Das Unternehmen Essity Operations Mannheim GmbH ist ein Tochterunternehmen der Essity AB mit Hauptsitz in Stockholm, Schweden. Essity betätigt sich im Hygiene- und Gesundheitsbereich und vertreibt Produkte und Lösungen in rund 150 Länder. Am Standort in Mannheim betreibt es ein Sulfit-Zellstoffwerk und eine Papierfabrik zur integrierten Produktion von Sulfitzellstoff nach dem Magnesiumbisulfitverfahren und Hygienepapieren. Die bisherige Verfahrenstechnik zur Chemikalienrückgewinnung und Rauchgasreinigung einer Sulfitzellstofffabrik ist sehr komplex und erfolgt in mehreren Stufen. Der Prozess beginnt mit der Verbrennung der bei der Zellstofferzeugung anfallenden Ablauge. Diese enthält die an Schwefel gebundenen Lingninkomponenten (aus Fichten- und Buchenholz) und Magnesiumverbindungen aus dem Magnesiumbisulfit (Kochsäure), welches bei der Zellstoffkochung zum Einsatz kommt. Dabei entstehen neben der Abwärme Schwefeldioxid und Magnesiumoxid. Das entstehende Rauchgas wird über Zyklonabscheider geführt, um einen Großteil des Magnesiumoxids abzuscheiden. Da dies nicht vollständig gelingt, verbleibt nutzbares Magnesiumoxid im Rauchgas und wird in die Umwelt abgegeben. Das Rauchgas durchläuft nun eine 4-stufige Wäsche, bei der Schwefeldioxid aus dem Rauchgas ausgewaschen wird. Das nasse Rauchgas wird über einen 134 Meter hohen Kamin an die Umwelt abgegeben. Nachteile des herkömmlichen Verfahrens sind, dass schadstoffhaltige Aerosole und auch Staub, die nicht abgeschieden werden können, in die Umwelt gelangen. Zusätzlich können die genannten Prozesschemikalien nicht vollständig zurückgewonnen werden. Das Magnesiumoxid setzt sich im Kamin ab. Um diese Nachteile aufzufangen, ist geplant, einen Nasselektrofilter (NEF) zu installieren. Dadurch wird ermöglicht, dass das Rauchgas nach den vier Waschstufen in zwei verfahrenstechnisch voneinander getrennten Prozessschritten über einen Gegenstromwäscher mit darauffolgendem NEF geführt werden kann. Eine solche Prozesstrennung ist mit dem bisher in Sulfitzellstoffwerken üblichen Abgasreinigungsverfahren (Sulfitwäscher) nicht möglich, da hierbei beide Schritte unmittelbar miteinander verknüpft sind. Die Trennung hat den erheblichen Vorteil, dass sich einerseits der Waschprozess und andererseits die Entfernung der Aerosole getrennt auslegen, betreiben und optimieren lassen. Dies führt im Ergebnis zu einer effizienteren Abscheidung der Aerosole. Entsprechend können die Staub- und SO 2 -Emissionen kontrollierter und damit in unterschiedlichen Betriebszuständen reduziert werden. Darüber hinaus soll der Venturi-4-Wäscher um einen weiteren Wäscher bzw. eine zusätzliche Magnesiumoxid-Eindüsung erweitert werden. Dadurch sollen Staub und Schwefeldioxidemissionen weiter reduziert und Prozesschemikalien zurückgewonnen werden. Mit diesem Vorhaben soll der Stand der Technik zur Emissionsminderung für Chemikalienrückgewinnungskessel von Sulfitzellstoffwerken maßgeblich weiterentwickelt und die einschlägigen Emissionsgrenzwerte erheblich unterschritten werden. Es sollen bis zu 50 Tonnen Feinstaub und 50 Tonnen Schwefeldioxid pro Jahr eingespart werden. Dies entspricht jeweils mindestens einer Halbierung der Emissionsmengen in den Abgasen im Vergleich zum bisherigen Stand. Zusätzlich können durch eine erfolgreiche Umsetzung der innovativen Technik 45 Tonnen Magnesiumoxid und ca. 25 Tonnen Schwefel mehr gegenüber dem Stand der Technik zurückgewonnen werden. Daraus soll sich eine Einsparung von rund 104 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalenten, bezogen auf die Primärherstellung von Magnesiumoxid und Schwefeldioxid, ergeben. Branche: Papier und Pappe Umweltbereich: Luft Fördernehmer: Essity Operations Mannheim GmbH Bundesland: Baden-Württemberg Laufzeit: seit 2024 Status: Laufend
Schwermetall-Emissionen Hochwirksame Staubminderungsmaßnahmen und die Stilllegung veralteter Produktionsstätten in den neuen Bundesländern führten seit 1990 zu einer erheblichen Minderung der verbrennungsbedingten Schwermetall-Emissionen. Entwicklung seit 1990 Die Emissionen der wichtigsten Schwermetalle (Cadmium, Blei und Quecksilber) sanken seit 1990 deutlich. Die Werte zeigen überwiegend Reduktionen von über 60 bis über 90 %. Der Großteil der hier betrachteten Reduktion erfolgte dabei in den frühen 1990-er Jahren, wobei wesentliche Reduktionen auch schon vor 1990 stattfanden. Vor allem die dabei angewandten hochwirksamen Staub- und Schwefeldioxid (SO 2 ) -Minderungsmaßnahmen führten zu einer erheblichen Verringerung der Schwermetallemissionen zunächst in den alten und, nach der Wiedervereinigung, auch in den neuen Ländern, einhergehend mit Stilllegungen veralteter Produktionsstätten. In den letzten Jahren sieht man, bis auf wenige Ausnahmen, kaum weitere Verringerungen der Schwermetall-Emissionen (siehe Abb. und Tab. „Entwicklung der Schwermetall-Emissionen“). Während die Blei-Emissionen bis zum endgültigen Verbot von verbleitem Benzin im Jahre 1997 rapide zurückgingen, folgten Zink, Kupfer und Selen im Wesentlichen der Entwicklung der Fahrleistungen im Verkehrssektor, die im langfristigen Trend seit 1990 anstieg. Entwicklung der Schwermetall-Emissionen Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF Tab: Entwicklung der Schwermetall-Emissionen Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung Herkunft der Schwermetall-Emissionen Schwermetalle finden sich – in unterschiedlichem Umfang – in den staub- und gasförmigen Emissionen fast aller Verbrennungs- und vieler Produktionsprozesse. Die in den Einsatzstoffen teils als Spurenelemente, teils als Hauptbestandteile enthaltenen Schwermetalle werden staubförmig oder gasförmig emittiert. Die Gesamtstaubemissionen aus diesen Quellen bestehen zwar in der Regel überwiegend aus relativ ungefährlichen Oxiden, Sulfaten und Karbonaten von Aluminium, Eisen, Kalzium, Silizium und Magnesium; durch toxische Inhaltsstoffe wie Cadmium, Blei oder Quecksilber können diese Emissionen jedoch ein hohes Gefährdungspotenzial erreichen. Verursacher Die wichtigste Quelle der meisten Schwermetalle ist der Brennstoffeinsatz im Energie-Bereich. Bei Arsen, Quecksilber und Nickel hat die Energiewirtschaft den größten Anteil, gefolgt von den prozessbedingten Emissionen der Industrie, vor allem aus der Herstellung von Metallen. Cadmium stammt sogar größtenteils aus der Metall-Herstellung. Blei-, Chrom-, Kupfer- und Zink- Emissionen werden überwiegend durch den Abrieb von Bremsen und Reifen im Verkehrsbereich beeinflusst: die Trends korrelieren hier direkt mit der jährlichen Fahrleistung . Selen hingegen stammt hauptsächlich aus der Mineralischen Industrie, gefolgt von den stationären und mobilen Quellen der Kategorie Energie. Andere Quellen müssen noch untersucht werden, es wird jedoch erwartet, dass sie die Gesamtentwicklung kaum beeinflussen. Verpflichtungen Das 1998er Aarhus Protokoll über Schwermetalle unter dem CLRTAP ist Ende 2003 in Kraft getreten. Es wurde im Dezember 2012 revidiert und an den Stand der Technik angepasst. Es zielt auf drei besonders schädliche Metalle ab: Cadmium, Blei und Quecksilber. Laut einer der grundlegenden Verpflichtungen muss Deutschland seine Emissionen für diese drei Metalle unter das Niveau von 1990 reduzieren. Das Protokoll betrachtet die Emissionen aus industriellen Quellen (zum Beispiel Eisen- und Stahlindustrie, NE-Metall-Industrie), Verbrennungsprozessen (Stromerzeugung, Straßenverkehr) und aus Müllverbrennungsanlagen. Es definiert Grenzwerte für Emissionen aus stationären Quellen (zum Beispiel Kraftwerken) und verlangt die besten verfügbaren Techniken (BVT) für diese Quellen zu nutzen, etwa spezielle Filter oder Wäscher für die stationäre Verbrennung oder Quecksilber-freie Herstellungsprozesse. Das Protokoll verpflichtet die Vertragsparteien weiterhin zur Abschaffung von verbleitem Benzin. Es führt auch Maßnahmen zur Senkung von Schwermetall-Emissionen aus Produkten auf (zum Beispiel Quecksilber in Batterien) und schlägt Management-Maßnahmen für andere quecksilberhaltige Produkte wie elektrische Komponenten (Thermostate, Schalter), Messgeräte (Thermometer, Manometer, Barometer), Leuchtstofflampen, Amalgam, Pestizide und Farben vor. Viele dieser Maßnahmen wurden in Deutschland jedoch schon deutlich früher umgesetzt, so dass bereits in den frühen 90er Jahren deutliche Reduktionen der wichtigen Schwermetalle zu verzeichnen sind.
technologyComment of tantalum powder production, capacitor-grade (CN, RoW): After the production of tantalum concentrate (30% Ta2O5), it is digested at high temperature through the use of hydrofluoric and sulfuric acid. The produced Ta solution is filtered - thus removing the insoluble minerals – and then undergoes liquid-liquid separation (solvent extraction) using methyl isobutyl ketone (MIBK) to separate niobium from tantalum. The MIBK in tantalum is stripped from the solution and tantalum is precipitated as hydroxide by adding ammonia (NH3). Then, the hydroxide is calcined in a furnace to produce pure tantalum oxide. The pure tantalum oxide is later reduced to pure tantalum powder by bringing the pure tantalum oxide in contact with magnesium vapour, in a multiple hearth furnace or rotary kiln. The stoichiometric equation is the following: Ta2O5 + 5Mg -> 5MgO + 2Ta. The unreacted magnesium is assumed to be recovered. Sulfuric acid and ultrapure water are then utilized to remove the magnesium oxide, producing magnesium sulfate which is removed from the solution and therefore serves as a by-product that can be further processed.
Wo geht es hin? „Das Kreuz mit der Ungewissheit“ - Eine Reportage von Alexander Stirn Bei großen Infrastrukturprojekten müssen immer auch Risiken mitgedacht werden. Das macht die Planung extrem komplex. Nicht anders ist und war es in Morsleben. Seit Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler über und unter Tage mit der Frage, wie das Endlager sicher stillgelegt werden kann. Über den schwierigen Umgang mit Problemen und Unwägbarkeiten. Ein Lichtkegel huscht über eine Betonwand. Über aufgemalte Zahlen und Muster, über gestopfte Löcher und frisch verputzte Stellen. Doch es ist nicht das, was Matthias Ranft sucht. Der Geologe sucht etwas anderes. Etwas, das es eigentlich nicht geben darf: einen Riss. Schließlich, nach langem Herumhantieren mit der Lampe, wird Ranft fündig. Kaum sichtbar zieht sich eine braune Kante über die Betonwand. Der Übeltäter. Matthias Ranft, ein kleiner, drahtiger Geologe, ist Projektleiter für das Endlager Morsleben – und er steht vor einer großen Aufgabe: Nie zuvor ist ein Endlager für radioaktive Abfälle nach dem Atomrecht stillgelegt worden. Und nie zuvor hat sich jemand durch all die bürokratischen Vorgaben, durch den Widerstreit der Wissenschaftler, durch unberechenbaren Beton gekämpft. Denn Berg, Bürokratie und wissenschaftlicher Fortschritt, das hat die Vergangenheit gezeigt, sind immer für Überraschungen gut. Der Riss und seine Auswirkungen, so unbedeutend sie im Licht der Grubenlampe erscheinen mögen, sind dafür ein treffliches Beispiel: nicht unbedingt unsicher, aber mit gravierenden Folgen für die Planung und für das Projekt. Es ist die alltägliche Zwickmühle: Wer ein gut hundert Jahre altes Bergwerk, in dessen Eingeweiden rund 37.000 Kubikmeter radioaktiver Abfall ruhen, stilllegen und endgültig verschließen will, muss in gewaltigen Maßstäben denken und dennoch auf kleinste Details achten. Dabei muss man die große Gefahr stets im Blick behalten: Wasser. Durch Verschiebungen im eigentlich dichten Salzgestein könnte die Flüssigkeit von oben in die Grube hineinlaufen. Vor allem aber könnte sie – dann radioaktiv belastet – wieder aus dem Berg hinausgedrückt werden. Gas, das bei der Korrosion von Müllfässern entsteht, könnte hierfür verantwortlich sein. Aber auch Hohlräume im Gestein, die durch Gebirgskräfte wie Schwämme ausgepresst werden, ihr Wasser ausspucken, das Grundwasser verschmutzen und die Umwelt bedrohen. Deshalb steht Ranft mit seiner Grubenlampe vor dem meterhohen Betonwall und sucht den Riss. Die Wand, so imposant sie erscheinen mag, ist allerdings nur das sichtbare Ende eines 25 Meter langen Betonpfropfens, gegossen in einen Gang des ehemaligen Bergwerks, einen sogenannten Streckenstummel. Rund zwei Dutzend solcher Abdichtbauwerke (siehe Interview Seite 11) sollen künftig die kritischen Verbindungsgänge der Grube verstopfen – zusätzlich zu den natürlichen Salzbarrieren. Ein- und Ausbrüche von Wasser würden dadurch verhindert, zumindest aber verzögert. Der Schlüssel zur Stilllegung heißt: ein plausibles Sicherheitskonzept Um zu testen, wie gut das klappt, steht der Beton unter immensem Druck. Mit 7 Bar presst eine Pumpe Salzlösung gegen die Rückwand des Pfropfens. Trotzdem verschwindet pro Tag lediglich ein halbes Schnapsglas voller Flüssigkeit im Beton oder am Beton vorbei – ein Zehntel des vorherberechneten Werts. „Nur, das nützt alles nichts“, sagt Ranft. Denn das Experiment, so dicht es auch hält, ist gescheitert: „Wir haben vorhergesagt, dass der Beton keine Risse haben wird“, ergänzt Ranft. „Folglich stimmt unsere Prognose, unser Modell zum Verhalten des Bauwerks nicht mehr zu hundert Prozent.“ Und das darf nicht sein. Denn Modelle sind eine der wichtigsten Währungen, wenn es um die Stilllegung eines Endlagers geht. Niemand kann und will die ganze Grube auffüllen, verschließen, Zehntausende Jahre warten und dann schauen, ob Berg und Technik dicht halten. Deshalb modellieren die Planer den geologischen Aufbau des Bergwerks, die Gebirgsmechanik, die künftigen Veränderungen unter und über der Oberfläche, das Verhalten sämtlicher Materialien, die sich in der Grube befinden und die zur Stabilisierung oder Abdichtung hineinkommen sollen. All das ist zwar mit Ungewissheiten, mit Unschärfen verbunden, aber auch die lassen sich in Zahlen fassen. Dennoch reicht das nicht. Die Planer brauchen nicht nur ein plausibles Stilllegungskonzept, sie müssen auch überzeugend nachweisen können, dass dieses Konzept sicher ist – mit Gedankenmodellen, mit Berechnungen, mit Experimenten. Klappen die Versuche, wie in einem anderen Experiment, bei dem ein vertikaler Schacht mit Asphalt und Schotter erfolgreich abgedichtet worden ist, wird das Ergebnis in einer Handvoll Aktenordnern abgelegt. Klappen sie nicht, heißt es im Extremfall: „Zurück auf Los, erneut überlegen, planen, rechnen“, so Ranft. „Und das nicht, weil wir ein Problem mit der Sicherheit haben, sondern weil unser Konzept, mit dem wir die Sicherheit nachweisen, nicht mehr funktioniert, unser Schlüssel zur Stilllegung.“ Die Unterschiede sind subtil und nicht immer einfach zu vermitteln. Oft wurde das gar nicht erst versucht, wie die Bürgerinitiative Morsleben bemängelt, die das Projekt seit mehr als 25 Jahren kritisch begleitet. „Wir brauchen endlich mehr Transparenz zu den Grundlagen, den Verfahren und den Arbeiten vor Ort“, fordert Sprecher Andreas Fox. Die Grube macht es den Planern allerdings auch nicht leicht. Wer sich – 380 Meter unter der Grasnarbe – zu Betriebsführer Rainer Jonek ins Auto setzt, hat im Gewirr der Gänge innerhalb kürzester Zeit die Orientierung verloren. Manche Durchlässe sind kaum größer als Joneks weißer Geländewagen. Doch dann öffnen sie sich plötzlich zu immensen Höhlen. Insbesondere der Zentralteil der Grube ist durch die unzähligen Hohlräume geschwächt. Alles in allem klafften durch den ehemaligen Kali- und Salzbergbau Lücken von knapp neun Millionen Kubikmetern. Drei Viertel des heute noch offenen Hohlraums müssen im Zuge der Stilllegung mit Beton gefüllt werden – um das Endlager zu stabilisieren, um Risse im Salzgestein oder den darüber liegenden Schichten zu verhindern, um die Grube weiterhin berechenbar zu machen. „In einer idealen Welt“, sagt Ranft, „würde ich mir ein Bergwerk mit weniger Hohlraumvolumen wünschen: ein einfacheres System mit einem besser zu prognostizierenden Verhalten.“ Doch ideal ist hier gar nichts. Immer wieder taucht bei der Fahrt durch die Grube ein anderes Gestein auf: Anhydrit, Gips ohne Wasser. Im Gegensatz zum Salz, das unter Druck fließt und Hohlräume verschließt, ist Anhydrit spröde. Er neigt zu Rissen, was ihn zum natürlichen Feind jeder Abdichtung macht. Quellender Beton sollte dieses Problem lösen. Er funktionierte in der Theorie, im Labor, im kleinen Maßstab. Bei einem realen Experiment in der Grube Bleicherode, knapp 100 Kilometer entfernt, hat das „Zauberzeug“, wie Ranft den Baustoff nennt, allerdings versagt. Nun steht der Projektleiter mit leeren Händen da. Die Bürgerinitiativen fordern einen Schlussstrich in Morsleben Für die Bürgerinitiative Morsleben ist das zu viel der Ungewissheit. „Es ist an der Zeit, den Ansatz aufzugeben und ohne Verschluss im Anhydrit auszukommen“, fordert Sprecher Fox. Notfalls müssten die dahinter gelagerten Abfälle zurückgeholt werden. „Das Ziel, in absehbarer Zeit eine Lösung für die Stilllegung zu finden, verträgt sich nicht damit, weiter mit Alternativen herumzuspielen, die sich in vielen Jahren womöglich erneut als untauglich erweisen“, sagt Andreas Fox. „Morsleben ist kein Forschungsbergwerk.“ So schnell will Ranft, der das Projekt seit 2015 leitet, dennoch nicht aufgeben. Zwei unterschiedliche Betonarten – der eine vermischt Salz mit Zement, der andere mit Magnesiumoxid – und zwei unterschiedliche Verfahren – Spritzen und Gießen – werden derzeit untersucht. „Anders als in der Vergangenheit, als nur eine Variante durchgeplant wurde, werden wir dadurch unser Planungsrisiko minimieren“, sagt Ranft. Ohne weitere Großversuche, sowohl im Anhydrit als auch im Salz, werde es dennoch nicht gehen. Das aber kostet Zeit. Und Zeit hat Ranft eigentlich nicht. Schon einmal wurden die Planer von den Ereignissen überrollt: 2014 sollte die Stilllegung ursprünglich beginnen; die Pläne lagen bereits aus. Vorher tauchten allerdings neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf. Die Entsorgungskommission, ein Expertengremium des Bundesumweltministeriums, empfahl Ergänzungen und Korrekturen – unter anderem zur simulierten Ausbreitung von Flüssigkeiten im Endlager. Gemessen am fortschreitenden Stand von Wissenschaft und Technik wäre das Modell, so die Kritik, zu einfach gerechnet. Auf einen Schlag waren die Simulationen obsolet. Wie bei einem Dosenstapel im Supermarkt, bei dem alles von allem abhängt, hatte jemand eine der unteren Konserven herausgezogen. Das Konzept krachte teilweise zusammen. Die Gefahr besteht auch in Zukunft; niemand kann sagen, was der Wissenschaft als Nächstes einfallen wird. „Für uns bedeutet das: Wir müssen im Genehmigungsverfahren schneller sein als die sich dynamisch fortentwickelnden Anforderungen an die Nachweisführung, und wir müssen im Idealfall selbst mitforschen, um immer aktuell zu sein“, sagt Matthias Ranft. „Das ist uns in der Vergangenheit nicht ausreichend gelungen. Immerhin: Inzwischen gibt es – allen Ungewissheiten zum Trotz – einen neuen Zeitplan. 2026 wollen die Planer die letzten relevanten Unterlagen fertigstellen. 2028, Ranft wird dann 66 Jahre alt sein und kurz vor der Rente stehen, sollen die Behörden die Stilllegung genehmigen. Der Plan ist zwar mit fast so vielen Unwägbarkeiten behaftet wie die geologische Entwicklung des Endlagers in einer Million Jahren, die im Projekt natürlich modelliert worden ist. Matthias Ranft findet es aber wichtig, zumindest eine Zahl, ein Ziel zu haben. „Zum Ankommen gehört ein Ziel“, sagt Ranft, der Rennradfahrer. „Und zum Ziel gehört – zumindest im Management – ein Termin. Die Reportage ist Teil der Einblicke Nr. 3 Thema: Wo geht es hin? Hinter der Geschichte Alexander Stirn arbeitet als freier Wissenschaftsjournalist in München und widmet sich sonst eher überirdischen Dingen: Themen aus der Luft- und Raumfahrt. Für den Physiker, der unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Zeit“ schreibt, war es der erste Auftrag unter Tage. Links zum Thema Die Einblicke Nr. 3 zum Herunterladen Alle Publikationen im Überblick Alle Meldungen und Pressemitteilungen der BGE im Überblick
Entwurf Kostenstelle II Gefertigt: SE 4 auf: S:\FB-SE_intern\40_ SE4_Asse\SE_4-0\S E 4\Ranft\Briefe\20141218_ Anzeige_Röntgeneinrichtung .docx.doc Landesamt für Bergbau , Energie und Geologie Dienstsitz Cla usthai-Zellerfeld An der Marktkirche 9 38678 Clausthai-Zellerfel d am: 19.01 .20 15 abgesendet: 0. Jan. Anlagen : .., 2 2075 / nachrichtlich : NMU BfS in seiner Funktion als Endlagerüberwachung Ihr Zeichen, Ihre Nachricht: Mei n Zeichen : SE 4 9AI1324/DZ/AF/0031 8226154 6 Durchwahl : Datum: 19.01.2015 Anzeige der Inbetriebn ah mezweier Röntgengeräte gemäߧ 4 Abs. 3 RöV CubiX3 und Axios Max zu r Analyse von Feststoffen und Salzlösungen Seh r geehrte Da men und Herre n, ich beabs ichtige auf der Schachtanlage Asse II zwei Röntgengeräte einzusetzen . Die Geräte sind in einem separaten Raum im Gebäude 8 (Container des Qualitätssicherungslabor) der Schachtanlage Asse II ortsfest untergebracht und werden von der Asse-GmbH im vorhandenen Qualitätssicherungslabor zukünftig für Röntgen-Analysen eingesetzt. Dazu hat die Asse GmbH ein bauartzugelassenes Rön tg endiffraktemeter (RDA, Vollschutzgerät) und ein bauartzugelassenes Röntgenfluoreszensspe ktro meter (RFA, Vollschutzgerät) beschafft. Der Betrieb erfolgt nur durch eingewiesenes Pe rsonal unter Aufsicht einer fachkundigen Person gem. RöV. Es handelt sich um folge nd e Geräte: •Röntgendiffraktometer, Vollschutzgerät gern. §2 Nr. 25 RöV Typ Cub iX 3 Se rie 2, Se riennummer DY3528 Röhre PW 3373/00 •Röntgenfluoreszen sspektrometer, Vollschutzgerät gern. §2 Nr. 3 RöV Typ : Axios Max, Se riennummer DY5439 Röhre Rh odium SST-mAX , 2,4 kW . Mit der Erweiterung der Ana lysemöglichkeiten solle n im Qualitätssicherungslabor der Asse-GmbH u.a . Salzlösungen für di e Überwachung der Zutrittslösungen und Lösungen für die Herstellung von Sorelbeton analysiert we rd en . Des Weiteren sollen die Baustoffe Steinsalz und Magnesiumoxid aus der An lieferung skontrolle untersucht werden . Ebenfalls werden damit chemisch/mineralogische 2 Analysemöglichkeiten für die Charakterisierung unterschiedlicher in der Grube vorkommender Salzgesteine geschaffen , die auch für die Sorelbetonherstellung Verwendung finden können. Des Weiteren können die Bau stoffmischungen hinsichtlich Mischungsverhältnis und Zusammensetzung kontrolliert werden . Die Messgeräte sind von der Firma Panalytical bereits installiert worden. Eine Kurzeinweisung auf die Geräte ist im Zuge der In stallation durch die Firma Panalytical erfolgt. Die Geräte werden gem . der gesetzlichen Frist 2 Wochen nach meiner Anzeige bei Ihnen in Betrieb genommen. Ich bitte dah er mir den Eingang meiner Anzeige zu bestätigen . Strahlenschutzverantwortl icher § 13 Abs. 1 RöV ist der Präsident des Bundesamtes für Strah lenschutz, Herr Dipl.- lng. Wolfram König (geb. am 26 .01 .1958). Da es sich um Vollschutzgeräte handelt und der Betrieb nur durch unterwiesenes Personal erfolgt, beabsichtige ich nicht ein en Strahlenschutzbeauftragten zu bestellen. Falls dies aus Ihrer Sicht notwendig sein sollte, stehe n folgende Personen zur Verfügung: • Laborleiter Die Zuverlässigke itsüberprüfung gemäß AtZüV wurde mit Bescheid der EÜ vom 19.02.2014 (Kategorie 1) nachgewiesen. • stellvertretender Laborleiter Die Zuverlässigkeitsüberprüfung gemäß AtZüV wurde mit Bescheid der EÜ vom 17.04.2013 (Kategori e 2) nachgewiesen. • Labormitarbeiterin Die Zuverlässigkeitsüberprüfung gemäß AtZüV wurde mit Bescheid der EÜ vom 17.04.2013 (Kategorie 2) na chg ewiesen . Für Tätigkeiten/Me ssun gen mit den Geräten sind folgende Personen vorgesehen: Diese Mitarbeiter werd en in der Handhabung regelmäßig unterwiesen . Die Unterweisung wird dokumentiert. 3 ln der Anlage übersende ich Ihnen folgende Unterlagen: Nachweis der Fachkunde nach RöV von: • vom 13.11.2013 • vom 13.11.2013 vom 28.08.2013 . • Röntgendiffraktem eter CubiX 3 : • Bauartzula ss ung des BfS vom 11 .10.2012 (Bauartzeichen 11/12 V RöV) • Bestätigun g der Herstellungsüberwachung vom 17.07.2012 • Prüfs chein der PTB vom 28 .09.2012 Röntgenfluoreszensspektrometer Axios Max: • Baua rtzul assu ng des BfS vom 30.11 .2004 (Bauartzeichen 17/04 V RöV) • Regi strierung einer Änderung für Bauartzulassungen nach RöV vom 03.09.2008 • Ergä nzun g des BfS zum Zulassungsschein 17/04 V RöV vom 01.07.2010 • Ergä nzun g des BfS zum Zulassungsschein 17/04 V RöV vom 15.07.2011 • Be stätigun g der Herstellungsüberwachung vom 27.03.2012 • Prüfs chein der PTB (Prüfscheinnummer 6.32-V238) vom 09.11.2004 • Ergä nzun g der PTB zum Prüfschein (Prüfscheinnummer 6.32-V238) vom 14.07.201 0 • Ergä nzun g der PTB zum Prüfschein (Prüfscheinnummer 6.32-V238) vom 11.05.2011 Mit freundliche n Grüßen Im Auftrag
Aktuelle Arbeiten - Endlager Morsleben Übersicht über die wesentlichen Arbeiten in den Kalenderwochen 27 und 28/2019 Gewährleistung der Betriebssicherheit Bergleute müssen das Endlager nach Berg- und Atomrecht betreiben. Bergleute demontieren auf der 2. Ebene (Sohle) der Schachtanlage Bartensleben im Bereich des Haltepunkts des Förderkorbs (Füllort) zwei alte Tore zur Regulierung der Frischluftversorgung (Wettertore). Sie werden durch neue Tore, die zukünftig eine Schleuse bilden , ersetzt. Mitarbeiter der Abteilung "Verfüllbetrieb" versiegeln in einer Strecke im Südfeld des Kontrollbereichs auf der 4. Ebene der Schachtanlage Bartensleben Teile der Decke (Firste). Die Versiegelung verhindert weitere Auflockerungen des Salzgesteins (siehe Einblick). Bergleute prüfen im Kontrollbereich auf der 4. Ebene der Schachtanlage Bartensleben den Zustand von Verschlüssen der Verbindungen zu den Einlagerungskammern auf der 5a-Ebene. Laut Dauerbetriebsgenehmigung für das Endlager Morsleben sind die Verschlüsse, Mauern und Abdichtungen der verschlossenen Einlagerungsbereiche regelmäßig zu kontrollieren. Bergleute bauen für notwendige Instandsetzungsarbeiten einen der beiden Ventilatoren aus dem Bauwerk aus, durch das die verbrauchte Luft aus dem Bergwerk abgeleitet wird ( Abwetterbauwerk Schacht Marie ). Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren. Mitarbeiter der Abteilung "Verfüllbetrieb" bereiten die Überprüfung eines Großcontainers vor. Der Container wurde für die Anlieferung von radioaktivem Abfall in das Endlager Morsleben genutzt. Es soll festgestellt werden, ob der Container frei von Verunreinigungen mit radioaktiven Stoffen (Kontaminationen) ist. Er soll unter Anwendung eines Freigabeverfahrens aus dem Regime des Strahlenschutzes entlassen werden. Die Arbeiten sind Teil der Maßnahmen zum Rückbau des obertägigen Kontrollbereichs . Meldepflichtige Ereignisse Betriebsstörungen oder Störfälle bis zu Unfällen sind den zuständigen Aufsichtsbehörden zu melden. Grundlage ist die Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) in Verbindung mit der Meldeordnung des ERAM. Am 12. Juli fällt in der Schachtanlage Bartensleben die Anlage zur Messung von Bewegungen im Gebirge (Ortungsseismik) im Zentralteil aus. Grund hierfür ist ein defektes Netzteil der Speichereinheit, die die Messdaten aufzeichnet (Datenlogger). Nach dem Austausch des Netzteils befindet sich die Anlage ab dem 15. Juli wieder im bestimmungsmäßigen Betrieb. Während des Ausfalls fand keine seismische Überwachung statt. Eine N-Meldung (Normalmeldung mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung) geht fristgerecht an das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit. Einblick Aufgenommen im Juli 2019 Das Bild zeigt eine schmale Kaliformation (Kalilager) auf der ersten Ebene der Schachtanlage Bartensleben. Kalisalze nehmen das in der Grubenluft gebundene Wasser (Luftfeuchtigkeit) auf – diese Eigenschaft nennt man "hygroskopisch". Das Wasser führt erst oberflächlich, dann auch tiefergehend zu einer Umwandlung des Salzes. Die damit verbundenen Umkristallisierungsprozesse führen zu einer Volumenvergrößerung. Das Gestein wird porös und brüchig. Optisch erinnern die ausgebildeten Kristalle an Blüten, weshalb der Prozess auch als „Ausblühung“ bezeichnet wird. Solche Ausblühungen werden mit der Zeit immer brüchiger und fallen schließlich aus der Gesteinsstruktur heraus. Abhängig von der mineralischen Zusammensetzung und der Mächtigkeit der betroffenen Bereiche, kann dieser Prozess von einer Verschmutzung der Wege mit pulverisiertem Salz bis zu einer Gefährdung der Arbeitssicherheit durch lockeres Gestein führen. Bereiche, die besonders großflächig von Ausblühungen betroffen sind, werden deshalb abgestützt. Die hierfür errichteten Bauwerke verhindern zusätzlich, dass die Grubenluft mit den Kalisalzen in Kontakt kommt und unterbinden dadurch weitere Ausblühungen. Eine weiteres Verfahren zur Vermeidung von Ausblühungen ist die Versiegelung der betroffenen Flächen. Hierfür wird zunächst das natürliche Mineral Magnesia (Magnesiumoxid) aufgetragen und anschließend mit Mörtel überstrichen. Der Mörtel ist mit Kunstharz angereichert und feuchtigkeitsabweisend. Die Versiegelung bietet so einen doppelten Schutz: Falls Feuchtigkeit durch die äußere Mörtelschicht dringt, nimmt das Magnesia diese auf und bindet sie, bevor sie zum Kalisalz vordringen kann. Dieses Verfahren wird vor allem in Bereichen angewendet, in denen der Einsatz von Stützbauwerken nicht möglich ist. Über die Aktuellen Arbeiten Mit den aktuellen Arbeiten bieten wir Ihnen einen regelmäßigen Überblick zu den wichtigsten Arbeiten und Meilensteinen im Endlager Morsleben. Die Arbeiten sind den wesentlichen Projekten zugeordnet, um den Fortschritt der einzelnen Projekte nachvollziehbar zu dokumentieren. Wir bitten zu beachten, dass nicht alle Arbeiten, die täglich über und unter Tage stattfinden, an dieser Stelle dokumentiert werden können. Bei Bedarf steht Ihnen das Team der Infostelle Morsleben gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung. Links zum Thema Alle Wochenberichte im Überblick
Aktuelle Arbeiten – Endlager Morsleben Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Mai (Kalenderwochen 19 bis 22/2024) Am 4. Mai transportiert der Fördermaschinist im Endlager Morsleben eine eher seltene Fracht durch den Schacht. Zwei VW Caddys werden von über Tage auf die 2. Sohle transportiert. Sie ersetzen alte Befahrungsfahrzeuge, deren Reparatur nicht mehr wirtschaftlich ist. Für den Transport ins Bergwerk werden die vorderen Stoßdämpfer abmontiert und die Caddys kopfüber in den Förderkorb gehängt. Um genügend Platz für die 4,5 Meter langen Fahrzeuge zu schaffen, haben Mitarbeiter*innen der Schachtfördertechnik vorher einen Zwischenboden im Förderkorb entfernt. Da der Transportweg durch den Kontrollbereich führt, waren auch Mitarbeiter*innen aus dem Strahlenschutz an der Vorbereitung beteiligt. Sie haben am Vortag den Bereich rund um den Förderkorb frei gemessen – also die Kontaminationsfreiheit nachgewiesen. Nach der Fahrt durch die Containerhalle werden noch die Reifen der Caddys auf Kontamination geprüft. Die Autos auf den Förderkorb zu manövrieren, in die richtige Position zu bringen und zu sichern, ist wieder Aufgabe der Mitarbeiter*innen der Schachtfördertechnik. Auf der 2. Sohle geht es für die Caddys vom Förderkorb zunächst in die Werkstatt. Dort werden sie fertig montiert und von einem KFZ-Sachverständigen auf Fahrtauglichkeit geprüft. Erst nachdem alle erforderlichen Freigaben erteilt sind, dürfen die Caddys im Bergwerk eingesetzt werden. Sichere Stilllegung des Endlagers Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden. Mitarbeiter*innen transportieren Trockenbaustoff nach unter Tage. Der Baustoff ist eine Spezialmischung und enthält unter anderem Salz und Magnesiumoxid. Er wird für die Errichtung des Demonstrationsbauwerks zur Streckenabdichtung im Anhydrit benötigt. Bereits im Januar wurden Transportsäcke mit Baustoff angeliefert und in das Baustoffzwischenlager auf der 2. Ebene (Sohle) der Schachtanlage Bartensleben transportiert. Insgesamt werden 550 Tonnen Trockenbaustoff benötigt. Im Standort für das Demonstrationsbauwerk im Anhydrit schreiten die Instrumentierungsarbeiten weiter voran. Im Mai installieren Geotechniker*innen Temperaturmessgeräte sowie Mikroakustik- und Ultraschallsensoren. So können sie später protokollieren, wie sich die Temperatur des Betons beim Abbinden entwickelt – oder ob sich im Baustoff Risse bilden. Nach der Errichtung des Bauwerks werten die Geotechniker*innen ihre Messergebnisse aus und beurteilen die Funktionalität des Bauwerks. Gewährleistung der Betriebssicherheit Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben. Mitarbeiter*innen der Leit- und Nachrichtentechnik erweitern die Lichtwellenleiter-Infrastruktur auf der 2. und 3. Sohle der Schachtanlage Bartensleben. Lichtwellenleiter (LWL), auch bekannt als Glasfasern, sind sehr dünn und flexibel. Im Vergleich zu herkömmlichen Kupferkabeln sind Sie leichter zu verlegen. Sie werden verwendet, um große Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit als Lichtsignale zu übertragen. LWL funktionieren sehr zuverlässig, weil sie beispielsweise von elektromagnetischen Störungen nicht beeinflusst werden. Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren. Mitarbeiter*innen transportieren zwei Befahrungsfahrzeuge vom Betriebsgelände Bartensleben zur Werkstatt auf der 2. Ebene (Sohle). Weitere Informationen finden Sie in unserem Einblick. Die Nachschneidearbeiten im 1. Nordquerschlag der Schachtanlage Marie gehen weiter. Bei einer durchschnittlichen Tagesleistung von zwei bis drei Metern erweitern die Bergleute bis Mitte Mai rund 480 Meter Strecke. Dann erreichen sie eine Kreuzung, an der der 1. Nordquerschlag auf die Nordstrecke trifft. Das Streckenkreuz wird ebenfalls umfassend nachgeschnitten. Die Arbeiten am neuen Kontrollbereich-Übergang gehen weiter. Am Flachen 2, dem Übergang von der 3. zur 4. Sohle auf der Schachtanlage Bartensleben, arbeiten Bergleute an der Erweiterung des Zugangsbereichs. Es entsteht ein Wendeplatz für Fahrzeuge.. Im Gespräch Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen. Am 8. Mai begleiten zwei Mitarbeiter*innen der Öffentlichkeitsarbeit eine Gruppe von Besucher*innen aus den Niederlanden und Kanada auf einer besonderen Bergwerksbefahrung. Ihre Vorfahren wurden als Zwangsarbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. Die Zeit der unterirdischen Rüstungsproduktion während des 2. Weltkriegs gehört zur Geschichte des Endlagers Morsleben . In Beendorf entstand das KZ-Außenlager Helmstedt-Beendorf, welches zum KZ Neuengamme gehörte. Die Aufarbeitung dieser Vergangenheit ist eine Aufgabe der BGE als Betreiberin des Endlagers. Die Infostelle bleibt aufgrund von Renovierungsarbeiten bis voraussichtlich Herbst 2024 geschlossen. Die Mitarbeiter*innen der Infostelle sind weiterhin für Sie da. Unsere Kontaktmöglichkeiten sowie weitere Informationen finden auf unserer Website zur Infostelle Morsleben . Alle Monatsberichte zum Endlager Morsleben im Überblick
Asse E i n blick e 01/2010 Informationen über ein endlager ReportageInterviewInfografik Vom Berge versetzen: Bilanz eines JahresBfS-Präsident Wolfram König über Verantwortung und MitsprachePlanfeststellung: Wer entscheidet was ein grosser schritt Anfang des Jahres wird die Auswahl einer Stilllegungsoption bekannt gegeben – doch auch danach gibt es noch einige Hürden zu nehmen, bis mit der eigentlichen Schließung begonnen werden kann Für die Beschäftigten in der Asse II gibt es auch vor der Stilllegung genug zu tun Es wäre zu schön: Direkt nach der Auswahl einer Stilllegungsoption mit der Arbeit im Schacht zu beginnen. Doch auch wenn die Zeit wegen der Probleme im Berg drängt – so schnell geht es nicht. Mit gutem Grund. Denn für die ordentliche Schließung der Asse II ist ein Planfeststellungsverfahren vorgesehen – mit Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Still- legung darf laut Atomgesetz u. a. nur geneh- migt werden, wenn keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des Antragstellers – in diesem Fall das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) – bestehen, wenn ausreichend Gefahrenvor- sorge getroffen wurde und der „erforderliche Schutz gegen Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter gewährleistet ist.“ Um das oft langwierige Verfahren ohne Verzug in Gang zu bringen, hatte das BfS bereits im Februar 2009 beim zuständigen Niedersächsischen Ministerium für Umwelt Foto: Frank Schinski / Ostkreuz (NMU) einen Antrag auf Planfeststellung ge- stellt. Damit ist der erste Schritt getan. Nach dem Optionenvergleich wird das NMU im Laufe des Planfeststellungsverfahrens als zu- ständige Genehmigungsbehörde über die Vollständigkeit der Unterlagen, die vom BfS noch erstellt werden müssen, entscheiden. Anschließend können Bürger Einsicht nehmen und Einwendungen machen, die gemeinsam mit dem BfS – wiederum unter Leitung des NMU – erörtert werden. Dabei wird das BfS als Antragsteller dafür Sorge tragen, dass die Unterlagen auch im Internet einsehbar sind, um möglichst vielen Menschen die Mitsprache zu ermöglichen. Denn oft werden die Verfah- rensunterlagen nur zu festen Bürozeiten aus- gelegt, so dass es für manchen Bürger schwer ist, sich eine Meinung zu bilden. BfS-Präsident Wolfram König sieht die Chance, dass dem Verfahren um die Asse II sogar eine Vorbild- funktion zukommt, da schon bei der Suche nach dem richtigen Konzept die Chance er- griffen wurde, durch neue Kommunikations- und Informationsmittel für Transparenz zu sorgen. „Man kann von der Asse viel lernen“, so König im Interview (Seite 4). Doch auch mit einer moderneren Form der Bürgerbeteiligung könnte ein Planfeststel- lungsverfahren zu lange dauern, um die Sicherheit im Bergwerk zu gewährleisten. Die Standsicherheit halten Experten bis zum Jahr 2020, also noch für zirka zehn Jahre, für gegeben; bei vielen Planfeststellungsverfah- ren aber dauert oft schon die Spanne vom Antrag bis zur Auslegung der Unterlagen deutlich länger. Zeit, die man in der Asse womöglich nicht hat. Aber auch für den Fall, dass etwa der Zufluss des Wassers so deutlich ansteigt, dass das Risiko für Mensch und Umwelt zu groß wird, gibt es Handlungsmöglichkeiten. Das BfS würde in einem solchen Fall Ge- fahrenabwehrmaßnahmen einleiten, die unverzüglich umgesetzt werden müssen – wenn sich zum Beispiel durch die Wirkung ionisierender Strahlung Gefahr für Leben, Gesundheit oder Sachgüter ergeben könnte. Solche Notfallmaßnahmen sind ohne auf- wändige Genehmigungsverfahren möglich, das förmliche Verfahren ist später nachzu- holen. Sollte hingegen kein Absaufen der Grube drohen, würde das Planfestellungsverfahren einschließlich der Entscheidung über die Ein- wendungen mit einem Planfeststellungsbe- schluss weitergehen, wonach das NMU den Planfeststellungsbeschluss öffentlich bekannt- machen und zur Einsichtnahme auslegen muss. Gegen diesen kann dann sowohl von der Allgemeinheit als auch vom Antragsteller BfS geklagt werden. Die Arbeiten zur Stilllegung ausführen würde schließlich die Asse - GmbH als Betriebs- gesellschaft. Diese hat derweil mit der Firstspaltverfüllung begonnen – also dem Schließen von Lücken unterhalb der Decken in salzverfüllten Kammern. Die Firstspalt- verfüllung soll für mehr Standsicherheit sorgen – und damit auch für ein weiteres möglichst reibungsloses Verfahren. 2 ASSE Einblicke r e p o r ta g e Vom Berge versetzen Am 1. Januar 2009 übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz das Endlager vom Helmholtz-Zentrum München – mit dem Ziel, das marode Bergwerk mit den rund 126.000 Atommüllfässern stillzulegen. Ein Jahr nach dem Betreiberwechsel ist einiges passiert – nicht nur in den Tiefen des Salzstocks. Zeit, Bilanz zu ziehen Text: Andreas Wenderoth Fast idyllisch wirkt die Asse auf dem gleichnamigen niedersächsischen Bergzug, wüsste man nicht, welch schwere unterirdische Last sie verbirgt. Früher war es für die Bürgerinitiativen einfa- cher. Das alte Feindbild ist weggefallen. „Der Feind“, sagt Udo Dettmann, „ist nur noch die Radioaktivität.“ Natürlich begrüßt er die neue Offenheit des Bundesamtes für Strahlen- schutz (BfS) und natürlich möchte er dessen Präsidenten in einer politisch schwierigen Gemengelage nicht schwächen. Deshalb überlegt er, wie viel Kritik er anbringen darf einem Mann gegenüber und einer Institution, der die Region schon jetzt einiges zu verdan- ken hat. Wenn Dettmann vom Asse-II-Koordi- nationskreis also sagt: „Das BfS ist nicht be- reit, uns eine Chance zu geben, damit wir noch hinterherkommen“, gerät der Versuch eines Vorwurfs zum versteckten Kompliment, ja zu einer Art unfreiwilliger Verneigung vor dem Arbeitstempo des neuen Betreibers: „Es ist ärgerlich, dass sie uns abhängen, aber der Prozess braucht das natürlich.“ Dettmann kämpft sich mit gelb leuchten- dem „aufpASSEn“-Sticker am Revers über den Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt, passiert die „Zipfelwerkstatt“ und eine Holzbude, die Glühwein „mit dem schleckrigen Zuckerrand“ preist, und steht plötzlich im Rathausfoyer. Zwischen Stahl und Glas informiert hier eine BfS-Ausstellung über die Zukunft der Asse. Auf einem guten Dutzend Flachbildschirmen flimmern Kurzfilme über mangelhaft dekla- rierte Fässer mit Atommüll, unerklärliche Wasserzutritte und ein Bergwerk, das sich bewegt. 3D-Animationen, die die Stilllegungs- optionen eindrucksvoll illustrieren, aber laut Dettmann den wesentlichen Fehler ha- ben, eine Genauigkeit vorzutäuschen, die es nicht gibt. Sie sind unterlegt mit zischenden Becken und Synthesizerklängen, die, obwohl hier und da unterbrochen durch ein unheim- liches Knirschen oder Tropfen, zum Mit- wippen einladen. Aber es ist keine Party. Eigentlich ja eher eine Beerdigung. Nur hat man sich auf deren Form noch nicht fest- gelegt. Fotos: Thomas Meyer / Ostkreuz Es ist viel geschehen im letzten Jahr. Er hätte sich gewünscht, dass es mehr gewesen wäre, sagt Ulrich Kleemann. Der derzeitige Ge- schäftsführer der Asse- GmbH, der ein biss- chen so aussieht, als würde er nur noch gele- gentlich schlafen, sitzt an seinem Schreibtisch und sagt: „Es dauert vieles lange!“ Immer noch warten sie auf die Genehmigung für den „Umgang mit radioaktiven Stoffen bis zur Stilllegung.“ Diese Genehmigungsprozes- se. Die Nachforderungen. Vielleicht hat er sie unterschätzt. „Das ist sehr anspruchsvoll für die eigene Geduld.“ Aber natürlich auch für die Mitglieder der Bürgerinitiativen in der Begleitgruppe, die zunehmend fordernder werden. Immer wieder muss man vermitteln, dass die Dinge eben ihre Zeit brauchen. Dass die höheren Standards des neuen Atomrechts nicht nur ein Segen sind, sondern eben auch einiges schwieriger machen. Im Büro der Geschäftsführung liegt ein gro- ßer Salz- und ein Kohlebrocken – Jubiläums- 3 ASSE Einblicke 0 1 / 2010 geschenke, die das BfS vom früheren Betreiber neben einigen konfliktträchtigen Aufgaben übernommen hat. Die Gründung eines neuen Betriebs, die Übernahme von 251 Helmholtz- Mitarbeitern und alten Verletztheiten. Die Umstellung von Berg- auf Atomrecht. Stabili- sierende Maßnahmen für das Bergwerk, das abzusaufen droht. Und die Vorbereitung zu seiner Schließung. Alles parallel. Kleemann schaut aus seinem Bürofenster im ersten Stock auf den Höhenzug der Asse, der in der sanften Nachmittagssonne lieblich erscheint und nichts von den Bedrohungen erzählt, die unter Tage herrschen. Wenn er den Kopf nach links wendet, sieht er die bei- den weißen Silos, der eine für Magnesium- oxid, der andere für Salz. Zwei Transportzüge mit je sechs Waggons Steinsalz, 720 Tonnen, sind in den letzten Tagen eingetroffen. Vorbereitungen für die Firstspaltverfüllung. In der neuen Baustoffanlage, die durch gele- gentliches Zischen und das durchdringende Pfeifen eines Überdruckventils auf sich aufmerksam macht, wird das Salz mit dem Magnesiumoxid zunächst trocken zusammen gemischt. Danach wird das so entstandene Vorprodukt über ein Leitungssystem zu der mobilen Baustoffanlage auf der 511-Meter- Sohle transportiert, wo das Anmachwasser unmittelbar vor dem Verfüllen hinzugefügt wird. Für jede Genehmigung drei bis vier Monate Wartezeit Das Verlegen der Rohrleitungen, die mit Druckluft geprüft wurden. Die Verfüllboh- rungen. Das Aufarbeiten teilweise bereits verfüllter Strecken, um den Zugang zu den Kammern zu gewährleisten. Für jede Einzel- maßnahme eine neue Genehmigung – jedes Mal drei bis vier Monate Wartezeit. „Nach unserer Planung hätt’s schon im Sommer beginnen können“, stöhnt, eingeschnürt im engen Zeitkorsett des Handlungszwangs, Kleemann, und ist sichtlich froh, dass es nun endlich los geht. Zunächst in drei mit Tempe- raturfühlern und Spannungsmessgeräten ausgestatteten Kammern im bereits geneh- migten Abschnitt A auf der 532-Meter-Sohle. Der erste Firstspalt wurde bis Weihnachten verfüllt: „Man weiß, wenn der Sorelbeton drin ist, wird er eine positive Wirkung ent- falten; der kritische Punkt ist, wenn der Beton feucht eingebracht wird.“ Insgesamt müssen 80 Kammern verdichtet werden. Beim Tiefenaufschluss im Sommer war etwas schief gegangen. Für die Arbeiten in 800 Metern Tiefe hatten sie für den Beton eigenes Salz und leicht kontaminierte Lauge verwendet, die sie sinnvoll verwerten woll- ten. Weil das Eigensalz jedoch zu feucht war, hatten sie die Flüssigkeit reduziert, das Mischungsverhältnis stimmte trotzdem nicht: Der Beton hatte zu früh abgebunden. Mehre- re Hundert Meter Rohre mussten komplett ausgetauscht werden. „Typische Anfangs- schwierigkeiten“, kommentiert Kleemann. Vieles hat sich sichtbar verändert. Das Tragen von Dosimetern ist inzwischen Pflicht gewor- den. Jeder Mitarbeiter, der nach 1967 länger Verstärkter Strahlenschutz: Messung auf der 750-Meter-Sohle als vier Wochen unter Tage gearbeitet hat, wird einem Gesundheitsmonitoring unter- zogen. 31 Angestellte auf der Asse kümmern sich ausschließlich um Belange des Strahlen- schutzes, mehr als dreimal so viele wie früher. Der Zugang zum kontaminierten Laugen- sumpf vor Kammer 12 ist jetzt doppelt gesi- chert. Anders als noch vor einem Jahr kom- men Besuchergruppen nicht mehr direkt an eingelagerte Fässer heran, die Zugänge der beiden noch offenen Kammern wurden ver- schlossen. In Kammer 4 auf der 750-Meter- Sohle wurde der Kammerzugang aus Sicher- heitsgründen mit Sorelbeton verstärkt, nachdem im Januar in der horizontalen Gebirgsschicht Risse aufgetreten waren und die Gefahr bestand, dass die herunterstürzen- de Decke die Fässer beschädigt. Damals waren Stimmen laut geworden, die gesamte Kammer mit Beton zu verfüllen, aber das BfS als Betreiber sah von dieser Maßnahme ab, weil sie Schließungsoptionen vorweggenom- men hätte. „Wir haben stattdessen vor den bestehenden Kammerverschluss eine zusätz- liche Betonwand gesetzt, die wie ein Pfropfen verhindert, dass im Falle des Falles eine Druckwelle mit radioaktiven Gasen austreten kann.“ Weitere Sofortmaßnahmen zur Ge- fahrenabwehr waren in Kammer 5 und 7 erforderlich. In letzterer wurden gelockerte Gesteinsbrocken von der Kammerdecke weg- gefräst und offenliegende Fässer mit Salzgrus abgedeckt. Doch ein Forschungsbergwerk: Für den Umgang mit einer kritischen Öffentlichkeit Wolfram König, seit fast elf Jahren Präsident des BfS, sagt: „Es gibt kein Kochbuch, das man einfach aufschlägt. Wir sind dabei, völlig neue Instrumente zu erproben.“ Eines davon ist die sogenannte Begleitgruppe, ein in der Bundesrepublik wohl einmaliges Verfahren, bei dem Anwohner und Bürgerinitiativen bereits in der Konzepterarbeitung der drei Schließungsoptionen beteiligt werden. Regina Bollmeier, Bürgermeisterin der Samtgemeinde Asse, spricht von einer „transparenten, vertrauensvollen Zusammen- arbeit“ mit dem neuen Betreiber und auch Dettmann attestiert: „Wir werden gehört, es wird gearbeitet und produziert.“ Für jede Option wurden Machbarkeits- und Aus- wirkungsstudien in Auftrag gegeben und 18 Kriterien entwickelt, anhand derer das BfS im Januar die Weichen für eine sichere Stilllegungsstrategie stellen will. „Wenn man einmal Vertrauen verspielt hat, muss man ein Vielfaches einsetzen, um dieses zurückzugewinnen“, sagt König. Insofern ist die Asse am Ende vielleicht doch ein Forschungsbergwerk: im Umgang mit kriti- scher Öffentlichkeit. König bewegt sich dabei auf schmalem Grat. Je nachdem, wie er sich äußert, kann ihm wahlweise Panikmache oder Verharmlo- sung vorgeworfen werden. So ganz glauben ihm die Bürgerinitiativen, die auf der völli- gen Rückholung des Atommülls bestehen, nicht, dass er sich nicht längst auf eine Option festgelegt hat. Aber erstens hat König, zu- mindest laut Dettmann, ein „Pokerface“, und zweitens weiß er natürlich selbst, dass er der großen gesellschaftlichen Aufgabe, die er übernommen hat, damit keinen Gefallen täte. „Wir wissen, am Ende wird es nicht eine von allen akzeptierte Lösung geben können.“ Die Zutrittswässer, die – in Laugencontai- nern deponiert – lange den Hof blockierten, werden längst wieder nach Mariaglück trans- portiert. Bevor das BfS die Zuständigkeit für die Asse übernahm, gab es niemand, der bereit war, die abgepumpten Zutrittswässer abzunehmen. Dabei waren sie auch damals nicht grenzwertüberschreitend kontaminiert, doch die wenig vertrauenserweckende Tat- sache, dass es kein Genehmigungsverfahren gab, hatte zu schlimmen Befürchtungen und einer völligen Blockadesituation geführt. König konnte sie durchbrechen, indem er die Belüftung umstellen ließ, dafür sorgte, dass das Wasser kurze Zeit nach Zutritt wieder aus dem Berg geschafft wurde und versprach: „Wir wollen beim Tritium nicht mal die Hälf- te der zulässigen Grenzwerte für Trinkwasser ausschöpfen.“ Statt früher etwa 200 Bequerel pro Liter liegt die Belastung heute bei nur noch 5 bis 20 Bequerel – im Trinkwasser sind 100 erlaubt. Doch auch nach einem Jahr BfS-Zuständig- keit ist unklar, wie und wo das Wasser aus dem Nebengebirge in die Schachtanlage eintritt. „Wir haben keine Mittel, die Risiken eines massiven Mengenanstiegs von Zutritts- wässern zu beziffern“, sagt König. Laut Not- fallplan aber werden die Kapazitäten bereits präventiv erhöht: Zurzeit werden neue Pum- pen und Speicherbecken angeschafft, die bis zu 500 Kubikmeter am Tag bewältigen kön- nen. „Damit sind wir nicht auf der sicheren Seite, aber an der Obergrenze des technisch Machbaren.“ Tritt mehr Wasser ein, ist kein geordnetes Schließungsverfahren mehr mög- lich. Aber daran möchte eigentlich niemand denken. „Für die meisten Leute hier wird es Zeit, dass endlich wieder Ruhe einkehrt“, sagt Bürgermeisterin Bollmeier. Die bestmögliche Stilllegungsoption, die im Januar vorgestellt wird, könnte dafür eine Chance bieten. Andreas Wenderoth schreibt u. a. für GEO und das SZ-Magazin und ist Träger des Theodor-Wolff-Preises
Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im März 2020 Stabilisierung und Notfallplanung Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden. Auf der 532-Meter-Ebene (Sohle) arbeiten Mitarbeiter des Grubenbetriebes weiter an der Verfüllung von Resthohlräumen im Umfeld der Einlagerungskammer 8a der 511-Meter-Ebene. Beton (Sorelbeton), der hier eigebracht wird, dient der Stabilisierung des Bergwerks in nicht mehr benötigten Grubenräumen in diesem Bereich. Die Verfüllung von Hohlräumen in den Abbauen der 532-Meter-Ebene ist weit vorangeschritten. Daher ist jetzt die Abbaubegleitstrecke auf Höhe der Decke (Firstniveau), die Verbindungsstrecke nördlich der verfüllten Abbaue, zur Verfüllung mit Sorelbeton vorgesehen. Die Schalungsarbeiten sind abgeschlossen worden, die Verfüllarbeiten laufen. Unterhalb der 800-Meter-Ebene laufen Arbeiten zur Herstellung von Kavernenstrecken. Diese Strecken sollen zur Speicherung von Lösungen dienen, die nicht planmäßig im üblichen Zyklus abgegeben werden können. Zunächst wird eine alte Strecke, die bereits verfüllt war, wieder geöffnet. Die Kavernenstrecken werden über Bohrungen mit der 700-Meter-Ebene verbunden. Faktenerhebung Die Einlagerungskammern 7 und 12 auf der 750-Meter-Ebene werden mit Bohrungen erkundet. Die Erkundung der Kammer 7 wurde abgeschlossen. Die Erkundung der Kammer 12 wird vorbereitet. Das Bohrort für die Bohrarbeiten zur Einlagerungskammer ELK 12 der 750-Meter-Ebene wird weiter hergerichtet. Die benötigten Räumlichkeiten zum Anbohren der Einlagerungskammer müssen vom übrigen Grubengebäude abgeschottet werden. Dazu errichten Mitarbeiter der Faktenerhebung Zelte. Dies sind temporäre Bauten, wie sie auch in Kernkraftwerken zur Trennung kontaminierter und nichtkontaminierter Bereiche eingesetzt werden. Rückholungsbergwerk und Schacht Asse 5 Für die Rückholung müssen neue Infrastrukturräume und Zugänge zum bestehenden Bergwerk sowie ein Bergungsschacht (Schacht Asse 5) errichtet werden. Die BGE veröffentlicht den angekündigten Plan zur Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse II (siehe Themenschwerpunkt: Rückholung ). Die Bohrarbeiten auf der 700-Meter-Ebene in Richtung der Erkundungsbohrung Remlingen 15 enden. In den Bohrungen werden umfangreiche Messungen durchgeführt. Das Messprogramm läuft über Monate und umfasst Messungen verschiedenster Eigenschaften des Gesteins um die Bohrungen herum. Wie die 3D-Seismik sind auch die Bohrungen zur Ergänzung des Strukturmodells der Asse von elementarer Bedeutung. Lösungsmanagement Im Bergwerk werden aktuell täglich rund 13,5 Kubikmeter Salzlösung aufgefangen. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen. Rund 253 Kubikmeter Salzlösung werden nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraph 31 ff der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die abgegebenen Lösungen stammen von der Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene. Tritium und Cäsium-137 können nicht nachgewiesen werden. Die Nachweisgrenze liegt für Tritium bei 8,2 Becquerel pro Liter und für Cäsium-137 bei 0,32 Becquerel pro Liter. Mit der Nachweisgrenze wird derjenige Wert eines Messverfahrens bezeichnet, bis zu dem die Messgröße (zum Beispiel die spezifische Aktivität von Radionukliden einer Flüssigkeitsprobe) gerade noch zuverlässig nachgewiesen werden kann. Sie ist ein Maß für die Empfindlichkeit des gewählten Analyseverfahrens. Wenn beispielsweise Aktivitätskonzentrationen von Radionukliden so niedrig sind, dass sie nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden konnten, wird die sogenannte Nachweisgrenze angegeben. Sie zeigt die maximal mögliche Aktivität an, die theoretisch noch in einer Probe vorhanden sein könnte. Eine weitere Abfuhrcharge läuft über das Monatsende hinaus und wird im nächsten Bericht genannt. Standortüberwachung und –erkundung Zur Planung der Rückholung, zur Umsetzung der Notfallplanung und zur Erfassung der Auswirkungen durch den Bergbau muss die Asse überwacht und erkundet werden. Die in der 3D-Seismik gewonnenen Daten werden ausgelesen, bearbeitet und archiviert. Beauftragte der BGE sind in der Region unterwegs, um mit den Eigentümern, Bewirtschaftern, Förstern und Anwohnern mögliche Schadensbewertungen vorzunehmen. Die Wiederherrichtung der Waldwege wird vorbereitet , auf Grund der Brut- und Setzzeit jedoch erst im Herbst 2020 abgeschlossen. Bergbauliche Arbeiten Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten. Der Aufbau der neuen Baustoffanlage BA 51 zum Abfüllen von Trockenmaterial auf der 490-Meter-Ebene schreitet weiter voran. Bergleute haben erste Behälter mit Trockenbaustoff zur Probe befüllt. Auf der 637-m-Sohle wird ein Reinigungsplatz eingerichtet. Hier können feuchte Materialien aus der Baustoffherstellung hantiert werden. Der neue Reinigungsplatz soll den bestehenden Arbeitsplatz auf der 750-m-Ebene ersetzen. Dieser Ort wird zur Verfüllung vorbereitet, da dort, im äußersten Nordwesten der Sohle, eine starke gebirgsmechanische Beanspruchung aufgrund der langen Offenhaltung festgestellt wurde. Von der Wendelstrecke im Niveau der 725-Meter-Ebene aus schneiden Mitarbeiter des Grubenbetriebes weiter mit einer Teilschnittmaschine eine Strecke. Hier soll ein Fluchtweg für Arbeiten in einer sonst nur einseitig zugänglichen Strecke entstehen. Das Bergrecht legt fest, dass aus Sicherheitsgründen „Sackgassen“ unter Tage ab einer bestimmten Länge mit einem zweiten Ausgang für Notfälle versehen werden müssen, bevor dort gearbeitet werden kann. Auf der 700-Meter-Ebene bauen Mitarbeiter des Grubenbetriebes weiter ein Stützbauwerk im Bereich der großen Baustoffanlage BA 20. Hier muss Hohlraum verringert und das Tragsystem stabilisiert werden, um die Anlage weiter sicher betreiben zu können. Jetzt finden Arbeiten an der Überdachung des Förderbandes der Salzförderung statt. Auf der 750-Meter-Ebene arbeiten Mitarbeiter des Grubenbetriebes die nördliche Richtstrecke nach Osten nach. Diese Strecke ist mehr als 100 Jahre alt und stark beansprucht. Durch diese Strecke erreichen die Mitarbeiter die östlichen Betriebspunkte, daher muss die Strecke für den täglichen Einsatz gesichert werden. Auch der Zugang zum Standort der Faktenerhebung, ein Anstieg aus dem unteren Bereich in ein höheres Niveau der Sohle, wird nachgearbeitet. In diesem Monat wurde nach dem Ende der Nachschnittarbeiten begonnen, die Fahrbahn zu erneuern. Weiter geplant ist noch ein Stützbauwerk am Südstoß. Strahlenschutz Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt. Auf der 490-Meter-Ebene haben Mitarbeiter des Grubenbetriebes die Bodenplatte des Messplatzes für potentiell kontaminierte Betriebsabfälle betoniert. Darauf wurde durch Mitarbeiter des Strahlenschutzes ein dekontaminierbarer Bodenbelag verlegt. So können möglicherweise mit radioaktiven Anhaftungen versehene Materialien ohne die Gefahr eines Versickerns in den Salzboden behandelt werden. Wie im Arbeitsbereich der Faktenerhebung soll jetzt noch zum weiteren Schutz vor Kontaminationsverbreitung eine Einhausung als Zeltbau errichtet werden. Infrastruktur Über Tage muss die Infrastruktur dauerhaft instandgehalten und modernisiert werden. Die Arbeiten an einer Rohrbrücke schreiten voran. Die Rohrbrücke dient der Verbindung der übertägigen Anlage zur Förderung von Lösungen II am östlichen Rand des Betriebsgeländes mit den Speichermöglichkeiten unter Tage. Im Gespräch Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Der Krisenstab der BGE hat aufgrund des erhöhten Risikos einer Verbreitung des COVID-19-Virus die Schließung der Infostelle Asse (sowie der übrigen Infostellen) angeordnet. Alle auswärtigen Termine der Unternehmenskommunikation sind ebenfalls auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die Information der Öffentlichkeit ist weitgehend in das Internet verlagert worden. Zur Schachtanlage Asse und zum Rückholplan gibt es einen neuen Themenschwerpunkt: Aufgrund des fehlenden direkten Austauschs mit allen Beteiligten ist eine aktuelle Liste mit Fragen und Antworten zum Thema Rückholplan online verfügbar. Einblick Aufgenommen im April 2020 Das Stützbauwerk um die große untertägige Baustoffanlage BA 20. Sie produziert den trockenen Anteil des Sorelbetons: (Stein-) Salz wird hier auf die richtige Korngröße gebrochen und dann mit dem Bindemittel Magnesiumoxid gemischt. Die Anlage wurde Anfang des Jahrhunderts für eine geplante Nutzungsdauer von wenigen Jahren in speziell dafür hergestellten Hohlräumen errichtet. Jetzt ist die angedachte Nutzungsdauer weit überschritten und die Hohlräume um die Anlage herum sind in extremer Weise gebirgsmechanisch beansprucht. Die Anlagentechnik wird dringend benötigt und laufend auf den neuesten Stand gebracht, parallel dazu wird im laufenden Betrieb der Hohlraum um die Anlage herum mit Stützbauwerken minimiert. Hier ist ein besonders komplexes Bauwerksteil zu sehen, das aufwärts laufende Förderband für das gebrochene Salz wird umrahmt von Stützbauwerken, die treppenförmig in Abschnitten ansteigen. In den folgenden Schritten wird die firstbündige Überdeckung der kaskadenförmigen Bauwerksabschnitte erfolgen. Links zum Thema Aktuelle Arbeiten zur Asse im Überblick
Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Juni 2023 Auf der 616-Meter-Ebene bauen Bergleute ein Becken für eine Baustoffuntersuchung auf. In diesem Becken soll ein besonders fließfähiger Spezialbeton (Sorelbeton) ankommen. Dafür ist das Becken zusätzlich mit Folie ausgekleidet. Auf der 511-Meter-Ebene stellen Bergleute diesen Baustoff her. Er gelangt von dort über Rohrleitungen in das Becken. Die Bergleute untersuchen unter anderem die Dichte sowie Temperatur und bestimmen die Luftporen und das Fließmaß. Die üblichen Komponenten des Spezialbetons bestehen aus Steinsalz, Magnesiumoxid in Pulverform und Magnesiumchloridlösung als Anmachflüssigkeit. Das Magnesiumoxid bestimmt die Fließfähigkeit des Betons. Bei der bisherigen Mischung ist der Beton nur kurze Zeit fließfähig. Also passen Bergleute das Mengenverhältnis der Komponenten an und ersetzen das Magnesiumoxid mit Brucit. Brucit ist ein Mineral, das auch als Magnesiumhydroxid bekannt ist. Mit der neuen Mischung versuchen Bergleute einen Beton herzustellen, der bis zu 48 Stunden fließfähig ist. Dieser könnte dann im Notfall ohne Verstopfen der Leitung von über Tage in das Bergwerk eingebracht werden. Aufbau eines Beckens für eine Baustoffuntersuchung Stabilisierung und Notfallplanung Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden. Auf der 616-Meter-Ebene (Sohle) bohren Bergleute ehemalige Abbaukammern an, um Hohlräume mit Spezialbeton (Sorelbeton) zu verfüllen. Zwischen 1995 und 2004 verfüllten Bergleute die Abbaukammern bereits mit losem Salz. An der Decke der Kammern (Firste) bilden sich Hohlräume, weil sich das Salz mit der Zeit setzt. Diese Hohlräume werden Firstspalte genannt. Durch das Verfüllen mit Spezialbeton wird das Bergwerk stabilisiert. Auf der 700-Meter-Ebene bereiten Mitarbeiter*innen weiterhin die Arbeiten an einer Strömungsbarriere vor. Diese Bauwerke übernehmen im Notfall eine wichtige Aufgabe: Für den Fall, dass so viel Wasser in die Asse läuft, dass der Zutritt nicht mehr zu beherrschen ist, verzögern sie die Ausbreitung radioaktiver Stoffe im Bergwerk. Rückholungsplanung Die BGE hat den gesetzlichen Auftrag die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Zuvor sollen die radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden. Im Juni führt die BGE die Arbeiten zur Einrichtung des Bohrplatzes für die Erkundungsbohrung Remlingen 18 (R 18) fort. Mitarbeiter*innen beginnen mit Aushubarbeiten im Bereich des Bohrplatzes und lagern das dabei anfallende Bodenmaterial ein. Hierbei handelt es sich um hochwertige Böden, die nach Abschluss der Arbeiten weiterverwendet werden können. Der Aushub aus dem Bereich der Zuwegung wird entsorgt, da es sich um Bauschutt handelt. Die Erkundungsbohrung soll östlich der Schachtanlage Asse II erstellt werden und Erkenntnisse zum Aufbau des Gebirges liefern. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll der Ansatzpunkt für den Schacht Asse 5 abschließend festgelegt werden. Die BGE wertet die eingegangenen Angebote für die geowissenschaftlichen Untersuchungen der Erkundungsbohrung Remlingen 18 aus. Diese sollen begleitend zu den Bohrarbeiten ausgeführt werden. Auf der 750-Meter-Ebene arbeiten Mitarbeiter*innen weiter an den Bohrarbeiten zur Erkundung der Einlagerungskammer 12 . Das Erkundungsprogramm soll der BGE Erkenntnisse für die weitere Planung der Rückholung liefern. Dazu gehören unter anderem der Zustand des umliegenden Gebirges, die Zusammensetzung der Kammeratmosphäre und der Zustand der Abfallgebinde. Die Bohrung ist im Juni rund 60 Meter lang. Damit ist rund die Hälfte der Bohrstrecke erreicht. Die Bohrung wird zuerst über die Einlagerungskammer führen. Anschließend wird der Verlauf der Kammerdecke ermittelt. Erst danach wird eine abgelenkte Bohrung in die Kammer ausgeführt. Lösungsmanagement In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen. Vom 5. bis 7. Juni 2023 werden rund 253 Kubikmeter Salzlösung in der Charge mit der Bezeichnung 2023/09 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraph 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 7,6 Becquerel pro Liter, die für Cäsium liegt bei 0,39 Becquerel pro Liter. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag zu den Messwerten im Themenschwerpunkt: Das Wasser in der Asse . Vom 26. Juni bis 28. Juni 2023 erfolgt die Abfuhrcharge 2023/10. In der Charge werden rund 272 Kubikmeter Salzlösung nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 7,6 Becquerel pro Liter, die für Cäsium bei 0,48 Becquerel pro Liter. Bergbauliche Arbeiten Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten. Auf der 637-Meter-Ebene erstellen Bergleute eine neue Extensometerbohrung. Mit Extensometern messen Bergleute die Stauchung des Berges. Somit stellen sie fest, wie viel Druck auf dem Gebirge lastet. Von rund 700 Metern Tiefe bis 679 Metern Tiefe errichten Bergleute ein Stützbauwerk entlang der Hauptverbindungsstrecke (Wendelstrecke). Bevor die Stützmauer aus Spezialbeton gebaut werden kann, entfernen sie rund einen Meter Salz mit einer Fräse. Dadurch wird das Herabfallen größerer Gesteinsbrocken (Löser) vermieden und die Fahrbahn behält ihre Breite. Anschließend bauen Bergleute eine Schalung für die Stützmauer und befüllen den Bereich mit Spezialbeton. Auf der 700-Meter-Ebene im Bereich der größten Baustoffanlage in der Asse bauen Mitarbeiter*innen eine Staubschutzwand vor eine Nische mit einem Kipploch. Durch dieses können Bergleute Salz direkt von der 490-Meter-Ebene in den Bereich der Baustoffanlage auf der 700-Meter-Ebene kippen. Am Ende des Kipplochs entsteht eine erhebliche Staubentwicklung. Die Schutzwand trennt die Nische vom Rest der Anlage. Diesen Monat fertigen Bergleute das Tor für die Nische an. In 700 Metern Tiefe fahren Bergleute eine vorhandene Strecke Richtung Schacht Asse 2 auf. Wenn die Strecke fertig gestellt ist, können Bergleute Stabilisierungsarbeiten am Übergang zum Schacht vornehmen. Im Nachhinein verfüllen sie die Strecke wieder mit Spezialbeton. Im Juni erstellen Bergleute ein Bodenfundament (Sohlenfundament) und errichten am Übergang zum Schacht eine Mauer aus Rasengittersteinen aus Spezialbeton. Auf der 700 -Meter-Ebene setzen Bergleute im Osten des Bergwerks Sensoren in Bohrlöcher in der Decke (Firste). Die Sensoren werden für mikroakustische Messungen genutzt. Die Messungen sollen Aufschluss über das Gebirge geben. Auf der 725-Meter-Ebene verlegen Bergleute eine Stelle, in der Zutrittslösung gefasst wird. Die alte Fassungsstelle liegt in einem Bereich, der gebirgsmechanisch stark beansprucht ist. Im Juni bauen Bergleute ein Stützbauwerk aus Spezialbeton an den Ort der aufgegebenen Fassungsstelle. Strahlenschutz Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt. Im Juni erhalten Mitarbeiter*innen der BGE eine Schulung in das System des zweiten Hauptgrubenlüfters. Derzeit befindet sich die Anlage in einem Probebetrieb. Dieser soll rund sechs Monate dauern. Nach der Abnahme soll dieser leistungsstärkere Lüfter den bisherigen ablösen. Ein Hauptgrubenlüfter ist für die Frischwetterversorgung unter Tage zuständig. Im Gespräch Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Am 29. Juni informieren sich rund 40 Personen beim Gebirgsbeobachtungsgespräch darüber, wie das Bergwerk der Schachtanlage Asse II überwacht wird. Informationen über die Messungen und Stabilisierungsmaßnahmen werden zeitnah in einer Meldung auf der BGE-Website veröffentlicht. Dort finden Sie dann auch die weiterführenden Links zur Veranstaltungsaufzeichnung und zu den wesentlichen Unterlagen. Die Infostelle Asse hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten der Info Asse finden sie auf der Website der Infostelle Asse . Links zum Thema Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II Themenschwerpunkt: Das Wasser in der Asse -Messwerte Asse - Fassungsrate Lösungszutritt Asse – die Entwicklung Asse: Infostelle und Befahrungen BGE startet Erkundungsbohrung Richtung Einlagerungskammer 12
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