien, E-Mobilität etc.) und zusätzl. Bedarfe in bestehenden Branchen (z. B. Bauwirtschaft) vorhanden sind. Außerdem besteht eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung für jene Branchen, Berufe und Regionen, die im Zuge der laufenden (z. B. Kohleausstieg) und anstehenden Strukturwandelprozesse (Automobilwirtschaft, Landwirtschaft etc.) besonders unter Druck geraten. Die Folge sind nicht zuletzt erhebliche Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarfe für die betroffenen Beschäftigten. Eine moderne Umwelt- und Klimapolitik muss sich auch diesen Herausforderungen stellen und sich - idealerweise gemeinsam mit BMAS, BMBF und BMWi - um Antworten bemühen. Um diesen Zusammenhang von wegfallenden Jobs hier und stark wachsenden Nachfragen bis hin zum Fachkräftemangel dort ('Fachkräfteparadox') präziser fassen und integrierte Lösungen entwickeln zu können, bedarf es einer systematischen wissenschaftlichen Begleitung im Rahmen des REFOPLANS. Im Zentrum soll die Erhebung der quantitativen wie der qualitativen Beschäftigungseffekte auf dem Weg in die THG-Neutralität unter besonderer Berücksichtigung der Fachkräfte- und Qualifizierungsbedarfe stehen. Im zweiten Schritt sollen Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen identifiziert und für das BMU/UBA strategisch aufbereitet werden. Erwartet werden neben Forschungsberichten kurze Policy Paper mit konkreten Vorschlägen und Handlungsempfehlungen für die Umweltpolitik. 'Ad hoc-Bausteine' entlang konkreter Bedarfe sind ebenfalls Gegenstand des Vorhabens. Darüber hinaus soll das Projekt Raum für die Vernetzung mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bieten.