This product shows globally the daily snow cover extent (SCE). The snow cover extent is the result of the Global SnowPack processor's interpolation steps and all data gaps have been filled. Snow cover extent is updated daily and processed in near real time (3 days lag). In addition to the near real-time product (NRT_SCE), the entire annual data set is processed again after the end of a calendar year in order to close data gaps etc. and the result is made available as a quality-tested SCE product. There is also a quality layer for each day (SCE_Accuracy), which reflects the quality of the snow determination based on the time interval to the next "cloud-free" day, the time of year and the topographical/geographical location. The “Global SnowPack” is derived from daily, operational MODIS snow cover product for each day since February 2000. Data gaps due to polar night and cloud cover are filled in several processing steps, which provides a unique global data set characterized by its high accuracy, spatial resolution of 500 meters and continuous future expansion. It consists of the two main elements daily snow cover extent (SCE) and seasonal snow cover duration (SCD; full and for early and late season). Both parameters have been designated by the WMO as essential climate variables, the accurate determination of which is important in order to be able to record the effects of climate change. Changes in the largest part of the cryosphere in terms of area have drastic effects on people and the environment. For more information please also refer to: Dietz, A.J., Kuenzer, C., Conrad, C., 2013. Snow-cover variability in central Asia between 2000 and 2011 derived from improved MODIS daily snow-cover products. International Journal of Remote Sensing 34, 3879–3902. https://doi.org/10.1080/01431161.2013.767480 Dietz, A.J., Kuenzer, C., Dech, S., 2015. Global SnowPack: a new set of snow cover parameters for studying status and dynamics of the planetary snow cover extent. Remote Sensing Letters 6, 844–853. https://doi.org/10.1080/2150704X.2015.1084551 Dietz, A.J., Wohner, C., Kuenzer, C., 2012. European Snow Cover Characteristics between 2000 and 2011 Derived from Improved MODIS Daily Snow Cover Products. Remote Sensing 4. https://doi.org/10.3390/rs4082432 Dietz, J.A., Conrad, C., Kuenzer, C., Gesell, G., Dech, S., 2014. Identifying Changing Snow Cover Characteristics in Central Asia between 1986 and 2014 from Remote Sensing Data. Remote Sensing 6. https://doi.org/10.3390/rs61212752 Rößler, S., Witt, M.S., Ikonen, J., Brown, I.A., Dietz, A.J., 2021. Remote Sensing of Snow Cover Variability and Its Influence on the Runoff of Sápmi’s Rivers. Geosciences 11, 130. https://doi.org/10.3390/geosciences11030130
Der vom Menschen ausgelöste globale Klimawandel ist eine in der Fachwelt anerkannte Tatsache. Die ersten Folgen des Klimawandels sind in Sachsen-Anhalt bereits spürbar. Die Auswirkungen des Klimawandels wird man in Sachsen-Anhalt in den kommenden Jahrzehnten vermehrt zu spüren bekommen. Der Themenkomplex Klimawandel lässt sich generell in zwei Bereiche aufteilen: Die Klimaanalyse umfasst alle Auswertungen von Klimadaten in der Vergangenheit. Im Themenbereich Klimaprojektion werden mögliche Klimaentwicklungen in der Zukunft auf der Grundlage von Klimamodellrechnungen betrachtet. Bei der Klimaanalyse ist es wichtig, von heute beginnend in der Geschichte zurückzuschauen, um die Klimageschichte des Planeten bewerten zu können. Nur so können aktuelle und künftige Entwicklungen in die Klimageschichte eingeordnet und Extremereignisse bewertet werden. Unterschied zwischen Wetter, Witterung und Klima Wetter: Als Wetter wird der physikalische Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem auch kürzeren Zeitraum an einem bestimmten Ort oder in einem Gebiet bezeichnet, wie er durch die meteorologischen Elemente und ihr Zusammenwirken gekennzeichnet ist. Witterung: Als Witterung wird der allgemeine, durchschnittliche oder auch vorherrschende Charakter des Wetterablaufs eines bestimmten Zeitraums (von einigen Tagen bis zu ganzen Jahreszeiten) bezeichnet. Klima: Das Klima ist definiert als die Zusammenfassung der Wettererscheinungen, die den mittleren Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort oder in einem mehr oder weniger großen Gebiet charakterisieren. Hierbei wird ein Zeitraum von mindestens 30 Jahren zugrunde gelegt. Die Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organisation - WMO) empfiehlt den Zeitraum 1961 bis 1990 als Klimareferenzperiode zur langfristigen Betrachtung der Entwicklungen des Klimawandels. Klimawandel: Als Klimawandel werden die langfristigen Veränderungen dieses mittleren Zustandes der Atmosphäre (Klima) bezeichnet. Dabei ist es unerheblich, ob die Veränderungen natürlichen Ursprungs sind oder nicht. Das Klima unterliegt verschiedenen Einflüssen wie bspw. der Sonnenaktivität und den Erdbahnparametern, sowie Vulkanausbrüchen oder der Plattentektonik aber auch dem Einfluss des Menschen. Dabei kann festgehalten werden: Die durch den Menschen hervorgerufene Klimaerwärmung seit Beginn der Industrialisierung ist wissenschaftlicher Konsens. Der Treibhauseffekt Der Treibhauseffekt ist ein auch ohne den Menschen vorkommendes Phänomen: Die Erdoberfläche strahlt langwellige Wärmestrahlung ab. Diese langwellige, nach oben gerichtete Strahlung wird durch Bestandteile der Atmosphäre, die Treibhausgase, absorbiert (aufgenommen) und wieder emittiert (abgegeben). Diese Strahlungsemission geschieht dabei in alle Richtungen, sodass die eigentlich nach oben gerichtete langwellige (also Wärme-)Strahlung zum Teil in der Atmosphäre gehalten wird. Diese erwärmt sich somit. Treibhausgase kommen natürlicher Weise in der Atmosphäre vor. Natürlich in der Atmosphäre vorkommende Treibhausgase sind bspw. Kohlenstoffdioxid (CO 2 ), Methan (CH 4 ), Lachgas (N 2 O) und Wasserdampf (H 2 O). Im Fall des Wasserdampfes verdeutlicht ein einfaches Beispiel den Effekt: In einer sternenklaren Nacht kühlt die Atmosphäre wesentlich schneller aus als bei bedeckten Verhältnissen. Die Erdatmosphäre schützt die Erde somit vor dem Auskühlen: im Gleichgewicht des Strahlungshaushalts ohne Atmosphäre läge die mittlere Erdoberflächentemperatur bei -18 °C. Ausgehend von einer globalen Mitteltemperatur von rund 15 °C wäre es ohne den Treibhauseffekt auf der Erde somit um ca. 33 Kelvin kälter. Die Konzentrationen der Treibhause CO 2 , CH 4 und N 2 O steigen seit Jahrzehnten durch den menschlichen Ausstoß an. In den letzten 60 Jahren hat die CO 2 -Konzentration um 25% zugenommen. Die Konzentration von Methan hat sich mehr als verdoppelt. Dabei gilt zu beachten, dass Methan eine deutlich stärkere Treibhauswirkung hat als CO 2 . Die Atmosphäre ist ein komplexes System. So hängen die verschiedenen physikalischen Größen und Vorgänge wie bspw. Temperatur, Verdunstung sowie Niederschlag/Wasserkreislauf miteinander zusammen. Verändert sich eine Variable (im Falle des Klimawandels die Temperatur), verändern sich auch die anderen Prozesse und Zustände der Atmosphäre. Weiterhin hängen die verschiedenen Komponenten des Klimasystems (Atmosphäre, Hydrosphäre, Kryosphäre, Biosphäre, Lithosphäre/ Pedosphäre) miteinander zusammen. Um nur einige der prominentesten Beispiele zu nennen: Die Temperaturerhöhung der Atmosphäre hat bspw. Auswirkungen auf den Meeresspiegel der Ozeane (Hydrosphäre; z. B. Abschmelzen der Gletscher (Kryosphäre) sowie Dichteabnahme und damit Ausdehnung des Meerwassers) oder den Säuregehalt des Ozeans. Dies wiederum führt zu Beeinflussung des Ökosystems Meer (Biosphäre; bspw. Absterben von Korallenriffen). Weiterhin ist hiervon auch direkt der Lebensraum des Menschen betroffen: Besonders Inselstaaten sind vom Meeresspiegelanstieg bedroht. Zudem bricht mit den absterbenden Korallenriffen ein bedeutsamer Küstenschutz weg. Die globale Lufttemperatur hat seit 1850 um 1,1 K zugenommen. 2023 war global das erste Jahre, dass mehr als 1,5 K wärmer war als vorindustriell (Quelle: https://climate.copernicus.eu/global-climate-highlights-2023 ). Aber auch die Meerestemperaturen steigen an und puffern so einen Teil der Erwärmung der Atmosphäre zunächst ab. Der Anstieg der Temperaturen führt aber sowohl ober, als auch unterhalb der Wasseroberfläche zu Veränderungen von Gletschern, Eisschilden, Strömungen, Flora, Fauna und vielem mehr. Besonders empfindliche Systeme drohen irreversibel geschädigt zu werden, mit Folgen für den ganzen Planeten. Die Rede ist von sogenannten Kipppunkten im Klimasystem der Erde. Die Schnelligkeit der Erwärmung und der damit einhergehenden Veränderungen stellt eine besondere Herausforderung dar. Aus diesen Gründen ist sowohl die Anpassung an bereits stattgefundene oder nicht mehr vermeidbare Klimaveränderungen zwingend nötig, als auch der Schutz des Klimas insgesamt, um noch weiterreichende Veränderungen zu verhindern. Der Klimawandel wirkt sich auch auf regionaler Ebene aus. So steigt bspw. schon heute die Hitzebelastung in mitteldeutschen Sommern. Weiterhin können sich die Niederschlagsverhältnisse innerhalb des Jahres verschieben bzw. durch stabile Wetterlagen kann es immer häufiger zu länger anhaltenden Witterungsverhältnissen kommen, die unter Umständen zu Dürre oder Hochwassergefahr führen. Das Mittel der Temperaturverteilung verschiebt sich in Richtung warm bei zunehmender Bandbreite mit den Hitzeextremen. Globale Klimamodelle sind komplexe physikalische Modelle, die das Klimasystem der Erde anhand physikalisch-numerischer Gleichungen computergestützt und zeitabhängig beschreiben. Kalibrierte Modelle ermöglichen unter definierten Annahmen über die zukünftige Treibhauskonzentrationsentwicklung die Simulation möglicher zukünftiger Klimaentwicklungen (siehe Klimaszenarien). Modelle und ihre Eigenschaften Man nutzt zur Berechnung des zukünftigen Klimas globale Zirkulationsmodelle (General Circulation Model bzw. Global Climate Model - GCMs). Globale Modelle stellen ein unverzichtbares Instrumentarium für voraussichtliche Veränderungen der Häufigkeit und Dauer von charakteristischen Großwetterlagen dar und besitzen eine horizontale Auflösung von ca. 200 km x 200 km Gitterabstand (IPCC). Zeitliche Entwicklung der Modelle Die Entwicklung der globalen Zirkulationsmodelle ist wesentlich an die Entwicklung der Computerkapazitäten gebunden. Erst die Fortschritte in der Rechenleistung großer Computeranlagen haben es ermöglicht, dass sich die Komplexität der Modelle, die Länge der Simulation und die räumliche Auflösung steigern ließen. Die ersten Modellrechnungen wurden mit reinen Atmosphärenmodellen durchgeführt, die aus Wettermodellen abgeleitet wurden. Seit den 1960er Jahren wurden Atmosphären- und Ozeanmodelle miteinander gekoppelt, zunächst mit einer sehr rudimentären Dynamik. In den folgenden Jahren wurden Modelle der Atmosphäre und des Ozeans getrennt weiterentwickelt. Seit den 1990er Jahren wurden immer mehr Komponenten des Klimasystems miteinbezogen und die Modelle wurden immer komplexer. So wurden Anfang der 1990er Jahre Modellrechnungen durchgeführt, die auch die Wirkung der in der Summe abkühlend wirkenden Aerosole berücksichtigten. Außerdem wurden Modelle für den ozeanischen und terrestrischen Kohlenstoffkreislauf entwickelt und in gekoppelten Simulationen für den Bericht des Weltklimarates IPCC von 2007 genutzt. Eine dynamische Vegetation und die Chemie der Atmosphäre sind weitere Bausteine der Modellentwicklung. Das Resultat sind sogenannte Erdsystemmodelle. In jüngster Zeit sind verbesserte biogeochemische Kreisläufe und dynamische Eisschilde, die mit Klimaänderungen in Wechselwirkung stehen, hinzugekommen. Das langfristige Ziel ist es, dass möglichst alle Komponenten des Klimasystems einschließlich ihrer Rückkopplungen und der externen Störungen simuliert werden können. Um Aussagen über das zukünftige Klima treffen zu können, werden Globale Klimamodelle in Verbindung mit Szenarien genutzt. Diese Klimaszenarien beinhalten Annahmen über die zukünftige Entwicklung von Treibhausgasen und ggf. die Gesellschaft. Sie stellen eine sogenannte Randbedingung von Klimamodellrechnungen für die Zukunft (= Klimaprojektionen) dar. Der 5. IPCC-Bericht verwendete Szenarien mit repräsentativen Konzentrationspfaden (RCP), die den möglichen zukünftigen Verlauf der absoluten Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre beschreiben. Im neueren 6. IPCC-Bericht fanden gemeinsame sozioökonomische Entwicklungspfade (Shared Socioeconomic Pathways, SSP) Anwendungen, die stärker den möglichen künftigen Einfluss der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung der Menschheit als Ausgangspunkt für den Ausstoß von Treibhausgasen betrachten. Die unterschiedlichen RCP Szenarien sind in der Abbildung dargestellt. Der Zahlenwert hinter dem RCP entspricht dem zusätzlichen Strahlungsantrieb. Der anthropogene Strahlungsantrieb ist hierbei ein Maß für den Einfluss, den ein einzelner Faktor auf die Veränderung des Strahlungshaushalts der Atmosphäre und damit auf den Klimawandel hat. Er wird in Watt pro Quadratmeter angegeben. Ein positiver Strahlungsantrieb, z.B. durch die zunehmende Konzentration langlebiger Treibhausgase, führt zu einer Erwärmung der bodennahen Luftschicht. Ein negativer, z.B. durch die Zunahme von Aerosolen, hingegen bewirkt eine Abkühlung ( weitere Informationen ). Bei RCP2.6 würden also 2,6 W/m² mehr in der Atmosphäre verbleiben. Das Szenario des RCP2.6 ist dabei das Szenario mit konsequentem globalem Klimaschutz, dass das Ziel von 1,5 K Erwärmung bis 2100 einhalten könnte. Mit moderatem Klimaschutz rechnet das Szenario RCP4.5, hier würde man global rund 2 K Erwärmung bis 2100 erreichen. Das RCP6.0 ist das Szenario mit wenig globalem Klimaschutz. Hierbei würde sich die Erwärmung bis 2100 auf etwa 3 K belaufen. Ohne Klimaschutz (RCP8.5) würde die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre weiter ungebremst zunehmen. Die globale Temperatur würde bis 2100 um mehr als 4 K zunehmen mit entsprechend verheerenden Folgen für unseren Planeten. Die neuere Szenarienfamilie des 6. IPCC Berichts teilt sich recht ähnlich zu der Szenarienfamilie der RCPs auf, auch wenn sich diese im Detail unterscheiden. So wurden zunächst Narrative der sozioökonomischen Entwicklung aufgespannt, welche von „Nachhaltigkeit“ bis „Fossile Entwicklung“ reichen. Für diese verschiedenen Narrative (SSP1 bis SSP5) können verschiedene Strahlungsantriebe eintreten. Nach dem nachhaltigen Szenario mit konsequentem globalem Klimaschutz (SSP1-2.6) kann das 2-Grad-Ziel erreicht werden. Das Szenario SSP2-4.5 mit moderatem Klimaschutz geht von einer Erwärmung von knapp 3 K bis Ende des Jahrhunderts aus. Im Falle des SSP3-7.0 wird von einer Zunahme von Konflikten auf der Erde ausgegangen, die globalen Klimaschutz deutlich erschweren. Demnach würde die globale Temperatur um etwa 4 K ggü. dem vorindustriellen Wert ansteigen. Im SSP5-8.5 gelingt es der Menschheit nicht, Klimaschutz bis zum Ende des Jahrhunderts global umzusetzen. Dies führt zu einer Erwärmung von etwa 5 K. Die Szenarien zeigen, dass konsequenter globaler Klimaschutz bis hinunter auf die Ebene der Bundesländer in Deutschland alternativlos ist, wenn man tiefgreifende Veränderungen vermeiden will. Weiterhin stellen die Szenarien und Klimaprojektionen die Basis für die zu entwickelnden Maßnahmenkonzepte zur Anpassung an den zu erwartenden Klimawandel dar. Letzte Aktualisierung: 18.09.2024
IPCC Synthesebericht: Fingerzeig und erhobener Zeigefinger Der Synthesebericht des IPCC zum sechsten Sachstandsbericht ist erschienen. Grundlage hierfür sind die IPCC-Berichte der vergangenen Jahre. Deswegen kann er keine „neuen“ Erkenntnisse enthalten – aber auf erhöhte Dringlichkeit im Umgang mit dem Klimawandel hinweisen. Auch für Deutschland ist der Bericht für die Einordnung von Risiken und Begründung von Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen relevant. Regulär hätte der Synthesebericht des Intergovernmental Panel on Climate Change ( IPCC ), auch als Weltklimarat bekannt, bereits Ende 2022 erscheinen sollen. Doch das Team von Autorinnen und Autoren hat ihn in wesentlichen Teilen neu geschrieben. „Ich sehe das ausnahmslos positiv, weil sich die Autorinnen und Autoren noch einmal überlegt haben: Wie können wir die Punkte aus den umfangreichen Berichten am besten zusammenfassen, wie kann eine Synthese gelingen? Was ist besonders wichtig? Das zeugt für mich von Qualität“, sagt Dr. Achim Daschkeit, der sich beim Umweltbundesamt ( UBA ) intensiv mit allen Berichten des IPCC auseinandersetzt. Der IPCC ist eine Institution der Vereinten Nationen mit aktuell 195 Mitgliedsländern. Seit seiner Gründung 1988 veröffentlicht der Weltklimarat im Abstand von durchschnittlich sechs Jahren ausführliche Sachstandsberichte zum Klimawandel und zusätzlich Sonderberichte. Für den aktuell sechsten Sachstandsbericht wertete ein Kernteam von knapp 280 Autorinnen und Autoren aus 65 Ländern mehr als 18.000 Studien zum Thema aus. Die Ergebnisse erschienen in drei Teilen über einen mehrmonatigen Zeitraum von 2021 bis 2022. Die drei Bände sind unterteilt in „Naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels“, „Folgen des Klimawandels, Anpassung und Verwundbarkeit“ sowie „Minderung des Klimawandels“. Für den jetzt erschienenen IPCC Synthesebericht wurden außerdem die Sonderberichte „1,5°C globale Erwärmung“, „Ozean und Kryosphäre“ sowie „Klimawandel und Landsysteme“ hinzugezogen. Andere Fokussierung, stärkere Betonung: Das zeigt der Synthesebericht Im Unterschied zu den bisher veröffentlichten Einzelberichten setzt der Synthesebericht eigene Akzente: Er betont, dass sich der Klimawandel nicht nur beschleunigt hat, sondern die Geschwindigkeit in Zukunft vermutlich sogar noch anziehen wird. Die Wahrscheinlichkeit, die globale Erwärmung von 1,5°C langfristig zu überschreiten, ist im Vergleich zum 1,5°C -Sonderbericht von 2018 bereits gestiegen. Der Synthesebericht zeigt auf, welche Schäden und Risiken diese Entwicklung nach sich ziehen wird. „Wir werden künftig verstärkt über Kaskaden sprechen, die der Klimawandel direkt oder indirekt verursacht. Also, dass beispielsweise starke Hitze Schienen- und Straßenverkehr beeinträchtigt - was Lieferketten beeinflusst; was sich wiederum auf die wirtschaftliche Produktion und Verteilung von Gütern und Ähnliches auswirkt. Gleichzeitig ist in manchen Berufen auch die Arbeitsproduktivität beeinträchtigt“, sagt Daschkeit. Der Klimawandel verursacht bereits heute weit verbreitete, gefährliche und irreversible Schäden in der Natur und für die Gesellschaft. Je stärker der Klimawandel wird, desto mehr wird die Welt von Hitze, Dürren, Starkregen und Überflutungen betroffen sein. Dennoch gehört zu den zentralen Botschaften der IPCC-Berichte, dass die Einhaltung des 1,5°C-Ziels trotz des rasanten Voranschreitens des Klimawandels nach wie vor möglich ist. Voraussetzung dafür wäre allerdings die schnelle und erhebliche Reduktion von Treibhausgas -Emissionen – und zwar weltweit und in allen Sektoren. Aktuell sind diese laut IPCC höher als jemals zuvor – auch wenn sie zuletzt etwas langsamer gestiegen sind. Der Energiesektor spielt zur Eindämmung der Folgen und zur Einhaltung des 1,5°C-Ziels laut Bericht eine große Rolle: Allein das, was derzeit an fossiler Energiegewinnung betrieben wird und künftig noch geplant ist, werde die Begrenzung auf 1,5°C Erderwärmung unmöglich machen. Die Investitionen in diesen Bereich liegen nach wie vor höher als die in Klimaschutz und Anpassung. Dabei müssten Investitionen in Klimaschutz und Anpassung nach Berechnungen allein zwischen 2020 und 2030 um den Faktor drei bis sechs steigen, um überhaupt die 2°C-Erwärmungsgrenze einzuhalten. Die Zeit zum Handeln ist demnach knapp – für lange Überlegungen sei erst gar keine mehr da. Wie der IPCC-Bericht für Klimaanpassung in Deutschland verwendet wird Die Berichte des IPCC geben keine konkreten Lösungswege oder Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung des Klimawandels vor – aber sie sind die evidenzbasierte Grundlage für politische Entscheidungen, zum Beispiel auf Weltklimakonferenzen oder auch auf nationaler Ebene. Als globale wissenschaftliche Quelle ist der IPCC-Bericht daher auch für die Arbeit an Klimaschutz und Klimaanpassung in Deutschland relevant, weil er unter anderem Hinweise liefert, ob beziehungsweise welche Risiken zunehmen, welche Anpassungen funktionieren und welche Maßnahmen erfolglos bleiben. Hieraus lassen sich ganz konkrete Schlussfolgerungen ziehen, worauf künftig geachtet und was getan werden sollte. Dr. Inke Schauser beschäftigt sich beim UBA mit bundesweiten Klimarisiken. Ihr hilft der IPCC-Bericht zur Weitung der Perspektive und Einordnung, inwieweit Deutschland betroffen sein kann: „Der Meeresspiegelanstieg ist ein Beispiel dafür. Wenn das Eis an den Polkappen schneller schmilzt, hat das auch große Auswirkungen auf deutsche Küsten. Der IPCC-Bericht ist sozusagen ein Fingerzeig, außerdem Inspirationsquelle für uns: für die Methodik, die Darstellung, die Definitionen, die Kommunikation. Und natürlich beobachten wir wichtige und neue Themen, die sich auf Europa und somit auf Deutschland auswirken können.“ Die Ergebnisse und Erkenntnisse fließen in die Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) ein, die zuletzt 2021 erschien und eine wichtige Grundlage für die Deutsche Anpassungsstrategie bildet. Diese bundesweite Klimarisikoanalyse kann auf die kommunale Ebene heruntergebrochen werden; dort, wo der Klimawandel schon jetzt passiert und die Menschen direkt betrifft. Wo Hitzewellen und Starkregenereignissen mit ganz konkreten Maßnahmen begegnet werden kann, wie etwa mit besserem Schutz der Ökosysteme vor Übernutzung und Verschmutzung, bodenschonender Landnutzung und Wasserrückhalt in der Fläche, wassersensibler Siedlungsentwicklung und Entsiegelung, mehr Bäumen und Fassadenbegrünung in den Städten. Die nationale Wasserstrategie, das nationale Hochwasserschutzprogramm, die Förderung von Waldumbau hin zu naturnahen, standortgerechten Mischwäldern sowie von Klimaanpassungsmaßnahmen in sozialen Einrichtungen oder von Grün in den Städten sind positive Beispiele für erfolgversprechende Klimaanpassung, die auf den Weg gebracht wurden. Dringender Nachholbedarf besteht dagegen zum Beispiel beim Schutz der Böden und der Biodiversität , sowie bei der konkreten Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen. Naturbasierte Lösungen – global wie regional gefordert Dieser Nachholbedarf deckt sich mit dem, was auch der IPCC-Synthesebericht nach Ansicht von Daschkeit hervorhebt: naturbasierte Lösungen für Klimaschutz und Klimaanpassung. „Wer den Schutz von Ökosystemen und der Natur an den Anfang stellt, hat am Ende der Risikokette, also zum Beispiel bei Gebäuden oder der menschlichen Gesundheit, weniger Schäden, weniger negative Effekte – also auch geringere Kosten“, sagt Daschkeit. Das sei keine neue Erkenntnis und werde auch durch viele Studien belegt. „Schutz der Ökosysteme dient nicht nur der Biodiversität an sich, sondern kann zumindest teilweise auch die Kaskaden-Effekte des Klimawandels bremsen. Wird Wasser in der Landschaft gehalten, schützt das zum Beispiel vor Dürreperioden. Intakte Ökosysteme puffern Starkregenereignisse ab“, ergänzt Schauser. Dass Starkregenereignisse oder Hitze- und Trockenperioden künftig zunehmen, ist ziemlich sicher. Bis zu welchem Grad naturbasierte Lösungen bei den Folgen eines schwerwiegenden Klimawandels ausreichen, ist gegenwärtig eine Forschungsfrage, die mit ziemlicher Sicherheit auch der IPCC weiterhin aufgreifen wird. Ebenso sicher ist: Je ambitionierter der Klimaschutz ist, umso besser kann auch die Anpassung an den Klimawandel gelingen – oder besser noch: gar nicht erst nötig werden. Und je ambitionierter die Klimaanpassung für den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel umgesetzt wird, umso mehr Schäden können wir vermeiden. Autorin: Sandra Lindenberger in Zusammenarbeit mit Achim Daschkeit und Inke Schauser (UBA) Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter Klimafolgen und Anpassung Nr. 83 veröffentlicht. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.
This product shows the mean snow cover duration (SCDmean), which is updated each year and consists of the arithmetic mean for the entire time series since the hydrological year 2001. The hydrological year begins in the meteorological autumn (October 1 of the previous year in the northern hemisphere or March 1 of the reference year in the southern hemisphere) and ends with the meteorological summer (northern hemisphere: August 31 of the reference year; southern hemisphere: February 28/29 of the following year). Analogous to the annual products for snow cover duration, the entire year as well as the early season (until mid-winter) and the late season (from mid-winter) are taken into account here. The “Global SnowPack” is derived from daily, operational MODIS snow cover product for each day since February 2000. Data gaps due to polar night and cloud cover are filled in several processing steps, which provides a unique global data set characterized by its high accuracy, spatial resolution of 500 meters and continuous future expansion. It consists of the two main elements daily snow cover extent (SCE) and seasonal snow cover duration (SCD; full and for early and late season). Both parameters have been designated by the WMO as essential climate variables, the accurate determination of which is important in order to be able to record the effects of climate change. Changes in the largest part of the cryosphere in terms of area have drastic effects on people and the environment. For more information please also refer to: Dietz, A.J., Kuenzer, C., Conrad, C., 2013. Snow-cover variability in central Asia between 2000 and 2011 derived from improved MODIS daily snow-cover products. International Journal of Remote Sensing 34, 3879–3902. https://doi.org/10.1080/01431161.2013.767480 Dietz, A.J., Kuenzer, C., Dech, S., 2015. Global SnowPack: a new set of snow cover parameters for studying status and dynamics of the planetary snow cover extent. Remote Sensing Letters 6, 844–853. https://doi.org/10.1080/2150704X.2015.1084551 Dietz, A.J., Wohner, C., Kuenzer, C., 2012. European Snow Cover Characteristics between 2000 and 2011 Derived from Improved MODIS Daily Snow Cover Products. Remote Sensing 4. https://doi.org/10.3390/rs4082432 Dietz, J.A., Conrad, C., Kuenzer, C., Gesell, G., Dech, S., 2014. Identifying Changing Snow Cover Characteristics in Central Asia between 1986 and 2014 from Remote Sensing Data. Remote Sensing 6. https://doi.org/10.3390/rs61212752 Rößler, S., Witt, M.S., Ikonen, J., Brown, I.A., Dietz, A.J., 2021. Remote Sensing of Snow Cover Variability and Its Influence on the Runoff of Sápmi’s Rivers. Geosciences 11, 130. https://doi.org/10.3390/geosciences11030130
This product shows the snow cover duration for a hydrological year. Its beginning differs from the calendar year, since some of the precipitation that falls in late autumn and winter falls as snow and only drains away when the snow melts in the following spring or summer. The meteorological seasons are used for subdivision and the hydrological year begins in autumn and ends in summer. The snow cover duration is made available for three time periods: the snow cover duration for the entire hydrological year (SCD), the early snow cover duration (SCDE), which extends from autumn to midwinter (), and the late snow cover duration (SCDL), which in turn extends over the period from mid-winter to the end of summer. For the northern hemisphere SCD lasts from September 1st to August 31st, for the southern hemisphere it lasts from March 1st to February 28th/29th. The SCDE lasts from September 1st to January 14th in the northern hemisphere and from March 1st to July 14th in the southern hemisphere. The SCDL lasts from January 15th to August 31st in the northern hemisphere and from July 15th to February 28th/29th in the southern hemisphere. The “Global SnowPack” is derived from daily, operational MODIS snow cover product for each day since February 2000. Data gaps due to polar night and cloud cover are filled in several processing steps, which provides a unique global data set characterized by its high accuracy, spatial resolution of 500 meters and continuous future expansion. It consists of the two main elements daily snow cover extent (SCE) and seasonal snow cover duration (SCD; full and for early and late season). Both parameters have been designated by the WMO as essential climate variables, the accurate determination of which is important in order to be able to record the effects of climate change. Changes in the largest part of the cryosphere in terms of area have drastic effects on people and the environment. For more information please also refer to: Dietz, A.J., Kuenzer, C., Conrad, C., 2013. Snow-cover variability in central Asia between 2000 and 2011 derived from improved MODIS daily snow-cover products. International Journal of Remote Sensing 34, 3879–3902. https://doi.org/10.1080/01431161.2013.767480 Dietz, A.J., Kuenzer, C., Dech, S., 2015. Global SnowPack: a new set of snow cover parameters for studying status and dynamics of the planetary snow cover extent. Remote Sensing Letters 6, 844–853. https://doi.org/10.1080/2150704X.2015.1084551 Dietz, A.J., Wohner, C., Kuenzer, C., 2012. European Snow Cover Characteristics between 2000 and 2011 Derived from Improved MODIS Daily Snow Cover Products. Remote Sensing 4. https://doi.org/10.3390/rs4082432 Dietz, J.A., Conrad, C., Kuenzer, C., Gesell, G., Dech, S., 2014. Identifying Changing Snow Cover Characteristics in Central Asia between 1986 and 2014 from Remote Sensing Data. Remote Sensing 6. https://doi.org/10.3390/rs61212752 Rößler, S., Witt, M.S., Ikonen, J., Brown, I.A., Dietz, A.J., 2021. Remote Sensing of Snow Cover Variability and Its Influence on the Runoff of Sápmi’s Rivers. Geosciences 11, 130. https://doi.org/10.3390/geosciences11030130
Die Begriffe Klima und Wetter sind eng miteinander verbunden und müssen doch klar voneinander getrennt betrachtet werden. Beide hängen von meteorologischen Größen wie etwa der Temperatur, dem Niederschlag, dem Luftdruck oder dem Wind ab. Während das Wettergeschehen aber auf kurze Zeitabschnitte und lokale bzw. regionale Räume begrenzt ist, fasst das Klima charakteristische Wettererscheinungen (z.B. Extreme, Mittelwerte) in einem Gebiet über lange Zeiträume zusammen, d.h. eine Periode von wenigstens 30 Jahren (nach Empfehlung der Weltorganisation für Meteorologie, WMO). Zudem beschreibt das Klima in einer Region die komplexen Wechselwirkungen zwischen der Lufthülle der Erde (Atmosphäre) sowie dem Eis (Kryosphäre), der Tier- und Pflanzenwelt (Biosphäre) und dem Wasser (Hydrosphäre) auf der Erde. Wesentliche Faktoren, die die Entstehung oder Veränderung des Klimas beeinflussen, sind (nach Rahmstorf & Schellnhuber, 2007): Alle diese Faktoren sind grundsätzlich zunächst einmal natürlichen Ursprungs. Sie können darüber hinaus durch Rückkopplung mit anderen Prozessen z.T. auch sog. Verstärkermechanismen darstellen (Bsp.: eine erdbahnbedingte Erwärmung lässt Eisbedeckungen schmelzen, dadurch verringert sich die Albedo und die Erdoberfläche erwärmt sich noch stärker). Einige dieser Faktoren können zusätzlich auch durch den Menschen beeinflusst werden, etwa die Konzentration bestimmter Gase in der Atmosphäre oder die Landnutzung. Die Klimaforschung versucht heutzutage das komplexe Geschehen der klimawirksamen Prozesse anhand historischer Spuren aus der Vergangenheit zu rekonstruieren, diese Erkenntnisse zusammen mit aktuellen Messdaten mittels leistungsstarker Rechner zu erfassen und zu verarbeiten und schließlich Szenarien aufzustellen, wie sich das Klima zukünftig unter bestimmten Voraussetzungen verändern könnte. Weiter zum Thema Klimaparameter
Von Frank Thorenz und Jörn Drosten Die Anpassung an den Klimawandel bildet für die Küstenschutzstrategie Niedersachsens einen zentralen Baustein: Bei der Konzeption von Küstenschutzanlagen wird auf Grund der jüngsten Berichte des Weltklimarates IPCC zukünftig ein sogenanntes Vorsorgemaß von 100 Zentimetern statt bisher 50 cm berücksichtigt. Der neue niedersächsische Klimadeich ermöglicht darüber hinaus für den Fall ungünstiger Entwicklungen eine Deicherhöhung um einen weiteren Meter. Für die etwa 6.500 Quadratkilometer großen Küstengebiete in Niedersachsen sind der gesicherte langfristige Schutz vor Überflutung und Landverlusten von existentieller Bedeutung. Diese Daueraufgabe nehmen das Land Niedersachsen und die Deichverbände partnerschaftlich in gemeinsamer Verantwortung wahr. Nicht allein bei Sturmfluten, sondern bereits bei Eintritt des mittleren Tidehochwassers wären größere Teile der Küstengebiete ohne Küstenschutzanlagen überflutet. Küstenschutz ist vorausschauend orientiert und berücksichtigt in der im Generalplan Küstenschutz dokumentierten Küstenschutzstrategie des Landes Niedersachsen insbesondere auch potentielle Folgen des Klimawandels. Bereits seit dem Jahr 2007 wird ein Vorsorgemaß von 50 Zentimeter für die potentiellen Auswirkungen des Klimawandels in die Ermittlung des jeweiligen Bemessungswasserstands für Küstenschutzanlagen vorsorglich einbezogen. Zudem erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der erforderlichen Deichhöhen in einem Turnus von etwa zehn Jahren. In dem im September 2019 veröffentlichten „Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima“ (SROCC) des Weltklimarats IPCC werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die physikalisch-wissenschaftlichen Grundlagen und die Auswirkungen des Klimawandels bewertet. Für den Küstenschutz besonders relevant sind Projektionen des zukünftigen mittleren Meeresspiegelanstiegs bis zum Ende des Jahrhunderts im Vergleich zum Jahr 2000. Die wahrscheinliche Bandbreite aller Projektionen beträgt 15 bis 110 Zentimeter bis zum Ende des Jahrhunderts im Vergleich zum Jahr 2000 und für das pessimistische Szenario RCP („repräsentativer Konzentrationspfad“) 8.5 zwischen 61 bis 110 Zentimeter bei einem Medianwert von 84 Zentimeter, verbunden mit einer Fortsetzung des Meeresspiegelanstiegs weit über das Jahr 2100 hinaus. Im Kontext der Veröffentlichung des SROCC haben sich die Küstenländer auf Ebene der Bund-Länder Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) darauf verständigt, für Vorsorgezwecke die auf RCP 8.5 basierenden Projektionen und, speziell für den Küstenschutz unter Betrachtung weiterer Einflussgrößen, ein auf den Klimawandel bezogenes Vorsorgemaß von einem Meter zu verwenden – anstelle der bisher gültigen 50 Zentimeter. Auf dieser Grundlage haben das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und der NLWKN in enger Abstimmung die im Generalplan Küstenschutz beschriebene niedersächsische Küstenschutzstrategie weiterentwickelt. Kernpunkt des zugehörigen Erlasses bildet weiterhin der Erhalt des Küstenschutzsystems in Niedersachsen zum Schutz gegen Überflutungen und Erosion, um das hohe derzeitige Sicherheitsniveau auch auf absehbare Zeit beibehalten zu können. Für die Ermittlung des Bemessungswasserstands aller vor Sturmfluten schützenden Küstenschutzanlagen wird zukünftig ein Vorsorgemaß von einem Meter berücksichtigt. Hauptdeiche als technische Bauwerke sollen als Standard auch zukünftig in Erdbauweise ausgeführt werden, um die Vorteile leichter Anpassbarkeit, Ressourcenschonung sowie einfacher, wirtschaftlicher Unterhaltung und Pflege zu kombinieren. An der niedersächsischen Küste sind grüne Deiche Bestandteil des Landschaftsbilds und bilden einen durchgängigen Übergang zwischen geschütztem Gebiet und dem Außendeichbereich. Basierend auf dem Landesraumordnungsprogramm Niedersachsen ist davon auszugehen, dass Kleiressourcen in erforderlichem Umfang auch für die Anpassung an den Klimawandel verfügbar sein werden. Auch vor dem Hintergrund der großen Unsicherheiten in den Projektionen der Klimaforschung und der Langfristigkeit der Entwicklungen wird zusätzlich eine Nacherhöhbarkeit von Hauptdeichen um einen weiteren Meter innerhalb der Aufstandsfläche des Deiches durch eine breitere Binnenberme, dem nahezu horizontalen Bereich am Deichfuß, auf dem sich der Deichverteidigungsweg befindet, vorgesehen. Nur in hinreichend begründeten Fällen kann durch eine breitere Außenberme oder eine Kombinationslösung aus Binnen- und Außenberme abgewichen werden. Durch die Kombination des erhöhten Vorsorgemaßes mit einer breiteren Berme wird es möglich, flexibel auf zukünftige Anpassungsbedarfe zu reagieren. Diese zukunftsfähige Deichkonstruktion bildet den neuen technischen Standard für Hauptdeiche als Niedersächsischer Klimadeich. Für Neubauten von sturmflutkehrenden massiven Küstenschutzbauwerken in der Hauptdeichlinie (zum Beispiel Sperrwerken) wird zukünftig die Anpassbarkeit von bis zu einem weiteren Meter über die mit dem neuen Vorsorgemaß ermittelte Höhe hinaus in der Gründung und Tragwerksplanung unter Berücksichtigung der Funktionalität und Lebensdauer vorgesehen. Das neue Vorsorgemaß von einem Meter einschließlich einer Nacherhöhbarkeit um einen weiteren Meter durch eine breitere Berme bildet auch die Grundlage für die Aktualisierung der Teile 1 und 2 des Generalplans Küstenschutz durch den NLWKN als Teil der Anpassungsstrategie an den Klimawandel in Niedersachsen.
Das Poster im Format DIN A0 veranschaulicht die Ursachen und Wirkungen von Treibhausgasemissionen und Erderwärmung auf die Ozeane und die Kryosphäre (gefrorener Teil der Erde, zum Beispiel polare Eisschilde, Meereis, Permafrost ). Die dargestellten Inhalte basieren auf dem Sonderbericht des Weltklimarates ( IPCC ) zu Ozean und Kryosphäre vom September 2019. Veröffentlicht in Poster.
Liebe Leserinnen und Leser, „Die Zukunft hat uns bereits erreicht.“ Mit dieser Aussage trifft UBA Präsidentin Maria Krautzberger den Kern des Monitoringberichts zur Klimaanpassungsstrategie: denn die Folgen des Klimawandels liegen nicht in weiter Ferne, sondern lassen sich hier und heute in vielen Sektoren belegen und sind für die Menschen spürbar. Wesentliche Ergebnisse zu den beobachteten Klimafolgen und eingeläuteten Anpassungsmaßnahmen haben wir in unserem Schwerpunktartikel zusammengefasst. Sie haben sich in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Organisation bereits mit den Risiken von Hitzewellen, Starkregenereignissen oder veränderten Umweltbedingungen beschäftigt und vor Schäden vorgesorgt? Dann bewerben Sie sich noch bis zum 10. Februar 2020 bei unserem Wettbewerb Blauer Kompass und stehen bei der feierlichen Preisverleihung im Bundesumweltministerium auf der Bühne! Eine interessante Lektüre und eine frohe Adventszeit wünscht Ihr KomPass-Team im Umweltbundesamt Die Erderhitzung beeinträchtigt das Leben in Deutschland nachweislich Ausbleibende Niederschläge vor allem im Sommer und Herbst führen zu Niedrigwasser wie hier am Rhein. Quelle: Rike / pixelio.de Die Erderhitzung hat einschneidende und weitreichende Folgen für Gesellschaft, Umwelt, Natur und Wirtschaft in Deutschland. Hitze, Dürren, Überschwemmungen, Starkregen und Stürme sowie verminderte Wasserverfügbarkeit verursachen Schäden und beeinträchtigen die Infrastrukturen sowie das Leben in den Städten. Der Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimanwandel (DAS) liefert ein systematisches und umfassendes Gesamtbild vom Ausmaß der Folgen der Erderhitzung in Deutschland und der beginnenden Anpassung. Er stützt sich dabei auf wissenschaftlich gesicherte Langzeitdaten. Dies ermöglicht die Bewertung von den Folgen unabhängig von einzelnen Extremereignissen. Der Schwerpunktartikel stellt wesentliche Ergebnisse des Monitoringberichts 2019 vor und zeigt auf, wie sie weiterverwendet werden. Wettbewerb „Blauer Kompass“: Umweltbundesamt sucht Projekte zum Umgang mit dem Klimawandel Ob Begrünung des Bürodachs, Entsiegelung des Schulhofes, Anbau klimaangepasster Sorten in der Landwirtschaft oder Maßnahmen zum Hochwasserschutz – zum vierten Mal zeichnet das Umweltbundesamt Projekte aus, die konkret dazu beitragen, den Folgen des Klimawandels in Deutschland zu begegnen. Projekte können sich ab sofort in folgenden drei Kategorien bewerben: Private und kommunale Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Vereine, Verbände und Stiftungen. Die Gewinnerprojekte werden am 26. Juni 2020 im Bundesumweltministerium in Berlin feierlich ausgezeichnet und erhalten eine Trophäe sowie unterstützende Öffentlichkeitsarbeit. Bewerbungsschluss ist der 10. Februar 2020. Politikanalyse zur Evaluation der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel Die Evaluation zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) analysiert die Entwicklung und Wirkung der DAS. Unter anderem untersuchten die externen Gutachterinnen und Gutachter, inwieweit Anpassung an den Klimawandel auf Bundesebene verankert und Eigenvorsorge gestärkt werden konnte. Darüber hinaus analysiert die Evaluation den Umsetzungsstand der Maßnahmen des Aktionsplans Anpassung II (APA II) von 2015 und betrachtet Erfolgsfaktoren und Hürden bei deren Umsetzung. Auf dieser Basis macht der Evaluationsbericht Empfehlungen, wie Anpassung an den Klimawandel in Deutschland, und dabei vor allem die Weiterentwicklung der DAS, gestärkt werden können. Dokumentation: Nationaler Dialog zu Klimawandelfolgen in Deutschland – Bereit zu handeln für bessere Vorsorge Anlässlich der Veröffentlichung des Monitoringberichts zur Deutschen Anpassungsstrategie haben das Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt zentrale Ergebnisse im Rahmen eines Nationalen Dialogs zu Klimawandelfolgen in Deutschland am 26. und 27. November 2019 in Berlin vorgestellt. Rund 200 Teilnehmende aus Politik, Behörden, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten zwei Tage intensiv zu notwendigen Politikinstrumenten und Maßnahmen, mit denen Städte, Land- und Forstwirtschaft sowie Wirtschaftsstandorte und Infrastrukturen klimaresilienter gestaltet werden sollten. Die Unterlagen und Dokumentation zum Dialog sind nun veröffentlicht und geben wichtige Impulse für die strategische Weiterentwicklung der Anpassungspolitik. UBA Themenseite und Webinar zum IPCC-Sonderbericht über Ozeane und Kryosphäre Weitreichende klimabedingte Veränderungen der Ozeane und der Kryosphäre sind bereits zu beobachten und werden sich künftig beschleunigen. Diese und weitere Erkenntnisse des IPPC-Sonderberichts (Intergovernmental Panel on Climate Change) hat das Umweltbundesamt auf seiner Internetseite zusammengefasst. Dort ist auch eine Aufzeichnung des Webinars verfügbar, in dem das UBA mit Unterstützung eines deutschen IPCC-Mitautors wichtige Informationen des Sonderberichts für Politikberatende aufbereitet hat. Koalitionsverträge in Brandenburg und Sachsen setzen weiteren Rahmen für Klimaanpassung In den Koalitionsverträgen der neuen Keniakoalitionen in Brandenburg (SPD, CDU, Grüne) und Sachsen (CDU, Grüne, SPD) sind Instrumente und Maßnahmen zur Klimawandelanpassung verankert. Brandenburg wird ein Gesamtkonzept zur Anpassung der Landnutzung an den Klimawandel erarbeiten, um besonders von Wetterextremen betroffene Betriebe zu stabilisieren. Dies wird mit einem Förderprogramm begleitet. Auch Sachsen will seine Garten- und Obstbaubetriebe bei der Anpassung an den Klimawandel durch entsprechende Förderinstrumente und Wissenstransfer unterstützen. Außerdem will die Landesregierung ein Förderprogramm Klimawandelanpassung für die Kommunen auflegen, insbesondere mit dem Schwerpunkt Stadtgrün. Thüringen verabschiedet neues Paket zur Anpassung an die Klimafolgen Die Thüringer Landesregierung hat ein neues Klimaanpassungspaket sowie eine Klimastrategie mit konkreten Maßnahmen beschlossen. Das „IMPAKT II“ enthält 47 Maßnahmen unter anderem in den Bereichen Land-, Forst-, Wasserwirtschaft, die eine bessere Anpassung an die Folgen des Klimawandels garantieren sollen. Die meisten Maßnahmen laufen bereits. Zu ihnen gehören unter anderem veränderte Landnutzung und bauliche Anpassungen der Infrastruktur. Gewinner des BMU Wettbewerbs "Klimaaktive Kommune 2019" Im Rahmen der Konferenz „Kommunale Beschaffung – Klima und Ressourcen im Blick“ zeichnete das Bundesumweltministerium zehn Kommunen für ihre Projekte im Bereich Klimaanpassung und -schutz aus. Im Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019“ setzten sich in der Kategorie „Klimaanpassung“ die Städte Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau sowie der Landkreis Friesland durch. Die ausgezeichneten Projekte zu baulicher Klimaanpassung, Moorentwicklung sowie urbaner Hitzevorsorge werden in Kurzfilmen vorgestellt. Ab Januar 2020 geht der Wettbewerb in eine weitere Runde und nimmt Bewerbungen entgegen. Wald im Klimawandel: Länder wollen Forstflächen vor Klimarisiken schützen Rund um den Nationalen Waldgipfel haben mehrere Bundesländer Pläne vorgestellt, mit denen sie ihre heimischen Wälder klimastabiler gestalten wollen. Um die Forstflächen in Zukunft gegen Risiken wie Sturm, Dürren und Borkenkäfer-Befall zu schützen, haben die Landesregierungen Nordrhein-Westfalens und des Saarlands Maßnahmen wie Aufforstungen und Ernteverzichte beschlossen. Mecklenburg-Vorpommerns Forstminister Dr. Till Backhaus reagierte zudem positiv auf die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, dass der Bund für die kommenden vier Jahre zusätzliche 547 Millionen Euro für den Waldschutz bereitstellen werde. Klimareport Brandenburg untersucht Folgen des Klimawandels Welche Folgen hat der Klimawandel in Brandenburg? Diese Frage untersucht der „Klimareport Brandenburg – Fakten bis zur Gegenwart – Erwartungen für die Zukunft“, den der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Kooperation mit dem brandenburgischen Landesamt für Umwelt (LfU) erstellt hat. Schon jetzt gilt Brandenburg als niederschlagsarm. Dem Bericht zufolge wird die Wasserverfügbarkeit auch in Zukunft die größte Herausforderung bleiben. Um die Verdunstung über Waldflächen zu reduzieren, Grundwasserneubildung zu stärken und den Wald an die Folgen des Klimawandels anzupassen, sieht das Kiefernland Brandenburg im Waldumbau eine zentrale Strategie. Geoinformationen über Baden-Württembergs Baumbestände Um trotz des Klimawandels möglichst gesunde Wälder zu garantieren, hat die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) neue Karten mit Geoinformationen zur Waldbauplanung und -entwicklung erstellt. Die bisherigen Ergebnisse liegen für die vier Hauptbaumarten Fichte, Buche, Traubeneiche und Weißtanne vor. Einerseits zeigen die Vulnerabilitätskarten an, wie gefährdet die heutigen Waldbestände sind. Andererseits liefern die Baumarteneignungskarten Hinweise für die langfristige forstwirtschaftliche Planung. Schutz vor Überflutungen: Hamburg baut unterirdische Versickerungsanlage Hamburg bereitet sich auf häufigere und heftigere Regefälle vor. Um den Stadtteil Billstedt vor Überflutungen zu schützen, werden sogenannte Rigolen unter ein neues Stadion gebaut. Die unterirdische Speicher- und Versickerungsanlage kann bis zu 500 Kubikmeter Regenwasser aufnehmen, falls die Kanalisation überläuft. Sie ist bundesweit die erste ihrer Art und in einer Kooperation zwischen der Behörde für Umwelt und Energie, dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und dem kommunalen Unternehmen Hamburger Wasser entstanden. Folgen von Wetterextremen: Versicherer und Wetterdienst errechnen Schäden in Milliardenhöhe durch Starkregen Starkregenfälle haben in Deutschland zwischen 2002 und 2017 Schäden in Höhe von 6,7 Milliarden Euro verursacht. Das ist das Ergebnis eines gemeinsamen Forschungsprojekts des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Demnach mussten betroffene Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer durchschnittlich 5.293 Euro zahlen, um die Folgen der Regenfälle zu beseitigen. Laut des Naturgefahrenreports 2019 des GDV verursachten Starkregen und Hochwasser allein im vergangenen Jahr Schäden im Wert von 500 Millionen Euro. Noch teurer waren 2017 Reparaturen, die nach Sturm und Hagel notwendig waren. Sie schlugen mit 2,6 Milliarden Euro zu Buche. Klimarisiken für die eigene Immobilie: Web-Anwendung des BBSR klärt auf Wie gut ist meine Immobilie gegen Hitze, Starkregen, Hagel oder Sturm gewappnet? Antworten auf diese Frage erhalten Eigentümerinnen und Eigentümer durch eine neue Web-Anwendung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt und Raumforschung (BBSR). Das „GIS-ImmoRisk Naturgefahren“ basiert auf Geodaten und ermöglicht erstmals deutschlandweit eine Risikoabschätzung von zukünftigen Klimafolgen für Immobilien. Zudem enthält es Hinweise, wie bauliche Maßnahmen die Risiken eindämmen können. VKU Positionspapier: Wasserversorgung in Zeiten der Wetterextreme Der Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) hat mit einem Positionspapier auf die Herausforderungen des veränderten Klimas für die kommunale Wasserwirtschaft reagiert. Unter dem Titel „Klimaanpassung und kommunale Wasserwirtschaft“ befasst sich der VKU mit der Frage, wie sich Hitze, Trockenheit und Starkregen auf kommunale Wasserversorger auswirken und welche Handlungsbedarfe und veränderte Rahmenbedingungen notwendig sind. Diese reichen von strategischen Planungen, über Finanzierungsvorschlägen und Anpassung der Wasserrechte bis zu interkommunaler Zusammenarbeit sowie einer wassersensiblen Stadt und Freiraumentwicklung. Gewerbegebiete im Wandel – Beispiele und Empfehlungen zu Klimaanpassung und Biodiversität Seit Sommer 2016 entwickeln die Partner des Projekts "Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel" Konzepte und Maßnahmen, um bestehende Gewerbegebiete gemeinsam mit den dort ansässigen Unternehmen im Sinne der Nachhaltigkeit aufzuwerten. Nun liegen Erfahrungen zu Potenzialanalysen, zu Kommunikation und zur Umsetzung von Begrünungsmaßnahmen vor. Sie dienen dem Einstieg in eine nachhaltige Gewerbegebietsentwicklung und sind Türöffner für die Zusammenarbeit von Kommunen, Unternehmen und Wissenschaft. Deutschlandweit erster Bachelor-Studiengang zum Klimawandel und seinen Folgen an der TH Bingen Im bundesweit ersten Bachelor „Klimaschutz und Klimaanpassung“ beschäftigen sich Studierende mit den Ursachen und Folgen des Klimawandels sowie Anpassungsstrategien an Klimaveränderungen. Die Technische Hochschule Bingen in Rheinland-Pfalz bietet ab sofort den siebensemestrigen Studiengang an. Der naturwissenschaftlich-technische Bachelor beinhaltet schon ab dem zweiten Semester klimaspezifische Fächer wie Klimatologie, Klimawandel und Biodiversität. Deutschland war 2018 mit am Stärksten von Extremwetter betroffen Deutschland war im vergangenen Jahr im globalen Vergleich am drittstärksten von Extremwetter betroffen. Das zeigt der jährlich erstellte Klima-Risiko-Index von Germanwatch. Hitzewellen mit 1.200 Todesopfern sowie Rekorddürren verursachten Schäden von 1,2 Milliarden Euro in Kaufkraftparität – die Gesamtschäden beliefen sich auf rund 4,5 Milliarden Euro. Japan und die Philippinen waren 2018 am stärksten betroffen. Im Langfristindex von 1999-2018 zeigt sich, dass jedoch meist die ärmsten Staaten der Welt den größten Risiken ausgesetzt sind. Das Gesundheitssystem in Zeiten des Klimawandels Wetterextreme wirken sich auf die Gesundheit von Menschen aus, insbesondere auf die von Kindern und älteren Menschen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Konsortiums „The Lancet Countdown“. Demnach führen Veränderungen des Klimas unter anderem dazu, dass Menschen vermehrt an Krankheiten wie Herzinfarkten oder Nierenversagen leiden. In einem Policy Brief für Deutschland, der sich speziell an den Gesundheitssektor richtet, empfehlen die Expertinnen und Experten unter anderen Hitzeaktionspläne umzusetzen und den Klimawandel in die medizinische Bildung aufzunehmen. Der Klimawandel und seine Folgen für den Bergbau Laut einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes könnte der Klimawandel die Umweltgefahren des Bergbaus verstärken. Das Forschungs- und Beratungsinstitut adelphi, das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und das Sustainable Minerals Institute (SMI) der University of Queensland kommen zu dem Ergebnis, dass insbesondere von Extremwetterlagen ein Risiko für die Produktions- und Transportinfrastruktur im Bergbau ausgeht. Aufgrund von Überflutungen könnten beispielsweise Schadstoffe aus Bergbauabfällen ins Grundwasser gelangen. Auch die Rohstoffgewinnung sei gefährdet. Hitzewellen durch absinkende Luftpakete vom Atlantik Nicht nur heiße Luftströme aus der Mittelmeer- und Sahararegion führen zu Hitzewellen. Vor allem Luftpakete vom Atlantik, die sich beim Absinken erhitzen, sorgen für heißes Wetter. Zu dieser Erkenntnis kommen Forschende des Projekts „Klimawandel und Extremereignisse“ (ClimXtreme), an dem das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) federführend beteiligt ist. Die Projektpartner forschen daran, Hitzewellen besser vorherzusagen und wollen ein entsprechendes Frühwarnsystem entwickeln. Spielerisch die Folgen des Klimawandels verstehen Welche Maßnahmen sind nötig, um eine Stadt gegen extreme Wetterlagen zu wappnen? Mit dieser Frage beschäftigen sich Spieler des „Climate Adaption Game“. Das Computerspiel wurde vom Schwedischen Meteorologischen und Hydrologischen Institut (SMHU) entwickelt und kann kostenlos getestet werden. Alleine oder in Gruppen finden Spieler heraus, wie der Klimawandel die fiktive Stadt Weatherton beeinflusst und welche Maßnahmen ihre Resilienz gegen Wetterextreme erhöhen. Neben dem Verständnis zu Klimawandelfolgen soll das Spiel die analytischen Kompetenzen und die Problemlösefähigkeit verbessern. Standardisierung von Resilienz: Auszeichnungen für Smart Mature Resilience Projekt Das Smart Mature Resilience (SMR) Projekt von ICLEI (International Council for Local Environmental Initiatives) hat zwei Preise gewonnen: den „Standards + Innovation Award“ des Europäischen Komitees für Normung (CEN) und elektronische Normung (CENELEC) sowie den Innovatorenpreis des Deutschen Instituts für Normung (DIN). Im Rahmen des Projekts haben Forschende standardisierte Instrumente und Richtlinien entwickelt, mit denen Städte ihre Widerstandsfähigkeit in Krisenfällen erhöhen können – etwa bei Klimakatastrophen. Bebauung oder Begrünung? Handlungsempfehlungen für einen stadtplanerischen Konflikt In Zeiten des Wohnungsmangels stehen städtische Frei- und Grünflächen insbesondere in Großstädten in Konkurrenz zur baulichen Nutzung. Das Ressortforschungsprojekt „Urbane Freiräume“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung beschäftigt sich mit diesem Konflikt. Auf Grundlage von Fachgesprächen, Kommunalbefragungen und Untersuchungen vor Ort gibt eine Sonderveröffentlichung Handlungsempfehlungen in vier Bereichen: Umweltgerechtigkeit, Lobbybildung und Kooperation, urbane Freiräume in Innenstädten sowie an Stadträndern. Hochwasserrisikomanagement aus Sicht des Weltalls: Gutachten zu Copernicus Ein Gutachten im Auftrag des Umweltbundesamtes geht der Frage nach, ob sich Daten und Dienste aus dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus für das Hochwasserrisikomanagement in Deutschland nutzen lassen. Anhand von vier Fallbeispielen zeigen die Autorinnen und Autoren auf, welche Potenziale das satellitenbasierte Monitoring hat. Ergebnis: Das Potenzial von Copernicus für den Umgang mit Hochwasserrisiken ist hoch, wird aber noch nicht vollständig ausgenutzt. Um die Akzeptanz zu erhöhen, seien weitere Maßnahmen von Seiten des Bundes und der Länder nötig. Verzahnung von Versicherungen und ökosystembasierter Klimaanpassung In einem aktuellen Bericht befasst sich die InsuResilience Initiative, die 2015 im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft ins Leben gerufen wurde, mit Kooperationen zwischen den Versicherungs- und Umweltsektoren. Die Initiative untersucht, welche versicherungsbezogenen Instrumente gegen Klimaschäden bereits existieren. Zudem analysiert sie Schwierigkeiten bei der Verknüpfung von ökosystembasierten Ansätzen sowie umfassenderen naturbasierten Lösungen zur Klimaanpassung mit Risikoversicherungen.
Liebe Leserinnen und Leser, obwohl sich der Klimawandel sehr unterschiedlich auf einzelne Regionen und Sektoren auswirkt, gibt es doch generelle Leitlinien, an denen sich Akteure bei der Vorsorge gegen Klimaschäden orientieren können. Die Internationale Normungsorganisation (ISO) hat nun erstmal einen standardisierten Ansatz zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels veröffentlicht. Die Inhalte und Struktur der neuen Norm ISO 14090 stellen wir Ihnen in unserem Schwerpunktartikel vor. Noch mehr aktuelle Aktivitäten zur Anpassung an Klimafolgen in den Bundesländern, Kommunen, der Forschung und Praxis erfahren Sie in unserem Newsletter. Eine interessante Lektüre wünscht Ihr KomPass-Team im Umweltbundesamt Neue internationale Norm unterstützt bei Anpassung an Klimafolgen Durch den Klimawandel ist in Deutschland zukünftig mit häufigeren Starkregenereignissen zu rechnen. Quelle: Gina Sanders / Fotolia.com Neben Maßnahmen zum Klimaschutz rückt auch die systematisch geplante Anpassung an die Folgen des fortschreitenden Klimawandels zunehmend in den Fokus von Entscheidungsträgern – sowohl in Städten und Gemeinden als auch in Unternehmen. Eine neue Norm der Internationalen Normungsorganisation (ISO) gibt nun Hilfestellung, wie gute Anpassung schrittweise umgesetzt werden kann. Die ISO 14090 „Anpassung an die Folgen des Klimawandels - Grundsätze, Anforderungen und Leitlinien“ unterstützt Organisationen dabei, die Auswirkungen des Klimawandels zu bewerten und Pläne für eine effektive Anpassung aufzustellen. Jede Organisation, unabhängig von ihrer Größe oder Art, wird ermuntert, die neue Norm anzuwenden. Nationaler Dialog: Klimawandelfolgen in Deutschland – Bereit zu handeln für bessere Vorsorge Das Umweltbundesamt und das Umweltministerium veranstalten vom 26.-27. November 2019 den Nationalen Dialog "Klimawandelfolgen in Deutschland - Bereit zu handeln für bessere Vorsorge" in Berlin. Bundesumweltministerin Svenja Schulze und die Präsidentin des Umweltbundesamtes Maria Krautzberger stellen auf dem Nationalen Dialog erstmals ausgewählte Ergebnisse des Monitoringberichts 2019 der Öffentlichkeit vor. Mit Akteuren von Bund, Ländern, Kommunen und mit nicht-staatlichen Akteuren einschließlich der Zivilgesellschaft ewrden der erreichte Stand, die Handlungserfordernisse und die Perspektiven der Klimawandelanpassung diskutiert. UBA-Webinar: Politikrelevante Erkenntnisse aus dem IPCC-Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima (SROCC) Der neuste Sonderbericht des Weltklimarats IPPC zeigt: Der Klimawandel hat schon heute gravierende Folgen für die Meere und Polargebiete. Die Ozeane erwärmen und versauern zunehmend, die Zahl der marinen Hitzewellen steigt, der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich. Zu den politikrelevanten Inhalten des Sonderberichts veranstaltet das UBA ein Webinar am 25.10.2019 von 10:00 bis 12:00 Uhr. Es richtet sich an Expertinnen und Experten aus Deutschland mit Vorwissen zum Klimaschutz, dem Ozean und der Kryosphäre, die in der Information und Beratung von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft tätig sind. City Climate Finance Gap Funds: Förderfonds für klimagerechte urbane Infrastruktur Mit mindestens 100 Millionen Euro fördern der Globale Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie sowie die Regierungen Deutschlands und Luxemburgs künftig klimagerechte urbane Infrastrukturprojekte. Der City Climate Finance Gap Funds soll helfen, Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie zu dessen Minderung in mindestens 12 Städten pro Jahr von der Ideenphase in die konkrete Umsetzung zu überführen. Insgesamt soll er Investitionen in Höhe von mindestens vier Milliarden Euro erschließen. Nationaler Waldgipfel diskutiert über Maßnahmen gegen klimabedingte Waldschäden Für ein mindestens 500 Millionen Euro schweres Wiederaufforstungsprogramm für Mischwälder, unter anderem mit standortangepassten Baumarten, hat sich Bundeswaldministerin Julia Klöckner ausgesprochen. Im Rahmen des Nationalen Waldgipfels betonte die Ministerin die besondere Bedeutung der Wälder für den Klimaschutz und die ernste Lage nach den Dürresommern 2018 und 2019. Zuvor forderte der Deutsche Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) drastische Klimaschutzmaßnahmen und eine rasche und aktive Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Mit waldbaulichen Maßnahmen wie Pflanzung, Saat sowie natürlichen Prozessen der Wiederbewaldung und Naturverjüngung sollen demnach Mischbestände mit verschiedenen Baumarten und Herkünften begründet werden, die sowohl an das herrschende als auch das zukünftige Klima angepasst sind. Die aktuelle Diskussion um die richtige Klimaanpassung der Wälder will der DVFFA mit einer wissenschaftlichen Perspektive versachlichen. Hessische Landesregierung stellt Schutzmaßnahmen für Wälder im Klimawandel vor Mit einem umfangreichen Sofortprogramm will die Landesregierung in Wiesbaden die hessischen Wälder vor den Folgen des Klimawandels schützen. Der Plan sieht bis 2023 Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro vor. Unter anderem sollen private und kommunale Waldeigentümer 25 Millionen Euro erhalten, um Sturm- und Trockenheitsschäden zu beheben. Ein 12-Punkte-Plan fördert außerdem Maßnahmen zur Aufforstung und zur Anpassung des Waldes an Klimaveränderungen. So sollen in den kommenden Jahren 100 Millionen Bäume gepflanzt werden. Rheinland-Pfalz: Verbesserungen bei Hochwasserschutz und Trinkwasserinfrastruktur Zwei zu wesentlichen Teilen aus Landesmitteln finanzierte Projekte zur Klimafolgenanpassung hat die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken im August gewürdigt. In Koblenz weihte die Ministerin den letzten Bauabschnitt einer Hochwasserschutzanlage für drei Stadtteile ein, dessen Gesamtkosten von rund 55 Millionen Euro zu über 90 Prozent aus Landesmitteln kommen. In dem Ort Traben-Trarbach übergab Höfken einen Förderbescheid über acht Millionen Euro für den Bau einer zukunftsfähigen Trinkwasserinfrastruktur für die Region. Neues Beratungsprogramm zur kommunalen Klimafolgenanpassung in Nordrhein-Westfalen Im Rahmen des Programms "Kommunalberatung Klimafolgenanpassung NRW" steht Nordrhein-Westfalen seinen Kommunen ab sofort bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Klimaanpassung sowie bei der Beantragung von Fördermitteln unterstützend zur Seite. Bereits bestehende Klimaanpassungsstrategien sollen so weiterentwickelt werden. Kommunen ohne oder mit nur wenigen Anpassungsaktivitäten will das Land sensibilisieren und bedarfsorientiert unterstützen. Durch das Programm soll das Thema Klimafolgenanpassung als Bestandteil kommunalen Handelns etabliert werden. Hessisches Umweltministerium unterstützt Städte bei der Abkühlung in heißeren Sommern Ein neuer Handlungsleitfaden zeigt Kommunen in Hessen und Rheinland-Pfalz Maßnahmen auf, mit denen sie sich dem Klimawandel besser anpassen können. Er basiert auf der Studie "Klimprax Stadtklima", die in Wiesbaden und Mainz Stadtteile untersucht hat, in denen empfindliche Bevölkerungsgruppen wie Kinder und ältere Menschen im Sommer besonders unter der Hitze leiden. Der Leitfaden empfiehlt konkrete Maßnahmen, die Städte bei der Infrastrukturplanung berücksichtigen können. Dazu gehören etwa Grünflächen und Parks, Trinkwasserbrunnen und Schattenplätze. WWF warnt: Meeresspiegelanstieg gefährdet Küsten Die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) fordert umfassende Gesetze zur Minderung von Treibhausgasemissionen, um den Anstieg der Meeresspiegel an den deutschen Nord- und Ostseeküsten zu verlangsamen. Daneben fordert die Organisation für die Ostseeküste und das Wattenmeer Schritte zur Klimafolgenanpassung. Bei einem zu schnellen Meeresspiegelanstieg drohten ansonsten der Verlust von Wattflächen, eine zunehmende Erosion an Küsten und Inseln sowie ein höheres Sturmflutrisiko. Statt harter Schutzbauten aus Stein oder Beton plädiert der WWF für weichen, naturnahen Küstenschutz, beispielsweise durch Sandaufspülungen oder die Verlegung der Deichlinie. Stadtgrün wertschätzen: Finanziellen Nutzen von Grünflächen in Städten verdeutlichen Urbane Grünflächen können Klimafolgen lindern, die Luftqualität verbessern und das Wohlbefinden steigern. Auf kommunaler Ebene fehlen jedoch häufig die Argumente für den Wert urbaner Grünflächen. Das Forschungsprojekt „Stadtgrün wertschätzen“ des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) will das mit einem neuen Tool ändern, das den ökonomischen Wert von Stadtgrün in konkreten Euro-Beträge beziffern. Fazit: Der ökologische Nutzen von Grünflächen ist Millionen wert. Das Tool wurde bereits in Leipzig, Karlsruhe, Augsburg und Nürnberg getestet. Neue Toolbox "Klimaanpassung im Stadtumbau" Eine anwendungsorientierte Arbeitshilfe, mit der kommunale Planer im Rahmen städtischer Bauvorhaben konkrete Klimaanpassungsmaßnahmen umsetzen können, ist die neue Toolbox "Klimaanpassung im Stadtumbau". Mit insgesamt acht in verschiedenen deutschen Fallstudienstädten erprobten Werkzeugen und Prozessen versammelt sie eine Auswahl beispielhafter Anregungen für Infrastrukturmaßnahmen. Die Toolbox ist im Rahmen des Forschungsprojekts "Klimaresilienter Stadtumbau" entstanden, das unter anderem vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gefördert wird. Holzbau im Klimawandel: Holzbauten trotzen der Erderwärmung Gebäude aus Holz können den derzeit prognostizierten klimatischen Bedingungen der kommenden rund 100 Jahre standhalten. Das ist das Fazit einer aktuellen Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI). Demnach lassen die Änderungen des Klimas bis zum Jahr 2115 keine bauphysikalischen Schäden an Holzbauten erwarten. Für die zukünftige Bauplanung haben die Forschenden außerdem Empfehlungen zum Schutz vor Hitze, Holzschädlingen und Extremwetterereignissen wie Sturm und Starkregen entwickelt. Portalorgan Lunge − der Einfluss des Klimawandels auf tödliche Lungenerkrankungen Menschen mit Erkrankungen der Lunge reagieren besonders empfindlich auf direkte und indirekte Folgen des Klimawandels. Mediziner bezeichnen die Lunge daher auch als "Portalorgan" für die Auswirkungen von extremer Hitze oder Trockenheit. Der Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und einer höheren Sterblichkeit war Thema beim 22. Deutschen Lungentag in Potsdam. Eine Erderwärmung von einem Grad Celsius führe unter älteren Europäern zu einer Mortalitätssteigerung durch Lungenkrankheiten von 3,6 Prozent; unter Senioren seien es bis zu 6,4 Prozent. Mit Künstlicher Intelligenz vom Satellitenbild zum Trinkwasserkonzept Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wollen Bodeneigenschaften mittels einer Künstlichen Intelligenz und ohne Bodenproben bestimmen, um damit Trinkwasserkonzepte für Städte zu entwickeln. Dazu trainieren sie eine Künstliche Intelligenz, die allein aus Satelliten- und Luftbildern verlässliche Informationen über Faktoren wie Bodenfeuchte, Vegetation oder Bodenzusammensetzung etwa im Einzugsgebiet von Flüssen ermittelt. Besonders in Wassermangelregionen sind solche Informationen für die Umsetzung von Trinkwasserkonzepten in Städten unerlässlich. Investitionen in die Vorsorge vor Klimaschäden lohnen sich Weltweite Investitionen in die Klimafolgenanpassung in Höhe von 1,8 Billionen Dollar zwischen 2020 und 2030 könnten Nettogewinne von 7,1 Billionen Dollar generieren. Das rechnet die Globale Kommission für Anpassung in einer neuen Studie vor. Investitionen in Frühwarnsysteme, klimaresistente Infrastruktur, Trockenlandwirtschaft, Mangrovenschutz und Wasserressourcen könnten demnach künftige Verluste abfedern. Verringerte Risiken bei steigender Produktivität und Innovation sorgen darüber hinaus für wirtschaftliche Effekte. Hinzu kommen positive Folgen für Gesellschaft und Umwelt. UBA-Studie: Natürliche Regenwasserverdunstung hat großes Potential zur Kühlung in Stadt und Umland Die Nutzung von Regenwasser für die Verdunstungskühlung in Städten ist ein noch relativ neuer Ansatz bei der Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel. In drei Fallstudien hat das UBA untersucht, wie sich entsprechende Techniken und Verfahren auf Gebäude-, Quartiers- und Gesamtstadtebene auf das thermische Wohlbefinden von Menschen auswirken können und welche energetischen Einsparungen sich daraus potenziell ergeben. Darüber hinaus stellt das UBA Kommunen sowie dem Gesetzgeber verschiedene Handlungsempfehlungen zur Verfügung. EEA-Berichte zu nachhaltigem Wandel und EU-Landwirtschaft Die Europäische Umweltagentur (EEA) beschäftigt sich mit der Frage, wie sich gesellschaftlicher Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit politisch und praktisch umsetzen lässt. Ein neuer Bericht gibt verschiedene Anregungen zur erfolgreichen Koordinierung von Transitionsprozessen. In einem weiteren Papier prognostiziert die EEA negative Folgen für die EU-Landwirtschaft durch Klimaveränderungen und Extremwetterereignisse. Zwar rechnet sie mit besseren Ernten durch längere Vegetationsphasen im Norden. Unter dem Strich überwiegen jedoch Ertragsrückgänge anderswo. Leitfaden der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften: Wie sich Städte auf extreme Hitze vorbereiten können Ein neuer Ratgeber des Klimazentrums der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) soll Städten und Kommunen dabei helfen, die Folgen von Hitzewellen zu entschärfen. Laut IFRC gehören die Extremwetterereignisse zwar zu den tödlichsten überhaupt, sind aber voraussehbar. Unter anderem gibt das Dokument Hinweise zum Aufbau von Warnsystemen sowie zur gezielten Stärkung der Gesundheitssysteme. Auch zu den Themen Stadtplanung, Gebäude und Verkehr macht das Papier konkrete Vorschläge, die zu einem gesünderen Stadtklima beitragen können. Klimawandel bedroht genetische Vielfalt der europäischen Pflanzenwelt Viele europäische Pflanzenarten sind laut einer Studie unter Leitung des Max-Planck-Instituts (MPI) für Entwicklungsbiologie vom Klimawandel bedroht. Die Forschenden zeigten, dass nur wenige Exemplare der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) über die nötigen genetischen Voraussetzungen verfügen, um gegen die für Süd- und Südosteuropa prognostizierte Hitze und Trockenheit zu bestehen. Damit werde die genetische Vielfalt in diesen Gegenden deutlich schrumpfen. Der Befund lässt sich dem MPI zufolge sehr wahrscheinlich auf andere Pflanzenarten übertragen.
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Webseite | 28 |
Topic | Count |
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Lebewesen & Lebensräume | 72 |
Luft | 75 |
Mensch & Umwelt | 79 |
Wasser | 79 |
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