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Diese Daten sind auf Anforderung im XPlanungsformat (XPlanGML) erhältlich. Das Landes-Raumordnungsprogramm (LROP) ist der Raumordnungsplan für das Land Niedersachsen. Das LROP basiert auf einer Verordnung aus dem Jahre 1994, wurde seitdem mehrfach aktualisiert, in den Jahren 2008 und 2017 insgesamt neu bekannt gemacht und zuletzt 2022 geändert. Folgende Themen des LROP 2017 sind von der letzten Änderung 2022 nicht betroffen und daher weiterhin in der Fassung von 2017 gültig: - Zentrale Orte - Vorranggebiete hafenorientierte wirtschaftliche Anlagen, - Vorranggebiete Entsorgung radioaktiver Abfälle - Vorranggebiete Straßen - Vorranggebiete Seehafen/Binnenhafen - Vorranggebiet Verkehrsflughafen Mit verbindlichen Aussagen zu raumbedeutsamen Nutzungen (Siedlung, Verkehrswege, Rohstoffgewinnung u. a.) und deren Entwicklungen dient das LROP dazu, die oftmals widerstreitenden wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Interessen an den Raum aufeinander abzustimmen. Es stellt so die planerische Konzeption für eine zukunftsfähige Landesentwicklung dar. Das LROP umfasst eine sogenannte „Beschreibende Darstellung" mit textlichen Festlegungen und eine „Zeichnerische Darstellung" (Karte im Maßstab 1 : 500 000). Die beschreibende Darstellung des Programms ist in vier Abschnitte gegliedert: Abschnitt 1 enthält die Ziele und Grundsätze zur Entwicklung des Landes und seiner Teilräume, zur Einbindung des Landes in die norddeutsche und europäische Entwicklung, zur integrierten Entwicklung der Küste, der Inseln und des Meeres und zur Entwicklung der Räume in den Verflechtungsbereichen Bremen / Niedersachsen. Abschnitt 2 trifft Regelungen zur Entwicklung der Siedlungsstrukturen insbesondere zu den Themenbereichen Siedlungsentwicklung, Standortfunktionen, Entwicklung der Daseinsvorsorge und Zentralen Orte (Ober- und Mittelzentren) und Entwicklung der Versorgungsstrukturen des Einzelhandels. Abschnitt 3 trifft Regelungen zur Entwicklung der Freiraumstrukturen und Freiraumnutzungen insbesondere zu den Themenbereichen Bodenschutz, Natur und Landschaft, Landwirtschaft / Forstwirtschaft / Fischerei, Erholung, Rohstoffsicherung und Rohstoffgewinnung und Wassermanagement. Abschnitt 4 trifft Regelungen zur Entwicklung der technischen Infrastruktur und zu raumstrukturellen Standortpotenzialen mit Zielen und Grundsätzen der Raumordnung zu Mobilität / Verkehr / Logistik, See- und Binnenhäfen sowie hafenorientierte Anlagen, Energieerzeugung und -transport, zu Altlasten und Abfallentsorgungsanlagen.
Norden. Staffelstabübergabe an der ostfriesischen Küste: Insgesamt 16 junge Frauen und Männer aus ganz Deutschland haben in den letzten Wochen ihren Dienst im Rahmen von BFD und FÖJ beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aufgenommen. Ein Jahr lang werden die Freiwilligen als Dünen- und Vogelwarte auf den Inseln und dem Festland unterwegs sein. Ein unverzichtbares Engagement für den Küsten- und Naturschutz in Niedersachsen, betont der Landesbetrieb in Norden. Staffelstabübergabe an der ostfriesischen Küste: Insgesamt 16 junge Frauen und Männer aus ganz Deutschland haben in den letzten Wochen ihren Dienst im Rahmen von BFD und FÖJ beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aufgenommen. Ein Jahr lang werden die Freiwilligen als Dünen- und Vogelwarte auf den Inseln und dem Festland unterwegs sein. Ein unverzichtbares Engagement für den Küsten- und Naturschutz in Niedersachsen, betont der Landesbetrieb in Norden. Beim Willkommenstag für die acht neuen FÖJlerinnen und FÖJler, die traditionell im September in ihre zwölfmonatige Dienstzeit starten, stand neben dem gegenseitigen Kennenlernen vor allem das Vertrautmachen mit den neuen Aufgaben im Fokus. Für die erste Gruppe von acht neuen BFDlerinnen und BFDler ging es bereits etwas früher im August ins Abenteuer Natur- und Küstenschutz auf Zeit. Ihre gemeinsamen Aufgaben sind vielfältig: Der Seevogelschutz, die Brut- und Gastvogelerfassung, aber auch die Informationsarbeit zum Natur- und Küstenschutz sowie die gezielte Besucherlenkung in den Schutzgebieten des Nationalparks und im Bereich der Küstenschutzdünen stehen in den kommenden Monaten im Zentrum. In den ersten Wochen ihres Dienstes werden die Freiwilligen im Rahmen einer Einführungsschulung in den Räumen der Biologischen Station Carolinensiel der Uni Münster umfangreich fachlich auf ihren Einsatz am Festland und auf den Inseln vorbereitet. Der NLWKN bietet in vielen seiner elf über ganz Niedersachsen verteilten Betriebsstellen Plätze im Freiwilligendienst an. Die 16 Stellen an der Küste und auf den Inseln sind erfahrungsgemäß besonders beliebt. Viele der angebotenen Plätze sind bereits lange vor Einsatzbeginn besetzt. „Wir schätzen die unverzichtbare Arbeit der Freiwilligen sehr. Die Daten der Brut- und Gastvogelerfassung bilden eine wichtige Grundlage für die Staatliche Vogelschutzwarte im NLWKN sowie für die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Für den Küstenschutz bilden die Daten eine unerlässliche Grundlage, um frühzeitig Belange des Natur- und Artenschutzes bei der Planung und Umsetzung von Küstenschutzmaßnahmen in dem sensiblen Lebensraum berücksichtigen zu können“, betont Rewen Tölge, Mitarbeiter des NLWKN in Norden. Tölge freut sich auf die Betreuung der Freiwilligen in den kommenden Monaten: „Man kann die Entwicklung der jungen Menschen, von denen viele das erste Mal weg von Zuhause sind, über die Zeit mitverfolgen. Viele unserer Freiwilligen schlagen später beruflich Wege ein, die unmittelbar auf ihre Erfahrungen im Naturschutz an der Küste aufbauen, wie zum Beispiel ein Biologiestudium oder eine Ausbildung als Landschaftspflegerin oder -pfleger“.
Oldenburg / Wilhelmshaven. Anfang 2023 nahm die FSRU 1 WHV (Floating Storage and Regasification Unit) als erstes betriebsfähiges Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) den Regelbetrieb in Wilhelmshaven auf. Niedersachsen hatte das wichtige Energieinfrastrukturprojekt nur unter strengen Umweltauflagen zugelassen. Eine davon war die fortlaufende Überwachung der Einleitung und Ausbreitung des chlorbehandelten Abwassers der „Höegh Esperanza“ in die Nordsee . Das Land hatte ein intensives gewässerökologisches Monitoring angeordnet, das vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) durchgeführt wird. Die bisherigen Ergebnisse zeigen keine negativen Auswirkungen auf das Gewässer. Darüber berichtete der NLWKN nun den Mitgliedern des Umweltausschusses des Landkreis Friesland. Anfang 2023 nahm die FSRU 1 WHV (Floating Storage and Regasification Unit) als erstes betriebsfähiges Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) den Regelbetrieb in Wilhelmshaven auf. Niedersachsen hatte das wichtige Energieinfrastrukturprojekt nur unter strengen Umweltauflagen zugelassen. Eine davon war die fortlaufende Überwachung der Einleitung und Ausbreitung des chlorbehandelten Abwassers der „Höegh Esperanza“ in die Nordsee . Das Land hatte ein intensives gewässerökologisches Monitoring angeordnet, das vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) durchgeführt wird. Die bisherigen Ergebnisse zeigen keine negativen Auswirkungen auf das Gewässer. Darüber berichtete der NLWKN nun den Mitgliedern des Umweltausschusses des Landkreis Friesland. Der NLWKN stellte auf Einladung des Landkreises die bisherigen Ergebnisse ausführlich vor. In einer Präsentation konnte der NLWKN darlegen, dass die bisherigen Messwertergebnisse der umfangreichen Überwachungsprogramme unauffällig sind. Im Rahmen der bisher 21 Monaten andauernden Überwachung konnten keinerlei negative Auswirkungen auf das Gewässer nachgewiesen werden. Vereinzelt gab es geringfügige Chlor-Grenzwertüberschreitungen. In diesem Fällen forderte der NLWKN den Betreiber der FSRU zur unmittelbaren Sachverhaltsaufklärung und Störungsbeseitigung auf, dem dieser jeweils unverzüglich nachkam. Im Rahmen des Monitorings werden auch Stoffe, die möglicherweise durch den schnellen Abbau von Chlor (sogenannte Desinfektionsnebenprodukte) im Meerwasser entstehen können, in den Fokus genommen. Diese wurden an allen Auslässen und im Nahbereich des Schiffes analysiert. Auch hier gab es keine negativen Auffälligkeiten. Allein das flüchtige Desinfektionsnebenprodukt Bromoform, dessen Entstehung aus der Chlorierung im Vorfeld fachgutachterlich prognostiziert wurde, konnte mehrfach an den Auslässen der FSRU nachgewiesen werden. Jedoch vor der Einleitung und somit vor der Verdünnung durch das umliegende Meerwasser. Im Meerwasser selbst waren die untersuchten Desinfektionsnebenprodukte, abgesehen von lediglich einer einzigen toxikologisch unbedenklichen Ausnahme unter Extrembedingungen, trotz des umfangreichen Monitorings und moderner Analytik nicht nachweisbar. „Die bisherigen unauffälligen Messergebnisse bestätigen unsere fachlichen Einschätzungen und umfangreiche Expertisen im Rahmen des Erlaubnisverfahren und ebenso die Prognosen der vorgelegten Fachgutachten“, erklärt Ute Schlautmann, Leiterin der für die Überwachung zuständigen NLWKN-Betriebsstelle Brake-Oldenburg. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer betont: „Der Schutz des sensiblen Lebensraums Wattenmeer hat für uns höchste Priorität. Dazu gehört auch größtmögliche Transparenz mit Blick auf die Ergebnisse der fortlaufend und regelmäßig stattfindenden Untersuchungen. Wir werden auch weiterhin sehr genau hinsehen, damit sichergestellt ist, dass Niedersachsens Einsatz zur Sicherung der deutschen Gasversorgung nicht zu Lasten unserer einzigartigen Natur geht. Einen Umweltrabatt wird es nicht geben.“ Der Landkreis Friesland zeigte sich anhand der vorgestellten Ergebnisse und der anschließenden sachlichen Diskussion beruhigt: „Als Küstenlandkreis sind wir uns unserer Verantwortung für unsere Heimat und das Weltkulturerbe vor unserer Küste bewusst. Deshalb haben wir die Entwicklungen rund um das LNG-Terminal genau im Blick. Danke an den NLWKN für den direkten Austausch und einen umfassenden Einblick in die Messergebnisse“, so Martina Esser, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft (Landkreis Friesland). Die aktuellen Ergebnisse des gewässerökologischen Monitorings stellt der NLWKN seit dem vergangenen Jahr ebenfalls auf seiner Webseite bereit, sodass diese auch für die allgemeine Öffentlichkeit einsehbar sind. Die dort abrufbaren Dateien werden regelmäßig aktualisiert, sobald neue validierte Messwerte zur Verfügung stehen. Die Informationen sind hier abrufbar: www.nlwkn.niedersachsen.de/ueberwachungesperanza
Norden/Norderney. Bei Tabea Graupe und Magdalena Hofherr kommen regelmäßig eimerweise Muscheln auf den Tisch. Statt Heißhunger auf Meeresfrüchte treibt die beiden jungen Nachwuchsforscherinnen ihr Wissensdurst an: Im Rahmen ihres freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) nehmen sie die Entwicklung der Muschelpopulation im Wattenmeer unter die Lupe. Eine Reportage. Bei Tabea Graupe und Magdalena Hofherr kommen regelmäßig eimerweise Muscheln auf den Tisch. Statt Heißhunger auf Meeresfrüchte treibt die beiden jungen Nachwuchsforscherinnen ihr Wissensdurst an: Im Rahmen ihres freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) nehmen sie die Entwicklung der Muschelpopulation im Wattenmeer unter die Lupe. Eine Reportage. Wer mit der Fähre auf die Insel reist, nimmt meist ein paar Tage später etwas mit zurück. Erinnerungen, Sand in den Schuhen, – und manchmal auch die ein oder andere Muschel. Für Magdalena Hofherr und Tabea Graupe sind es an diesem wolkenlosen, aber noch nicht wirklich warmen Frühsommertag gleich 3.481 Exemplare der Baltischen Plattmuschel . Aber das wird sich erst später zeigen. Sechsmal im Jahr setzen die FÖJlerinnen des NLWKN-Probenahmestützpunkts Norden zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Norddeich aus nach Norderney über. Dort werfen sie einen tieferen Blick auf das, was für hunderttausende Inselgäste jährlich meist verborgen unter der Oberfläche schlummert. Statt Badetuch und Sonnencreme haben sie dabei vor allem Siebe, Eimer und jede Menge leere Behälter im Gepäck. Auf schlickigem Grund geht es diesmal in Sichtweite des markanten ziegelsteinroten Norderneyer Leuchtturms Schritt für Schritt raus ins Watt. „Sauber bleibt hier heute keiner“, zwinkert Magdalena Hofherr ihrer nur wenig älteren Kollegin zu, während sie das kleine graue GPS-Gerät in der Hand nicht aus den Augen lässt. Ein paar Meter Schlick, dann wieder festeres Watt. Das Ziel der mit zahlreichen Kunststoffbehältern beladenen Gruppe liegt trotz Ebbe noch verborgen, aber das wird sich gleich ändern: Eigentlich sieht hier dabei zwar alles ziemlich ähnlich aus. Dennoch steuert die 19-Jährige, die aus der Nähe von Regensburg stammt und die Nordsee früher nur aus dem Urlaub kannte, geradewegs auf eine Position knapp 250 Meter vor der Norderneyer Südküste zu. Am Ziel angekommen, drückt Hofherr einen der mitgebrachten, armlangen Kunststoffzylinder behutsam in den noch leicht mit Wasser bedeckten Wattboden. Ein paar schnelle Spatenhiebe, um das Herauslösen zu erleichtern, ein langgezogenes Schmatzen – dann taucht der inzwischen randvoll mit Sedimenten gefüllte Behälter wieder auf. Insgesamt zehn dieser knapp 30 Zentimeter im Watt zu versenkenden „Stecher“ stehen heute auf dem Plan. Zehnmal heißt es damit in den kommenden zweieinhalb Stunden für Magdalena Hofherr und Tabea Graupe: Einstechen, entnehmen, im Priel spülen und den von Schlick befreiten Inhalt der milchig weißen Kunststoffbehälter – kleine Muscheln, Würmer, Schnecken und Krebstiere – in Gefäße verpacken. Lebewesen wie die Baltische Plattmuschel zum Beispiel. Der Lateiner nennt sie Macoma balthica – im Volksmund ist sie wegen ihres Aussehens auch als rote Bohne ein Begriff. Biologen sprechen bei ihr und ähnlichen Lebewesen übergreifend vom sogenannten Makrozoobenthos. „Das sind all jene wirbellose Organismen, die im und auf dem Sediment in Gewässern leben und dabei größer als einen Millimeter sind“, erklärt Tabea Graupe den etwas sperrigen Fachbegriff, während sie mit einer Pinzette ein weiteres millimetergroßes Würmchen aus dem mitgebrachten Sieb „operiert“. Die 20-Jährige stammt aus der Nähe von Frankfurt am Main. Nach dem International Baccalaureate hatte sie sich vergangenes Jahr wie Magdalena Hofherr für einen Freiwilligendienst an der Nordsee beworben. Jetzt kniet sie vor dem Hintergrund des auflaufenden Wassers im Norderneyer Watt, von Kopf bis Fuß mit Schlick beschmiert – und lacht. Wie ihre Kollegin Magdalena Hofherr will Tabea Graupe der Natur auch nach dem FÖJ treu bleiben: Die 20-Jährige wird im Oktober ein Studium der Umweltingenieurswissenschaften beginnen (Bild: Tyedmers/NLWKN). Die von den Forschern des NLWKN genutzten „Stecher“ haben einen Durchmesser von knapp 15 Zentimetern. Ihr Inhalt gibt Aufschluss über die Entwicklung der Tierwelt unter der Oberfläche (Bild: Tyedmers/NLWKN). Detektivarbeit mit Lupe und Pinzette Detektivarbeit mit Lupe und Pinzette Szenenwechsel: Nur einen Tag später herrscht im Probenahmestützpunkt des Landesbetriebs in Norden buchstäblich dicke Luft. Während sich Hofherr und Graupe konzentriert über ihre Mitbringsel aus dem Watt beugen, liegt auf dem angrenzenden Flur bereits seit den frühen Morgenstunden ein unverkennbarer, leicht miefiger Geruch in der Luft. „Es bleibt halt nicht lange verborgen, wenn wir mal wieder draußen waren“, lacht Magdalena Hofherr. Die Bayerin, die nach dem Ende ihres FÖJ in wenigen Wochen ein Studium der Forstwirtschaft antreten wird, hat gerade die mitgebrachten Proben von letzten Schlickresten und dem sogenannten Schill befreit – ein marines Sediment, das vor allem aus abgestorbenen und zerriebenen Muschel- und Schneckenschalen besteht. In den kommenden Stunden und Tagen wird sie nun zusammen mit Tabea Graupe und den Kollegen des Aufgabenbereichs „Flussgebietsmanagement Übergangs- & Küstengewässer“ des NLWKN anhand der vor Norderney entnommenen Proben umfangreiche Untersuchungen zur Bestimmung der Gewässergüte durchführen. „Es geht darum, die räumliche Verteilung und die zeitliche Entwicklung der Fauna im Wattboden zu erfassen und Veränderungen der Zusammensetzung der mitgebrachten Proben festzuhalten. In Summe erhoffen wir uns ein besseres Verständnis davon, wie sich natürliche und durch den Menschen verursachte Veränderungen in diesem besonderen Lebensraum auswirken“, so NLWKN-Biologe Lukas Harwick. Dafür wird in Norden heute und in den kommenden Tagen fleißig weiter gespült, vorsortiert und untersucht. Die Tiere werden dabei von den Nachwuchsforscherinnen und den Biologen des Landesbetriebs per Binokular und Mikroskop taxonomisch bestimmt. In einer Petrischale sammeln sich derweil immer mehr der noch sehr jungen, nur knapp ein bis zwei Millimeter großen „roten Bohnen“ vom Vortag. Inzwischen in Ethanol eingelegt, wird über verschiedene Schritte hinweg in den kommenden Tagen noch ihre Biomasse erhoben werden. Anhand der vorgenommenen Zählungen und entsprechender Hochrechnungen ermitteln die beiden FÖJlerinnen später, dass sich an der Entnahmestelle im Norderneyer Watt zum Zeitpunkt der Probenahme alleine rund 19.183 Individuen dieser Art pro Quadratmeter tummeln müssen. Damit ist ihre Dichte in diesem Jahr besonders hoch. Hintergrund ist ein starker Larvenfall dieser Muschelart. „Insgesamt weisen viele Arten im dynamischen Lebensraum Wattenmeer aufgrund der hier vorhandenen extremen und schwierigen Lebensbedingungen allerdings oft starke Schwankungen in den Bestandszahlen auf“, weiß Biologe Lukas Harwick. Für die 3.481 entnommenen Muscheln endet die Reise hier – sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Forschung. Für Tabea Graupe und Magdalena Hofherr geht sie ab September mit dem Studium und einem neuen Lebensabschnitt weiter.
Norden - „Die Klimakrise ist jetzt! Niedersachsen an die Folgen der Klimakrise anzupassen und diese so gut wie möglich abzumildern, ist eine zentrale Aufgabe für uns alle – auch und gerade für den NLWKN“, so Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Christian Meyer am Donnerstag (18.07.2024) in Norden (Landkreis Aurich). In der Direktion des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) informierte er gemeinsam mit NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer und weiteren Fachleuten über aktuelle Projekte und Aufgaben des Landesbetriebs. Themen wie ein bestmöglicher Küsten- und Hochwasserschutz, die Wiedervernässung der Moore und das vom NLWKN durchgeführte Grundwasser-Monitoring sind allesamt unmittelbar vom Klimawandel beeinflusst. „Die Klimakrise ist jetzt! Niedersachsen an die Folgen der Klimakrise anzupassen und diese so gut wie möglich abzumildern, ist eine zentrale Aufgabe für uns alle – auch und gerade für den NLWKN“, so Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Christian Meyer am Donnerstag (18.07.2024) in Norden (Landkreis Aurich). In der Direktion des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) informierte er gemeinsam mit NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer und weiteren Fachleuten über aktuelle Projekte und Aufgaben des Landesbetriebs. Themen wie ein bestmöglicher Küsten- und Hochwasserschutz, die Wiedervernässung der Moore und das vom NLWKN durchgeführte Grundwasser-Monitoring sind allesamt unmittelbar vom Klimawandel beeinflusst. „Mit unseren umfangreich erhobenen Fachdaten sowie mit unseren Forschungs-, Planungs- und Bauprojekten setzen wir wichtige Impulse, damit Niedersachsen die Folgen der Klimakrise bewältigen kann“, erläutert Anne Rickmeyer. Seit seiner Gründung arbeite der Landesbetrieb aktiv an Forschungen zu den Themen Klimafolgenanpassung und Wassermanagement. Umwelt- und Klimaschutzminister Meyer betont: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NLWKN leisten einen zentralen Beitrag, um das Leben der Menschen hinter den Deichen zu schützen, genauso wie ihr Hab und Gut.“ Er fügt hinzu, dass das Land aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieser Aufgaben den Landesbetrieb in Zukunft weiter stärken werde. Neben einem 43 Millionen Euro schweren Bau- und Finanzierungsprogramm für den Hochwasserschutz, aus dem in diesem Jahr mehr als 100 Hochwasserschutzvorhaben von Verbänden, Kommunen und dem Land fortgeführt oder neu begonnen werden können, unterstützt das Land Vorhaben wie ein integriertes und nachhaltiges Wassermengen-Management in den Kommunen, regionale Konzepte zur Nutzung von Grund- oder Oberflächengewässer und flexible Klimaanpassungsmaßnahmen mit der Förderrichtlinie „Klimafolgenanpassung Wasserwirtschaft“. Die Richtlinie hat ein Gesamtvolumen von knapp 32 Millionen Euro bis Ende 2026. Außerdem wird das Land für den natürlichen Hochwasserschutz verstärkt Bundesmittel für natürlichen Klimaschutz nutzen und stellt jährlich 10,6 Millionen Euro dauerhaft zusätzlich über das Sondervermögen Hochwasserschutz bereit. „Und was mich besonders freut“, so Minister Meyer, „im Haushaltsplan 2024 wurde für den NLWKN das Personal aufgestockt und der Deckel der Dauerstellen von 200 auf 400 insbesondere im Bereich des Küsten- und Hochwasserschutzes angehoben. Denn klar ist: Wir brauchen ausreichend Personal, das die geplanten Maßnahmen am Ende auch umsetzt. Darum stärken wir den NLWKN auch in den Folgejahren.“ Mit dem Haushaltsplanentwurf der Landesregierung bekommt der NLWKN 2025 weitere 50 zusätzliche Stellen, davon 30 im Bereich des Hochwasser- und Küstenschutzes. Außerdem fließen 4,4 Millionen Euro zusätzliche Investitionsmittel an den NLWKN. Eine fortlaufende Verbesserung der personellen wie finanziellen Situation sei angesichts wachsender Aufgaben und Herausforderungen eben unabdingbar, so Direktorin Rickmeyer. So sei etwa das Arbeitsvolumen im landeseigenen Labor des NLWKN in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Allein über 23.900 Wasserproben sind hier im zurückliegenden Jahr untersucht worden. Noch 2021 waren es knapp unter 20.000 Proben. Insgesamt wurden anhand dieser Proben 2023 an den sieben NLWKN-Laborstandorten Aurich, Brake, Hildesheim, Lüneburg, Meppen, Stade und Verden zusammen über 512.000 Analysen durchgeführt – rund 60.000 Bestimmungen mehr als 2021. Gegenüber dem Jahr 2010 hat sich die Zahl der durchgeführten Analysen sogar nahezu verdoppelt. Exemplarisch für die zahlreichen mit dem Klimawandel in Verbindung stehenden Aufgaben rückte der NLWKN beim Termin in Norden drei aktuelle Themen in den Fokus: die Entwicklung der Grundwasserstände, das Forschungsprojekt WAKOS rund um Extremereignisse an der Küste sowie die Vernässung von Mooren. Keine generelle Entwarnung beim Grundwasser Keine generelle Entwarnung beim Grundwasser Die Grundwasserstände haben sich zum Sommer 2024 deutlich erholt. Dafür sorgte das regenreiche Jahr 2023 und vor allem die Rekordniederschläge im Winter 2023/2024. „Von einer generellen Entwarnung oder Erholung der Grundwasserstände können wir aber nicht sprechen“, erklärt Dieter de Vries, Grundwasser-Experte im NLWKN. Eine positive Entwicklung sei nicht überall in Niedersachsen festzustellen. In verschiedenen Geeststandorten insbesondere der Lüneburger Geest registrierte der Landesbetrieb auch 2023 Absenkungen der Grundwasserstände. Der NLWKN beobachtet die Entwicklung weiterhin aufmerksam. Der sechste Sonderbericht im Rahmen des Grundwasserberichts Niedersachsen wird aktuell erarbeitet. Das öffentliche Interesse an der Entwicklung der Grundwasserstände steigt ebenfalls. Daher betreibt der NLWKN seit Sommer 2023 das Online-Portal Grundwasserstandonline : Dort können tagesaktuelle Entwicklungstrends beim Grundwasserstand anhand 161 ausgewählter Messstellen nachverfolgt werden – ein Angebot, das nicht zuletzt im niederschlagsreichen Winter angesichts hoher Wasserstände auch bei Hausbesitzern in den Fokus rückte. Aktuell prüft der NLWKN, das Angebot auszubauen und weitere Grundwassermessstellen in das Portal aufzunehmen. Sorgen bereitet den Wasserwirtschaftlern die langfristige Tendenz zu sinkenden Grundwasserständen, die Zunahme der sommerlichen Defizite und die möglichen künftigen winterlichen Überschüsse an Grundwasser. „In Zukunft muss regional mit größeren Schwankungen bei den Grundwasserständen gerechnet werden“, prognostiziert de Vries. Grundwasser- und Klimaexperten des NLWKN betonen daher, dass Strategien und Maßnahmen im Wassermanagement dieses zunehmende Ungleichgewicht zwischen saisonalem Angebot und den jeweiligen Bedarfen berücksichtigen müssen. WAKOS – Forschungsprojekt zur Klimafolgenanpassung in Ostfriesland WAKOS – Forschungsprojekt zur Klimafolgenanpassung in Ostfriesland Wasser und damit verbundene Naturgefahren stehen auch im Fokus von WAKOS, einem aktuellen Forschungsprojekt an der ostfriesischen Küste. „Im Zentrum stehen Fragen wie: Was passiert in Ostfriesland, wenn Sturmfluten und Starkregenereignisse gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum auftreten? Wie kann ein kurzfristiges Risikomanagement gelingen und wie kann sich die Region langfristig den Herausforderungen durch den Klimawandel anpassen?“, skizziert Prof. Andreas Wurpts, Leiter der Forschungsstelle Küste in Norden, den Rahmen des Forschungsprojekts, das in diesem Jahr in seine zweite Phase gestartet ist. Gemeinsam mit anderen deutschen Forschungseinrichtungen untersucht die Forschungsstelle Küste des NLWKN, wie sich die Küstenregion gegenüber solcher Ereignisse oder Ereignisbündel in Zeiten des Klimawandels nachhaltig schützen kann und wie die morphologische Entwicklung im Insel und Küstenvorfeld zukünftig aussehen könnte. Hannoversche Moorgeest profitiert vom Weihnachtshochwasser Trotz der immensen Schäden durch das Hochwasser über den Jahreswechsel gibt es auch Vorhaben, die von den erheblichen Niederschlägen des Winters profitiert haben: Die Wiedervernässung der Niedersächsischen Moore. In Niedersachsen leitet der NLWKN mehrere große Moorprojekte, unter anderem das EU-LIFE+-Projekt Hannoversche Moorgeest nördlich der Landeshauptstadt. Dort sind bereits beachtliche Erfolge zu verzeichnen. „Die vier Moore in der Hannoverschen Moorgeest sind so nass wie lange nicht mehr“, freut sich Projektleiterin Susanne Brosch vom NLWKN. Trotz teils schwieriger Bodenverhältnisse sind inzwischen mehr als zwei Drittel der umfangreichen Bauarbeiten zum Regenwasserrückhalt erfolgreich umgesetzt worden. Torfmoose erobern sich bereits Stück für Stück ihr Terrain zurück. Gleichzeitig wird der CO 2 -Ausstoß erheblich reduziert. Der Abschluss der Maßnahmen ist für 2026/2027 geplant. „Niedersachsen hat als führendes Moorland eine besondere Verantwortung für den Klima-, Natur- und Artenschutz. Moore sind als unsere natürlichen Klimahelden ein wichtiger Kohlenstoffspeicher und insgesamt bedeutend für den Naturhaushalt“, betont Minister Meyer. „Darum haben wir im Niedersächsischen Klimagesetz ganz bewusst das Ziel aufgenommen, Treibhausgasemissionen aus Moorböden zu reduzieren.“ Die niedersächsische Landesregierung plant eine „Steuerungseinheit Moorschutz“ beim NLKWN zur Vernässung von landeseigenen Flächen einzurichten. Einen Überblick über wichtige, 2023 vorangetriebene Projekte und Vorhaben des NLWKN finden Sie auf der NLWKN-Website unter www.nlwkn.niedersachsen.de/jb2023 Bildmotive und Grafiken zu den vorgestellten Themen stehen über nachfolgendem Link als Download zur Verfügung: Bildmotive und Grafiken zu den vorgestellten Themen stehen über nachfolgendem Link als Download zur Verfügung: https://nlwkn.hannit-share.de/index.php/s/JENfkXs77epjYm3 Passwort: NLWKN2024
Norden/ Norderney – Etwas weltweit Einmaliges hat die Forschungsstelle Küste im NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) aus ihrem Fundus zusammengestellt und publiziert: Das historische Kartenwerk der niedersächsischen Küste. Basierend auf den Arbeiten des 1981 verstorbenen Sachgebietsleiters „Morphologie“ der Forschungsstelle Küste, Hans Homeier, gibt das gut 130 Seiten starke Werk einen Überblick zur Entwicklung der Inseln und der Festlandsküste zwischen Ems und Elbe in den vergangenen Jahrhunderten mit umfangreichen Hinweisen auf Kartenquellen und Literatur. Anders als früher werden dabei unabhängig vom Blattschnitt des Kartenwerkes Regionen zusammenfassend abgehandelt. „Für alle untersuchten Gebiete erfolgt eine vergleichende kartografische Darstellung des jeweiligen Küstenverlaufs der Jahre 1650, 1750, 1860 und 1960. In einer vorgeschalteten textlichen Beschreibung werden – je nach örtlicher Quellenlage – zum Teil die Entwicklungen seit dem 13. Jahrhundert skizziert“, schildert Dr.-Ing. Hans-Joachim Stephan, bis 2008 als Nachfolger Homeiers Leiter des Aufgabenbereichs „Morphologie“, der die Arbeiten am Kartenwerk nach dessen Tod zum Abschluss brachte und gemeinsam mit Hanz Dieter Niemeyer um aktuelle Untersuchungsergebnisse ergänzte. Motivation für beide war das bisher in vielen Einzeldarstellungen verstreute, einmalige wissenschaftliche Vermächtnis Hans Homeiers für die Nachwelt zu sichern und ihm einen seiner Leistung würdigen Platz einzuräumen. „Die Jahre für die Kartendarstellung wurden gewählt, weil es zu den jeweiligen Zeitpunkten umfangreiche, verlässliche Berichte über die Verhältnisse gab“, ergänzte Niemeyer, der heute die Forschungsstelle Küste im NLWKN leitet. „So gelten die Auricher Inselbereisungsprotokolle von 1650 als ebenso zuverlässige Quelle wie die hannoverschen und preußischen Seekarten aus der Zeit um 1860“. Für die beschreibende Darstellung wurden ferner zahlreiche zeitgenössische Zeugnisse wie Deich- und Sielregister, Prozessakten oder Urkunden wie Kaufverträge von Ländereien, Schenkungen an Klöster oder deren Güterverzeichnisse genutzt. „Die Akribie mit der Homeier hier vorging, war einmalig“, betonen Niemeyer und Stephan. Der Blick in die Vergangenheit ist dabei auch eine wichtige Grundlage für die Küstenschutzplanungen der Gegenwart: Die Kenntnis der kurz-, mittel- und langfristigen Entwicklungen ist wichtig, um zu erkennen, welche Verhältnisse das natürliche Kräftespiel an einem Ort anstrebt und ob aktuelle Geschehnisse diesem Trend folgen oder nicht. Die Veröffentlichung richtet sich vorrangig an wissenschaftliche Institute der Disziplinen Küsteningenieurwesen, Geologie, Geografie und Biologie, an Verwaltungen und Genehmigungsbehörden, die im Küstengebiet tätig sind sowie an wissenschaftlich interessierte Privatpersonen. Sie ist gegen eine Schutzgebühr von 30,00 Euro zuzüglich 2,50 Euro für den Versand über folgende Adresse zu beziehen: NLWKN – Forschungsstelle Küste, An der Mühle 5, 26548 Norderney.
Die Wasserstoff-Beimischung im Gasnetz im Fläming geht in die Endphase für diese Heizperiode. In den kommenden Wochen sollen im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes des Energieversorgers Avacon und des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) bis zu 20 Prozent Wasserstoff in ein bestehendes Teilnetz eingespeist werden. Den Start der letzten Phase des deutschlandweit bislang einmaligen Projekts läutete am heutigen Mittwoch Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann mit seinem Besuch in Schopsdorf ein. Das im vergangenen Dezember gestartete Gemeinschaftsprojekt von Avacon und dem DVGW soll zeigen, dass es technisch möglich ist, Wasserstoff zu einem deutlich höheren Prozentsatz in ein existierendes Gasnetz einzuspeisen, als es die Technischen Regeln des DVGW vorsehen. Die Ergebnisse des Projektes haben Bedeutung für die gesamte Gaswirtschaft und dienen als Vorbild für den zukünftigen Einsatz von Wasserstoff in Gasverteilnetzen. „Sachsen-Anhalt wird sich in den kommenden Jahren intensiv am Aufbau der grünen Wasserstoffwirtschaft beteiligen. Es geht darum, unabhängiger von Energieimporten zu werden, das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts sowie Arbeitsplätze langfristig zu sichern“, erklärte Willingmann. „Mit der Wasserstoff-Beimischung im Gasnetz im Fläming können hierfür wertvolle Praxiserfahrungen gesammelt werden, die dem weiteren Infrastruktur-Ausbau zugutekommen. Gerade die energieintensiven Industrien des Landes werden künftig verstärkt auf klimaneutral produzierten Wasserstoff angewiesen sein. Neben dem Ausbau der Wasserstoffproduktion wird es darum gehen, die Netz- und Speicherkapazitäten deutlich zu erhöhen.“ „Der bereits begonnene Transformationspfad der Gaswirtschaft hin zur Klimaneutralität wird in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen wichtiger denn je. Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung sehen wir großes Potential bei der Umstellung der Gasnetze auf erneuerbare und klimaneutrale Gase, insbesondere in der Nutzung von Wasserstoff“, sagte Frank Schwermer, Geschäftsführer der Avacon Netz GmbH. „Mit unserem Projekt zeigen wir, dass unsere Netze erneuerbare und klimaneutrale Gase sowohl effizient als auch in relevanten Mengen aufnehmen können. Damit unterstreichen wir den nachhaltigen Wert der Verteilnetze als Schlüssel für eine CO2-freie Energieversorgung“, ergänzte er. Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender DVGW: „Das Praxisprojekt von DVGW und Avacon ist ein wichtiger Meilenstein intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Der Blick auf Schopsdorf fokussiert in beeindruckender Weise, worauf es in der zukünftigen Energieversorgung Deutschlands ankommt, nämlich nicht zu theoretisieren, sondern anzupacken. Heute speisen wir bereits 20 Prozent Wasserstoff in das Gasnetz ein, ein Beispiel, dass sofort auch anderorts umgesetzt werden kann. Mit den neuen Gas-Endgeräten können es schon bald 100 Prozent sein. Wasserstoff aus Norwegen, Nordafrika oder in Deutschland selbst erzeugt aus Wind- und Sonnenenergie oder durch Umwandlung der zukünftigen an der Küste anlandenden LNG-Mengen, das ist dann nicht nur der richtige klimapolitische Schritt, sondern auch der Weg zur Erhöhung der deutschen Energie-Resilienz.” Die Einspeisung von Wasserstoff ist über die zwei Heizperioden 2021/22 und 2022/23 in Stufen von 10, 15 und 20 Prozent Wasserstoffbeimischung geplant. In der ersten Stufe, die im Dezember 2021 mit der Inbetriebnahme der Beimischanlage begann, wurden zehn Prozent Wasserstoff über etwa vier Wochen dem Erdgas beigemischt. Damit bewegte sich der Anteil noch in der durch das DVGW-Regelwerk gedeckten Beimischungshöhe. Bei rund einem Drittel der Gasgeräte werden über den gesamten Projektzeitraum Stichprobenmessungen bezüglich der Verbrennungsgüte mit Messungen des tatsächlichen Wasserstoffgehalts vor Ort durchgeführt, um die Einspeisung wissenschaftlich bei allen Einspeisestufen zu begleiten. Schrittweise wird in Steigerungsstufen von fünf Prozent die maximale Wasserstoffbeimischung bis 20 Prozent erreicht werden. „Die 15 Prozent Phase haben wir inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Die bisherigen Auswertungen haben gezeigt, dass die Geräte störungsfrei mit einem höheren Anteil von Wasserstoff im Gasnetz arbeiten“, zeigte sich Frank Schwermer über den aktuellen Projektstand erfreut. „Damit können wir mit der Beimischung der Zielkonzentration von 20 Prozent Wasserstoff in diesen Tagen beginnen“, sagte er weiter. Eine weitere 20-Prozent-Einspeisephase folgt in der Heizperiode 2022/23 über mehrere Wochen. Neben einer möglichst gleichförmigen Beimischung sind auch volatile Einspeisungen vorgesehen, um die volatilen Erneuerbaren Energien als Wasserstoffquellen nachzubilden und die Effekte von schwankenden Wasserstoff-Gehalten im Bestand zu untersuchen. Für das Projekt wurde ein Netzabschnitt im Gasverteilnetz von Avacon im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt ausgewählt. Dieser eignet sich vor allem deshalb, weil die dort verbaute Netzinfrastruktur repräsentativ für das gesamte Avacon-Gasverteilnetz ist und die Ergebnisse somit übertragbar sind. Bei dem Netzabschnitt handelt es sich um ein Mitteldruck-Verteilnetz mit rund 35 Kilometern Leitungslänge, von dem etwa 350 Netzkunden mit Erdgas versorgt werden. Mit der entsprechenden Menge an Gasgeräten, die vor allem zur Wärmeversorgung dienen, deckt das ausgewählte Netzgebiet eine breite Gerätetechnik ab. Vor dem Start der Wasserstoff-Beimischung wurden in Zusammenarbeit mit dem Gas- und Wärme-Institut Essen (GWI) und den Gasgeräteherstellern alle bei den Kunden verbauten Gasgeräte erfasst und sowohl betriebs- und sicherheitstechnisch als auch auf Wasserstoffverträglichkeit überprüft. Insgesamt wurden die bislang erhobenen Gasinstallationen mit den Gasgeräten fast zu 100 Prozent positiv bewertet. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn und Twitter.
Am 31. Mai 2017 stellten das Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz die neue Rote Liste gefährdeter Biotoptypen in Berlin vor. Zum dritten Mal nach 1994 und 2006 veröffentlicht das Bundesamt für Naturschutz die Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands. Sie zeigt die aktuelle Gefährdungssituation der in Deutschland vorkommenden Biotoptypen. Zum ersten Mal werden neben der langfristigen Gefährdung auch die und die Seltenheit eines jeden Biotoptyps zu einem „Rote Liste Status“ zusammengeführt, der das Verlustrisiko abbildet. Nach wie vor sind knapp zwei Drittel der in Deutschland vorkommenden Biotope gefährdet, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Besonders dramatisch ist die Situation beim Grünland. Hier hat sich die Situation seit der letzten Fassung der Roten Liste von 2006 noch einmal deutlich verschlechtert. Aber auch bei vielen anderen Biotoptypen der Kulturlandschaft, wie etwa Streuobstwiesen, hat sich die Lage verschlechtert. Positive Entwicklungen gibt es bei den Biotoptypen der Küsten sowie der Fließgewässer. Flüsse und Bäche weisen positive Entwicklungen auf. Das ist ein Erfolg der Anstrengungen zur Renaturierung sowie immer besserer Kläranlagen. Dieser positive Befund trifft aufgrund der Stickstoffbelastung jedoch nicht auf das Grundwasser sowie viele stehende Gewässertypen zu. Stabilisiert hat sich die Entwicklung bei vielen Waldbiotopen. Das hängt unter anderem mit einer nachhaltigeren Bewirtschaftung insbesondere in den öffentlichen Wäldern zusammen. Mit der Roten Liste gefährdeter Biotoptypen Deutschlands wird für die Naturschutzpraxis in Deutschland ein umfassendes Handbuch bereit gestellt, das über die Biotoptypen und ihre Gefährdungen Auskunft gibt sowie eine Grundlage für alle raumrelevanten Planungen darstellt. So wurden z.B. die Bezüge zwischen den Biotoptypen und der Wasserrahmenrichtlinie sowie den Lebensraumtypen der FFH -Richtlinie aktualisiert. Grundlegend überarbeitet wurde die Zuordnung der Biotoptypen zu den gesetzlich geschützten Biotopen gemäß § 30 Bundesnaturschutzgesetz, wobei erstmalig auch die entsprechenden gesetzlichen Regelungen der Bundesländer dargestellt wurden.
„Zusammenfassung und Ausblick: Im Rahmen des Teilprojektes 5 „Entwicklung und ökologische Wertigkeit bestehender Kleientnahmestellen in Salzwiesen als Entscheidungshilfe für die Bewertung zukünftiger Entnahmen“ wurden die während des Zeitraums von 1990 bis 1996 vom NLÖ – Forschungsstelle Küste erhobenen geomorphologischen, sedimentologischen und bodenkundlichen Daten ausgewertet. Die vorliegende Auswertung zeigt, dass sich die untersuchten Pütten relativ schnell wieder verfüllen und nach rund 30 Jahren die Geländehöhe der Umgebung erreichen können. Dies ist allerdings abhängig von der Lage und Größe der Pütten. Im Vergleich zu den nicht ausgepütteten Salzwiesen gestalten sich die meisten Pütten naturnah und weisen statt der starren Beet-Graben-Strukturen ein naturnahes, weit verzweigtes Prielsystem auf. Die morphologische Gestaltung der Pütten mit Uferwällen und Senken ist naturnäher und führt zu morphologisch größerer Vielfalt als in den Vergleichsflächen. Hinsichtlich der Bodeneigenschaften können die Pütten innerhalb von ca. 30 Jahren unter vergleichbaren Rahmenbedingungen den Entwicklungsstand der Umgebung erreichen und sind hier eher vergleichbar mit den landwirtschaftlich ungenutzten Flächen als mit den gemähten oder beweideten Arealen. Auf zentrale der Bodeneigenschaften hat neben der Geländehöhe und der morphologischen Ausgestaltung der Pütten auch die Lage der Flächen im Raum einen Einfluss. Die Erhebung der bodenkundlichen Daten erfolgte vor allem zur Beschreibung vegetationskundlich unterschiedlicher Standorte und konnte bisher nur 1993 exemplarisch durchgeführt werden. Für eine besser abgesicherte und noch differenziertere Analyse der Bodenentwicklung in den Pütten sowie der Beziehung zwischen Bodenentwicklung und Entwicklung von Flora und Vegetation sollten der Probenumfang wesentlich erhöht und die Zahl der erfassten Parameter ausgeweitet werden. Dieses sollte an allen Rasterpunkten der Pütten und Vergleichsflächen durchgeführt und durch eine nochmalige vegetationskundliche Kartierung dieser Rasterpunkte mit Flora und Vegetation in Beziehung gesetzt werden.“
„Die vorliegende Studie wurde von der KÜFOG GmbH erstellt und ist im August 2005 vom NLWKN Forschungsstelle Küste, Außenstelle Wilhelmshaven beauftragt worden. Als Folgestudie der bereits in 2004 durchgeführten Zusammenstellung von Benthosdaten der Weser (KÜFOG 2004) konzipiert, besteht der Kern der Studie aus einer digitalen Datensammlung der bisher in zahlreichen Gutachten und Veröffentlichungen erhobenen Makrozoobenthosuntersuchungen in der Weser. Ausgehend von der ersten umfangreichen datenbasierten Beschreibung benthischer Teillebensräume der Brackwasserzone der Weser in WITT (2004) und ergänzenden Daten aus dem limnischen Teil der Weser (KÜFOG 2006a) wurden weitere umfangreiche Daten ergänzt, die für die Planungen zur aktuellen Weseranpassung erhoben und ausgewertet wurden (s. Kap.3). Der Datenbestand wird genutzt, um Teillebensräume des Übergangsgewässers unter Berücksichti¬gung der abiotischen Bedingungen zu beschreiben und zu bewerten. Aus historischen Karten und Gebietsbeschreibungen werden die Teillebensräume vor den maßgeblichen Ausbauten der Weser zum Großschifffahrtsweg (FRANZIUS 1888) identifiziert, digital aufgearbeitet und mit den aktuellen Strukturen verglichen. Die benthischen Lebensräume werden beschrieben und qualitativ und soweit möglich quantitativ anhand der Benthosdaten charakterisiert. Ein möglichst datenbasierter historischer Referenzzustand wird aus dem Vergleich der hydromorphologischen Entwicklung und der Besiedlung rekonstruiert. Hierbei ist die enge Bindung der benthischen Besiedlung an hydromorphologische Gegebenheiten Grundlage des Bewertungsansatzes und bekommt gegenüber anderen Bewertungs¬systemen deutlich mehr Gewicht (vgl. Niederländischer Ansatz nach BOUMA et al. 2006). Dabei geht der hier verfolgte Ansatz entsprechend grundsätzlich von einer getrennten Betrachtung der unter¬schiedlichen Teillebensräume innerhalb des Übergangsgewässers aus, wie sie u.a. von WITT (2004) vorgeschlagen wurden und in KÜFOG (2004) spezifiziert wurden. Die hier entwickelten Bewertungskriterien werden mit den bestehenden Ansätzen von Ysebaert an der Westerschelde und Krieg an der Elbe verglichen. Die Eignung des inhaltsnahen Ansatzes von Ysebaert wird anhand der Weserdaten geprüft und fachlich diskutiert. Veränderungsvorschläge und Abweichungen werden dabei vorgestellt und begründet. Eine Diskussion zur Anwendbarkeit des resultierenden Bewertungsvorschlags wird vor dem Hintergrund der Anforderungen, die sich aus der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie z.B. an ein geeignetes Monitoring der Übergangsgewässer ergeben, geführt.“
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