<p>Vom 01.07.2020 bis 17.07.2020 lief im Rahmen des Projekts «Klimaschutzdaten für Konstanz» eine Umfrage bei Mitarbeiter*innen der Stadt Konstanz, die in klimaschutzrelevanten Fachbereichen arbeiten oder in der Task Force Klima tätig sind. Die Umfrage fokussiert sich darauf, wie die Mitarbeiter*innen die Themen frei nutzbare und maschinenlesbare Daten, klimaschutzrelevante Daten und Datenverwaltung bewerten. Das Projekt wurde im Rahmen des Landeswettbewerbs «Städte, Gemeinden und Landkreise 4.0 – Future Communities 2019» des Ministeriums für Inneres, Digitales und Migration Baden-Württemberg gefördert. Seit Januar 2020 wurde erforscht, wie kommunale offene Daten Wirkungen im kommunalen Klimaschutz entfachen können.</p> <p>Die Umfrage wurde von einer Master-Studierenden an der Universität Konstanz im Studiengang Politik- und Verwaltungswissenschaften, die dieses Projekt wissenschaftlich begleitet hat, entworfen. Weitere Informationen zum Projekt «Klimaschutzdaten für Konstanz» (bspw. einen Projektflyer) finden Sie auf unserer Projektwebsite: <strong><a href="https://www.konstanz.de/digital/foerderprojekte/klimaschutzdaten+fuer+konstanz" target="_blank">Klimaschutzdaten für Konstanz - Stadt Konstanz</a></strong>. Dort finden Sie auch die Ergebnisse der Umfrage.</p> <p>(Quelle: Stadt Konstanz, Abteilung Datenmanagement und Statistik)</p>
a) Zielstellung, fachliche Begründung: Ziel des Vorhabens ist es eine Machbarkeitsstudie für Szenarien zum kommunalen Klimaschutz zu entwickeln. Diese Szenarien sollen ein tiefgehenderes Verständnis zu kommunalen Klimaschutzpotenzialen und ihren Abhängigkeiten von und Rückkopplungen zum nationalen Klimaschutz ermöglichen. Dadurch sollen Rückschlüsse für den Unterstützungsrahmen für Kommunen abgeleitet werden. Besonders zu evtl. Anpassungsbedarf in der NKI, aber auch für die Zusammenarbeit mit den Bundesländern, die mittlerweile vereinzelte Pflichtaufgaben für Kommunen im Klimaschutz formulieren. Die Machbarkeitsstudie soll abbilden, wie integrierte Energie- und Treibhausgasszenarien zum kommunalen Klimaschutz in Deutschland erstellt werden könnten. Diese sollen in der Lage sein, diverse Detailfragen zu kommunalen Klimaschutzpotenzialen sowie den Rückkopplungen zwischen kommunalem und nationalem Klimaschutz zu beantworten. b) Output: Output des Vorhabens wird eine Machbarkeitsstudie, die das konkrete Vorgehen darstellt, wie integrierte Energie- und Treibhausgasszenarien zum kommunalen Klimaschutz erstellt werden können.
<p> <p>Naturbasierte Lösungen unterstützen sowohl den Klimaschutz als auch die Klimaanpassung. Digitale Technologien können Kommunen helfen, entsprechende Maßnahmen gezielter zu planen, umzusetzen und zu überwachen. Ein Forschungsprojekt im Auftrag des BMUKN hat zentrale Herausforderungen und Potenziale untersucht und praxisnahe Lösungsansätze erarbeitet.</p> </p><p>Naturbasierte Lösungen unterstützen sowohl den Klimaschutz als auch die Klimaanpassung. Digitale Technologien können Kommunen helfen, entsprechende Maßnahmen gezielter zu planen, umzusetzen und zu überwachen. Ein Forschungsprojekt im Auftrag des BMUKN hat zentrale Herausforderungen und Potenziale untersucht und praxisnahe Lösungsansätze erarbeitet.</p><p> <p>Extreme Hitze, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und Überschwemmungen: Die Auswirkungen der Klimakrise sind in Städten und Gemeinden bereits deutlich spürbar (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> 2024). Naturbasierte Lösungen bieten hier einen doppelten Nutzen: Einerseits tragen sie dazu bei, Treibhausgase zu mindern und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> zu schützen, andererseits spielen sie eine zentrale Rolle für die Klimaanpassung, etwa durch Minderung von Überflutungsrisiken und Abkühlung. In Städten und Kommunen umfassen sie vier zentrale Themenfelder:</p> <ol> <li><strong>Grünflächenmanagement</strong>: Naturnahe Gestaltung und Pflege urbaner Grünräume sowie Pflanzung von Stadtbäumen zur Verbesserung des Wasserrückhaltes und der Kühlung.</li> <li><strong>Regenwasserbewirtschaftung</strong>: Maßnahmen zur Speicherung, Nutzung und Versickerung von Regenwasser, u. a. zur Reduzierung von Hochwasserrisiken.</li> <li><strong>Gebäudebegrünung</strong>: Dach- und Fassadenbegrünungen als Beitrag zur Verdunstungskühlung und zur Reduzierung der Wasserableitung.</li> <li><strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a>- und Flächenaufwertung</strong>: Schutz und Renaturierung von Feuchtgebieten, Mooren und anderen Ökosystemen, u. a. zur Rückgewinnung natürlicher Überschwemmungsbereiche und zur Steigerung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/resilienz">Resilienz</a> der Ökosysteme.</li> </ol> <p>Gerade auf kommunaler Ebene besteht ein großes Potenzial, naturbasierte Maßnahmen umzusetzen (s. auch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel/anpassung-auf-kommunaler-ebene/naturbasierte-klimaanpassung-in-kommunen#typen-naturbasierter-losungen-fur-die-stadtische-klimaanpassung">Themenseiten des Umweltbundesamtes zur naturbasierten Klimaanpassung in Kommunen</a>). Digitale Technologien können dabei helfen, diese Maßnahmen gezielter zu planen, effizienter umzusetzen, wirkungsvoller zu überwachen und zum Teil auch autonom zu betreuen. Doch werden diese Chancen oft noch zu wenig genutzt.</p> <p>Aus diesem Grund initiierte das Bundesumweltministerium (BMUKN) das Forschungsprojekt „<a href="https://www.ioew.de/projekt/digitale_technologien_fuer_natuerlichen_klimaschutz_in_kommunen_dinakom">Digitale Technologien für den natürlichen Klimaschutz in Kommunen (DiNaKom)</a>“. Dessen Ziel war es, die Potenziale digitaler Technologien für die Planung und Umsetzung naturnaher Klimaschutzmaßnahmen auf kommunaler Ebene systematisch zu analysieren, die Herausforderungen zu erheben und Lösungen zu entwickeln (Johnson et al. 2025). Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH und Net Positive Cities GmbH haben hierfür zahlreiche Interviews geführt und Workshops veranstaltet.</p> <p><strong>Digitale Werkzeuge in der Praxis – Fallbeispiele aus Kommunen</strong></p> <p>Ob Biotopvernetzung, smarte Bewässerung oder klimafreundliche Stadtplanung – digitale Technologien eröffnen vielfältige Möglichkeiten, um naturbasierte Maßnahmen in Kommunen gezielter und effizienter umzusetzen. Von künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Zwillingen bis hin zu 3D-Stadtklimamodellen – die digitalen Werkzeuge sind vielfältig. Aus den analysierten Potenzialen der DiNaKom-Studie lassen sich konkrete Anwendungsbeispiele erkennen, wie diese Potenziale bereits heute in der Praxis genutzt werden.</p> <p><strong>Biotope</strong> bieten sowohl ökologisch – durch die Förderung der Biodiversität und der Temperaturregulation – als auch gesellschaftlich – durch Gesundheitsförderung und Erholung – einen großen Mehrwert. Ihre Integration in die Landschafts- und Stadtplanung ist daher ein zentraler Baustein für nachhaltiges und klimaresilientes Handeln. Ein digitales Beispiel für die Vernetzung von Biotopen ist die Software Marxan. Sie wird international in der systematischen Naturschutzplanung eingesetzt. Konkret unterstützt sie Fachplan*innen dabei, <strong>optimale Flächenkombinationen für Biotopverbünde </strong>zu identifizieren, und betrachtet dabei sowohl ökologische Kriterien als auch wirtschaftliche Faktoren. In Bayern wird das Tool vom <a href="https://www.lfu.bayern.de/natur/bayaz/biotopverbund/konzept_aufbau/index.htm">Bayerischen Artenschutzzentrum</a> genutzt, um Biodiversitätsberater*innen eine datenbasierte Planungsgrundlage zur Verfügung zu stellen.</p> <p>Auch bei der <strong>urbanen Grünflächenpflege</strong> leisten digitale Anwendungen einen wichtigen Beitrag. Umweltüberwachungssysteme können etwa Hinweise zum Wasserbedarf und Gesundheitszustand von Bäumen geben. Für letzteren Anwendungsfall können Sensoren, Drohnen oder „LiDAR tree maps“, also 3D-Punktwolken und Satellitendaten, genutzt werden. So kann die Anwendung <a href="https://www.geodesy.tu-darmstadt.de/fernerkundung/forschung_fub/forschungsthemen_fub/forsens.de.jsp">ForSens</a>, die in einem Verbundprojekt der Karuna Technology UG und der TU Darmstadt entwickelt wird, mithilfe von Sentinel-2-Satellitendaten Vitalitätsverluste bei Stadtbäumen mit bis zu 16 Monaten im Voraus identifizieren. So können Grünflächenämter gezielt handeln und Pflegeeinsätze besser planen. Auch verhindert diese vorausschauende Analyse Sicherheitsrisiken, die durch Baumsturz entstehen.</p> <p>Stadtbäume spielen eine sehr relevante Rolle bei der Kühlung von Städten. Gleichzeitig leiden Sie unter der zunehmenden Hitze und Trockenheit. Aus diesem Grund beschäftige sich das Berliner Projekt <a href="https://www.qtrees.ai/en/">Q-Trees</a> mit dem <strong>Wasserbedarf</strong> von Bäumen. Die daraus entstandenen Anwendungen informieren über die Vitalität und den Wasserbedarf der Stadtbäume. Auf diese Weise soll für den Baumerhalt sensibilisiert werden. Die im Projekt entstandene Open-Source-App für Bürger*innen und das Expert*innen-Dashboard enthalten eine auf MapTiler und OpenStreetMap basierende Karte. Sie ist mit dem städtischen Baumkataster verknüpft, das 800.000 Bäume mit Angaben zu Art, Alter, Größe, Kronendurchmesser und Stammumfang enthält. Angereichert wird die Karte mit Umgebungsparametern und Echtzeitdaten wie Wetterdaten und Feuchtigkeitssensoren, die mit einigen Bäumen verbunden sind. Ein KI-basiertes Vorhersagemodell nutzt diese Daten und kann damit die aktuelle Saugspannung aller sich im unmittelbaren Umfeld befindlichen Straßenbäume berechnen und für 14 Tage vorhersagen – also auch für Bäume, die ohne Sensor ausgestattet sind.</p> <p>Gebäude sind wesentliche Wärmespeicher und fördern damit die Bildung von Hitzeinseln in urbanen Räumen. <strong>Gebäude- und Dachbegrünung</strong> können dem entgegenwirken. Dachkatasterdaten können identifizieren, wo eine Dachbegrünung realisierbar ist. Darauf aufbauend können Building Information Models (BIM) helfen, die Begrünung mit einem geringen Ressourcenaufwand zu planen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Statik des Gebäudes mit der Begrünung kompatibel ist. Die Digitalisierung kann auch die Pflege der Dach- und Fassadenflächen erleichtern, indem die Bewässerung autonom erfolgt, also auf der Grundlage von Echtzeitdaten wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>- und Feuchtigkeitsdaten ähnlich dem QTree-Projekt. Auch können Kamera-Systeme die Biodiversität an den Flächen beobachten und so den biologischen Mehrwert der Pflanzungen überprüfen. </p> <p>Besonders im <strong>Wassersektor</strong> zeigen sich vielfältige Möglichkeiten, wie digitale Technologien naturbasierte Lösungen stärken können; einige Beispiele beleuchten Real Perdomo et al. (2025) genauer. Beispielhaft für ganzheitliche Anwendungen sind die Lösungen der Firma RX-Watertec. Das gleichnamige System erfasst Echtzeit-Füllstandinformationen aus Zisternen, Baumsensorik und Wetterdaten. Damit evaluiert es live, ob Bäume autonom bewässert werden sollten oder aufgrund eines vorausgesagten Regens keine Beregnung nötig ist sowie ob die Zisternen wegen einer Starkregenvorhersage geleert werden sollen, um Schäden zu reduzieren. Die Digitalisierung der Regenwasserbewirtschaftung ermöglicht es auch, Wartungen bedarfsgerecht und somit ressourcenschonender und kostengünstiger durchzuführen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/12326/bilder/wassermanagement_in_kommunen_planen_und_umsetzen_1545x775.png"> </a> <strong> Wassermanagement in Kommunen planen und umsetzen </strong> Quelle: RX-Watertec </p><p> <p><strong>Hürden in der Umsetzung</strong></p> <p>Für die erfolgreiche Planung und Umsetzung von naturbasierten Maßnahmen spielt eine Vielzahl von Akteuren eine entscheidende Rolle, darunter kommunale Grünflächenämter, Infrastrukturbetreiber und Stadtwerke. Mit diesen und weiteren kommunalen Akteuren sowie Technologieanbietern hat das Projektteam über qualitative Interviews Herausforderungen bei der Einführung digitaler Technologien für naturbasierte Lösungen erhoben.</p> <p>Die Interviews liefern vertiefte Einblicke in strukturelle, organisatorische und technische Herausforderungen. So fällt auf, dass es in Kommunen häufig an personellen Ressourcen fehlt. Der Fachkräftemangel erschwert die Personalsuche und somit die mittelfristige Abhilfe. Auch fehlt das Wissen zu geeigneten digitalen Werkzeugen und zu deren Anwendungsmöglichkeiten. Ein zentrales Hemmnis sind langwierige und aufwändige Vergabeprozesse, insbesondere bei innovationsorientierten Vorhaben. Fachabteilungen wünschen sich oft agile Umsetzungspartner wie Start-ups, doch die hohe Risikoaversion in Vergabestellen und der hohe Aufwand bei größeren Vergabesummen bremsen Tempo und Innovationsbereitschaft erheblich.</p> <p>Darüber hinaus zeigt sich in der Praxis, dass strukturelle Hürden die Umsetzung naturbasierter Lösungen erschweren. Dazu zählen unklare Zuständigkeiten und fehlende Koordinationsstrukturen zwischen Verwaltungsbereichen wie Tiefbau-, Umwelt- und Grünflächenämtern. Naturbasierte Maßnahmen greifen häufig in bestehende Zuständigkeitslogiken ein – insbesondere, wenn sie mehrere Sektoren gleichzeitig betreffen. So kann beispielsweise die dezentrale Versickerung von Regenwasser und dessen Nutzung zur Bewässerung von Stadtgrün zu Unklarheiten führen: Abwasserbetriebe sind traditionell auf die Ableitung von Regenwasser ausgerichtet und betrachten Bewässerungsfragen nicht als ihren Zuständigkeitsbereich. Gleichzeitig ist auf kommunaler Ebene oft nicht geregelt, wer die Planung, Finanzierung und Unterhaltung solcher fachübergreifenden Lösungen übernehmen soll. Dies verdeutlicht, dass nicht nur technische, sondern auch institutionelle Anpassungen notwendig sind, um naturbasierte Lösungen in der Breite zu verankern.</p> <p>Der zur Überwindung dieser Herausforderungen nötige Kulturwandel schreitet nach dem Eindruck der Interviewpartner*innen nur sehr langsam voran. Die zögerliche Digitalisierung und das weiterhin fehlende systemische – und somit fachabteilungsübergreifende – Denken wurde als eine der größten Hemmschwellen identifiziert. Diesbezüglich schafft das Forschungsprojekt „<a href="https://www.ufz.de/bluegreencitycoaching/index.php?de=52207">Blue Green City Coaching (BGCC)</a>“ Abhilfe: Eine Coaching-Toolbox bietet Stadtakteuren Instrumente und praxisnahe Hilfestellungen, um lokalspezifische Herausforderungen zu überwinden und ins Handeln zu kommen.</p> <p><strong>Ausblick: Lösungswege zur Gestaltung der digitalen Zukunft</strong></p> <p>Auf Basis von weiterführenden Interviews wurden Handlungsempfehlungen und Unterstützungsangebote entwickelt. Notwendig sind:</p> <ul> <li><strong>Standardisierung und offene Schnittstellen</strong>, um Technologien besser skalieren zu können.</li> <li><strong>Förderprogramme</strong>, die nicht nur Technik, sondern auch Strukturen und Qualifizierung unterstützen.</li> <li><strong>Dialogformate</strong> zur Beteiligung von Fachkräften, Bevölkerung und Technologieanbietern.</li> <li><strong>Fachämterübergreifende Zusammenarbeit, </strong>um die Potenziale der digitalen Technologien entfalten zu lassen.</li> <li><strong>Weiterbildungsangebote </strong>zur Unterstützung der digitalen Kompetenzen.</li> <li><strong>Langfristige Visionen</strong>, wie sie z. B. im Projekt <a href="https://www.siemens.com/de/de/branchen/wasser/blue2035.html">Blue2035</a> entwickelt wurden – etwa ein modularer Marktplatz für digitale Wasserlösungen in einem offenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>.</li> </ul> <p><strong>Fazit</strong></p> <p>Digitale Technologien können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Städte und Gemeinden mithilfe naturbasierter Lösungen klimaresilient und zukunftsfähig zu machen – vorausgesetzt, sie werden zielgerichtet, kooperativ und vorausschauend eingesetzt. Die vom Bundesumweltministerium geförderte Studie zeigt, wie dies gelingen kann.</p> <p><strong> </strong></p> <p><em>Autor*innen: Dr. Maria Real Perdomo (Net Positive Cities), Dr. Daniel Johnson und Dr. Alexandra Dehnhardt (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, IÖW)</em></p> <p><em>Den vollständigen Bericht des Projekts finden Sie <a href="https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/Schriftenreihe/IOEW_SR_230_DiNaKom.pdf">hier</a>.</em></p> <p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> und Anpassung Nr. 97 veröffentlicht. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter">Hier</a> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p> <p> </p> <p><strong>Quellen: </strong></p> <p>Johnson, D., Schmelzle, F., Real Perdomo, M., Bergset, L., Rösch, E., & Rohde, F. (2025). Digitale Technologien für natürlichen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> in Kommunen – Lösungen um Austausch, Koordination und Management zu verbessern. In: Schriftenreihe des IÖW 230/25, ISBN 978-3-940920-36-2. <a href="http://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/Schriftenreihe/IOEW_SR_230_DiNaKom.pdf">www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/Schriftenreihe/IOEW_SR_230_DiNaKom.pdf</a></p> <p>Real Perdomo, M., Johnson, D. & Dehnhardt, A. (2025). Technologien für den natürlichen Klimaschutz im Wassersektor. In: wwt Wasserwirtschaft Wassertechnik, Ausgabe 5/2025, S. 23–27. DOI: 10.51202/1438-5716-2025-5-023</p> <p>Umweltbundesamt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>) (2024). Kommunalbefragung Klimaanpassung 2023. Climate Change 34/2024. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11850/publikationen/34_2024_cc_kommunalbefragung.pdf">https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11850/publikationen/34_2024_cc_kommunalbefragung.pdf</a></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Eine erfolgreiche Kommunikation erfordert klare, relevante und bürgernahe Botschaften, die Vertrauen schaffen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Informationen müssen anschaulich und zielgruppenspezifisch präsentiert werden, um nicht nur Bewusstsein zu schaffen, sondern auch Handeln anzuregen. Klimakommunikation setzt hierbei auf eine strategische, lösungsorientierte und positive Erzählweise. Dieser Leitfaden erläutert die die Grundlagen und den Aufbau von guten Pressemitteilungen, speziell mit Bezug zu naturbasierten Lösungen für die Klimaanpassung. Der Leitfaden liefert konkrete Beispiele und gibt Hinweise und Tipps für richtiges Timing, passende Framings und Narrative.
Klimaanpassung ist notwendig, um rechtzeitig auf die nicht mehr vermeidbaren Auswirkungen des Klimawandels reagieren zu können. Das Ziel ist dabei, sich so auf das ändernde Klima bzw. dessen Folgen einzustellen, dass Schäden weitestgehend vermieden oder zumindest vermindert werden können. Zahlreiche „Initiativen und Maßnahmen“ sorgen bereits dafür, dass die Empfindlichkeit natürlicher und menschlicher Systeme gegenüber tatsächlichen oder erwarteten Auswirkungen der Klimaänderung verringert werden. Den internationalen Forschungsstand zum Klimawandel und seinen Risiken sowie zu möglichen beziehungsweise notwendigen Anpassungsstrategien fasst der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in seinen regelmäßig veröffentlichten Sachstandsberichten zusammen und bewertet diese aus wissenschaftlicher Sicht. IPCC Zwar ist Deutschland neben vielen anderen Staaten dabei, seine Treibhausgasemissionen zu senken und den Klimaschutz voran zu treiben. Trotzdem ist und bleibt die Anpassung an die Folgen des Klimawandels eine wichtige Aufgabe, die angesichts zunehmender klimatischer Auswirkungen immer bedeutender wird. Dies betrifft nicht nur das Land, sondern vor allem die Kommunen, die entsprechende Maßnahmen vor Ort umsetzen. Die alte Bundesregierung hatte bereits 2008 die "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel" beschlossen, welche durch die neue Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2024 abgelöst wurde. Der zugehörige „ Aktionsplan Anpassung IV “ stellt die laufenden und künftigen Maßnahmen des Bundes zur Anpassung an den Klimawandel dar. Begleitet wird die DAS durch ein Berichtswesen, auf dessen Grundlage regelmäßig Fortschreibungen der DAS veröffentlicht werden. Dazu zählen unter anderem ein Monitoringbericht , der einen Überblick über die beobachteten Folgen des Klimawandels und bereits eingeleitete Anpassungsmaßnahmen schafft sowie eine Klimawirkungs- und Risikoanalyse , die identifiziert, bei welchen Klimawirkungen und in welchen Regionen besondere Betroffenheit und Handlungserfordernisse bestehen. Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2024 Aktionsplan Anpassung IV Monitoringbericht Klimawirkungs- und Risikoanalyse In Niedersachsen wurde erstmalig 2021 eine Niedersächsische Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels erarbeitet. Laut dem Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG) ist die Landesregierung dazu verpflichtet, diese alle fünf Jahre fortzuschreiben. Auch hier dienen ein Klimafolgenmonitoringbericht und eine Klimarisikoanalyse als wichtige Grundlagen zur Fortschreibung. Niedersächsische Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels Klimafolgenmonitoringbericht Klimarisikoanalyse Klimaanpassung – eine kommunale Aufgabe Klimaanpassung ist vor allem eine kommunale Aufgabe. Integrierte Klimaschutzkonzepte bieten die Möglichkeit, die Themenfelder Klimaschutz und Klimaanpassung gemeinsam anzugehen und mögliche Synergien zu nutzen. Das Themenfeld „Anpassung an den Klimawandel“ als Teilkonzept beschäftigt sich mit den Fragen, welche Belastungen in einer Kommune aufgrund des Klimawandels relevant werden könnten. Beispielsweise wird geprüft, ob ausreichend Schutz vor den Folgen extremer Niederschläge und Stürmen besteht, wie hoch die innerstädtischen versiegelten Flächen sind und welche mittel- und langfristigen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine Kommune gegen die Klimafolgen zu wappnen. Weitere Lösungen für Frisch- und Kaltluftschneisen in Form von Frei- und Grünflächen sowie für die steigende Gefahr von Überschwemmungen durch Starkregen werden in dem Konzept erarbeitet. Werden die Anpassungsmaßnahmen gleich bei Sanierungs- und Stadtentwicklungsmaßnahmen geplant und berücksichtigt, minimiert sich der finanzielle Aufwand, und Schäden können bereits heute reduziert werden. Ein Beispiel für eine Maßnahme ist die Installation von Rückschlagklappen, die bei Überlastung der Kanalisation in Folge eines Starkregenereignisses den Eintritt von Niederschlagswasser in Gebäude verhindern. Weitere Maßnahmen umfassen zum Beispiel die Begrünung von Dächern und Fassaden, die die Gebäudeaufwärmung im Sommer mindern und sich wärmedämmend im Winter auswirken, als Puffer für Niederschlagswasser dienen und die Lufthygiene verbessern. Des Weiteren können Verkehrs- oder Grünflächen in Siedlungen als sogenannte multifunktionale Flächen dienen, an denen zum Beispiel im Fall von Starkregen das Wasser gezielt hingeführt beziehungsweise gesammelt wird, um Schäden an anderer Stelle zu mindern. Für die Umsetzung kommunaler Anpassungsstrategien ist die öffentliche Kommunikation wichtig, um eine Akzeptanz der Maßnahmen zu schaffen. Informationsabende, Workshops und Diskussionsrunden beseitigen oft Bedenken von Bürgerinnen und Bürgern. Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz Beispiele für Klimaanpassungen im Bereich Oberflächengewässer: Links Kommunale Klimaanpassung: Kompetente Beratung sowie weitere Informationen unter anderem zu den Themen Klimawandel, Klimafolgen, Anpassung und Fördermöglichkeiten bietet das Niedersächsische Kompetenzzentrum Klimawandel (NIKO): https://www.niko-klima.de/ Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung bietet in der Veröffentlichung "Anpassung an den Klimawandel in Stadt und Region" wichtige Erkenntnisse und Werkzeuge zur Unterstützung von Kommunen und Regionen bei der Klimaanpassung:
<p> <p>Die Auswertung der UBA-Kommunalbefragung „Klimaschutz in Kommunen 2023“ liefert einige Antworten auf diese Frage. Dafür haben 1.553 Kommunen über ihre Klimaschutzaktivitäten Auskunft gegeben. Beispielsweise haben 842 von ihnen Klimaschutzpersonal, 618 haben oder formulieren ein Ziel zur CO₂-, Treibhausgas- oder Klimaneutralität und 106 haben den Klimanotstand ausgerufen.</p> </p><p>Die Auswertung der UBA-Kommunalbefragung „Klimaschutz in Kommunen 2023“ liefert einige Antworten auf diese Frage. Dafür haben 1.553 Kommunen über ihre Klimaschutzaktivitäten Auskunft gegeben. Beispielsweise haben 842 von ihnen Klimaschutzpersonal, 618 haben oder formulieren ein Ziel zur CO₂-, Treibhausgas- oder Klimaneutralität und 106 haben den Klimanotstand ausgerufen.</p><p> <p>Viele Kommunen in Deutschland sind im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> aktiv und leisten einen wertvollen Beitrag zum Gelingen der nationalen und internationalen Klimaschutzziele. Doch gebündelte Informationen über den Stand im kommunalen Klimaschutz in Deutschland lagen bisher kaum vor.</p> <p>Die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>-Kommunalbefragung „Klimaschutz in Kommunen“ soll ein erster Schritt sein, dies zu ändern. Deshalb wurden die Kommunen umfangreich befragt, zum Beispiel zu ihrer Personalausstattung für den Klimaschutz, zu Klimaschutzzielen und -konzepten bis hin zum Umsetzungsstand von Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen und deren Wechselwirkungen zu anderen Themenfeldern.</p> <p>Im Ergebnis ist ein umfangreicher Bericht mit vielen Daten und Fakten entstanden: Insgesamt gibt es in den 1.553 teilnehmenden Kommunen 4.113 Klimaschutzkonzepte, 2.284 Klimaschutzzielstellungen und 2.740 selbst gesetzte Standards für die Kommunalverwaltung (z.B. zur Sanierung der kommunalen Gebäude). 708 Kommunen setzen sich mit der Bilanzierung ihrer Treibhausgase (THG) auseinander. Die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/111484">Bilanzierungssystematik Kommunal (BISKO)</a> wird mittlerweile bei fast drei Viertel der aktuellen THG-Bilanzen verwendet. Mehr als die Hälfte der Kommunen bewerten die Kooperation mit ihren kommunalen Unternehmen (z.B. Stadtwerke) als gut oder sehr gut. Die kommunale Wärmeplanung und der zugehörige Ausbau von Wärmenetzen beschäftigten aktuell sehr viele Kommunen. Dabei ist das Thema für kreisfreie Städte deutlich relevanter als für Landkreise. Bei der Umsetzung von Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen ist das Thema energieeffiziente Straßenbeleuchtung die am positivsten bewertete Maßnahme. 74 Prozent der teilnehmenden Kommunen bewerten ihren Umsetzungsstand in diesem Bereich als gut oder sehr gut.</p> <p>Viele weitere Antworten – etwa wie intensiv Planungsinstrumente oder Ordnungsrecht für den Klimaschutz genutzt werden oder wie sich das Vorhandensein von Klimaschutzpersonal auf die abgefragten Kriterien auswirkt – gibt es im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/112342">ausführlichen Bericht</a>.</p> </p><p>Informationen für...</p>
LANDESENERGIEAGENTUR SACHSEN-ANHALT Klimaschutz mit System Häufig gestellte Fragen Der European Energy Award (eea) ist eine Auszeich- nung und ein internationales Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem für kommunalen Klima- schutz. Seit mehr als 10 Jahren werden zahlreiche Kommunen in Deutschland und Europa auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz systematisch, partnerschaft- lich und nachhaltig unterstützt. Der eea steht für mess- und sichtbaren Erfolg.Erfahrung hervorragend zur Etablierung eines systema- tischen Ansatzes zur Umsetzung der Klimaschutzan- forderungen sowie zur Ausschöpfung von langfristigen Energie-, CO2- und damit auch Kostenpotenzialen.“ Mareen Jockusch, eea-Beraterin bei der Kommunal- entwicklung Mitteldeutschland GmbH Netzwerk: Unterstützung durch ExpertenErreicht eine Kommune im Bewertungssystem 50 Prozent der möglichen Punktzahl, wird sie mit dem Titel „Europäische Energie- und Klimaschutzkom- mune“ ausgezeichnet. Die feierliche Übergabe der Zertifizierungsurkunde, des eea-Ortsschildes und der eea-Trophäe sind ein Highlight, das nach den Wün- schen der Kommunen gestaltet werden kann. Durch die kontinuierliche Verbesserung und Umsetzung von Maßnahmen kann sogar der eea-Gold Status (ab 75 Prozent) erreicht werden, der nach aktuellem Stand in Sachsen-Anhalt noch unerreicht ist. Während des gesamten Managementprozesses wird die Kommune durch einen fachkundigen eea-Berater begleitet. Dieser ist durch eine spezielle Fortbildung in der Durchführung des Verfahrens und der Verwendung der Tools geschult. Aus dem Pool der zertifizierten Berater können Sie sich einen Ihres Vertrauens aus- wählen. „Es ist genau die Langfristigkeit, die kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema, die zum Handeln und zur Umsetzung von Maßnahmen führt. Klimaschutz wird als dauerhafte Querschnittsaufgabe in der kommunalen Verwaltung verstanden bzw. verinnerlicht. Aus meiner Erfahrung heraus, wirkt er auch häufig als Teambil- dungsprozess von Klimaschutzwilligen.“ Udo Schmermer, KlimaKommunal „Im kommunalen Klimaschutz kommen große Aufgaben in den nächsten Jahren auf Kommunen und beteiligte Akteure zu. Aufgaben in unterschiedlichen Bereichen, von der Steigerung der Energieeffizienz über den Aus- bau der erneuerbaren Energien bis hin zur Zielstellung der Klimaneutralität. Der eea ist ein Instrument zur fortlaufenden Umsetzung, Steuerung und Kontrolle der klimarelevanten Aufgaben auf kommunaler Ebene. Im Rahmen des eea-Prozesses werden die lokalen Stärken und Schwächen ermittelt und effektive und effiziente Projekte im Bereich Klimaschutz vorangetrieben. Der eea-Prozess eignet sich nach unserer langjährigen Zertifizierung und Auszeichnung: Erfolg wird belohnt „Mit der erneuten Auszeichnung des European Energy Awards bestätigen wir einmal mehr, dass die Stadt Wer- nigerode die Bestrebungen zu mehr Klimaschutz immer weiter vorantreibt. Dank der Arbeit unseres Teams und dem Rückhalt im Stadtrat konnten wir viele Projekte weiterführen und neue anstoßen. So fördern wir über den Klimaschutzfonds die private Anschaffung von Lastenfahrrädern, setzen die Vorgaben aus der Initiative „Stadtgrün“ um und setzen uns weiter für klimafreund- lichen und guten öffentlichen Nahverkehr ein. Um den Waldwandel zu unterstützen, haben wir mit privaten und öffentlichen Aktionen viele Baumpflanzungen durchgeführt, die die grüne Infrastruktur der Stadt und der Region stärken werden. In unserem Hochwasser- schutzkonzept und auch in der laufenden Aktualisierung des Stadtentwicklungskonzeptes hat der Klimaschutz oberste Priorität.“ Oberbürgermeister Tobias Kascha am Rande der eea-Verleihung an die Stadt Wernigerode Was bringt der eea für meine Kommune/ meinen Landkreis? Der eea-Managementprozess strukturiert interne Pro- zesse auf Basis eines erprobten Konzepts. In Zusam- menarbeit mit einem qualifizierten Experten lernen die Verantwortlichen in der Kommune, wie Maßnahmen in den Bereichen Mobilität, Energie, Kooperation und Entwicklung, Hand in Hand umgesetzt werden und zu einer kontinuierlichen Steigerung der Lebensqualität in der Kommune beitragen. Kommt meine Kommune für den eea in Frage? Jede Kommune kommt für den eea in Frage. Das Ins- trument wird entsprechend der Größe und der Hand- lungsspielräume angepasst. Somit ist der Prozess von der kleinen Gemeinde mit wenigen tausend Einwoh- nern bis zur Millionenmetropole anwendbar. Die Lan- desenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA) hat bisher drei Kommunen in Sachsen-Anhalt erfolgreich bis zur Zertifizierung begleitet und teilt die Erfahrungen gern im persönlichen Gespräch. Wer unterstützt mich? Der eea wird seit 2014 von der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt begleitet, die seit 2017 auch Landes- geschäftsstelle des eea ist. Die Unterstützung durch die LENA fußt auf zwei Säulen: 1. Organisatorische Unterstützung - bei der Suche nach einem eea-Berater - bei der Klärung aller offenen Fragen zum eea - bei der Award-Verleihung und der medialen Begleitung EUROPEAN ENERGY AWARD IN SACHSEN-ANHALT KOMMUNALER KLIMASCHUTZ MIT SYSTEM www.lena.sachsen-anhalt.de 2. Finanzielle Unterstützung: In Kooperation mit dem Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt (MWU) werden aktuell 80 Prozent der Kosten, die durch den eea-Managementprozess ent- stehen, übernommen. Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH Interesse an der Teilnahme oder weitere Fragen? Schreiben Sie dem Ansprechpartner für den eea: rapp@lena-lsa.de Neuigkeiten und weitere Projekte der LENA finden Sie auf unserer Homepage www.lena.sachsen-anhalt.de Wir machen Energiegewinner. Zertifizierung und Auszeichnung: Erfolg wird belohnt Ist die Entscheidung zur Einführung des eea-Prozesses getrof- fen, widmet sich die erste Phase der Erstellung eines starken interdisziplinären Teams. Dieses bündelt die Kompetenz des eea-Beraters mit den Erfahrungen und Fähigkeiten der internen Akteure, unter Verwendung der erprobten eea-Tools. Mit diesem Team wird zunächst die Situation in der Kommune anhand des eea-Maßnahmenkatalogs analysiert, anschließend werden Maßnahmen zur Verbesserung getroffen. Erreicht die Kommune 50 Prozent der möglichen Punkte, erfolgt die Zerti- fizierung durch einen externen Auditor. BEITRITT Programmbeitritt und Beauftragung eines Beraters. Tatkräftige Unterstützung durch die LENA. IST-ANALYSE Zusammenführung, Erfassung und Aufstellung der IST-Daten der Kommune. BEWERTUNG UMSETZUNG / ZERTIFIZIERUNG Identifizierung von Potenzialen und Formulierung sinnvoller Maßnahmen.Umsetzung der Maßnahmen und Prüfung des Fortschritts. Verleihung des eea. Bewertung des IST-Zustands mittels eea-Tool und eea-Maßnahmenkatalog. ENERGIETEAM Bildung des Energieteams aus Berater, Entscheidungs- trägern, Mitarbeitern und weiteren Interessierten. ENTSCHEIDUNG PLANUNG Entschluss für mehr Klima- schutz und Nachhaltigkeit mit Hilfe des eea-Prozesses. Dessau-RoßlauWernigerodeBenndorf Die Stadt Dessau-Roßlau wurde 2016 als erste Stadt Sach- sen-Anhalts mit dem eea ausgezeichnet. Seit der Auszeich- nung hat der eea-Prozess sich in der Verwaltung der Stadt etabliert und weitere Maßnahmen angeschoben. Besonders im Bereich Mobilität schneidet Dessau-Roßlau sehr gut ab, zum Beispiel dank Aktionen zur verstärkten Nutzung von Fahrrädern sowie dem Ausbau von Straßen und Radwegen zur Verkehrsentlastung. Mit der zweiten Rezertifizierung 2023 konnte Dessau-Roßlau seine Leistungen verbessern und führt den eea-Prozess kontinuierlich weiter.Wernigerode wurde 2018 als dritte Kommune in Sachsen-An- halt ausgezeichnet und erreichte bei der Erstzertifizierung auf Anhieb den höchsten Wert im Land. Die touristisch attrakti- ve Stadt im Harz zeichnet sich besonders durch die interne Organisation und Außenkommunikation ihrer Klimaschutz- aktivitäten aus. Die Einbindung aller Akteure ist hier das klare Ziel, zum Beispiel durch Schulungsaktivitäten des öffentlichen Personals und ein Budget für die energiepolitische Stadt- und Gemeindearbeit. Auch Wernigerode erreichte 2022 die Rezer- tifizierung mit gesteigertem eea Benchmarkwert und ist damit auch Spitzenreiter in Sachsen-Anhalt.Die Gemeinde Benndorf (Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra) wurde 2017 zertifiziert. Benndof zeichnet sich vor allem im Bereich lokale Energieproduktion durch die Nutzung erneuerbarer Energie aus (hier kann die Gemeinde 100 Prozent Erfüllungsgrad in der eea-Bewertung vorweisen). Mit den daraus resultierenden CO2-Einsparungen leistet die Gemeinde ihren Beitrag zum Klimaschutz. Die Gemeinde be- trachtete die Zertifizierung als Abschluss des Prozesses und führt seitdem ihre Klimaschutzaktivitäten in Eigenregie fort.
Katrin Eder besucht Testanlage des Unternehmens bhyo in Speyer – Start-up erzeugt Wasserstoff aus organischen Abfällen „Effektiver Klimaschutz kann nur gelingen, wenn nachhaltige Energiegewinnung und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft miteinander verknüpft werden. Das Start-up-Unternehmen bhyo demonstriert, wie sich Energie- und Stoffkreisläufe regional schließen lassen. bhyo will Wasserstoff aus lokalen biogenen Reststoffen wie Klärschlamm oder Grünabfällen gewinnen. Diese Art der Herstellung von organischem Wasserstoff kann eine klima- und naturschonende Alternative zu grünem Wasserstoff sein. In der Testanlage in Speyer wird zurzeit schon Wasserstoff produziert. Mit seiner innovativen Technologie kann das Unternehmen bhyo zukünftig zur Reduktion der CO 2 -Emissionen von Kommunen beitragen und sie bei der Entwicklung von ganzheitlichen und dezentralen Energiekonzepten für autonome Strukturen und regionale Netzwerke unterstützen“, sagte Klimaschutzministerin Katrin Eder am heutigen Montag auf ihrer Zukunftstour „Klimastarke Unternehmen“. Auf ihrer Sommertour besucht Katrin Eder insgesamt sieben Unternehmen in Rheinland-Pfalz, die zeigen, dass Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften ideale Partner sind. Das Start-up mit inzwischen knapp 20 Mitarbeitenden wurde 2018 gegründet und ist Mitglied der Ecoliance Rheinland-Pfalz e.V. In der Ecoliance vernetzen sich Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen aus dem Bereich der Umwelttechnologien. bhyo erweitert die Testanlage für die Wasserstoffgewinnung aktuell in Zusammenarbeit mit der Stadt Speyer. Die Anlage dient heute der Demonstration, und soll zukünftig als technisches Reallabor für künftige GreenTech-Anwendungen dienen. Jede Folgeanlage wird mindestens 15 direkte Arbeitsplätze schaffen und durch die kommunalen Partnerschaften aktiv die lokale Wertschöpfung antreiben. Im Anschluss an die erfolgreiche Erweiterung der Testanlage soll eine skalierbare Pilotanlage gebaut werden. Für die Metropolregion Rhein-Neckar bedeutet dies den Aufbau einer innovativen Wasserstoffwirtschaft mit langfristiger Perspektive. „Die Testphase von bhyo bietet eine spannende Gelegenheit, innovative Ansätze zur Wasserstoffgewinnung kennenzulernen und ihre mögliche Rolle im kommunalen Klimaschutz zu reflektieren. Als Stadtgesellschaft profitieren wir davon, wenn neue Technologien nicht abstrakt bleiben, sondern vor Ort erlebbar und diskutierbar werden“, sagte die Oberbürgermeisterin der Stadt Speyer, Stefanie Seiler. Im Prozess der Wasserstoffgewinnung aus den biogenen Reststoffen wird gleichzeitig biogenes CO 2 angeschieden, das ein zusätzliches wirtschaftliches Potential bietet. bhyo’s Vision ist das Schließen aller Stoffkreisläufe. Das bietet noch weitere Vorteile: Mineralstoffe und Spurenelemente können mit diesem Verfahren aus der Biomasse zurückgewonnen werden. Makronährstoffe wie Kalium, Calcium oder Phosphor können extrahiert und perspektivisch in der Düngemittelproduktion verwendet werden. Entstehende Abwärme kann in lokale Fernwärmenetze eingespeist werden. So entsteht ein Zero-Waste-System, in dem nichts verschwendet wird. „Unsere Vision ist eine Energiezukunft, die ohne fossile Brennstoffe auskommt – und gleichzeitig kommunale Reststoffe intelligent nutzt“, sagte Rolf Schmitt, Geschäftsführer, Gründer und Patentinhaber von bhyo. „Durch unseren 360° Ansatz schaffen wir eine echte Win-Win-Situation für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.“ Aus Biomasse gewonnener Wasserstoff kann Versorgungslücken in der Wasserstoffwirtschaft der Zukunft füllen, die ansonsten durch fossile Verfahren oder importierten Wasserstoff geschlossen werden müssten. „bhyo zeigt eindrücklich, wie ein innovatives Start-up-Unternehmen sowohl für den Klimaschutz als auch für eine unabhängige und zuverlässige Energieversorgung der Bürgerinnen und Bürger Großes leisten kann“, so Katrin Eder.
Bremen ist durch die Folgen des Klimawandels auf vielfältige Weise betroffen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde auf kommunaler und Landesebene eine Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels entwickelt. Das BREsilient-Projekt baut auf Ergebnisse des Vorläuferprojektes KLIMZUG nordwest2050 auf, nimmt die Anpassungsstrategie zum Ausgangspunkt und geht mit der Etablierung von transdisziplinären Reallaboren in drei spezifischen Bereichen vertieft auf konkrete Bewertungs- und Umsetzungsbedingungen ein und leitet daraus Innovationen für Governanceprozesse der Kommunalpolitik ab. Das Teilprojekt 'BREsilient - Evaluation' befasst sich (1.) mit der Evaluation und Reflexion der Priorisierung konkreter Anpassungsmaßnahmen auf Basis beteiligungsorientierter Kosten-Nutzen-Analysen in der Bremer Verwaltung; (2.) mit der Evaluation von Beteiligungsprozessen zur Klimaanpassung der Bremer Maritimen Wirtschaft und Logistik; 3.) mit der Analyse bisheriger Pilotprojekte in Deutschland zur Vorsorge gegenüber Starkregen und Überschwemmungen sowie mit der Evaluation von zwei Beteiligungsprozessen mit Bewohner*innen und Nutzer*innen von zwei überschwemmungsgefährdeten Gebieten in Bremen. Durch die durchgeführte Prozess- und Wirkevaluation liefert das Teilprojekt (4.) eine vergleichende Analyse von Erfolgskriterien und Erfolgsfaktoren für Beteiligungsprozesse zur Klimaanpassung mit unterschiedlichen Beteiligten (Verwaltungs- und Unternehmensvertreter*innen, Bürger*innen und NROs) und entwickelt dadurch Erkenntnisse zur Umsetzung theoretisch-methodisch fundierter Koordinations- und Beteiligungsprozesse im Bereich der Klimaanpassung.
Die Regierungsparteien haben sich im Koalitionsvertrag 2021 bis 2026 zum Ziel gesetzt, die Kommunen mit einem Kommunalen Klimapakt (KKP) noch stärker und ressortübergreifend zu unterstützen, um gemeinsam das Ziel eines „Klimaneutralen Rheinland-Pfalz“ bis spätestens 2040 zu erreichen. Das Land betrachtet dabei die Finanzierung des kommunalen Klimaschutzes und die Anpassung an die Klimawandelfolgen als eine Investition in eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung und zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Rheinland-Pfalz. Auf Beschluss des Ministerrats vom 13. Juli 2021 erarbeiteten das federführende Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Abstimmung mit dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, dem Ministerium des Innern und für Sport, den kommunalen Spitzenverbänden und dem Verband kommunaler Unternehmen sowie den beratenden Institutionen, Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen und Energieagentur Rheinland-Pfalz, die Gemeinsame Erklärung. Diese wurde am 29. November 2022 in Anwesenheit der genannten Ministerien, der kommunalen Spitzenverbände sowie des Verbands kommunaler Unternehmen unterzeichnet. Zusammen mit dem „Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Investition“ (KIPKI) bildet der KKP die Kommunale Klima-Offensive. Die Gemeinsame Erklärung sieht vor, die ersten beiden Phasen des Kommunalen Klimapakts 2022/23 und 2023/24 fortzuschreiben. Die gemeinsame Erklärung ist, unter Berücksichtigung aller weiteren Entwicklungen, Grundlage für die Fortschreibung des KKP im Zeitraum 2025 bis 2027. Die Kernelemente der Gemeinsamen Erklärung haben weiter Bestand. Der Kommunale Klimapakt ist ein wesentliches Instrument zur Umsetzung und Verstetigung von Klimaschutz und Anpassung an die Klimawandelfolgen als kommunale Querschnittsaufgabe und damit zur effizienten Erreichung der Klimaschutzziele des Landes. Der Kommunale Klimapakt gibt für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und eine konsequente Anpassung an die Klimawandelfolgen wesentliche Impulse, indem kommunales Klimamanagement verstetigt, praktische Maßnahmen mit hoher Wirksamkeit und Skalierbarkeit lokal umgesetzt und Transformationsprozesse vorangebracht werden. Der Kommunale Klimapakt befähigt die Kommunen, über die Instrumente Beratung und Vernetzung sowie Kommunikation, die Herausforderungen beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel systematisch anzugehen, so dass sie vor Ort Wirkung entfalten. Die Weiterführung und Umsetzung des Kommunalen Klimapakts durch die Vereinbarung zur Fortschreibung des Kommunalen Klimapakts ist ein zentraler Baustein des Regierungsschwerpunkts „Klimaneutrales Rheinland-Pfalz“.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 246 |
| Kommune | 16 |
| Land | 32 |
| Weitere | 29 |
| Wirtschaft | 10 |
| Wissenschaft | 51 |
| Zivilgesellschaft | 14 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 3 |
| Förderprogramm | 174 |
| Text | 77 |
| Umweltprüfung | 3 |
| unbekannt | 33 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 112 |
| Offen | 178 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 284 |
| Englisch | 21 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 2 |
| Bild | 13 |
| Datei | 2 |
| Dokument | 40 |
| Keine | 150 |
| Unbekannt | 1 |
| Webseite | 124 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 180 |
| Lebewesen und Lebensräume | 256 |
| Luft | 216 |
| Mensch und Umwelt | 290 |
| Wasser | 142 |
| Weitere | 286 |