Nachtfalter stellen ein sehr artenreiches Segment der herbivoren Insekten in allen terrestrischen Ökosystemen dar. Durch die enge Verflechtung mit den Nahrungspflanzen ihrer Larven reagieren Nachtfalter empfindlich auf Veränderungen der Artenzusammensetzung und Struktur der Vegetation in ihren Habitaten. Zugleich lassen sich Nachtfalter durch Lichtfänge bzw. Anlockung mit Fruchtködern systematisch und standardisiert erfassen. Wir untersuchen an mehreren taxonomischen Gruppen (besonders Noctuoidea, Geometroidea, Pyraloidea) im Vergleich, wie stark sich die Artengemeinschaften der Nachtfalter in unterschiedlichen Waldökosystemen voneinander unterscheiden, welche Gruppen als Indikatoren besonders geeignet sind und ob sich die Nachtfalter-Taxozönosen temperater Ökosysteme von solchen tropischer Wälder grundlegend unterscheiden. Darüber hinaus benutzen wir die empirischen Daten aus den Aufsammlungen, um unterschiedliche Methoden der Quantifizierung von 'Biodiversität' zu evaluieren und methodische Standards für tierökologische Habitatbeurteilungen zu erarbeiten.
Bestäubung ist ein essenzieller regulatorischer Ökosystemdienst, der bei Kulturpflanzen vor allem von Insekten erbracht wird und der bei 75% aller global von Menschen genutzten Kulturpflanzen erforderlich ist. In den vergangenen Jahren lag der Fokus vieler Studien auf Bienen und anderen tagaktiven Bestäubern aufgrund der drastischen globalen Rückgänge. Die nachtaktiven Gruppen, wie Macrolepidoptera, haben trotz ihrer potenziellen Rolle bei der Ergänzung der tagaktiven Blütenbesucher und deren Bestäuberleistungen nicht viel Aufmerksamkeit erhalten. Diese Studie wird die Komplexität der Pollentransportnetze und der Bestäubung von Kaffee (Coffea arabica: Rubiaceae) und Papaya (Carica papaya: Caricaceae) durch nächtliche Macrolepidoptera und tagaktiven Bestäubern entlang eines Gradienten der Landnutzungsintensivierung in Taita Hills Biodiversitäts-Hotspots, Kenia, von Februar 2023 bis Januar 2026 untersuchen. Gemeinschaften von nachtaktiven Macrolepidoptera werden mit Lichtfallen und zeitgefristeten visuellen Zählungen erfasst, während Pollen mit DNA-Metabarcoding-Techniken untersucht werden, um Pflanzen-Pollinator-Netzwerke zu erstellen. Tagaktive Blütenbesucher werden anhand von Pfannenfallen und zeitabhängigen visuellen Zählungen auf Kulturpflanzen beprobt, um Vergleiche zwischen tag- und nachtabhängigen Pflanzen-Bestäuer-Netzwerken zu ermöglichen. Die Studie wird die entscheidende Rolle von nachtaktiven Macrolepidoptera beim Pollentransport und ihren wirtschaftlichen Beitrag zur Kulturpflanzenproduktion ermitteln.
Zielsetzung:
Im Rahmen des beantragten Projektes soll eine verfahrenstechnische Lösung zur Reinigung von separiertem Grauwasser in Kombination mit der Energieerzeugung durch Photovoltaiksysteme als Kombinationsansatz entwickelt werden. Hierbei sollen Photovoltaikmodule mit photokatalytisch aktiven, dreidimensionalen Strukturen versehen werden. Diese Strukturen sollen aus Lichtfallen bestehen, welche durch eine photokatalytische Beschichtung von der Solarzelle nicht nutzbares UV-A Licht zur Reinigung von separiertem Grauwasser nutzt.
Fazit:
Das Fazit der vorliegenden Studie zeigt, dass das adaptiv entwickelte System zur Aufbereitung von Grauwasser mittels Photokatalyse und der gleichzeitigen Nutzung energetisch symbiotischer Effekte teilweise erfolgreiche Ergebnisse lieferte. Während unter Laborbedingungen der Abbau von Medikamentenspuren wie Diclofenac und Ibuprofen nachgewiesen werden konnte, war der Abbau im Feldversuch, insbesondere von Ibuprofen, weniger erfolgreich. Der eingesetzte TiO2-Katalysator zeigte jedoch eine signifikante Reduktion der Halbwertszeit von Diclofenac. Zudem führte die Aluminium-Waben-Lichtfalle zu einem erhöhten Energieertrag der Photovoltaik (PV)-Paneele, obwohl der erwartete kühlende Effekt durch das Grauwasser nicht eindeutig verifiziert werden konnte. Trotz der positiven Aspekte der Wabenstruktur in Bezug auf die Reaktionsoberfläche, beeinträchtigte die beobachtete Schleierbildung die Energieerzeugung. Insgesamt wurden zufriedenstellende Ergebnisse erzielt, doch weitere Untersuchungen unter realen Bedingungen sind notwendig, um die Effizienz des Systems zu verbessern.