Neubau der Bundesstraße B 293, Ortsumfahrung Jöhlingen, auf der Gemarkung Jöhlingen (Gemeinde Walzbachtal) einschließlich teilplanfreiem Knotenpunkt, sowie Durchführung von naturschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen. Bei der Maßnahme werden unter anderem folgende Eingriffe und Maßnahmen erfor-derlich: - Neubau der Bundesstraße B 293 auf eine Länge von ca. 2,964 km, einschließ-lich teilplanfreiem Knotenpunkt B 293 neu / B 293 alt / L 559 neu / Gemeinde-verbindungsstraße „Wössinger Straße“, inklusive Entwässerungsleitungen und Seitenablagerungen - Teilrückbau der B 293 alt und Neubau der L 559 neu südlich von Jöhlingen auf eine Länge von ca.790 m - Neubau von 7 Brückenbauwerken (u.a. Neubau einer Grünbrücke im Gewann „Lehrwald“) und 2 Stützwänden - Anpassung des vorhandenen Wirtschaftswegenetzes - Neubau eines Regenrückhaltebeckens und eines Pumpwerks im Bereich der At-tentalbrücke (ca. km 1+155) mit Notentlastung in den Attentalgraben - Neubau eines Pumpwerks sowie einer Schmutzfangzelle, welche in den Ver-bandssammler entlastet, bei ca. km 2+580 - Neubau eines Regenklärbeckens (Retentionsbodenfilteranlage) sowie eines Re-genrückhaltebeckens bei ca. km 2+600 mit Auslauf in die Pfinz - Sicherung bzw. Verlegung von Leitungen - Eingriffe in das FFH-Gebiet „Mittlerer Kraichgau“ und Erweiterung des FFH-Gebietes um das Prinzhölzle zur Kohärenzsicherung - Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet und flächenhafte Naturdenkmal „Atten-tal“ - Eingriffe in das Naturdenkmal „Ahorn und Linde an Kruzifix“, Wiederaufbau des Wegkreuzes (Kulturdenkmal) - Eingriffe in die Biotope „Hohlweg im Lehrwald“, „Hohlweg mit Feldhecke am Kirchberg westlich von Jöhlingen“; „Feldhecke an der B 293 südwestlich von Jöhlingen“, „Feuchtgebüsch im Attental südwestlich von Jöhlingen“, „Feldhecke im ‚Wieland‘ südlich von Jöhlingen“, „Feldhecke I an der B 293 südöstlich von Jöhlingen“, „Feldhecke II an der B 293 südöstlich von Jöhlingen“, „Feldgehölz II an der Bahnlinie südöstlich von Jöhlingen“, „Feldhecke südl. der B 293 südöst-lich von Jöhlingen“, „Naturnaher Walzbach zwischen Jöhlingen und Wössingen“ und „Auwald am Walzbach zwischen Jöhlingen und Wössingen“ - Anlage von natur- und artenschutzschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen Die Umgehungsstraße B 293 neu verläuft im Bereich von ca. Station 0+560 – 1+580 im Wasserschutzgebiet „Weingarten – Walzbachtal – Jöhlingen“ (WSG-Nr. 215 152) in der Zone III. Zwischen der Einmündung der L 559 in der Ortslage von Jöhlingen und der Einmündung der Gemeindeverbindungsstraße „Wössinger Straße“ verläuft die vorhandene Bundesstraße B 293 und somit auch die L 559 neu bzw. B 293 neu im Überschwemmungsgebiet (HQ 100). Teile des Lehrwaldes und der Hohberg sind als FFH-Gebiet „Mittlerer Kraichgau“ ausgewiesen. Um agrar- bzw. flurstrukturelle Nachteile auszugleichen, ist ein Flurbereinigungsverfahren vorgesehen.
Blatt Stuttgart-Nord wird nahezu vollständig von der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft eingenommen. In der Nordwest-Ecke des Kartenausschnitts ist der südliche Teil des Odenwaldes erfasst. Im Bereich der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft bildeten sich durch Verwitterung und Abtragung flach einfallender Sedimentformationen des Mesozoikums (Muschelkalk bis Malm) charakteristische Schichtstufen heraus. Von Südost nach Nordwest lässt sich folgende Gesteinsabfolge festhalten: In der Südost-Ecke des Kartenblattes sind Lias und Dogger der Schwäbischen Alb angeschnitten, denen in nordwestliche Richtung Keuper-, Muschelkalk- und Buntsandstein-Sedimente folgen. In den Niederungen und Senken, speziell in der Heilbronner Mulde, wird das Mesozoikum von pleistozänem Löss überlagert. Am Westrand des Kartenausschnitts, südlich von Heidelberg, ist das Schollengebiet der Kraichgau erfasst. Mit Einbruch des Oberrheingrabens im Tertiär bildeten sich neben den Hauptverwerfungen parallel angeordnete Störungslinien und Schollentreppen heraus. Auf engem Raum sind hier neben Muschelkalk, Keuper, Lias und Dogger auch känozoische Lockersedimente zu finden. Die ältesten Gesteine stehen in der Nordwest-Ecke des Kartenblattes, im Odenwald, an. Sein westlicher Teil setzt sich aus metamorphen und magmatischen Gesteinen des Paläozoikums bzw. Präkambriums zusammen. Bei den Metamorphiten dominieren Gneise und Amphibolite. Bei den Magmatiten handelt es sich um saure bis basische Plutonite (Granit, Granodiorit Diorit) sowie spätvariszische Vulkanite (Rhyolithe und Rhyolithtuff). Der Ostteil des Odenwaldes besteht im Gegensatz dazu aus Sand- und Tonsteinen des Buntsandsteins. In der Umgebung des Odenwaldes beißen Zechstein-Sedimente im Flusslauf von Neckar und Laxbach aus. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, gewährt ein geologischer Schnitt zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Die Profillinie beginnt im Kristallin des Odenwaldes und quert in Südost-Richtung die Süddeutsche Schichtstufenlandschaft, wobei das Neckartal, die Heilbronner Mulde, die Neckar-Jagst-Furche, das Murrtal und der Rudersberg gekreuzt werden.
Bodenerosion, also der flächenhafte Abtrag des Bodens, ist seit historischen Zeiten Folge des Ackerbaus. Gefährdet sind Böden in Hanglage − besonders, wenn sie nur wenig durch eine Pflanzendecke geschützt sind. Böden sind dabei unterschiedlich erosionsanfällig, am anfälligsten sind Lössböden. Diese kommen in Baden-Württemberg zum Beispiel im Kraichgau und Markgräfler Hügelland weitverbreitet vor. Die LUBW überwacht in diesen Gebieten seit 2011 die Erosion auf insgesamt 205 Hektar Ackerfläche. Die Ackerflächen werden dabei gebietstypisch bewirtschaftet. Das sorgt für Repräsentativität mit weiteren, ähnlichen Flächen im Land. Bilder zeigen: Ein Niederschlagssammler erfasst den gefallenen Regen im Monitoringgebiet Kraichgau. Neben Weizen, wird hier auch Futterklee, Mais und Soja angebaut. Zwischen den Maispflanzen zeigt sich eine Erosionsrille, die wie ein kleiner ausgetrockneter Fluss aussieht. Bildnachweis: Simone Zehnder/LUBW Starkregen oder langanhaltende Regenfälle geben das Startsignal für das Monitoring. Um diese zu registrieren, stehen an beiden Flächen Regensammler, die elektronisch die Niederschlagsmenge erfassen. Gab es besonders intensive Regenereignisse, werden die Flächen durch LUBW Mitarbeitende begangen und kartiert. Der Blick ist dabei immer nach unten gerichtet zwischen die Mais-, Soja- oder Weizenpflanzen. Wie ein kleines Tal oder ein trockener Fluss sieht eine Erosionsform aus und kann sich schon mal über mehrere Meter ziehen. Je nach Tiefe spricht man hier von Rillen (2 bis 10 cm tief), Rinnen (10 bis 40 cm tief) oder Gräben (ab 40 cm Tiefe). Im Kraichgau ist zwischen Mais und Soja eine Rille zu entdecken, zwar nicht besonders lang und tief, aber bereits deutlich erkennbar. Auf einem Erfassungsbogen werden die Rillen beschrieben, verortet und mit der Kamera dokumentiert. Maßgeblich ist dabei die Länge der Erosionsform und die breiteste und schmalste Stelle. Maßband und Meterstab helfen bei der Erfassung. Bilder zeigen: Mit Meterstäben vermisst Ramona Schüßler die Tiefe und Breite an den schmalsten und breitesten Stellen der Erosionsform. Mit der Kamera wird alles genau dokumentiert, sodass es später mit einem Geoinformationssystem ausgewertet werden kann. Bildnachweis: Simone Zehnder/LUBW Wichtigster Faktor für die Bodenerosion ist die Art der Bewirtschaftung. Bei Pflanzen, die sich erst spät entwickeln oder in größeren Abständen angebaut werden, bleibt mehr Boden unbedeckt. Das schafft eine größere Angriffsfläche für Wasser und Wind. Hierzu gehören zum Beispiel Mais und Zuckerrüben oder auf Dämmen angebaute Kartoffeln. Aber auch das Pflügen schafft ungeschützte Bodenoberflächen. Zur Erosionsvermeidung haben sich deshalb sogenannte konservierende Bodenbearbeitungsverfahren etabliert, wobei das Bodengefüge nur minimal gestört wird. Dazu gehören zum einen Mulchsaat, bei der die Pflanzenreste einer Zwischenfrucht oder das Stroh der Vorfrucht die Bodenoberfläche bedecken. Zum anderen wird die Direktsaat angewendet, bei der ohne Bodenbearbeitung gesät wird. Diese Methoden reduzieren die Erosionsanfälligkeit der Böden langfristig und fördern zudem Regenwürmer . Die Einflussfaktoren werden bei einer Erosionskartierung erfasst und für die spätere Analyse dokumentiert. Bilder zeigen: Auch zwischen den Soja-Pflanzen ist eine lange Erosionsrille zu entdecken, die Ramona Schüßler ausmisst und dokumentiert. Bildnachweis: Simone Zehnder/LUBW Durch das langfristige Monitoring kann die LUBW abschätzen, wann Bodenerosion auftritt, wie sie entsteht und wie sie sich entwickelt. Anhand der Datenbasis können auch Erosionsmodelle erstellt und die Ergebnisse auf andere Gebiete übertragen werden. Es lassen sich auch Trends und beeinflussende Faktoren, wie Standort, Klima und Bewirtschaftung herausfinden. Das hilft wiederum bei der Entwicklung von erosionsmindernden Maßnahmen. Die Veröffentlichung eines Ergebnisberichtes über die bisherigen 10 Jahre Erosionsmonitoring befindet sich aktuell in der Vorbereitung. LUBW-Webseite Boden Merkblatt Gefahrenabwehr bei Bodenerosion
null Weltwassertag 2022: Grundwasser ist Gewässertyp des Jahres 2022 Baden-Württemberg/Karlsruhe „Mit ihrem regelmäßigen Grundwasser-Monitoring setzt die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg das Motto des diesjährigen Weltwassertags „Making the invisible visible“ eins zu eins um. Schon seit vielen Jahren beobachten und bewerten wir unser Grundwasser und tragen damit zum Schutz unserer wertvollsten Trinkwasserressource bei“, so Werner Altkofer, stellvertretender Präsident der LUBW. Die LUBW hat pünktlich zum Weltwassertag am 22. März ihren Bericht zur Grundwasserüberwachung 2020 in Baden-Württemberg veröffentlicht. Mit zahlreichen Grafiken und Tabellen informiert der Bericht darüber, wie sich die Grundwasservorräte im Land im vergangenen Jahr entwickelt haben. Er gibt außerdem darüber Auskunft, wie stark das Grundwasser beispielsweise mit Nitrat und Industriechemikalien belastet ist. In den Jahren 2018 bis 2020 wurde erstmals das gesamte Landesmessnetz mit rund 1.900 Messstellen auf Glyphosat und Trifluoracetat untersucht. Glyphosat nur sehr selten im Grundwasser nachweisbar. Glyphosat ist ein Breitbandherbizid, das heißt es wirkt nicht selektiv, sondern gegen nahezu alle Pflanzen. Sein Abbauprodukt AMPA (Aminomethyl-Phosphonsäure) kann auch aus phosphonathaltigen Putz- und Reinigungsmitteln gebildet werden. Glyphosat bzw. AMPA wurden bei der ersten landesweiten Untersuchung nur sehr selten nachgewiesen. Die Herkunft der Befunde – Landwirtschaft oder Abwasser – ließ sich an den insgesamt 16 betroffenen Messstellen nicht eindeutig klären, da meist mehrere mögliche Einflussfaktoren vorlagen. Glyphosat führt somit nicht zu einer flächenhaften Gefährdung der Grundwasserqualität. Trifluoracetat fast überall im Grundwasser zu finden Trifluoracetat (TFA) ist ein Abbauprodukt vielfältiger chemischer Erzeugnisse wie Kältemittel, Pharmaka und Pflanzenschutzmittel. Bei der ersten landesweiten Untersuchung wurde Trifluoracetat im Grundwasser nahezu überall – an rund 95 % der untersuchten Messstellen – gefunden. Die höchsten Einzelbefunde betrafen durch industrielle Abwässer bzw. Uferfiltrat beeinflusste Messstellen. Grundwasservorräte auf niedrigem Niveau Insgesamt lagen die mittleren Grundwasservorräte im Jahr 2020 auf ähnlich niedrigem Niveau wie 2019. Es wurden außergewöhnlich steile Grundwasseranstiege auf ein überdurchschnittliches Niveau zu Jahresbeginn beobachtet. Insgesamt bewegten sich die Grundwasservorräte überwiegend innerhalb des unteren Normalbereichs. Im südlichen und nördlichen Oberrheingraben sowie in Oberschwaben und dem Kraichgau waren 2020 niedrige Grundwasservorräte zu verzeichnen. Befunde von EDTA im Vergleich zu 1998 halbiert Komplexbildner können Metalle binden und sind deswegen u.a. Bestandteil von industriellen Wasch- und Reinigungsmitteln. Ein Komplexbildner ist beispielsweise die Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), welche an fast 20 % der untersuchten Messstellen - hauptsächlich in den Teilmessnetzen Industrie und Siedlung – nachgewiesen wurde. Im Vergleich zu den ersten landesweiten Untersuchungen in 1998 wird EDTA heute nur noch an halb so vielen Messstellen gefunden. „Komplexbildner sind somit ein gutes Beispiel dafür, dass es durch freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie gelingen kann, die Einträge und somit auch die Befunde im Grundwasser langfristig deutlich zu vermindern“, so der stellvertretende Präsident Werner Altkofer. Nitratbelastung nach wie vor zu hoch An rund 8% der Messstellen im Land überschreitet der Nitratgehalt 2020 den gesetzlich vorgegebenen Schwellenwert von 50 Milligramm pro Liter. Somit stellt Nitrat wie in den Vorjahren die Hauptbelastung im Grundwasser dar, auch wenn die Konzentrationen seit Jahren rückläufig sind. Seit 1994 hat die mittlere Nitratkonzentration landesweit von 29 Milligramm pro Liter um rund 24 Prozent auf 22 Milligramm pro Liter im Jahr 2020 abgenommen. Die hohe Nitratbelastung ist in der Regel auf intensiven Ackerbau bzw. auf den Anbau von Sonderkulturen zurückzuführen. Betroffen sind insbesondere Bereiche in der nördlichen und südlichen Oberrheinebene, Teile des Kraichgaus, der Neckarraum zwischen Stuttgart und Heilbronn sowie die Region Oberschwaben. Insgesamt werden rund 45% der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt. Auch in den landwirtschaftlich beeinflussten Messstellen sinken die mittleren Nitratkonzentrationen seit vielen Jahren. Seit dem Jahr 1994 von gut 38 Milligramm pro Liter auf zuletzt knapp 30 Milligramm pro Liter, was einem Rückgang von rund 23 Prozent entspricht. Dieser Rückgang resultiert unter anderem aus der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO), die seit 1988 Landwirtinnen und Landwirte verpflichtet, in Wasserschutzgebieten die Flächen grundwasserschonend zu bewirtschaften. Die Landesregierung leistet entsprechende Ausgleichszahlungen für die daraus resultierenden wirtschaftlichen Nachteile. Hintergrundinformation Knapp drei Viertel des Trinkwassers wird in Baden-Württemberg aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Die LUBW überwacht regelmäßig die Grundwasserbeschaffenheit an rund 1.900 Messstellen. Zusätzlich kontrollieren die Wasserversorgungsunternehmen die Grundwasserqualität in den Wasserschutzgebieten. Diese und weitere detaillierte Ergebnisse zu Grundwasserinhaltsstoffen sowie zu den Grundwasservorräten sind im Bericht „Grundwasser-Überwachungsprogramm – Ergebnisse 2020“ veröffentlicht, der im Publikationsdienst der LUBW unter der Webadresse https://pudi.lubw.de/ als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Zur Auswahl stehen hier eine zweiseitige Kurzfassung und ein 46-seitiger Fachbericht.
Betreiberinformation für die Öffentlichkeit: Lagerhaltung von teerhaltigem Straßenaufbruch und Apshaltfräsgut/Aufbruch Berichtsjahr: 2021 Adresse: Heidelberger Str. 17 74918 Angelbachtal Bundesland: Baden-Württemberg Flusseinzugsgebiet: Rhein Betreiber: Asphalt-Mischwerk Kraichgau GmbH Haupttätigkeit: Beseitigung oder Verwertung v. gefährlichen Abfällen > 10 t/d
null Rückblick der LUBW Karlsruhe. „Die Starkregen- und Hochwasserlage der vergangenen Woche hat sich in Baden-Württemberg zum Glück nicht so katastrophal ausgewirkt wie in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Die dramatischen Ereignisse dort haben uns alle schockiert“, so Eva Bell, Präsidentin der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. „Rückblickend waren die Niederschläge in Stärke und Dauer sehr ungewöhnlich, flächendeckender und langanhaltender als bisher. Wir müssen die Auswirkungen des Klimawandels besser verstehen und größere Vorsorge treffen“, so die Präsidentin. Im Oberrhein entwickelte sich vom 13. bis 21. Juli 2021 ein Hochwasser wie es statistisch nur alle 10 bis 15 Jahre vorkommt. Durch den Einsatz von Rückhaltemaßnahmen am Rhein konnten die Hochwasserstände im Oberrhein effektiv abgesenkt und damit die Schutzdämme entlang der freien Rheinstrecke nördlich der letzten Staustufe bei Iffezheim entlastet werden. „In Baden-Württemberg haben sich die im Rahmen des ‚Integrierten Rheinprogrammes‘ entwickelten Maßnahmen zur Hochwasserminderung im Rhein wieder einmal bewährt“, so Bell. Vorhersagen für Gewässer bei der LUBW „Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unserer Vorhersagen und beziehen auch historische Daten ein“, so Dr. Manfred Bremicker, Referatsleiter für Hydrologie und Hochwasservorhersage bei der LUBW. Auch nach diesem Ereignis wird die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) der LUBW die erfassten Daten und Entwicklungen der letzten Wochen noch genauer analysieren. Die HVZ integriert mehrere Wettermodelle in ihre Vorhersagen, um die Bandbreite der möglichen Wetterentwicklung und deren Auswirkung auf die Hochwasserentwicklung zu berücksichtigen. Neben ihrem Lagebericht und den aktuellen Messwerten veröffentlicht die HVZ Wasserstandsvorhersagen für rund 110 Pegel in Baden-Württemberg. Ihre Informationen stellt die HVZ im Internet, im SWR-Videotext (bei Hochwasser) sowie über eine automatische Telefonansage bereit. Bei überregional außergewöhnlichen Ereignissen werden aktuelle Wasserstandsinformationen auch über den Rundfunk verbreitet. Über die App „ Meine Pegel “ können sich alle Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Wasserstände und die HVZ-Vorhersagen informieren. Die App bietet zusätzlich die Möglichkeit, sich bei Überschreitung von individuell konfigurierbaren Wasserständen an Pegeln automatisiert informieren lassen (push notification). Flutinformations- und Warnsystem (FLIWAS) Die verbesserten Daten fließen in das webbasierte Flutinformations- und Warnsystem (FLIWAS) des Landes Baden-Württemberg ein, dessen Entwicklung von der LUBW koordiniert wird. In FLIWAS können Alarm- und Einsatzpläne der Kommunen mit den Hochwasserdaten des Landes vernetzt werden und lokale Maßnahmen online direkt vor Ort in FLIWAS eingeben werden, wie beispielsweise die Absperrung von Uferbereichen und Unterführungen sowie der Einsatz örtlicher Rückhaltebecken. So können örtliche Akteure sowie auch Unterlieger schnell und umfassend informiert werden. In FLIWAS sind planbare Maßnahmen aus Hochwasseralarm- und -einsatzplänen hinterlegt und können im Ereignisfall systematisch abgearbeitet werden. In das System fließen bereits Informationen von 400 kommunalen Pegeln zusätzlich zu den Pegeln der HVZ ein. Manche Kommunen haben bereits fünf oder sechs Pegel an ortseigenen Gewässern. Lokale Alarmpegel sind technisch weniger aufwändig, günstiger und helfen den örtlichen Akteurinnen und Akteuren, sich schneller über die Entwicklung in den kleinen Gewässern vor Ort zu informieren. Diese lokalen Daten sind auf Wunsch ebenfalls in der Pegel-App abrufbar. Risikovorsorge bei Starkregenereignissen Extremer Starkregen führt vermehrt zu starken Abflussgeschehen an Stellen, an denen es keinen Bach oder Fluss gibt. Am tiefsten Punkt in der Landschaft kann sich dann schnell ein reißendes Gewässer bilden. Bereits heute verursachen Starkniederschläge Schäden in der Größenordnung von 50 % der Gesamtschäden, die durch Hochwasser in Baden-Württemberg im Mittel jährlich verursacht werden. Tendenz steigend. „Im Vorfeld von Starkregenereignissen können nur Wetterwarnungen die Bevölkerung frühzeitig alarmieren. Wasserströme außerhalb des normalen Gewässernetzes können nicht über die Pegel erfasst werden“, erläutert die Präsidentin der LUBW. Es gilt gefährdete Punkte vor Ort zu identifizieren und die richtigen Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, wie Alarm- und Einsatzpläne vorzubereiten. Das Land Baden-Württemberg unterstützt seit dem Jahr 2016 Kommunen finanziell bei der Erstellung von Konzepten für das lokale Management der Risiken durch Starkregen. Die LUBW unterstützt das Vorhaben fachlich mit Leitfäden und landesweit hochaufgelösten Datengrundlagen für die Berechnungen. Mehr als 20 Prozent der 1100 Kommunen in Baden-Württemberg sind diese Aufgabe bereits aktiv angegangen. Überflutungen Auf Grund der ergiebigen Starkniederschläge kam es in Baden-Württemberg am Abend des 15. Juli 2021 und in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2021 vielerorts zu Überschwemmungen. Im Stühlinger Ortsteil Grimmelshofen (Kreis Waldshut) ließ der Starkregen den Mühlbach so stark anschwellen, dass er über die B 314 ins Dorf floss. Im Kreis Lörrach waren besonderes die Gemeinden Lörrach, Inzlingen und Grenzach-Wyhlen betroffen. Zahlreiche Keller und Straßen waren überflutet. Auch in der Bodenseeregion, dem Landkreis Ravensburg sowie im Kraichgau kam es zu starkregenbedingten Überschwemmungen. An zahlreichen Pegeln an kleineren Gewässern im Südschwarzwald und dem Bereich südlich der Donau bis zum Bodensee und dem Hegau kam es zu schnellen Wasserstandsanstiegen, welche teilweise den Stand eines 10-jährigen Hochwassers erreichten bzw. überschritten. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW: Telefon: +49(0)721/5600-1387, E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de
null Unerwartete Grundwasseranstiege Karlsruhe. Die zahlreichen Regenfälle im Juli haben in Baden-Württemberg in vielen Landesteilen für Entspannung in den Grundwasserbeständen geführt. „Dieses Phänomen ist im hydrologischen Sommerhalbjahr äußerst selten und angesichts der ausgeprägten Trockenheit der vergangenen Jahre besonders eindrucksvoll“, so Michael Wingering, zuständig bei der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg für den Grundwasserbericht. Die Bewertungskarte zeigt an fast allen Messstellen im Land mittlere oder überdurchschnittliche Grundwasserstände. Lediglich im Kraichgau konnten sich die Grundwasservorräte seit dem Trockenjahr 2018 nicht regenerieren. Die 30-Jahre-Ganglinie zeigt einen deutlichen Rückgang beim Grundwasservorkommen in diesem Gebiet. Grundwasseranstieg normalerweise im Winterhalbjahr Normalerweise füllen sich die Grundwasserbestände im sogenannten hydrologischem Winterhalbjahr, also in den Monaten November bis April. Aufgrund der niedrigen Temperaturen verdunstet deutlich weniger Niederschlag im Vergleich zum Sommerhalbjahr, die meisten Pflanzen benötigen weniger oder gar kein Wasser. Entsprechend kommt mehr Niederschlag beim Grundwasser an. Nicht so im hydrologischen Winterhalbjahr 2020/2021, das zu Beginn und am Ende zu trocken war. Auch die Winterhalbjahre zuvor konnten das Grundwasser nicht richtig auffüllen. „Bisher haben die Niederschlagsmengen der letzten drei Winterhalbjahre nicht ausgereicht, um die extreme Trockenheit des Jahres 2018 auszugleichen“, so Wingering. „Unseren Grundwasserständen hat der verregnete Sommer in Baden-Württemberg sehr unerwartet geholfen. Sie sind nun vorerst wieder stabil“, freut sich Wingering. Für das Sommerhalbjahr sieht er keinen weiteren Anstieg für die Grundwasservorräte. „Die Bodenfeuchte nimmt tendenziell weiter ab und dürfte aufgrund des hohen Wasserbedarfs der Vegetation selbst bei feuchter Witterung den Grundwasserneubildungsprozess einschränken“, so der Fachmann. Angesichts der aktuellen Wettervorhersage ist von mäßigen Rückgängen auszugehen. Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der momentanen Beobachtungen auszuschließen. Weiterführende Information: Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de
Der Lössboden ist 2021 der Boden des Jahres. Löss ist ein homogenes, feinkörniges Sediment, das hauptsächlich aus Schluff und in geringeren Anteilen aus Ton und Feinsand besteht. Er ist besonders fruchtbar und ist für die Landwirtschaft sehr wertvoll. In lössreichen Regionen ließen sich daher Siedler nieder, betrieben Ackerbau und formten die bis heute bekannten und gerne begangenen Hohlwege. Heute sind diese ein Lebensraum für viele kleine und große Tiere. Bild zeigt: Hohlweg bei Zeutern im Kraichgau, Bildnachweis: LUBW Bild zeigt: geteerter Hohlweg bei Oberöwisheim im Kraichgau, Bildnachweis: LUBW Durch Erosion und Verwitterung kann sich der Anblick eines Hohlwegs über die Jahrhunderte stark verändern. Einige von ihnen sind nur noch schwach zu erkennen, auch weil zahlreiche Hohlwege als befahrbare Straßen überbaut wurden. Insbesondere im Kraichgau gibt es jedoch noch einige beeindruckende Hohlwege. Die Lössböden zeigen noch heute die Spuren unserer Vorfahren und zeugen von Jahrhunderte alter Kultur- und Naturgeschichte. In ihnen finden sich fossile Böden (lat. fossilis = begraben), die vor hunderttausenden von Jahren in der Eiszeit entstanden. Die Klima- und Umweltveränderungen der Kalt- und Warmphasen spiegeln sich im Wechsel von Löss- und weiteren Bodenbildungen wieder. Bild zeigt: Lösswand mit eingeschlossenen Schichten von Paläoböden (braun) bei Riegel, Bildnachweis: LGRB Löss als Lebensraum Lösswände und Hohlweg-Böschungen bieten vielen unterschiedlichen Tieren Schutz und Lebensraum. Zu den größten von ihnen zählen Dachse, Füchse, Steinmarder und Kaninchen. Auch zahlreiche Insekten wie Bienen, Hummeln und Wespen bauen im Löss ihre Nester, die sich durch Bohrlöcher unterschiedlichster Durchmesser verraten. Viele Hautflüglerarten sind auf Löss als Brutsubstrat angewiesen, wie z. B. die Lösswand-Schmalbiene (Lasioglossum limbellum) oder die Schornsteinwespe (Odynerus spinipes). Die Anwesenheit letzterer ist gut durch die charakteristisch wasserhahnartig aus der Wand herausragenden Eingangsröhren ihrer Nester festzustellen. Ihre Brut versorgt diese Faltenwespe mit den gelähmten Larven von Rüsselkäfern. Auf Vorräte und Brut von Bienen und Wespen sind wiederum bestimmte Schmarotzer spezialisiert. Besonders prächtig sind die metallischen Goldwespen, wie die Lössgoldwespe (Chrysis mediata), deren Larven in den Nestern der Schornsteinwespe aufwachsen. Ebenfalls nutzen höhlenbrütende Vögel wie Bachstelzen, Sperlinge und Schwalben bereits vorhandenen Höhlen als Brutplatz. Die Hohlwege und Lösswände bilden so ein zusammenhängendes Ökosystem. Bilder zeigen: Lösswand mit zahlreichen Löchern, die als Behausung für unterschiedliche Tiere dienen, Bildnachweis: LUBW Hohlwege, welche tiefer als 1 Meter sind und eine Böschungsneigung größer 45 Grad haben, sind nach § 33 NatSchG (Naturschutzgesetz Baden-Württemberg) in Baden-Württemberg gesetzlich geschützte Biotope. Mehr zum Thema:
Enthält die 18 LEADER-Aktionsgebiete der Förderperiode 2014-2020 in Baden-Württemberg.
Enthält die über LEADER und das Regionalbudget geförderten Lebensmittelautomaten in den LEADER-Aktionsgebieten in Baden-Württemberg. Die Metadaten der Aktionsgebiete haben den Ressourcenidentifikator http://www.lgl-bw.de/9780c6d9-6ec4-4279-844a-9d671faf8b61 .
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