<p>Die soziale Lage entscheidet mit darüber, ob und in welchem Umfang Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch Umweltschadstoffe belastet sind. Strukturell schlechter gestellte Menschen sind von Umweltproblemen oftmals stärker betroffen als strukturell besser Gestellte.</p><p>Strukturell und gesundheitlich benachteiligt</p><p>Bildung, Einkommen und Faktoren wie die berufliche Stellung beeinflussen die Wohnbedingungen und Lebensstile sowie die damit verbundenen Gesundheitsrisiken der Menschen. Das belegen sozial- und umweltepidemiologische Untersuchungen wie die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/belastung-des-menschen-ermitteln/deutsche-umweltstudie-zur-gesundheit-geres">Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit (GerES)</a>, die das Umweltbundesamt seit dem Jahr 1985 durchführt.</p><p>Diese Studien zeigen, dass strukturell benachteiligte Bevölkerungsgruppen in den meisten Fällen häufiger und stärker von Umweltproblemen betroffen sind als strukturell besser Gestellte. Sie verfügen meist auch nicht über die Ressourcen, um solche Belastungen zu vermeiden. In einigen Fällen sind aber auch strukturell besser Gestellte höher belastet.</p><p>Nach den Ergebnissen der bundesweit repräsentativen Umweltbewusstseinsstudie von 2024 fühlten sich in Deutschland rund 31 % der Befragten durch Umweltprobleme gesundheitlich „sehr stark“ oder „stark“ belastet. Dabei nahmen Befragte mit niedrigem Einkommen subjektiv deutlich häufiger umweltbedingte Gesundheitsbelastungen wahr als Befragte mit hohem Einkommen. Das galt insbesondere für Hitzeperioden sowie Schadstoffe in Trinkwasser und Lebensmitteln (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltbewusstsein-in-deutschland-2024">UBA 2025</a>).</p><p>Umweltbedingte Mehrfachbelastungen</p><p>In einer Studie von 2024 konnte für Deutschland gezeigt werden, dass Haushalte mit geringeren Einkommen häufiger in Gebieten leben, in denen Mehrfachbelastungen aus schlechter Luftqualität (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/p?tag=PM25#alphabar">PM2,5</a>, Stickstoffdioxid), Lärm und besonders hohen Lufttemperaturen auftreten als finanziell besser gestellte Haushalte (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/soziale-aspekte-der-umweltpolitik">UBA 2024</a>).</p><p>Für das Land Berlin wurde ein „Umweltgerechtigkeitsmonitoring“ entwickelt, das über die sozialräumliche Verteilung gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen und -ressourcen Auskunft gibt. Aktuelle Daten zeigen, dass es in der Stadt viele Gebiete gibt, die gleichzeitig Lärm- und Luftbelastungen aufweisen, einen Mangel an Grünflächen besitzen und eine hohe soziale Problemdichte (u. a. eine hohe Arbeitslosigkeit) haben und damit mehrfach belastet sind (<a href="https://www.berlin.de/sen/uvk/umwelt/nachhaltigkeit/umweltgerechtigkeit/">SenUVK 2022</a>).</p><p>In einer Studie in Dortmund wurden im nördlichen Teil der Stadt zahlreiche „Hotspots“ identifiziert, in denen es gleichzeitig eine hohe <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/s?tag=soziale_Verwundbarkeit#alphabar">soziale Verwundbarkeit</a> (u.a. mit einer hohen Anzahl an Transferleistungsempfänger*innen und Menschen mit Migrationshintergrund) und umweltbedingte Mehrfachbelastungen gibt. In den „Hotspots“ konzentrierten sich hohe Feinstaub (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/p?tag=PM10#alphabar">PM10</a>), Stickstoffdioxid (NO2) und Lärmbelastungen sowie eine große Entfernung zu Grünflächen (<a href="https://doi.org/10.3390/ijerph13070691">Shrestha et al. 2016</a>).</p><p>Belastungen durch Straßenverkehr </p><p>Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status sind in Deutschland öfter verkehrs- und industriebedingten Luftschadstoffen ausgesetzt als Menschen mit einem hohen sozioökonomischen Status. Sie fühlen sich auch häufiger durch äußere Umwelteinflüsse belästigt. Drei Beispiele:</p><p>Lärmbelästigung und Lärmbelastung</p><p>Eine dauerhafte Lärmbelastung kann krank machen (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/einfluss-des-laerms-auf-psychische-erkrankungen-des">UBA 2023</a>). Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status sind sowohl subjektiv als auch objektiv mehr Lärm und insbesondere Straßenverkehrslärm im Wohnumfeld ausgesetzt als Menschen mit höherem sozioökonomischen Status. Fünf Beispiele:</p><p>Zugang zu Grünräumen</p><p>Bundesweit repräsentative und regionale Studien zur sozialräumlichen Verteilung von Umweltressourcen in Deutschland zeigen, dass Menschen mit geringeren Einkommen und niedrigem Bildungsniveau häufig einen schlechteren Zugang zu umweltbezogenen Gesundheitsressourcen wie Grün- und Freiflächen haben:</p><p>Innenraumluftbelastungen</p><p>In Innenräumen ist die Situation komplexer. Die Qualität der Innenraumluft ist von vielen Faktoren abhängig, unter anderem von der Wohnungseinrichtung und dem Verhalten der Bewohnerinnen und Bewohner. In GerES V wurde die Schadstoffbelastung der Innenraumluft bei Kindern und Jugendlichen erfasst (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltbewusstsein-in-deutschland-2024">UBA 2025</a>). Drei Beispiele:</p><p>Schadstoffe im Menschen </p><p>In GerES V wurden im Rahmen des Human-Biomonitoring Schadstoffe und ihre Abbauprodukte im Blut und Urin der Teilnehmenden analysiert (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/deutsche-umweltstudie-zur-gesundheit-von-kindern-1">UBA 2023</a>). Die Belastung durch Umweltschadstoffe ergibt ein uneinheitliches Bild, wie drei Beispiele zeigen:</p><p>Umweltassoziierte Erkrankungen</p><p>Auch bei den umweltassoziierten Erkrankungen zeigt sich ein differenziertes Bild in Abhängigkeit vom sozioökonomischen Status:</p><p>Die Verbesserung der Datenbasis über die soziale Verteilung von Umweltbelastungen und deren gesundheitliche Auswirkungen ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Die Verknüpfung von Umwelt-, Gesundheits- und Sozialberichterstattung ist ein Aufgabenfeld, das stärker verfolgt werden muss. Aussagekräftige Daten bilden die Grundlage, auf der sich umweltpolitische, verkehrsplanerische und verbraucherbezogene Maßnahmen gezielter planen und umsetzen lassen.</p><p><em>Tipps zum Weiterlesen:</em></p><p><em>Bolte, G., Bunge, C., Hornberg, C., Köckler, H. (2018): Umweltgerechtigkeit als Ansatz zur Verringerung sozialer Ungleichheiten bei Umwelt und Gesundheit. Bundesgesundheitsblatt, 61. Jg. (6): 674–683.</em></p><p><em>Bolte, G., Bunge, C., Hornberg, C., Köckler, H., Mielck, A. (Hrsg.) (2012): Umweltgerechtigkeit. Chancengleichheit bei Umwelt und Gesundheit: Konzepte, Datenlage und Handlungsperspektiven. Hans Huber Verlag, Bern.</em></p><p><em>Rehling, J., Bunge, C. (2020): Umweltgerechtigkeit in Städten. Empirische Befunde und Strategien für mehr gesundheitliche Chancengleichheit. Informationen zur Raumentwicklung (IzR) 47 (1).</em></p><p><em>Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität und Verbraucher- und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimaschutz#alphabar">Klimaschutz</a> (SenUMVK) Berlin (Hrsg.) (2022): Die umweltgerechte Stadt. Umweltgerechtigkeitsatlas. Aktualisierung 2021/2022. Berlin.</em></p><p> <a href="https://difu.de/projekte/2012/umweltgerechtigkeit-im-staedtischen-raum"><i></i> difu: Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum</a> <a href="https://www.who.int/europe/publications/i/item/9789289054157"><i></i> 2019: WHO-Bericht: “Environmental health inequalities in Europe. Second assessment report” (englisch)</a><a href="https://www.who.int/europe/publications/i/item/9789289002608"><i></i> 2012: WHO-Bericht „Environmental Health Inequalities“ (englisch)</a><a href="https://www.umweltbundesamt.de/dokument/bericht-strategien-fuer-mehr-umweltgerechtigkeit"><i></i> 2011: Bericht „Strategien für mehr Umweltgerechtigkeit“</a><a href="https://www.umweltbundesamt.de/dokument/ungleichheit-gesundheitsrelevanter"><i></i> 2009: Bericht „Umwelt, Gesundheit und soziale Lage.</a><a href="https://www.umweltbundesamt.de/dokument/umweltgerechtigkeit-die-soziale-verteilung"><i></i> 2008: Dokumentation der Fachtagung „Umweltgerechtigkeit – die soziale Verteilung gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen“</a> </p><p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umsetzung-einer-integrierten-strategie-zu"><i></i> Umsetzung einer integrierten Strategie zu Umweltgerechtigkeit – Pilotprojekt in deutschen Kommunen</a><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltgerechtigkeit-im-staedtischen-raum"><i></i> Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum – Entwicklung von praxistauglichen Strategien und Maßnahmen zur Minderung sozial ungleich verteilter Umweltbelastungen</a><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/untersuchungen-beitraege-von-umweltpolitik-sowie-0"><i></i> Ökologische Gerechtigkeit - Entwicklung einer Strategie</a><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umid-022011-themenheft-umweltgerechtigkeit-ii"><i></i> UMID 02/2011: Themenheft Umweltgerechtigkeit II</a><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umid-022008-themenheft-umweltgerechtigkeit-umwelt"><i></i> UMID 02/2008: Themenheft Umweltgerechtigkeit - Umwelt, Gesundheit und soziale Lage</a></p>
Der Luftgütebericht stellt die umfangreichste Form der Berichterstattung über das gesamte Luftmessnetz des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern dar. Bis zum Jahr 2008/2009 werden im zweijährigen Rhythmus mit diesen Luftgüteberichten die validierten Daten und die Ergebnisse der Laboruntersuchungen veröffentlicht. Der Luftgütebericht liegt in gebundener Form vor (seit dem Jahr 2004 steht er ebenfalls zum Download bereit). Ab dem Jahr 2010 erscheint dieser Bericht nur noch jährlich. Er beschreibt von der Messwertgewinnung über die -verarbeitung bis zur Publikation alle mit dem Messnetz in Verbindung stehenden relevanten Informationen. Dazu gehören neben der exakten Beschreibung der einzelnen Messstationen (geographische Lage, klimatische Bedingungen, vorherrschende beeinflussende Emissionsquellen, ...) ebenso alle Messdatenauswertungen in tabellarischer Form.
Die Zusammenfassung der validierten Jahresdaten erfolgt in Jahresberichten zur Luftgüte und gibt Auskunft über den Zustand der Luftqualität in Mecklenburg-Vorpommern. Der Luftgütebericht enthält die jährlichen Messdatenauswertungen aller Messstationen in tabellarischer Form und eine kurze Analyse der Daten. Bis zum Jahr 2009 erschien zusätzlich zum jährlichen Kurzbericht zur Luftgüte ein ausführlicher Zwei-Jahresbericht zur zum Zustand der Luftqualität in Mecklenburg-Vorpommern.
In diesem Bericht werden die im Jahr 2014 durch das LANUV ermittelten Immissionsbelastungen der Luftqualität in NRW mit den Immissionsgrenzwerten der EU-Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG (39. BImSchV) verglichen und bewertet. Der langfristig zu beobachtende Trend abnehmender Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid setzte sich im Jahr 2014 fort. Für Feinstaub PM 10 und PM 2,5 sowie die Inhaltsstoffe von PM 10 konnten erstmalig die Grenz- und Zielwerte eingehalten werden. Dies ist auf das Zusammenspiel verschiedener Ursachen zurückzuführen. Zum einen zeigte die Vielzahl von lokalen und regionalen Maßnahmen zur Luftreinhalteplanung ihre Wirkung. Des Weiteren ist die Hintergrundbelastung durch Feinstaub zurückgegangen. Schließlich ist der Rückgang auch auf die besonders günstigen meteorologischen Bedingungen im Jahr 2014 zurückzuführen, in dem außer im März 2014 (zur Erinnerung: Fahrverbotsdiskussion Paris) nur wenige Wetterlagen ungünstige Austauschbedingungen aufwiesen. Verglichen mit den Vorjahren ist an den Verkehrsstandorten in NRW bei Stickstoffdioxid ein geringfügiger Rückgang der Belastung feststellbar. Die Jahresmittelwerte verbleiben auf hohem Niveau. Bezogen auf die Anzahl und Höhe der Grenzwertüberschreitungen ist Stickstoffdioxid derzeit als kritischster Luftschadstoff zu bewerten.
<p>Umweltprüfungen sind wichtige Verfahrensschritte bei der Aufstellung von Plänen und Programmen und bei der Zulassung von großen Projekten. Sie helfen die Umweltauswirkungen zu verringern.</p><p>Wie können Bürger*innen an Umweltverträglichkeitsprüfungen teilhaben?</p><p> Die Beteiligungsmöglichkeiten von Bürger*innen an Umweltverträglichkeitsprüfungen sind gesetzlich geregelt. Sie reichen vom Erhalt von Informationen, zum Beispiel durch Einsichtnahme in Dokumente, wie den UVP-Bericht, bis zur Erhebung von Einwendungen und der Teilnahme an Erörterungsterminen. Einwendungen zum UVP-Bericht und den weiteren umweltrelevanten Dokumenten eines laufenden… <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/wie-koennen-buergerinnen-an">weiterlesen <i></i></a> </p><p>Welche Aufgaben hat das UBA im Themenfeld Umweltprüfungen?</p><p> Die Aufgaben des Umweltbundesamts sind im UBA-Errichtungsgesetz festgelegt. Hiernach informiert das UBA die Öffentlichkeit zu allen Umweltfragen, so auch zu den Umweltprüfungen UVP und SUP. Als wissenschaftliche Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesumweltministeriums beraten wir das BMUV und andere öffentliche Stellen zu Fragen der Umweltp… <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/welche-aufgaben-hat-das-uba-im-themenfeld">weiterlesen <i></i></a> </p><p>Kann mich das UBA bei einem konkreten Vorhaben in meiner Nachbarschaft unterstützen?</p><p> Das UBA informiert die Öffentlichkeit zu Fragen der UVP und SUP und kann zum Beispiel dabei helfen, Verständnisfragen zu klären. Das Umweltbundesamt hat zumeist keine Kenntnis über konkrete Bauvorhaben vor Ort und verfügt auch nicht über die Befugnis, die Arbeit von Zulassungsbehörden in konkreten Einzelfällen zu bewerten oder gar dagegen einzuschreiten. Insofern fü… <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/kann-mich-das-uba-bei-einem-konkreten-vorhaben-in">weiterlesen <i></i></a> </p><p>Warum wird die Öffentlichkeit an Umweltverträglichkeitsprüfungen beteiligt?</p><p> Bei der Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung spielt die Beteiligung der Öffentlichkeit eine wichtige Rolle. Die Bürger*innen sollen anhand des UVP-Berichts erkennen können, ob sie durch das geplante Vorhaben selbst betroffen sind. Darüber hinaus können die Bürger*innen ihr Wissen und ihre Bedenken in das Verfahren einbringen und so zu einer besseren Entscheidung der Behörde beitrag… <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/warum-wird-die-oeffentlichkeit-an">weiterlesen <i></i></a> </p><p>Was sind Umweltprüfungen?</p><p>Der Begriff Umweltprüfungen umfasst die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=Umweltvertrglichkeitsprfung#alphabar">Umweltverträglichkeitsprüfung</a> (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UVP#alphabar">UVP</a>) und die Strategische Umweltprüfung (SUP).</p><p>Die zwei Prüfungen zielen darauf ab, die Umweltauswirkungen der Realisierung von Plänen und Programmen der öffentlichen Hand oder der Verwirklichung von Einzelprojekten (z.B. große Bauvorhaben) in Hinblick auf Umweltschutzbelange und -ziele zu ermitteln, zu beschreiben und zu bewerten.</p><p>Die SUP setzt damit im Vergleich zur UVP wesentlich früher an, um umweltverträgliche Lösungen zu finden. Üblicherweise werden erst Pläne aufgestellt und später dann Einzelvorhaben im Geltungsbereich der Pläne zugelassen. Im Zulassungsverfahren stehen der Standort oder ungefähre räumliche Verlauf eines Vorhabens bereits mehr oder weniger fest. Deshalb ist es wichtig, auch bereits auf der vorgelagerten Planungsebene mithilfe der SUP die Umweltauswirkungen intensiv zu betrachten, um eine an der Umweltvorsorge orientierte räumliche Zuordnung von Nutzungen zu ermöglichen.</p><p>Typische Anwendungsbeispiele für Umweltprüfungen in Deutschland sind Verfahren zur Planung oder Zulassung großer Infrastrukturprojekte.</p><p>Grundprinzipien der Umweltprüfungen</p><p>Die Grundidee beider Prüfverfahren ist ähnlich: Die Umweltauswirkungen der Realisierung von größeren privaten oder öffentlichen Vorhaben oder von Plänen und Programmen der öffentlichen Hand werden frühzeitig ermittelt, beschrieben und bewertet.</p><p>Gegenstand der Umweltprüfungen sind die im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/uvpg/BJNR102050990.html">Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG)</a> genannten Schutzgüter: Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit, Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klima#alphabar">Klima</a>, Luft, Landschaft, Boden, Fläche, Wasser, kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkung zwischen diesen Schutzgütern.</p><p>Im Verlauf der Umweltprüfung können Bürgerinnen und Bürger, andere Behörden, betroffene Gemeinden und Landkreise und weitere Gebietskörperschaften zu dem Vorhaben oder Plan und seinen Umweltauswirkungen Stellung beziehen. Dabei steht Ihnen insbesondere der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UVP#alphabar">UVP</a>-Bericht (bei der UVP) bzw. der Umweltbericht (bei der SUP) als Informationsquelle zur Verfügung.</p><p>Das Verfassen lesefreundlicher Dokumente für Umweltprüfungen will gelernt sein. Hier stellt das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a> für Fachleute Tipps für das Schreiben gut verständlicher Unterlagen zur Verfügung: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/uba-tipps-fuer-verstaendliche-dokumente-in">UBA-Tipps für verständliche Dokumente in Umweltprüfungen | Umweltbundesamt</a></p><p>Bei der <strong>UVP</strong> für ein Vorhaben erstellt die zuständige Behörde unter Einbeziehung aller gesammelten Informationen, einschließlich der Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit und von Behörden, eine zusammenfassende Darstellung der Umweltauswirkungen und der notwendigen Maßnahmen zu ihrer Verringerung. Anschließend bewertet die für das Vorhaben zuständige Behörde die vorliegenden Informationen und berücksichtigt diese begründete Bewertung bei der Entscheidung über die Zulässigkeit des Vorhabens.</p><p>In einer <strong>SUP</strong> für einen Plan oder ein Programm überprüft die zuständige Behörde nach Abschluss der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung unter Berücksichtigung aller vorliegenden Informationen die Darstellungen und Bewertungen des Umweltberichts. Das Ergebnis dieser Überprüfung berücksichtigt die Behörde im parallel laufenden Verfahren zur Planaufstellung.</p><p>Eine <strong>grenzüberschreitende UVP oder SUP</strong> erfolgt, wenn ein geplantes Vorhaben oder die Realisierung eines zu prüfenden Plans potenzielle Auswirkungen auf die Umwelt in einem oder mehreren benachbarten Staaten hat. <br>In diesen Fällen werden die Umweltauswirkungen über Landesgrenzen hinweg ermittelt, beschrieben und bewertet und die Öffentlichkeit und die Behörden des Nachbarstaats werden beteiligt.</p><p>Ablauf einer UVP kurz erklärt in sechs Bildern</p><p>Wenn etwas gebaut wird, dann kann das unsere Umwelt negativ beeinflussen. Wird bei großen Projekten eine Genehmigung beantragt, sieht das Gesetz eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vor.</p><p>Eine UVP ist der Teil eines Zulassungsverfahrens, im dem alle erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt noch vor der Umsetzung systematisch untersucht und bewertet werden.</p><p>In einer UVP wird beispielsweise überprüft, ob ein Vorhaben die Luftqualität belastet, ob Lärm entsteht, wie viel Fläche verbraucht wird und ob das Vorhaben schädlich für das Klima, Flora und Fauna oder uns Menschen ist.</p><p>Die Ergebnisse werden in einem Bericht, dem sogenannten „UVP-Bericht“, zusammengefasst und veröffentlicht – gerade auch im Internet in den UVP-Portalen. Jetzt können Bürgerinnen und Bürger erkennen, ob sie vom Vorhaben betroffen sind, Einwendungen erheben und ihr Wissen einbringen. Auch andere Behörden werden beteiligt.</p><p>Die UVP dient der Behörde so als Grundlage für eine bessere Entscheidung. So können negative Veränderungen unserer Umwelt frühzeitig erkannt, vermieden, verringert oder, wenn nicht anders möglich, ausgeglichen werden.</p><p>Nach Abschluss des Zulassungsverfahrens überwacht die zuständige Behörde die Einhaltung der umweltbezogenen Bestimmungen des Zulassungsbescheids.</p><p>Umweltprüfungen wirken!</p><p>Die Umweltprüfungen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UVP#alphabar">UVP</a> und SUP leisten einen wichtigen Beitrag zur umweltbezogenen Verbesserung von Plänen/Programmen und Entscheidungen über die Zulassung von Vorhaben. Sie ermöglichen es der verfahrensführenden Behörde durch die systematische und frühzeitige Erfassung und Bewertung von Umweltauswirkungen – bevor sie entstehen – eine rechtssichere Entscheidung zu treffen und dabei die gesundheits- und umweltbezogenen Belange der Menschen und unserer Umwelt angemessen zu berücksichtigen. Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a> hat die positive Wirkung der Umweltprüfungen untersuchen und evaluieren lassen. Fazit: Die Umweltprüfungen sind ein wirksames Instrument der Umweltvorsorge.</p><p>Hier gelangen Sie zu weiteren Informationen zur Wirkung der Umweltprüfungen: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/evaluation-der-praxis-der-strategischen">Evaluation SUP</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/evaluation-des-uvpg-des-bundes">UVP</a>.</p><p>UVP-Portale erleichtern Zugang zu Unterlagen</p><p>Informationen und insbesondere Unterlagen für die Öffentlichkeit zu allen aktuellen Zulassungsverfahren mit <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UVP#alphabar">UVP</a> sind in Deutschland über die UVP-Portale des Bundes und der Länder im Internet zugänglich.</p><p>Das <a href="http://www.uvp-portal.de/">UVP-Portal des Bundes</a> wird vom Umweltbundesamt betrieben. Alle Zulassungsbehörden des Bundes stellen zu den bei ihnen durchzuführenden Umweltverträglichkeitsprüfungen im Bundesportal Informationen für die Öffentlichkeit bereit. Zunehmend werden im Bundesportal auch Informationen zu den Strategischen Umweltprüfungen der Bundesebene vorgehalten. Darüber hinaus finden sich im Bundesportal Informationen zu allen „negativen Vorprüfungen“ der Bundesbehörden. Darunter versteht man die Entscheidung einer Behörde im Einzelfall keine UVP durchzuführen, weil eine kursorische Prüfung ergeben hat, dass keine oder nur geringfügige Umweltauswirkungen zu erwarten sind.</p><p>Die laufenden UVP-Informationen der Bundesländer sind über das gemeinsame <a href="https://www.uvp-verbund.de/startseite">Länder-Verbundportal</a> abrufbar. Das Portal der Länder ist auch über das <a href="https://www.uvp-portal.de/de/node/422">Bundesportal</a> zugänglich. Zudem weist das Umweltprüfungsportal des Bundes den Weg in die UVP-Portale unserer Nachbarstaaten, weiterer Länder in Europa und darüber hinaus sowie zu den Umweltprüfungen internationaler Organisationen.</p><p>Forschungsvorhaben und Förderprojekte</p><p>Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a> konzipiert und vergibt Forschungsvorhaben zu Umweltprüfungen. Daneben fördern wir mit dem Instrument der Verbändeförderung beispielgebende Projekte von Umweltverbänden und -vereinen in Deutschland. Zudem führen wir internationale Beratungshilfeprojekte in Mittel- und Osteuropa, dem Kaukasus und den Staaten Zentralasiens zum Thema Umweltprüfungen durch. </p><p>Nähere Informationen finden sich in der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/umweltpruefungen/forschungsvorhaben-weitere-projekte">Übersicht der Forschungsvorhaben und Förderprojekte zu Umweltprüfungen</a>.</p><p>Weiterführende Informationen</p><p> </p><p><em>Rechtsgrundlagen der Umweltprüfungen</em></p><p><em>Leitfäden und Handreichungen</em></p><p><em>Weiterführende Links</em></p>
Rund 90 Prozent der Bevölkerung europäischer Großstädte sind gefährlichen Luftschadstoffen ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht „Luftqualität in Europa 2013" der Europäischen Umweltagentur (EEA), der am 15. Oktober 2013 veröffentlicht wurde. Der EEA-Bericht zeigt auf, dass zwischen 2009 und 2011 96 Prozent der Stadtbevölkerung Feinstaubbelastungen ausgesetzt waren, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als gesundheitsschädlich eingestuft werden. 98 Prozent der Großstädter waren von überhöhten Ozonwerten betroffen.
Für verschiedene Zeiträume (2 Jahre, 1 Jahr, Quartal, Monat, Woche, Tag) werden die Luftgütedaten dokumentiert und analysiert.
Nach Abschluss aller Messungen und Qualitätskontrollen legt das LANUV nunmehr die Messergebnisse des Jahres 2010 für alle Luftverunreinigungen vor, für die europaweit einheitliche Grenzwerte und Zielwerte festgelegt worden sind. Der Bericht zeigt ein zweigeteiltes Bild der Luftbelastung in NRW. Die Feinstaubbelastung (PM10) ist weiter zurückgegangen. An 5 von 69 Messstationen wurde der Grenzwert für das Tagesmittel von 50 µg/m³ (bei 35 zulässigen Überschreitungen pro Jahr) überschritten. 2009 kam es noch an 8 Messstationen zu Überschreitungen, im Jahr 2007 sogar an 17 Messorten. Dagegen bietet die nahezu unverändert hohe Luftbelastung durch Stickstoffdioxid weiterhin Anlass zur Besorgnis. 78 von 121 Messstationen überschritten den Grenzwert von 40 µg/m³ im Jahresmittel, der ab 2010 erstmals eingehalten werden musste. Alle Messstellen mit Überschreitungen lagen an dicht bebauten Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen. Die Auswertung der Messwerte weiterer wichtiger Luftverunreinigungen (Schwefeldioxid, Blei, Arsen und Cadmium als Bestandteile des Feinstaubs) haben ergeben, dass die Grenz- und Zielwerte an allen Stationen in NRW sicher eingehalten werden. Der ab 2015 gültige Grenzwert von 25 µg/m³ im Jahresmittel für die noch feinere Staubfraktion PM2.5 wurde bereits 2010 überall in NRW eingehalten. Bei den Luftschadstoffen Nickel, Benzo[a]pyren und Benzol wurden vereinzelt Überschreitungen von Grenz- und Zielwerten festgestellt, die im Nahbereich industrieller Anlagen aufgetreten sind. Die Spitzenbelastungen durch Ozon sind gegenüber 2009 wieder angestiegen, lagen jedoch deutlich unterhalb der Spitzenkonzentrationen, die in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aufgetreten sind (z.B. 1990, 1994 und 1995).
Der Bericht zur Luftqualität im Jahr 2012 in NRW beschreibt und beurteilt die im Landesmessnetz des LANUV ermittelten Messwerte und Kenngrößen. Er gliedert sich in diesem Jahr in drei Teile und beschreibt damit umfassender als in den vergangenen Jahresberichten das gesamte regelmäßig durchgeführte Messprogramm.
Das LANUV hat die Ergebnisse des Luftmessnetzes für das Jahr 2011 für Luftverunreinigungen mit Immissionsgrenzwerten nach EU-RL 2008/50/EG und 39. BImSchV und für Ozon vollständig ausgewertet und validiert. Insgesamt zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Grenzwertüberschreitungen durch Feinstaub (PM10-Tagesmittel) sind gegenüber den Vorjahren deutlich angestiegen, vor allem bedingt durch häufige Wetterlagen mit ungünstigen Austauschbedingungen im Frühjahr und im November 2011. Trotz dieser ungünstigen Austauschbedingungen ist die Luftbelastung durch Stickstoffdioxid das zweite Jahr in Folge leicht zurückgegangen. Zwar gibt es noch zahlreiche Grenzwertüberschreitungen, jedoch liegt das Maximum der Stickstoffdioxidkonzentrationen in den Jahren 2007 bis 2009 hinter uns. Für die Luftschadstoffe Schwefeldioxid und Benzol werden die Grenzwerte überall eingehalten. Die europaweiten Grenz- und Zielwerte für die giftigen und teilweise krebserzeugenden Inhaltsstoffe des Feinstaubs (Verbindungen von Blei, Arsen, Cadmium und Nickel sowie PAK (Benzo[a]pyren)) werden bis auf eine Ausnahme (Nickel im Nahbereich eines Edelstahlwerks in Krefeld) überall eingehalten. Die Ozonbelastung war im Vergleich zu den Vorjahren niedrig, entsprechend dem überwiegend verregneten Sommer. Nur an 2 Tagen kam es an insgesamt sechs Standorten in NRW zu einer Überschreitung der Informationsschwelle von 180 µg/m³.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 11 |
| Land | 24 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 1 |
| Text | 23 |
| unbekannt | 10 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 30 |
| Offen | 2 |
| Unbekannt | 3 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 32 |
| Englisch | 3 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 1 |
| Datei | 3 |
| Dokument | 22 |
| Keine | 4 |
| Unbekannt | 3 |
| Webseite | 20 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 31 |
| Lebewesen und Lebensräume | 35 |
| Luft | 34 |
| Mensch und Umwelt | 33 |
| Wasser | 31 |
| Weitere | 35 |