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LSG Aga-Elster-Tal und Zeitzer Forst Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge

Das LSG liegt im äußersten Süden des Landes Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Thüringen. Es gehört zu den beiden Landschaftseinheiten Zeitzer Buntsandsteinplateu und Weiße-Elster-Tal. Charakteristisch für das Gebiet ist eine ausgesprochene Hügellandschaft, deren höchste Erhebung die Grabeholzhöhe mit 299 m ü. NN ist. Höhenunterschiede von bis zu 140 m treten auf. Das LSG umfaßt die tiefeingeschnittenen Täler der Weißen Elster und der Aga sowie die angrenzenden Hochflächen, die teilweise bewaldet sind, so daß ein großer Reichtum an verschiedenartigen Landschaftsbildern vorherrscht. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Die Landschaft wurde sehr früh besiedelt und im Zuge der Besiedlung auch entwaldet. Lediglich im zum LSG gehörenden Teil südlich von Zeitz blieben einige Wälder im Elster- und Agatal erhalten. Aus dem 11. Jahrhundert stammt vermutlich die Haynsburg als deutsche Burgsiedlung, die sich seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Zeitz-Naumburger Bischöfe befand. In Droyßig befindet sich eine im 13. Jahrhundert erbaute Niederungsburg mit einer Parkanlage. Während die Landschaft um Zeitz im Zuge der allgemeinen Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den verstärkt im Tagebau betriebenen Braunkohlenbergbau stark beeinflußt wurde, blieben die eingeschnittenen Täler der Weißen Elster und der Aga davon verschont. Die Energie des fließenden Wassers wurde seit langem an beiden Flüssen zum Antrieb von Wassermühlen genutzt, unter anderem Lonziger Wassermühle, Johannismühle, Neumühle Sautzschen. Auch die auf der Ebene immer intensiver betriebene Landwirtschaft beeinträchtigte die Landschaft und ihre Lebensgemeinschaften, so daß die bewaldeten Täler ein Rückzugsgebiet für Tier- und Pflanzenarten bildeten. Jedoch wurden auch diese Wälder durch die forstliche Nutzung beeinflußt, insbesondere durch das Einbringen standortfremder Baumarten. Der Untergrund im LSG wird zum größten Teil aus Gesteinen des Unteren, im Südosten auch des Mittleren Bundsandsteins aufgebaut. Der Buntsandstein wird in mehreren Aufschlüssen sichtbar, so bei Haynsburg, zwischen Droßdorf und Ossig sowie ganz besonders in den aufgelassenen Steinbrüchen bei Droyßig und am linken Elsterhang oberhalb des Bahnhofs Haynsburg. Nur bei Wetterzeube tritt ein isoliertes Vorkommen von Plattendolomit des unterlagernden Zechsteins zutage. Auf den Hochflächen wird der Buntsandstein durch tertiäre Kiese, Sande und Tone bedeckt. Als Relikte ehemaliger Tertiärbedeckung finden sich stellenweise Tertiärquarzite, die als erdgeschichtliche Zeugen Naturdenkmale darstellen und dementsprechend geschützt sind, wie zwischen Droyßig und Wetterzeube oder bei Staudenhain. Die Elster- und die Saalekaltzeit hinterließen Geschiebemergel und Schmelzwassersande und -kiese, die jedoch nur noch auf kleinen Flächen von der Abtragung verschont blieben. Nahezu durchgehend ist dagegen auf den Hochflächen der weichselkaltzeitliche Löß verbreitet. Die jüngsten Ablagerungen sind sandig-kiesige und schluffige Bildungen des Holozäns in der Elsteraue und ihren seitlichen kleinen Tälern. Entsprechend der bodenlandschaftlichen Gliederung lassen sich zwei Gebiete unterscheiden: das Elstertal mit Auenschluff-Vega und die Hochflächen zu beiden Seiten der Elster. Hier dominieren Böden aus Löß: Parabraunerden und Böden mit Stauvernässung (Braunerde-Pseudogleye). Die Seitentäler der Elster enthalten Abschlämmmassen von den umgebenden Hochflächen und Talhängen, auf denen Kolluvialböden ausgebildet sind. Auf den Hängen sind über unterem Buntsandstein Parabraunerden und seltener Braunerde-Pseudogleye aus skeletthaltigem Löß über tonigen Fließerden entwickelt, die zum lößbeeinflußten Ostthüringer Buntsandstein-Hügelland überleiten. Größtes Fließgewässer im LSG ist die Weiße Elster, die hier der alten tertiären Landabdachung von Südwest nach Nordost folgt und ab Schleckweda in einer nur 100 m breiten Taleinengung, der ”Thüringer Pforte”, fließt. Die Aga und weitere Nebengewässer der Weißen Elster, wie der Dielzschenbach, weisen eine starke Strömung infolge des großen Gefälles zum Elstertal auf. Stehende Gewässer sind ein Stauweiher im Wald sowie ein Teich bei Ossig neben einer Reihe kleinerer Tümpel, die zum Teil periodisch austrocknen, sowie das Elsteraltwasser bei Wetterzeube. Das Klima im LSG ist wärmebegünstigt und relativ niederschlagsarm. Im langjährigen Mittel wurden in Zeitz 575 mm Niederschlag und 8,6 °C Jahresmitteltemperatur gemessen, wobei die Niederschläge nach Südosten geringfügig auf etwa 630 mm ansteigen. Das etwas feuchtere und kühlere Klima des Elstertales hebt sich von dem wärmeren und trockeneren Klima der Hochebene ab. Das Tal gewinnt dadurch an Bedeutung als Lebensraum für feuchtigkeitsliebende Arten. Die ehemals natürlichen Laubwälder sind in Resten als Eichen-Hainbuchenwälder im Grabeholz und an den Forsträndern, als Eichen-Birken-Wälder auf den gebleichten Waldböden des Ratsches, des Guteborntales und des Zeitzer Forstes sowie als wärmeliebende Hügellandausbildung des Traubeneichen-Winterlinden-Hainbuchenwaldes an den südlichen Hängen des Kalten Grundes und des Probsteiholzes vorhanden. Bei durchgeführten Aufforstungen wurden teilweise standortfremde Baumarten, besonders Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer und Lärche, angepflanzt. Der Zeitzer Forst stellt das größte, relativ gering erschlossene Waldgebiet im Süden Sachsen-Anhalts dar. An den Hängen der Taleinschnitte stocken Eschen-Ahorn-Schluchtwälder, im Agatal findet sich Erlen-Eschenwald. In der Elsteraue sind noch Reste der ursprünglichen Weichholzaue als Pappel-Weiden-Auengehölze erhalten. Größere Flächen des LSG sind waldfrei. Mit Feldgehölzen und Hangrestwäldern sind die landwirtschaftlich genutzten Feldfluren strukturiert. Grünland ist nur in der Elsteraue als artenarmes Wirtschaftsgrünland vorhanden. In den noch erhaltenen naturnahen Eichen-Hainbuchenwäldern der Hochebene kommen neben den bestandsprägenden Baumarten Stiel-Eiche und Hainbuche auch Gemeine Esche, Winter-Linde und Hasel vor, während in der Feldschicht Echte Sternmiere, Scharbockskraut, Busch-Windröschen, Wald-Veilchen, Wald-Ziest und Rasen-Schmiele dominieren. Die Hänge der Taleinschnitte sind von Eschen-Ahorn-Schluchtwäldern bestanden (Gemeine Esche, Berg-Ahorn). Im tiefeingeschnittenen Agatal stockt ein Erlen-Eschenwald, in dem neben Großer Brennessel, Kleb-Labkraut und Rasen-Schmiele teilweise auch eine anspruchsvolle Bodenflora mit Hohlem Lerchensporn, Märzenbecher, Aronstab, Einbeere, Türkenbund-Lilie und Echtem Lungenkraut vorkommt. Daneben sind auch Vorkommen von Rippenfarn, Siebenstern, Eichen-Lattich, Keulen-Bärlapp, Wald-Geißbart, Winter-Schachtelhalm, Christophskraut, Bleichem Waldvöglein, Fransen-Enzian und Knolligem Rispengras bekannt. Auf den Wirtschaftswiesen im Agatal findet sich, allerdings in stark rückgängiger Zahl, die Herbstzeitlose. Die stark gegliederte Landschaft des LSG bietet ein differenziertes Lebensraumangebot für eine artenreiche Fauna. In den Wäldern kommen die allgemein verbreiteten jagdbaren Säugetierarten, wie Wildschwein, Reh, Rotfuchs, Dachs, Iltis, Baum- und Steinmarder vor. Wie anderswo ist auch hier der Bestand des Feldhasen stark rückgängig. Neben Igel und Maulwurf sind als Vertreter der Kleinsäugerfauna Haus- und Gartenspitzmaus sowie Haselmaus ebenso nachgewiesen wie Mops- und Fransenfledermaus sowie Großes Mausohr. In den Wäldern und Gehölzen des LSG brüten die Greifvögel Mäusebussard, Rot- und Schwarzmilan, Habicht und Turmfalke, aber auch die typischen Vertreter der Spechte, wie Schwarz-, Bunt-, Grau- und Grünspecht sowie Wendehals. Von Süden reicht das Areal des Sperlingskauzes bis in das Gebiet. In der Elsteraue wurden neben Stockenten auch Bleß- und Teichrallen sowie Zwergtaucher und als Durchzügler der Flußuferläufer nachgewiesen. Außer der verbreiteten Bachstelze und der im Grünland der Aue vorkommenden Schafstelze finden sich an der Aga auch die Gebirgsstelze und vereinzelt der Eisvogel. In einigen feuchten Hang- und Schluchtwäldern des LSG wird der im Gebiet stark gefährdete Feuersalamander gefunden. Von den weiteren Lurcharten sind Gras-, Moor- und Teichfrosch, Erdkröte sowie Berg- und Kammolch zu nennen. Die Kriechtiere sind besonders durch Waldeidechse und Blindschleiche vertreten, jedoch werden auch Ringel- und Glattnatter sowie ganz selten die Kreuzotter beobachtet. Nach der eingetretenen Verbesserung der Wassergüte leben in der Weißen Elster auch wieder anspruchsvolle Fischarten wie Döbel, Hasel und Gründling. Insgesamt werden 27 Fischarten für das Einzugsgebiet der Weißen Elster genannt, die im Zeitraum nach 1992 nachgewiesen worden sind. In der Aga, einem Mittelgebirgsbach, sind von der ursprünglichen Fischfauna nur noch Schmerle und Dreistachliger Stichling vorhanden, während Bachforelle, Bachneunauge, Groppe und Ellritze infolge der Gewässerbelastung durch die Landwirtschaft verschwunden sind. Das vorrangige Entwicklungsziel besteht in der Erhaltung bzw. Verbesserung der Auenlandschaft an der Weißen Elster sowie des tiefeingeschnittenen Kerbtales der Aga und der Wälder mit ihren unterschiedlichen natürlichen Waldgesellschaften. Das bedeutet insbesondere die Vermeidung jeglichen direkten oder indirekten Einleitens von Schad- und Nährstoffen in die Weiße Elster und die Aga. Sämtliche Abwassereinleitungen, auch außerhalb des LSG, dürfen nur nach vollständiger Reinigung erfolgen. Das Grünland der Aue sollte extensiv bewirtschaftet werden, um einerseits ein Nährstoffeindringen in die Gewässer zu vermeiden und andererseits wieder einer artenreiche Wiesenvegetation Regenerationsmöglichkeiten zu geben. In den Wäldern sind schrittweise die standortfremden Baumarten zu entnehmen und durch Baumarten zu ersetzen, die der potentiell natürlichen Vegetation entsprechen. Insbesondere auf der Hochfläche sind die forstlich beeinträchtigten Eichen-Hainbuchenwälder wieder in einen naturnahen Zustand zurückzuführen. In der Elsteraue ist die Entwicklung der Weichholzaue zu fördern, ohne den Offenlandcharakter weiter Teile der Aue zu verändern. Im LSG gibt es eine Vielzahl von Wanderrouten unterschiedlicher Ausdehnung, die das Gebiet erschließen und die unterschiedlichen Landschaftsräume berühren. Sie werden in älteren und neueren Broschüren ausführlich beschrieben. Zeitz war seit 967 Bischofssitz. Als dieser 1028 nach Naumburg verlegt wurde, verblieb auf dem Domhügel, ursprünglich wohl eine königliche Burg, ein Kollegialstift. Allerdings residierten die Naumburger Bischöfe seit dem späten 13. Jahrhundert zeitweilig auch wieder in Zeitz. Die Stadt war im Hoch- und Spätmittelalter ein wichtiger Handelsplatz am Übergang über die Weiße Elster. Zeitz scheint eine der ältesten deutschen Städte zu sein, denn die schon 1147 Civitas genannte Oberstadt mit der Marktkirche St. Michael, 1229 erweitert durch einen Neumarkt, ist offenbar jünger als die unterhalb der Bischofsburg bestehende Unterstadt mit ihrem ältesten Markt. Anstelle des von Städten wie Naumburg und vor allem Leipzig angezogenen Fernhandels fand die Stadt schon im späten 18. Jahrhundert mit der Textilfabrikation ein neues Auskommen, ein Jahrhundert später waren es unter anderem die Kinderwagenherstellung und die chemische Industrie, die der Stadt zu neuer Blüte verhalfen. Als kulturhistorische Sehenswürdigkeiten sind unbedingt das Schloß und der Park in Droyßig zu nennen. Diese im 13. Jahrhundert errichtete ehemalige Niederungsburg wurde im 16., 17. sowie im 19. Jahrhundert umgebaut, so daß man Zeugen der verschiedenen Baustile, wie Renaissance, Barock oder Neugotik, am Schloß findet. Im Dachgebälk dieses Schlosses befand sich lange Zeit eines der größten Sommerquartiere des Mausohrs in Mitteldeutschland, einer stark gefährdeten Fledermausart. Der 3,8 ha große Park weist einen sehr alten Bestand seltener Bäume auf. Eine weitere Burgsiedlung, die Haynsburg mit einem 35 m hohen Bergfried, südlich von Zeitz gelegen, stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert. Diese Burg befand sich seit 1295 im Besitz der Bischöfe von Zeitz-Naumburg. Auch sie wurde mehrfach überbaut, so wurden im Südflügel ein Mauerwehrgang und an der Ostseite ein Renaissancegiebel aus gestaffelten Rundbogen geschaffen. Aber auch die kleineren Ortschaften im LSG sollten bei Wanderungen oder Rundfahrten Beachtung finden, weisen sie doch fast alle schöne Dorfkirchen und Fachwerkbauten auf und sind hervorragend der Hügellandschaft des Gebietes angepaßt. Im LSG befinden sich folgende sehenswerten Geotope, die alle als Naturdenkmale (ND) geschützt sind: - Ehemaliger Steinbruch westlich Wetterzeube: Aufschluß im Zechstein mit Plattendolomit - Ehemaliger Steinbruch Topschall ca. 1 km westlich Haynsburg: Aufschluß in der Trias (Mittlerer Buntsandstein) - Ehemaliger Steinbruch nordwestlich der Straße Droßdorf-Ossig: Aufschluß in der Trias (Mittlerer Buntsandstein) - Katersdobersdorf: Erosionsrinne mit Bachkaskade des Katerborns im Trias-Sandstein (Mittlerer Buntsandstein) - Quarzitblöcke (Blockfeld) südlich Droyßig: sog. Tempelwacken, Tertiärquarzit (Gesteinsausbildung) im Hüllstockwerk - Ehemalige Ziegeleigrube südwestlich Grana: Lößwand, Löß mit Bodenbildung aus dem Quartär (Weichselvereisung) - Findling in Grana, im Grundstück Dorfstr. 16a: Granit (Wiborg-Rapakiwi), Quartär (Elster-vereisung) veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

Anforderungen bei der Verwendung toter geschützter Tiere 1. Die Bedeutung des besonderen Schutzes von Tieren 2. Besonders geschützte und streng geschützte Arten 3. Abgabe von Totfunden an Forschungs- oder Lehreinrichtungen 4. Besitz von Totfunden für Forschung oder Lehre 5. Totfunde von Tieren des Anhangs A der EG-Verordnung Nr. 338/97, die gleichzeitig dem Jagdrecht unterliegen (sogenannte „Doppelrechtler“) 6. Verstorbene naturentnommene Pfleglinge von Zoos und Tiergärten 7. Verstorbene gezüchtete oder eingeführte Tiere von Zoos, Tiergärten und privaten Haltern 8. Anforderungen an Präparatoren 9. Voraussetzungen für die Annahme von geschützten Tieren zur Präparation 10. Nachweispflicht 11. Kennzeichnung 12. Vermarktung 13. Buchführungspflicht 14. Gesetze, Merkblätter und weitere Informationen

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) legt in § 7 Absatz 2 Ziffer 13 und 14 fest, welche Tier- und auch Pflanzenarten einem besonderen Schutz und welche zusätzlich einem strengen gesetzlichen Schutz unterliegen. Abhängig vom Status besonders geschützt oder streng geschützt bestehen bestimmte Schutzfestlegungen (siehe Seite Grundlagen ). Alle besonders geschützten und streng geschützten Arten unterliegen z. B. einschlägigen Naturentnahme-, Besitz- und Vermarktungsverboten nach § 44 BNatSchG sowie Artikel 8 der EG-Verordnung Nr. 338/97. Wie die lebenden Tiere unterliegen auch die vollständig erhaltenen toten Tiere (z. B. Präparate, Felle, Skelette) der besonders und der streng geschützten Arten sowie ohne weiteres erkennbare Teile von ihnen (z. B. Schädel, Federn, Eier; siehe Foto) und Erzeugnisse (z. B. Mäntel und Taschen aus Fellen und Leder) diesen strengen Verboten. Der gesetzliche Schutzstatus von Tierarten kann auf der Webseite des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) unter WISIA vorzugsweise mit dem wissenschaftlichen Artnamen ermittelt werden. Einen Überblick über die Rechtsgrundlagen mit Beispielen für die besonders geschützten und für die zusätzlich streng geschützten Arten gibt die folgende Tabelle. Beispiele für besonders geschützte Arten Beispiele für zusätzlich streng geschützte Arten Rechtsgrundlage Wolf, Braunbär, Wildkatze, Großkatzen (Fell), Elefant (Elfenbein), europäische Greifvögel und Eulen, Kleiner Gelbhaubenkakadu, Hellroter Ara, europäische Landschildkröten, alle Meeresschildkröten (Schildpatt, Leder, Fleisch), Heller Tigerpython und Baltischer Stör Wolf, Braunbär, Wildkatze, Großkatzen (Fell), Elefant (Elfenbein), europäische Greifvögel und Eulen, Kleiner Gelbhaubenkakadu, Hellroter Ara, europäische Landschildkröten, alle Meeresschildkröten (Schildpatt, Leder, Fleisch), Heller Tigerpython und Baltischer Stör Anhang A der EG-Verordnung Nr. 338/97 Soweit nicht bereits in Anhang A aufgeführt: alle Affen, Papageien, Landschildkröten, Krokodile (Leder, Fleisch), Riesenschlangen (Leder) und Störe (Kaviar) sowie Pekari (Leder), Chamäleons, Baumsteigerfrösche, Grüner Leguan, Riesenmuscheln (Souvenir) und Korallen (Schmuck, Souvenir) keine Anhang B der EG-Verordnung Nr. 338/97 Alle Fledermäuse, Europäischer Biber (Fell), Feldhamster (Fell), Europäische Sumpfschildkröte, Mauereidechse, Leopardnatter, Europäische Hornotter und Rotbauchunke Alle Fledermäuse, Europäischer Biber (Fell), Feldhamster (Fell), Europäische Sumpfschildkröte, Mauereidechse, Leopardnatter, Europäische Hornotter und Rotbauchunke Anhang IV der FFH-Richtlinie 92/43/EWG Alle europäischen Vogelarten (Eier, Federn, Fleisch) einschließlich deren Unterarten wie Blauer Dompfaff oder Graukopfstieglitz sowie die gleichzeitig dem Jagdrecht unterliegenden europäischen Wildtauben, Wildenten und Wildgänse keine (siehe Anlage 1 BArtSchV) Artikel 1 der Vogelschutz-Richtlinie 2009/147/EG, Ausgenommen Arten, die schon in den Anhängen A oder B der EG-Verordnung Nr. 338/97 aufgeführt sind. Soweit nicht schon in den vorstehenden Anhängen aufgeführt, die meisten nicht jagdbaren heimischen Säugetiere wie Maulwurf (Fell) und alle europäischen Reptilien sowie Amphibien 94 europäische Vogelarten z. B. Eisvogel, Weißstorch, Haubenlerche und Kiebitz, Westliche Smaragdeidechse und Aspisviper Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) Tote Wildtiere sollten grundsätzlich als Teil der Ökosysteme in der Natur belassen werden. Eine private Aneignung von in der Natur gefundenen toten geschützten Tieren ist gesetzlich untersagt. Eine Naturentnahme ist nur zulässig, um sie bei den im Folgenden genannten Forschungs- oder Lehreinrichtungen abzugeben [§ 45 (4) BNatSchG, § 6 (2) Zuständigkeits-Verordnung für das Naturschutzrecht in Sachsen-Anhalt (NatSch ZustVO)]. Streng geschützte Tiere sind ausschließlich bei den unter Punkt 3.1 aufgeführten staatlich anerkannten Einrichtungen abzugeben. Dabei ist der Vorrang des jagdrechtlichen Aneignungsrechts für die gleichzeitig dem Jagdrecht unterliegenden Arten zu berücksichtigen (sogenannte „Doppelrechtler“ siehe Punkt 5 ). Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität Halle (Saale) Museum für Naturkunde am Kulturhistorischen Museum Magdeburg Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau Museum Heineanum Halberstadt (nur Fledermäuse und Vögel) Staatliche Vogelschutzwarte Steckby Verwaltung des Biosphärenreservates „Mittelelbe“ Nationalparkverwaltung „Harz“ Verwaltung des Naturparks „Drömling“ Verwaltung des Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ Universitäten und Fachhochschulen naturkundliche Museen alle Schulen Umweltzentren in überwiegend öffentlicher Trägerschaft Naturschutzstationen in öffentlicher Trägerschaft Staatliche forstliche Ausbildungsstätten und Jugendwaldheime In Ausnahmefällen können für diese Einrichtungen Ausnahmegenehmigungen für den Besitz von streng geschützten toten Tieren erteilt werden (siehe Punkt 9c ). Als Ausnahme vom gesetzlichen Besitzverbot dürfen Totfunde der geschützten Arten nur für Forschung oder Lehre verwendet werden. Dabei ist der Besitz der streng geschützten Exemplare nur staatlich anerkannten Einrichtungen vorbehalten (siehe Punkt 3.1 ) bzw. an eine Ausnahmegenehmigung gebunden (siehe Punkt 9c ). Totfunde der streng geschützten Arten können ohne Ausnahmegenehmigung nur von den staatlich anerkannten Einrichtungen nach Punkt 3.1 aufgenommen und für eigene Forschung oder Lehre verwendet werden. Weiterhin dürfen sich in Sachsen-Anhalt auch die unter Punkt 3.2 genannten Einrichtungen sowie private Lehreinrichtungen und Ausstellungen von Vereinen streng geschützte Exemplare aneignen, wenn zuvor eine Ausnahmegenehmigung entsprechend Punkt 9c eingeholt wurde. Totfunde der nur besonders geschützten Arten dürfen von den folgenden Einrichtungen ohne Ausnahmegenehmigung in Besitz genommen werden: a) Von staatlich anerkannten Einrichtungen nach Punkt 3.1 b) Von weiteren in Sachsen-Anhalt aufnahmeberechtigten Einrichtungen des öffentlichen Rechts  nach Punkt 3.2 Andere Institutionen wie private Lehreinrichtungen und Ausstellungen von Vereinen benötigen für den Besitz der besonders geschützten Arten wie auch für die streng geschützten Arten eine Ausnahmegenehmigung entsprechend Punkt 9c . Bei diesen Arten ist der Vorrang des jagdlichen Aneignungsrechts zu berücksichtigen (siehe Punkt 5 ). Die folgenden streng geschützten Arten des Anhangs A der EG-Verordnung Nr. 338/97 sind zugleich im § 2 des Bundesjagdgesetzes enthalten: Wildkatze, Luchs, Fischotter, Turteltaube, Knäkente, Moorente, Großtrappe und alle heimischen Greifvögel. Nur der Jagdausübungsberechtigte darf sich in seinem Jagdrevier aufgefundene tote Tiere dieser Arten aneignen und präparieren lassen, jedoch nicht verkaufen. Für jeden anderen Bürger sind eine Naturentnahme und eine Aneignung untersagt. Gegebenenfalls kann das Auffinden von toten Tieren der „Doppelrechtler“ dem Jagdausübungsberechtigten gemeldet werden. Es besteht für diese Arten das strenge Vermarktungsverbot des Artenschutzrechts [Artikel 8 (1) und (5) EG-VO Nr. 338/97]. Für alle naturentnommenen Tiere gilt ein striktes Vermarktungsverbot [§ 44 BNatSchG sowie Artikel 8 (1) und (5) EG-VO Nr. 338/97]. Deshalb dürfen die verstorbenen naturentnommenen Pfleglinge, falls sie für die Präparation vorgesehen sind, von Zoos und Tiergärten nur direkt an Forschungs- und Lehreinrichtungen entsprechend der Punkte 3 und 4 gegeben werden. Für den Nachweis der Herkunft ist ein Übergabe-Protokoll mit den Fundangaben (Ort und Datum) mitzugeben. Sind verstorbene naturentnommene Pfleglinge der streng geschützten Arten für die Präparation vorgesehen, müssen sie von Zoos und Tiergärten vorrangig an staatlich anerkannte Einrichtungen nach Punkt 3.1 abgegeben werden. Eine Abgabe an weitere Forschung oder Lehre betreibende Einrichtungen des öffentlichen Rechts nach Punkt 3.2 oder an private Lehreinrichtungen und Vereine ist nur zulässig, wenn die Einrichtungen nach Punkt 3.1 keinen Bedarf an dem jeweiligen Tier haben und wenn eine Ausnahmegenehmigung entsprechend Punkt 9c vorliegt. Da eine Vermarktung verboten ist, sind für naturentnommene Anhang A-Exemplare auch keine EU-Bescheinigungen erforderlich. Eine Abgabe verstorbener naturentnommener Pfleglinge der besonders geschützten Arten an staatlich anerkannte Einrichtungen nach Punkt 3.1 und an weitere Forschung oder Lehre betreibende Einrichtungen des öffentlichen Rechts entsprechend Punkt 3.2 ist ohne Ausnahmegenehmigung möglich. Eine Weitergabe an andere private Lehreinrichtungen und Vereine ist nur zulässig, wenn die Einrichtung eine Ausnahmegenehmigung für das jeweilige Tier entsprechend Punkt 9c besitzt. (sogenannte „Doppelrechtler“ siehe Punkt 5 ) Eine Abgabe verstorbener „Doppelrechtler“ als streng geschützte Arten hat vorrangig an staatlich anerkannte Einrichtungen entsprechend Punkt 3.1 und nachrangig an die weiteren Forschungs- oder Lehreinrichtungen nach Punkt 3.2 bzw. an andere private Lehreinrichtungen und Vereine zu erfolgen. Bei der Weitergabe ist neben dem Übergabe-Protokoll die Eigentumsabtrittserklärung des Jagdausübungsberechtigten einschließlich einer angefügten Kopie des Jagdscheins mitzugeben. Erforderliche Angaben der Eigentumsabtrittserklärung des Jägers: Vollständige Adressen von Jäger und Empfänger, Art und Beschreibung des toten Tieres, genauer Fundort, Funddatum, Unterschrift des Jägers mit Ort und Datum sowie Kopie des Jagdscheins anheften. Da eine Vermarktung verboten ist, sind auch keine EU-Bescheinigungen erforderlich. Tote Tiere aus legaler Zucht oder Einfuhr dürfen unter Berücksichtigung der folgenden Auflagen mit den vollständigen Herkunftsbelegen verkauft werden: Für einen rechtmäßigen Verkauf dieser Frostexemplare an den Präparator bzw. an den neuen Besitzer ist die EU-Bescheinigung vom Züchter bzw. Besitzer zuvor beim CITES-Büro von „LIV - Lebend“ auf „BOD - Totes Tier“ ändern zu lassen. Das Kennzeichen hat am Tier zu verbleiben. Mit der auf „BOD - Totes Tier“ geänderten EU-Bescheinigung muss der Präparator bzw. der neue Besitzer nach Fertigstellung des Präparats bei der für ihn zuständigen Naturschutzbehörde ein neues Dokument beantragen, in Sachsen-Anhalt beim CITES-Büro in Steckby. Dabei ist das angefertigte Präparat genau zu beschreiben, z. B. Standpräparat, Fellpräparat, gegerbtes Rohfell (Haut), Kopfpräparat, Schädelpräparat (Skelett), Skelett, Balgpräparat, Federsammlung (Rupfung) oder Einzelfeder (Stoßfeder, Schwungfeder). Für Präparate ohne Ring bzw. ohne Transponder sind zwei Fotos je Exemplar bei der Bescheinigungsbeantragung mit einzureichen. 7.2 Besonders geschützte und alle nicht unter Punkt 7.1 genannten streng geschützten Tiere Sind die Frostexemplare bzw. die fertigen Präparate dieser Arten durch Ringe oder Transponder gekennzeichnet, ist ein Verkauf der legal gezüchteten oder eingeführten Tiere mit dem vollständigen Herkunftsnachweis möglich (siehe Seite Nachweispflicht ). Gewerbliche und nichtgewerbliche Präparatoren haben die folgenden artenschutzrechtlichen Anforderungen zu erfüllen: Einhaltung der Voraussetzungen für die Annahme von Tieren zur Präparation (siehe Punkt 9 ). Abgabepflicht für tote Tiere, die nicht präpariert werden dürfen, an die nach § 45 (4) BNatSchG festgelegten Einrichtungen (siehe Punkt 3.1 und Punkt 3.2 ). Nachweispflicht gemäß § 46 BNatSchG (siehe Punkt 9 und Punkt 10 ). Neubeantragung der EU-Bescheinigung für Anhang A-Tiere beim CITES-Büro (siehe Punkt 7.1 ). Buchführungspflicht gemäß § 6 Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) (siehe Punkt 13 ). Kennzeichenverbleib für beringte Vögel und transponderte Säugetiere [§ 15 (7) BArtSchV] (siehe Punkt 11 ). Für die Präparation darf ein besonders geschütztes oder ein streng geschütztes Tier nur angenommen werden, wenn eine der folgenden Ausnahmen von den Naturentnahme- und Besitzverboten des Bundesnaturschutzgesetzes nachgewiesen werden kann und die Anforderungen nach Punkt 8 eingehalten werden. Nachzuweisende Ausnahmen vom Naturentnahme- und Besitzverbot für besonders geschützte und streng geschützte Tiere: a) In der heimischen Natur tot aufgefundenes jagdbares Tier vom Jäger mit Jagdscheinkopie und ansonsten mit einer Eigentumsabtrittserklärung und Jagdscheinkopie des Jagdausübungsberechtigten (siehe Punkt 5 „Doppelrechtler“). b) In der heimischen Natur tot aufgefundenes besonders geschütztes Tier, für das ein schriftlicher Präparationsauftrag von einer der unter dem Punkt 3.1 oder dem Punkt 3.2 genannten Forschungs- oder Lehreinrichtungen vorliegt. Streng geschützte Arten nur von den unter Punkt 3.1 aufgeführten staatlich anerkannten Einrichtungen [§ 45 (5) BNatSchG]. c) In der heimischen Natur tot aufgefundenes Tier, für dessen Präparation von der Aufnahmeeinrichtung eine Ausnahmegenehmigung vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt als obere Naturschutzbehörde vorliegt, d. h. von Einrichtungen nach Punkt 3.2 für streng geschützte Arten und von privaten Lehreinrichtungen sowie Ausstellungen von Vereinen für besonders geschützte und für streng geschützte Arten. Für Ausnahmegenehmigungen bezüglich der folgenden Arten sind in Sachsen-Anhalt die unteren Naturschutzbehörden bei den Landkreisen zuständig, abhängig vom jeweiligen Fundort des toten Tieres [§ 45 (5) und (7) BNatSchG, § 6 (5) NatSch ZustVO]: Elbebiber, Hornisse, Weißstorch, Mehlschwalbe, Mauersegler, Schleiereule, Turmfalke, Kranich, Fischadler, Rauchschwalbe, Dohle, Feldhamster, Fledermäuse, Ameisen, Wildbienen und Orchideen. d) Ein totes Tier, das nachweislich aus einer rechtmäßigen Zucht innerhalb der EU stammt mit einer von „LIV – Lebend“ auf „BOD – Totes Tier“ geänderten EU-Bescheinigung bei einer Anhang A-Art und ansonsten mit dem Herkunftsnachweis [§ 45 (1) BNatSchG, Artikel 8 (1) und (5) EG-VO Nr. 338/97]. e) Ein totes Tier, das nachweislich aus einer rechtmäßigen Einfuhr in die EU stammt mit einer von „LIV – Lebend“ auf „BOD – Totes Tier“ geänderten EU-Bescheinigung bei einer Anhang A-Art und ansonsten mit dem Herkunftsnachweis [§ 45 (1) BNatSchG, Artikel 8 (1) und (5) EG-VO Nr. 338/97]. f) Tote Tiere der europäischen Vogelarten und der Arten des Anhangs IV der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie) aus Nicht-EU-Mitgliedsländern, für die Ausnahmegenehmigungen vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn bzw. von der Behörde des Einfuhrlandes vorliegen [§ 45 (1) und (8) BNatSchG]. g) Ein totes Tier, das nachweislich in einem anderen EU-Mitgliedsstaat in Übereinstimmung mit dem dort geltenden Recht der Natur entnommen wurde mit einer behördlichen Bestätigung [§ 45 (1) BNatSchG]. h) Für die Rekonstruktion von Altpräparaten sind Nachweise beizufügen, die den Besitz vor Unterschutzstellung des jeweiligen toten Tieres belegen, z. B. durch je zwei Zeugenbestätigungen zum Altbesitz [siehe Webseite des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) WISIA , Seite Artenschutzrechtliche Informationsschriften und Datei Muster Zeugenbestätigung Altbesitz - § 46 BNatSchG (PDF)]. Wer besonders und streng geschützte tote Tiere besitzt, in Kommission hat oder für andere auf-bewahrt, hat auf Verlangen der zuständigen Behörde den Nachweis zu erbringen, dass die Exemplare in Übereinstimmung mit dem geltenden Artenschutzrecht erworben wurden [§ 46 BNatSchG]. Unter dem Punkt 9 sind Hinweise zur Nachweisführung enthalten. Weitere Informationen sind auf der Seite „ Nachweispflicht und Vermarktungsbescheinigungen “ zu finden. Für Präparate, die den Herkunftsdokumenten wegen fehlender Kennzeichen oder Nummerierungen nicht eindeutig zuzuordnen sind, droht die Beschlagnahme. An den Frostexemplaren und an den Präparaten sind vorhandene Ringe und Transponder zu belassen. Exemplare ohne Kennzeichen sind durch Transponder, Etikett, Stempel oder Gravuren zu nummerieren. Das Kennzeichen bzw. die Nummer ist Voraussetzung für eine eindeutige Nachweisführung [§ 46 BNatSchG, § 15 (7) BArtSchV] und für die Buchführungspflicht (siehe Punkt 13 ). Es dürfen nur Frostexemplare und Präparate der Fallgruppen der Punkte 9d und 9e zum Verkauf vorrätig gehalten, angeboten oder verkauft werden, wenn die erforderlichen Nachweisdokumente und Kennzeichen vorhanden sind. Bei den Fallgruppen der Punkte 9a bis 9c ist nur eine Präparation für einen bestimmten Auftraggeber möglich. Eine freie Vermarktung ist hier nicht zulässig. Bei den Fallgruppen der Punkte 9f bis 9h und in anderen Sonderfällen wenden Sie sich bitte an die jeweilige untere Naturschutzbehörde oder das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt / CITES-Büro. Wer gewerbsmäßig Tiere der besonders geschützten Arten be- oder verarbeitet, hat ein tagesaktuelles Ein- und Auslieferungsbuch nach folgendem Muster zu führen [§ 6 BArtSchV]. Diesem Buch ist ein Ordner mit den entsprechend laufend nummerierten Herkunftsbelegen beizufügen, wie z. B.: schriftliche Präparationsaufträge, behördliche Ausnahmegenehmigungen, EU-Bescheinigungen (nach erfolgter Präparation die Kopien der EU-Bescheinigungen), Herkunftsnachweise und Eigentumsabtrittserklärungen der Jagdausübungsberechtigten mit Kopien vom Jagdschein. Gesetzlichkeiten / Rechtsquellen Artenschutzrechtliche Informationsschriften Vollzugshinweise zum Artenschutzrecht auf der Webseite des Bundesamtes für Naturschutz unter Vollzugshinweise 2010 Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

Artenschutzrechtliche Ausnahme zu Europäischen Maulwurf

Anfrage zu Anzahl und Gründe zu Artenschutzrechtlichen Ausnahmen zum Europäischen Maulwurf

Anfrage zur begasung des Sportplatzes Kirchenbollenbach

Anfrage zur Rechtmäßigkeit der Begasung des Sportplatzes Kirchenbollenbach in Idar-Oberstein wegen Maulwürfen

Talpa europaea Linné, 1758 Maulwurf Säugetiere Ungefährdet

Durch den Rückgang des Grünlands und die Intensivierung der Güllebewirtschaftung sind auch bei dieser Art Rückgänge wahrscheinlich. Derzeit wird aber noch nicht von einer Gefährdung ausgegangen.

Mit Nützlingen gärtnern

<p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Besonders geschützte und streng geschützte Arten 1. Rechtliche Grundlagen für die besonders geschützten und streng geschützten Arten 2. Nachweispflicht 3. Schutzstatus

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) legt in § 7 Absatz 2 Ziffer 13 und 14 je nach dem Grad der Gefährdung einen besonderen und einen strengen Schutz von Tieren und Pflanzen fest. Diese besonders geschützten und die zusätzlich streng geschützten Arten unterliegen einschlägigen Verboten wie den Naturentnahme-, Besitz- und Vermarktungsverboten des § 44 BNatSchG sowie des Artikels 8 der EG-Verordnung Nr. 338/97 (siehe Seite Gesetzlichkeiten / Rechtsquellen ). Artenschutzrechtliche Verbote Rechtliche Grundlagen Naturentnahmeverbot § 44 Absatz 1 Nr. 1, 3 und 4 BNatSchG Verbot des Fallenfangs § 4 Absatz 1 BArtSchV Störverbot § 44 Absatz 1 Nr. 2 BNatSchG Besitzverbot § 44 Absatz 2 Nr. 1 BNatSchG Vermarktungsverbot Artikel 8 Absätze 1 und 5 EG-VO Nr. 338/97 sowie § 44 Absatz 2 Nr. 2 BNatSchG Verbot der Ein- und Ausfuhr ohne Genehmigung Artikel 4 und 5 EG-VO Nr. 338/97 sowie § 45 Absatz 1 BNatSchG Aussetzungs- bzw. Ansiedlungsverbote § 40 Absatz 4 BNatschG Wie die lebenden Tiere unterliegen auch die vollständig erhaltenen toten Tiere (z. B. Präparate, Felle, Skelette) der besonders und der streng geschützten Arten sowie ohne Weiteres erkennbare Teile von ihnen (z. B. Schädel, Federn, Eier) und Erzeugnisse (z. B. Mäntel und Taschen aus Fellen und Leder) den strengen Besitz- und Vermarktungs-verboten (siehe Seite Anforderungen bei der Verwendung toter geschützter Tiere ). Besonders und streng geschützte Tiere dürfen nur in Besitz genommen und gehandelt werden, wenn der Besitzer eine Ausnahme dafür nachweisen kann. Gemäß § 45 Bundesnaturschutzgesetz bestehen Ausnahmen davon insbesondere für legal gezüchtete oder mit Genehmigung eingeführte Tiere (siehe Seite Nachweispflicht und Vermarktungsbescheinigungen ). Zur Einhaltung der artenschutzrechtlichen Verbote haben Halter der besonders bzw. streng geschützten Tiere über die Nachweispflicht hinaus weitere strenge Anforderungen zu erfüllen (siehe Seite Anforderungen an Tierhalter ). Das Abweichen von den gesetzlichen Anforderungen an Halter geschützter Tiere kann durch Bußgeld geahndet werden . In schwerwiegenden Fällen, insbesondere streng geschützte Arten betreffend, können auch strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet werden. Fehlen Nachweise für die legale Herkunft von geschützten Tieren droht die Beschlagnahme . Der Schutzstatus geschützter Arten kann vorzugsweise mit dem wissenschaftlichen Namen auf der Webseite des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) unter WISIA ermittelt werden. (WISIA „Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenschutz“ des Bundesamtes für Naturschutz) Einen Überblick über die Schutzkategorien und Beispiele für besonders geschützte und die zusätzlich streng geschützten Arten gibt die folgende Tabelle. Beispiele für besonders geschützte Arten Beispiele für zusätzlich streng geschützte Arten Rechtsgrundlage Wolf, Braunbär, Wildkatze, Großkatzen (Fell), Elefant (Elfenbein), europäische Greifvögel und Eulen, Kleiner Gelbhaubenkakadu, Hellroter Ara, europäische Landschildkröten, alle Meeresschildkröten (Schildpatt, Leder, Fleisch), Heller Tigerpython und Baltischer Stör Wolf, Braunbär, Wildkatze, Großkatzen (Fell), Elefant (Elfenbein), europäische Greifvögel und Eulen, Kleiner Gelbhaubenkakadu, Hellroter Ara, europäische Landschildkröten, alle Meeresschildkröten (Schildpatt, Leder, Fleisch), Heller Tigerpython und Baltischer Stör Anhang A der EG-Verordnung Nr. 338/97 Soweit nicht bereits in Anhang A aufgeführt: alle Affen, Papageien, Landschildkröten, Krokodile (Leder, Fleisch), Riesenschlangen (Leder) und Störe (Kaviar) sowie Pekari (Leder), Chamäleons, Baumsteigerfrösche, Grüner Leguan, Riesenmuscheln (Souvenir) und Korallen (Schmuck, Souvenir) keine Anhang B der EG-Verordnung Nr. 338/97 Alle Fledermäuse, Europäischer Biber (Fell), Feldhamster (Fell), Europäische Sumpfschildkröte, Mauereidechse, Leopardnatter, Europäische Hornotter und Rotbauchunke Alle Fledermäuse, Europäischer Biber (Fell), Feldhamster (Fell), Europäische Sumpfschildkröte, Mauereidechse, Leopardnatter, Europäische Hornotter und Rotbauchunke Anhang IV der FFH-Richtlinie 92/43/EWG Alle europäischen Vogelarten (Eier, Federn, Fleisch) einschließlich deren Unterarten wie Blauer Dompfaff oder Graukopfstieglitz sowie die gleichzeitig dem Jagdrecht unterliegenden europäischen Wildtauben, Wildenten und Wildgänse keine (siehe Anlage 1 BArtSchV) Artikel 1 der Vogelschutz-Richtlinie 2009/147/EG, Ausgenommen Arten, die schon in den Anhängen A oder B der EG-Verordnung Nr. 338/97 aufgeführt sind. Soweit nicht schon in den vorstehenden Anhängen aufgeführt, die meisten nicht jagdbaren heimischen Säugetiere wie Maulwurf (Fell) und alle europäischen Reptilien sowie Amphibien 94 europäische Vogelarten z. B. Eisvogel, Weißstorch, Haubenlerche und Kiebitz, Westliche Smaragdeidechse und Aspisviper Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) zurück zur Seite "Grundlagen" Letzte Aktualisierung: 11.07.2019

Der Bodengarten

In Kooperation mit der Senatsbildungsverwaltung und den bezirklichen Berliner Gartenarbeitsschulen, als “grüne Lernorte”, hat das Bodenschutzreferat der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eine Konzeption mit dem Thema: “Der Bodengarten” entwickelt und 2013/14 realisiert, die sich als ein gestalteter Außenbereich innerhalb der Gartenarbeitsschulen präsentiert und sich dabei speziell mit Boden in seinen vielen Facetten auseinandersetzt. Die Gestaltung des Bodengartens greift dabei die besondere Bedeutung des Themas in verschiedenen Lernstationen auf. Im Mittelpunkt steht das aktive und selbsttätige Erkunden des Mediums Boden durch die Schülerinnen und Schüler. Offene Lernangebote bieten Platz für das experimentelle Erforschen naturwissenschaftlicher Boden-Phänomene und schaffen gleichzeitig eine Verbindung zu anderen umweltpädagogischen Programmen der Gartenarbeitsschulen. Anhand verschiedener Lernmodule wird das Thema Boden vorgestellt und durch die Besucherinnen und Besucher mit Experimenten, Betrachten und spielerischem Erkunden erarbeitet. Die Betreuerinnen und Betreuer erhalten anhand eines Leitfadens Vorschläge zur Ausgestaltung des Besuches im Bodengarten. Eine bunte Bildergeschichte über den „Chef“ des Bodengartens, den Maulwurf BOGART und seinen wissbegierigen Freund, die Wühlmaus HUMPHREY, ist für alle kleinen und großen Besucher gedacht, die sich dem Thema Boden auf unterhaltsame Weise nähern wollen. “Das Bodenbüchlein für unterwegs“ ist ein kleiner Erkundungsführer, um sich mit dem Wunderelement Boden beim Spaziergang oder Ausflug zu beschäftigen. Das Angebot des Bodengartens wurde durch die 5 „dezentralen Stationen“ als Rundgang 2016 ergänzt und fertiggestellt. Jetzt können die bodenrelevanten Angebote der Gartenarbeitsschule, wie Kompost oder Pflanzbereiche, vertiefend experimentell kennengelernt und Lernerfahrungen gemacht werden. Große Spaten sind dabei die Erkennungszeichen der einzelnen Bodenstationen.

Generalplan Küsten- und Hochwasserschutz Mecklenburg-Vorpommern

Zusammenstellung der Planungsvorhaben sowie der vorhandenen Küstenschutzbauwerke. Einordnung des Küsten- und Hochwasserschutzes in M-V. Geomorphologische Verhältnisse und hydrodynamische Situation.

Natur- und Hochwasserschutz vereint: Schafe sorgen für den Erhalt des Deiches Neuwied-Engers

Sie stammen aus Ungarn, ihre Hörner sind bis zu einen Meter lang und sie verfügen über echte „Superkräfte“: Auf dem Rheindeich Neuwied-Engers, den die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord jüngst umfassend saniert hat, grasen seit kurzem 29 Ungarische Zackelschafe. Wie die tierischen Rasenmäher dafür sorgen, dass der Deich stabil bleibt und was der „goldene Tritt“ damit zu tun hat – die SGD Nord verrät spannende Fakten. Die Grasnarbe ist für einen Deich so etwas, wie die Haut für den Menschen: Sie legt sich als grüne Schutzhülle über das Bauwerk und sorgt dafür, dass ihm Umwelteinflüsse nichts anhaben können. Das ist wichtig, denn ohne die Grasnarbe, die mit ihren Wurzeln die obersten Deichschichten zusammenhält, würde das Wasser den Deich mit der Zeit immer mehr ausspülen. Damit die Grasnarbe den Deich zuverlässig schützen kann, muss sie jedoch regelmäßig gepflegt werden. Am Rheindeich Neuwied-Engers, für dessen Erhalt die SGD Nord in ihrer Funktion als Obere Wasserbehörde zuständig ist, übernimmt die Pflege neuerdings ein Schäfer, der das Areal ab sofort zweimal im Jahr mit seinen flauschigen Schützlingen beweidet. Der Grund: Schafe verfügen über Eigenschaften, die der Stabilität des Deiches zu Gute kommen. Hierzu zählt etwa der sogenannte „goldene Tritt“, mit dem das bei Schafen sehr ausgewogene Verhältnis von Körpergewicht und Klauengröße beschrieben wird. Laufen die Tiere über den Deich, führt das dazu, dass sich die Grasnarbe verdichtet und verfestigt – ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Bauwerks. Ein weiterer positiver Effekt: Durch das Verdichten des Bodens und die Erschütterungen halten die Schafe Wühltiere, wie beispielsweise Maulwürfe, vom Deich fern. Auch das ist wichtig, denn mit ihren Tunneln und Gängen können die Tiere zu einem echten Problem für die Stabilität des Bauwerks werden. Schutz der Artenvielfalt Doch nicht nur der Deich profitiert von der Beweidung – auch auf die Natur haben die Schafe eine positive Wirkung. Das liegt unter anderem daran, dass sie invasive und unerwünschte Pflanzen fressen und diese somit an der Ausbreitung und der Verdrängung der Grasnarbe hindern. Anders als beim Einsatz von Maschinen, bei dem der Rasen gleichförmig und schnell gemäht wird, erfolgt die Beweidung durch Schafe zudem langsam und schonend. Das fördert die Artenvielfalt und schützt Insekten und Kleintiere, die in Bodennähe leben. Imposante Hörner Bei den Schafen, die im Auftrag der SGD Nord auf dem Rheindeich in Engers eingesetzt werden, handelt es sich um eine besondere Rasse: Die Ungarischen Zackelschafe. Optisch zeichnen sich die Tiere durch ihre imposanten Hörner aus, die wie Korkenzieher geformt sind und V-förmig vom Kopf abstehen. Bei den Böcken werden sie bis zu 100 Zentimeter lang, bei den Auen – also den weiblichen Schafen – messen sie bis zu 40 Zentimeter. Die Farbvariationen der relativ groben Wolle reichen von Weiß über Beige bis hin zu verschiedenen Brauntönen. Die Tiere gelten als robust und anpassungsfähig, ihr Wesen wird als genügsam, lebhaft und friedfertig beschrieben. In ihrem Herkunftsland Ungarn wurden sie früher als „Milchlieferanten“ für den Hausgebrauch geschätzt, aber auch ihre Wolle und ihr Fleisch sind verwertbar. Heutzutage ist die Rasse allerdings stark vom Aussterben bedroht, unter anderem, weil andere Rassen mit weicherer, feinerer Wolle ihr den Rang abgelaufen haben. Hunde unbedingt anleinen Damit die Herde in Engers künftig ungestört ihrer Aufgabe nachgehen kann, bittet die SGD Nord die Menschen vor Ort um Rücksicht. So darf das temporär eingezäunte Gebiet nicht betreten und die Position des Zauns nicht verändert werden. Für Hunde gilt auf dem „Engerser Feld“ zudem die Leinenpflicht. Diese gewinnt durch die Anwesenheit der Herde noch einmal an Bedeutung, denn Schafe sind Fluchttiere, die schnell in Panik geraten können. Die SGD Nord bittet außerdem darum, die Tiere nicht zu füttern, denn Schafe haben eine sensible Verdauung, sodass schnell Vergiftungen und Koliken entstehen können. Die Beweidung endet im Spätherbst mit dem Beginn der Hochwassersaison. Perspektivisch soll die Herde noch um rund 15 Schafe erweitert werden.

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