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Monitoring der Lebensmittelabfälle in Deutschland; Erfüllung der Berichtspflicht gegenüber der EU-Kommission und Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Deutschland ist nach EU-Recht verpflichtet, spätestens für das Berichtsjahr 2024 Lebensmittelabfälle gründlich zu messen. Ziel des Globalvorhabens ist, diese gründliche Messung durchzuführen. Das Globalvorhaben setzt an dem ReFo-Vorhaben 'Ermittlung der Lebensmittelabfälle in Deutschland im Jahr 2020, Erfüllung der Berichtspflicht gegenüber der EU-Kommission im Jahr 2022 und Ableitung von Handlungsempfehlungen' (FKZ 3721 34 309 0) (Laufzeit bis voraussichtlich Ende April 2023) an. In jenem Vorhaben werden die Lebensmittelabfälle auf Grundlage vorhandener, auch älterer Daten ermittelt. Für die nächste, spätestens im Jahr 2024 durchzuführende Erhebung ist gründlich zu messen. Kernelement dieser gründlichen Messung wird die Ermittlung belastbarer Abfallkoeffizienten sein, für die (weitere) Abfallsortieranalysen durchzuführen sind.

Modellierung, Optimierung und Simulation für innovative, nachhaltige Liefernetzwerke

Modellierung, Optimierung und Simulation für innovative, nachhaltige Liefernetzwerke, Teilvorhaben 1: Treibhausgas-Reduktion durch Planung von Lieferfrequenzen in Netzwerken mittels mathematischer Optimierung und Simulation

Innovative und abfallvermeidende Systemlösungen für das verpackungsfreie Einkaufen von Lebensmitteln

Das Vorhaben InNoPack verfolgt das Kernziel einen Beitrag zu Ressourcenschonung und nachhaltiger Entwicklung zu leisten, indem innovative und abfallvermeidende Systemlösungen für den verpackungslosen Verkauf von Lebensmitteln entwickelt werden. Damit durch Verzicht auf Verpackung ein solcher Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zu einem ökologisch verträglicheren Lebensmittelkonsum geleistet werden kann, sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, welche sich in den Teilzielen des Vorhabens wiederfinden: 1) Alternative Verpackungskonzepte bzw. Unverpackt-Lösungen können bzw. dürfen nicht erst im Einzelhandel beginnen. Aus diesem Grund sollen die dem Lebensmitteleinzelhandel vorgeschaltete Kette von Pack- und Logistikprozessen untersucht werden, um Anpassungsmöglichkeiten zu identifizieren, die Ressourcen einsparen und Lebensmittelverluste minimieren. 2) Zu den Kernanforderungen an Verpackungen gehören der Schutz vor mechanischen, biologischen, chemischen Einflüssen und die Gewährleistung einer Mindesthaltbarkeit. Der Umstieg auf 'unverpackt' und Mehrweggebinde kann diesbezüglich eine große Herausforderung darstellen. Vor diesem Hintergrund bezieht sich das zweite Teilziel auf die Berücksichtigung der Vermeidung von Lebensmittelabfällen oder Reduzierungen der Qualität von Lebensmitteln bei der Entwicklung von Unverpackt-Konzepten. 3) Das grundsätzliche Potential zur Vermeidung von Verpackungsabfällen und Verringerung der ökologischen Wirkungen durch Unverpackt-Lösungen kann nur gehoben werden, wenn die Lösungen von den Kund*innen in der Breite akzeptiert werden. Das dritte Teilziel stellt von daher auf die Entwicklung von Konzepten ab, welche Verbrauchwünsche berücksichtigen und somit für die Breite der Kund*innen geeignet sind und nicht nur auf Nischenanwender (bspw. LOHAS) abzielen.

Innovative und abfallvermeidende Systemlösungen für das verpackungsfreie Einkaufen von Lebensmitteln, Teilprojekt A

Das Vorhaben InNoPack verfolgt das Kernziel einen Beitrag zu Ressourcenschonung und nachhaltiger Entwicklung zu leisten, indem innovative und abfallvermeidende Systemlösungen für den verpackungslosen Verkauf von Lebensmitteln entwickelt werden. Damit durch Verzicht auf Verpackung ein solcher Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zu einem ökologisch verträglicheren Lebensmittelkonsum geleistet werden kann, sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, welche sich in den Teilzielen des Vorhabens wiederfinden: 1) Alternative Verpackungskonzepte bzw. Unverpackt-Lösungen können bzw. dürfen nicht erst im Einzelhandel beginnen. Aus diesem Grund sollen die dem Lebensmitteleinzelhandel vorgeschaltete Kette von Pack- und Logistikprozessen untersucht werden, um Anpassungsmöglichkeiten zu identifizieren, die Ressourcen einsparen und Lebensmittelverluste minimieren. 2) Zu den Kernanforderungen an Verpackungen gehören der Schutz vor mechanischen, biologischen, chemischen Einflüssen und die Gewährleistung einer Mindesthaltbarkeit. Der Umstieg auf 'unverpackt' und Mehrweggebinde kann diesbezüglich eine große Herausforderung darstellen. Vor diesem Hintergrund bezieht sich das zweite Teilziel auf die Berücksichtigung der Vermeidung von Lebensmittelabfällen oder Reduzierungen der Qualität von Lebensmitteln bei der Entwicklung von Unverpackt-Konzepten. 3) Das grundsätzliche Potential zur Vermeidung von Verpackungsabfällen und Verringerung der ökologischen Wirkungen durch Unverpackt-Lösungen kann nur gehoben werden, wenn die Lösungen von den Kund*innen in der Breite akzeptiert werden. Das dritte Teilziel stellt von daher auf die Entwicklung von Konzepten ab, welche Verbrauchwünsche berücksichtigen und somit für die Breite der Kund*innen geeignet sind und nicht nur auf Nischenanwender (bspw. LOHAS) abzielen.

Biolebensmittel

<p>Biolebensmittel tragen zum Umwelt- und Tierschutz bei</p><p>Wie Sie beim Kauf von Biolebensmitteln richtig handeln</p><p><ul><li>Kaufen Sie Lebensmittel aus ökologischer Produktion (Bio-Siegel).</li><li>Achten Sie auf eine ausgewogene, gesunde und pflanzenbasierte Ernährung.</li></ul></p><p>Gewusst wie</p><p>Biolebensmittel tragen zum Umwelt- und Tierschutz bei, indem sie die mit der konventionellen Landwirtschaft verknüpften&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/landwirtschaft/umweltbelastungen-der-landwirtschaft">Umweltbelastungen</a> reduzieren. Anbau und Herstellung von Biolebensmitteln sind in der EG-Öko-Basisverordnung geregelt. Wichtigste Merkmale sind der Verzicht auf chemisch-synthetische ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/p?tag=Pflanzenschutzmittel#alphabar">Pflanzenschutzmittel</a>⁠ und auf leicht lösliche mineralische Düngemittel sowie eine möglichst artgerechte Tierhaltung.</p><p><strong>Kauf von Biolebensmitteln:</strong>&nbsp;Biolebensmittel erhält man in (fast) jedem Lebensmittelgeschäft. Während Naturkostläden, Biosupermärkte und Lieferdienste Vollsortimente haben, findet man auch in konventionellen Supermärkten, Drogerien, Reformhäusern oder Wochenmärkten eine immer größere Auswahl an Produkten in Bio-Qualität. Alle Biolebensmittel, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hergestellt wurden, sind an dem gesetzlich vorgeschriebenen EU-Bio-Logo (siehe Abbildung) erkennbar. Das sechseckige deutsche Bio-Siegel kann zusätzlich und freiwillig auf der Verpackung angebracht sein. Es ist bezüglich der Anforderungen mit dem EU-Bio-Logo identisch.</p><p><strong>Orientierung im Label-Dschungel:</strong> Bioprodukte erkennt man am EU-Bio-Logo. Hat ein Produkt kein EU-Bio-Logo, ist es auch kein Bioprodukt. Daneben gibt es noch viele weitere Bio-Kennzeichnungen auf Lebensmitteln:</p><p><strong>Geschützte Begriffe</strong>: Die Bezeichnungen "Bio" und "Öko" sind gesetzlich geschützte Begriffe. Erzeugung und Verarbeitung so gekennzeichneter Lebensmittel sind nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus erfolgt. Auch folgende Begriffe auf Lebensmitteln dürfen nur für Bioprodukte verwendet werden:</p><p>Andere Begriffe hingegen wie z.B. "integrierter Landbau", "natürlich" oder "kontrolliert" stehen nicht für Bioprodukte.&nbsp;</p><p><strong>Lebensmittel wertschätzen:</strong> Eine artgerechte Tierhaltung, umweltschonende Anbaumethoden und Betriebskontrollen sind in der Regel mit Mehrkosten verbunden. Aus diesem Grund sind Biolebensmittel meist teurer gegenüber vergleichbaren konventionellen Lebensmitteln. Trotzdem können Sie auch beim Einkauf von Biolebensmitteln Geld sparen: Weniger Fleischprodukte im Warenkorb und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen helfen zum Beispiel dabei. Bedenken Sie: Konventionelle Lebensmittel sind auch deshalb so günstig, weil die Kosten für die damit verbundenen Umweltschäden (sogenannte externe Kosten) an die Allgemeinheit und zukünftige Generationen weitergegeben werden.</p><p><strong>Auf ausgewogene Ernährung achten:</strong> Längst gibt es alle Lebens- und Genussmittel auch in Bio-Qualität: Von der Tiefkühlpizza über Süßigkeiten bis hin zu Hochprozentigem. Das ist im Vergleich zu konventionell hergestellten Produkten besser für die Umwelt, aber nicht automatisch auch gut für die Gesundheit. Die allgemeinen Ernährungsregeln haben deshalb auch für Biolebensmittel ihre Gültigkeit. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat zum Beispiel auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse die <a href="https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/">DGE-Empfehlungen "Gut essen und trinken"</a> formuliert, die Ihnen helfen, genussvoll und gesund erhaltend zu essen.</p><p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p><p>Hintergrund</p><p><strong>Umweltsituation:</strong> Etwa die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik wird landwirtschaftlich genutzt. Entsprechend groß und vielseitig sind die Auswirkungen auf die Umwelt. Insbesondere die intensive Landwirtschaft ist verantwortlich für hohe Nährstoffeinträge in Flüsse, Seen und Grundwasser, für ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen, für Bodenerosion und -verdichtung sowie für den Biodiversitätsverlust durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und große Ackerschläge. Rund drei Viertel der Stickstoffeinträge und die Hälfte der Phosphoreinträge in Oberflächengewässer erfolgen beispielsweise aus der Landwirtschaft. Aufgrund hoher Nitratbelastungen sind derzeit 22 Prozent der Grundwasserkörper in Deutschland in einem schlechten chemischen Zustand, das heißt, die Nitratkonzentrationen liegen in diesen Grundwasserkörpern über 50 Milligramm pro Liter. In <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/wasser/fliessgewaesser/eintraege-von-naehr-schadstoffen-in-die">Oberflächengewässern</a> liegen die Nitratbelastungen auch noch viel zu hoch, sind aber wesentlich geringer als im Grundwasser. Aufgrund der zu hohen Nitratbelastung sind unsere Küstengewässer&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaesser/meere/nutzung-belastungen/eutrophierung">eutrophiert</a>&nbsp;und in einem schlechten ökologischen Zustand.</p><p>Im Jahr 2024 war die deutsche Landwirtschaft geschätzt für die ⁠Emission⁠ von rund 53,7 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalenten verantwortlich. Das sind 8,2 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen dieses Jahres. Vor allem Methanemissionen (CH4) aus der Tierhaltung und dem Wirtschaftsdüngermanagement sowie Lachgasemissionen (N2O) aus landwirtschaftlich genutzten Böden, als Folge der Stickstoffdüngung (mineralisch und organisch), sind dafür verantwortlich. So stammten 76 Prozent der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland/methan-emissionen">CH4-Emissionen</a> und 77,3 Prozent der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland/distickstoffoxid-emissionen">N2O-Emissionen</a>&nbsp;aus der Landwirtschaft.</p><p>Eine ökologische Landwirtschaft entlastet Gewässer und Böden. Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/oekologischer-landbau">ökologische Landbau</a> hatte in Deutschland 2024 einen Anteil an der Agrarfläche von 11,4 Prozent, 1999 waren es nur 2,9 Prozent. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil des ökologischen Landbaus an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche bis 2030 auf 30 Prozent zu steigern.</p><p>Wesentliche&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/landwirtschaft/landwirtschaft-umweltfreundlich-gestalten/oekolandbau">Merkmale des ökologischen Landbaus</a>&nbsp;sind:</p><p><strong>Gesetzeslage:</strong> Nur Produkte, die nach den Regeln der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert und kontrolliert werden, tragen das "Bio"-Siegel:</p><p><strong>Marktbeobachtung:</strong> Im Jahr 2024 wurde mit Biolebensmitteln ein Umsatz von gut 17 Mrd. Euro erzielt (siehe <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/konsum-produkte/gruene-produkte-marktzahlen/marktdaten-bereich-ernaehrung">Marktdaten: Ernährung</a>). Trotzdem liegt der Marktanteil von Biolebensmitteln am gesamten Lebensmittelmarkt lediglich bei 6,3 Prozent (⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=BLW#alphabar">BÖLW</a>⁠-Branchenreport 2025). Es gibt sowohl Handlungsbedarf als auch Potenzial für ein stärkeres Marktwachstum:</p><p>Das Marktwachstum korrespondiert mit einer höheren Kaufbereitschaft für Bioprodukte. Während 2014 nur 20 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten angaben, immer oder häufig Bioprodukte zu kaufen, waren es 2024 rund 59 Prozent der Befragten. Nach einer Studie von BÖLW kaufen nur 6 Prozent der Haushalte mehr 20 Prozent ihres täglichen Bedarfs in Bio-Qualität. Als die wichtigsten Gründe für den Kauf von Biolebensmitteln wurden Tierschutz, keine Gentechnik und Unterstützung der lokalen Landwirtschaft angegeben.</p><p>Das deutsche Bio-Siegel, das für Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft steht, kennen 95 Prozent der deutschen Konsumenten. Es ist deutlich bekannter als sein europäisches Pendant, das nur gut einem Viertel der Bevölkerung ein Begriff ist.</p><p>Weitere Informationen finden Sie auf unseren Themenseiten:</p><p><strong>Quellen</strong></p>

Monitoring der Lebensmittelabfälle (LMA) in Deutschland; Erfüllung der Berichtspflicht gegenüber der EU-Kommission in den Jahren 2023 und 2024

Deutschland ist nach EU-Recht verpflichtet, jährlich die Mengen an Lebensmittelabfälle zu berichten. Für die Bezugsjahre 2021 und 2022 muss jeweils bis 31.06.2023/2024 an Eurostat die Lebensmittelabfälle für alle fünf Stufen der Lebensmittelkette berichtet werden. Ziel dieses Vorhabens ist die Vorbereitung der beiden genannten Berichterstattungen für Deutschland sowie eine Auswertung der Ergebnisse beider Jahre. Dabei sind die entwickelten Methoden und Abfallkoeffizienten aus dem ReFo-Vorhaben 'Ermittlung der Lebensmittelabfälle in Deutschland im Jahr 2020, Erfüllung der Berichtspflicht gegenüber der EU-Kommission im Jahr 2022 und Ableitung von Handlungsempfehlungen' (FKZ 3721 34 309 1) (Laufzeit bis Ende Juni 2023) zu berücksichtigen. Es sind aus den amtlichen Statistiken der jeweiligen Jahre die Mengen in Tonnen Frischmasse zu ermitteln sowie deren Verteilung auf die Wirtschaftszweige und Abfallschlüssel vorzunehmen. Die Summen an LMA in den Stufen 1 bis 5 sowie die Gesamtmenge sind in die jeweiligen Qualitätskontrollberichten zu dokumentieren. Optimierungsmöglichkeiten für die folgenden EU-Berichterstattungen sind aufzuzeigen, damit eine Transparenz der Stoffströme in den jeweiligen Abfallschlüsseln und dazugehörigen Stufen gewährleistet wird, um geeignete Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen einzuschätzen und weiter zu entwickeln.

Identifikation, Bewertung sowie Handlungsempfehlungen zu rechtlichen Hemmnisse bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Weitergabe von Lebensmittelspenden

Auftragsgegenstand ist die Konzeption und Durchführung sowie Erstellung eines Rechtsgutachtens hinsichtlich der Identifikation, Bewertung sowie Handlungsempfehlungen zu lebensmittelrechtlichen und sonstigen rechtlichen Hemmnissen und Rahmenbedingungen bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Weitergabe von Lebens-mitteln (Spenden). Das Ziel ist es, Hürden und Barrieren sowie Zielkonflikte vor dem Hintergrund des rechtlichen und politischen Rahmens zu identifizieren und zu bewerten. Diese Bewertung hat insbesondere darzulegen, - wie Lebensmittelverschwendung vermieden sowie - eine Weitergabe von Lebensmitteln erleichtert werden kann. - Zugleich sind aus den gewonnenen Erkenntnissen Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu entwickeln sowie Handlungsoptionen und Lösungsansätze für Bund und Länder unter Berücksichtigung der rechtlichen Umsetzbarkeit abzuleiten. Konkret ist eine überblicksartige Bestandsaufnahme über die lebensmittelrechtlichen und sonstigen rechtlichen und politischen normativen Rahmenbedingungen in Deutschland auszuarbeiten, die die Vermeidung der Verschwendung von Lebensmitteln sowie eine Weitergabe von Lebensmitteln hemmen. Es sind sämtliche rechtlichen Regelungen und relevante Rechtsgebiete zu untersuchen, die mittelbar und unmittelbar Auswirkungen auf das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung haben oder haben können. Darüber hinaus sind auch nichtregulatorische bzw. untergesetzliche Bestimmungen in die Analyse mit einzubeziehen. Die Gründe für die ausgewählten mate-riell-rechtlichen Rechtsvorschriften sind zu erläutern und abzuwägen, bevor - unter Berücksichtigung der Rechtslage sowie der Vollzugspraxis in den Bundesländern - konkrete Lösungsansätze erarbeitet werden.

Studierendenprojekt: Erfurt is(s)t regional

Bild: Der Domplatz von Erfurt mit Marktständen, von lapping auf Pixabay Das Studierendenprojekt „Regionale Ernährungsnetzwerke Erfurt – Erfurt is(s)t regional“, das die Themen regionale Ernährung und Raumplanung miteinander verknüpft, wurde durch Prof. Dr. Antje Matern von der Fachhochschule Erfurt organisiert. Einen Einstieg in die Thematik erhielten die Studierenden durch einen Input von Nadine Pannicke-Prochnow (UBA) und Veronika Jorch (UBA) vom Stadt-Land-Plus Querschnittsvorhaben am 27.Oktober 2023. Dabei wurden den Studierenden Einblicke in aktuelle Arbeiten des UBA zu regionalen Ernährungssystemen sowie konkrete Ansätze und Ergebnisse der Stadt-Land-Plus-Vorhaben ReProLa, WERTvoll, VoCo, OLGA, KOPOS und NACHWUCHS vermittelt. Ein weiterer Input und Begleitung während der Bearbeitungsphase wurde durch Frank Mittelstädt, Agenda-2030-Koordinator der Stadtverwaltung Erfurt geleistet. Mithilfe der Inputs und ergänzenden Materialien erarbeiteten die Studierenden vier Kleinprojekte unter dem Motto „Regionale Ernährungsnetzwerke Erfurt – Erfurt is(s)t regional“. Während der dreimonatigen Projektzeit besuchten die Studierenden auch die Metropolregion Nürnberg, in der sie Einblicke in das Verbundvorhaben ReProLa erhielten. Weitere Gespräche mit verschiedenen Akteur:innen der regionalen Ernährungs- und Lebensmittelbranche in Erfurt folgten. Die Kleinprojekte wurden am 7.2.2024 an der Hochschule Erfurt in einer Abschlusspräsentation vorgestellt. Zu den Gästen zählten auch das thüringische Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und Mitarbeitende der Großküche eines Erfurter Altenpflegeheimes, die für eines der Studierendenprojekte interviewt worden sind und sich nun von den Ergebnissen für ihre Arbeit inspirieren lassen wollten. Die Präsentationen begannen mit einer allgemeinen Einführung in das Thema regionale Ernährung, bei dem positive sowie negative Aspekte aufgezeigt wurden und auch die Frage gestellt wurde, was die richtige Definition für regionale Ernährung ist. Die Studierenden hatten sich geeinigt, dass jedes Teilprojekt die Definition selbst festlegt, da für unterschiedliche Produkte und Themenaspekte unterschiedliche Definitionen realistisch sind. Die Möglichkeit der Ernährungssouveränität der Stadt Erfurt wurde im ersten Teilprojekt thematisiert. Aufgrund der Verfügbarkeit der Daten und um das Thema greifbar zu machen, fokussierten sich die Studierenden ausschließlich auf das Stadtgebiet. Mit Karten und Diagrammen stellten sie dar, wie eine stadtinterne Versorgung mit Obst und Gemüse aussehen könnte. Dafür müsste auf erheblichen Flächenanteilen von Getreideanbau auf Obst- und Gemüseanbau umgestellt werden. Dass das grundsätzlich möglich ist, zeigt sich anhand der Tatsache, dass bereits vor der politischen Wende 1990 auf einem Großteil der Flächen Obst und Gemüse produziert wurde. Im zweiten Teilprojekt ging es um ZFarming, abgekürzt für zero-acreage farming, d.h. Landwirtschaft in, an und auf Gebäuden, d.h. ohne die Nutzung von herkömmlichen Acker- oder Freiflächen. Diese innovativen Ansätzen für Dachgärten und vertikalen Farmen sind platzsparend, aber nicht immer nachhaltig aufgrund des Verbrauchs anderer Ressourcen wie Wasser oder Energie. Gleichzeitig sahen die Studierenden Potenziale für die Schulung des Ernährungsbewusstseins in der Bevölkerung und eine Erhöhung der lokalen und verbrauchsnahen Produktion von Blattgemüse durch ZFarming-Ansätze. Um die Wertschöpfung im Bäckereihandwerk mit Fokus auf Brot ging es im dritten Teilprojekt. Die Studierenden hatten mittels Interviews mit Betrieben herausgefunden, dass Regionalität und Bio seitens der Betreibe zwar gewünscht sei, aber die Organisation und dahinterstehende Logistik, z.B. durch Mindestbestellmengen und hohe Transaktionskosten, eine Umsetzung oft unattraktiv machen. Eine Bündelung bzw. Pooling verschiedener Produkte von vielen kleinen Herstellern könnten den Such-, Vergleichs-, und Bestellaufwand verringern und praktikabler machen. Gleichzeitig rücken diese Bestrebungen aufgrund anderer Probleme in der Branche, wie hohem Preisdruck und Fachkräftemangel, oftmals in den Hintergrund. Die Gemeinschaftsverpflegung gilt als guter Hebel für mehr gesunde und nachhaltige Ernährung, wie auch in der Ernährungsstrategie der Bunderegierung aufgeführt. Um wirklich nachhaltige Produkte zu erlangen, wurde im vierten Teilprojekt Regionalität mit Bio und Saisonalität verbunden. Die Studierenden fokussierten sich auf die Großküchen von Pflegeinrichtungen und Krankenhäusern, da Ansätze für die Gemeinschaftsverpflegung in Bildungseinrichtungen in Erfurt schon etabliert oder auf dem Weg sind. Die Studierenden identifizierten den geringen Kostensatz für die Verpflegung in den Zieleinrichtungen als größten Hinderungsgrund für den Bezug von nachhaltigen Produkten. Ein Lösungsansatz, um die höheren Preise für nachhaltige Ausgangsprodukte decken zu können, waren Kosteneinsparung, bspw. durch die Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Das Gesamtfazit der Studierenden war sehr optimistisch. Insgesamt sind in der Region Erfurt bislang die Netzwerke für regionale und nachhaltige Ernährung noch wenig ausgereift, sodass der erste Schritt meist die Suche der relevanten Akteur:innen und deren Vernetzung ist. Grundsätzlich stellt in vielen Teilen Ostdeutschlands und strukturschwachen Regionen das Zusammenbringen von Akteur:innen und das Schaffen von Netzwerken und Strukturen eine der größten Herausforderungen für die Bereitung regionaler Ernährungssysteme dar. Im Vergleich dazu ist in den westlichen Bundesländern und strukturstarken Regionen in Deutschland der hohe Flächennutzungsdruck und die Sicherung landwirtschaftlicher Flächen die größte Herausforderung für eine regionale Ernährung. Die Ergebnisse der vier Studierendenprojekte sind hier zusammengefasst: Einführung des Themas durch die Studierenden Ernährungssouveränität ZFarming Wertschöpfungsketten Gemeinschaftsverpflegung Im Rahmen der Querschnittsaufgabe Verstetigung und Transfer werden vom Querschnittsvorhaben Optionen für einen weiteren Austausch zwischen Fachhochschule, UBA und Stadt diskutiert und geprüft. Dabei wird auch erwogen, ähnliche Transferaktivitäten mit anderen Fachhochschulen anzustoßen.

Ermittlung der Lebensmittelabfälle in Deutschland im Jahr 2020, Erfüllung der Berichtspflicht gegenüber der EU-Kommission im Jahr 2022 und Ableitung von Handlungsempfehlungen

Gemäß Art. 9 Absatz 5 und 8 der Abfallrahmenrichtlinie i. V. m. dem delegierten Beschluss (EU) 2019/1597 ist Deutschland ab dem Berichtsjahr 2020 verpflichtet, gegenüber der Kommission die jährlich anfallenden Lebensmittelabfallmengen zu berichten. Eine hinreichende Datengrundlage dazu fehlt bislang. Ziel des Projektes ist es daher, die fachlichen Grundlagen für das erste Berichtsjahr 2020 zu erarbeiten und dabei belastbare Anteile von Lebensmittelabfällen in den dafür in Frage kommenden Abfallschlüsselnummern abzuleiten. Erforderlich ist dafür eine umfassende Auswertung vorhandener Studien, Erhebungen und weiterer verfügbarer Quellen. Die Literaturauswertung soll insbesondere auch die im 2019 vom UBA in Auftrag gegebene Vergleichende Abfallsortieranalyse (VERAS) und die teilweise vorliegenden Ergebnisse der vom BMEL im Rahmen der Nationalen Strategie eingerichteten Dialogforen umfassen. Darauf gestützt ist der Bericht zur Erfüllung der Berichtspflicht nach den EU-Vorgaben in enger Abstimmung mit BMU/UBA zu erstellen und bis März 2022 fertigzustellen. Bis Ende 2022 sollen eventuelle Nachfragen der EU-Kommission bearbeitet sowie ein Abschlussbericht vorgelegt werden, der auch konkrete Hinweise für die weitere Ausgestaltung der Messung und Berichterstattung sowie Vorschläge für Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle enthält.

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