Mit Hilfe des Vorhabens sollen die laufenden Arbeiten zur Aktualisierung und Weiterentwicklung der Umweltkostensätze der Methodenkonvention unterstützt werden, insbesondere die Arbeiten zur Ermittlung neuer Kostensätze, zur Erschließung neuer Datenquellen und zur Verwendung neuer methodischer Ansätze. Darüber hinaus soll die Netzwerkbildung mit potentiellen Anwendern und anderen Anbietern von Umweltkostensätzen unterstützt werden. Dies verbessert die Basis und Reichweite der Kostensätze der Methodenkonvention 4.0 und zukünftiger Veröffentlichungen zu Umweltkosten.
Das Projekt verfolgt das Ziel, die Verwendung von Umweltkosten in Privatwirtschaft, Politik und Verwaltung zu erleichtern. Das Vorhaben baut dabei auf den Arbeiten zur Methodenkonvention 4.0 auf und erhöht deren Anwendbarkeit und tatsächliche Anwendung in Organisationen. Dazu sollen für Anwendungsbeispiele aus unterschiedlichen Bereichen (öffentliche Beschaffung, Investitionen in Unternehmen etc.) typische Fragen bei der Monetarisierung von Umwelteffekten beantwortet werden. Zudem sollen in im Sinne einer Standardisierung in dem Vorhaben (Mindest-)Kriterien für die Auswahl von wissenschaftlich robusten und in der Praxis anwendbaren Kostensätzen entwickelt werden.
<p>Umweltbelastungen verursachen hohe Kosten für die Gesellschaft, etwa in Form von umweltbedingten Gesundheits- und Materialschäden, Ernteausfällen oder Schäden an Ökosystemen. Im Jahr 2022 betrugen die Umweltkosten in den Bereichen Straßenverkehr, Strom- und Wärmeerzeugung mindestens 301 Milliarden Euro. Eine ambitionierte Umweltpolitik senkt diese Kosten und entlastet damit die Gesellschaft.</p><p>Gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Umweltkosten</p><p>Umweltkosten sind ökonomisch höchst relevant. Das zeigte bereits der sogenannte „Stern Report“ im Jahr 2006, der die allein durch den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimawandel#alphabar">Klimawandel</a> entstehenden Kosten auf jährlich bis zu 20 % des globalen Bruttoinlandprodukts bezifferte. Auch fünfzehn Jahre nach Erscheinen des „Stern Reviews“, bekräftigt der Ökonom Nicholas Stern, dass die Kosten des Nichthandelns die Kosten des Klimaschutzes um ein Vielfaches übersteigen und ruft erneut zu entschiedenem Handeln im Kampf gegen den Klimawandel auf (Stern 2006 und Stern 2021). Auch auf Deutschland bezogene Schätzungen zeigen die ökonomische Bedeutung allein der durch Luftschadstoffe und Treibhausgase entstehenden Kosten. So haben die deutschen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/t?tag=Treibhausgas#alphabar">Treibhausgas</a>- und Luftschadstoff-Emissionen in den Bereichen Straßenverkehr, Strom- und Wärmeerzeugung im Jahr 2022 Kosten in Höhe von mindestens 301 Milliarden Euro verursacht (siehe Abb. "Umweltkosten durch Treibhausgase und Luftschadstoffe für Strom-, Wärmeerzeugung und Straßenverkehr").</p><p>* Basierend auf Kaufkraft 2024<br> **Klimaschadenskosten ab 2020 basieren auf dem GIVE-Modell, Werte vor 2020 auf dem Vorgänger Modell FUND</p><p>Zeitreihen zur Entwicklung der Erneuerbaren Energien sowie Energiedaten, TREMOD 6.53</p><p>Umweltkosten der Strom- und Wärmeerzeugung</p><p>Bei der Strom- und Wärmeerzeugung entstehen hohe Umweltkosten. Sie unterscheiden sich in Abhängigkeit von den eingesetzten Energieträgern deutlich. Stromerzeugung mit Braunkohle verursacht die höchsten Umweltkosten, gefolgt von den fossilen Energieträgern Öl und Steinkohle. Bereits deutlich niedriger liegen die Umweltkosten der Stromerzeugung aus Erdgas. Am umweltfreundlichsten ist die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (siehe Tab. „Umweltkosten der Stromerzeugung“).</p><p>Auch bei der Wärmeerzeugung ist der eingesetzte Energieträger ein maßgeblicher Faktor für die Höhe der entstehenden Umweltkosten (siehe Tab. „Umweltkosten der Wärmeerzeugung der privaten Haushalte“). Heizen mit Kohle und Strom verursacht mit Abstand die höchsten Umweltkosten. Schon mit deutlichem Abstand folgen die Fernwärmeversorgung und das Heizen mit Heizöl und Erdgas. Die Umweltkosten der erneuerbaren Energien zur Wärmeerzeugung liegen noch deutlich darunter. Dies zeigt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien auf dem Wärmemarkt die entstehenden Umweltkosten deutlich verringert.</p><p>Die Kostensätze der Strom- und Wärmeerzeugung berücksichtigen dabei lediglich die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/e?tag=Emission#alphabar">Emission</a> von Luftschadstoffen und Treibhausgasen, die Kosten infolge der Emission toxischer Stoffe (Quecksilber etc.) oder der Zerstörung von Ökosystemen infolge von Landnutzungsänderungen sind auf Grund fehlender Datenverfügbarkeit nicht eingeschlossen.</p><p>Umweltkosten des Verkehrs</p><p>Verkehr verursacht neben Emissionen von Luftschadstoffen und Treibhausgasen auch Lärmbelastung und negative Effekte auf Natur und Landschaft, beispielsweise durch die Zerschneidung der Landschaft. Um die Kostensätze für den Straßenverkehr in Deutschland zu bestimmen, werden zunächst die Emissionen aus dem Betrieb der verschiedenen Fahrzeugtypen ermittelt. Diese Emissionen entstehen bei der Verbrennung der Kraftstoffe sowie durch Reifenabrieb und Staubaufwirbelungen. Im Anschluss daran werden die indirekten Emissionen, d. h. Emissionen aus den anderen Phasen des Lebenszyklus geschätzt (zum Beispiel Herstellung, Wartung, Entsorgung sowie die Bereitstellung der Kraftstoffe). Während die meisten Emissionen der konventionellen Antriebe beim Fahren entstehen, sind bei der Elektromobilität die indirekten Emissionen bedeutender. Die Unterschiede zwischen den ermittelten Umweltkosten der einzelnen Verkehrsträger sind beträchtlich (siehe Tab. „Umweltkosten für verschiedene Fahrzeugtypen“).</p><p>Umwelt- und Gesundheitsschäden aus Luftschadstoffemissionen sind in Städten höher als in ländlichen Gebieten. Das zeigt der Vergleich der verkehrsbezogenen Kostensätze in Stadt und Land. Um diese Kostensätze – also die Kosten pro Personen- oder <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/t?tag=Tonnenkilometer#alphabar">Tonnenkilometer</a> – zu bestimmen, müssen die jeweiligen Emissionen pro Fahrzeugtyp und die Anteile von Fahrleistungen in städtischen und ländlichen Gebieten berücksichtigt werden. Die Unterschiede zwischen den Fahrzeugtypen sind zum Teil beträchtlich: So sind zum Beispiel Linienbusse zu rund 57 Prozent (%) in der Stadt unterwegs, Reisebusse hingegen nur zu 9 %.</p><p>Die Kostenschätzungen verdeutlichen beispielsweise die Vorteile eines Ausbaus des öffentlichen Personennahverkehrs: PKW mit einem Benzin-Motor verursachten 2024 Umweltkosten von 7,66 Eurocent pro <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/p?tag=Personenkilometer#alphabar">Personenkilometer</a> (Pkm), Nahverkehrszüge 4,88 Eurocent pro Pkm und Linienbusse nur 4,60 Eurocent pro Pkm.</p><p>Umweltkosten der Landwirtschaft</p><p>Ein weiteres wirtschaftliches Feld mit hohen Umweltwirkungen ist die Landwirtschaft. Durch die Produktion von Lebensmitteln und Energieträgern aber auch mit ihrem Potenzial, Kulturlandschaften zu prägen und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=Biodiversitt#alphabar">Biodiversität</a> zu erhalten, erfüllt die Landwirtschaft wichtige Funktionen für die Gesellschaft. Demgegenüber stehen aber auch zentrale negative Umweltwirkungen der Landwirtschaft. Zu diesen gehören neben Landnutzungsänderungen und der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/e?tag=Emission#alphabar">Emission</a> von Treibhausgasen auch die Emission von Stickstoff und Phosphor. Der Kostensatz für die Ausbringung eines Kilogramms (kg) Phosphor beträgt dabei 5,33 Euro2024. Bei der Ausbringung von Stickstoff fallen Umweltkosten in Höhe von durchschnittlich 11,23 Euro2024 pro kg an.</p><p>Wozu dienen Umweltkostenschätzungen?</p><p>Schätzungen von Umweltkosten sind vielseitig nutzbar. Sie zeigen, wie teuer unterlassener Umweltschutz ist und untermauern die ökonomische Notwendigkeit anspruchsvoller Umweltziele. Mit ihrer Hilfe lassen sich auch die Kosten und Nutzen von umwelt- und klimapolitischen Maßnahmen besser ermitteln. Dies gilt beispielsweise für die Bewertung von Maßnahmen zum Ausbau Erneuerbarer Energien oder zum Schutz von Ökosystemen, die einen beträchtlichen Nutzen in Form von vermiedenen Umwelt- und Gesundheitsschäden haben.</p><p>Die Schätzung von Umweltkosten ist auch bei Entscheidungen über den Ausbau der Infrastruktur wichtig, etwa bei der Erstellung des Bundesverkehrswegeplans, in den Umweltkostenschätzungen bereits einfließen. Ohne Berücksichtigung der Umweltkosten würden Investitionen in umweltfreundliche Verkehrssysteme systematisch benachteiligt und das Verkehrsnetz stärker ausgebaut, als dies gesamtwirtschaftlich sinnvoll wäre. Darüber hinaus können Umweltkostenschätzungen auch im Rahmen der Gesetzesfolgenabschätzung wertvolle Informationen liefern.</p><p>"Methodenkonvention zur Ermittlung von Umweltkosten" des Umweltbundesamtes</p><p>Es gibt eine Fülle von Studien auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene, die Umweltkosten schätzen. Die Schätzungen unterscheiden sich dabei je nach nationalen Gegebenheiten und methodischer Herangehensweise.</p><p>Eine seriöse und verlässliche Schätzung der Umweltkosten erfordert, wissenschaftlich anerkannte Bewertungsverfahren zu nutzen. Die Bewertungsmaßstäbe sollten begründet und möglichst für alle Anwendungsfelder identisch sein. Annahmen und Rahmenbedingungen müssen transparent gemacht werden. Dadurch lassen sich auch die Bandbreiten der Schätzungen in vielen Fällen erheblich eingrenzen.</p><p>Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a> hat daher auf Grundlage der Arbeiten von Fachleuten mehrerer Forschungsinstitute (INFRAS, Fraunhofer ISI, EIFER, UFZ, CE Delft, David Anthoff (UC Berkeley)) die Methodenkonvention zur Ermittlung von Umweltkosten erarbeitet. Die derzeit aktuellste Version stellt die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/methodological-convention-32-for-the-assessment-of">Methodological Convention 3.2 for the Assessment of Environmental Costs</a> (derzeit nur in englischer Sprache verfügbar) dar, bei der es sich um eine Teilaktualisierung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/methodenkonvention-umweltkosten">Methodenkonvention 3.1: Kostensätze</a>. Im Zuge der Teilaktualisierung wurden insbesondere die beiden Kapitel zur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/e?tag=Emission#alphabar">Emission</a> von Treibhausgasen und Luftschadstoffen überarbeitet: Die hier veröffentlichten Kostensätze basieren auf einem neuen Modell (Treibhausgase) bzw. auf aktualisierten Berechnungen und Annahmen (Luftschadstoffe). Auch in den übrigen Kapiteln wurden die neu ermittelten Kostensätze für Luftschadstoffe und Treibhause berücksichtigt. Abgesehen davon bilden die übrigen Kapitel jedoch weiterhin den Stand der Methodenkonvention 3.1 ab. Für 2025 ist die Veröffentlichung der umfassend überarbeiteten Methodenkonvention 4.0 geplant, welche dann sowohl in Deutsch wie auch in Englisch erscheinen soll.</p><p>Internalisierung von Umweltkosten</p><p>Umweltkosten sollten grundsätzlich internalisiert – also den Verursachern angelastet – werden. Da dies bisher nur unzureichend geschieht, gibt es keine hinreichenden wirtschaftlichen Anreize, die Umweltbelastung zu senken. Preise ohne vollständige Internalisierung der Umweltkosten sagen nicht die ökologische Wahrheit. Dies verzerrt den Wettbewerb und hemmt die Entwicklung und Marktdiffusion umweltfreundlicher Techniken und Produkte. Die Umweltkosten müssen vor allem in Bereichen die besonders hohe Umweltschäden verursachen, stärker als bisher in Rechnung gestellt werden. Dies würde beispielsweise den Ausbau der erneuerbaren Energien stärker fördern, die Anreize zur Energieeffizienz erhöhen und wesentlich zu einer nachhaltigen Mobilität beitragen. Aber auch in anderen Bereichen wie beispielsweise der Landwirtschaft und im Baugewerbe würde die Berücksichtigung der Umweltkosten dazu führen, dass nachhaltigere Produktions- und Konsummuster auch wirtschaftlich lohnender werden.</p><p>Methodik zur Schätzung von Klimakosten </p><p>Emissionen von Kohlendioxid (CO2) sind der Hauptverursacher des Klimawandels. Das Umweltbundesamt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>) empfiehlt auf Grundlage der Methodenkonvention für im Jahr 2024 emittierte Treibhausgase einen Kostensatz von 300 Euro2024 pro Tonne Kohlendioxid (t CO2) zu verwenden (1% Zeitpräferenzrate). Bei einer Gleichgewichtung klimawandelverursachter Wohlfahrtseinbußen heutiger und zukünftiger Generationen (0% Zeitpräferenzrate) ergibt sich ein Kostensatz von 880 Euro2024 pro Tonne Kohlendioxid. Dabei bezeichnet Euro2024 jeweils die Kaufkraft des Euro zu Beginn des Jahres 2024. Auch für die Treibhausgase Methan und Lachgas können basierend auf dem Greenhouse Gas Impact Value Estimator (GIVE) Modell Klimakostensätze ermittelt werden, welche in der Tabelle „UBA-Empfehlung zu den Klimakosten“ dargestellt sind. Die Kosten infolge der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/e?tag=Emission#alphabar">Emission</a> anderer Treibhausgase können mit Hilfe des Treibhausgaspotenzials (Global Warming Potential) ermittelt werden.</p><p>Die Schäden, die durch die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/t?tag=Treibhausgas#alphabar">Treibhausgas</a>-Emissionen entstehen, steigen im Zeitablauf, beispielsweise da der Wert von Gebäuden und Infrastrukturen, die durch Extremwetterereignisse geschädigt werden, steigt. Daher steigen auch die anzusetzenden Kostensätze im Zeitablauf (siehe Tab. „UBA-Empfehlung zu den Klimakosten“). Weitere Erläuterungen hierzu finden Sie in der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/methodological-convention-32-for-the-assessment-of">Methodenkonvention 3.2: Kostensätze</a> (aktuell nur in englischer Sprache verfügbar).</p>
Bild: Der Domplatz von Erfurt mit Marktständen, von lapping auf Pixabay Das Studierendenprojekt „Regionale Ernährungsnetzwerke Erfurt – Erfurt is(s)t regional“, das die Themen regionale Ernährung und Raumplanung miteinander verknüpft, wurde durch Prof. Dr. Antje Matern von der Fachhochschule Erfurt organisiert. Einen Einstieg in die Thematik erhielten die Studierenden durch einen Input von Nadine Pannicke-Prochnow (UBA) und Veronika Jorch (UBA) vom Stadt-Land-Plus Querschnittsvorhaben am 27.Oktober 2023. Dabei wurden den Studierenden Einblicke in aktuelle Arbeiten des UBA zu regionalen Ernährungssystemen sowie konkrete Ansätze und Ergebnisse der Stadt-Land-Plus-Vorhaben ReProLa, WERTvoll, VoCo, OLGA, KOPOS und NACHWUCHS vermittelt. Ein weiterer Input und Begleitung während der Bearbeitungsphase wurde durch Frank Mittelstädt, Agenda-2030-Koordinator der Stadtverwaltung Erfurt geleistet. Mithilfe der Inputs und ergänzenden Materialien erarbeiteten die Studierenden vier Kleinprojekte unter dem Motto „Regionale Ernährungsnetzwerke Erfurt – Erfurt is(s)t regional“. Während der dreimonatigen Projektzeit besuchten die Studierenden auch die Metropolregion Nürnberg, in der sie Einblicke in das Verbundvorhaben ReProLa erhielten. Weitere Gespräche mit verschiedenen Akteur:innen der regionalen Ernährungs- und Lebensmittelbranche in Erfurt folgten. Die Kleinprojekte wurden am 7.2.2024 an der Hochschule Erfurt in einer Abschlusspräsentation vorgestellt. Zu den Gästen zählten auch das thüringische Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und Mitarbeitende der Großküche eines Erfurter Altenpflegeheimes, die für eines der Studierendenprojekte interviewt worden sind und sich nun von den Ergebnissen für ihre Arbeit inspirieren lassen wollten. Die Präsentationen begannen mit einer allgemeinen Einführung in das Thema regionale Ernährung, bei dem positive sowie negative Aspekte aufgezeigt wurden und auch die Frage gestellt wurde, was die richtige Definition für regionale Ernährung ist. Die Studierenden hatten sich geeinigt, dass jedes Teilprojekt die Definition selbst festlegt, da für unterschiedliche Produkte und Themenaspekte unterschiedliche Definitionen realistisch sind. Die Möglichkeit der Ernährungssouveränität der Stadt Erfurt wurde im ersten Teilprojekt thematisiert. Aufgrund der Verfügbarkeit der Daten und um das Thema greifbar zu machen, fokussierten sich die Studierenden ausschließlich auf das Stadtgebiet. Mit Karten und Diagrammen stellten sie dar, wie eine stadtinterne Versorgung mit Obst und Gemüse aussehen könnte. Dafür müsste auf erheblichen Flächenanteilen von Getreideanbau auf Obst- und Gemüseanbau umgestellt werden. Dass das grundsätzlich möglich ist, zeigt sich anhand der Tatsache, dass bereits vor der politischen Wende 1990 auf einem Großteil der Flächen Obst und Gemüse produziert wurde. Im zweiten Teilprojekt ging es um ZFarming, abgekürzt für zero-acreage farming, d.h. Landwirtschaft in, an und auf Gebäuden, d.h. ohne die Nutzung von herkömmlichen Acker- oder Freiflächen. Diese innovativen Ansätzen für Dachgärten und vertikalen Farmen sind platzsparend, aber nicht immer nachhaltig aufgrund des Verbrauchs anderer Ressourcen wie Wasser oder Energie. Gleichzeitig sahen die Studierenden Potenziale für die Schulung des Ernährungsbewusstseins in der Bevölkerung und eine Erhöhung der lokalen und verbrauchsnahen Produktion von Blattgemüse durch ZFarming-Ansätze. Um die Wertschöpfung im Bäckereihandwerk mit Fokus auf Brot ging es im dritten Teilprojekt. Die Studierenden hatten mittels Interviews mit Betrieben herausgefunden, dass Regionalität und Bio seitens der Betreibe zwar gewünscht sei, aber die Organisation und dahinterstehende Logistik, z.B. durch Mindestbestellmengen und hohe Transaktionskosten, eine Umsetzung oft unattraktiv machen. Eine Bündelung bzw. Pooling verschiedener Produkte von vielen kleinen Herstellern könnten den Such-, Vergleichs-, und Bestellaufwand verringern und praktikabler machen. Gleichzeitig rücken diese Bestrebungen aufgrund anderer Probleme in der Branche, wie hohem Preisdruck und Fachkräftemangel, oftmals in den Hintergrund. Die Gemeinschaftsverpflegung gilt als guter Hebel für mehr gesunde und nachhaltige Ernährung, wie auch in der Ernährungsstrategie der Bunderegierung aufgeführt. Um wirklich nachhaltige Produkte zu erlangen, wurde im vierten Teilprojekt Regionalität mit Bio und Saisonalität verbunden. Die Studierenden fokussierten sich auf die Großküchen von Pflegeinrichtungen und Krankenhäusern, da Ansätze für die Gemeinschaftsverpflegung in Bildungseinrichtungen in Erfurt schon etabliert oder auf dem Weg sind. Die Studierenden identifizierten den geringen Kostensatz für die Verpflegung in den Zieleinrichtungen als größten Hinderungsgrund für den Bezug von nachhaltigen Produkten. Ein Lösungsansatz, um die höheren Preise für nachhaltige Ausgangsprodukte decken zu können, waren Kosteneinsparung, bspw. durch die Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Das Gesamtfazit der Studierenden war sehr optimistisch. Insgesamt sind in der Region Erfurt bislang die Netzwerke für regionale und nachhaltige Ernährung noch wenig ausgereift, sodass der erste Schritt meist die Suche der relevanten Akteur:innen und deren Vernetzung ist. Grundsätzlich stellt in vielen Teilen Ostdeutschlands und strukturschwachen Regionen das Zusammenbringen von Akteur:innen und das Schaffen von Netzwerken und Strukturen eine der größten Herausforderungen für die Bereitung regionaler Ernährungssysteme dar. Im Vergleich dazu ist in den westlichen Bundesländern und strukturstarken Regionen in Deutschland der hohe Flächennutzungsdruck und die Sicherung landwirtschaftlicher Flächen die größte Herausforderung für eine regionale Ernährung. Die Ergebnisse der vier Studierendenprojekte sind hier zusammengefasst: Einführung des Themas durch die Studierenden Ernährungssouveränität ZFarming Wertschöpfungsketten Gemeinschaftsverpflegung Im Rahmen der Querschnittsaufgabe Verstetigung und Transfer werden vom Querschnittsvorhaben Optionen für einen weiteren Austausch zwischen Fachhochschule, UBA und Stadt diskutiert und geprüft. Dabei wird auch erwogen, ähnliche Transferaktivitäten mit anderen Fachhochschulen anzustoßen.
a) Im Projekt soll die vorhandene Literatur im Bereich der globalen Schadenskostenmodelle und der globalen sowie regionalen (Deutschland bzw. EU) Vermeidungskostenmodelle für den Klimabereich aufgearbeitet, analysiert und detailliert dargestellt werden. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen u.a. bei der Ermittlung des Klimakostensatzes der UBA-Methodenkonvention verwendet werden. Zu analysieren sind neben einer übersichtlichen Darstellung der jeweiligen Studien und Ergebnisse u.a. die folgenden Punkte, wobei die Aufzählung beispielhaft und nicht abschließend zu verstehen ist: - Welche normativen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und klimapolitischen Annahmen liegen den jeweiligen Studien zu Grunde? Wie sind diese begründet und wie gut sind sie vor dem Hintergrund der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung (noch) vertretbar? - Die vorhandenen Studien liefern sowohl für Schadenskosten als auch für Vermeidungskosten Ergebnisse mit einer beträchtlichen Bandbreite. Welcher Teil dieser Bandbreite lässt sich welchen Annahmen zuordnen? Gibt es wissenschaftliche Übereinkünfte, die die Annahmen vereinheitlichen und so die Bandbreite reduzieren? Basieren diese auf modelltechnischen oder auf inhaltlichen Überlegungen? Für welchen Anwendungsbereich lokal/regional/global, betriebswirtschaftlich/volkswirtschaftlich/ politisch etc.) sind die jeweiligen Modelle geeignet? Reflektieren die Modellannahmen (bspw. globale vs. regionale Optimierung, Wahl des Diskontsatzes) diesen Anwendungsbereich? b) Erstellung von Sachstandspapieren und Broschüren zu den o.g. Fragestellungen. Die Sachstandspapiere bilden die Grundalge für die Erweiterung der Methodenkonvention 3.0. Das Projekt entstand durch Teilung des Vorhabens ''Erweiterung der Methodenkonvention 3.0 zur Schätzung von Umweltkosten.
<p>Das Kapitel „Umweltkosten des Personen- und Güterverkehrs in Deutschland“ der Methodenkonvention 3.0 zur Ermittlung von Umweltkosten wurde überarbeitet.</p><p>Dabei wurden Fehler in der Version vom Oktober 2018 korrigiert. Diese betrafen die Tabelle 17 (Besetzungs- und Auslastungsgrade) und die auf dieser aufbauende Tabelle 18 (Umweltkosten pro Personen- und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/t?tag=Tonnenkilometer#alphabar">Tonnenkilometer</a>). Sie bezogen sich auf den Auslastungsgrad von Güterzügen sowie die Berücksichtigung von Belly Freight bei der Auslastung von Güterluftverkehr und Leerfahrten bei der Auslastung im Straßengüterverkehr. Die neuen Zahlen beruhen auf Daten aus TREMOD 5.8 und der Marktuntersuchung Eisenbahn 2018 der Bundesnetzagentur. </p><p>Darüber hinaus wurden Kostensätze auf Basis aktueller Daten überarbeitet.</p>
Bei Maßnahmen des Umweltschutzes werden oft die Kosten in den Vordergrund gestellt, die entstehenden Vorteile rücken dagegen in den Hintergrund. Um auch diese Vorteile stärker in die Entscheidungsfindung einbeziehen zu können, müssen diese quantifiziert und monetarisiert werden. Damit können gleichzeitig die Kosten eines unterlassenen Umweltschutzes verdeutlicht werden. Die Methodenkonvention liefert einen Ansatz für die Bewertung von Umweltschäden. Vor allem die Kostensätze für Energie und Verkehr sind zentrale Ergebnisse, die von Theoretikern und Praktikern der Bemessung von Umweltkosten nachgefragt werden und regelmäßig aktualisiert werden müssen. Die Aktualität der Kostensätze und Empfehlungen der Methodenkonvention ist zu prüfen, insbesondere mit Blick auf die Weiterentwicklung der Methodik und die Anwendung. Für eine umfassendere Bewertung von Umweltschäden ist jedoch die Erweiterung der Konvention auf weitere Umweltgüter sowie Umweltfolgen aus Vorketten ('ökologische Rucksäcke') erforderlich. Als erste Schritte in diese Richtung sollen in diesem Vorhaben Ressourcennutzung (bspw. Rohstoffe, Wasser) und Ökosystemleistungen berücksichtigt werden. Im Bereich der Ressourcennutzung soll auf Grund seiner hohen Ressourcenintensität der Bausektor betrachtet werden. Dieser Sektor bietet sich zudem an, da wegen der starken regionalen Verankerung mit einer guten Datenverfügbarkeit gerechnet werden kann. Zudem lassen sich mit diesem Thema auch angesichts des neuen Ressortzuschnitts Akzente setzen. Darüber hinaus sollte auch die Bewertung von Ökosystemleistungen in die Methodenkonvention integriert werden, da die Erhaltung von Ökosystemen die Grundlage für das menschliche Wohlergehen bildet. Gleichzeitig wird dadurch die Anschlussfähigkeit an Prozesse wie TEEB (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) und PES (Payments for Ecosystem Services) hergestellt. Dies würde die Akzeptanz der Methodenkonvention auch im internationalen Rahmen fördern.
A) Problemstellung: Fachlich fundierte Informationen zur Höhe externer Umweltkosten sind von hohem umweltpolitischen Interesse, denn sie bieten wichtige Informationen zur Versachlichung der Diskussion um die Kosten und Nutzen des Umweltschutzes und für die Gestaltung der Umweltschutzinstrumente. Für einige Kostenkategorien (Kosten durch Luftverschmutzung und Klimafolgeschäden) gibt es bereits best practice Kostensätze, die auf Grundlage der UBA Methodenkonvention berechnet wurden. Andere wichtige Kostenkategorien, die für die Umweltpolitik besonders relevant sind, sind allerdings bisher noch nicht ermittelt. Lücken bestehen beispielsweise bei der Ermittlung der Umwelt- und Ressourcenkosten der Wassernutzung. Die praktische Nutzung der Kostenschätzungen - etwa für Wirtschaftlichkeitsrechnungen bei öffentlichen Investitionen oder zur Dimensionierung ökonomischer Instrumente im Umweltschutz - sind noch gering. Eine effektivere Nutzung der vorliegenden Schätzungen könnte einen Beitrag zur verursachergerechten Internalisierung der Umweltkosten leisten. B) Handlungsbedarf (BMU; ggf. auch BfS, BfN oder UBA): Handlungsbedarf besteht zum einen bzgl. der Ermittlung weiterer Schätzungen zu Kostenkategorien, die für die Umweltpolitik von besonders hoher Relevanz sind. Zum anderen besteht Bedarf die Schätzungen für umweltpolitische Zwecke effektiv zu nutzen. Dies betrifft sowohl die Dimensionierung der Umweltschutzinstrumente als auch die Einbeziehung in die Wirtschaftlichkeitsbewertung öffentlicher Investitionen. C) Ziele des Vorhabens sind: 1. Best practice Verfahren und Kostenschätzungen für wichtige umweltrelevante Kostenkategorien zu ermitteln, um die bestehenden Lücken zu schließen; 2. Weiterentwicklung von Instrumenten für eine ökologische Industriepolitik; 3. Vorschläge für Initiativen des Umweltressorts entwickeln zur besseren Berücksichtigung der Umweltwirkungen bei öffentlichen Investitionen und Aufträgen.
Die Methodenkonvention 3.0 zur Ermittlung von Umweltkosten enthält Empfehlungen für Methoden zur Ermittlung von Umweltkosten (Teil "Methodische Grundlagen") sowie neue Kostensätze zu den Themen Treibhausgase, Luftschadstoffe, Lärm, Verkehr und Energie (Teil "Kostensätze"). Die Kostensätze machen deutlich, welchen Nutzen Umweltschutz für die Gesellschaft hat und, welche Kosten der Gesellschaft durch unterlassenem Umweltschutz entstehen. Sie ermöglichen eine bessere Abschätzung der Folgen von gesetzlichen Regelungen und öffentlichen Investitionen sowie der Ausgestaltung von ökonomischen Instrumenten. In Unternehmen können sie u. a. verwendet werden, um die Umweltkosten von Produkten zu bestimmen und die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu ergänzen. Quelle: https://www.umweltbundesamt.de
Die Europäische Kommission hat am 5. Juni 2019 die Richtlinie (EU) 2019/904 uÌ ber die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt erlassen. Nach Artikel 8 Absatz 1 bis 7 und Artikel 14 dieser Richtlinie haben die Mitgliedstaaten fuÌ r bestimmte Einwegkunststoffprodukte, fuÌ r die es derzeit keine leicht verfuÌ gbaren geeigneten und nachhaltigeren Alternativen gibt, entsprechend dem Verursacherprinzip Regime der erweiterten Herstellerverantwortung einzufuÌ hren. Die Hersteller dieser Einwegkunststoffprodukte sollen u.a. die notwendigen Kosten fuÌ r Maßnahmen der Abfallbewirtschaftung, der Reinigung des öffentlichen Raums sowie von Sensibilisierungsmaßnahmen decken. Für die Umsetzung dieser Artikel hat die Bundesregierung den Entwurf eines Einwegkunststofffondsgesetzes vorgelegt, das in den §§ 14 und 19 Verordnungsermächtigungen zur Bestimmung der Abgabesätze für einzelne Produkte bzw. der Auszahlung an Anspruchsberechtigte auf Basis eines Punktesystems vorsieht. Ziel dieses Forschungsvorhaben ist auf dieser Grundlage die Erarbeitung eines Kostenmodells, auf dessen Basis sowohl die konkreten Abgabesätze als auch die Berechnung der Punkte für Anspruchsberechtigte bestimmt werden können. Hierzu wurden im ersten Schritt Grundlagen zum Marktgeschehen erhoben, insbesondere mit Blick auf die am Markt bereitgestellten Mengen der einzelnen Einwegkunsstoffprodukte; ebenso für die daraus entstehenden Abfallmengen und damit verbundenen Kosten. Auf dieser Basis wurde ein Kostenmodell entwickelt, auf dessen Basis zum einen für die in zukünftigen Jahren bereitgestellten Mengen Kostensätze für die einzelnen Produktgruppen bestimmt werden können; zum anderen die Mittel aus dem Fonds nach einem Punktesystem an die verschiedenen Anspruchsberechtigten ausgezahlt werden könnten. Die Methodik der Berechnung wurde an konkreten Beispielen für einzelne Produktgruppen und Anspruchsberechtigte exemplarisch angewendet. Quelle: Forschungsbericht
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 36 |
| Land | 2 |
| Weitere | 2 |
| Wissenschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 7 |
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| unbekannt | 11 |
| License | Count |
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| Geschlossen | 32 |
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| Boden | 32 |
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| Weitere | 36 |