Die Verleihung des 9. Preises der Umweltallianz stand in diesem Jahr unter dem Motto „25 Jahre Umweltallianz – Innovative Umweltideen aus Sachsen- Anhalt“. Er wurde in den Kategorien „Produkte und Technologien“ und „Konzepte und Projekte“ vergeben. Außerdem wurde erneut der „Sonderpreis der Umweltallianz“ verliehen, der ausschließlich Mitgliedern vorbehalten ist. Insgesamt hat die Umweltallianz Sachsen-Anhalt Preisgelder in Höhe von 24.000 Euro ausgelobt. Eine fünfköpfige Jury hatte in einem ersten Bewertungsschritt aus allen Bewerbern zunächst neun Finalisten ausgewählt. Diese konnten sich im September persönlich der Jury präsentieren und erhielten ein professionell produziertes Video für die eigene Öffentlichkeitsarbeit. Die Preisverleihung fand am 13.11.2024 im Palais am Fürstenwall der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt statt. Vorsitz: Prof. Dr.-Ing. Daniela Thrän Leiterin Department Bioenergie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, in Kooperation mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH – DBFZ Mitglieder: Gesa Kupferschmidt Abteilungsleiterin Technischer Umweltschutz, Bodenschutz, Klimaschutz am Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Klaus Olbricht Präsident der Industrie- und Handelskammer Magdeburg Fabian Hoppe Geschäftsführer Kommunikation, Bildung und Nachhaltigkeit, Pressesprecher beim Verband der Chemischen Industrie e.V., Landesverband Nordost (VCI Nordost) Robert Gruhne Reporter Landesredaktion Magdeburger Volksstimme bei Volksstimme Investigation GmbH Preisträger: Inflotec GmbH aus Magdeburg Preisgeld: 8000 Euro Würdigung für: Energieeffiziente und ressourcenschonende Wasseraufbereitung Die Inflotec GmbH hat eine innovative, ressourcenschonende und energieeffiziente Technologie entwickelt, mit der sich autark überall jegliches Wasser zu Trink- oder Brauchwasser aufbereiten lässt (Kreislaufsystem). Im Vergleich zu herkömmlichen Umkehrosmose-Aufbereitungssystemen wird nur ein Fünftel an Energie benötigt. Durch die Rückspül- und Selbstreinigungsfunktion der Anlagen müssen zudem keine Filter gewechselt werden. Die modularen, autonomen und mobilen Systeme können praktisch überall eingesetzt werden. Die Innovation hierbei ist die Entwicklung eines einzigartigen neuen Membranprozesses zur ressourceneffizienten Wasseraufbereitung. Eine herkömmliche Keramikmembran (Ultrafiltration) wird durch Post-Modifikation mit Polyelektrolyten zu einer Nanofiltrationsmembran mit einzigartigen Trenn- und Materialeigenschaften. Das System ermöglicht in einem Aufbereitungsschritt die sichere Reinigung selbst von schwer behandelbaren Wasserressourcen (z. B. kontaminierten Abwässern). Neben Partikeln (Mikroplastik, Medikamentenrückstände, Schwermetalle, Uran, Arsen, PFAS etc.), Bakterien und Viren können auch gelöste Wasserinhaltsstoffe (Organik, Salze) sowie Öle und Fette zurückgehalten werden. Finalist: IPT-Pergande Gesellschaft für innovative Particle Technology mbH Würdigung für: Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks in der Wirbelschichtgranulation durch Nutzung von Abwärme IPT-Pergande betreibt am Standort Weißandt-Gölzau mehrere Produktionsanlagen zur Herstellung von Produkten für die chemische Industrie. Eine Schlüsseltechnologie ist hierbei die Wirbelschicht-Granulation. Bei diesem Prozess wird eine wässrige Suspension mit einem erwärmten Prozessgas getrocknet und dabei granuliert. Die signifikante Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks des Gesamtverfahrens wurde durch die Nutzung der Abwärme von Kompressoren für die Erzeugung von Druckluft erreicht, indem das Prozessgas vorgewärmt wird, wodurch sich eine Reduzierung des Heizdampfes ergibt. Der reduzierte Dampfbedarf führt wiederum zu einer Verringerung des Erdgasverbrauches. Die resultierende CO 2 -Einsparung pro Jahr liegt bei 400 bis 500 t. Finalist: POLICYCLE Deutschland GmbH Würdigung für: Energieeffizientes Recycling für echte Härtefälle | Kleberbeschichtete Altfolien werden erstmals wieder zu Folie Kleberbeschichtete Schutzfolien, die fast in jeder Industrie Anwendung finden, sind heute nicht recyclingfähig. Auf Grund ihrer Beschichtung werden sie bis dato thermisch verwertet. Beim Recycling führen sie zu einem Verblocken und Verkleben der Anlagen oder der späteren Folie auf Grund von Klebermigration. Gleichzeitig ist die Folienindustrie dazu angehalten, die Verfügbarkeit von Rezyklaten am Markt zu steigern und Kreisläufe zu etablieren. Daher war das Ziel der Entwicklung seitens der POLICYCLE Deutschland GmbH bisher nicht recyclebare Folien erstmals zu recyclen, in eine neue Folie zurückzuführen und dabei das energieintensive Recycling wirtschaftlicher und automatisierter zu gestalten. Mit dem so entstandenen Fluff-to-Film-Prozess werden durch Auslassen eines gesamten Prozessschritts gegenüber dem klassischen Recycling bis zu 40 % Energie und die damit verbundenen CO 2 -Emissionen in der Produktion eingespart. Gleichzeitig ist das entstehende Folienendprodukt „Müllsack“ bis zu dreimal dünner, aber ebenso belastbar wie ein vergleichbarer Standardmüllsack. Der mit dem „Blauen Engel“ zertifizierte Müllsack besteht aus mehr als 95 % post-consumer-Rezyklat, 70 % davon machen die kleberbeschichteten Altfolien aus. Durch den hohen Polyethylen-Anteil wäre der Müllsack, je nach vorliegendem Entsorgungssystem, selbst wieder recyclingfähig. Preisträger: GMBU e.V. Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien, Halle Preisgeld: 8000 Euro Würdigung für: Schäumbare Verbundmaterialien auf Pflanzenbasis Die GMBU e. V. bietet innovative Rezepturen für pflanzenbasierte und rezyklierbare Komposite mit natürlichen Füllstoffen an, die sich für den 3D-Druck, den Spritzguss und hydraulisches Pressen eignen. Als Füllstoffe dienen natürliche Reststoffe, wie Hanf- und Hopfenschäben, Kakao- und Kaffeeschalen sowie Kokos- und Papierfasern. Anbauflächen zur Kultivierung werden nicht benötigt, da die Reststoffe prozessgebunden anfallen. Durch die Zugabe der Füllstoffe können 10 % Basispolymer eingespart werden. Dadurch wird eine Reduktion der CO 2 -Emissionen von 60 % im Vergleich zum Einsatz erdölbasierter Kunststoffe erreicht. Die Filamente und Granulate lassen sich wie herkömmliche Compounds verarbeiten und bieten eine holzähnliche Oberfläche. Durch Einarbeitung von zusätzlichem Treibmittel entsteht ein schäumbares Material für den 3D-Druck, welches beispielsweise als Sandwichmaterial im Leichtbau eingesetzt werden kann. Die Expansion des Treibmittels erfolgt während des Druckprozesses und wird über die Düsentemperatur gesteuert. Dadurch kann eine Gewichtsreduzierung von circa 50 % erzielt werden. Finalist: Agrar Burgscheidungen eG, Laucha an der Unstrut Würdigung für: Wasserrecycling für eine integrierte Symbiose der Algenkultivierung im Weinbau: Wi-Sa-We Die Agrar Burgscheidungen eG hat in Kooperation mit der GMBU e. V. – Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien ein Verfahren zur symbiotischen Aufzucht von Mikroalgen für den Weinbau entwickelt. Durch die Bewässerung von Wein mit aufbereitetem Kulturmedium der Mikroalgen wird Wasser recycelt, die Biodiversität gestärkt, das Pflanzenwachstum verbessert und ein resilientes Mikrobiom geschaffen. Der Nährstoffeintrag aus dem Medium spart Kosten für Düngemittel, was die ökonomische Ressourceneffizienz unterstreicht. Das Verfahren ist vielfältig übertragbar und weist enormes ökologisches Potenzial mit ökonomischen Erfolgsaussichten auf. Finalist: Synthos Schkopau GmbH, Schkopau Würdigung für: Synthesekautschuk für verbesserten Reifenabrieb – ein Beitrag zur Mikroplastikreduktion Die Synthos Schkopau GmbH baut als größter Anbieter von Synthesekautschuk in Europa die Palette nachhaltiger Produkte kontinuierlich aus. In den letzten 15 Jahren wurden am Standort Schkopau erfolgreich SSBR-Typen (Solution Styrene Butadiene Rubber) für energieeffiziente Reifen entwickelt und vermarktet. Dem Synthos-Forscherteam ist es gelungen, zusätzlich den Reifenabrieb zu verringern und damit auch die Mikroplastikbildung aus Reifen zu minimieren. In Hochleistungsreifen verwendete Synthesekautschuke müssen umfangreiche Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Für den ökologischen Fußabdruck von Reifen sind umweltverträgliche Zusatzstoffe sowie der Einfluss neuer Synthesekautschuke, z.B. SSBR, relevant. Leistungseigenschaften des Reifens, die mit dem Fahrverhalten und der Sicherheit des Fahrzeugs verbunden sind, müssen mit einem geringen Rollwiderstand und einem niedrigen Abrieb korreliert werden. Während ein hoher Rollwiderstand den Energieverbrauch der Fahrzeuge erhöht, verursacht ein hoher Abrieb die verstärkte Bildung von Mikroplastik. Die neue Technologie verbessert den Abrieb um ca. 8 %, ohne die Leistungseigenschaften negativ zu beeinträchtigen. Preisträger: MOL Katalysatortechnik GmbH, Merseburg Preisgeld: 8000 Euro Würdigung für: Kühlwasserbehandlung in der Kernfusion In technischen Kühlkreisläufen wird das Kühlwasser mittels Kreiselpumpen in eine turbulente Strömung versetzt. Übersteigt die in das Wasser eingetragene Pumpenergie die Stabilisierungsenergie des Wassers, dann bilden sich Wasserdampfbläschen. Bläschen mit einem Durchmesser um 1 Mikrometer sorgen selektiv für saubere Oberflächen auch auf Schweißnähten. Größere Bläschen begünstigen Bakterien und Korrosion bis hin zur Kavitation. Durch Installation spezieller, von der MOL Katalysatortechnik GmbH entwickelter Mineral-Metall-Folien auf der Saugseite der Kreiselpumpen im turbulenten Strömungsbereich wird die Bildungsgeschwindigkeit der Wasserdampfbläschen beschleunigt, so dass anstelle weniger großer gefährlicher Wasserdampfbläschen viele sehr kleine nützliche gebildet werden. Dadurch ist es möglich, Kühlwasser mit hoher technischer und hygienischer Sicherheit und ohne Einsatz von Chemikalien und Bioziden dauerhaft sicher und wirtschaftlich vorteilhaft zu behandeln. Finalist: LEUNA-Harze GmbH, Leuna Würdigung für: Großtechnische Synthese von biobasierten Epoxidharzen aus pflanzlichen Altölen Die bisher zur Verfügung stehende Rohstoffbasis für Epoxidharze ist Erdöl. Im Zuge der Rückwärtsintegration der Produktion der LEUNA-Harze GmbH wurde eine eigene Synthesevariante für den zur Herstellung von Epoxiden notwendigen Rohstoff Epichlorhydrin entwickelt und in einer großtechnischen Anlage mit einer Kapazität von 15.000 t/a realisiert. Dabei wird nicht Propylen, sondern Glycerin, ein Nebenprodukt der Biodieselherstellung, als Rohstoff eingesetzt. Als Startpunkt der Wertschöpfungskette dienen gebrauchte Speisefette und -öle, die über Glycerin und Epichlorhydrin in einem Upcyclingprozess zu biobasierten Epoxidharzen umgesetzt werden. Eine neue Produktlinie mit reduziertem CO 2 -Fußabdruck und garantiertem biobasierten Anteil auf Basis von wiederverwerteten, pflanzlichen Altölen konnte vom Unternehmen erfolgreich auf dem Markt eingeführt werden. Dies ermöglicht einen biobasierten Kohlenstoffanteil von bis zu 42 % bei gleichzeitiger, signifikanter Reduktion des CO 2 -Fußabdrucks der so hergestellten Produkte. Diese finden Anwendung in der Wind-, Bau- und Automobilindustrie. Finalist: SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH, Lutherstadt Wittenberg Würdigung für: ATMOWELL® – Ammoniakreduzierung im Tierstall Ammoniak (NH 3 ) kann bei übermäßiger Freisetzung negative Effekte auf die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier haben. Deutschland hat sich verpflichtet die nationalen NH 3 -Emissionen bis zum Jahr 2030 um 29 % zu senken (im Vergleich zu 2005). Mit ca. einem Drittel stammt ein Großteil der nationalen NH 3 -Emissionen aus Tierställen. Der Einsatz eines Ureaseinhibitors in Rinder- und Schweineställen ist ein innovativer Ansatz, um diese Emissionen deutlich zu mindern. Damit kann u. a. die Versauerung und Eutrophierung von Böden und Ökosystemen, die Verschiebung des Artenspektrums und Bedrohung der Artenvielfalt sowie die Gesundheitsbelastung (Schleimhautirritationen, sekundärer Feinstaub, Atemwegserkrankungen) gemindert werden. ATMOWELL® ist ein von SKW Piesteritz patentierter Ureaseinhibitor, welcher NH 3 -Emissionen in Rinderställen um 58 % reduziert. Die so verbesserte Luftqualität schützt vor negativen Auswirkungen des Ammoniaks auf Umwelt, Klima, sensible Ökosysteme und vor der Versauerung von Böden.
KAT – dieses Kürzel steht in Sachsen-Anhalt seit 2006 für systematischen und erfolgreichen Wissenstransfer in die Wirtschaft. Mit Unterstützung durch das Wissenschaftsministerium haben die vier Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) im Land in den vergangenen zwei Jahrzehnten das leistungsfähige KAT-Netzwerk aufgebaut, um die Kooperation mit heimischen Unternehmen zu stärken. Die Bandbreite gemeinsamer Projekte reicht von Algenbiotechnologie, über Robotik und Leichtbau bis hin zur Chemie. Allein 2022 wurden 125 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit der Wirtschaft umgesetzt, die den Unternehmen neue Produkte und verbesserte Prozesse sowie den HAW zusätzliche Drittmittel von 3,2 Millionen Euro beschert haben. Damit diese Erfolgsgeschichte in den kommenden Jahren weitergeschrieben werden kann, hat Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Montag in Bernburg (Saale) Zuweisungen über rund 19,8 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes an die HAW-Spitzen überreicht. Damit ist die Finanzierung des KAT (Kompetenznetzwerk für angewandte und transferorientierte Forschung) zunächst bis Ende 2027 gesichert. Die vier HAW erhalten für diesen Zeitraum jeweils etwa fünf Millionen Euro: die Hochschule Anhalt 5,17 Millionen Euro, die Hochschule Magdeburg-Stendal 5 Millionen Euro, die Hochschule Harz 4,89 Millionen Euro und die Hochschule Merseburg 4,76 Millionen Euro. Für Willingmann ist das KAT „ein wichtiger Katalysator für den Knowhow-Transfer aus der Wissenschaft in die heimische Wirtschaft“. Er betonte: „Viele kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen-Anhalt können sich keine eigene Forschungsabteilung leisten. Um innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen sie also Unterstützung – und finden diese im KAT. Die leistungsfähigen Kompetenzzentren der HAW mit ihren modernen Forschungslaboren decken zahlreiche Zukunftsthemen ab. Damit geben sie heimischen KMU Rückenwind für Innovation wie Weiterbildung und bereiten den Boden für Ansiedlungen und Neugründungen. KAT wirkt!“ Der Präsident der Hochschule Anhalt, Prof. Dr. Jörg Bagdahn, unterstrich: „Dieser Investitionsschub setzt bedeutende Impulse für die Stärkung der Transferlandschaft und stärkt die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Unsere Initiativen fördern Forschung, schaffen Arbeitsplätze und stärken die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen. Die gebündelten Anstrengungen unserer Hochschulen werden ein neues, innovatives Kapitel für unsere Region aufschlagen.“ Die Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal, Prof. Dr. Manuela Schwartz, fügte hinzu: „Das KAT-Netzwerk ermöglicht es der Hochschule Magdeburg-Stendal, die Entwicklung, Erprobung und Evaluation kooperativer Forschung wissenschaftlich zu untersuchen und damit die Innovationskraft in Sachsen-Anhalt zu stärken. Mit der erneuten Förderung bis 2027 intensivieren wir unsere praxisnahe Forschung mit regionalen Unternehmen, um die Wertschöpfung in der Region nachhaltig zu verbessern und die Kompetenzen in unseren Forschungsschwerpunkten Umwelt und Technik sowie Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften interdisziplinär weiter auszubauen.“ Prof. Dr. Folker Roland, Rektor der Hochschule Harz, erklärte: „Das KAT-Netzwerk ist nicht nur für die Hochschule Harz eine enorme Bereicherung, sondern auch für ganz Sachsen-Anhalt. Die zurückliegenden Jahre haben mit einer Vielzahl an Kooperationen zwischen den KAT-Hochschulen und regionalen Unternehmen gezeigt, wie wirkungsvoll diese institutionsübergreifende Zusammenarbeit ist. Ich freue mich, dass die Hochschule Harz sich auch künftig den vielfältigen Herausforderungen in Sachsen-Anhalt im Rahmen des Verbundprojekts annimmt. Zu diesem Zweck wird die bisherige Netzwerkarbeit und Antragsunterstützung für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um eigene Forschungsaktivitäten zu Schwerpunktthemen, ausgerichtet an den Bedürfnissen des Landes, erweitert.“ Prof. Dr. Doreén Pick, Prorektorin für Forschung, Wissenstransfer und Existenzgründung der Hochschule Merseburg, sagte: „Wir freuen uns außerordentlich, dass mit der jüngsten Zuwendung durch das Land Sachsen-Anhalt zukunftsweisende Forschungsprojekte an der Hochschule Merseburg umgesetzt werden können. Als Hochschule für angewandte Wissenschaften zeichnen sich unsere Forschungsprojekte nicht nur durch eine hohe wissenschaftliche Qualität, sondern auch eine hohe Praxisrelevanz aus. Der Zuwendungszeitraum bis Ende 2027 versetzt uns in die Lage, konzeptionell und empirisch exzellente Forschungsprojekte voranzutreiben und zu einem Erfolg für das Land Sachsen-Anhalt zu führen. Diese Forschungsprojekte sind stark auf die Leitmärkte und die Innovationsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt zugeschnitten. Dadurch erwarten wir bedeutende Ergebnisse in den Bereichen Technik, Soziales und Wirtschaft, welche die wichtige Arbeit zum Klimaschutz und zum Thema Nachhaltigkeit unterstützen.“ Im Rahmen des KAT-Netzwerks haben sich die vier HAW für die Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft auf verschiedene Zukunftsthemen spezialisiert. Die Hochschule Anhalt legt den Fokus auf Algenbiotechnologie sowie Ernährung, Lebensmitteltechnologie und Life Sciences. Die Hochschule Harz punktet mit ihrer Expertise in Informationstechnologien, Automatisierung und regionale Transformation, während die Hochschule Magdeburg-Stendal v.a. auf die Bereiche Leichtbau, Recycling und Abwasser setzt. An der Hochschule Merseburg stehen v.a. Chemie, Kunststoffe und Digitalisierung im Mittelpunkt. Anfragen von Unternehmen zu Forschungskooperationen werden entsprechend der genannten Kompetenzen an die jeweilige Hochschule weitergeleitet. Willingmann ernennt Präsidenten der Hochschule Anhalt Im Rahmen der heutigen Hochschulrunde hat Wissenschaftsminister Willingmann zudem Prof. Dr. Jörg Bagdahn erneut zum Präsidenten der Hochschule Anhalt ernannt. Er wurde Mitte Februar 2024 durch den Senat der Hochschule gewählt und tritt am 1. September 2024 seine dritte Amtszeit an. Der Minister gratulierte Bagdahn und wünschte ihm „auch für die kommenden fünf Jahre viele Ideen und Tatkraft sowie allzeit ein glückliches Händchen für die Weiterentwicklung der Hochschule Anhalt“. Hintergrund: Seit der Gründung 2006 wurde das KAT vom Wissenschaftsministerium mit rund 34 Mio. Euro aus EFRE- und Landesmitteln gefördert. Darin enthalten sind auch Gelder für den Aufbau der Innovationslabore an den vier HAW. Hinzu kommen nun weitere 19,8 Mio. Euro bis Ende 2027. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanäle n des Ministeriums bei Facebook , Instagram , LinkedIn , Mastodon und X (ehemals Twitter ). Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de
Die Sonac Mering GmbH, Lechfeldstr. 2, 86415 Mering beantragt die baurechtliche Genehmigung zur zeitlich befristeten (2 Jahre) Errichtung einer Lagerhalle in Leichtbauweise zwischen bereits bestehenden Betriebsgebäuden auf dem Grundstück mit der Flur-Nr. 3242 der Gemarkung Mering
Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft: In Sachsen-Anhalt arbeiten Forschung, Entwicklung und Produktion Hand in Hand. Wissen wird transferiert und angewendet. Anfang 2006 wurde vom Land und den Hochschulen das Kompetenzzentrum für Angewandte und Transferorientierte Forschung ( KAT ) gegründet: Fachhochschulen und Universitäten sorgen dafür, dass gerade kleinere und mittelständische Unternehmen Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung intensiver nutzen. Konkrete Probleme lösen Technologien, Verfahren, Systeme, Dienstleitungen – sie zu entwickeln und Neues aufzuspüren gehört zu den Aufgaben von Unternehmen, die sich Wettbewerbsvorteile auf dem Absatzmarkt sichern wollen. Das KAT unterstützt diese Aktivitäten mit einer Infrastruktur, die Fachhochschulen und Universitäten einbezieht. Wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in marktfähige Produkte umzusetzen, gehört zu den Stärken eines Wirtschaftsstandortes. Netzwerke und Kooperationen spielen für den Wissens- und Technologietransfer eine entscheidende Rolle. Zahlreiche Angebote des KAT fördern die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann das Potenzial der Hochschulen in die Wirtschaft transferiert werden? Die praktische Antwort darauf geben bereits tausende Projekte – vom Strumpfladen, der durch Software-Projekte die Abläufe verbessern konnte, über Brieföffner aus Biowerkstoff, Kekse aus Algen bis zur Entwicklung neuartiger Werkstoffe. Die Partner des Kompetenznetzwerkes lösen konkrete Probleme regionaler Unternehmen. Projekte bis zur Marktreife begleiten Dabei wird nicht allein im Labor „vor sich hin geforscht“, sondern über das Netzwerk verteilt. Wer die beste Lösung anbieten kann, ist der richtige Ansprechpartner. Dafür hat das Land an den Hochschulen profilbildende Kompetenzzentren geschaffen, die sich auf Wirtschaftstraditionen gründen. Merseburg beispielsweise steht für Chemie und Kunststoffe, im Harz geht es vor allem um IT- und Kommunikationstechnologie sowie unternehmensnahe Dienstleistungen, Magdeburg – geprägt durch Maschinen- und Leichtbau – ist ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet und in der Hochschule Anhalt ist Life Science das Schwerpunktthema. Damit die Hemmschwellen nicht unüberwindbar scheinen, wird der Zugang für die Betriebe durch persönliche Kontakte erleichtert. Es gibt in jeder Hochschule einen Ansprechpartner , der sich als Bindeglied zwischen Unternehmen und Hochschule um den Informationsfluss kümmert. Mit dem KAT-Netzwerk haben so auch kleinere, regionale mittelständische Unternehmen den Zugriff auf das gesamte Wissenschaftssystem Sachsen-Anhalts.
Das Recycling von Faserverbundkunststoffen (FVK) ist technisch anspruchsvoll und bedingt die getrennte Erfassung sowie eine aufwendige Demontage. Es findet aktuell in Deutschland kaum statt. Hinzu kommt, dass die derzeitigen Abfallmengen an carbon- und glasfaserverstärkten Kunststoffabfällen (CFK und GFK-Abfälle) gering sind. Das Recycling der ressourceneffizienten Leichtbauwerkstoffe gilt als unwirtschaftlich. Die durchgeführte Marktstudie für Sportboote und Leichtflugzeuge sowie Bedarfsgegenständen aus CFK legt den Verbleib der entsprechenden Altprodukte dar und zeigt, dass die FVK-haltigen Abfälle dieser Produktgruppen sowie teilweise auch die vollständigen Produkte der hochwertigen Verwertung verloren gehen. Das ist von erheblichem ökologischem Nachteil. Eine Bündelung und ein gemeinsames Recycling dieser drei Produktgruppen mit anderen FVK haltigen Abfällen (z.B. Rotorblätter von Windenergieanlagen und bestimmte Bauprodukten) erscheint ökologisch sinnvoll und praktikabel im Sinne einer hochwertigen, schadlosen und wirtschaftlich zumutbaren Abfallverwertung. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel dieses Vorhabens, ein Kreislaufkonzept für Sportboote und Leichtflugzeuge sowie Bedarfsgegenständen aus CFK zu entwickeln. Um ein hochwertiges Recycling zu ermöglichen, müssen Bauteile aus FVK separat erfasst werden. Hierzu wurden detaillierte Handlungsanweisungen für die Trockenlegung, Demontage und Zerkleinerung von Sportbooten und Leichtflugzeugen sowie Möglichkeiten zur Sammlung und Rücknahme von CFK-haltigen Bedarfsgegenständen erarbeitet. Das Konzept schließt die systematische Wiederverwendung und Vorbereitung zur Wiederverwendung ein. Aus Sicht des Umweltschutzes kritische Punkte der Abfallverwertung wurden erkannt, beschrieben und Vorschläge für den sicheren Umgang mit Abfällen erarbeitet. Diese umfassen neben grundlegend wichtigen Empfehlungen zur Verwertung und der Nutzung digitaler Konzepte auch die Berücksichtigung politischer und organisatorischer Instrumente. Die Instrumente umfassen die Einführung von technischen Standards basierend auf den im Rahmen der Studie entwickelten Handlungsanweisungen, die Fortentwicklung bestehender Recyclingverfahren, den digitalen Produktpasses für Sportboote und freiwillige Rücknahmesysteme für CFK-haltige Bedarfsgegenstände. Eine wichtige formale Voraussetzung für die spezialisierte Verwertung ist die Einführung entsprechender Abfallschlüssel, was eine Änderung des Europäischen Abfallverzeichnisses erfordert. Quelle: Forschungsbericht
Am 1. Dezember 2021 tritt die Neufassung der Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt – VwVBU in Kraft. Sie wird auch zu einem Umbau im Bausektors beitragen, denn sie schreibt die Wiederverwendung und das Recycling von Baustoffen beim Rückbau öffentlicher Gebäude verbindlich vor. Bei öffentlichen Hochbauvorhaben müssen außerdem künftig ausschließlich nachwachsende Baustoffe und gütegesicherte Recyclingbaustoffe eingesetzt werden. Der Referent für umweltverträgliche Beschaffung in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Thomas Schwilling erklärt im Interview mit dem Onlinemagazin „recyclingnews“ die wichtigsten Neuerungen. Zum Interview Eine Studie des Wuppertal Instituts im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und eBay-Kleinanzeigen zeigt Einstellungen und Gewohnheiten im Umgang mit Gebrauchtem. Demnach ist der Kauf und Verkauf von Gebrauchtwaren selbstverständlicher Teil des Alltags in deutschen Haushalten. Secondhand habe ein hohes Entwicklungspotenzial, gerade auch in Berlin. Mehr als ein Drittel der Bundesbürger*innen kauft mindestens zwei Mal pro Jahr Gebrauchtes – in Berlin sind es sogar 43 Prozent. Knapp die Hälfte (47 Prozent) der bundesweit Befragten können sich vorstellen, künftig noch mehr auf den Kauf von Gebrauchtwaren zu setzen. Mehr Informationen Gut erhaltene Gebrauchtwaren kann man weiterhin im Re-Use Superstore Im Karstadt am Hermannplatz (jetzt Galeria) erwerben. Die festen und teilweise auch wechselnden Aussteller*innen geben gebrauchten Dingen ein zweites Leben zu den Aussteller*innen gehören: BRAL (IT und Elektrogeräte), Zweimalschön (Vintage-Kleidung), UpCycle Berlin (Möbel), Interseroh (Refurbish von IT), WOLLEN MÖBEL KAUFEN?! (Vintage Möbel). Dienstags und freitags bietet Herr Batman sein Repair Café und Freitag führen die Umweltpeers Neukölln durch den Re-Use Superstore mit den Umweltpeers Neukölln. Daneben gibt es aktuelle Aktionen wie Adventskranzbasteln und Fachworkshops. Das ganze Programm Auf der Berliner Fashion Week im September startete die neue digitale Plattform A–GAIN GUIDE. Eine digitale Karte zeigt die kreativsten und effizientesten Wege zur Reparatur, Wiederverwendung sowie zum Up- und Recycling von gebrauchten Kleidungsstücken in Berlin. Über die Filterfunktion wird angezeigt, welche Änderungsschneidereien, Second Hand Shops, Designer*innen, Sammelstellen, Schustereien und welche weiteren Initiativen als Anlaufstellen im direkten Umfeld zu finden sind. Dadurch erhalten Verbraucher*innen ein umfassendes Angebot zu Re-Use und Recycling von Textilien in Berlin – der A–GAIN GUIDE ist dafür der persönliche Wegweiser. Mehr Informationen Der diesjährige Ideenwettbewerb drehte sich um die besten Tipps zur Lebensmittelrettung. Der erste Preis ging an Ingrid Wolf für ihre Idee “Essbar” – Das Foodsharing Café. Den 2. Platz teilten sich Lisa Shoemaker für ihre Idee, Resteverwertungs-Workshops für Kochlehrer*innen anzubieten, und Simon Herdegen, der durch bedruckte Mehrwegtragetaschen für die Idee sensibilisieren will. Der 3. Preis ging an Canan Kinali für die Idee einer Patchwork-Bakery. Mehr Informationen Am 6. Oktober 2021 haben die Senatsverwaltung für Umwelt, Klimaschutz und Verkehr, der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel sowie der Gesamtverband Deutscher Holzhandel einen digitalen Fachdialog über Re-Use- und Recyclingmöglichkeiten von Dämmstoffen durchgeführt. Dabei wurden erste Erfahrungen zum zirkulären Bauen für Dämmstoffe vorgestellt und ausgetauscht. Das Land Berlin plant, zukünftig nur noch wiederverwendbare und recycelbare Dämmstoffe bei öffentlichen Bauvorhaben einzusetzen. Für die Ressourcenwende in dem Bausektor kommt diesem Projekt eine wichtige Rolle zu. Bericht und Präsentationen Zum Thema Circular Economy erarbeitet DIN zusammen mit Fachleuten und Partnern eine Normungsroadmap. Zunächst soll ein Überblick über den aktuellen Stand und zukünftige Bedarfe im Bereich Normen und Standards zur Kreislaufwirtschaft erstellt werden. Mehr Informationen Die Dialogplattform Recyclingrohstoffe der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) hat vor Kurzem ihre Arbeit aufgenommen. Sie entwickelt Handlungsoptionen, um die Versorgung der deutschen Industrie mit Metallen und Industriemineralen aus sekundären Rohstoffquellen zu verbessern. Zur Website der Dialogplattform In einem Positionspapier fordert das Umweltbundesamt (UBA), ambitionierte Zwischenziele auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Kreislaufwirtschaft habe dabei einen wichtigen Stellenwert: Mit der Nutzung von Recyclingbaustoffen, verbesserten Rezyklaten, Leichtbauweisen im Verkehr, der Umstellung auf langlebigere Produkte u.v.m. ließe sich der Primärrohstoffeinsatzes bis 2050 um insgesamt bis zu 70 % im Vergleich zu 2010 reduzieren, so das UBA. Mehr Informationen Das Neue Europäischen Bauhauses (NEB) ist ein ökologisches, wirtschaftliches und kulturelles Projekt mit Blick auf die Verwirklichung des europäischen „Green Deals“. Dabei sollen die Aspekte Design, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit, Erschwinglichkeit und Investitionen miteinander kombiniert werden, damit Europa bis zum Jahr 2050 klimaneutral wird. Bis zum 25. Januar 22 können Leuchtturmprojekte eingereicht werden, die zur Durchführungsphase des NEB beitragen. Für die Finanzierung des Neuen Europäischen Bauhauses werden im Zeitraum 2021-2022 rund 85 Millionen Euro aus verschiedenen EU-Programmen bereitgestellt. Mehr Informationen Bei ihrer 5. Jahrestagung im Oktober formulierte die re!source Stiftung Erwartungen an die neue Bundesregierung, die Ressourcen- und Klimapolitik auf eine echte zirkuläre Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft auszurichten. Berichte und Interviews Der neue Leitfaden des UBA zeigt, wie die urbane Ressourceninanspruchnahme durch Stadtplanung und -entwicklung reduziert werden kann. Diese Broschüre richtet sich an die kommunale Verwaltungspraxis. Mehr Informationen und Download der Broschüre Die Kampagne „Einmal ohne, bitte” hat sich zum Ziel gesetzt, Verpackungsmüll bei Einkauf und Take-Away konsequent zu vermeiden. Geschäfte und Lokale, die mitmachen, sind an dem Sticker zu erkennen. Mehr zur Kampagne Kunst-Stoffe e.V. wurde für sein Projekt „Zentrum für klimaschonende Ressourcennutzung“ im Haus der Materialisierung mit dem Großen Preis des Umweltfestival 2021 gewürdigt. Weiter-, Wieder- und Geteilt-Nutzung werden hier in einem Verbund mit verschiedenen Partnern qualitativ und quantitativ neu gedacht und in die Breite der Gesellschaft getragen. Kunst-Stoffe e.V. Fachdialog: Re-Use von Textilien – Auf dem Weg in eine zirkuläre Textilwirtschaft in Berlin 01. Dezember 2022, Berlin (online) Der Fachdialog dreht sich um Potentiale, Elemente und Visionen für eine zirkuläre urbane Textilwirtschaft in Berlin. Außerdem werden Beispiele aus der Praxis sowie erste Ideen und Planungen für ein Pop-Up-Lab vorgestellt. Mehr Informationen und Programm Batmans Reparaturcafé Dienstags und freitags, Re-Use Superstore, Karstadt/Galeria am Hermannplatz mehr Infotour durch den Re-Use Superstore mit den Umweltpeers Neukölln Freitags, Re-Use Superstore, Karstadt/Galeria am Hermannplatz mehr Nachhaltigkeitssymposium der Bauwirtschaft 10.-11. Februar 2022, Essen mehr
Das Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum für Polymersynthese und -verarbeitung (PAZ) in Schkopau hat seinen Erweiterungsbau am Donnerstag im Beisein von Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann in Betrieb genommen. Auf 1.000 Quadratmeter zusätzlicher Fläche geht es künftig unter anderem um die Herstellung von Faserverbund-Bauteilen in Großserie für den automobilen Leichtbau sowie um nachhaltige Reifenanwendungen. Die 11-Millionen-Euro-Investition wurde aus Mitteln der Europäischen Union, des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Fraunhofer-Gesellschaft gestemmt. „Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt erlebt mit Blick auf den Wandel hin zur Elektromobilität und nachhaltigem Wirtschaften tiefgreifende Umbrüche. Damit die Unternehmen des Landes die damit einhergehenden Chancen nutzen können, investiert das Land in wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer PAZ“, erklärte Wissenschaftsminister Willingmann. „Unternehmen können in Kooperation mit diesen exzellenten Einrichtungen innovative Produkte entwickeln und dadurch in bewegten Zeiten ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Gerade für die Automotive- und Chemieindustrie hat sich das Fraunhofer PAZ zu einem wichtigen Kooperationspartner entwickelt und als erfolgreiche Schnittstelle zwischen exzellenter Forschung und industrieller Anwendung etabliert.“ Schwerpunkt der Forschungseinrichtung ist die Maßstabsübertragung, also das Überführen neuer Ergebnisse und Ideen aus der Forschung in Größenordnungen, die für die Industrie relevant sind. Unternehmen wie Polymerhersteller, Anlagenbauer oder aus der Automobilindustrie werden so bei der Kommerzialisierung neuer Produkte und Herstellungsverfahren unterstützt. Die erweiterten Räumlichkeiten und neu installierten Geräte im Bereich Polymerverarbeitung bieten insbesondere deutlich verbesserte Möglichkeiten für die Herstellung von thermoplastischen Faserverbund-Bauteilen in Großserie. Diese Technologie ist besonders wichtig für den automobilen Leichtbau – je leichter ein Fahrzeug ist, desto weniger Treibstoff verbraucht es oder desto größer ist seine Reichweite in der Elektromobilität. Ein zweiter Schwerpunkt des erweiterten Profils liegt auf innovativen Kautschuktechnologien, die eine Optimierung bei Haftung (Rollwiderstand), Verschleiß und Abrieb (geringere Mikroplastik-Belastung der Umwelt) von Reifen sowie verbesserte Möglichkeiten zur Kreislaufnutzung (Runderneuerung, Recycling) bieten. Dem Automotive-Sektor in Sachsen-Anhalt werden aktuell etwa 270 Unternehmen mit rund 26.000 Beschäftigten zugerechnet.
Die C. Cramer, Weberei, Heek-Nienborg, GmbH & Co. KG ist eine der ältesten deutschen Webereien für Industriegewebe und Zulieferer von Geweben in der Luftfahrtbranche. Im Bereich der Gewebe umfasst das Produktportfolio Flächengewichte zwischen 55 und 2.000 Gramm pro Quadratmeter aus Carbon, Aramid und anderen gängigen Verstärkungsfasern in Feinheiten zumeist zwischen 22 und 1600 tex. Ein wichtiger Trend in der Leichtbaubranche ist derzeit die Verwendung von IM-Carbontypen (IM = Intermediate Modulus), da diese eine deutlich bessere Steifigkeit als konventionelle Fasern bieten, und sich das Leichtbaupotential von faserverstärkten Kunststoffen somit noch besser ausschöpfen lässt. Deren Verarbeitung ist jedoch aufgrund des feineren Einzelfilamenttiters besonders herausfordernd, insbesondere für Gewebe mit Flächengewichten unter 400 Gramm pro Quadratmeter. Da mit konventioneller Webtechnik eine Gewebeherstellung in der erforderlichen Gleichmäßigkeit nicht möglich war, wurde von der Firma Cramer gemeinsam mit einem Entwicklungspartner eine Lösung auf Prototypenebene entwickelt, die dann in diesem Vorhaben in eine großtechnische Verfahrenslösung überführt wurde. Ziel des Vorhabens war die Reduzierung des bei der Herstellung von IM-Carbongeweben anfallenden Ausschuss- und Abfallanteils um ca. 72 Prozent von bisher 25 Prozent auf 5 Prozent im Vergleich zur Prototypanlage. Ferner sollte der Energieverbrauch um 10 Prozent gesenkt werden. Im Rahmen des Vorhabens wurde die Anlage im Detail konstruiert, aufgebaut und in Betrieb genommen. Die innovative Anlage hat einen besonders flexibel einstellbaren Prozessablauf, bei dem einzelne Bewegungen und Abläufe individuell aufeinander abgestimmt und exakt auf die Erfordernisse des verarbeiteten Garns und die gewünschte Gewebestruktur einstellbar sind. Über ein umfassendes Überwachungskonzept mittels Sensorik an kritischen Maschinenpunkten konnte zudem eine hohe und fehlertolerante Prozesssicherheit erreicht werden. Um den Erfolg der Umsetzung zu beurteilen, wurde eine repräsentative Gewebemenge produziert, die entstehenden Abfallmengen beim Ein- und Abfahren der Anlage, durch Gewebeausschuss und Kantenabfälle erfasst und mit der bisherigen Prototypanlage verglichen. Zudem wurde der Energieverbrauch erfasst. Anhand dessen konnte die Umweltwirkung für den vorgesehenen großtechnischen Einsatz der Anlage bewertet werden. Auf Basis einer jährlichen Produktionsmenge von 18 Tonnen Gewebe konnte der Gewebeausschuss um 94,9 Prozent, entsprechend 4.303 Kilogramm, und der Energieverbrauch um 69,1 Prozent, entsprechend 21.899 Kilowattstunden gesenkt werden. Es können insgesamt 69,995 Tonnen CO 2 vermieden werden. Damit wurden die angestrebten Ziele deutlich übertroffen. Insbesondere die Vermeidung von Carbonfaser-Abfällen ist dabei als sehr wirkungsvoll zu bewerten, da diese nicht vollwertig recycelt, sondern nur in minderwertiger Form z.B. als Kurzfasern oder als Pulver weiterverwertet werden können oder sogar deponiert werden müssen. Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der innovativen Webmaschine ist der erstmalige großtechnische Einsatz dieser Technik in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden. Das Anlagenkonzept ist auf die Mehrzahl von Webereien in unserem Marktumfeld übertragbar. Branche: Sonstiges verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren Umweltbereich: Ressourcen Fördernehmer: C. Cramer, Weberei, Heek-Nienborg, GmbH & Co. KG Bundesland: Nordrhein-Westfalen Laufzeit: 2018 - 2020 Status: Abgeschlossen
Die Allgaier-Group ist ein 1906 gegründetes Unternehmen, das sich heute in zwei Geschäftsbereiche, Automotive und Process Technology, teilt. Die Allgaier Sachsen GmbH ist ein neu gegründetes Unternehmen, das in den Bereich Automotive fällt und schwerpunktmäßig Pressteile sowie einbaufertige Karosseriekomponenten produzie- ren wird. Nach dem derzeitigen Stand der Technik werden Bauteile aus hochfesten Stählen vorwiegend mittels Warmumformung hergestellt. Hierfür ist ein hoher Energie- und Ressourceneinsatz notwendig. Das Unternehmen führt das sogenannte „Variotempo“-Verfahren ein, um künftig die Herstellung vieler dieser Bauteile durch Kaltumformung zu ermöglichen. Hierzu soll am Standort in Oelsnitz/Vogtland eine neuartige Transferpresse für die Großserienproduktion errichtet werden. Zusätzlich soll eine bestehende Presse umgebaut werden, um bei Bedarf auch größere bzw. komplexere Bauteile in einem koppelbaren Prozess produzieren zu können. Mit dem neuen Verfahren können Gewichtseinsparungen von bis zu 60 Prozent pro Bauteil erreicht werden. Die tatsächliche Umweltentlastung ist abhängig von den künftig zu produzierenden Bauteilen. Eine Beispielrechnung unter Zugrundelegung einer Produktion von 100.000 Pkw-Radhäusern ergibt eine Einsparung von ca. 92 Megawattstunden bzw. 34 Tonnen CO 2 pro Jahr. Gleichzeitig wird mit dem neuen Verfahren auch die Fertigung von komplexen, bisher mehrteiligen als nunmehr eintei- liges Bauteil möglich, wodurch aufwendige Fügeprozesse in Form von Schweißen oder Kleben künftig reduziert werden oder sogar komplett entfallen können. Aufgrund der verringerten Anzahl an Fertigungsschritten kommt es zu weniger Material- einsatz, einer Verminderung der Ausschussquote und somit zu Materialeinsparungen. Bei dem von Allgaier entwickelten „Variotempo“-Verfahren handelt es sich um ein grundlegend neues Umformverfahren für hochfesten Stahl und Aluminium, mit dem Umformgrade erreicht werden können, die im Kaltumformungsprozess bisher nicht realisierbar waren. Das neue Verfahren besitzt einen hohen Modellcharakter, da es nicht nur im Automotivbereich eingesetzt werden kann, sondern auch im Gehäuse- und Behälterbau, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Haushaltsgeräte- industrie. Branche: Metallverarbeitung Umweltbereich: Ressourcen Fördernehmer: Allgaier Sachsen GmbH Bundesland: Sachsen Laufzeit: 2015 - 2018 Status: Abgeschlossen
Die Georg Fischer Automobilguss GmbH produziert als 100-prozentige Tochter der Georg Fischer B.V. & Co. KG und somit der Georg Fischer AG Gussteile für hoch beanspruchbare Fahrzeugbauteile. In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen der Automobilhersteller an die Produkte und ihre Qualität verändert. So steigt die Nachfrage nach Leichtbaugussteilen sowie fast einbaufertigen Teilen. Die zunehmende Typenvielfalt der Automobile erfordert zudem ein größeres Angebot an unterschiedlichen Gussteilen. Eine ressourcenschonende Produktion von derart variantenreichen leichten Gussteilen in flexiblen Stückzahlen kann mit bisherigen auf dem Markt verfügbaren Anlagen nicht realisiert werden. Ziel des Projektes ist es daher, eine innovative Anlage zur ressourcenschonenden Produktion von Gussteilen in Mittel- bis Kleinserien für die Fahrzeugindustrie zu errichten. Die Anlage besteht aus mehreren Einzelanlagen, die erstmalig miteinander kombiniert werden sowie einem übergeordneten IT-basierten und lernfähigen Dokumentations- und Steuerungssystem. Wesentliche Komponenten der Anlage sind eine Sandaufbereitungsanlage, eine Formanlage mit neuartiger 3D-Oberlauffräse, eine Vergießeinrichtung mit Druckgießofen, ein Kühlbahnhof für die Gussteilkühlung sowie Anlagen für die Rohgussbehandlung und das oberflächenschonende Gussteil-Handling. Zusätzlich ist ein energieeffizientes Abgaserfassungs- und reinigungssystem für die hohen Volumenströme an sehr feuchten Abgasen geplant. Mit der Ausrichtung der Investition auf Flexibilität, Prozesssicherheit und Ausschuss- und Verbrauchsreduktion wird ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung einer ressourcenschonenden Gussfertigung geleistet. Gemeinsam mit den Entwicklungsabteilungen der Fahrzeughersteller können so in Zukunft verstärkt Leichtbaupotenziale erschlossen und somit jährlich über 11.000 Tonnen CO 2 -Emissionen vermieden werden. Branche: Sonstiges verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren Umweltbereich: Ressourcen Fördernehmer: Georg Fischer B.V. & Co. KG Bundesland: Baden-Württemberg Laufzeit: 2014 - 2016 Status: Abgeschlossen
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