Die Messstelle dient der Überwachung des Oberflächengewässers Großer Müggelsee. Der Status der Messstelle ist nicht näher angegeben.
UBA-Studie: Sachsen, Brandenburg und Berlin stehen gemeinsam vor Mammutaufgabe Eine neue Studie für das Umweltbundesamt (UBA) sieht gewaltige Aufgaben für die Wasserversorgung entlang der Spree, wenn mit Ende der Braukohleförderung in der Lausitz deutlich weniger Grundwasser in den Fluss gepumpt werden wird. Laut Studie kann dies in trockenen Sommermonaten dazu führen, dass die Spree örtlich bis zu 75 Prozent weniger Wasser führt – mit entsprechenden Konsequenzen für den Spreewald, seine Seen und Kanäle sowie die Trinkwasserversorgung in der Region Berlin. UBA-Präsident Dirk Messner: „In Berlin und Brandenburg könnte im schlimmsten Szenario das Wasser empfindlich knapp werden, wenn nicht entschlossen gegengesteuert wird. Die Länder Brandenburg, Berlin und Sachsen stehen vor entsprechenden Herausforderungen. Sie sollten diese schnell gemeinsam mit der Wasserwirtschaft angehen.“ Die Studie schlägt unter anderem vor, Talsperren und Wasserspeicher zu ertüchtigen und bestehende Seen als Wasserspeicher auszubauen. Auch sollten die Länder gemeinsam ausloten, wie sich Wasser aus anderen Regionen durch neue Rohrsysteme möglichst naturverträglich in die Spree pumpen lässt. Haushalte, Industrie und Landwirtschaft sollten zudem mehr Wasser sparen. Eine Option wäre notfalls auch, das Grundwasser vorerst weiter zu pumpen und gereinigt in die Spree zu leiten. Durch den Bergbau in der Lausitz wurde der Wasserabfluss in der Spree über mehr als ein Jahrhundert durch den Menschen künstlich verstärkt. Denn für die Braunkohleförderung wurde Grundwasser abgepumpt und in die Spree geleitet. Die gegenwärtige Trinkwasserversorgung in Berlin baut zum Teil auf diesem Wasser auf. Mit dem klimapolitisch notwendigen Ausstieg aus der Braunkohleförderung bis spätestens 2038 ändert sich der Wasserhaushalt der gesamten Region aber grundlegend. Die drohende Wasserknappheit ist übrigens kein Grund, auf den Kohleausstieg zu verzichten, so Dirk Messner: „Der Klimawandel ist das größte Problem, mit dem wir es zu tun haben. Er schafft schon heute Dürren und Wetterextreme. Der Kohleabbau war über Jahrzehnte schädlich für die Umwelt. Ich bin absolut dafür, dass wir den Ausstieg für die Lausitz weiter für 2030 anvisieren, sonst werden wir unsere Klimaziele kaum erreichen können.“ Seit dem Beginn des Braunkohleabbaus im 19. Jahrhundert wurden rund 58 Milliarden Kubikmeter Grundwasser – mehr als das Volumen des Bodensees – durch den Bergbau gefördert und in die Spree geleitet. Gut die Hälfte des Wassers, das die Spree heute bei Cottbus führt, stammt aus abgepumptem Grundwasser. In heißen Sommermonaten steigt dieser Anteil auf bis zu 75 Prozent, so die Ergebnisse der vorgelegten Studie. Für den sächsischen Teil der Spree geht die Prognose von einem jährlichen Wasserdefizit von rund 95 Millionen Kubikmeter aus. Im Unterlauf der Spree in Brandenburg werden künftig pro Jahr voraussichtlich rund 126 Millionen Kubikmeter fehlen – mehr als dreimal so viel Wasser, wie der Große Müggelsee fasst. Bei gleichbleibendem oder gar steigendem Wasserbedarf drohen insbesondere in trockenen Jahren immer häufigere und länger andauernde Wasserengpässe in der Region. Der zunehmende Wassermangel betrifft unter anderem die Rohwasserbereitstellung für Berlins größtes Trinkwasserwerk in Friedrichshagen. Auch die Verdünnung des gereinigten Berliner Abwassers mit Spreewasser – etwa 220 Millionen Kubikmeter pro Jahr – wird zunehmend problematisch. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahrzehnten allein sechs Milliarden Kubikmeter Wasser zusätzlich benötigt, um die Tagebaurestlöcher aufzufüllen, damit diese nicht instabil werden. Verstärkt wird das Wasserdefizit durch die Folgen des Klimawandels. Die Studie hat die wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohleausstiegs in der Lausitz über mehrere Jahre Detail untersucht. Verbände, zuständige Fachbehörde von Bund und Ländern, Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft wurden breit beteiligt. Im Ergebnis ergaben sich mehrere Lösungsoptionen, wie sich dem Wassermangel begegnen ließe – sie sind eine Einladung an die Politik der betroffenen Bundesländer vor Ort konkret Lösungen für die Region anzugehen. Im Einzelnen: Wasser sparen : Alle Nutzergruppen in der Region werden künftig deutlich mehr Wasser sparen müssen. Gleichzeitig wird sich das prognostizierte Wasserdefizit nicht über Einsparungen allein ausgleichen lassen. Wasser überleiten : Um das prognostizierte Wasserdefizit auszugleichen ist es unerlässlich, zusätzliches Wasser für die Flussgebiete der Lausitz bereitzustellen. Die Studie rät zu Wasserüberleitungen aus benachbarten Flüssen, wie Elbe, Lausitzer Neiße und Oder. Hierfür müsste eine notwendige naturverträgliche Infrastruktur errichtet werden, was einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Speicher ausbauen : Bislang verfügt die Region über ein Speichervolumen von rund 99 Millionen Kubikmeter Wasser. Mit einer Erweiterung der Speicherkapazitäten um 27 Millionen Kubikmeter ließen sich Defizite in den wasserarmen Monaten teilweise auffangen, sofern die gespeicherte Wassermenge ohne Einschränkungen zur Verfügung steht; die vorhandenen Speichervolumina sind derzeit nur zu rund 50 Prozent eingeschränkt nutzbar. Zunächst müssen daher bestehende Speicher saniert und ertüchtigt werden, um ihre volle Kapazität nutzen zu können. Auch Bergbaufolgeseen könnten als Wasserspeicher dienen. Aus Sicht der Studie bietet sich hierfür der Cottbuser Ostsee an. Dazu müssten jedoch umgehend die erforderlichen genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Speichernutzung geschaffen werden. Grundwasser ableiten : Eine nur vorübergehende (Not-)Lösung könnte sein, die Pumpen aus dem Bergbau weiter zu betreiben. Dies hätte zum einen negative ökologische Folgen, da so die Sulfatbelastung der Spree weiter ansteigen wird. Zum anderen ist die Aufbereitung des abgepumpten Grundwassers im Vergleich zu anderen Maßnahmen die vermeintlich teuerste Lösung zum Ausgleich des Wassermangels. Unter diesen sich verschärfenden Bedingungen für seine Trinkwasserressourcen, wird vor allem Berlin gezwungen sein, seine Wasserversorgung neu aufzustellen. Die Berliner Wasserbetriebe und der Senat arbeiten bereits an entsprechenden Konzepten. Angesichts der großen Herausforderungen empfiehlt das UBA , einen länderübergreifenden Masterplan für die Wasserwirtschaft der Region zu entwickeln. Die betroffenen Bundesländer Sachsen, Brandenburg und Berlin müssen gemeinsam und umgehend zukunftsfähige Konzepte für die Wassernutzung für die Zeit nach dem Kohleausstieg entwickeln. Dabei sind die verschiedenen Nutzergruppen wie Industrie, Landwirtschaft, Tourismus und Wasserversorgung einzubeziehen.
Dieser Datensatz enthält Information zu gas- und partikelförmigen Schadstoffen. Verfügbare Auswertungen der Schadstoffe sind: Tagesmittel, Ein-Stunden-Mittelwert, Ein-Stunden-Tagesmaxima, Acht-Stunden-Mittelwert, Acht-Stunden-Tagesmaxima, Tagesmittel (stündlich gleitend). Diese werden mehrmals täglich von Fachleuten an Messstationen der Bundesländer und des Umweltbundesamtes ermittelt. Schon kurz nach der Messung können Sie sich hier mit Hilfe von deutschlandweiten Karten und Verlaufsgrafiken über aktuelle Messwerte und Vorhersagen informieren und Stationswerte der letzten Jahre einsehen. Neben der Information über die aktuelle Luftqualität umfasst das Luftdatenportal auch zeitliche Verläufe der Schadstoffkonzentrationen, tabellarische Auflistungen der Belastungssituation an den deutschen Messstationen, einen Index zur Luftqualität sowie Jahresbilanzen für die einzelnen Schadstoffe.
Der Große Müggelsee ist Berlins größter See. Dieser Flyer enthält eine detaillierte Karte des Sees samt seiner Umgebung, bietet einen Überblick über die reichhaltige Flora und Fauna dieses Schutzgebietes und gibt wichtige Tipps für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur.
Der diesjährige Weltumwelttag am 5. Juni steht unter dem Motto “Natürlich vorsorgen: Sicherheit und Schutz in der Klimakrise”. Im Zuge dessen zeigte Umweltsenatorin Ute Bonde heute auf dem Großen Müggelsee auf, vor welchen Herausforderungen die Berliner Wasserversorgung steht und wie sich die Stadt mit dem Masterplan Wasser wappnet. Der Große Müggelsee ist der größte See der Stadt und unverzichtbar für Berlins Wasserversorgung. Rund um den Großen Müggelsee befindet sich eine Vielzahl an Brunnen, die das Wasser als Uferfiltrat fördern. Berlin gewinnt seit mehr als hundert Jahren sein Wasser im eigenen Stadtgebiet und dem direkt angrenzenden Umland – so auch am Müggelsee. Die Hauptstadt ist somit entscheidend von der Wassermenge und -qualität seiner Flüsse und Seen abhängig. Sein Wasser erhält der Müggelsee von der Spree. Mit dem Ende des Braunkohletagebaus in der Lausitz sind jedoch erhebliche Auswirkungen auf den ohnehin angespannten Wasserhaushalt der Spree zu erwarten. Zudem führt die weiter wachsende Bevölkerung in Berlin und dem Umland zu steigendem Trinkwasserbedarf und damit auch zu einer erhöhten Abwassermenge. Auch werden durch den Klimawandel Trockenphasen voraussichtlich zunehmen und auch länger andauern. Der Masterplan Wasser, der im September 2022 veröffentlich wurde, kalkuliert diese Veränderungen im Wasserhaushalt der Hauptstadt ein und formuliert rund 30 konkrete Maßnahmen, um die Herausforderungen zu bewältigen. Umweltsenatorin Ute Bonde : „Viele Maßnahmen unseres Masterplans Wasser befinden sich in der Umsetzung – zum Beispiel die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Brandenburg und Sachsen hinsichtlich der Bewirtschaftung der Spree, die dem Müggelsee zu Gute kommt. Mit dem Masterplan haben wir eine Zukunftsstrategie für Berlins Wasserwirtschaft. Wir haben viel vor, aber ohne die Berlinerinnen und Berliner wird es nicht gehen: Beim sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser müssen alle mitmachen.“ Ziel des Masterplans ist eine sichere Trinkwasserversorgung durch einen umfassenden Ressourcen- und Gewässerschutz. Der Masterplan Wasser entwirft Handlungsstrategien, um die Menschen in der Hauptstadt auch künftig mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen. Konkret wurden mehr als 30 Maßnahmen abgeleitet. Dazu zählen unter anderem:
Die Hauptbaumarten der Berliner Forsten sind die Kiefer (61,8 %) und die Eiche (13,5 %). 5,4 % der Flächen sind mit Birke und 4 % mit Pappel bestockt. Dann folgen mit je ca. zweiprozentigem Anteil Lärche, Buche, Erle und Roteiche. Einen Überblick über die Baumartenverteilung in den Berliner Forsten und die Unterschiede zwischen den einzelnen Forstämtern vermitteln die Abbildung 2 und die Tabelle 7. Während in den jüngeren bis 40 Jahre alten Beständen die Kiefer überwiegt (Aufforstung nach 1945), stellt in den älteren Beständen häufig die Eiche die Hauptbaumart. So setzt sich auf diversen Flächen die Hauptbaumschicht ausschließlich aus über 80jährigen Eichen zusammen (vgl. Tab. 8). Einen Überblick über die Altersklassenstruktur in den Berliner Forsten vermittelt die Abbildung 3. Durch die unterschiedliche Entwicklung der Wälder im Ost- und im Westteil der Stadt gibt es auch in der Altersklassenstruktur Abweichungen. Die über 80 Jahre alten Baumbestände überwiegen im Ostteil. Eine Ausnahme bildet das Forstamt Buch. Dort gehören bedingt durch die umfangreiche Aufforstung der Rieselfelder in den letzten 10 Jahren Dreiviertel der Flächen zur jüngsten Altersklasse. Im Westteil gibt es zwischen den beiden Forstämtern Unterschiede. Während im Grunewald durch die dort besonders hohen Verluste im Zweiten Weltkrieg nur wenig Bäume älter als 80 Jahre sind und durch die umfangreichen Aufforstungen nach 1945 ein Alter der Bäume zwischen 40 und 80 Jahren überwiegt, ist die Altersklassenstruktur im Forstamt Tegel relativ ausgeglichen (vgl. Tab. 9). In der vorliegenden Karte wird nur die Hauptbaumschicht betrachtet und somit das Bild des Waldes nicht genau wiedergegeben, da im Unterwuchs Laubbaumarten dominieren (z.B. Eiche, Traubenkirsche, Buche). Im Westteil der Stadt weist die Hälfte des Waldgebiets einen ausgeprägten Unterstand auf, während im Ostteil über 70 % der Wälder ohne Unterstand sind. Hier gibt es eine Reihe von Flächen, die mit der Kiefer in Monokultur aufgeforstet wurden und heute große zusammenhängende Kiefern-Reinbestände aufweisen, wie in den Forstrevieren Fahlenberg (60 % Kiefern-Reinbestand), Müggelheim (36 %), Köpenick (35 %), Schmöckwitz (32 %) und Rahnsdorf (32 %). Der Kiefernanteil liegt mit über 80 % in den Forstämtern Treptow und Friedrichshagen erheblich über denen im Westteil (vgl. Tab. 7). Neben den reinen Kiefernbeständen sind im ehemaligen Ost-Berlin auch einige Kiefern-Eichen- bzw. Kiefern-Birken-Mischwaldbestände zu finden. Waldgebiete im Ostteil der Stadt, die im wesentlichen der Erholung dienten, z.B. Waldgürtel um den Müggelsee, wurden häufig als Mischwälder aufgebaut, in denen die Kiefer in der Hauptbaumschicht nicht dominiert. Im Forstamt Friedrichshagen sind in Feuchtgebieten und Senken sowie in den Uferzonen von Großem Müggelsee, Seddinsee, Dämeritzsee, Müggelspree und Gosener Kanal Weichholzbaumarten zu finden. Allein 15 % der Forstfläche des Reviers Fahlenberg sind mit Erle, Weide, Pappel u.a. bestockt. Vom Forstamt Treptow werden die letzten innerstädtischen Waldgebiete der Ostbezirke verwaltet. Das sind Königsheide, Plänterwald, Wuhlheide und Köllnische Heide im Revier Wuhlheide. Sie dienten schon vor der Vereinigung vorrangig der Erholung und besitzen einen höheren Laubholzanteil als die übrigen Flächen. Eines dieser Gebiete ist die Königsheide – ein Rest der ehemals großflächigen Cöllnischen Heide. Hier hat sich ein vielfältig strukturierter Mischwald aus Kiefern (54 %) und Eichen (41 %) entwickelt. Reste natürlicher Waldgesellschaften sind erhalten geblieben. Es gibt einen wertvollen Altbaumbestand mit ca. 200jährigen Eichen. Eine weiteres Beispiel ist der Plänterwald als gut strukturierter Laubmischwald. Dank langjähriger extensiver (bzw. fehlender) Bewirtschaftung und der guten Wasserversorgung hat sich auch hier ein für Berlin seltenes Waldbild herausgebildet. Weite Teile besitzen einen naturnahen Charakter. Es gibt Eichen-Buchenwald- und Eichen-Hainbuchenwaldbestände. Die vorherrschende Baumart ist mit 54 % die Eiche, gefolgt von der Buche mit 17 % und der Hainbuche (11 %). Bemerkenswert ist das hohe Alter des Baumbestandes; über 83 % sind älter als 90 Jahre. In den anderen Revieren des Forstamtes Treptow dominiert die Kiefer. Im Forstrevier Grünau werden ca. 26 % der Flächen von älteren Kiefern-Reinbeständen (Akl. 2 und 3) bedeckt. In vermoorten, feuchten Rinnen wie der Krummen Lake bei Grünau (z.B. Abt. 44 a, 49 a1, 49a2) und am Plumpengraben (z.B. Abt. 62 a1, 572 a1) wachsen Erlen-Bruchwälder. Im Revier Schmöckwitz gibt es ebenfalls großflächige Kiefern-Reinbestände. In ca. 20 % des Kiefernbestandes sind florenfremde Baumarten vorhanden, häufig wachsen Roteichen und Spätblühende Traubenkirschen im Unterstand. Das Forstamt Tegel hat einen hohen Anteil zusammenhängender Kiefern- und Kiefern-Eichenwaldbestände. Nach Kiefer (56 %) und Eiche (22 %) ist hier die florenfremde Lärche mit 5 % die dritthäufigste Baumart (vgl. Tab. 7). Der Anteil an Kiefern-Reinbeständen liegt um die 10 % und damit deutlich unter denen im Ostteil. Das Revier Tegel Nord besteht zu 60 % aus Kiefern-Eichenwaldbeständen und zu 25 % aus Eichen-Mischwald. Andere Baumarten sind kaum vorhanden. Am Hubertussee in Frohnau sind Erlenbruchwaldreste zu finden (Abt. 112 d2). Im Revier Tegelsee gibt es neben 50 % Kiefern-Eichenwaldbeständen und 25 % Eichen-Mischwald auch 15 % Buchen-Mischwald (z.B. Abt. 72 a, 91 c2, 91 e). Hier befinden sich auch Reste des natürlichen Eichen-Buchenwaldes (z.B. Teilbereiche der Jagen 75, 76). Der Spandauer Forst (Reviere Radeland und Hakenfelde) und das Forstrevier Gatow (außer Jungfernheide) haben einen relativ hohen Anteil (bis zu 20 %) florenfremder Baumarten (Roteiche, Douglasie). In der Jungfernheide existieren im Bereich des Flughafensees typische Eichen-Birkenwälder (z.B. Abt. 48 a). Auf Pichelswerder (Revier Hakenfelde) wachsen noch naturnahe Eichen-Hainbuchenwaldbestände (Abt. 159 b). Im Forstamt Grunewald ist ebenfalls die Kiefer mit einem Anteil von ca. 52 % die häufigste Baumart. Danach folgen Eiche (22 %), Birke (10 %) und Roteiche (5 %). Der Grunewald wird auf ca. 50 % seiner Fläche von Kiefern- und Kiefern-Eichenmischwald bedeckt. Es haben sich gut strukturierte Mischwaldflächen entwickelt. Der Anteil florenfremder Baumarten ist in den Revieren Dachsberg und Eichkamp besonders hoch. Hier gibt es aber auch viele zusammenhängende Eichen-Mischwaldflächen, beispielsweise am Schlachtensee. Das Revier Nikolassee hat einen relativ hohen Birkenanteil; 30 % der dortigen Fläche sind mit Birken- und Birken- Eichenwald bedeckt (z.B. Jagen 94, 95, 96). Das Forstrevier Dreilinden besteht zu 70 % aus Kiefern- und Kiefern-Eichenwald und zu 30 % aus Laubmischwald (vor allem im östlichen Bereich). Das Revier Wannsee setzt sich aus 60 % Kiefern- und Kiefern-Birkenwaldbeständen, 20 % gut strukturierten Eichenmischwaldbeständen, 10 % Birkenmischwald und 10 % sonstigem Laubmischwald zusammen. An den nordexponierten Hängen des Griebnitzsees und der Havel sind noch Reste des natürlichen Traubeneichen-Buchenwaldes zu finden. Das Forstamt Buch nimmt eine Sonderstellung innerhalb der Berliner Forsten ein. Es setzt sich zusammen aus 52 % offener Kulturlandschaft (überwiegend ruderale Halbtrockenrasen), 32 % Waldstrukturen, 14 % Wald und 2 % stehenden Gewässern. Eine Besonderheit sind die aufgeforsteten Rieselfelder mit einer Fläche von ca. 1 370 ha, von denen 770 ha im Nordosten Berlins und 600 ha in Brandenburg liegen. Das Landschaftsbild dieser Aufforstungsflächen wird heute von lückenhaften Beständen verschiedener Laubholzarten und einigen Kiefernflächen geprägt. Nur auf 40 % der Flächen haben sich mehr oder weniger geschlossene Bestände aus überwiegend standort- und florenfremden Baumarten (Pionierwaldstrukturen) gebildet. Die Hauptbaumart ist mit einem Anteil von 35 % die Pappel (408 ha). Das erklärt den hohen Flächenanteil der Pappel in Gesamt-Berlin (vgl. Abb. 2), die in den anderen Forstämtern weitaus weniger vertreten ist. Bei der Aufforstung wurden verschiedene Arten verwendet (z. B. Schwarzpappel, Aspe, Balsampappel, Graupappel, Kanadische Pappel). Des weiteren prägen Eschenahorn (10 %) und Weiden (6 %) die Bestände. Kiefern wachsen auf 4 % der Flächen. Die Entwicklung dieses Gebietes zu einer waldgeprägten Erholungslandschaft ist in Hinsicht auf die ungleichmäßige Verteilung der Erholungsflächen in der Stadt von großer Bedeutung. Während im Westteil der Stadt die Waldflächen ziemlich gleichmäßig verteilt sind und bis weit in das Stadtgebiet reichen, liegen im Ostteil der Stadt allein 90 % der dortigen Wälder im Südosten, wo aber nur ein geringer Teil der Bevölkerung lebt. Im mittleren Bereich des ehemaligen Ost-Berlins gibt es fast keine Waldflächen. Der Nordostraum ist ebenfalls ein waldarmes Gebiet. Hinzu kommt der wachsende Bedarf an Erholungsgebieten in diesem Bereich durch die hier geplanten umfangreichen Wohnungsbauvorhaben und Gewerbeansiedlungen. Seit 1991 wird unter Trägerschaft der Berliner Forsten ein Projekt für die Sanierung und Gestaltung der ehemaligen Rieselfelder im Rahmen des ”Ökologischen Sanierungsprogrammes” (ÖSP) durchgeführt und daraus Sanierungskonzepte für die belasteten Standorte abgeleitet. Ziel ist eine Erholungslandschaft mit dem alten Bucher Forst als Kernstück und einer abwechslungsreichen Landschaft aus Mischwäldern mit standort- und florengerechten Baumarten, Gewässer- und Freiflächen auf den ehemaligen Rieselfeldflächen. Dazu sollen die bestehenden Waldstrukturen in den nächsten Jahren mit Eiche, Ahorn, Kiefer, Linde, Birke, Erle, Esche und Aspe unterpflanzt werden. Der Bucher Forst ist eines der wertvollsten Waldgebiete Berlins. Dort gibt es naturnahe Waldbestände, wie Restbestände des Buchen-Traubeneichenwaldes (z.B. Jagen 504) und der Schuppenwurz-Stieleichen-Hainbuchenbestände (z.B. Jagen 506). Der Bucher Forst ist ein erlenreicher Wald; so wachsen im Verlandungsbereich der Bogenseekette Erlen-Bruchwälder und in nassen Senken Erlen-Eschen-Bestände (Jagen 507). Die Erle ist nach der Kiefer (40 %) die häufigste Hauptbaumart gefolgt von Eiche (13 %), Birke (8 %) und Buche (6 %). Im Vergleich zum Umweltatlas von 1985 ist zu beobachten, dass es einen größeren Anteil an Flächen gibt, in denen sich die Hauptbaumart geändert hat. Der Hauptgrund hierfür liegt in der Veränderung der Legende. Besonders deutlich wird es bei den Roteichenbeständen, die im Umweltatlas 1985 zu den Eichenbeständen gezählt wurden. Die Jagen mit Roteichenbeständen als Hauptbaumarten sind in der vorliegenden Karte nicht mehr gelb sondern violett (florenfremde Laubbaumarten) gekennzeichnet. Die sich in den Forstämtern Grunewald und Tegel ergebenden Änderung können Tabelle 10 entnommen werden. Andere Veränderungen sind mit der Verschiebung oder Umbenennung von Unterabteilungsgrenzen zu begründen. Das trifft z. B. für folgende Flächen des Forstamtes Grunewald zu: Revier Nikolassee Abt. 98 b1, 98 b2, 75 b; Revier Eichkamp Abt. 59 b, 133 c1, 149 c3, 156 a; Revier Wannsee Abt. 80 a2, 88 b3. Des weiteren wurden Unterabteilungen in Teilflächen gegliedert – Revier Wannsee Abt. 89 b in 89 b1 und 89 b2 bzw. umgekehrt – Revier Wannsee Abt. 102 a1 und 102 a2 in 102 a. Ein weiterer Grund für die Veränderung der Baumartenzusammensetzung in der Hauptbaumschicht ist, dass der Nachwuchs in die Hauptbaumschicht aufgerückt ist, beispielsweise im Forstrevier Nikolassee in der Abteilung 122 b3, im Forstrevier Dachsberg in der Abteilung 6 a4 und 11 d1 sowie im Forstrevier Wannsee in der Abteilung 102 a. Auf den an die Berliner Forsten rückübertragenen Flächen im Berliner Umland (Karte 05.04.4) sind ebenfalls die Kiefer und die Eiche die bestandsprägenden Arten. Es gibt großflächige zusammenhängende Kiefern-Monokulturen. So sind z.B. im Forstrevier Gorin vor allem Kiefern-Reinbestände anzutreffen. Nur die Flächen um den Gorinsee sind mit Birken, Weichlaubholzarten und florenfremden Nadelholzarten bestanden. In den Gebieten ”Junge Eichen” und ”Alte Eichen” sind Eichenmischwald und florenfremde Nadelholzarten zu finden. In den Berliner Stadtwaldflächen im Land Brandenburg wurden häufig in Siedlungsnähe Baumarten wie Eiche, Birke, aber auch Roteiche gepflanzt.
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Jeweils etwa 20 % Flächenanteil nehmen die Flurabstandsklassen 2 bis 4 Meter, 4 bis 10 Meter, 10 bis 20 Meter und 20 bis 40 Meter in Berlin ein. Grundwassernahe Gebiete mit Flurabständen < 2 Meter machen ca. 12 % der Fläche aus. Sehr hohe Flurabstände > 40 Meter treten nur vereinzelt an morphologischen Hochlagen in ca. 1 % der Fläche in Berlin auf. Kein Flurabstand ist in den Gebieten eingetragen, in denen – wie oben im Kapitel Methode beschrieben – der bedeckte quartäre Hauptgrundwasserleiter unter Geschiebemergel nicht zusammenhängend, sondern nur isoliert verbreitet ist. Lokal kann hier trotzdem oberflächennahes Grundwasser im Untergrund auftreten, das sogar Feuchtgebiete (z. B. im oberen Tegeler Fließtal bei Lübars) mit ausreichend Wasser für die dort lebenden Biozönosen versorgt. In Brandenburg sind die Flurabstände des Grundwassers im Südosten und im Nordwesten der Stadt innerhalb des Urstromtals zumeist sehr gering, außerhalb davon im Bereich der Hochflächen z. T. sehr hoch ausgeprägt. Im Nordosten liegen sie großflächig bei mehr als 40 Meter innerhalb der gespannten Gebiete des Barnims. Im Urstromtal liegen die Flurabstände überwiegend im Bereich von 2 bis 4 Meter unter Gelände. Flurnahe Flächen mit weniger als 2 Meter Abstand des Grundwassers zur Geländeoberkante finden sich generell im Umfeld vieler Oberflächengewässer. Relativ große Flächen mit einem Flurabstand zwischen 1 und 2 Meter finden sich auch in den südlichen Ortsteilen des Bezirkes Köpenick (nördlich und südlich des Langen Sees) sowie im Spandauer Forst, am Heiligensee östlich der Havel und nördlich sowie südlich der Rummelsburger Bucht. Höhere Flurabstände (> 4 Meter) innerhalb des Urstromtals haben entweder morphologische Ursachen (z. B. Dünen innerhalb des Tegeler Forstes, östlich des Müggelsees oder in den Rehbergen) oder sie liegen im Einflussbereich der Wasserwerksbrunnen (z. B. Spandau, Tegel, Friedrichshagen, Johannisthal), und sind hier durch die aktuelle Absenkung bedingt. Kleinflächig finden sich auch Bereiche mit erhöhten Flurabständen innerhalb des Urstromtales, in denen gespannte Grundwasserverhältnisse auftreten. Hier werden die Flurabstände durch die Unterkanten der Weichselmoräne über dem Hauptgrundwasserleiter gebildet. In den Hochflächenbereichen steigen die Flurabstände generell stark an. Sie liegen hier zumeist oberhalb von 10 Meter. Sehr markant zeichnet sich insbesondere der südliche Rand der Barnim-Hochfläche ab. Innerhalb des östlichen Bereichs der Barnim-Hochfläche treten vereinzelt in lokalen Senken Flurabstände von weniger als 10 Meter auf (z. B. im Gebiet um den Malchower See oder im Quellgebiet der Wuhle). Ansonsten dominieren hier jedoch Flurabstände oberhalb von 20 Meter, lokal auch oberhalb von 30 bzw. 40 Metern. Der nördliche Bereich der Barnim-Hochfläche – getrennt durch den Taleinschnitt der Panke mit sehr niedrigen Flurabständen des oberflächennahen Grundwasserleiter 1 – ist durch z. T. sehr hohe Flurabstände von bis zu 40 Meter und mehr geprägt. Hier erreicht die Grundmoräne sehr große Mächtigkeiten. Im Nordwesten (Frohnau) liegen die Flurabstände hingegen zumeist im Bereich von maximal 20 bis 30 Meter, im westlichen Bereich (Bieselheide) oftmals auch unterhalb von 20 Meter im hier ungespannten Bereich. Innerhalb des Grunewaldes sowie auch überwiegend westlich der Havel in Kladow und Gatow zeigen sich großflächig Flurabstände von mehr als 20 Meter. Hier bestehen überwiegend ungespannte Verhältnisse innerhalb der anstehenden Hochflächensande, die hohen Beträge werden durch morphologische Hochlagen verursacht (Teufelsberg, Schäferberg, Havelberge am Grunewaldturm), ebenso wie in den Müggelbergen. Der westliche Bereich der Teltow-Hochfläche zwischen der Grunewaldseenkette sowie dem Teltowkanal ist durch stark wechselnde Flurabstände zwischen 5 Meter und 30 Meter geprägt. Hier bestehen auch heterogene regionale Verhältnisse in Bezug auf den Spannungszustand des Grundwassers. Südöstlich des Teltowkanals hingegen zeigen sich überwiegend Flurabstände oberhalb von 20 Meter in Gebieten mit gespanntem Grundwasser. Gegliedert wird dieser Bereich nochmals durch den Taleinschnitt des Rudower Fließes. Östlich hiervon finden sich in Bohnsdorf wieder Flurabstände von mehr als 20 Meter. Deutlich niedrigere Flurabstände finden sich überwiegend in den ungespannten Gebieten und ganz besonders deutlich an den Rändern zu den gespannten Gebieten. Dieser Effekt wird durch die aktuell getrennte Berechnung der Grundwasseroberfläche in gespannten und ungespannten Gebieten erreicht (s. o.). Hierdurch wird sichergestellt, dass es bei der Berechnung zu keiner Beeinflussung außerhalb der gespannten Gebiete kommt. Auch der Barnimrand (z. B. östlich der Wuhle oder westlich des Panketals) zeigt diesen Effekt sehr deutlich. Im Vergleich zur letzten Ausgabe der Flurabstandskarte mit den Grundwasserstandswerten vom Mai 2006 ergeben sich vor allem dort Abweichungen, wo nunmehr das verbesserte Höhenmodell zur Anwendung kommen konnte. Darüber hinaus sind überwiegend nur geringfügige Abweichungen zu verzeichnen, die einen Meter Unterschied nicht übersteigen. Es treten jedoch auch Gebiete auf, in denen der Flurabstand deutlich abgenommen hat. Hierbei handelt es sich ganz überwiegend um die Innenstadtgebiete, in denen das Grundwasser neben den klimatischen Einflüssen auch lokalen bzw. nur zeitlich befristet wirksamen Einflüssen (z. B. durch Tiefbaumaßnahmen) ausgesetzt waren. Im ungespannten Bereich des Urstromtals sind die Flurabstände insgesamt gesehen im Vergleich der drei Jahre auf einem gleich bleibenden Niveau geblieben.
Die Luftqualität in Berlin hat sich im Jahr 2022 weiter verbessert. Wie die ersten Auswertungen der vorläufigen Daten automatischer Messstationen und zusätzlicher kleiner Passivsammler zur Messung von Stickstoffdioxid (NO 2 ) an Hauptstraßen in der Stadt ergaben, hat sich der Trend abnehmender Belastungen durch NO 2 und gesundheitsschädliche Partikel („Feinstaub“) weiter fortgesetzt oder auf niedrigem Niveau stabilisiert. Der Luftqualitätsgrenzwert für NO 2 konnte das dritte Jahr in Folge berlinweit vollständig eingehalten werden. Für Partikel PM10 gelingt dies schon seit 2016. Damit zählt 2022 zu den Jahren mit der geringsten Luftbelastung seit Beginn der Messungen in den 1980er respektive 1990er Jahren. Während der Grenzwert für das Jahresmittel von NO 2 von 40 µg/m³ (40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Außenluft) im Jahr 2019 noch an zahlreichen Straßen mit Werten bis zu 48 µg/m³ überschritten wurde, lag die höchste NO 2 -Belastung 2022 bei nur rund 37 µg/m³ (vorläufige Auswertung). Auch wenn es an einzelnen Stationen zu einem leichten Anstieg von NO 2 um bis zu 2 µg/m³ kam, sank die Belastung im Mittel über alle mehr als 40 verkehrsnahen Stationen um 2 bis 3 µg/m³ gegenüber dem Jahr 2021. Dies ist gerade deswegen bemerkenswert, weil es im Jahr 2022 nach den pandemiebedingten Rückgängen eine gewisse Zunahme der Verkehrsmengen gab. Die meisten Stickoxide stammen nach wie vor aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe, ob im Straßenverkehr, bei der Hausheizung, in Kraftwerken oder Industrieanlagen. Grund für den Rückgang der NO 2 -Belastung sind Maßnahmen des Luftreinhalteplans, etwa Fahrverbote für ältere Dieselverbrenner oder T-30-Strecken, der Umstieg auf Elektrobusse und die Modernisierung von Dieselbussen bei der BVG, die Zunahme von Elektrofahrzeugen im Landesfahrzeugpool, die Einrichtung zusätzlicher Tempo-30-Zonen und die Anlage weiterer Radfahrstreifen. Aber auch die allgemeine Modernisierung der Fahrzeugflotte privater Pkw leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes. Der Anteil von Diesel-Pkw, bei denen die Abgasreinigung auch im städtischen Verkehr wirklich funktioniert, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In Berlin sind daher im Herbst 2022 alle streckenbezogenen Dieselfahrverbote für Diesel bis einschließlich Euro 5 aufgehoben worden. Aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichts Berlin von Oktober 2018 und dem anschließenden Luftreinhalteplan waren Ende 2019 für acht Straßen Dieseldurchfahrtverbote eingeführt worden. Ziel dieser Notmaßnahme war eine schnelle Verbesserung der Luft in besonders hoch belasteten Straßenabschnitten, wenn dort eine Einhaltung von Grenzwerten anders nicht schnell zu erreichen war – der Bedarf war daher regelmäßig zu prüfen: Die erste Überprüfung der Durchfahrtverbote erlaubte im Juni 2021 die Aufhebung auf vier der acht Strecken. Aufgrund des im Sommer 2022 erkennbaren Trends einer weiter sinkenden NO 2 -Belastung konnten im September auch die weiteren vier Dieselfahrverbote (Leipziger Straße, Hermannstraße, Silbersteinstraße, Alt-Moabit) aufgehoben werden. Aufgrund der guten Entwicklung insgesamt kann der Grenzwert für NO 2 an all diesen Straßen auch ohne Fahrverbote sicher eingehalten werden. Die Luftqualität wird in Berlin für drei unterschiedliche Gebietsbetroffenheiten („Belastungsregimes“) beurteilt: verkehrsnah an Hauptverkehrsstraßen, im städtischen Hintergrund in Wohngebieten mit wenig Verkehr sowie am Stadtrand ohne direkten Verkehrseinfluss. Für diese drei Betroffenheiten sind im Folgenden die Auswertungen der noch vorläufigen Messdaten 2022 zusammengestellt: Vorläufige Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid (Grenzwert: 40 µg/m³): Die höchsten Jahresmittelwerte wurden am Mehringdamm und Spandauer Damm mit je 37 µg/m³ gemessen. Vorläufige Jahresmittelwerte für Partikel PM10 (Grenzwert: 40 µg/m³): Der höchste Jahresmittelwert wurde mit 24 µg/m³ an der Silbersteinstraße gemessen. Hier trugen 2022 umfangreiche Hochbauarbeiten an Gebäuden nahe der Messstation zur Partikelbelastung bei. Der Tagesgrenzwert für PM10 von 50 µg/m³ als Tagesmittelwert wurde 2022 an verkehrsnahen Messstationen nur an drei bis elf Tagen überschritten, zulässig laut EU-Regeln sind 35 Tage. Der höchste Tagesmittelwert von 100 µg/m³ trat an der Silbersteinstraße aufgrund von Bauarbeiten auf. In Wohngebieten im städtischen Hintergrund wurden ein bis drei Überschreitungstage gezählt. Am Stadtrand lagen alle Tagesmittelwerte unter 50 µg/m³. Vorläufige Jahresmittelwerte für Kleinstpartikel PM2,5 (Grenzwert: 25 µg/m³): Die Belastung durch die feinen Partikel PM2,5 ist im Jahresmittel gleichmäßig über Berlin verteilt. Diese Partikel werden in der Atmosphäre über weite Strecken transportiert und breiten sich großräumig aus. Partikel PM2,5 stammen auch aus der Verbrennung von Holz in Kaminöfen. Diese Quelle trägt stadtweit, gerade in Außenbezirken, zur PM2,5-Belastung bei. Vorläufige Bewertung für Ozon: Für das Reizgas Ozon war die Belastung deutlich höher als 2021. Die geltenden Zielwerte wurden geringfügig überschritten. Ozon wird während des atmosphärischen Transports aus Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen unter Einfluss von Sonneneinstrahlung gebildet – in der Regel steigt die Konzentration mit wachsendem Abstand zu den Quellen an und ist am Stadtrand häufig höher. Aufgrund des sehr sonnigen und heißen Wetters 2022 wurden daher in Friedrichshagen am Müggelsee an 27 Tagen Acht-Stunden-Mittelwerte über 120 µg/m³ gemessen – der Zielwert sieht maximal 25 Überschreitungen vor. Zudem wurde an vier Stationen (Marienfelde, Grunewald, Wedding und Neukölln) je einmal die Informationsschwelle von 180 µg/m³ als Stundenmittelwert überschritten. Dann erfolgt eine standardisierte Mitteilung an Medien, um die Bevölkerung über Verhaltungsempfehlungen zu informieren, siehe hier: Empfehlungen bei hohen Ozon-Konzentrationen Für Maßnahmen zur Reduzierung der Ozonbelastung ist die Bundesebene zuständig. Alle Daten des Berliner Luftgütemessnetzes sind abrufbar unter: Berliner Luftgütemessnetz per App: Berlin Luft – Die App des Berliner Luftgütemessnetzes Alle Daten für 2022 sind noch vorläufig.
Flußseen Rund 30 km der Havel und ihrer seenartigen Erweiterungen verlaufen auf Berliner Stadtgebiet. Ausgehend von der Staustufe Spandau kann sie in die Oberhavel, einschließlich Niederneuendorfer und Tegeler See und die Unterhavel, einschließlich Scharfe Lanke, Stößensee, Jungfernsee und Großer Wannsee unterteilt werden. In einer eiszeitlichen Nebenrinne verläuft die Kleine Wannseekette, die den Kleinen Wannsee, Pohle- und Stölpchensee umfaßt. Diese Gewässer ähneln sich sowohl morphologisch als auch hydrologisch und können als durchflossene bzw. Flußseen zusammengefaßt werden. Die Gesamtfläche der Havelseen beträgt mehr als 2 000 ha, wobei Pohle- und Stölpchensee mit je 10 ha die kleinsten und der Tegeler See mit etwa 400 ha der größte ist. Bis auf Jungfernsee und Niederneuendorfer See wurden alle genannten Gewässer im Rahmen der Erfassung der Berliner Fischfauna beprobt. Die Havelseen gehören zu den Berliner Gewässern mit der höchsten Fischartenzahl. Hier wurden jeweils mehr als 20, maximal 25 Arten nachgewiesen. Im Griebnitzsee, der mit dem Gewässersystem der Havel in Verbindung steht, wurden nur 14 Arten nachgewiesen. Dies kann auf den Einfluß des Teltowkanalwassers zurückzuführen sein, aber auch darauf, daß nicht alle in ihm lebenden Arten erfaßt wurden. 11 der festgestellten Fischarten sind "Rote-Liste-Arten", zwei von ihnen in Berlin vom Aussterben bedroht. Das große Fischarten-Spektrum hat mehrere Ursachen. Zum einen finden sich neben Stillwasser- auch durchströmte Bereiche, so daß neben den limnophilen auch rheophile Fischarten geeignete Lebensbedingungen finden. Zudem sind trotz starker anthropogener Beeinträchtigungen noch relativ vielfältige Uferstrukturen zu finden. Abgesehen von weiträumigen Verbauungen aller Art (Spundwände, Stege, Anlegestellen etc.) existieren noch flache verkrautete Buchten und Röhrichtbestände, die den Fischen als Laichplätze und der Brut als Aufwuchsgebiete dienen. Daneben erfolgt regelmäßig Besatz mit Aalen, Hechten und Welsen. Trotz der vielfältigen Lebensbedingungen führte vor allem die Stauhaltung dazu, daß die hier früher weit verbreitete Barbe als Leitfisch dieser Fließgewässerregion bereits Mitte des Jahrhunderts in Berlin ausstarb. Heute dominieren euryöke Fischarten. Die Havelgewässer sind Wasserstraßen erster Ordnung, d.h. sie dienen der Schiffahrt. Darüber hinaus werden sie von Fischern und Anglern genutzt sowie von Wassersportlern und Erholungssuchenden stark frequentiert. Neben den Havelgewässern finden wir seenartige Erweiterungen besonders im Bereich von Spree und Dahme . Im Zug der Dahme befinden sich Langer und Zeuthener See sowie die Große Krampe. Der Seddinsee wird über den Gosener Kanal mit Spreewasser versorgt, alle weiteren untersuchten Gewässer (Rummelsburger See, Großer und Kleiner Müggelsee, Dämeritzsee und Die Bänke) werden direkt von der Spree durchflossen. Die letztgenannten Seen nehmen zusammen eine Fläche von 952 ha ein, wobei ihre Größe im einzelnen zwischen 15,8 (Kleiner Müggelsee) und 770 ha (Großer Müggelsee) schwankt. Insgesamt wurden 27 Fischarten, davon 13 "Rote-Liste-Arten" nachgewiesen. Von ihnen sind drei (Bitterling, Schlammpeitzger und Quappe) in Berlin vom Aussterben bedroht. In den einzelnen Gewässern wurden 11 (Rummelsburger See) bis 22 Arten (Seddinsee) festgestellt. Während es in den Dahmeseen sehr wahrscheinlich ist, daß dort weitere Kleinfischarten vorkommen und künftig nachgewiesen werden, muß die relative Artenarmut des Rummelsburger Sees auf starke anthropogene Beeinträchtigungen zurückgeführt werden. Neben der im Stadtgebiet zunehmenden Verschmutzung der Spree ist hier besonders der naturferne, fischfeindliche Ausbauzustand der Uferlinie für das Fehlen anspruchsvollerer Fischarten verantwortlich. Der Rummelsburger See ist fast vollständig mit Spundwänden – meist aus Stahl – versehen, was zu einem weitgehenden Fehlen höherer Wasserpflanzen und einer äußerst monotonen Uferstruktur führte. Es ist anzunehmen, daß der See den vorgefundenen Arten lediglich als Nahrungs- oder Rückzugsrefugium dient. Die weiter östlich, mehr am Stadtrand gelegenen Flußseen zeichnen sich durch vielfältige Habitate aus. Dort findet man neben ausgedehnten Zonen mit Schwimmblattpflanzen (Die Bänke) noch großräumig unverbaute, naturnahe Ufer (Süd- und Westufer des Großen Müggelsees) sowie noch relativ ausgedehnte Röhrichtgürtel (Ostufer des Seddinsees). Die Nutzung der Gewässer erfolgt analog zu den Havelseen, allerdings ist die Belastung durch Sportboote hier deutlich geringer. Die Dahme wird durch die Schiffahrt (Spree-Oder-Wasserstraße) stark frequentiert. Zur Gruppe der Landseen wurden nicht durchflossene, stehende Gewässer mit einer Fläche von i. d. R. mehr als einem Hektar zusammengefaßt. Je nach Art ihrer Entstehung werden natürliche (als Folge der Weichsel-Vereisung) und künstliche Seen (Restlöcher, Sandgruben, Ton- oder Torfstiche u.ä.) unterschieden. Von den beprobten Seen wurden 30 dieser Gruppe zugeordnet. Ihre Größen reichen von 1,2 (Möwensee) bis 70 ha (Groß-Glienicker See). In ihnen wurden insgesamt 30 Fischarten nachgewiesen, wobei die Anzahl der Arten im einzelnen zwischen 1 (Schwarzwassersee) und 23 (Heiligensee) variiert. Bis auf Quappe und Steinbeißer waren darunter auch alle in Berlin gefährdeten Arten vertreten, wobei das Auftreten von Hasel und Döbel – als rheophile Arten – im Heiligensee als untypisch bezeichnet werden muß. Der verlandete flache, polytrophe Bogensee im Bucher Forst besitzt einen ausgedehnten Röhrichtgürtel. Die bis Mitte der 80er Jahre erfolgte Rieselfeldnutzung der Umgebung des Sees führte zu starken Nährstoffeinträgen, in deren Folge er verschlammte. Im Sommer erreicht der Sauerstoffgehalt des Wassers oft für Fische kritische Werte, so daß, wie im Sommer 1992, Fischsterben auftreten. Am Südufer des Sees besteht eine Rohrverbindung zu den Bucher Teichen. Der See wirkt sehr naturbelassen. Er ist zur Ausweisung als Naturschutzgebiet einstweilig sichergestellt. Vier Fischarten wurden nachgewiesen, von denen eine (Dreistachliger Stichling) in Berlin gefährdet ist. Grunewald-, Hundekehle-, Nikolas- und Schlachtensee sowie die Krumme Lanke gehören zur Großen Grunewaldseenkette . Sie liegen in einer durch nacheiszeitliches Schmelzwasser entstandenen Nebenrinne der Havelseen. Die Ufer der langgestreckten Gewässer sind fast auf ihrer gesamten Länge mit Bäumen bewachsen. Mit Ausnahme des Nikolassees, der über ausgedehnte verkrautete Flachwasserbereiche und Röhrichtbestände verfügt, besitzen die Gewässer nur an wenigen Stellen spärliches Röhricht. Demzufolge finden Fischarten, die zu den sog. Krautlaichern gehören hier nur unzureichende Fortpflanzungsbedingungen. Abhilfe könnten möglicherweise Röhrichtanpflanzungen schaffen, wie sie z.B. seit 1991 an Uferabschnitten des Schlachtensees erfolgen. Weitere Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen sind neben Entschlammungen (Hundekehle- und Grunewaldsee) u. a. die Einspeisung von entphosphatetem Wasser, um die Nährstoffzufuhr zu senken und den Wasserstand zu halten. Insgesamt wurden 19 Fischarten in diesen Seen nachgewiesen. Davon gehören sieben zu den in Berlin gefährdeten. In den einzelnen Gewässern liegt die Artenzahl zwischen 11 und 14. Bitterlinge wurden nur im Nikolassee gefangen, der Rapfen lediglich in der Krummen Lanke. Der Rapfen ist für Stillgewässer nicht typisch und gelangte mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Besatzmaßnahmen in den See. Seine erfolgreiche Ansiedlung erscheint zumindest fraglich. Bestandserhaltende Besatzmaßnahmen, besonders der als Angelobjekte interessanten Fischarten (z. B. Aal, Hecht, Schleie, Zander und Wels), werden regelmäßig vorgenommen. Mit einer Fläche von 70 ha ist der Groß-Glienicker See der größte Berliner Landsee. Er ist ein geschichteter, eu- bis hypertropher See, der temporär über seinen Abfluß mit dem Sacrower See in Verbindung steht. Theoretisch eröffnen sich hier zumindest zeitweilig Möglichkeiten für Fischwanderungen. Submers (untergetaucht) wachsende Makrophyten fehlen. Das Tiefenwasser des Sees ist im Sommer frei von Sauerstoff, es bildet sich fischtoxischer Schwefelwasserstoff. Damit kann der Gewässerboden (Profundal) von den Fischen nicht mehr als Nahrungsgebiet genutzt werden. Der Berliner Teil des Sees wird vom Eigentümer fischereilich bewirtschaftet. Der Fischbesatz erfolgt vorwiegend mit Hechten, Schleien, Karpfen und Aalen. Insgesamt wurden bei Befischungen zehn Fischarten nachgewiesen, von denen drei gefährdet sind. Noch im Jahre 1948 festgestellte Arten wie Ukelei, Steinbeißer und Wels konnten nicht mehr gefunden werden. Die beiden erstgenannten Fischarten sind im Sacrower See heimisch, so daß ihr Auftreten zumindest zeitweilig auch im Groß-Glienicker See möglich wäre. Fernerhin bleibt abzuwarten, wie das Gewässerökosystem auf die im Dezember 1992 begonnene chemische Phosphatfällung reagiert. Die erwartete Zunahme der Sichttiefe könnte die Ansiedlung von Unterwasserpflanzen fördern und damit zu einer Erhöhung der Strukturvielfalt des Sees führen. Der Heiligensee steht über einen Durchlaß mit der Oberhavel in Verbindung. Mit dieser ist der Wasseraustausch allerdings so gering, daß er nicht zu den Flußseen gezählt werden kann. Das nördliche Ufer des Sees ist naturnah mit Röhricht bewachsen und als Laichschongebiet ausgewiesen. Die übrigen Uferabschnitte sind grasbewachsen bzw. durch Steganlagen verbaut. Der Heiligensee wird als Angelgewässer genutzt. Durch die Verbindung zur Oberhavel gehört der See zu den fischartenreichsten Gewässern Berlins. Insgesamt 23 Spezies wurden hier nachgewiesen, u. a. Hasel und Döbel. Von diesen gehören zehn zu den in Berlin gefährdeten Arten. Anzumerken ist, daß Hasel und Döbel zur Fischfauna der Oberhavel gehören. Als reine Flußfische ist ihr Auftreten im See nicht typisch und beschränkt sich auf den Bereich des Durchlasses. Analog ist zu erwarten, daß zumindest zeitweise auch Aland und Quappe einwandern. Diese Vermutung konnte noch nicht durch Fänge belegt werden. Im Norden Berlins liegt der langgestreckte Hermsdorfer See . Er wird vom Tegeler Fließ durchströmt. Dieser Durchfluß ist allerdings zu gering, um ihn als Flußsee zu bezeichnen. Seine Ufervegetation ist abwechslungsreich strukturiert; neben röhrichtbewachsenen Bereichen sind weitere mit Büschen und Bäumen bestanden. Im Wasser finden sich flache, krautige Bereiche, die den Fischen und ihrer Brut als Laichplätze und Unterstände dienen können. Der Gewässergrund ist schlammig. Im See wurden 14 Fischarten nachgewiesen, vier von ihnen sind gefährdet. Das Vorkommen weiterer Kleinfischarten, speziell der gefährdeten, erscheint sehr wahrscheinlich. Zur Kleinen Grunewaldseenkette gehören Hertha-, Halen-, Diana-, Hubertus- und Koenigssee. Wie die Seen der Großen Grunewaldseenkette liegen sie in einer durch nacheiszeitliches Schmelzwasser entstandenen Nebenrinne der Havelseen. Ihre Ufer sind mit Büschen und Bäumen bestanden und z. T. mit hölzernen Faschinen befestigt. In allen Bereichen finden sich auch flache, verkrautete Gewässerabschnitte und Röhrichtbestände. Die Ufer sind nur an wenigen Stellen öffentlich zugänglich, da sie fast völlig von Privatgrundstücken eingenommen werden. Wie die meisten Berliner Seen sind auch sie Angelgewässer und werden als solche regelmäßig mit Fischen besetzt. Die Zahl der nachgewiesenen Fischarten variiert zwischen 13 (Herthasee) und 15 (Koenigssee u. a.), wobei diese Differenzen nicht überzubewerten sind, da die Seen untereinander Verbindung haben. Sechs der Arten sind in Berlin gefährdet, von ihnen ist das Moderlieschen in diesen Seen besonders häufig. Der eutrophe Köppchensee liegt an der nördlichen Peripherie Berlins, in Blankenfelde. Er erscheint naturbelassen. Trotzdem ist mit Schadstoffbelastungen aus der bis 1967 betriebenen Mülldeponie (Sickerwasser) sowie dem massiven Herbizid-Einsatz an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu rechnen. Aus nicht näher bekannten Ursachen kam es im April/Mai 1991 zu einem Fischsterben. Im See konnten 12 Fischarten, davon eine in Berlin stark gefährdete (Steinbeißer) nachgewiesen werden. Inmitten einer Charlottenburger Parkanlage liegt der Lietzensee . Das Gewässer besteht aus zwei miteinander verbundenen Becken. Die Ufer des nördlichen Beckens sind künstlich befestigt bzw. durch Häuser verbaut, die Ufer des südlichen mit spärlichen Schilfbeständen oder Bäumen bewachsen. 13 Fischarten, unter ihnen vier gefährdete, wurden im See nachgewiesen. Sie gelangten fast ausschließlich über Besatz in das Gewässer. Der hypertrophe Malchower See liegt im Nordosten Berlins. Er wird durch Angler bewirtschaftet. Seine maximale Tiefe beträgt 1,5 m, die Sichttiefe nur wenige Zentimeter. Das Seeufer ist z. T. mit dichten Weidengebüschen (Ostufer) und Bäumen (Nord- und Nordwestufer) gesäumt. Höhere Wasserpflanzen fehlen infolge des Nährstoffeintrages aus der Umgebung weitgehend; der Westteil des Sees ist besonders stark verschlammt. Hier reichen mächtige Schlammablagerungen bis dicht (10 – 20 cm) unter die Wasseroberfläche. Sauerstoffzehrung und die Bildung von Schwefelwasserstoff im Sediment führten zwischen 1974 und 1988 wiederholt zu Fischsterben. Insgesamt wurden 14 Fischarten nachgewiesen, von denen fünf in Berlin gefährdet sind. Alarmierend ist der zu beobachtende Rückgang des Gründlings in diesem See. Als Ursache müssen fehlende Laichsubstrate angenommen werden. Eine erfolgreiche Reproduktion konnte lediglich bei Barschen und Moderlieschen nachgewiesen werden. Das im Wedding gelegene Lange Fenn, in welchem auch der Möwensee liegt, ist eine Erlenbruchlandschaft, weshalb auch die Gewässerufer baumbestanden sind. Durch den alljährlichen Laubeintrag bildete sich am Grund eine dicke Schlammschicht. Die beim Abbau der organischen Substanz ablaufenden Zehrungsvorgänge führen im Sommer oft zu Sauerstoffmangel und Fischsterben. Derartige Extremsituationen werden nur von Fischarten verkraftet, die auch mit wenig Sauerstoff auskommen; daher wird dieser See fast ausschließlich von Karauschen besiedelt. Es ließ sich nicht feststellen, inwieweit die beiden ebenfalls nachgewiesenen Arten, Zwergwels und Dreistachliger Stichling, schon längere Zeit im Gewässer leben und Populationen bilden. Der hypertrophe Obersee in Hohenschönhausen ist ein Parkgewässer. Der bis auf seine Insel strukturarme See wird durch monotone Betonufer gesäumt, die den Fischen weder Unterstände noch Laichhabitate bieten. Eine zusätzliche Belastung stellt die Kanalisation dar, deren Mischwasserüberlauf bei starken Regenfällen in den See entwässert. Früher stark verkrautet, ist der See heute infolge der Uferbefestigung mit Betonfertigteilen und einem 1986 erfolgten Graskarpfenbesatz makrophytenfrei. Trotzdem konnten von 1978 bis heute insgesamt 14 Fischarten nachgewiesen werden, darunter auch vier gefährdete. Mehr als die Hälfte von ihnen ist auf Besatz durch Angler zurückzuführen. So wurden neben den Grasfischen regelmäßig Karpfen eingesetzt, weiterhin Zander, Plötzen, Bleie, Schleien und früher häufig Aale. Mehrere Fischsterben, schlechte Reproduktionsbedingungen und einseitiger Karpfenbesatz führten dazu, daß heute nur noch Karauschen, Giebel, Schleien und Karpfen häufig sind. Der Rückgang des Gründlings ist alarmierend, Hechte und Bleie sind selten. Die beiden letztgenannten Arten und der Zander pflanzen sich in diesem See mangels Laichrefugien nicht natürlich fort. Der eutrophe Orankesee ist ebenfalls ein Hohenschönhauser Parkgewässer, das fischereilich bewirtschaftet wird. Die Seeufer sind mit Stahlspundwänden und Betonwabenplatten befestigt. Sie haben daher nicht mehr ihre ursprüngliche, reichgegliederte Struktur. Im See finden sich noch ausgedehnte Wasserknöterich-Bestände, die den Fischen Laichplätze und Unterstände bieten. Ein weiterer fischereibiologisch wertvoller Bereich ist der Badestrand am Nordufer des Sees, dessen sandiges Sediment ebenfalls als Laichrefugium dient. Der See wird über einen Tiefbrunnen gespeist, ist deutlich weniger verschlammt als der benachbarte Obersee und hat trotz starker Frequentierung durch Badende auch eine bessere Wasserqualität als dieser. Von 1978 bis heute konnten 15 Fischarten nachgewiesen werden, unter ihnen Bitterling, Gründling und Moderlieschen. Der Bitterling ist in Berlin vom Aussterben bedroht, insgesamt müssen sechs der nachgewiesenen autochthonen Fischarten als gefährdet betrachtet werden. Der Plötzensee in Wedding wird als Freibad genutzt. Seine Ufer sind überwiegend mit Bäumen bestanden. Submers wachsende Makrophyten fehlen weitgehend. Zehn autochthone Fischarten, von denen drei in Berlin gefährdet sind, konnten im See nachgewiesen werden. Der Fang eines einzelnen Rapfen deutet nicht darauf hin, daß diese Fischart hier eine Population bildet. Vielmehr muß sein Auftreten in einem geschlossenen Stillgewässer als untypisch angesehen werden und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Besatz zurückzuführen. Der Plötzensee ist eines der wenigen Gewässer in Berlin, in das im Zuge der fischereilichen Bewirtschaftung keine Faunenfremdlinge eingesetzt wurden. Dieser Zustand ist als sehr erhaltenswert einzuschätzen. Der Schwarzwassersee liegt in einer Senke in Blankenfelde. Seine Ufer sind mit Bäumen bestanden. Im Nord- und Südteil des Sees befinden sich flache röhrichtbestandene Buchten. Submerse Makrophyten wurden nicht festgestellt. Das Gewässer erscheint naturnah und wird nicht von Anglern genutzt. Trotz des sehr naturnahen Erscheinungsbildes beherbergt der See nur eine einzige (umwelttolerante) Fischart, die Karausche. Jaucheeinleitungen verursachten 1987 ein Fischsterben und sind möglicherweise eine Ursache für die Artenarmut. Besonders der Südteil des Sees würde sich neben der Karausche auch für den Hecht u. a. Fischarten als Laichplatz eignen. Eine natürliche Besiedlung ist allerdings ausgeschlossen, da der Schwarzwassersee isoliert liegt, und in seiner Nähe weitere Gewässer mit sich selbst reproduzierenden Beständen dieser Arten fehlen. Mit einer Größe von 0,9 ha gehört der Steinbergsee zu den kleinsten Seen Berlins. Von den Weihern und Söllen unterscheidet ihn sein Zufluß aus Lübars und Waidmannslust sowie der Abfluß zum Nordgraben. Die Ufer des Steinbergsees sind dicht mit Bäumen bestanden. Er wird von Anglern bewirtschaftet und auch besetzt. Vor allem infolge von Besatzmaßnahmen gelangten insgesamt 19 Fischarten, unter ihnen neun gefährdete, in den See. Trotz Besatz erscheint der Fischbestand gering. Es ist nicht auszuschließen, daß der See regelmäßig geringe Sauerstoffkonzentrationen aufweist bzw. ausstickt, und die Fische über den Nordgraben abwandern. Die häufigste der nachgewiesenen Fischarten war der Gründling. Vor der Einstellung der Bewirtschaftung des Teufelssees (Müggelheim) wurde dieser vom Deutschen Anglerverband mit Fischen besetzt. Die gegenwärtig nachgewiesenen 11 Fischarten sind in erster Linie hierauf zurückzuführen. Ihr Bestand ist allerdings relativ gering, da es in der Vergangenheit wiederholt zu Fischsterben infolge Sauerstoffmangels kam. Die Ufer sind zu großen Teilen durch Erlenbruchwald gesäumt. Die damit verbundene Beschattung und der Laubeintrag führten zu einer Verschlammung des polytrophen Sees und sind auch für das weitgehende Fehlen von Wasserpflanzen verantwortlich. Verbunden mit einer Absenkung des Grundwasserspiegels durch die Trinkwassergewinnung des Wasserwerkes Friedrichshagen kam es zu den o. g. Sauerstoffdefiziten während der Sommerstagnation. Der Teufelssee (Grunewald) liegt in einem Naturschutzgebiet; trotzdem ist er einer der am stärksten frequentierten Seen Berlins. Seine Ufer sind mit Bäumen bestanden und z.T. schilfbewachsen. Dadurch bilden sie relativ vielgestaltige Strukturen und wirken naturnah. Insgesamt wurden 13 Fischarten im See nachgewiesen. Fünf von ihnen sind in Berlin "Rote-Liste-Arten", darunter eine (Bitterling) in der Kategorie "vom Aussterben bedroht". Die Bestandsentwicklung des Bitterlings muß allerdings als rückläufig eingeschätzt werden. Zu prüfen ist, ob noch genügend der für die Vermehrung dieser Fischart essentiellen Muschelarten im Gewässer vorkommen. Die Ufer des Waldsees (Hermsdorf) sind dicht mit Bäumen bestanden. Es gibt flache verkrautete Bereiche, in denen Brut und Jungfische geeignete Lebensräume finden sowie Krautlaicher die erforderlichen Laichplätze. Das Gewässer erscheint sehr naturnah. Es wird von einem Angelverein bewirtschaftet. Insgesamt wurden 12 Fischarten nachgewiesen, unter ihnen fünf gefährdete. Der Waldsee (Zehlendorf) ist nicht öffentlich zugänglich. Auch dieses Gewässer erscheint weitgehend naturnah. Seine Ufer sind dicht mit Bäumen bestanden, teilweise allerdings durch Steganlagen verbaut. Es gibt eine reiche Unterwasservegetation. Es wurden 11 Fischarten nachgewiesen, unter ihnen drei gefährdete. Wie im Reinickendorfer Waldsee ist auch hier das Moderlieschen sehr häufig. Im Gegensatz zu den durch Angler beeinflußten Kleingewässern und Seen fehlen hier aus anglerischer Sicht geförderte Arten, wie Karpfen und Zander. Gleiches gilt für bevorzugt als Köderfisch benutzte Fischarten, wie Gründling und Kaulbarsch. Der hypertrophe Weiße See (Weißensee) ist ein Parkgewässer, das fischereilich bewirtschaftet wird. Der See hat eine monotone, aus alten Faschinen bestehende, strukturarme Uferlinie. Da höhere Wasserpflanzen aufgrund der starken Eutrophierung fehlen, finden die hier lebenden Cypriniden-(Karpfen-)Arten kaum Laichsubstrate. Bis auf den Bereich der Badeanstalt am Ostufer ist der Seeboden stark verschlammt. Die Wasserfontäne in der Mitte des Sees führt während der Sommermonate zu einem hohen Sauerstoffeintrag und ist daher positiv zu bewerten. Insgesamt konnten 18 Fischarten nachgewiesen werden, darunter sechs gefährdete. Die hohe Artenzahl ist vor allem auf die Bewirtschaftung zurückzuführen. So werden regelmäßig Karpfen, Schleien, Aale, Hechte und Zander sowie in unregelmäßigen Abständen Grasfische, Bleie, Giebel, Barsche, Plötzen, Karauschen und Regenbogenforellen eingesetzt. Dieser Gruppe wurden 16 der beprobten Seen zugeordnet. Ihre Größe schwankt zwischen 0,5 ha (Körner See) und 30 ha (Flughafensee). In ihnen wurden insgesamt 26 Fischarten nachgewiesen, wobei in den einzelnen Gewässern mindestens drei (Elsengrundbecken) und maximal 19 (Flughafensee) vorkamen. Die hohen Fischartenzahlen sind auf Besatz zurückzuführen. Nachweise von Regenbogenforellen in mehr als einem Drittel, von Zandern in der Hälfte sowie von Hechten und Karpfen in rund drei Viertel aller Gewässer dieser Gruppe deuten darauf hin, daß durchgeführter Fischbesatz in erster Linie unter anglerischen Gesichtspunkten erfolgte. Ein Vertreter dieser Gewässergruppe ist der im Norden Berlins (Blankenfelde) gelegene Arkenberger See , eine ehemalige Sandgrube. Der heute eutrophe See entstand 1979 im Zuge des Autobahnbaus und wird seitdem fischereilich bewirtschaftet. Am Westufer des Sees wird eine Bauschuttdeponie betrieben. Als weitere Quelle anthropogener Gewässerbelastung ist die sommerliche, extrem starke Badenutzung zu nennen. Die Uferlinie dieses künstlichen Gewässers ist sehr strukturarm, nennenswert hingegen sind ausgedehnte Bestände submers wachsender Makrophyten. Alle 16 vorkommenden Fischarten, von denen fünf in Berlin gefährdet sind, können auf Besatz zurückgeführt werden. Die sog. BUGA-Gewässer auf dem Gelände der ehemaligen Bundesgartenschau in Neukölln wurden zur landschaftlichen Gestaltung der Parkanlage geschaffen. Sie werden künstlich gespeist. Ihr Wasser ist relativ nährstoffarm und klar. Die Uferregion wurde in Teilbereichen naturnah gestaltet, bepflanzt und beherbergt dort eine artenreiche Vegetation. Im Wasser wachsen dichte Bestände submerser Makrophyten. Obwohl zahlreiche Fischarten, darunter auch Bitterlinge, in die Gewässer eingesetzt wurden, konnten nur sieben nachgewiesen werden. Ob sich weitere Arten etabliert haben, ist ungewiß; hier wären weitere Untersuchungen wünschenswert. Der Flughafensee ist mit über 30 m das tiefste Gewässer Berlins. Er entstand bei der Sandförderung zum Bau des Flughafen Tegel und wird heute durch Angler bewirtschaftet. An Stellen, die nicht von Badegästen frequentiert werden, findet sich eine naturnahe Ufervegetation. Ein Teil des Röhrichtbestandes ist durch das Absinken des Grundwasserspiegels gefährdet. Die im Südteil des Sees gelegenen verkrauteten Buchten dienen den Fischen als Laich- und der Brut als Aufwuchsgebiet. Die 19 nachgewiesenen Fischarten wurden vor allem von den Bewirtschaftern eingesetzt. Im Tiergarten befinden sich eine Reihe von Gewässern, die z. T. über Gräben miteinander verbunden sind. Sie wurden künstlich angelegt und werden ebenso mit Wasser versorgt. Es sind Parkgewässer , deren Ufer befestigt und bepflanzt wurden. Eine existierende Verbindung zur Spree ist für Fische kaum passierbar. Deshalb sind die Spreefische nicht in der Lage, die Tiergartengewässer als Rückzugsgebiet bei Abwasserwellen u.ä. bzw. als Laichrefugien zu nutzen. Diese Gewässer wurden von Doering und Ludwig (1989) beprobt, die dort bis zu 18 Fischarten (Neuer See) fanden. Diese hohe Zahl dürfte allerdings auf Besatz zurückzuführen sein. Eine für alle Fischarten passierbare Anbindung an die Spree würde den Wert dieser Gewässer für die Berliner Fischfauna heben. Bei den im Bezirk Hellersdorf gelegenen Kaulsdorfer Seen handelt es sich um ein sehr junges, künstlich geschaffenes, fünf Seen umfassendes Gebiet. Der Butzer- sowie der Habermannsee sind die beiden ältesten Gewässer dieser Gruppe. Sie entstanden 1942 im Zusammenhang mit dem Bau der Reichsbahn-Umgehungsbahn Wuhlheide. Erst 1970 wurde der "Kiessee" ausgebaggert, seit 1980 erfolgt die Sandförderung im Elsengrundsee. Bis auf das Elsengrundbecken – hier wurde Faulschlamm verbunden mit Schwefelwasserstoff-Bildung festgestellt – besitzen die Gewässer ein sandiges Sediment. Der Elsengrundsee wurde durch die Tiefbau-GmbH, die hier Sand fördert, vollständig eingezäunt. Alle übrigen Seen werden fischereilich bewirtschaftet und zusätzlich während des Sommers überaus stark von Badegästen frequentiert (bis zu 30 000/Tag). Besonders der Badebetrieb führte dazu, daß von den früher reichlichen Röhrichtbeständen heute nur noch Reste vorhanden sind, und die Ufer stark erodieren. In Bereichen, in denen aufgrund von Baum- bzw. Buschbewuchs nur wenige Liegeflächen vorhanden sind, hat sich eine naturnahe, erhaltenswerte Ufervegetation eingestellt. Weitere wertvolle Strukturelemente bilden die in allen Seen (außer Elsengrundbecken) wachsenden verschiedenen Arten von submersen Wasserpflanzen. Insgesamt wurden in den Kaulsdorfer Seen 17 Fischarten nachgewiesen, davon vier in Berlin gefährdete. Die höchste Artenzahl (15) wurde im Habermannsee festgestellt. In flachen, verkrauteten Bereichen der großen Seen wurde die natürliche Reproduktion des Hechtes beobachtet. Da diese Fischart in Berlin aufgrund selten gewordener Laichplätze und damit eingeschränkter Möglichkeiten der Arterhaltung überwiegend durch Besatz erhalten wird, sind die wenigen vorhandenen Laichplätze besonders schützenswert. Die ehemalige Sandgrube in den Laßzinswiesen (Spandauer Forst) ist ein naturnahes Gewässer, das aufgrund seiner Bedeutung für die Vogelfauna eingezäunt wurde und geschützt wird. Die Uferstruktur weist einen breiten Röhrichtgürtel und Bäume auf. Im klaren, relativ nährstoffarmen Wasser sind dichte Bestände submers wachsender Makrophyten vorhanden. Von den nachgewiesenen acht Fischarten sind zwei (Hecht, Gründling) in Berlin gefährdet. Der "Kiesteich" Spandau am Spekteweg wird als Angelgewässer und zur Naherholung genutzt. Die Ufer sind z. T. mit Röhricht, Büschen und Bäumen bewachsen. Durch eine Absenkung des Grundwassers sind im Westteil flache, verkrautete Bereiche trockengefallen, die damit nicht mehr als Laichplätze und Schutzräume für Fischbrut zur Verfügung stehen. Die nachgewiesenen sieben Fischarten gelangten als Besatz in das Gewässer. Ihre Artenzusammensetzung macht deutlich, daß dieser ausschließlich unter anglerischen Prämissen erfolgte. Im Norden Berlins (Hermsdorf) liegt der Ziegeleisee . Seine flachen, sandigen Bereiche am Nord- und Nordostufer werden als Strandbad (Freibad Lübars) genutzt. Alle übrigen Randbereiche sind mit Schilf bewachsen, die Ufer mit Bäumen bestanden. Das Wasser ist relativ nährstoffarm. Von den 11 nachgewiesenen Fischarten müssen zwei zu den in Berlin gefährdeten gerechnet werden. Rückhaltebecken sind künstlich geschaffene Gewässer. Sie wurden als Auffang- und Sammelbecken für Oberflächenwasser angelegt und unterliegen i. d. R. keiner fischereilichen Bewirtschaftung. Ihre Ufer sind meistens künstlich befestigt. Die in diese Becken geleiteten Niederschläge von Dächern, Höfen, Straßen und anderen versiegelten Flächen sind stark mit Nähr- und Schadstoffen, besonders PCB belastet. Die eingeschwemmten, sich absetzenden Stoffe können andererseits nicht mehr in die offenen Gewässer gelangen, so daß Regenrückhaltebecken einen Beitrag zur oft geforderten Verminderung der diffusen Nähr- und Schadstoffeinträge in andere Oberflächengewässer leisten können. Vorhandene Fischbestände sind oft verbuttet , eine in Kleingewässern und Rückhaltebecken vielfach zu beobachtende Erscheinung, wenn Raubfische im Gewässer fehlen. Bei deren Abwesenheit wirkt das Nahrungsangebot als begrenzender Faktor für die Populationsgröße. Umwelttolerante und vermehrungsstarke Fischarten, wie Plötze, Blei, Karausche u. a. reagieren darauf, indem sie mit immer geringeren Körperlängen geschlechtsreif werden und sich fortpflanzen. Diese so entstehende Kleinwüchsigkeit wird als Verbuttung bezeichnet. Im Ortsteil Lübars liegt das Klötzbecken . Es wurde 1968 im Rahmen der Planung eines Industriegebietes angelegt. Die Ufer sind monoton und erst oberhalb ihrer Befestigung mit Gras bewachsen. Submerse Makrophyten und andere Strukturen, die von Fischen als Laichplatz oder Unterstand genutzt werden könnten, fehlen weitgehend. Die nachgewiesenen neun Fischarten sind auf Besatz durch Angler zurückzuführen, in deren Bewirtschaftung sich das Gewässer befindet. Bis auf den Dreistachligen Stichling scheint keine natürliche Reproduktion der Fischarten zu erfolgen. Das Regenrückhaltebecken an der Osdorfer Straße (Lichterfelde) ist vollständig eingezäunt. Die Ufer sind dicht mit Büschen und Bäumen bewachsen. An seichten Stellen finden sich dichte Teichrosenbestände. Im Gewässer wurden fünf Fischarten, darunter der Bitterling nachgewiesen. Die Plötzen sind verbuttet. Bei den gefangenen Bitterlingen handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um erst vor kurzer Zeit eingesetzte Einzelexemplare. Für eine Reproduktion fehlen die dafür essentiellen Muschelarten. Das 1,8 ha große Seggeluchbecken liegt im Märkischen Viertel. Seine Ufer sind künstlich befestigt und weitgehend vegetationslos. Die nachgewiesenen 11 Fischarten sind auf Besatz zurückzuführen. Die Strukturarmut sowie die geringe Größe des Gewässers lassen es als Lebensraum so zahlreicher Fischarten ungeeignet erscheinen. Ausdruck dafür ist u.a. die Tatsache, daß lediglich bei Gründlingen und Dreistachligen Stichlingen eine natürliche Reproduktion zu beobachten war. Während Teiche immer künstliche, ablaßbare Gewässer sind, entstanden die anderen Formen meistens natürlich, infolge der eiszeitlichen Überformung der Landschaft als Toteisseen, Sölle u. ä., aber auch als Abbau-Restlöcher (z. B. Torfstiche). Von Teichen unterscheiden sich diese Gewässer dadurch, daß sie grundsätzlich nicht ablaßbar sind. Da in Berlin keine Teichwirtschaft im eigentlichen Sinn erfolgt, d.h. die Teiche praktisch nie abgelassen werden (außer zu Sanierungsarbeiten), erscheint es legitim, beide Formen zusammenzufassen. Aus ichthyo-(fisch-)faunistischer Sicht sind im Untersuchungsgebiet auch keine weiteren Differenzierungen der Kleingewässer erforderlich. Die Qualität des Speisungswassers, anthropogene Beeinträchtigungen (in erster Linie durch Fischbesatz) und ihre Flächen (meist unter einem Hektar liegend) sind ähnlich und machen diese Gewässer untereinander vergleichbar. In den 43 beprobten Berliner Kleingewässern wurden insgesamt 25 Fischarten, davon 19 einheimische, nachgewiesen. Die Artenzahlen schwanken im einzelnen zwischen 0 (Pfuhl im Volkspark Lübars) und 18 (Karpfenteich Charlottenburg); sie beträgt im Durchschnitt fünf je Kleingewässer. Viele weitere Berliner Kleingewässer weisen verbuttete Fischbestände auf, so auch die Blanke Helle . Sie liegt in einer kraterartigen Mulde in Schöneberg. Ihre Ufer sind grasbewachsen und mit wenigen Bäumen bestanden. Der Boden dieses flachen Gewässers ist mit einer starken Schlammschicht bedeckt. Zwei Fischarten, Moderlieschen und Karausche, wurden nachgewiesen. Die Karausche bleibt – wie in Kleingewässern häufig zu beobachten – infolge Nahrungsmangels kleinwüchsig. Die drei miteinander verbundenen Bucher Teiche liegen im Norden Berlins inmitten ehemaliger, bis Mitte der 80er Jahre betriebener Rieselfelder. Die fischereiliche Bewirtschaftung erfolgt durch Angler. Während der Teich III noch vollständig von Bäumen umgeben ist, fehlen diese am Teich I fast vollständig. Dieser wird vornehmlich von Großseggen eingefaßt. Teich II stellt die Übergangsform zwischen beiden dar. Teich I wird von Anglern deutlich weniger frequentiert als die beiden anderen, stark beangelten. Zu erkennen ist dies in erster Linie an der geschlossenen Ufervegetation. Die Ufer der Teiche II und III sind an den zugänglichen Stellen ausgetreten und erodiert. Submers wachsende Makrophyten fehlen, die Gewässer sind ausnahmslos verschlammt. Stark gesunkene Wasserstände führten im Sommer 1992 zum Austrocknen des ersten Teiches und zu Sauerstoff-Mangelerscheinungen und Fischsterben in den beiden anderen. Die in den Bucher Teichen vorkommenden Fischarten, insgesamt wurden 12 nachgewiesen, sind auf Besatz zurückzuführen. Der Eckernpfuhl liegt inmitten einer Tempelhofer Parkanlage. Seine Uferstrukturen sind durch die gleichförmige Befestigung monoton. Hier wurden sechs Fischarten nachgewiesen, die ausnahmslos zu den euryöken gehören. Über einen Graben mit der Oberhavel verbunden ist der Erlengrabenteich . Seine schilf- und baumbewachsenen Ufer lassen ihn relativ naturnah erscheinen. Der vorwiegend auf Besatz zurückzuführende Fischbestand setzt sich aus 11 Arten zusammen, von denen drei gefährdet sind. Dieser Gewässertyp ist allein von seiner Morphologie her ungeeignet für Fischarten wie Rapfen, Wels und Zander. Alle drei genannten Arten wurden in diesem Teich nachgewiesen. Ihre Lebensraumansprüche lassen ein längeres Überdauern der jeweiligen Art im Gewässer fraglich erscheinen. Der polytrophe Faule See liegt im gleichnamigen Naturschutzgebiet in Weißensee. Ursprünglich abflußlos, wurde das Gebiet im vorigen Jahrhundert durch einen Graben an das Gewässersystem der Panke angeschlossen. Dadurch sank der Wasserspiegel des Sees um mehr als einen Meter. Der Seeboden ist stark verschlammt. Während der Sommermonate herrscht oft Sauerstoffmangel, in dessen Folge es auch wiederholt zu kleineren Fischsterben kam. Von ehemals zehn Fischarten konnten nur noch zwei nachgewiesen werden. Die Ufer des Hufeisenteiches (Hufeisensiedlung in Britz) sind z. T. mit Betonplatten befestigt. Neben der Ufervegetation fehlen auch Wasserpflanzen. Das Gewässer muß als übermäßig anthropogen überformt und naturfern eingeschätzt werden. Lediglich ein verbutteter Karauschenbestand existiert im Teich. Bei den Karower Teichen handelt es sich um vier hypertrophe, ehemalige Fischteiche auf dem Gebiet der stillgelegten Bucher Rieselfelder. Sie sind durch Rohrleitungen miteinander verbunden. Die Teiche verfügen z. T. über ausgedehnte Röhrichtsäume und wirken naturbelassen. Bis 1990 fischereilich bewirtschaftet, sind die Teiche gegenwärtig einstweilig als Naturschutzgebiet gesichert. Sie sind eines der wichtigsten Wasservogel-Brutgebiete Berlins. In den Teichen wurden fünf Fischarten nachgewiesen, die – mit Ausnahme des Dreistachligen Stichlings – auf Besatz zurückzuführen sind. Während der Sommermonate wurden wiederholt Fischsterben beobachtet. Der Karpfenteich Schloß Charlottenburg steht über Gräben mit der Spree in Verbindung. Allerdings ist von dieser Seite her keine Einwanderung von Fischen zu erwarten, da das Wehr an der Einmündung in die Spree für Fische nicht passierbar ist. Trotzdem wurden in diesem Gewässer 18 Fischarten nachgewiesen, von denen sechs in Berlin zu den gefährdeten gehören. In den Gräben wurden Bleie, Güstern und Dreistachlige Stichlinge beim Laichen beobachtet. Der Wert dieses Gewässers für die Berliner Fischfauna könnte deutlich gesteigert werden, indem man das Wehr für alle Fischarten passierbar macht. Die im innerstädtischen Bereich ausgebaute, monotone Spree wäre um ein wichtiges Strukturelement reicher, und die in ihr lebenden Fische wären in der Lage, den Teich und die Gräben als Rückzugs- und Reproduktionsrefugium zu nutzen. Neun Kleinteiche und Tümpel liegen in dem Feuchtgebiet Malchower Aue , nördlich des Malchower Sees. Die Ufer haben breite Röhrichtgürtel bzw. werden von Erlenbruchwäldern gesäumt. Fast alle Teiche beherbergen einen reichen Bestand an Unterwasserpflanzen und wirken weitgehend naturbelassen. Fünf Teiche fallen im Sommer regelmäßig trocken und sind daher fischfrei. In den verbliebenen vier Teichen wurden beide Stichlingsarten (Dreistachliger Stichling – in Berlin gefährdet, Zwergstichling – in Berlin vom Aussterben bedroht) und der Giebel nachgewiesen. Lediglich in einem der Teiche (Nr. IX) wurden daneben Plötzen, Schleien, Karauschen und Karpfen nachgewiesen, die vermutlich durch Angler eingesetzt wurden. Als Feuchtgebiet und Lebensraum für Stichlinge ist die Malchower Aue schützenswert. Ihr kommt auch große Bedeutung für die Reproduktion einheimischer Amphibienarten zu. Der Roetepfuhl in Britz ist ein relativ naturnah wirkendes Gewässer. Es verfügt über dichte Bestände von Röhricht- und Unterwasserpflanzen. Fünf Fischarten wurden nachgewiesen, von denen drei nicht zur einheimischen Fischfauna gehören. Das Gewässer hat nicht nur für die Fischfauna, sondern auch als Amphibien-Laichgewässer Bedeutung. Völlig fischfrei präsentierten sich dagegen die Rosenthaler Teiche . Sie liegen westlich der Blankenfelder Chaussee – Teich I auf dem Gelände des Institutes für Spezielle Botanik der Humboldt-Universität – und werden vom Zingergraben gespeist. Ihre Ufer sind mit Röhricht und Bäumen umwachsen. Am Grund der flachen Gewässer befinden sich umfangreiche Schlammablagerungen. Beide Teiche trocknen jedes Jahr für mehrere Monate aus, weshalb eine dauerhafte Besiedlung durch Fische nicht möglich ist. Aufgrund der dichten Ufervegetation sind diese temporären Gewässer gut für die Fortpflanzung von Amphibien geeignet. Der in Mariendorf gelegene Rothepfuhl ist flach; eine Ufervegetation fehlt weitgehend. Durch die Absenkung des Grundwassers sank auch der Wasserstand im Pfuhl in den letzten Jahren kontinuierlich. Drei Fischarten, alle auf Besatz zurückzuführen, wurden nachgewiesen. Von Grasflächen und einigen Bäumen umgeben ist der Rückertteich auf dem Gelände der Freien Universität Berlin. Sein Grund ist schlammig. An den Ufern finden sich geringe Röhrichtbestände, submers wachsende Makrophyten sind ebenfalls vorhanden. Neben einer geringen Anzahl Schleien, Karauschen und Giebel wurde eine größere Menge Goldfische eingesetzt. Der Teich im Stadtpark Steglitz ist ein typischer Vertreter der Kleingewässer. Seine Uferrandstreifen sind mit Büschen und Bäumen bewachsen, ohne daß diese für den Teich als aquatischen Lebensraum strukturwirksam werden. Die Kontaktzone zum Wasser, das eigentliche Ufer, wurde künstlich befestigt und ist monoton. Auch der Fischbestand ist für Kleingewässer typisch. Neben Moderlieschen wurden Karauschen und Giebel nachgewiesen. Alle drei Arten sind für Tümpel und Pfuhle charakteristisch. Der Teich Südende ähnelt dem Teich im Stadtpark Steglitz. Auch hier sind die Ufer weitgehend befestigt und entsprechend monoton. Der Busch- und Baumbewuchs des Uferrandstreifens kann den Gewässerbewohnern nicht als Unterstand, Laich- oder Nahrungsgebiet dienen. An Fischarten wurden nur Karauschen und Giebel nachgewiesen, was darauf hindeuten könnte, daß der Teich zumindest einmal ausgestickt ist. Die Fähigkeit beider Fischarten, in Extremfällen kurzzeitig auch anaerobe Verhältnisse auszuhalten, macht sie oft zu den "einzigen Überlebenden". Das Ufer des Mariendorfer Türkenpfuhls ist mit Büschen und Bäumen bestanden. Das Gewässer ist stark mit Hausmüll verschmutzt. Von den vier nachgewiesenen Fischarten sind zwei in Berlin gefährdet. In dieser Kategorie wurden kleinere Zuläufe von Havel und Spree, der Oberlauf der Spree bei Eintritt in das Berliner Stadtgebiet sowie Zuflüsse der großen Seen zusammengefaßt. Diese sieben Gewässer weisen noch für Fließgewässer charakteristische naturnahe Lebensraumstrukturen auf, wie z. B. Kolke, Mäander, Rückströmungen, Turbulenzen und unterschiedliche Bodensedimente. Da diese Strukturen in unserer Kulturlandschaft durch wasserbauliche Maßnahmen fast überall beseitigt wurden, haben auch die hieran gebundenen Fließgewässerbewohner stark abgenommen. Der strenge Schutz noch existierender sowie die Wiederherstellung zerstörter Fließgewässerhabitate könnten einen sehr wertvollen Beitrag zum Fischartenschutz darstellen. Andere Fließgewässer wurden in ihrem Charakter stark verändert und durch die Abläufe von Klärwerken belastet. Sie werden unter der Kategorie Klärwerksableiter beschrieben. Das Fredersdorfer Mühlenfließ entspringt im Nordosten Berlins auf der Barnim-Hochfläche und hat ein Einzugsgebiet von rund 230 km2. Nach Durchfließen des Kessel-, Fänger- und Bötzsees beginnt der eigentliche, 27,6 km lange Fließverlauf, der in den Müggelsee einmündet. Die letzten rund drei Kilometer liegen auf Berliner Stadtgebiet, im Bezirk Köpenick. Neben vier Wehren, von denen eines (Rahnsdorfer Stau) die Einwanderung von Fischen aus dem Müggelsee und ein weiteres (Wehr Bruchmühle) ihre Auswanderung in den Bötzsee verhindert, wird das Fließ durch die Trinkwassergewinnung stark beeinträchtigt. Seit Inbetriebnahme der Brunnengalerie B des Wasserwerkes Friedrichshagen (1983) fällt es im Sommer regelmäßig in weiten Bereichen trocken. Die Fischfauna des Fredersdorfer Mühlenfließes wird seit den 60er Jahren sporadisch erfaßt. Insgesamt 19 Fischarten konnten 1992 nachgewiesen werden, unter ihnen zwei in Berlin vom Aussterben bedrohte (Schlammpeitzger, Quappe), eine stark gefährdete (Steinbeißer) und vier gefährdete Arten. Bis auf seltene Zuwanderer (Zander) erfolgt bei allen nachgewiesenen Arten im Fließ eine natürliche Reproduktion. Um künftig Fortpflanzung und Überleben insbesondere der genannten Fischarten zu sichern, ist es erforderlich, eine ganzjährige Wasserführung des Fließes zu gewährleisten und die vorhandenen Aufstiegshindernisse (Wehre, Schwellen) für Fische passierbar zu machen. Der Westliche Abzugsgraben zweigt über ein Wehr vom Zitadellengraben ab und mündet unterhalb der Schleuse Spandau in die Havel. Unmittelbar unterhalb des Wehres herrscht eine relativ starke Strömung vor, und das Sediment ist sandig bis kiesig. Hier finden rheophile Fischarten geeignete Lebensräume, Döbel und Hasel wurden nachgewiesen. Weiter stromab, in Bereichen mit geringerer Strömung, ist der Grund schlammig. Die Ufer wirken naturnah und sind fast auf der gesamten Länge mit Bäumen bestanden. Insgesamt wurden 12 Fischarten nachgewiesen, davon sechs in Berlin gefährdete. Für Fische der Havel, insbesondere die strömungsliebenden Arten, könnte der Graben auch als Laichgebiet dienen. Kanäle sind künstlich geschaffene Wasserstraßen mit monotonen, befestigten Ufern (Steinschüttungen, Beton- oder Stahlspundwände) und einem meistens trapezförmigen Querschnitt. Rechnet man die in innerstädtischen Bereichen kanalartig ausgebaute Spree hinzu, verfügt Berlin über mehr als 100 Kanal-Kilometer. Da infolge des naturfernen Ausbaus für Fische wichtige Strukturen, wie Laichplätze, Unterstände und Weidegründe fehlen, dienen sie ihnen vornehmlich saisonal als Aufenthaltsorte oder Wanderwege. Die Zahl der Fischarten ist deshalb von der Fauna der mit ihnen in Verbindung stehenden Gewässer abhängig. Der Gosener Kanal wurde 1936 fertiggestellt und verbindet den Dämeritz- mit dem Seddinsee. Seine Ufer bestehen zu großen Teilen noch aus Steinschüttungen. Die mittlere Tiefe beträgt gegenwärtig 3 m, die Breite 35 m. Vom Seddinsee her angefangen, sind am Südufer Ausbauarbeiten zur Verbreiterung des Kanals im Gange. Der Gosener Kanal wird als Angelgewässer genutzt. Wasserpflanzen sind im Kanal sehr selten; als Ursache dafür ist der von der Schiffahrt erzeugte Wellenschlag anzunehmen. Im Kanal wurden 13 Fischarten, unter ihnen acht gefährdete nachgewiesen. Es ist zu erwarten, daß neben den bisher festgestellten Kleinfischarten auch andere den Kanal für Laich- und/oder Kompensationswanderungen nutzen, da sie in den umliegenden Seen vorkommen (z. B. Stint). Die Kanäle im Bereich der Innenstadt, wie z. B. Landwehrkanal und Kupfergraben , sind i. d. R. noch monotoner ausgebaut als der Gosener Kanal. Aus Platzgründen stehen hier die Ufer lotrecht und sind fest verfugt. Damit sind sie, im Gegensatz zu den Steinschüttungen an anderen Kanalufern, nicht einmal mehr für Hartsubstratlaicher, wie z. B. den Kaulbarsch nutzbar. Ein besonderes Problem innerstädtischer Kanäle sind Fischsterben infolge des Überlaufens der Mischwasserkanalisation nach starken Regenfällen (z. B. im Landwehrkanal). Der biologische Abbau der eingeschwemmten Fäkalien und anderer organischer Stoffe erfolgt unter Sauerstoffzehrung, was auf weiten Streckenabschnitten zu starken Sauerstoffdefiziten und in deren Folge zu Fischsterben führen kann. Bei dieser Gruppe handelt es sich um kleine, künstlich angelegte, weitgehend begradigte Fließgewässer. Sie wurden hauptsächlich im Bereich der Rieselfelder als Zu- und Ablaufgräben, aber auch zur Entwässerung z. B. der Gosener Wiesen in Köpenick angelegt. Ihr Profil ist trapezförmig. Die Abwasserleiter der noch bestehenden sowie der ehemaligen Rieselfelder sind i. d. R. stark mit Nähr- und Schadstoffen belastet. Reine Meliorations-, also Be- oder Entwässerungsgräben, hingegen sind meistens nur dann belastet, wenn ihr Umland intensiv landwirtschaftlich genutzt wird bzw. wurde. Durch die Aufgabe der Verrieselung und die Absenkung des Grundwasserspiegels trocknen viele der im Norden Berlins in den ehemaligen Bucher Rieselfeldern gelegene Gräben aus. Der Große Sprintgraben ist ein stark verkrauteter Meliorationsgraben, der mit dem Teich Lübars in Verbindung steht. In ihm wurden beide Stichlingsarten nachgewiesen. Hinsichtlich des fischereibiologischen Wertes und Schutzes ist er den Rieselfeldgräben gleichzustellen. Um ein Zuwachsen und damit Verschwinden des Gewässers zu verhindern, können Unterhaltungsmaßnahmen erforderlich werden. Die Einspeisung von mechanisch gereinigtem Havelwasser ermöglichte in der Kuhlake die Wiederansiedlung von submers wachsenden Makrophyten (z. B. Wasserfeder, Wasserstern und Tausendblatt). Die z. T. dichten Pflanzenbestände begünstigten besonders die Vermehrung der Rotfeder. Hier erfolgt auch eine natürliche Reproduktion des Hechtes. Obwohl gegenwärtig nur acht Fischarten nachgewiesen wurden, ist die Ansiedlung weiterer Arten zu erwarten. Die Quelle des Lietzengrabens liegt m Land Brandenburg, westlich der Ortschaft Schönow bei Bernau. Der Lietzengraben entwässert die Rieselfelder bei Hobrechtsfelde, fließt westlich an der Bogenseekette vorbei und mündet bei den Karower Teichen in die Panke. Neben beiden Stichlingsarten wurden an verschiedenen untersuchten Stellen auch Karauschen und Giebel nachgewiesen. Der extrem monoton verlaufende, weitgehend begradigte Prisengraben entwässert Teile der Hobrechtsfelder Rieselfelder in den Lietzengraben. Makrophyten und andere Strukturelemente fehlen völlig. Fische wurden nicht nachgewiesen. Der Zingergraben durchfließt die Bucher Rieselfelder im Norden Berlins und mündet in der Nähe der Blankenfelder Chaussee in den Ableiter Stiller Don. Von diesem zweigt er wieder ab, speist die Rosenthaler Teiche und mündet in den Nordgraben. Seine Ufer sind monoton. Oberhalb des Stillen Don trocknet der Zingergraben im Sommer regelmäßig aus. Auf Höhe der Rosenthaler Teiche ist er extrem mit Hausmüll verschmutzt, die Uferrandstreifen werden an mehreren Stellen als Müllkippe mißbraucht. Dieses Gewässer repräsentiert ein Extrembiotop, das im Flachland ausschließlich von Zwergstichlingen besiedelt wird. Als Überreste der rund 100 Jahre betriebenen Verrieselung des Berliner Abwassers finden sich auf den nunmehr stillgelegten Rieselfeldern in Buch noch eine Vielzahl von Ablaufgräben. Diese fallen heute – infolge der Absenkung des Grundwasserspiegels – z. T. während des Sommers trocken. In fast allen Rieselfeldgräben wurden beide Stichlingarten nachgewiesen. Sie sind an derartige Extrembiotope am besten angepaßt und finden hier letzte Rückzugsgebiete. Da die Zahl der kleinen Gräben ständig im Abnehmen begriffen ist, müssen die verbliebenen besonders geschützt werden. Anderenfalls ist nicht zu verhindern, daß die Stichlinge für Berlin in eine strengere Gefährdungskategorie eingeordnet werden müssen; für den Zwergstichling würde es das Aussterben bedeuten. Um die in Großkläranlagen (z. B. in Schönerlinde) anfallenden, oft erheblichen Mengen gereinigten Abwassers abzuleiten, wurden kleinere Fließe zur Erhöhung ihrer Abflußleistung begradigt, beräumt und die Ufer mit Steinschüttungen oder Betonplatten befestigt, z. B. Neuenhagener Mühlenfließ, Panke und Wuhle. Im Zuge des Ausbaus entstanden monotone, fischfeindliche Rinnen. Ihr Wasser ist erheblich mit Stickstoff-Verbindungen und Schadstoffen belastet. Der Stille Don ist ein ca. fünf Meter breiter Ableiter des Klärwerkes Nord in Schönerlinde. Sein Querschnitt ist trapezförmig, die Ufer sind mit Steinpackungen befestigt. Fische konnten nicht nachgewiesen werden. Ursachen dafür könnten fehlende Besiedlungsmöglichkeiten aus umliegenden Gewässern bzw. temporäre fischtoxische Abwasserwellen sein. Der Grad der organischen Belastung allein ist für das Fehlen von Fischen nicht ausschlaggebend, da in vergleichbaren Gewässern euryöke Arten nachgewiesen wurden. Nördlich der Heinersdorfer Teiche zweigt der Nordgraben von der Panke ab, durchfließt den Berliner Norden und mündet in den Tegeler See. Durch die künstliche Uferbefestigung, den geraden Verlauf und seine Strukturarmut erscheint das Gewässer sehr naturfern. Es wurden nur Dreistachlige Stichlinge nachgewiesen, obwohl der Nordgraben theoretisch auch für andere Fischarten erreichbar ist (z. B. vom Steinbergsee aus). Von ihrer Quelle, südlich der Stadt Bernau, durchfließt die Panke den Norden Berlins, um anschließend in die Spree einzumünden. Früher ein beliebtes Ausflugsziel, erinnern heute nur noch Quellbereiche sowie der Fließabschnitt im Pankower Bürgerpark an das ursprüngliche Fließgewässer. Ende der 60er Jahre wurde die Panke begradigt, zu einem Abflußgraben umfunktioniert und ihre Ufer naturfern ausgebaut. Von 1985 bis 1987 wurden größere Abschnitte der Panke im Bezirk Mitte verrohrt. Dieser nunmehr unterirdische Abfluß läßt keinen Fischaufstieg aus der Spree zu. Aufgrund der hohen organischen Belastung der Panke kommt es durch Zehrung bei Abbauprozessen in den stehenden Bereichen zu Sauerstoffmangel. Beide hier nachgewiesenen einheimischen Stichlingsarten sind in den Roten Listen von Berlin als gefährdet (Dreistachliger Stichling) bzw. vom Aussterben bedroht (Zwergstichling) eingestuft. Die Wuhle fließt an der Peripherie der Stadt durch die Bezirke Hellersdorf und Marzahn, um dann in Schöneweide in die Spree einzumünden. Sie erscheint als weitgehend begradigter, ausgebauter Abflußgraben mit trapezförmigem Profil, das meist geschottert, z. T. aber auch betoniert ist. Die Wuhle wird vom Staubecken in Biesdorf bis zu ihrer Einmündung in die Spree als Angelgewässer genutzt. Das noch Ende der 70er Jahre relativ artenreiche Gewässer wurde zwischen 1984 und 1986 mit dem Bau der Satellitenstädte in Marzahn so stark abwasserbelastet, daß es wiederholt zu Fischsterben kam, was in der Konsequenz zur völligen Fischfreiheit führte. Gegenwärtig ist die Abwasserbelastung wieder etwas geringer. So findet man jetzt z.T. ausgedehnte Bestände von Unterwasserpflanzen. Die Wuhle wird durch das Wuhlebecken mit seinen für Fische nicht zu überwindenden Stauanlagen in zwei faunistisch verschiedene Bereiche geteilt. Im Unterlauf ist eine Einwanderung von Fischen aus der Spree möglich. Hier wurden 13 Arten nachgewiesen, die auch das Artenspektrum der Spree repräsentieren. Oberhalb des Beckens und in diesem finden sich nur Arten (insgesamt zehn), die vorwiegend durch Angler eingesetzt wurden.
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