The STLV41 TTAAii Data Designators decode as: T1 (S): Surface data T1T2 (ST): Sea Ice A1A2 (LV): Latvia (Remarks from Volume-C: NilReason)
The STDL20 TTAAii Data Designators decode as: T1 (S): Surface data T1T2 (ST): Sea Ice A1A2 (DL): Germany (Remarks from Volume-C: ICE REPORTS)
Klimawandel bezeichnet eine längerfristige Temperaturänderung der Erdatmosphäre. In den vergangenen zwei bis drei Millionen Jahre gab es auf der Erde einen zyklischen Wechsel von Warm- und Kaltphasen. Das ist im Wesentlichen auf die Neigung der Erdachse und die elliptische Umlaufbahn der Erde um die Sonne und dem daraus resultierenden Abstand der Erde zur Sonne sowie dem Einstrahlungswinkel der Sonnenstrahlen auf die Erde zurückzuführen. Auch die ebenfalls zyklischen Veränderungen unterliegende Aktivität der Sonne hat Einfluss auf das Erdklima. Darüber hinaus gibt es weitere natürliche Faktoren wie beispielsweise Vulkanismus und durch Rückkopplungseffekte verursachte Veränderungen der Meeresströmungen, die das Klima beeinflussen. In den letzten 150 Jahren hat jedoch der Mensch entschieden dazu beigetragen, die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre zu erhöhen und so eine globale Erwärmung voranzutreiben. Das ist auf die massive Nutzung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl und Erdgas) und eine veränderte Landnutzung, wie die Rodung von Wäldern und die Trockenlegung von Mooren zurückzuführen. Laut aktuellem IPCC-Bericht ist die globale atmosphärische Konzentration von CO 2 seit vorindustrieller Zeit um 40 % angestiegen. Die atmosphärischen Konzentrationen von CO 2 , Methan und Stickstoffoxiden sind mittlerweile so hoch wie nie zuvor innerhalb der letzten 800.000 Jahre. In jeder der letzten drei Dekaden fand eine zunehmende Erwärmung der Erdoberfläche statt, die stärker war als in jeder zurückliegenden Dekade seit 1850. Die Folgen sind bereits deutlich erkennbar. Global findet eine Erwärmung der Atmosphäre und der Ozeane statt, Permafrostböden tauen auf und setzen Methan frei, das Meereis schmilzt, ebenso die Eisschilde des Festlandes, der Meeresspiegel steigt, und zwar schneller, als bisherige Modelle dies erwarten ließen. Regional kommt es vermehrt zu Extremwetterereignissen wie Hitzeperioden, Stürmen, Starkregenereignissen und Hagel. Im Juli 2016 hat das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) eine durch die vormalige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in Auftrag gegebene Konzeptstudie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Berlin (AFOK) vorgelegt. Die Studie beschreibt auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse die Klimazukunft Berlins bis zum Ende des Jahrhunderts und benennt Handlungsoptionen zur Anpassung an die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen. Sie bildet die Grundlage für das Berliner Anpassungsprogramm als Teil des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK). Mit Hilfe eines Indikatoren basierten Klimafolgenmonitorings wird die Entwicklung klimatischer Parameter in der Vergangenheit und Gegenwart hinsichtlich erkennbarer Trends überwacht. Darüber hinaus sollen damit die eintretenden Klimafolgen frühzeitig erkannt werden, um Anpassungsmaßnahmen zielgerichtet planen und durchzuführen zu können. Auswirkungen des Klimawandels Weitere Informationen Klimafolgenmonitoring Weitere Informationen Programm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Berlin Weitere Informationen Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (BEK 2030) Stadtentwicklungsplan (StEP) Klima Zentrum KlimaAnpassung IPCC-Berichte Global Change Institute
Meereisinformationen (Klassifikation) aus Sentinel-3 SLSTR-Daten und Sentinel-1 SAR-Daten (Aythetisches Apertur Radar). Ein Ergebnis von EisKlass31 war die Demonstration, dass eine Kombination aus beiden Sensoren eine deutlich detaiiertere Anprache der Eistypen erlaubt als die Klassifikation aus nur einer Datenquelle. Ein Datensatz besteht aus - Inhaltsbeschreibung - SLSTR-Klassifikation, kontinuierliche Farbgebung, RGB, 8-bit pro Farbauszug, TIFF - SAR-Klassifikation, 8-bit pro Farbauszug, TIFF - SLSTR-Klassifikation, reduziert auf Hauptfarben, RGB, 8-bit pro Farbauszug, TIFF - Demonstration einer Kombination, RGB, 8-bit pro Farbauszug, TIFF - Legende zur SLSTR-Klassifikation - Legende zur SAR-Klassifikation - Legende zur Kombination der Klassifikationen
Seeschifffahrt Für die Verwaltung der deutschen Küste ist die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt ( GDWS ) zuständig. Bekanntmachungen für Seefahrer Ereignisse und Maßnahmen von örtlicher Bedeutung für die Seeschifffahrt werden im Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice ( ELWIS ) über die Bekanntmachungen für Seefahrer ( BfS ) (Interner Link) tagesaktuell zur Verfügung gestellt. Eine Übersicht der neuen Amtsbezirke (PDF, extern) und der Dienstorte der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ( WSV ) hilft Ihnen bei der Suche nach den richtigen Ansprechpartnern (Stand: April 2021). Kabotage-Anträge jetzt online möglich Reedereien können ab sofort Anträge für Kabotage-Genehmigungen online unter www.deutsche-flagge.de (Externer Link) stellen. Zusätzlich haben Unternehmen mit Schiffen unter EU -Flagge jetzt die Möglichkeit, ihr Interesse an Transporten ebenfalls online anzumelden. Damit optimiert die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) den Service rund um die Seekabotage. Eisdienst / ICE-Information Die Eisbildung in der Nord- und Ostsee ist ein jährlich wiederkehrender Prozess. Das Vorkommen und die Ausdehnung des Meereises sind eng mit den klimatischen Bedingungen in den Regionen verbunden. Die direkt beobachteten täglichen Eisinformationen (Interner Link) an der deutschen Küste reichen zurück bis an das Ende des 19. Jahrhunderts. Nautischer Warn- und Nachrichtendienst Kurzfristige Warnungen an die Seeschifffahrt über eingetretene oder unmittelbar bevorstehende Gefahren werden in der Bundesrepublik Deutschland über den Nautischen Warn- und Nachrichtendienst (Interner Link) verbreitet. Fahrwasserzustandsmeldung Für bestimmte Seeregionen werden Fahrwasserzustandsmeldungen (Interner Link) mit weitergehenden Informationen angeboten. Verkehrs- und Sicherheitsmanagement Im Rahmen der präventiven Maßnahmen für die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs auf den Seeschifffahrtsstraßen gewährleistet ein umfangreiches Verkehrs- und Sicherheitsmanagement (Interner Link) die Abwehr von Gefahren für die Schifffahrt bzw. lassen Störungen erst gar nicht eintreten. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch ein umfassendes Meldesystem nach SOLAS , ISPS Code, Anlaufbedingungsverordnung ( AnlBV ) (Interner Link) und dem Meldesystem National Single Window ( NSW ). Seeschifffahrtsrecht Für das Verhalten von Fahrzeugen auf See hat die I nternational M aritime O rganisation ( IMO ), eine Unterorganisation der UNO , international gültige Verkehrsregeln (Interner Link) erarbeitet, die auch von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert worden sind. Lotswesen Küste Auf bestimmten schwierigen Küstengewässern und Flussmündungen ist zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit die Einrichtung eines ständigen Seelotsdienstes (Interner Link) erforderlich. Gezeiten- und Strömungsinformationen Gezeiten oder Tiden sind periodische Wasserbewegungen des Ozeans, die sich vorwiegend an dessen Küsten auswirken. Dort führen sie zu Tidehochwasser und -niedrigwasser und sind eine Folge der Gezeitenkräfte von Mond und Sonne. Die Entstehung der Gezeiten (MP4 Animation, 309 Megabyte) (intern) hat die Bundesanstalt für Wasserbau ( BAW ) in einer Visualisierung anschaulich dargestellt und mit vielen Animationen versehen. Für die deutsche Nordseeküste stellt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie ( BSH ) eine Auswahl von Pegelorten und Vorausberechnungen der astronomischen Gezeiten (Externer Link) als Hoch- und Niedrigwasserzeiten zur Verfügung. Die Anwendung Marine Forecast (Externer Link) des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zeigt die aktuelle ozeanographische und meteorologische Situation in den deutschen Gebieten auf See. Interesssierte aus verschiedensten Bereichen können sich öffentlich und kostenfrei in der Internet-Anwendung über Strömungen, Seegang, Wellenhöhe und Wetterverhältnisse informieren, um etwaige Warnungen zu beachten und Fahrten, Arbeiten oder Reisepläne an die gegebenen Verhältnisse anzupassen. Tagesaktuelle Rohwerte unterschiedlicher gewässerkundlicher Parameter ( z. B. Wasserstände) von Binnen- und Küstenpegeln veröffentlicht die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) über PEGELONLINE (Externer Link) mit bis maximal 30 Tage rückwirkend. Als wesentliche Orientierungsgrundlage für eine sichere Fahrt dienen der Schifffahrt Seekarten. Die darin angegebenen Tiefenangaben sind Mindeswassertiefen, die nur bei anhaltenden ablandigen Winden in der deutschen Bucht unterschritten werden können und beziehen sich auf das Seekartennull ( SKN ) (Externer Link) als Tiefenhorizont. In allen europäischen Anrainerstaaten sind nach einer Vereinbarung der Internationalen Hydrographischen Organisation die Seekarten auf einen einheitlichen Horizont bezogen. Offshore -Windparks In weiten Teilen der deutschen Nord- und Ostsee werden zurzeit Offshore -Windparks (Interner Link) errichtet. Hier sorgt die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) im Rahmen der maritimen Verkehrssicherung für die Gewährleistung der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs. Schleuseninformationen Für die Schleusen an den Bundeswasserstraßen im Küstenbereich werden die Schleuseninformationen (Interner Link) zentral veröffentlicht. Sie finden dort u. a. die Schleusenbetriebszeiten und -erreichbarkeiten sowie geplante Schleusensperrungen. Sportschifffahrt an der Küste Neben der gewerblichen Schifffahrt werden die circa 23.000 Quadratkilometer Seewasserstraßen auch von der Sportschifffahrt (Interner Link) genutzt. In der Praxis ist hierbei ein gegenseitiges Verständnis füreinander notwendig, um die Vielzahl möglicher Aktivitäten und die unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes steht mit ihren Einrichtungen nicht nur der beruflichen, sondern auch der Sportschifffahrt im Sinne der Sicherheit zur Seite. Nord-Ostsee-Kanal Der Nord-Ostsee-Kanal ( NOK ) (Interner Link) (internationale Bezeichnung Kiel Canal, in Deutschland bis 1948 Kaiser-Wilhelm-Kanal) verbindet die Nordsee (Elbmündung) mit der Ostsee (Kieler Förde). Diese Bundeswasserstraße ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße für Seeschiffe weltweit. Stand: 23. November 2022
Space-based Earth observation (EO), in the form of long-term climate data records, has been crucial in the monitoring and quantification of slow changes in the climate system - from accumulating greenhouse gases (GHGs) in the atmosphere, increasing surface temperatures, and melting sea-ice, glaciers and ice sheets, to rising sea-level. In addition to documenting a changing climate, EO is needed for effective policy making, implementation and monitoring, and ultimately to measure progress and achievements towards the overarching goals of the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) Paris Agreement to combat climate change. The best approach for translating EO into actionable information for policymakers and other stakeholders is, however, far from clear. For example, climate change is now self-evident through increasingly intense and frequent extreme events - heatwaves, droughts, wildfires, and flooding - costing human lives and significant economic damage, even though single events do not constitute "climate". EO can capture and visualize the impacts of such events in single images, and thus help quantify and ultimately manage them within the framework of the UNFCCC Paris Agreement, both at the national level (via the Enhanced Transparency Framework) and global level (via the Global Stocktake). We present a transdisciplinary perspective, across policy and science, and also theory and practice, that sheds light on the potential of EO to inform mitigation, including sinks and reservoirs of greenhouse gases, and adaptation, including loss and damage. Yet to be successful with this new mandate, EO science must undergo a radical overhaul: it must become more user-oriented, collaborative, and transdisciplinary; span the range from fiducial to contextual data; and embrace new technologies for data analysis (e.g., artificial intelligence). Only this will allow the creation of the knowledge base and actionable climate information needed to guide the UNFCCC Paris Agreement to a just and equitable success.
Das Poster im Format DIN A0 veranschaulicht die Ursachen und Wirkungen von Treibhausgasemissionen und Erderwärmung auf die Ozeane und die Kryosphäre (gefrorener Teil der Erde, zum Beispiel polare Eisschilde, Meereis, Permafrost ). Die dargestellten Inhalte basieren auf dem Sonderbericht des Weltklimarates ( IPCC ) zu Ozean und Kryosphäre vom September 2019. Veröffentlicht in Poster.
Die arktische Umwelt ist vielen Einflüssen ausgesetzt, die ihren Fortbestand bedrohen: Der Klimawandel und seine Folgen stellen bereits jetzt viele Ökosysteme vor große Herausforderungen. Wirtschaftliche Aktivitäten in der Region, wie Fischerei, Schifffahrt, Abbau und Transport von Rohstoffen sowie Tourismus, erhöhen den Druck auf die Umwelt zusätzlich. Die Anstrengungen für einen ambitionierten Umweltschutz in der Arktis müssen weltweit - und auch von nicht-arktischen Staaten - gesteigert werden, um sie zu erhalten. Dieser Forschungsbericht führt Ergebnisse des UBA-Vorhabens zu "Umweltleitlinien deutscher Arktispolitik" zusammen. Er zeigt mögliche Ansatzpunkte des deutschen Umweltressorts auf, den Umweltschutz in der Arktis auch aus der Position eines nicht-arktischen Staats zu fördern. Der Bericht beschreibt zudem die Aktivitäten des Vorhabens, die das Bewusstsein in der Öffentlichkeit dafür steigern sollten, dass wichtige Verbindungen zwischen Deutschland und der Arktis bestehen. Dazu zählen unter anderem ein Erklärfilm und eine öffentliche Veranstaltung. Quelle: Forschungsbericht
Folgen des globalen Klimawandels für die deutsche Wirtschaft Durch einen intensiven Austausch zwischen den Regionen auf der Welt sind Klimafolgen im Ausland auch für Deutschland bedeutend. Die deutsche Wirtschaft ist stark in internationale Handelsbeziehungen eingebunden, trotzdem sind die indirekten Folgen auf sie durch weltweite Klimaänderungen bisher kaum systematisch aufbereitet worden. Ein Forschungsvorhaben des UBA liefert nun erste Antworten. Indirekte Betroffenheit von Klimafolgen durch globale Vernetzung Wie sehr globale Krisen eine eng verknüpfte Welt vor schwierige Herausforderungen stellen können, erfahren die Menschen weltweit derzeit in der Corona-Krise. Lieferketten sind gehemmt oder ganz unterbrochen. Das schwächt die globale Wirtschaft. Auch der Klimawandel ist eine globale Herausforderung. Er äußert sich durch eine Veränderung der Häufigkeit und Intensität von regionalen Extremwetterereignissen sowie eine schleichende klimatische Veränderung. Zudem wirken sich Klimawandelfolgen ähnlich wie die Corona-Pandemie auf alle Länder unabhängig ihrer politischen Grenzen aus. Das Klimaabkommen von Paris hält deshalb fest, dass Anpassung an den Klimawandel eine globale Herausforderung ist. Dieser internationalen Dimension der Anpassung ist bis jetzt jedoch wenig Rechnung getragen worden. Bisher wurden die Auswirkungen des Klimawandels meist nur innerhalb nationaler Grenzen betrachtet und untersucht. Je nach Ausmaß seiner globalen Vernetzung und Interaktion mit anderen vulnerablen Ländern, kann ein Land jedoch indirekt unterschiedlich stark von den internationalen Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein. Dies gilt sowohl für entwickelte Länder als auch für Entwicklungsländer. Diese internationalen Auswirkungen des globalen Klimawandels können für stark mit der Weltwirtschaft verflochtene Länder, wie Deutschland, von besonderer Relevanz sein. Im Auftrag des Umweltbundesamtes wurde in dem Forschungsvorhaben „ImpactChain: Folgen des globalen Klimawandels für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland“ die mögliche Betroffenheit Deutschlands von Klimafolgen über den Außenhandel untersucht. Die Ergebnisse des Projekts geben einen Überblick zu möglichen Wirkungsketten des globalen Klimawandels auf die deutsche Wirtschaft. Dafür wurden in einer qualitativen Analyse die Einflusskanäle des Klimawandels auf die deutsche Wirtschaft betrachtet und deren Relevanz bewertet. Einige Wirkungsketten wurden daraufhin ausgewählt, um anhand eines globalen Handelsmodells zu untersuchen, welche Exposition und Relevanz klimawandelbedingte Störungen haben. Abschließend wurden Anpassungsstrategien und -maßnahmen herausgearbeitet, die gegenüber den wichtigsten globalen Effekten möglich und geeignet wären. Insgesamt stärkere Risiken durch den globalen Klimawandel für Importe Deutschlands als für Exporte Bei den zehn wichtigsten Handelspartnern Deutschlands, ob bei Ein- oder Ausfuhr, handelt es sich ausschließlich um europäische Nationen sowie die USA. Mit Blick auf klimabedingte Störungen gelten diese Länder, wie Deutschland auch, als wirtschaftlich vergleichsweise resilient. Eine Ausnahme bildet China: Nummer eins bei der Einfuhr und Nummer fünf bei der Ausfuhr. Über das gesamte Gebiet der Volksrepublik betrachtet zählt China ebenfalls zu den weniger klimavulnerablen Ländern. Allerdings sind die Produktionsprozesse in einzelnen Regionen des Landes, beispielsweise entlang der Flüsse Yangtse oder Huang He, starken klimabedingten Risiken ausgesetzt. Rund sechs Prozent (55 Mrd. Euro) der deutschen Importe und vier Prozent (knapp 50 Mrd. Euro) der Exporte verteilten sich im Jahr 2015 auf weltweit zwölf als besonders klimavulnerabel geltende Länder oder Regionen. Hierbei fallen die Handelsvolumen mit Brasilien, Indien, Südafrika, Vietnam und Thailand mit Abstand am höchsten aus. Bei den Importen dürften die Risiken für die deutsche Wirtschaft stark überwiegen. Ihnen ist die deutsche Volkswirtschaft unter anderem über folgende Wirkungsketten ausgesetzt: Stürme, Überschwemmungen und Hitze werden Gebäuden, Produktionsanlagen und Warenlagern in klimavulnerablen Ländern immer stärker zusetzen. In vielen Branchen wird es nicht einfach sein, Lieferanten und Produktionsstandorte kurzfristig zu ersetzen. In der Landwirtschaft betreffen Klimaauswirkungen oft große Gebiete. Andauernde Hitzeperioden, Starkregen oder schwere Stürme können die landwirtschaftliche Produktion massiv beeinträchtigen und ggf. auch ganze Ernten vernichten. Für einige global gehandelte Produkte, beispielsweise Soja, sind sehr große Anbauflächen nötig, die nur in wenigen Regionen zur Verfügung stehen und damit auch kaum zu ersetzen sind. Dies gilt ebenfalls für die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten in Deutschland und den anschließenden Export. Beispielsweise exportiert die Bundesrepublik so viele Kaffeeprodukte wie kein anderes Land. Damit sind die Produzenten jedoch stark von der Leistungsfähigkeit der Anbaugebiete im Ausland abhängig. Für den Güterverkehr werden die stärksten Auswirkungen im Schiffsverkehr erwartet. Häufigere Extremereignisse und der Anstieg des Meeresspiegels werden Hafenanlagen und Containerterminals zu schaffen machen. Allerdings würde Deutschland davon profitieren, wenn sich die Schifffahrtsaison wegen des zurückgehenden Meereises verlängert oder die Nord-West-Passage erschlossen werden kann. Die Exportwirtschaft ist ebenfalls Risiken ausgesetzt. Diesen dürften allerdings auch Chancen gegenüberstehen: Der Klimawandel wird das Wirtschaftswachstum global dämpfen. Damit verbunden sind negative Effekte auf die Kaufkraft und den privaten Konsum. Für die Exportnation Deutschland sind dies ungünstige Aussichten. Insbesondere, weil auch als vergleichsweise wenig klimavulnerabel geltende Länder wie Spanien, Italien sowie viele Nicht-EU-Nationen vom wirtschaftsdämpfenden Effekt des Klimawandels betroffen sein werden. Gleichzeitig könnte die deutsche Wirtschaft von neuen, potenziell stark wachsenden Absatzmärkten profitieren: einerseits im Bereich der Klimaanpassung und Schadensbekämpfung, andererseits, weil vermehrt klimafreundliche Produkte gekauft und in emissionsarme Anlagen und Technologien investiert wird. Das setzt jedoch voraus, dass deutsche Unternehmen den Anschluss nicht verlieren – beispielsweise bei der Elektromobilität. Untersuchung ausgewählter Wirkungsketten zeigt: Handelsbeziehungen innerhalb der EU weniger stark betroffen Im Rahmen des Projekts „ImpactChain“ konnte mittels einer Szenarienanalyse für Deutschland gezeigt werden, dass klimabedingte Störungen, die außerhalb Europas entstehen, deutlich stärker auf Deutschlands Wirtschaft wirken als Klimawandelfolgen, die innerhalb Europas entstehen. Das ist darauf zurückzuführen, dass die EU-Region vergleichsweise weniger stark von direkten Folgen des Klimawandels betroffen ist. Für Regionen außerhalb der EU wird ersichtlich, dass die drei in die Modellanalyse einbezogenen Wirkungsketten des Klimawandels (Veränderung der Arbeitsproduktivität, Veränderung landwirtschaftlicher Erträge‚ Anstieg des Meeresspiegels inkl. Anpassung) v.a. in China, Indien, Süd- und Südostasien, dem mittleren Osten und Afrika starke Einbußen in der Wohlfahrt und im Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach sich ziehen. Die Kaufkraft der Länder in diesen Regionen sinkt gegenüber der Referenzentwicklung ohne Klimaänderung erheblich mit beträchtlichen indirekten negativen Folgen für Deutschland als Handelspartner. Die Importe Deutschlands weisen unter den betrachteten Klimawandelszenarien stärkere Einbußen auf als die Exporte. Dies kann die Produktionsketten deutscher Unternehmen je nach Branche unterschiedlich stark beeinträchtigen. Bei den Importen ist in der Modellierung erkennbar, dass Deutschland die Importgüter, die wegen des weltweiten Klimawandels weniger aus Regionen außerhalb der EU kommen, vermehrt aus dem EU-Raum bezieht. Bei den Exporten zeigt die Modellierung, dass „Dienstleistungen und Bauwesen“ deutlich weniger Nachfrage aus dem Ausland aufweisen, Deutschland dagegen bei Maschinen und elektronischen Geräten (Ingenieursleistungen) sowohl aus den EU als auch Nicht-EU-Ländern eine stärkere Nachfrage erfährt. In diesem Sektor gilt es besonders, die technologische Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Ergebnisse zeigen, dass Deutschland gegenüber dem weltweiten Klimawandel spürbar exponiert ist. Dies betrifft deutsche Unternehmen einerseits in ihren internationalen Absatzmärkten (Exporte) und andererseits vor allem beim Import wichtiger Vorleistungsgüter für die Produktionsprozesse im Inland. Die Studie empfiehlt den Wirtschaftsakteuren ihre Strategien der Handelsverflechtungen zu überprüfen und nach Möglichkeiten suchen, die Risiken der klimaseitigen Exposition der Vorleistungsbezüge zu diversifizieren sowie eine Minderung erheblicher Abhängigkeiten von Einzelstoffen aus stark klimaexponierten Ländern zu erreichen. Als Folge davon dürfte der Globalisierungsgrad der Produktion von Waren künftig eher etwas abnehmen. Die Studie hat in der Modellierung ein moderates Klimaszenario unterstellt, nur den internationalen Einflusskanal «Warenhandel» betrachtet und dabei lediglich drei von zahlreichen Wirkungsketten quantitativ umgesetzt. Das Ergebnis zeigt deshalb eine sehr konservative Mindestschätzung der Exposition Deutschlands gegenüber den internationalen klimabedingten Störungen. Ähnliche Untersuchungen für Großbritannien und die Schweiz bestätigen den Schluss der vorliegenden Studie für Deutschland, dass die Auswirkungen des Klimawandels allein über den Außenhandel gleichbedeutend sind wie die ökonomischen Folgen des Klimawandels innerhalb der Landesgrenzen. Mögliche Anpassungsstrategien und -maßnahmen: Diversifizierung und Anpassungsunterstützung Falsch wäre es wegen der Ergebnisse eine generelle Reduktion der internationalen Handelsbeziehungen anzustreben. Eine solche Strategie würde auch in Deutschland zu wesentlichen Wohlstandseinbußen führen. Weltweiter Handel und Arbeitsteilung in der Produktion von Waren und Dienstleistungen bauen auf den relativen Stärken aller Länder auf. Zudem führen sie zu einer Vernetzung, welche für die soziale und politische Stabilität der Welt zentral ist. Dies ergibt sich bereits aus grundsätzlichen wohlfahrtstheoretischen Überlegungen. Auch die ökomischen Modellierungen des Handels zwischen den Weltregionen selbst kommen zu diesem Ergebnis. Zudem haben die Industrienationen als Hauptverursacher des Klimawandels eine zentrale Verantwortung Klimaschutz und Klimaanpassung in den stärker betroffenen Weltregionen stark zu unterstützen. Die Resilienz der deutschen Wirtschaft lässt sich durch eine stärkere Diversifizierung des globalen Handels erreichen. Diese muss mit einer gezielten Unterstützung von Anpassungsmaßnahmen in den stark betroffenen Weltregionen einhergehen, die für Deutschland in puncto Import und Export wichtig und schwer substituierbar sind. Dazu zählen besonders Schwellenländer in Süd- und Südostasien sowie China. Aus der Analyse aller modellierten Wirkungsketten empfehlen die Forschenden eine gezielte regionale Kombination von handels- und klimapolitischen Maßnahmen zur Minimierung der negativen Effekte auf die Wohlfahrt und das BIP in Deutschland: 1a) Eine strategische Stärkung des deutschen Handels mit Weltregionen, die geringe transnationale Übertragungseffekte bedingen (insbes. EU, Türkei, Nordamerika). 1b) Eine breitere Diversifizierung der betrieblichen Wertschöpfungsketten, um weniger von einzelnen (vulnerablen) Ländern abhängig zu sein, bei gleichzeitiger 2) strategischer Unterstützung von Anpassungsmaßnahmen in Weltregionen, die besonders starke negative transnationale Handelseffekte im Klimawandel auslösen (insbes. China, Indien, Südostasien). Anzustreben ist eine Kombination von Handelsstärkung mit ausgewählten Regionen, einer „strategischer Handelsdifferenzierung“ und gezielter Förderung von Klimaanpassung in Schwellenländern. Weiterführende Veröffentlichungen aus dem Vorhaben „ImpactChain“ des Umweltbundesamtes: Folgen des globalen Klimawandels für Deutschland - Abschlussbericht: Analysen und Politikempfehlungen UBA -Reihe Climate Change 15/2020. Verfasst von Peter, Guyer, Füssler, Bednar-Friedl, Knittel, Bachner, Schwarze und Unger. Wie der Klimawandel den deutschen Außenhandel trifft , UBA-Broschüre 12/2018. Verfasst von Peter, Guyer und Füssler. Folgen des globalen Klimawandels für Deutschland - Erster Teilbericht: Die Wirkungsketten in der Übersicht. UBA-Reihe Climate Change 20/2019. Verfasst von Peter, Guyer und Füssler . Autorin und Autoren: Martin Peter, Madeleine Guyer, Jürg Füssler (Infras) Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter Klimafolgen und Anpassung Nr. 66 veröffentlicht. 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