Einjähriger Blühstreifen in Kempen von Jeyaratnam Caniceus auf Pixabay Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Die Natur ist weltweit unter Druck: durch die Klimakrise, das Artenaussterben, die Umweltverschmutzung. Die Weltnaturkonferenz in Montreal im letzten Dezember war deshalb ein Durchbruch, doch die entscheidende Phase kommt jetzt, nach der Konferenz: Wir müssen beweisen, dass wir es ernst meinen mit der Umsetzung der Ziele und wirklich Dinge verändern wollen. Wir haben daher mit der Neuauflage der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt einen Plan erarbeitet, der unsere Luft sauber, unsere Böden fruchtbar und unsere Meere, Wiesen und Wälder artenreich hält. Es ist eine Strategie, die unsere Zukunft sichert. Indem wir die biologische Vielfalt schützen, sichern wir auch unsere eigene Lebensgrundlage.“ Insgesamt gibt es im BMUV-Vorschlag des Ziele- und Maßnahmenkatalogs der NBS 2030 in 21 Handlungsfeldern 65 Ziele, die bis 2030 bzw. 2050 erreicht werden sollen. Sie berühren fast alle Bereiche unseres Lebens und unserer Wirtschaft. Zur Erreichung dieser Ziele werden in zwei zeitlich aufeinanderfolgenden Aktionsplänen spezifische Maßnahmen festgelegt. Zum Beispiel: Meeres- und Küstenschutz : Bis 2030 wird die Artenvielfalt und die Landschaftsqualität an Küsten und in Meeren deutlich gestiegen sein. Hierfür soll bis 2026 in Deutschland ein Wiederaufbauprogramm für Seegraswiesen, Salzwiesen und weitere Habitate zur Verbesserung der natürlichen CO 2 Speicherkapazität der Meere entwickelt werden. International wird sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass Schutzgebiete, unter dem UN-Hochseeschutzabkommen, auch auf der hohen See ausgewiesen werden. Artenschutz : Bis 2025 werden 75 % der in Deutschland vom Aussterben bedrohten Gefäßpflanzenarten und solche mit besonderer Verantwortlichkeit Deutschlands in Erhaltungskulturen oder Samenbanken bewahrt. Hiervon sollen mindestens 25 % für Populationsstützungs- und (Wieder-) Ansiedlungsmaßnahmen genutzt werden. Stadtplanung : Grünflächen in der Stadt sorgen für saubere Luft und Abkühlung, speichern Wasser und machen das Leben einfach angenehmer. Deswegen werden bis 2030 Kommunen unterstützt, 150.000 neue Stadtbäume zu pflanzen und Fördermöglichkeiten für weiteres Stadtgrün geschaffen. Bodenschutz: Ein Teelöffel Boden enthält eine Million Bakterien, 120 Tausend Pilze und 25 Tausend Algen, die zum Beispiel Trinkwasser filtern, Schadstoffe abbauen und Nahrungsmittel wachsen lassen. Bis 2025 wird deswegen das Bundes-Bodenschutzgesetz angepasst, damit diese wichtigen Funktionen gestärkt und geschützt werden. Das BMUV hat gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) intensiv an seinem Vorschlag für einen Ziele- und Maßnahmenkatalog der NBS 2030 gearbeitet. Neue internationale Vereinbarungen und europäischen Vorgaben sowie weitere aktuelle Herausforderungen für die biologische Vielfalt sind hier eingeflossen. Kernstück des Vorschlags sind die Ziele, die zum Schutz der Biodiversität bis 2030 erreicht werden sollen, sowie die Maßnahmen, die zu diesem Zweck ergriffen werden müssen. Dieser sogenannte Ziele- und Maßnahmenkatalog der NBS 2030 wurde am 15. Juni 2023 der Öffentlichkeit vorgestellt und im Rahmen eines Online-Dialoges bis zum 09. Juli 2023 zur Diskussion gestellt. Für das BMUV ist eine breite Teilnahme aus allen Bereichen der Zivilgesellschaft, von Verbänden und der Wissenschaft von besonderer Bedeutung, denn nur gemeinsam kann die notwendige Trendwende erreicht werden. Die eingehenden Kommentare, Stellungnahmen und Vorschläge werden nach Ende der Dialogphase ausgewertet und bei der weiteren Ausgestaltung der NBS 2030 berücksichtigt. Der Online-Dialog wird von Bundesumweltministerin Steffi Lemke gestartet. Hierzu fand am 15. Juni 2023 eine Auftaktveranstaltung (digital) statt. Der BMUV-Vorschlag des Ziele- und Maßnahmenkatalogs der NBS 2030 sowie der Online-Dialog sind im Anschluss an die Auftaktveranstaltung (ab 15. Juni, 14 Uhr) unter diesem Link bis einschließlich den 09. Juli 2023 verfügbar. Quelle: BMUV
Jetzt beteiligen: Maßnahmen zum Schutz von Nord- und Ostsee Deutschland schreibt das Maßnahmenprogramm zum Schutz von Nord- und Ostsee fort und erfüllt damit die Vorgaben der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL). 20 neue Maßnahmen sollen u.a. Stoffeinträge von Schiffen, Luftschadstoffemissionen und Risiken nicht-einheimischer Arten reduzieren sowie Arten und Lebensräume besser schützen. Bis 31.12.2021 kann die Öffentlichkeit zum Entwurf Stellung nehmen. Die MSRL fordert von den EU-Mitgliedstaaten, Maßnahmen zu ergreifen, um den guten Umweltzustand ihrer Meeresgewässer zu erreichen und zu erhalten. Der Bund und die fünf Küstenbundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben zum 30. Juni 2021 Entwürfe für ein Maßnahmenprogramm zum Schutz der deutschen Meeresgewässer in Nord- und Ostsee für die Jahre 2022–2027 vorgelegt. Es schreibt das bestehende Programm für 2016–2021 fort, ergänzt dieses um weitere Maßnahmen und unterzieht das Programm einem „Klimacheck“. Bei der aktuellen schriftlichen Anhörung können Interessensgruppen und interessierte Einzelpersonen die Finalisierung der Entwürfe kommentieren und sich so an der Ausgestaltung des Maßnahmenprogramms beteiligen. Stellungnahmen können bis 31. Dezember 2021 eingesandt werden. Alle Unterlagen sind auf der Online-Plattform meeresschutz.info zu finden. Die Entwürfe hat die Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee erstellt. Das Umweltbundesamt war aktiv an der Maßnahmenplanung beteiligt und unterstützt die Maßnahmenumsetzung zu den Themen Eutrophierung , Schadstoffe, Meeresmüll, nicht-einheimische Arten und nachhaltige Ressourcen. Das Maßnahmenprogramm setzt die EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) um. Die Mitgliedstaaten haben nationale Meeresstrategien entwickelt, deren einzelne Aktionsschritte alle sechs Jahre zu überprüfen, zu aktualisieren und an die EU-Kommission zu berichten sind. Für die Richtlinienumsetzung bewerten die Mitgliedstaaten den Zustand der Meeresgewässer, definieren einen „guten Umweltzustand“ und legen messbare Umweltziele fest (erstmals 2012 erfolgt). Sie vereinbaren Überwachungs- (erstmals 2014) und Maßnahmenprogramme (erstmals 2016). Die vorgeschlagene Aktualisierung des Maßnahmenprogramms bezieht sich auf die Zustandbewertung der deutschen Nord- und Ostseegewässer von 2018 . Danach erreichen einige Komponenten der Meeresumwelt bereits einen guten Zustand: Ausgewählte Schadstoffkonzentrationen haben abgenommen. Die Nährstoffbelastung ( Eutrophierung ) ist allerdings weiterhin großflächig zu hoch und auch weitere Indikatoren zeigen, dass unsere Meere stark belastet sind. Die vereinbarten Ziele zum Schutz der Biodiversität sind auch noch nicht erreicht und ein guter Zustand der Meeresgewässer noch in weiter Ferne. Zum Schutz der marinen Biodiversität ist unter anderem geplant, Ruhe- und Rückzugsräume für marine Arten zu schaffen, die Wiederherstellung und Entwicklung von Riffen zu ermöglichen sowie das Sedimentmanagement ökologisch verträglich zu gestalten. Einträge von Nähr- und Schadstoffen sowie von Müll aus Seeschifffahrt und Seehäfen sollen reduziert werden. Weitere Maßnahmen zielen darauf ab, Nährstoffeinträge über die Atmosphäre und durch Aquakultursysteme zu verringern sowie die natürliche Denitrifikation durch Seegraswiesen zu erhöhen. Die Programmaktualisierung berücksichtigt auch den Beitrag anderer Sektorpolitiken, europäischer Umweltrichtlinien sowie regionaler und internationaler Vereinbarungen zur Zielerreichung. Besonders relevant sind Maßnahmen im Kontext der EU Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Regelungen zur Minderung der Umweltauswirkungen durch die Seeschifffahrt oder zu Stickstoffeinträgen aus der Landwirtschaft . Die Vertragsstaaten der Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantik ( OSPAR ) und der Ostsee (HELCOM) aktualisieren derzeit ihre Strategien für den Meeresschutz. Die neue Nordostatlantik-Umweltstrategie und der neue Ostseeaktionsplan sollen im Oktober bei den Ministerkonferenzen verabschiedet werden. Sie setzen dann den Rahmen und die Ambitionen der Zusammenarbeit in der jeweiligen Meeresregion für die nächste Dekade. Das aktualisierte MSRL Maßnahmenprogramm knüpft insbesondere an die im Oktober 2021 jeweils auf Ministerkonferenzen zu verabschiedenden Meeresschutzstrategien für die Dekade 2021–2030 im Nordsee- und Ostseeraum an. Der für die Öffentlichkeitsbeteiligung vorliegende Entwurf des Maßnahmenprogramms für die Jahre 2022–2027 wird die eingegangenen Stellungnahmen aufgreifen und im Frühjahr 2022 zur Meldung an die EU-Kommission fertiggestellt. Ein Zwischenstand der Maßnahmenumsetzung ist 2024 zu berichten.
Jahrestag: Erster Ostsee-Aktionsplan vor 13 Jahren verabschiedet Von Juli 2020 bis Juni 2022 hat Deutschland den Vorsitz der Helsinki Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee (HELCOM) inne. Eine der aktuellen Herausforderungen ist es, den Ostsee-Aktionsplan zu aktualisieren und die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen intensiver voranzubringen. Die Verabschiedung des ersten Ostsee-Aktionsplans in Krakau im Jahr 2007 jährte sich am 15. November. Deutschland ist eine der zehn Vertragsparteien, die sich aktiv mit der Verbesserung des Umweltzustands bzw. der Gesundheit des stark genutzten Binnenmeeres auseinandersetzen. Seit dem 1. Juli 2020 hat Deutschland, vertreten durch das Bundesumweltministerium, den HELCOM-Vorsitz inne. Dr. Lilian Busse, Leiterin des Fachbereichs „Gesundheitlicher Umweltschutz, Schutz der Ökosysteme“ am Umweltbundesamt und derzeitige HELCOM-Vorsitzende betont: „Nur mit guten Aktionen, also effektiven Maßnahmen, können wir die Ostsee in einen besseren Zustand bringen. Wichtig ist es, für die Meeresumwelt und die menschliche Nutzung eine gesunde Balance zu finden. Der Ostsee-Aktionsplan gibt dafür seit 2007 den Rahmen und wird aktuell von den Mitgliedsstaaten überarbeitet.“. Mit Frau Dr. Busse und den Vizevorsitzenden Dr. Johannes Oelerich (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig Holstein) und Dr. Andreas Röpke (Ministerium Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg Vorpommern) fokussiert sich Deutschland auf folgende Schwerpunkte: Ocean Governance stärken BSAP aktualisieren – umsetzen – spezifische Anforderungen voranbringen Neue Lösungen für altbekannte dringende Herausforderungen angehen (Munition und Unterwasserschall) Marine Biodiversität stärken Klimawandel und Ostsee – verstehen und reagieren. Für einen nachhaltigen Schutz weltweit – und so auch für die Ostsee – ist es essentiell, die Bedeutung gesunder Meere für Wirtschaft und Gesellschaft zu verdeutlichen. Das Umweltbundesamt bringt seine Expertise seit vielen Jahren in verschiedene HELCOM-Gremien und Arbeitsgruppen ein. Trotz guter Erfolge in den letzten Jahrzehnten sind beispielsweise die Nähr- und Schadstoffbelastung der Ostsee noch immer zu hoch. Diese Belastungen können nur durch weitere gemeinsame Anstrengungen, sowohl transdisziplinäre als auch grenzübergreifende, reduziert werden. Die Ziele zur Reduktion von Belastungen sind in dem regelmäßig aktualisierten Ostsee-Aktionsplan („ Baltic Sea Action Plan “) festgehalten. Ergänzt und konkretisiert werden diese Ziele durch die Umsetzung des regionalen Aktionsplans zu Meeresmüll aus dem Jahr 2015, an dessen Erstellung das Umweltbundesamt maßgeblich beteiligt war. Ein unmittelbar vor der Verabschiedung stehender neuer Aktionsplan soll die Maßnahmen zur Reduktion von Unterwasserschall-Belastungen spezifizieren. Die Überarbeitung des thematisch übergreifenden Ostsee-Aktionsplans soll 2021 mit einer Ministerkonferenz abgeschlossen werden.
Oldenburg Großer Aufschlag für mikroskopisch kleine Algen: In Anwesenheit von rund 30 Gästen aus Wissenschaft und Wasserwirtschaftsverwaltung der Nachbarstaaten Niederlande und Deutschland wurde in dieser Woche das INTERREG-Projekt „Harmonisierung der Phytoplanktonbewertung im deutsch-niederländischen Wattenmeer“ in Oldenburg einer Fachöffentlichkeit vorgestellt. Von dem grenzüberschreitenden Vorhaben versprechen sich die Forscher ein klareres Bild von der stofflichen Belastung in dem wertvollen gemeinsamen Naturraum. Großer Aufschlag für mikroskopisch kleine Algen: In Anwesenheit von rund 30 Gästen aus Wissenschaft und Wasserwirtschaftsverwaltung der Nachbarstaaten Niederlande und Deutschland wurde in dieser Woche das INTERREG-Projekt „Harmonisierung der Phytoplanktonbewertung im deutsch-niederländischen Wattenmeer“ in Oldenburg einer Fachöffentlichkeit vorgestellt. Von dem grenzüberschreitenden Vorhaben versprechen sich die Forscher ein klareres Bild von der stofflichen Belastung in dem wertvollen gemeinsamen Naturraum. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt mit einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren befasst sich mit der Bewertung der Wasserqualität. Hierbei stehen mikroskopisch kleine Algen, das Phytoplankton, im Fokus. „Das Vorkommen von Phytoplankton im Wattenmeer wird gegenwärtig im Kontext der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) als wichtiger Anzeiger von stofflichen Belastungen zum Beispiel in Folge von Überdüngung (Eutrophierung) ausgewertet“, erklärt Jürgen Knaack vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Oldenburg. Wie aber genau die Bewertung der erhobenen Daten erfolgen soll und welche Grenz- oder Zielwerte gelten sollen, ist zwischen den Nachbarstaaten bislang noch nicht abschließend geklärt. Das Projekt mit dem Kurztitel „Wasserqualität – Waterkwaliteit“ setzt auf mathematische Ökosystem-Modelle und eine bilaterale Kommunikation auch auf wissenschaftlicher Ebene. Unter der Leitung der NLWKN Betriebsstelle Brake-Oldenburg werden die Projektpartner, Rijkswaterstaat (RWS, Niederlande), die Universität Hamburg, die NLWKN Forschungsstelle Küste und das Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg (AWI-HIFMB) ein gemeinsames Verständnis des Systems Wattenmeer erarbeiten, um zu einer harmonisierten Bewertung des Phytoplanktons zu kommen. Welche Zusammenhänge bestehen im Wattenmeer zwischen Nährstoff-Eintrag und Phytoplanktonentwicklung? Welche Algen zeigen einen guten Zustand an, welche einen schlechten? Wie grün darf das Wasser sein, um noch ökologisch in Ordnung zu sein? Oder fachlich gesprochen: Welche Algenkonzentrationen signalisieren ein gesundes System? „In dem Forschungsansatz sollen verschiedene, das Phytoplankton und die Überdüngung betreffende Parameter in einer grenzübergreifenden Ökosystemmodellierung zusammengeführt und nach wissenschaftlichen Kriterien verknüpft werden“, verdeutlicht Gerrit Niebeek vom niederländischen Projektpartner Rijkswaterstaat. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von knapp 1,4 Millionen Euro wird im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie von den Provinzen Drenthe, Fryslân und Groningen und vom niederländischen Ministerie van Economische Zaken en Klimaat unterstützt. „Wir haben in unserer Grenzregion eine lange Küstenlinie und alleine schon deshalb ein großes Interesse an einer wesentlichen Verbesserung der Wasserqualität. Zudem können wir einen wichtigen Beitrag zur EU-Wasserrahmenrichtlinie leisten. Durch den Wissenstransfer zwischen niederländischen und deutschen Partnern ist außerdem gewährleistet, dass wir auf künftige Veränderungen in den Gewässern schnell reagieren können“, so Armin Gallinat vom INTERREG-Programm-Management der Ems Dollart Region (EDR), welche das Projekt begleitet. Bevor die fünf Projektpartner ihre Beiträge zum Gesamtprojekt detaillierter darstellten, näherten sich die Teilnehmer im Tagungssaal „Hunte“ der Jugendherberge Oldenburg zunächst in vier Fachvorträgen dem Projektthema an: Dr. Justus van Beusekom vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht sprach über die Eutrophierung des Wattenmeeres, Dr. Marcel van den Berg von RWS und Dr. Jan Witt vom NLWKN erläuterten daraufhin die Problematik der Bewertung im Zusammenhang mit den Erfordernissen der Wasserrahmenrichtlinie. Dr. Claus-Dieter Dürselen von der Firma AquaEcology zeichnete schließlich zusammen mit seiner Kollegin Dr. Sandra Meier ein Bild der Phytoplanktongemeinschaft in den Küstengewässern.
Am 31. Mai 2017 wurde das Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität (HIFMB) an der Universität Oldenburg offiziell gegründet. Die Universität und das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) bündeln und erweitern damit ihre Forschungsexzellenz auf diesem Feld. Das Land Niedersachsen finanziert das neue Institut in der Aufbauphase bis Ende 2020 mit bis zu 23 Millionen Euro, die unter anderem in einen Institutsneubau fließen werden. Im Anschluss an die Aufbauphase übernimmt die Helmholtz-Gemeinschaft ab dem Jahr 2021 die Basisfinanzierung des Instituts von rund 5,5 Millionen Euro pro Jahr – davon 90 Prozent aus Mitteln des Bundes und 10 Prozent aus Mitteln des Landes Niedersachsen. Um neuartige Naturschutz- und Managementstrategien zu entwickeln, setzt das HIFMB auf einen integrativen Forschungsansatz. Dieser soll eine naturwissenschaftliche Basis für Schutzkonzepte verbinden mit sozialwissenschaftlicher Expertise in der Analyse gesellschaftlicher und politischer Prozesse. Vor diesem Hintergrund entstehen am Helmholtz-Institut neue wissenschaftliche Arbeitsgruppen zu „Marine Conservation“ und „Marine Governance“. Eine weitere neue Professur für Biodiversitätsinformatik wird die Integration von „Big Data“ in den Meeresschutz verfolgen, also die steigende Menge an verfügbaren Daten zur biologischen Vielfalt zum Wohle der marinen Ökosysteme besser nutzbar machen. Um Einflüsse auf die Artenvielfalt besser erklären zu können, zielt schließlich die neue Professur für Biodiversitätstheorie darauf, klassische theoretische Modelle der Ökologie mit räumlichen, evolutionären und biogeochemischen Ansätzen zu verknüpfen.
Anthropogene Einflüsse auf die Küsten, aber auch auf die Meere und Ozeane, nehmen global zu. Zusätzlich zu Belastungen wie Überdüngung, Schadstoffe und nicht nachhaltige Ausbeutung mariner Ressourcen, sind Meeresorganismen steigenden Wassertemperaturen und sinkenden pH-Werten (Versauerung) ausgesetzt. Die im Meeresschutz notwendigen Maßnahmen müssen daher die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigen, um dem Auftrag gerecht zu werden, die Biodiversität der Meere und Ozeane zu erhalten oder wiederherzustellen. Die Widerstandskraft des Ökosystems Meer muss so gestärkt werden, dass sich auch die empfindlichen marinen Arten, soweit wie möglich, an die künftigen Veränderungen anpassen können. Ausreichende Beachtung müssen außerdem klimaschützende Maßnahmen im Meer finden, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie müssen naturverträglich durchgeführt werden und dürfen dem Schutz der Meeresorganismen nicht entgegenstehen. Quelle: Krakau, Manuela: Neue Herausforderungen durch Klimawandel und klimaschützende Maßnahmen - Gelingt der Schutz des Lebens im Meer? / Manuela Krakau. - Ill. In: Warnsignal Klima: Die Biodiversität : Wissenschaftliche Fakten. Unter Berücksichtigung von Habitatsverännderung, Umweltverschutzung und Globalisierung / José L. Lozán [Hrsg.] ; Siegmar-W. Brekle [Hrsg.] ; Eike Rachor [Hrsg.]. - Hamburg : Wiss. Auswertungen. - (2016), S. 308-313. - ISBN 978-3-9809668-1-8, S. 308
Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die VolkswagenStiftung unterstützen sechs Forschungsvorhaben im Bereich der Meeres- und Küstenforschung. Insgesamt stehen acht Millionen Euro aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab für die interdisziplinären Projekte bereit. „Klimawandel und Umweltbelastung der Meere und Küsten sind zentrale Herausforderungen unserer Zeit. Die Meeres- und Küstenforschung liefert wichtige Erkenntnisse zur Lösung dieser großen gesellschaftlichen Fragen“, sagt Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić. „Es ist uns daher wichtig, diesen Wissenschaftsbereich gezielt zu stärken und auszubauen.“ Nach der Beauftragung der ‚Strukturanalyse der Meeresforschung in Norddeutschland‘ und der Ko-Finanzierung des neuen Forschungsschiffs Sonne ist die neue Förderung ein weiterer Schritt in diese Richtung. Die jetzt ausgewählten Projekte widmen sich wissenschaftlich wie gesellschaftlich hochrelevanten Fragen. Dazu zählen die Plastikverschmutzung in der Nordsee, die Wiederansiedlung von Seegras an der Nordseeküste als Beitrag zum Küstenschutz und die Abnahme des Krillbestands im Südpolarmeer in Folge des Klimawandels mit seinen Auswirkungen auf die Nahrungskette und das Ökosystem. Neben der Universität Oldenburg mit den Instituten für Chemie und Biologie des Meeres sowie für Biologie und Umweltwissenschaften sind die Leibniz Universität Hannover, die TU Braunschweig und die Hochschule Hannover an den Projekten beteiligt. Auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung oder das Forschungsinstitut Senckenberg am Meer, jeweils in Wilhelmshaven, konnten mit ihren Ideen überzeugen. An den Projekten sind auch Forschungspartner aus anderen Ländern beteiligt. So bereichern exzellente Einrichtungen wie das Niederländische Institut für Meeresforschung, die Universität Bremen oder das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie Bremen die ausgewählten niedersächsischen Forschungsverbünde. Der Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Dr. Wilhelm Krull: „Mit den geförderten Vorhaben bietet sich für die niedersächsische Meeres- und Küstenforschung die große Chance, hochrelevante Forschung gemeinsam mit ihren Partnern zu realisieren und sowohl überregional als auch international noch sichtbarer zu werden als bisher schon.“ Die Ausschreibung wurde im Februar 2015 gestartet. 21 Forschungskonsortien bewarben sich mit ihren Projektideen im Umfang von knapp 31 Millionen Euro. Eine Kommission unabhängiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wählte aus diesen Anträgen die sechs besten aus. Damit werden die zur Verfügung gestellten Fördergelder in Höhe von acht Millionen Euro vollständig ausgeschöpft. Organisiert wurde die Begutachtung von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsens (WKN). Geförderte Projekte Geförderte Projekte Das Wattenmeer als Archiv der Landschaftsentwicklung, des Klimawandels und der Siedlungsgeschichte Sprecher: Dr. Felix Bittmann, Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung, Wilhelmshaven; in Kooperation mit der Forschungsstelle Küste des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, dem Forschungsinstitut Senckenberg am Meer und dem Institut für Geographie der Universität Bremen. Seit Ende der letzten Eiszeit wurden Küstengebiete der Nordsee nach und nach überflutet und mit Sediment bedeckt. Diese Schutzschicht hat dafür gesorgt, dass ‚Bodenarchive‘ der Besiedlungs- und Umweltentwicklung, der Meeresspiegel- und Klimaänderungen sowie der Anpassungsstrategien des Menschen erhalten geblieben sind. Die Erforschung dieser versunkenen Landschaftsarchive ist eine junge, sich gerade entwickelnde Disziplin mit großer Bedeutung für die Erforschung des Klimawandels. Das Projekt will solche Archive im ostfriesischen Wattenmeer lokalisieren, analysieren und auswerten, um so die Entwicklung der Landschaft, Umwelt und Besiedlung zu rekonstruieren. Langfristige Ansiedlung von Seegras-Ökosystemen durch bioabbaubare künstliche Wiesen Langfristige Ansiedlung von Seegras-Ökosystemen durch bioabbaubare künstliche Wiesen Sprecherin: Dr. Maike Paul, Forschungszentrum Küste (inzwischen TU Braunschweig); in Kooperation mit dem Institut für Biokunststoffe und Bioverbundstoffe der Hochschule Hannover, dem Franzius-lnstitut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen der Leibniz Universität Hannover, dem Institut für Geoökologie der Technische Universität Braunschweig, dem Niederländischen Institut für Meeresforschung und der Soiltec GmbH. Seegraswiesen sind bedeutende Ökosysteme, die durch menschliche Einflüsse gefährdet sind. Dabei erfüllen sie auch für den Menschen wichtige Funktionen. So tragen sie z.B. durch Wellendämpfung und Sedimentstabilisierung zum Küstenschutz bei. Das Projekt möchte die Bedingungen für die erfolgreiche Wiederansiedlung von Seegraswiesen erforschen. Hierzu werden Prototypen von künstlichem Seegras entwickelt und im Labor (Wellenkanal) getestet. Das künstliche Seegras soll später im Meer die Voraussetzungen für die Wiederansiedlung von natürlichem Seegras schaffen und sich anschließend selbstständig auflösen, da es aus bioabbaubare Materialien hergestellt werden wird. Link zum Projekt: https://blogs.tu-braunschweig.de/notiz-blog/p=4323 Die Verschmutzung mit Makroplastik in der südlichen Nordsee: Quellen, Wege und Vermeidungsstrategien Die Verschmutzung mit Makroplastik in der südlichen Nordsee: Quellen, Wege und Vermeidungsstrategien Sprecher: Prof. Jörg-Olaf Wolff, Institut für Biologie und Chemie des Meeres der Universität Oldenburg; in Kooperation mit dem Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Oldenburg. Die Verschmutzung der Meere mit Kunststoffen ist ein wachsendes globales Problem, das schon jetzt tiefgreifende Auswirkungen auf die Meeresökosysteme hat. Das Projekt will eine solide wissenschaftliche Grundlage für das Verständnis der aktuellen und zukünftigen Verteilungsmuster des Plastikmülls an den Küsten und Inseln Nordwestdeutschlands bieten, eine klarere Identifizierung der Verursacher ermöglichen und mögliche Vermeidungsstrategien erarbeiten. Link zum Statement Prof. Wolff: www.icbm.de/physikalische-ozeanographie-theorie/ Bewertung von Nährstoffflüssen in die deutsche Nordsee im Grund- und Porenwasser – Gibt es einen Masseneffekt der Barriereinseln? Bewertung von Nährstoffflüssen in die deutsche Nordsee im Grund- und Porenwasser – Gibt es einen Masseneffekt der Barriereinseln? Sprecher: Prof. Dr. Thorsten Dittmar, Institut für Biologie und Chemie des Meeres der Universität Oldenburg; in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie Bremen und dem Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Oldenburg. Grundwasseraustritte im Meer sind wichtige Quellen von Nährstoffen (z.B. Stickstoff, Silikat, Phosphor) und Spurenmetallen (z.B. Eisen), die vom Land ins Meer transportiert werden. Durch den Transport verändert sich die Nährstoffzusammensetzung der Küstenmeere. Dies hat einen Einfluss auf den Lebensraum ‚Meeresboden‘ und das Wachstum von Pflanzen und Bakterien im Meer. Auch können hierdurch giftige Algenblüten verursacht werden. Da über diese Prozesse am Übergang zwischen Boden und Meer bislang wenig bekannt ist, wird das Projekt die Dynamik, die Biogeochemie und die Ökologie von Grundwasseraustritten im Meer am Rand einzelner ostfriesischen Inseln untersuchen. Link zum Statement Prof. Dittmar: www.icbm.de/marine-geochemie/ Populationsveränderungen und Ökosystemreaktionen – Krill vs. Salpen Populationsveränderungen und Ökosystemreaktionen – Krill vs. Salpen Sprecher: Prof. Dr. Helmut Hillebrand, Institut für Biologie und Chemie des Meeres der Universität Oldenburg; in Kooperation mit der Abteilung Meeresbotanik der Universität Bremen und dem Alfred Wegener Institut (AWI) Bremerhaven. Teile des Südpolarmeeres gehören zu den sich am schnellsten erwärmenden Regionen der Erde. Eine Folge ist die Abnahme der Meereseisbedeckung im Winter. Dies bewirkt, dass es weniger Krill (Krebstiere) und mehr Salpen (Manteltierchen) gibt. Beide Meerestiere unterscheiden sich wesentlich in ihren Eigenschaften; auch kommt Krill in riesigen Schwärmen vor, während die Manteltierchen eher selten in Kolonien leben. Das Projekt geht der Frage nach, welche Auswirkungen diese Veränderung auf die Nahrungskette im Meer, die daran gekoppelten biogeochemischen Stoffflüsse, die Biodiversität und das Ökosystem des Südpolarmeers hat. Link zum Statement Prof. Hillebrand/Prof. Meyer: www.icbm.de/planktologie Verdunkelung des Küstenmeeres – Lichtverfügbarkeit in Vergangenheit und Zukunft Sprecher: Prof. Dr. Oliver Zielinski, Institut für Biologie und Chemie des Meeres der Universität Oldenburg; in Kooperation mit dem Niederländischen Institut für Meeresforschung. Licht beeinflusst viele biologische, physikalische und chemische Prozesse im Meer: In der Nähe der Wasseroberfläche ermöglicht es z.B. Photosynthese und liefert Wärme. Die Ausgangshypothese des Projekts ist, dass die Lichtverfügbarkeit im küstennahen Ozean kontinuierlich abnimmt. Bei ihren Forschungen werden die Wissenschaftler die Entwicklung der vergangenen einhundert Jahre mit der Auswertung von historischen Beobachtungen, Messungen und Biodiversitätsstudien analysieren. Die künftige Entwicklung soll durch Modellrechnungen verdeutlicht werden. Im Projekt wird auch untersucht, welche Auswirkungen eine Abnahme der Lichtintensität auf das Ökosystem der Küstenregion hat. Links zum Statement Prof. Zielinski: www.icbm.de/marine-sensorsysteme
Deutsch: Wie können Unterseekabel das Meeresleben beeinflussen? Hier untersuchen Williams et al., ob diese Kabel das Verhalten von Krabben im Freiland beeinflussen. Da sie keine bemerkenswerten Auswirkungen feststellten, schlussfolgern sie, dass Krabben stärker von natürlichen Umweltreizen als von durch Menschen verursachten Magnetfeldern beeinflusst werden. Diese Erkenntnisse sind wichtig für die Entwicklung nachhaltiger Meeresenergieanlagen, welche die marine Biodiversität nicht gefährden.
Die Haut der Haie ist mit sogenannten Placoidplättchen ausgestattet, die beweglich in der Oberhaut der Haie verankert sind. Diese Flexibilität und eine rillenförmige Mikrostrukturierung auf den Schuppen, die Ribletstruktur, reduzieren den oberflächennahen Strömungswiderstand. Weiterhin wird verhindert, dass sich Meereslebewesen wie Seepocken oder Algen dauerhaft ansiedeln können und so den Strömungswiderstand erhöhen. Eine Übertragung dieses Funktionsprinzips auf Schiffsrümpfe sollte dazu führen, dass zum einen die Strömungseigenschaften verbessert werden und ein Fouling (Bewuchs des Schiffsrumpfs) verhindert wird. Ein Anstrich mit Antifouling-Eigenschaften wurde von der Vosschemie GmbH in Kooperation mit der Hochschule Bremen entwickelt. Wissenschaftliche Untersuchungen widmen sich seit längerem den Effekten der Ribletstrukturen und überprüfen eine Übertragung auch auf andere Anwendungsfelder. In einem Forschungsprojekt soll neben experimentellen Untersuchungen ein Prognosetool zur Berechnung der Effizienzsteigerung bei der Übertragung von Ribletstrukturen auf real gefertigte Bauteile entwickelt werden. Es wird versucht, die strömungsoptimierenden Ribletstrukturen auf Rotorblätter von Windkraftanlagen, Gasturbinen oder auf andere Bauteile oder Baueinheiten, die umströmt werden, zu übertragen. Beispiele dafür sind Oberflächen von Zügen oder Flugzeugen. Die Untersuchungen zur Übertragung der Ribletstrukturen auf umströmte Bauteile oder Baueinheiten lassen vermuten, dass in der Nutzungsphase Energie eingespart werden kann. Bei der Betrachtung der Ressourceneffizienz des bei der Vosschemie GmbH erhältlichen Schiffslacks lassen sich Potenziale in verschiedenen Phasen des Produktlebenswegs erkennen: So ist am Rumpf großer, mit Haihaut beschichteter Containerschiffe ein bis zu 70 Prozent geringerer Bewuchs mit Algen, Seepocken und anderen Meeresorganismen zu verzeichnen. Bereits ein geringer Bewuchs von wenigen Millimetern erhöht den Treibstoffverbrauch um mehr als 25 Prozent. Wird von einem Treibstoffbedarf von ca. 180 Tonnen pro Tag für ein mittelgroßes Containerschiff, z. B. der Panamax-Klasse, ausgegangen, ergeben sich durch das Fouling ein zusätzlicher Bedarf von wenigstens 15.000 Tonnen und Mehrkosten von rund fünf Millionen Euro pro Jahr. Zudem verursacht ein Bewuchs pro Schiff einen zusätzlichen Ausstoß von etwa vier Millionen Tonnen CO2 pro Jahr und ca. 150.000 Tonnen Stick- und Schwefeloxiden. Darüber hinaus ersetzt die ungiftige Haihaut einen toxischen Anstrich aus Tributylzinnhydrid (TBT). Dieser muss weder material- und energieaufwendig hergestellt noch entsorgt/verwertet werden. Neben einer Energie- und Materialeinsparung in der Produktherstellung werden die Ressource Wasser und die Meeresbiodiversität als Teil der Ökosystemleistung sowie das Klima durch einen geringeren CO2- und Schadstoff-Ausstoß geschont.
Spotlight on EMF Research Jeden Monat werden weit über 100 wissenschaftliche Artikel in begutachteten internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht, die einen Bezug zu elektromagnetischen Feldern ( EMF ) und deren möglichen gesundheitsrelevanten Wirkungen haben. Mit "Spotlight on EMF Research" werden einzelne aktuelle Artikel vorgestellt, vom BfS in den bestehenden Kenntnisstand eingeordnet und in ihrer Relevanz für den Strahlenschutz bewertet. Das Spotlight-Team Was "Spotlight on EMF Research" Ihnen bietet: Bewertung von wissenschaftlichen Publikationen, nachzulesen als PDF im DORIS Literaturhinweise zu weiterführenden Publikationen Eine Liste neuer Publikationen alle drei Monate Zur besseren Orientierung teilen wir die Texte für Sie in Kategorien ein. Alle weiteren Details erläutern wir hier: Spotlights und Literaturhinweise 1 2 3 … 8 Literaturhinweis: "Recent Research on EMF and Health Risk, Eighteenth report from SSM's Scientific Council on Electromagnetic Fields, 2023" von Huss et al. (2024) Der wissenschaftliche Rat für elektromagnetische Felder der Schwedischen Strahlenschutzbehörde (SSM) erstellt jedes Jahr einen Bericht, in dem die neu erschienene Literatur zu elektromagnetischen Feldern und möglichen Gesundheitsrisiken zusammengefasst wird. Es werden Studien und systematische Reviews zu statischen, niederfrequenten, zwischenfrequenten und hochfrequenten Feldern berücksichtigt, wenn sie gewisse Qualitätskriterien erfüllen. Im neuesten Bericht kommt SSM zu dem Schluss, dass aufgrund der Studienergebnisse aus dem betrachteten Zeitraum keine Anpassung bestehender Grenzwerte erforderlich ist. mehr anzeigen Literaturhinweis: "Effects of recall and selection biases on modeling cancer risk from mobile phone use: Results from a case-control simulation study" von Bouaoun et al. in Epidemiology (2024) Die Interphone-Studie ist die größte Fall-Kontroll-Studie zur Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und einem möglichen Risiko für Hirntumoren. Sie deutete auf ein erhöhtes Risiko für Hirntumorerkrankungen bei den 10 % der Personen hin, die in der Studie die ausgeprägteste Mobilfunknutzung angegeben haben. Früh wurde vermutet, dass methodische Einschränkungen zu diesem Ergebnis geführt haben könnten. Mittels stochastischer Verfahren untermauern Bouaoun et al. die Hypothese, dass die Risikoerhöhung möglicherweise auf Verzerrungen in den selbstberichteten Angaben zur Mobilfunknutzungsintensität zurückzuführen ist. mehr anzeigen Spotlight on “The effects of radiofrequency electromagnetic field exposure on biomarkers of oxidative stress in vivo and in vitro: A systematic review of experimental studies” by Meyer et al. in Environment International (2024) Können hochfrequente elektromagnetische Felder das oxidative Gleichgewicht der Zellen beeinflussen? Diese im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) durchgeführte systematische Übersichtsarbeit bewertet die verfügbare wissenschaftliche Literatur zu dieser Frage. Die wissenschaftliche Qualität der eingeschlossenen Studien ist überwiegend gering und die durchgeführten Datenanalysen zeigen inkonsistente Ergebnisse. Daher ist das Vertrauen in die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Veränderungen des oxidativen Gleichgewichts sehr gering. In diesem Spotlight fassen wir die Ergebnisse der Auswertung zu den betrachteten Biomarkern für das oxidative Gleichgewicht zusammen. mehr anzeigen Spotlight on “Impact of specific electromagnetic radiation on wakefulness in mice” von Deng et al. in Proceedings of the National Academy of Sciences (2024) Beim Menschen zeigten Studien wiederholt Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf das Elektroenzephalogramm ( EEG ) während des Schlafes. Die Ergebnisse variieren abhängig von der methodischen Vorgehensweise. Die vorliegende Studie untersucht in einem Tiermodell die Wirkung von elektromagnetischen Feldern auf den Schlaf. Dabei werden besonders Parameter wie Frequenz , Modulation und Pulsung der hochfrequenten elektromagnetischen Felder betrachtet, denen die Tiere ausgesetzt werden. Deng et al. gehen von einem nichtthermischen Effekt aus. In diesem Spotlight diskutieren wir, weshalb die Angaben zur Exposition der Tiere diesen Schluss nicht unbedingt zulassen. mehr anzeigen Spotlight on “The effect of exposure to radiofrequency electromagnetic fields on cognitive performance in human experimental studies: Systematic review and meta-analyses” Pophof et al. in Environment International (2024) Können hochfrequente elektromagnetische Felder, wie sie beim Telefonieren mit dem Handy am Kopf entstehen, die kognitive Leistungsfähigkeit, wie Gedächtnis, Wahrnehmung oder Aufmerksamkeit, beeinträchtigen? Diese im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) durchgeführte systematische Übersichtsarbeit bewertet die wissenschaftlichen Befunde zu dieser Frage. Insgesamt zeigen die Ergebnisse keine statistisch signifikanten Wirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Menschen, die hochfrequenten elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind. Sie bestätigen mit hoher bis mittlerer Verlässlichkeit, dass unterhalb der Grenzwertempfehlungen die kognitive Leistungsfähigkeit nicht akut beeinträchtigt wird. In diesem Spotlight fassen wir die Ergebnisse der Meta-Analysen zu den einzelnen Endpunkten übersichtlich zusammen. mehr anzeigen Literaturhinweis: “Potential health effects of exposure to electromagnetic fields (EMF): Update with regard to frequencies between 1 Hz and 100 kHz” von SCHEER (2024) Das wissenschaftliche Komitee der Europäischen Union SCHEER (Scientific Committee on Health, Environmental and Emerging Risks) veröffentlichte im Oktober 2024 eine Stellungnahme zu den möglichen gesundheitlichen Wirkungen durch nieder- und zwischenfrequente elektrische und magnetische Felder. Diese Felder treten bei der Nutzung und Übertragung von elektrischem Strom oder dem Betrieb von Elektrofahrzeugen auf. In der Stellungnahme fasst SCHEER die wissenschaftliche Literatur zusammen und bewertet die wissenschaftliche Evidenz bezüglich gesundheitlicher Wirkungen nach ihrer Aussagekraft. Auf unserer Homepage finden Sie eine Zusammenfassung und Einschätzung der SCHEER-Stellungnahme durch das BfS . mehr anzeigen Literaturliste 2024/4 (10.2024 bis 12.2024) Diese Liste zeigt die zwischen Oktober 2024 und Dezember 2024 gesichteten Publikationen, aus denen einzelne Artikel in „Spotlight on EMF Research“ besprochen werden. Wenn Sie regelmäßig über neu erschienene Literaturlisten informiert werden möchten und auch eine RIS-Datei mit den dazugehörigen Metadaten erhalten möchten, schicken Sie uns eine E-Mail an spotlight@bfs.de . mehr anzeigen Literaturhinweis: “International study of childhood leukemia in residences near electrical transformer rooms” von Crespi et al. in Environmental Research (2024) Die TransExpo-Studie untersucht, ob extrem niederfrequente Magnetfelder das Risiko für Leukämie im Kindesalter erhöhen. Einbezogen wurden an Leukämie erkrankte Kinder (Fälle) und Kinder ohne Leukämie (Kontrollen), die in Gebäuden mit eingebauten Transformatoren wohnen. Beide Gruppen wurden hinsichtlich der Nähe der Wohnung zum Transformator verglichen. Wohnungen in direkter Nähe zum Transformator zeigen bis zu fünfmal höhere Messwerte als andere Wohnungen. In der Veröffentlichung erfahren Sie, weshalb die Autor*innen die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Leukämie insgesamt als schwach bewerten. mehr anzeigen Spotlight on “Red rock crab (Cancer productus) movement is not influenced by electromagnetic fields produced by a submarine power transmission cable” von Williams et al. in Continental Shelf Research (2023) Wie können Unterseekabel das Meeresleben beeinflussen? Hier untersuchen Williams et al., ob diese Kabel das Verhalten von Krabben im Freiland beeinflussen. Da sie keine bemerkenswerten Auswirkungen feststellten, schlussfolgern sie, dass Krabben stärker von natürlichen Umweltreizen als von durch Menschen verursachten Magnetfeldern beeinflusst werden. Diese Erkenntnisse sind wichtig für die Entwicklung nachhaltiger Meeresenergieanlagen, welche die marine Biodiversität nicht gefährden. mehr anzeigen Spotlight on “Effects of mobile phone electromagnetic fields on brain waves in healthy volunteers” von van der Meer et al. in Scientific Reports (2023) Meer et al. zeigen, dass hochfrequente Felder die Alpha-Welle des EEG im Ruhezustand bei geöffneten Augen geringfügig verstärken. Dies ist im Einklang mit älteren Studien und hat nach gegenwärtigem Kenntnisstand keinen Einfluss auf die Gesundheit. Um den sehr kleinen Effekt zu erfassen, wurden ausgeklügelte Methoden entwickelt, die jedoch nicht frei von Nachteilen sind. mehr anzeigen 1 - 10 von 75 Ergebnissen 1 2 3 … 8