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Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis Inhaltsübersicht Teil 1 Allgemeine Bestimmungen §  1 Anwendungsbereich §  2 Begriffsbestimmungen Teil 2 Nachhaltigkeitsanforderungen §  3 Anforderungen für die Vergütung §  4 Anforderungen an landwirtschaftliche Biomasse §  5 Anforderungen an forstwirtschaftliche Biomasse §  6 Treibhausgaseinsparung Teil 3 Nachweis Abschnitt 1 Allgemeine Bestimmungen §  7 Nachweis über die Erfüllung der Anforderungen für die Vergütung §  8 Weitere Nachweise §  9 Übermittlung der Nachweise an die zuständige Behörde Abschnitt 2 Nachhaltigkeitsnachweise § 10 Anerkannte Nachweise § 11 Ausstellung von Nachhaltigkeitsnachweisen § 12 Ausstellung auf Grund von Massenbilanzsystemen § 13 Lieferung auf Grund von Massenbilanzsystemen § 14 Inhalt und Form der Nachhaltigkeitsnachweise § 15 Folgen fehlender oder nicht ausreichender Angaben § 16 Anerkannte Nachhaltigkeitsnachweise auf Grund der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung § 17 Weitere anerkannte Nachhaltigkeitsnachweise § 18 Nachhaltigkeits-Teilnachweise § 19 Unwirksamkeit von Nachhaltigkeitsnachweisen Abschnitt 3 Zertifikate für Schnittstellen und Lieferanten § 20 Anerkannte Zertifikate § 21 Ausstellung von Zertifikaten § 22 Inhalt der Zertifikate § 23 Folgen fehlender Angaben § 24 Gültigkeit der Zertifikate § 25 Anerkannte Zertifikate auf Grund der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung § 26 Weitere anerkannte Zertifikate Abschnitt 4 Zertifizierungsstellen Unterabschnitt 1 Anerkennung von Zertifizierungsstellen § 27 Anerkannte Zertifizierungsstellen § 28 Anerkennung von Zertifizierungsstellen § 29 Verfahren zur Anerkennung von Zertifizierungsstellen § 30 Inhalt der Anerkennung § 31 Erlöschen der Anerkennung § 32 Widerruf der Anerkennung Unterabschnitt 2 Aufgaben der Zertifizierungsstellen § 33 Führen von Verzeichnissen § 34 Kontrolle der Schnittstellen und Lieferanten § 35 Kontrolle des Anbaus § 36 Kontrolle der Entstehungsbetriebe von Abfällen und Reststoffen § 37 Mitteilungen und Berichte über Kontrollen § 38 Weitere Berichte und Mitteilungen § 39 Aufbewahrung, Umgang mit Informationen Unterabschnitt 3 Überwachung von Zertifizierungsstellen § 40 Kontrollen und Maßnahmen Unterabschnitt 4 Weitere anerkannte Zertifizierungsstellen § 41 Anerkannte Zertifizierungsstellen auf Grund der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung § 42 Weitere anerkannte Zertifizierungsstellen Unterabschnitt 5 Vorläufige Anerkennung § 43 Vorläufige Anerkennung von Zertifizierungsstellen Teil 4 Zentrales Register § 44 Register Biostrom § 45 Datenabgleich § 46 Maßnahmen der zuständigen Behörde Teil 5 Datenverarbeitung, Berichtspflichten, behördliches Verfahren § 47 Auskunftsrecht der zuständigen Behörde § 48 Berichtspflicht der zuständigen Behörde § 49 Datenübermittlung § 50 Zuständigkeit § 51 Verfahren vor der zuständigen Behörde § 52 Muster und Vordrucke § 53 Informationsaustausch Teil 6 Ordnungswidrigkeiten § 54 Ordnungswidrigkeiten Teil 7 Übergangs- und Schlussbestimmungen § 55 Übergangsbestimmung

Feste Brennstoffe

Brennstoffe werden zur Wärmegewinnung eingesetzt und dienen der Erzeugung von elektrischem Strom im Dampfkraftwerk. Die Landwirtschaft verfügt über ein großes Potenzial an energetisch nutzbarer fester Biomasse. Das sind zum einen Getreidestroh, Grünland- und Landschaftspflegeaufwüchse zum anderen Energiepflanzen (Getreidekorn, Miscanthus, Schnellwachsende Baumarten), die gezielt angebaut werden. Im Zuge des weiteren Preisanstieges für fossile Energieträger und im Interesse der Umweltschonung (Klimawandel) gewinnen diese nachhaltigen Ressourcen zunehmend an Bedeutung.

Ein wichtiger Baustein für den Moorschutz

Oldenburg . Wie sieht der Moorschutz der Zukunft aus? Diese Frage wurde auf dem Oldenburger Campus der Jade Hochschule bei der Abschlussveranstaltung des Moorschutz-Projektes „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ am 29. Juni 2023 intensiv diskutiert. Mehr als 160 Personen waren mit dabei. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer sagte in einem Videogrußwort: „Die Paludikultur wird als moorschonende Form der Landwirtschaft in Zukunft ein wichtiger Baustein beim Moorschutz sein. Denn der Moorschutz hat für Niedersachsen eine ganz zentrale Bedeutung: Moore spielen sowohl als Wasserspeicher, für die Grundwasserneubildung und Filterung eine wichtige Rolle als auch für den natürlichen Klima- und den Artenschutz. Intakte Moore sind unsere Superhelden der Natur, denn sie speichern Unmengen an CO2, kühlen als Wasserspeicher und sind Naturparadiese für bedrohte Arten.“ Wie sieht der Moorschutz der Zukunft aus? Diese Frage wurde auf dem Oldenburger Campus der Jade Hochschule bei der Abschlussveranstaltung des Moorschutz-Projektes „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ am 29. Juni 2023 intensiv diskutiert. Mehr als 160 Personen waren mit dabei. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer sagte in einem Videogrußwort: „Die Paludikultur wird als moorschonende Form der Landwirtschaft in Zukunft ein wichtiger Baustein beim Moorschutz sein. Denn der Moorschutz hat für Niedersachsen eine ganz zentrale Bedeutung: Moore spielen sowohl als Wasserspeicher, für die Grundwasserneubildung und Filterung eine wichtige Rolle als auch für den natürlichen Klima- und den Artenschutz. Intakte Moore sind unsere Superhelden der Natur, denn sie speichern Unmengen an CO2, kühlen als Wasserspeicher und sind Naturparadiese für bedrohte Arten.“ In dem von Dezember 2019 bis Juni 2023 laufenden Projekt wurden Produktketten und Ökosystemleistungen durch nachhaltige Anbaukonzepte von Rohrkolben und Schilf auf wiedervernässten organischen Böden („Paludikultur“) entwickelt und untersucht. Hierfür wurden die ersten niedersächsischen Forschungspolder für Niedermoor-Paludikulturen mit Breitblättrigem ( Typha latifolia) und Schmalblättrigem Rohrkolben ( Typha angustifolia) sowie Schilf ( Phragmites australis) im Praxismaßstab eingerichtet. Seit 2021 führen das Thünen Institut für Agrarklimaschutz, die Leibniz-Universität Hannover, die Universität Trier und das Julius-Kühn-Institut auf den Flächen ein wissenschaftliches Monitoring durch. Ermöglicht wurde das vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und dem 3N Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe e.V. koordinierte Projekt durch die Förderung mit Mitteln des Landes Niedersachsen und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen der KliMo-Richtlinie (Klimaschutz durch Moorentwicklung). Neun Projektpartner haben das Vorhaben gemeinsam durchgeführt und berichteten auf der Abschlusstagung, die gemeinsam vom 3N Kompetenzzentrum und dem NLWKN organisiert wurde, über die Projektergebnisse. Prof. Dr.-Ing. Manfred Weisensee, Präsident der Jade Hochschule, hob als Gastgeber hervor, dass nachhaltige Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen eine zunehmende Rolle spielten. Gleichzeitig betonte er den innovativen Charakter von neuen Baustoff- und Dämmmaterialien aus Rohrkolben. Wilhelm Rohlfs von der NLWKN-Betriebsstelle Stade hat die gesamte Planung beider Forschungspolder einschließlich der Bauüberwachung durchgeführt. In seinem Vortrag berichtete er über seine Erfahrungen und Handlungsvorschläge, wie Landkreise, Kommunen und Verbände den Anbau von Rohrkolben und Schilf sowie anderen Paludikulturen in Zukunft steuern und umsetzen können. Dr. Doreen Koltermann vom Julius-Kühn-Institut stellte Ergebnisse zu pflanzenbaulichen Fragen vor. Für Rohrkolben und Schilf wurde nachgewiesen, dass durch einen konstanten Überstau von 10 Zentimeter im Vergleich zum Wasserstand von 10 Zentimeter unter Flur der Biomasse-Ertrag um etwa 30 Prozent gesteigert werden kann. Felix Zitzmann von der Leibniz-Universität Hannover ging auf die Bedeutung von Niedermoor-Paludikulturen als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt ein und gab Hinweise, wie die Kulturen möglichst biodiversitätsfördernd angelegt und bewirtschaftet werden können. Niedermoor-Paludikulturen können einen wasserreinigenden Effekt haben. Allerdings gibt es auch hierzu viel zu wenige Kenntnisse. Prof. Dr. Sören Thiele-Bruhn und sein Team von der Universität Trier konnten den Filtereffekt bei Pharmazeutika nachweisen. Das primäre Ziel bei der Umnutzung von entwässerten landwirtschaftlichen Flächen hin zu einer nassen Landnutzung mit Paludikultur sind Klimaschutzaspekte. Tatsächlich gibt es bisher nur wenige Daten, mit denen sich eine Treibhausgasemissionsminderung quantifizieren lässt. Deshalb hat die Forschungsgruppe um Dr. Bärbel Tiemeyer vom Thünen-Institut für Agrarklimaschutz ein entsprechendes Messprogramm aufgelegt. Den ersten Ergebnissen zufolge ist auf den untersuchten Versuchspoldern die CO2-Aufnahme höher und die Methan-Abgabe niedriger als bisher angenommen. Rohrkolben- und Schilfbestände könnten – zumindest in der Etablierungsphase – sogar Treibhausgassenken sein. Gegenüber der Referenzfläche, einem extensiv bewirtschafteten Grünland, wurden die Treibhausgas­emissionen im Versuchszeitraum im Mittel um mehr als 40 Tonnen CO2-Äquivalente pro Hektar und Jahr gesenkt. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Projekts lag in der Entwicklung von Produkten, deren Anforderungen an den Rohstoff den Anbau bestimmen. Das Unternehmen Floragard hat in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück Rohrkolben in verschiedenen Formen vom Rohstoff zum Substratausgangsstoff aufbereitet und verschiedene Analysen sowie Keim- und Pflanzentests durchgeführt. Sofern für Floragard die Perspektive besteht, verlässliche, nennenswerte und bezahlbare Rohstoffmengen zu bekommen, wird weiter an der Produktentwicklung gearbeitet mit dem Ziel, diesen Substratausgangsstoff zu vermarkten. Eine weitere vielversprechende Verwendungsmöglichkeit liegt im Baustoffsektor. Prof. Dr.-Ing. Martin Krus vom Fraunhofer Institut für Bauphysik hat gemeinsam mit Werner Theuerkorn von der Firma Typha Technik im Rahmen des Projektes eine Dämmstoffplatte und einen Einblasdämmstoff entwickelt. In seinem Vortrag stellte Herr Krus die Vorteile vor. Die Dämmstoffplatte und der Einblasdämmstoff wurden im „Energieeffizienz-Prüfstand“ auf dem Campus der Jade Hochschule eingebaut sowie im Labor getestet. Prof. Dr.-Ing. Heinrich Wigger vom Institut für Materialprüfung der Jade Hochschule und Maximilian Rentz von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe stellten die ersten Ergebnisse der Temperatur- und Feuchtemessungen aus dem „Energieeffizienz-Prüfstand“ sowie die Untersuchungen aus dem Labor vor. Anschließend wurde das Reallabor „Energieeffizienz-Prüfstand“ besichtigt. Hintergrundinformationen: Hintergrundinformationen: Paludikultur („ palus “ – lat. „Sumpf, Morast“) ist die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung nasser organischer Böden. Voraussetzung ist, dass der Wasserstand ganzjährig nahe der Bodenoberfläche gehalten und der Boden nicht gestört wird. Dadurch soll der Torfkörper konserviert und die Freisetzung von Treibhausgasen minimiert werden. Das Projekt „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ wird gefördert nach der KliMo-Richtlinie (Klimaschutz durch Moorentwicklung) mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) Programmgebiet Stärker entwickelte Region (SER) und des Landes Niedersachsen und leistet einen Beitrag zur Umsetzung des Programms „Niedersächsische Moorlandschaften“. Folgende Referentinnen und Referenten nahmen an der Fachtagung teil: Folgende Referentinnen und Referenten nahmen an der Fachtagung teil: Weitere Informationen gibt es auf folgender Website: www.Paludikultur-Niedersachsen.de . Kontakt: Dr. Colja Beyer Kompetenzstelle Paludikultur im 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e. V. Kompaniestraße 1 49757 Werlte Tel.: 05951-9893-18 Fax: 05951-9893-11 email: beyer@3-n.info

Moor- und Klimaschutz: Paludikultur-Testpolder entsteht im Landkreis Oldenburg

Landkreis Oldenburg – Wie können wir etwas für den Klimaschutz tun und Moorböden weiterhin landwirtschaftlich nutzen? Dieser Frage geht das neue Verbundvorhaben „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ auf den Grund. Innerhalb eines Partnerkonsortiums werden Produkte, Ökosystemleistungen und Anbau untersucht. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Projektträger ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Kooperation mit dem 3N Kompetenzzentrum. Wie können wir etwas für den Klimaschutz tun und Moorböden weiterhin landwirtschaftlich nutzen? Dieser Frage geht das neue Verbundvorhaben „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ auf den Grund. Innerhalb eines Partnerkonsortiums werden Produkte, Ökosystemleistungen und Anbau untersucht. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Projektträger ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Kooperation mit dem 3N Kompetenzzentrum. Dabei werden die ersten Pilotflächen für eine Niedermoor-Paludikultur in Niedersachsen eingerichtet. Da die Pilotflächen in unterschiedlichen Regionen entstehen, können regionalspezifische Aussagen getroffen werden. Die Pilotflächen sind mindestens 5.000 Quadratmeter groß, so sie repräsentativ für die praktische Umsetzung und geeignet für Demonstrationszwecke sind. Im Hohenbökener Moor, Landkreis Oldenburg, wurde am Freitag (9. Oktober) der erste Spatenstich von Vertretern des Landkreises Oldenburg, der Gemeinde Ganderkesee, des Flächeneigentümers (Domänenamt Oldenburg), des Projektträgers (NLWKN) und des ausführenden Bauunternehmens (Heino Müller Baggerbetrieb) gesetzt. Hier entsteht eine ungefähr 0,5 Hektar große Pilotfläche, auf der der Anbau von Rohrkolben und Schilf erprobt sowie die Auswirkungen auf Klima, Wasser und Biodiversität untersucht wird. Wissenschaftler sammeln kontinuierlich Daten auf dieser Fläche. Unter anderem führt das Thünen-Institut für Agrarklimaschutz Treibhausgasaustausch-Messungen durch. Erwartet wird eine drastische Senkung der Treibhausgasemissionen. Veränderungen hinsichtlich Wasserqualität und der Biodiversität sollen vom Fachbereich „Raum- und Umweltwissenschaften“ der Universität Trier und vom Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover untersucht werden. Das Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des JuliusKühn-Instituts erhebt pflanzenbauliche Daten und wertet diese aus, um zukünftige Anbauverfahren zu optimieren. Aus den Rohstoffen – Rohrkolben und Schilf – werden von den Projektpartnern Jade Hochschule Oldenburg, der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, der Floragard Vertriebs-GmbH und dem 3N Kompetenzzentrum e.V. Produkte, wie Dämmstoffe und Torfersatzstoffe entwickelt und in der Praxis getestet. Für die Pilotanlage wird derzeit ein ungefähr 300 Meter langer Polderdamm mit Ringgraben angelegt. Photovoltaik-Anlagen liefern Strom für die Wasserpumpe. Neben dem Versuchspolder wird eine Wetterstation errichtet. Hintergrundinformation: Paludikultur (» palus « – lat. »Sumpf, Morast«) ist die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung nasser organischer Böden. Voraussetzung ist, dass der Wasserstand ganzjährig nahe der Bodenoberfläche gehalten und der Boden nicht gestört wird. Dadurch wird zum einen der Torfkörper konserviert und die Freisetzung von Treibhausgasen minimiert. Hintergrundinformation:

Nachwachsende Rohstoffe aus vernässten Mooren – eine Chance für den niedersächsischen Moor- und Klimaschutz?

Landkreis Oldenburg - Die nachhaltige Bewirtschaftung von derzeit noch herkömmlich landwirtschaftlich genutzten Moorböden rückt in Niedersachsen zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Probleme, die durch die Entwässerung der Moorböden entstehen werden immer deutlicher. Mit dem Anbau sogenannter Paludikulturen (eine Form der Landwirtschaft, die auf der Nutzung von nassen organischen Böden basiert) wird der Boden geschützt, also der wertvolle Torf erhalten und die Treibhausgasemissionen auf ein Minimum reduziert. Gleichzeitig verspricht man sich durch den Anbau nachwachsender Rohstoffe unter nassen Bedingungen sowohl die Erbringung von weiteren Ökosystemleistungen als auch die Möglichkeit, nachwachsende Rohstoffe für die Herstellung nachhaltiger Produkte – wie zum Beispiel Dämmstoffe – zu gewinnen. Auf der anderen Seite gibt es noch viele offene Fragen und Hemmnisse bei der Umsetzung dieses neuen Landnutzungskonzepts. Bei der Entwicklung neuer Produkte stehen wir noch am Anfang. Ein wachsendes Interesse seitens der Unternehmen ist aber festzustellen. Das aktuell gestartete Verbundvorhaben „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ untersucht innerhalb eines Partnerkonsortiums Produkte, Ökosystemleistungen und Anbau. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Projektträger ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Kooperation mit dem 3N Kompetenzzentrum. In diesem Vorhaben werden die ersten Pilotflächen für Niedermoor-Paludikultur in Niedersachsen eingerichtet und unter anderem Ernteverfahren erprobt. Die Pilotflächen im Praxismaßstab entstehen in unterschiedlichen Regionen, so dass regionalspezifische Aussagen getroffen werden können. Am Donnerstag, dem 10. September 2020 findet gemeinsam mit Minister Olaf Lies der Auftakt des Verbundvorhabens statt. Bei der Online-Veranstaltung der Kompetenzstelle Paludikultur Niedersachsen sind Landnutzer, Firmen, Planungsbüros, Naturschützer und Vertreter aus Politik, Behörden und Wissenschaft sowie weitere Interessierte eingeladen per Video-Konferenz teilzunehmen. Die Kompetenzstelle Paludikultur ist ein Projekt des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) in Kooperation mit dem 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V. Aktuell sind für die kostenlose Veranstaltung noch Plätze verfügbar. Interessenten können sich online unter www.3-n.info für die Online-Teilnahme registrieren.

Auftakt des neuen Klimaschutz-Projekts „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ mit Umweltminister Lies

Landkreis Oldenburg - Gemeinsam mit Umweltminister Lies wurde am 10. September 2020 auf der Veranstaltung „Nachwachsende Rohstoffe aus vernässten Mooren – eine Chance für den niedersächsischen Moor- und Klimaschutz?“ in Wardenburg das Klimaschutz-Vorhaben „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ gestartet. In seinem Grußwort betonte der Umweltminister die Bedeutung des Moorschutzes für den Klimaschutz und zeigte Perspektiven für die Zukunft auf. Das Verbundvorhaben untersucht innerhalb eines Partnerkonsortiums Produkte, Ökosystemleistungen und Anbau. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Projektträger ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Kooperation mit dem 3N Kompetenzzentrum. In dem Vorhaben werden die ersten Pilotflächen für Niedermoor-Paludikultur in Niedersachsen eingerichtet, unter anderem im Landkreis Oldenburg. Die Pilotflächen im Praxismaßstab entstehen in unterschiedlichen Regionen, so dass regionalspezifische Aussagen getroffen werden können. Bei der Online-Veranstaltung der Kompetenzstelle Paludikultur Niedersachsen nahmen Landnutzer, Firmen, Planungsbüros, Naturschützer und Vertreter aus Politik, Behörden und Wissenschaft teil. Die Kompetenzstelle Paludikultur ist ein Projekt des NLWKN in Kooperation mit dem 3N Kompetenzzentrum. Nach dem Grußwort durch die 3N-Geschäftsführerin Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer zeigte Dr. Bärbel Tiemeyer vom Thünen-Institut für Agrarklimaschutz einen Überblick über den Treibhausgasaustausch organischer Böden und den derzeitigen wissenschaftlichen Stand. Da sich ein Blick zu den niederländischen Nachbarn lohnt, zeigte Ella de Hullu vom Stichting Bargerveen in ihrem Vortrag die Erfahrungen und Vorgehensweisen auf der anderen Seite der Grenze. Zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten referierten Ute Ojowski von der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein und Christoph Buschmann vom Thünen Institut Braunschweig. Eine für Moorschutzprojekte in Schleswig-Holstein erfolgreiche Finanzierungsmöglichkeit sind die MoorFutures®. Diese könnten auch für die Anlage von Paludikulturen interessant werden. Auch die Förderfähigkeit durch die GAP ist für die zukünftige Umsetzung der Paludikultur in Niedersachsen ein wichtiges Thema. Colja Beyer von der Kompetenzstelle Paludikultur im 3N Kompetenzzentrum stellte die Ergebnisse der Flächen- und Potentialanalyse in Niedersachsen sowie die Zusammenarbeit mit Unternehmen und anderen Partnern in Projekten vor. Verschiedene Unternehmen stellten Projekte und Produktentwicklungen vor und zeigten Interesse für eine gemeinsame Weiterentwicklung. Hintergrundinformation: Paludikultur (» palus « – lat. »Sumpf, Morast«) ist die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung nasser und wiedervernässter organischer Böden. Voraussetzung ist, dass der Wasserstand ganzjährig nahe der Bodenoberfläche gehalten und der Boden nicht gestört wird. Dadurch wird zum einen der Torfkörper erhalten oder sogar neuer Torf gebildet und zum anderen die Freisetzung von Treibhausgasen minimiert.

Inländische Entnahme von Rohstoffen und Materialimporte

Inländische Entnahme von Rohstoffen und Materialimporte 2015 wurden in Deutschland 1.041 Millionen Tonnen Rohstoffe entnommen, ein Rückgang um 15 Prozent seit dem Jahr 2000. Daneben importierte Deutschland im selben Jahr Rohstoffe und verarbeitete Produkte im Umfang von 642 Millionen Tonnen, ein Anstieg um 23 Prozent seit 2000. Pro Tonne Import werden im Ausland rund 2,5 Tonnen Rohstoffe benötigt. Konkurrenz um Rohstoffe Weltweit werden natürliche Ressourcen immer intensiver beansprucht. Die Rohstoffnachfrage und die Konkurrenz um Rohstoffe nehmen zu. Diese Trends verschärften die globalen Umweltprobleme wie den ⁠ Klimawandel ⁠, die Verschlechterung von Böden oder den Verlust biologischer Vielfalt. Ein schonender Umgang mit Rohstoffen kann helfen, Umweltbelastungen zu senken, rohstoffpolitische Konflikte und Verteilungskonkurrenzen zu vermeiden sowie auch zukünftigen Generationen den Zugang zu Rohstofflagerstätten zu erhalten. Deutschland ist stark auf die Versorgung mit Primärrohstoffen angewiesen. Es bezieht Rohstoffe aus aller Welt (siehe Abb. „Herkunft der deutschen Rohstoffeinfuhren 2016“). Rohstoffproduktion in Deutschland – Inländische Entnahmen von Rohstoffen In Deutschland wurden der Natur im Jahr 2015 insgesamt 1.041 Millionen Tonnen (Mio. t) an Rohstoffen entnommen (siehe Abb. „Inländische Rohstoffentnahme“). Baumaterialien wie Kiese, Sande, gebrochene Natursteine und Kalkstein und andere Baumaterialien stellten mit 517 Mio. t die größte Rohstoffgruppe dar. An Energieträgern wurden 195 Mio. t entnommen, darunter 178 Mio. t Braunkohle. Weiterhin wurden 57 Mio. t an Industriemineralien gewonnen. Hierzu zählen Quarzsand, Spezialtone sowie Industrie- und Düngemittelsalze. Die inländische Erzproduktion betrug lediglich rund 0,5 Mio. t an Eisenerz. Da dieses Erz einen sehr niedrigen Eisengehalt besitzt, wurde es als Bauzuschlagsstoff und nicht in der Metallverhüttung verwendet. Biotische Rohstoffe wie Bäume, Nutzpflanzen sowie Wildtiere wurden im Umfang von 271 Mio. t geerntet und entnommen. Hierbei entfallen 90 Prozent (244 Mio. t) auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Futterpflanzen, Hackfrüchte und Getreide. Nutztiere und ihre Produkte sind nicht extra aufgeführt, da die Futtermittel schon unter „Futterpflanzen“ erfasst wurden. Die Rohstoffentnahme in Deutschland sank in der Zeitspanne von 2000 bis 2015 um 15 Prozent (%), seit 1994 sogar um 22 %. Die verschiedenen Rohstoffe sind folgendermaßen betroffen: Die Gewinnung von Baumineralien ging seit 2000 deutlich um 25 % zurück. Die Gewinnung von Energieträgern ist mit einem Minus von 12 % weniger rückläufig. Der Anstieg der Braunkohleproduktion um 6 % kompensiert zum Teil die auslaufende Steinkohleproduktion und die deutlich rückläufige Erdgasgewinnung. Die Entnahme biotischer Rohstoffe hat um 10 % zugenommen, insbesondere durch den Anstieg der Futterpflanzen- und Grünlandproduktion um 31 %. Die inländische Entnahme von Rohstoffen ist seit Beginn der Statistik im Jahr 1994 rückläufig. Weniger Rohstoffe als im Jahr 2015 wurden nur im Jahr der Wirtschaftskrise 2010 entnommen. In den letzten Jahren zeigt die Entwicklung statistisch gesehen allerdings keine klare Richtung. Die detaillierte Verteilung der aktuellen abiotischen Rohstoffproduktion nach Rohstoffen zeigt das Schaubild „Abiotische Rohstoffproduktion in Deutschland 2016“. Inländische Rohstoffentnahme Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Schaubild: Abiotische Rohstoffproduktion in Deutschland 2016 Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Schaubild als PDF Gütereinfuhren nach Deutschland stiegen an Von 2000 bis 2015 stiegen die Importmengen um 23 Prozent (%). Seit 1994 betrug der Anstieg sogar 39 %. Insgesamt wurden im Jahr 2015 rund 642 Millionen Tonnen (Mio. t) an Gütern nach Deutschland eingeführt (siehe Abb. „Güterimporte nach Deutschland“). Die Einfuhren umfassen einmal Güter mit niedrigem Bearbeitungsgrad wie Rohstoffe und ausgewählte ⁠ Halbwaren ⁠ wie Schnittholz, Roheisen und Mineralölerzeugnisse. Sie erfassen auch Fertigwaren wie Büromaschinen, Fahrzeuge und elektrotechnische Geräte mit hohem Bearbeitungsgrad. Differenziert nach Fertigungsgrad der Güter wurden im Jahr 2015 rund 355 Mio. t Rohstoffe, 135 Mio. t Halbwaren sowie 152 Mio. t Fertigwaren eingeführt. Der Import an Fertigwaren stieg zwischen 2000 und 2015 um 47 %. Gegenüber 1994 belief sich die Steigerung sogar auf fast 90 %. Auf der anderen Seite stieg die Einfuhr von Rohstoffen und Halbwaren zwischen den Jahren 1994 und 2015 nur um 28 bzw. 27 % an (siehe Abb. „Güterimporte nach Deutschland nach Verarbeitungsgrad“). Bei Halbwaren handelt es sich um vorverarbeitete Güter, die in weitere Produktionsprozesse einfließen, beispielsweise Aluminiumpressbolzen oder Stahlbrammen. Die höheren Anteile von Fertigwaren im Importmix spiegeln die internationale Arbeitsteilung und die Handelsverflechtungen wider. Ein weiterer Grund ist die strukturelle Verlagerung rohstoffintensiver Fertigungsprozesse ins Ausland. Die Rohstoff-Einfuhren nach Deutschland verteilten sich im Jahr 2015 wie folgt: Mit 338 Mio. t waren rund 53 % aller Einfuhren Energieträger und deren Erzeugnisse (Halb- und Fertigwaren), hiervon 278 Mio. t Erdöl und Erdgas. Auf Erze (Eisen und Nichteisenerze) und deren Erzeugnisse entfielen 127 Mio. t. 53 Mio. t entfielen auf andere mineralische Stoffe wie Natursteine und Industriesalze. 124 Mio. t an landwirtschaftlichen Produkten, Holz und anderen biotischen Gütern wurden eingeführt. Güterimporte nach Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Güterimporte nach Deutschland nach Verarbeitungsgrad Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Einsatz von Rohstoffen zur Herstellung importierter Güter im Ausland (Indirekte Stoffflüsse) Im Gewicht der eingeführten Halb- und Fertigwaren findet sich oft nur ein Bruchteil der zu ihrer Herstellung eingesetzten Rohstoffe wieder. Allerdings lassen sich alle Güter in sogenannte „Rohstoffäquivalente“ umrechnen. Diese erfassen alle Rohstoffe – außer Wasser –, die im Ausland zur Erzeugung der importierten Güter genutzt wurden. Die Anteile der genutzten Rohstoffe, die über das Eigengewicht der Importe hinausgehen, werden in der Fachsprache als „indirekte Rohstoffimporte“ bezeichnet. Ein Beispiel: Für ein Kilogramm (kg) importiertes Edelstahlblech werden mithilfe der ⁠ Rohstoffäquivalente ⁠ 34 kg an Rohstoffen erfasst, die zu dessen Produktion im Ausland eingesetzt werden mussten. Zu diesen Rohstoffen zählen Eisen-, Chrom- und Nickelerze sowie Kalkstein, Graphit, Steinkohle, Erdöl und Erdgas. Somit werden für 1 kg Edelstahlblech zusätzlich 33 kg Rohstoffäquivalente indirekt importiert. Betrachtet man die indirekten Stoffflüsse, die mit den gesamten deutschen Importen von Halb- und Fertigwaren verbunden sind, vergrößert sich das Gewicht der deutschen Importe auf nahezu das Dreifache: Im Jahr 2014 wurden 621 Millionen Tonnen (Mio. t) Güter direkt eingeführt. Für die Herstellung dieser Güter wurden im Ausland 1.540 Mio. t Rohstoffe eingesetzt. Mit indirekten Stoffflüssen zum Indikator „Primärrohstoffeinsatz“ Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene lassen sich die indirekten Importe über den ⁠ Indikator ⁠ „Primärrohstoffeinsatz“ abbilden (⁠ RMI ⁠, engl. für ⁠ Raw Material Input ⁠). Dieser erfasst alle inländischen Rohstoffentnahmen sowie alle Einfuhren angegeben in Rohstoffäquivalenten (siehe Schaubild "Stoffstromindikatoren“). Der Indikator ⁠ Primärrohstoffeinsatz ⁠ stellt folglich eine Vergleichbarkeit zwischen den zum Teil hochverarbeiteten Einfuhren und den inländischen Entnahmen her. Der Primärrohstoffeinsatz Deutschlands im Jahr 2014 (letzte verfügbare Daten) belief sich auf 2.643 Millionen Tonnen (Mio. t) Rohstoffe (siehe Abb. „Primärrohstoffeinsatz (RMI)“). •    Davon entfielen 723 Mio. t auf Erze, zu mehr als zwei Drittel Nichteisenmetallerze; •    699 Mio. t fossile Energieträger wurden genutzt, davon 56 % Erdöl- und Erdgas, 44 % Stein- und Braunkohle; •    auf sonstige mineralische Rohstoffe entfielen 735 Mio. t; •    486 Mio. t sind der ⁠ Biomasse ⁠ zuzurechnen, die zu rund 90 % aus der Landwirtschaft stammt. Zwischen den Jahren 2010 und 2014 ist der Primärrohstoffeinsatz mit einem Anstieg von 0,8 % weitgehend stagniert. Der Primärrohstoffeinsatz gewinnt als Indikator an Bedeutung bei der Berechnung der „Rohstoffproduktivität“. Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Artikel „Rohstoffproduktivität“ . Schaubild: Stoffstromindikatoren Quelle: Umweltbundesamt Primärrohstoffeinsatz (RMI) Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Berücksichtigung von ungenutzten Entnahmen Werden Rohstoffe gefördert und im Wirtschaftsprozess eingesetzt, fällt immer auch Abraum, Bergematerial oder Bodenaushub als nicht verwertetes Material an. Dieses wirtschaftlich nicht genutzte Material wird auch als „ungenutzte Entnahme“ oder als „versteckter Stoffstrom“ bezeichnet. Die mit der Rohstoffentnahme im Inland verbundenen ungenutzten Entnahmen werden vom Statistischen Bundesamt regelmäßig ermittelt. Nähere Informationen hierzu finden Sie im Artikel „Gesamter Materialaufwand Deutschlands“ . Die deutsche Rohstoffstrategie und ProgRess Die Bundesregierung hat darauf reagiert, dass die Rohstoffwirtschaft von grundlegender Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist: Sie hat im Oktober 2010 eine Rohstoffstrategie (pdf) verabschiedet. Damit will sie für die deutsche Wirtschaft eine stabile und nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen gewährleisten. Im Februar 2012 folgte das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) . Mit ProgRess strebt die Bundesregierung an, Wirtschaftswachstum und Wohlstand möglichst weitgehend vom Ressourceneinsatz zu entkoppeln und Umweltbelastungen zu reduzieren. Die Bundesregierung hat sich mit ProgRess verpflichtet, alle vier Jahre über die Entwicklung der Ressourceneffizienz in Deutschland zu berichten, die Fortschritte zu bewerten und das Ressourceneffizienzprogramm fortzuentwickeln. Ausführliche Informationen zur Rohstoff- und Ressourcenpolitik finden Sie im Artikel „Ressourcenschonung in der Umweltpolitik“ .

Sustainable use of Global Land and Biomass Resources

Before humankind discovered oil, coal, natural gas and uranium and learnt how to put them to use, biomass covered all of the respective needs. Since time immemorial, it has provided food, feed and fodder, fuel, construction materials, and the raw materials for textiles as well as medicinal drugs. Until the mechanisation and motorisation of farming subsequent to the Industrial Revolution, agricultural biomass production was based on regional, largely closed, food and energy cycles. The energy needed for this production (fodder for working animals and food for the human workforce) came from within the agricultural sector itself. As technology progressed in the 20th century, it significantly changed the way in which biomass is produced and used (cue: specialisation, increasing global division of labour and trade). Fossil fuels made the motorisation of agriculture and the energy-intensive production of fertilisers and pesticides possible.

Weltweiter Ausbau von Energie aus Biomasse erfordert schwierige Abwägungen

Energie aus Pflanzen kann bis zu 20 Prozent des weltweiten Bedarfs an Strom und Wärme im Jahr 2050 decken, davon rund die Hälfte aus Biomasseplantagen – dies aber nur um den Preis einer deutlichen Ausweitung der Anbauflächen zu Lasten der Natur. Das ist Ergebnis einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), „die erstmals das Potenzial und die Risiken der Energiegewinnung aus Biomasseplantagen in einer aufwändigen biogeochemischen Computersimulation ermittelt“, wie der Leitautor Tim Beringer erklärt. Die vom Menschen genutzte Landfläche würde sich je nach Szenario um zehn bis dreißig Prozent gegenüber dem heutigen Wert vergrößern, die nötige Bewässerung könnte sich im Extremfall verdoppeln.

Environmental Innovation Policy - greater resource efficiency and climate protection through the sustainable material use of biomass

Im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) habendie nova-Institut GmbH (Koordination), das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH(IFEU), das Finanzwissenschaftliche Forschungsinstitut an der Universität zu Köln(FiFo)unddas Öko-Institut e.V. von 2010 bis 2013 das Forschungsvorhaben "Ökologische Innovationspolitik - Mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz durch nachhaltige stoffliche Nutzungen von Biomasse"durchgeführt.Nachdem die energetische Biomassenutzung im letzten Jahrzehnt massiv zunahm, steigt seit einiger Zeit auch das Interesse an der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Im Vordergrund stehen hierbei Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit der Industrie, die heute noch größtenteils von fossilen Ressourcen abhängig ist. Zukünftig sollen fossile Rohstoffe verstärkt durch biogene Rohstoffe, d. h. durch regenerative Kohlenstoffquellen, ersetzt werden. Dadurch soll in erster Linie die Versorgungssicherheit erhöht und nebenbei auch ein Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit geleistet werden.In der politischen Debatte um die Biomassenutzung der letzten Jahre lag der Fokus vor allem auf der energetischen Nutzung, für die klare Ausbauziele definiert und zahlreiche politische Instrumente zur Förderung implementiertwurden. Im Bereich der stofflichen Biomassenutzung hingegen existieren keineverbindlichenZiele und nur wenige unterstützende Maßnahmen. Vor diesem Hintergrund fördert das Umweltbundesamt (UBA) dieses Projekt.Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, Barrieren und Hemmnisse zu analysieren sowie Strategien und Instrumente zur Unterstützungder stofflichen Biomassenutzung zu entwickeln, damit diese verstärkt zum Klima- und Ressourcenschutz beitragen kann. Besonders wichtig sinddabei Nachhaltigkeitsanforderungen und Ressourceneffizienz, um zu gewährleisten, dass die stoffliche Nutzung von Biomasse eine positive Klimabilanz aufweist und nicht zu neuen Umweltbelastungen oder zur Verschärfung bestehender Umweltprobleme beiträgt.<BR>Quelle: Forschungsbericht

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