Viele energieintensive Verfahren wie zum Beispiel Schachtöfen, Hochöfen und Drehrohröfen müssen nach wie vor manuell geführt werden. Ursachen dafür sind, dass dort aufgrund vieler gleichzeitig ablaufender komplexer Prozesse vorhandene Modelle stark vereinfacht werden müssen, dass die Eingangsmaterialien unvollständig charakterisierbar sind und entscheidende innere Prozessgrößen nicht direkt messbar sind. So können Vorteile der zunehmenden Digitalisierung von Anlagen und Leittechnik nur unzureichend umgesetzt werden. Ziel des Vorhabens HyPro ist es, dieses Problem mit einem neuartigen hybriden Ansatz zu lösen. Dabei sollen statistische Modelle, analytische Modelle und erfahrungsbasierte Methoden in einem einheitlichen Werkzeug integriert werden. Hiermit werden die Vorteile aller einzelnen Methoden zur automatischen Bewertung der Betriebssituationen sowie zur Früherkennung und Verringerung von Prozessstörungen nutzbar. Dies ermöglicht neue Strategien der Prozessführung mit einer erhöhten Energieeffizienz.
Ressourcenschonung, Entlastung der Umwelt und Standortsicherung gewinnen im Wirtschaftsraum Deutschland immer mehr an Bedeutung. Für eine Vielzahl von Wirtschaftszweigen (Eisengießereien, Roheisenproduktion, etc.) besteht akuter Bedarf an Nachhaltigkeitsforschung, was die gleichzeitige Beachtung aller drei eingangs genannten Aspekte bedeutet. Der Sequenz-Impuls-Prozess besteht darin, neben einer kontinuierlichen Zuführung von technischem Sauerstoff bei Verbrennungsprozessen in Schmelzaggregaten noch zusätzlichen Sauerstoff in Sequenzen hoher Energiedichte dem kontinuierlichen Sauerstoffstrom zu überlagern. Im Rahmen des Verbundprojektes sollen die notwendigen Voraussetzungen erforscht und die Grundlagen erarbeitet werden, um durch konsequente Automatisierung sowohl die Prozesse der Industriepartner (Kupolöfen) als auch die Übertragbarkeit auf andere Industrien (Hochöfen) zu untersuchen. Im zu erwartenden Erfolgsfall hat die Industrie starkes Interesse am Einsatz des automatisierten Sequenz-Impuls-Prozesses bekundet. Der Sequenz-Impuls-Prozess wird dabei helfen, für die Vielzahl der Wirtschaftszweige die essentiell wichtigen Prozessabläufe nachhaltig und deutlich zu verbessern. Durch dieses Verfahren können die spezifischen Koks- und O2-Verbräuche gesenkt werden. Gleichzeitig erhöht sich die Leistung der Öfen.