<p>Soziale Fragen gewinnen in der Umweltpolitik immer stärker an Bedeutung. Es besteht dringender Bedarf, die Umweltpolitik sozialverträglich zu gestalten und für mehr ökologische Gerechtigkeit zu sorgen.</p><p>Seit einigen Jahren gewinnt das Spannungsfeld zwischen Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit für die Gestaltung von Umweltpolitik zunehmend an Bedeutung. Viele Menschen befürchten, dass ambitionierte umwelt- und klimapolitische Maßnahmen zu großen finanziellen Belastungen führen. Die regelmäßigen Repräsentativumfragen von Bundesumweltministerium und UBA zum „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/umweltbewusstsein-in-deutschland">Umweltbewusstsein in Deutschland</a>” zeigen, dass solche Befürchtungen in Deutschland in allen soziokulturellen Milieus bestehen.<br><br>Eine ambitionierte Umwelt- und Klimapolitik bietet große Chancen, existierende soziale Ungleichheit zu verringern, wenn sie Umweltbelastungen und Klimawandelfolgen reduziert. Zahlreiche Studien zeigen, dass ärmere Menschen häufig in einer stärker belasteten Umwelt leben und auch häufiger von Klimawandelfolgen, etwa <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/h?tag=Hitzestress#alphabar">Hitzestress</a> , betroffen sind. Daraus entstehen erhebliche gesundheitlich bedingte Folgekosten, die von der Gesamtgesellschaft getragen werden müssen.<br><br>Eine ambitionierte Umweltpolitik hat damit auf der einen Seite einen klaren volkswirtschaftlichen Nutzen. Auf der anderen Seite bedeutet dies auch, dass ärmere Bevölkerungsgruppen von einer anspruchsvollen Umweltpolitik überdurchschnittlich profitieren können.</p><p>Zunehmend werden Umweltschutzinstrumente erforderlich, die verursacherorientiert wirken. Diese Maßnahmen bringen Belastungen für private Haushalte mit sich, sofern sie darauf nicht mit Anpassungsverhalten und Anpassungsinvestitionen reagieren können. Das kann der Fall sein, weil ihnen die finanziellen Mittel für Investitionen fehlen, sie nicht über die entsprechenden Entscheidungsbefugnisse verfügen oder ihnen das erforderliche Wissen fehlt.<br><br>Wenn Umweltpolitik die Kosten für zentrale Bedürfnisse wie Wohnen, Ernährung oder Mobilität erhöht, kann sie soziale Ungleichheit auch verschärfen und ihre politische Legitimation gefährden. Die Bürger*innen werden die Umwelt- und Klimapolitik nur unterstützen, wenn sie die Maßnahmen als nützlich und gerecht wahrnehmen und an ihrer Gestaltung teilhaben können.<br><br>Daraus ergibt sich ein klarer Auftrag für eine sozialverträgliche Gestaltung von Umweltpolitik. Der aus umweltpolitischer Sicht langfristig effektivste Ansatz dafür ist eine zielgruppengenaue Stärkung der Handlungsspielräume privater Haushalte für nachhaltige Konsum- und Lebensweisen.<br><br>Dabei sollten ihre jeweiligen Handlungsbeschränkungen beachtet werden. So kann etwa ein geringes Einkommen den Handlungsspielraum für Investitionen in effiziente Geräte, die energetische Sanierung von Wohnraum oder den Heizungstausch massiv einschränken. Auch mangelnde Entscheidungsbefugnisse über Sanierungsmaßnahmen bei Mieter*innen verengen die Anpassungsspielräume der Haushalte.</p><p>Ebenso können fehlende Infrastrukturen den Umstieg auf weniger umweltschädliche Formen der Bedürfnisbefriedigung erschweren –etwa die mangelnde Verfügbarkeit attraktiver ÖPNV-Angebote im ländlichen Raum. Ein Mangel an oder widersprüchliche Informationen können ebenfalls die Handlungsfähigkeit einschränken. Das zeigt sich beispielhaft bei der Herausforderung, sich nicht nur gesundheitsförderlich, sondern auch ökologisch-nachhaltig zu ernähren.<br><br>Umweltpolitik sozialverträglich zu gestalten, heißt also, Verbraucher*innen Veränderungen zu ermöglichen. So sollte zum Beispiel auch der Abbau umweltschädlicher Subventionen und die Internalisierung externer Umweltkosten durch Umweltsteuern schrittweise erfolgen, so dass den Betroffenen ausreichend Zeit zur Anpassung bleibt. Ergänzend sind zielgruppengenaue Förderprogramme und bedarfsgenaue Beratung notwendig. Sie können Anpassungshemmnisse gezielt adressieren, Handlungsoptionen aufzeigen und somit unzumutbare Belastungen für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen vermeiden.<br><br>Aktuell besteht noch großer Forschungsbedarf, welche konkreten Unterstützungsmaßnahmen diese Herausforderungen effektiv adressieren können. Diese müssen spezifisch genug sein, um die zentralen „Lock-in“-Effekte zu adressieren, jene Hemmnisse also, die Haushalte strukturell in nicht-nachhaltigen Konsum- und Lebensweisen „gefangen“ halten.<br><br>Diese Anforderungen an die Gestaltung einer sozialverträglichen Umweltpolitik erfordern ein hohes Maß an Koordination und Kooperation zwischen gesellschaftlichen Akteuren. Der Austausch zwischen ökologischen und sozialen Akteuren kann hier Perspektivwechsel ermöglichen, um Spannungsfelder frühzeitig zu erkennen und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. So ließe sich auch die gesellschaftliche Akzeptanz und die Wirksamkeit von Umweltpolitik erhöhen.</p><p> </p>
Zielsetzung: Wasserstoff als Energieträger ist für die Energiewende unverzichtbar. Allerdings ist aktuell im ländlichen Raum noch keine Infrastruktur zur Nutzung des Wasserstoffs vorhanden. Eine Nutzung von Wasserstoff über die Methaniserung könnte daher perspektivisch sinnvoll sein: Der wirtschaftliche Ertrag von Biogasanlagen kann gesteigert werden, wenn das im Rohbiogas enthaltene Kohlenstoffdioxid mit Wasserstoff, der zu Zeiten niedriger Strompreise hergestellt wird, methanisiert wird. Dies gilt insbesondere, wenn in Biogasanlagen Wirtschaftsdünger eingesetzt wird. Die Methanisierung erfolgt dabei mit elektrolytisch hergestelltem Wasserstoff. Für Biogasanlagenbetreiber würde sich ein neues ergänzendes Geschäftsmodell Post-EEG ergeben. Die Methanisierung von Wasserstoff ist aktuell noch sehr investitions- und betriebskostenintensiv. Im abgeschlossenen, von der EU im Rahmen von Horizon 2020 geförderten STORE&GO - Projekt wurden von 27 Partnern die Möglichkeiten und die Perspektiven der Methanisierung untersucht, praktische Erfahrungen wurden an 3 verschiedenen Standorten mit großen Pilotanlagen gewonnen. Keiner der untersuchten Prozesse wurde in der Nationalen Wasserstoffstrategie aufgenommen. Auch in der Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie 2023 wird die Methanisierung nicht explizit erwähnt, wohl aber die Bedeutung von Biomethan. Zwei neuartige Verfahren könnten der biologischen Methanisierung doch noch zur Bedeutung verhelfen: das Rieselbettverfahren und das Gegenstrom-Blasensäulenverfahren. In einem Vorläuferprojekt der DBU (Projekt 34179/01) wurde in einer Pilotanlage das große Potential des Gegenstrom-Blasensäulenverfahrens aufgezeigt, jedoch konnten die Grenzen des Verfahrens im Rahmen des damaligen Projektes nicht ermittelt werden. In dem jetzigen Projekt sollen jetzt die Mindest-Reaktorgrößen und der Energiebedarf des Verfahrens erarbeitet werden. Im Vorläuferprojekt hatte sich nämlich gezeigt, dass der biologische Umsatz nicht limitierend ist, der 'Enhancementfaktor', die Verbesserung des Stoffübergangs des Wasserstoffs in der Blasensäule durch die biologischen Wasserstoffabbau, ist viel größer als zunächst vermutet. Ziel des Vorhabens ist daher, zunächst die Grenzen des Gegenstrom-Blasensäulenverfahrens aufzuzeigen und mögliche weitere Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Darüber hinaus soll erarbeitet werden, unter welchen Rahmenbedingungen das Verfahren wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann.
Die Idee des Vorhabens ist es, für kleinere ländlich geprägte Gemeinden komplexe, aber gleichzeitig überschaubare Lösungsansätze aufzuzeigen und zu erproben, um daraus umsetzbare und bezahlbare Handlungsoptionen für Energieeinsparungen, den effizienten Energieeinsatz und den Einbezug von Erneuerbaren Energien abzuleiten. Dabei wird die effiziente Wärme-, Strom- und Gasversorgung unter Einbeziehung erneuerbarer Quellen im Mittelpunkt stehen. Im Rahmen dieser Entwicklungen möchte das Fraunhofer IOSB-AST folgende Ziele erreichen: - Entwicklung von Referenzmodellen für ländliche Infrastrukturen - Umsetzung von Optimierungsmodelle/Simulationsmodelle und deren Bewertung anhand von Kennzahlen - Erstellung allgemeiner/einfacher Modelle von Betriebsmitteln - Definition und Implementierung von Schnittstellen zu Komponenten des Gesamtsystems - Entwicklung und Bewertung von Prozesse zur Unterstützung des Gesamtsystems Die Aufgabenstellungen des Fraunhofer IOSB-AST definieren sich wie folgt: - Entwicklung von Modellen zur Unterstützung des Entscheidungsprozess von Kommunen in Bezug auf die Steigerung der Energieeffizienz - Umsetzung von Modellen zur Technologieauswahl - Entwicklung eines Konzeptes zur Integration der Modelle in das Gesamtsystem (Entwicklungs- und Moderationsmodell) sowie - Umsetzung des Konzeptes und Bewertung der Technologieszenarien für die Kommunen.
In den letzten Jahren waren in Sachsen-Anhalt verstärkt Extremwetterereignisse in Form von Starkregen bzw. Sturzflut en und starkem Wind zu verzeichnen. Die dadurch verursachten Bodenabträge, Staubverwehungen und lokalen Überschwemmungen haben regional zu großen Schäden an privatem Eigentum, in der Landwirtschaft sowie an der kommunalen und ländlichen Infrastruktur geführt. Mit solchen Ereignissen ist auch zukünftig und aufgrund des Klimawandels vermutlich sogar häufiger zu rechnen. Deshalb besteht Handlungsbedarf in der Gefahrenvorsorge. Der Beratungsleitfaden Bodenerosion und Sturzfluten verfolgt das Ziel, zu einer Verbesserung des Rückhalts der Niederschläge in der Landschaft und des Bodenmaterials auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche beizutragen, so dass insbesondere im Siedlungsbereich die Folgekosten möglichst geringgehalten werden können. bietet eine Hilfestellung für eine standort- und situationsgerechte Risikoanalyse und die Ableitung von abgestimmten, geeigneten Vorsorgemaßnahmen mit möglichst einfachen Mitteln. informiert über mögliche Schutzmaßnahmen zur Verhinderung von Bodenerosion und zum Schutz vor Schäden durch Sturzfluten im Außenbereich und Innenbereich von Ortschaften. benennt zuständige Bodenschutzbehörden und untere Wasserbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt als Ansprechpartner für weiteren Beratungsbedarf. Zielgruppe Der Leitfaden verfolgt insbesondere das Ziel, Landwirte, Bürgerinnen und Bürger (insbesondere Gebäudeeigentümer) sowie Kommunalverwaltung im ländlichen Raum für Risiken durch Bodenerosion und Sturzflut en zu sensibilisieren und über Schutzmaßnahmen zu informieren. Der Leitfaden wurde für Sachsen-Anhalt entwickelt, ist aber auch auf andere Bundesländer übertragbar. Wissenschaftlicher Hintergrund Die Landesregierung Sachsen-Anhalt hat ein Erosionsschutzkonzept für den ländlichen Raum beschlossen, das schrittweise umgesetzt wird. Dazu gehören insbesondere eine Risikoanalyse, die Information über Gefahren, Vorsorgemöglichkeiten und Vorsorgepflichten sowie die Unterstützung der Umsetzung durch Rechts-, Planungs- und Förderinstrumente. In diesem Zusammenhang wurde dieser Leitfaden in einem vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung ländlicher Gebiete geförderten Projekt entwickelt.
Das diesjährige Diskussionsforum Raumentwicklung eröffnete Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär (PSt) beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat. Mit Blick auf die Grundlage für Heimatstrategien betonte PSt Wanderwitz die Notwendigkeit Regionalitäten zu stärken und Identitäten zu betonen. Er wies auf einen differenzierten Umgang mit Begrifflichkeiten hin und mahnte, dass diese geschärft werden müssen. Als gutes Beispiel unterscheide z.B. das Land Sachsen bei der Landesentwicklung u.a. zwischen „Ländlichem Raum“ sowie „Verdichteten Bereichen im ländlichen Raum“. Als wichtige Aktivität der Bundesregierung wurde die seit 16.09.2018 tagende „ Kommission Gleichwertige Lebensverhältnisse “ unter Vorsitz des Bundesministers des Innern, für Bau und Heimat und unter Beteiligung aller Länder hervorgehoben. Die Arbeitsgruppenberichte der Kommission sollen bis 02.05.2019 vorliegen und vor der Sommerpause zusammengefügt werden. Für eine verbesserte Daseinsvorsorge solle der Fokus bundespolitischer Aktivitäten zukünftig verstärkt auf kleinere und mittlere Kommunen, als wichtige lokale und regionale Ankerpunkte für Bildung, Gesundheit, Teilhabe, Erreichbarkeit, Mobilität, Digitalisierung etc., gelegt werden. Hierfür könne das Programm der Städtebauförderung „Kleinere Städte und Gemeinden“ in Richtung 2020 neu justiert warden. Es stelle sich generell die Frage, wie die Gewichtung der Städtebauförderung auf die Programme gelegt werden kann - es sei vorstellbar hierbei die Revitalisierung von Ortskernen zu stabilisieren. Die Nachfrage aus dem Publikum, wie Gleichwertigkeit messbar sei und ob die Kommission sich in diesem Punkt geeinigt hätte, wurde verneint. Eine weitere Publikumsfrage kritisierte die bundespolitische Herangehensweise um fehlende Dezentralisierungsaspekte wie Anreize für den Umzug in den ländlichen Raum. Dieser Hinweis wurde im Folgebeitrag von Frau Univ.-Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß, Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung der TU Kaiserslautern, in den Thesen zur Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen, aufgegriffen. Es bedürfe eines Regional- und Demographiemanagement-Programms des Bundes, wozu auch die Dezentralisierung öffentlicher Einrichtungen auf Landesebene gehöre. Eine weitere These riet, Privatisierung u.a. von Telestrukturen zu minimieren und über die Vergabe von 5G-Lizenzen einen stärkeren Wettbewerb zu generieren, denn die Digitalisierung ist wesentlich für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Im Folgebeitrag fokussierte Prof. Dr. János Brenner, Baudirektor im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Berlin, Stellschrauben bei Förderungen für gleichwertigere Lebensverhältnisse. Hierzu gehörten die verschiedenen Dorferneuerungsprogramme der Länder und die seit 2010 bestehende "Initiative Ländliche Infrastruktur" des Bundesbauministeriums. Das Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ der Städtebauförderung böte weitere Anknüpfungspunkte wobei die Konkretisierung der Verwaltungsvereinbarung in den Händen der Länder liege und ein flexibler Umgang hiermit erwünscht wäre. An diesem Punkt stelle sich jedoch die Frage, was eine sinnvolle Abgrenzung von Städtebauförderung und Dorferneuerung sei, um ein Aufweichen der Zielvorstellungen zu vermeiden. Prof. Brenner erwähnte erste gemeinsame Überlegungen von BMEL und BMI zu einer möglichen Förderung von Impulsen für die Regionalentwicklung.
Im neuen Baukulturbericht geht es u.a. um die Gestaltung lebenswerter Orte, die Integration von Energieproduktion und Infrastruktur in Landschaften und Ortsbilder sowie die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Ortsentwicklung Der neue Baukulturbericht fokussiert auf die baukulturellen Leitbilder der Klein- und Mittelstädte und der ländlichen Räume. In den drei Schwerpunkten „Vitale Gemeinden“, „Infrastruktur und Landschaft“ und „Planungskultur und Prozessqualität“ werden wesentliche Aspekte aufgezeigt, die die Perspektiven dieser Räume ausmachen. Dabei geht es u.a. um die Gestaltung lebenswerter Orte, die Integration von Energieproduktion und Infrastruktur in Landschaften und Ortsbilder sowie die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Ortsentwicklung. Gespiegelt werden diese Aspekte vor dem Hintergrund der besonderen Herausforderungen im Kontext von Stadt-Umland-Beziehungen, aus der Sicht peripherer Räume und vor dem Hintergrund sich unterscheidender Dynamiken von Wachstum bzw. Zuzug und Schrumpfung. Bestandteil des Berichts ist eine Kommunalumfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik bei über 2.600 Landgemeinden, Klein- und Mittelstädten sowie 26 Landkreisen, in deren Mittelpunkt das Planungs- und Baugeschehen vor Ort stand. Der Baukulturbericht wurde auf dem Konvent der Baukultur vom 3. bis 5. November 2016 in Potsdam erstmals der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt. Der neue Baukulturbericht fokussiert auf die baukulturellen Leitbilder der Klein- und Mittelstädte und der ländlichen Räume. In den drei Schwerpunkten „Vitale Gemeinden“, „Infrastruktur und Landschaft“ und „Planungskultur und Prozessqualität“ werden wesentliche Aspekte aufgezeigt, die die Perspektiven dieser Räume ausmachen. Dabei geht es u.a. um die Gestaltung lebenswerter Orte, die Integration von Energieproduktion und Infrastruktur in Landschaften und Ortsbilder sowie die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Ortsentwicklung. Gespiegelt werden diese Aspekte vor dem Hintergrund der besonderen Herausforderungen im Kontext von Stadt-Umland-Beziehungen, aus der Sicht peripherer Räume und vor dem Hintergrund sich unterscheidender Dynamiken von Wachstum bzw. Zuzug und Schrumpfung. Bestandteil des Berichts ist eine Kommunalumfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik bei über 2.600 Landgemeinden, Klein- und Mittelstädten sowie 26 Landkreisen, in deren Mittelpunkt das Planungs- und Baugeschehen vor Ort stand. Der Baukulturbericht wurde auf dem Konvent der Baukultur vom 3. bis 5. November 2016 in Potsdam erstmals der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt. Download Baukulturbericht 2016/17 Download Baukulturbericht 2016/17
Die Hochschule Kempten (HKE) ist innerhalb des Verbundvorhabens econnect- Germany im sog. Hub Allgäu mit den Partnern AÜW, SoloPlan und msr-Office an der Entwicklung von Steuermodulen für die IKT- Systeme der e-Flotte beteiligt. Das bereits im abgeschlossenen Projekt ee-tour entwickelte Kommunikationssystem des CarPC wird dabei verfeinert und außerdem auf technologisch etwas reduzierten aber deutlich kostengünstigeren Basissystemen neu verwirklicht. Damit wird ein Schritt in Richtung einer zukünftigen Serienfertigung vollzogen. Darüber hinaus wird an der HKE eine Applikation entwickelt, die ein verbessertes Routing der Nutzer der e-Flotte ermöglicht und somit eine Erleichterung bei dem durch die geringeren Reichweiten der Batterien eingeschränkten Komfort im Vergleich mit konventionellen Fahrzeugen versucht. Die in ee-tour an der HKE aufgebaute Flotte von 30 Elektrofahrzeugen wird in dem Projekt im Einsatz gehalten und für die verschiedenen Datenerhebungen eingesetzt. Alle Messdaten werden auf den Server der Leitstelle übertragen. Dabei wird eine einheitliche Plattform angelegt, um auch Fahrzeugen anderer Modellregionen für ihre Ergebnisauswertung eine größere Grundmenge an Datensätzen anzubieten und ihnen einen erhöhten Erkenntnisgewinn zu ermöglichen. Im ihrem Teilprojekt verfolgt die HKE weiterhin das Ziel den Markt der Elektromobilität über den touristischen Ansatz hinaus zu erforschen und ihn weiter zu entwickeln. Dazu werden aufbauend zu den bereits geschaffenen Strukturen Angebote erarbeitet und gezielt in die Verkehrssysteme integriert. Durch den Einsatz der Flotte werden die Angebote umgehend in Ergebnisse umgesetzt und bewertet. Die Einbeziehung von Kommunen und Unternehmen und die Erarbeitung von Potentialen und Strukturen in der Region stehen im Vordergrund des Projektes. Handlungsfelder werden sowohl vom Wirtschaftssektor her als auch regional definiert und Netzwerke in der Region identifiziert bzw. aufgebaut, um tragfähige Angebote aus den geeigneten Verkehrsträgern, den E-Mobilitäts-Anbietern, Forschungseinrichtungen und Kommunen bzw. anderen Nutzern zu bilden. Das Allgäu stellt als große Tourismusregion, bedingt durch seine ländliche Infrastruktur, bergige Topographie und klimatischen Bedingungen hohe Ansprüche an Umweltschutz und individuelle Mobilität. Die bisherigen Ansätze im Projekt 'eE-Tour Allgäu' haben gezeigt, dass Elektromobilität auch in ländlichen Regionen sehr erfolgreich umgesetzt werden kann. Daher werden weitere Konzepte entwickelt und auf wirtschaftliche Tragfähigkeit hin geprüft.
In der Diskussion um die Zukunft und Entwicklungsperspektiven ländlicher Räume steht die Schaffung, Sicherung und Erhaltung von Infrastrukturen und Dienstleistungen der Daseinsvorsorge im Vordergrund. Das 'Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge' unterstützt 21 ausgewählte Modellregionen in ländlichen Räumen Deutschlands dabei, sich den infrastrukturellen Herausforderungen des demografischen Wandels zu stellen. Die Gefährdung von Einrichtungen der Daseinsvorsorge insbesondere im Zuge des Rückgangs der Bevölkerungszahlen ist dabei nicht nur in den ländlichen Räumen der Bundesrepublik ein Thema - europaweit sind Regionen davon betroffen. Beispiele hierfür sind die dünn besiedelten Regionen Skandinaviens oder die abgelegenen Talschaften des Alpenraums, wo aufgrund der anhaltenden 'Landflucht' die Gewährleistung einer Grundversorgung für die verbleibende Bevölkerung eine besondere Herausforderung darstellt. Im Sinne eines Wissens- und Erfahrungsaustausches stellt es einen Mehrwert dar, wenn sich Verantwortungsträger aus verschiedenen von dieser Problematik betroffenen Regionen Europas über die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich der Grundversorgung sowie erforderliche und bereits angewandte Projekte und Strategien austauschen. Kenntnisse über Best-Practice-Beispiele können die Suche nach geeigneten Vorgehensweisen vor Ort erleichtern. Ziel des Projektes 'Internationale Erfahrungen' im Rahmen des 'Aktionsprogramms regionale Daseinsvorsorge' ist die Organisation und Durchführung eines Austauschs zwischen deutschen Modellregionen und europäischen Partnerregionen. Als europäische Partnerregionen eignen sich v. a. solche ländlichen Regionen, die sich durch innovative Ansätze zur Gewährleistung der Daseinsvorsorge auszeichnen und eine integrierte Infrastrukturpolitik betreiben. Der unmittelbare Austausch zwischen den Modellregionen und den europäischen Partnerregionen wird im Rahmen eines Austauschprogramms insbesondere in Form von Workshops im Rahmen von Veranstaltungen des 'Aktionsprogramms regionale Daseinsvorsorge' sowie durch Fachexkursionen in europäische Partnerregionen organisiert. Interessante Beispiele aus europäischen Regionen im Alpenraum sowie aus Skandinavien werden in Form von Regionalportraits dokumentiert. In diesen werden neben der strukturellen Ausgangssituation die innovativen Ansätze der Daseinsvorsorge u.a. mit einem Blick auf Betrieb, Management, Organisation und Kooperationsformen der Einrichtungen dargestellt. Ein wesentliches Ziel des Projekts ist die Organisation von Exkursionen in zwei bis drei ausgewählte europäische Partnerregionen, an denen Vertreter der deutschen Modellregionen teilnehmen und innovative Ansätze zur Sicherung der Daseinsvorsorge in den Partnerregionen selber begutachten und mit den Verantwortlichen vor Ort diskutieren können. usw.
While urban Indonesia is almost completely electrified, two-thirds of the rural population still lack access to electricity. In many cases, the mountainous rural areas are difficult to access and sparsely populated implying high investment costs for infrastructure extension. Against this background the German International Cooperation (GIZ) supports the implementation of micro hydro plants (MHP) in rural communities to supply the population with decentralized electricity. During its first project phase between 2006 and 2009, GIZ has supported the construction of 96 MHPs on two of the five main islands of Indonesia, Sulawesi and Sumatra. These activities have been funded as part of the Dutch-German Energy Partnership Energising Development (EnDev), an output-oriented programme that aims at providing modern energy to 6.1 million people in 21 countries. In a second project phase starting in 2010 (EnDev II), more than 200 micro-hydro schemes are planned to be supported. RWI has been assigned to assess the socio-economic impacts of electrification through MHP on household level through both a cross-sectional and a difference in differences approach. For this purpose, 800 households were interviewed in a first survey wave in September and November 2010. Half of them are located in 20 EnDev II villages that only got connected to an MHP after data collection. The remainder of the sample has already been using electricity at that time from a working micro hydro scheme supported within EnDev I. The second survey wave is scheduled for autumn 2012. The cross-sectional arm of the study allowed for gauging the impacts of the connection to an MHP already after the first wave at the end of 2010. For the electrified, hence, treated EnDev I households, comparable EnDev II households have been used as controls. Having follow-up data at hand at the end of 2012, difference in differences estimators can be applied to more rigorously assess the impacts of the connection to an MHP. In this approach, the EnDev I households already connected in 2010 and still connected in 2012 will serve as a reference group for the EnDev II households who got treated between the 2010 and 2012 survey. This prevents that changes induced by external influences (e.g. general economic development) are falsely ascribed to the treatment. For the reference group of EnDev II households it was found in 2010 that an important share already used 'pre-electrification' sources like generators or very simple traditional waterwheels - so called kincirs. The impact assessment will therefore not only illustrate the change from traditional energy sources like kerosene to electricity but also deliver impact findings on using a modern electricity source in comparison to pre-electrification sources that tend to be either costly and dirty (generators), or unstable and weak (kincir).
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 20 |
| Europa | 1 |
| Land | 13 |
| Weitere | 12 |
| Wissenschaft | 3 |
| Zivilgesellschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 17 |
| Text | 17 |
| Umweltprüfung | 3 |
| unbekannt | 6 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 26 |
| Offen | 18 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 40 |
| Englisch | 8 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 1 |
| Dokument | 7 |
| Keine | 19 |
| Unbekannt | 3 |
| Webseite | 15 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 30 |
| Lebewesen und Lebensräume | 42 |
| Luft | 18 |
| Mensch und Umwelt | 44 |
| Wasser | 21 |
| Weitere | 44 |