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Gefahrenhinweiskarte Niedersachsen 1 : 50 000 - Setzungs- und Hebungsempfindlicher Baugrund

Die Gefahrenhinweiskarte Niedersachsen 1 : 50 000 - Setzungs- und Hebungsempfindlicher Baugrund (ISHB50) ) ist aus der Geologischen Karte 1 : 50 000 (GK50) und der Ingenieurgeologischen Karte 1 : 50 000 (IGK50) abgeleitet, langjährige regionale Erfahrungen sowie bodenmechanische Analytik sind bei der Erstellung der Karte berücksichtigt. Die Karte zeigt die räumliche Verbreitung der verschiedenen setzungs- und hebungsempfindlichen Baugrundtypen bis in 2 m Tiefe. Darunter liegende Schichten lassen sich aus der GK50 und der IGK50 nicht ableiten. Hierfür kann die Bohrdatenbank des LBEG weitere Informationen und Daten liefern. Mit Hilfe von Kriterien und Regeln wird die Beschaffenheit, Zusammensetzung, Entstehung der geologischen Einheit sowie deren bodenmechanische Steifigkeit, Festigkeit und Wasserempfindlichkeit als Baugrund im Hinblick auf die Setzungs- und Hebungsempfindlichkeit bewertet. Geologische Einheiten mit ähnlichen Eigenschaften werden zusammengefasst. Gebiete mit lastabhängigen Setzungen im Erwartungsbereich von gut tragfähigem Baugrund sind entsprechend ausgewiesen. 1.) große Setzungsempfindlichkeit u.a. aufgrund hoher organischer Anteile und/oder flüssiger bis weicher Konsistenz 2.) mittlere bis große Setzungsempfindlichkeit aufgrund sehr geringer Steifigkeit (fluviatile, brackische, marine Sedimente wie z.B. Klei) 3.) geringe bis mittlere Setzungsempfindlichkeit aufgrund geringer Steifigkeit wie z.B. Lößlehm, Auelehm (marine, brackische und fluviatile Sedimente) 4.) geringe bis große Setzungsempfindlichkeit und geringe bis große Setzungsdifferenzen aufgrund wechselnder Steifigkeiten 5.) geringe bis mittlere Setzungs-/Hebungsempfindlichkeit von Ton und Tongesteinen durch Schrumpfen/Quellen (Wassergehaltsänderungen), Hebung durch Kristallisationsdruck (infolge Pyritverwitterung/Gipsbildung) 6.) hebungsempfindlich (Volumenzunahme) bei Wasserzutritt durch Umwandlung von Anhydrit in Gips 7.) senkungsempfindlich aufgrund der Löslichkeit von Gips bei Wasserzutritt 8.) übliche lastabhängige Setzungen gut tragfähiger Locker- und Festgesteine Aus den Baugrundtypen können generelle Hinweise zu Setzungen und Hebungen entnommen sowie gezielte projektbezogene Untersuchungen geplant werden. Hebungserscheinungen sind bisher nur in wenigen Fällen, meist in Folge der Quelleigenschaften von Tonen beobachtet worden. Hebung in Folge von Gipskristallwachstum im Verwitterungsbereich von Tonsteinen ist nur in Einzelfällen beobachtet worden. Die IHSB50 kann keine Baugrunduntersuchungen gemäß DIN EN 1997-2:2010-10, DIN EN 1997-2/NA:2010-12 und DIN 4020:2010-12 ersetzen.

Geologische Karte von Niedersachsen 1: 50 000 - Frühgeschichtliche Hochwasserereignisse

Die "Geologische Karte von Niedersachsen 1: 50 000 - Frühgeschichtliche Hochwasserereignisse" ist eine aus dem digitalen Datensatz der Geologischen Karte von Niedersachsen 1: 50.000 abgeleitete Auswertungskarte. Unter Berücksichtigung von Alter, Beschaffenheit und Entstehungsart geologischer Schichten werden in dieser Karte Flächen ausgewiesen, die in jüngerer geologischer Vergangenheit, d.h. in den hier als frühgeschichtlich zusammengefassten letzten 11.500 Jahren vor heute, von Überflutungen betroffen waren. Diese Gebiete sind aus geologischer Sicht auch in Zukunft potenziell überflutungsgefährdet, da sich der natürlichen Wasserhaushalt (z. B. Niederschlag, oberirdischer Abfluss) nicht wesentlich geändert hat. Da die frühgeschichtlichen Hochwasserereignisse ganz überwiegend in Zeiten vor menschlichen Eingriffen in die Landschaft (z. B. wasserbauliche Schutzmaßnahmen wie Deiche und Dämme, Prozesse der Landgewinnung) stattfanden, werden derartige heute existierende Schutzmaßnahmen im Kartenwerk nicht berücksichtigt. Die frühgeschichtlichen Hochwasserablagerungen vermitteln daher einen Eindruck, wie tief auch heute Überflutungsereignisse beim Versagen von Schutzmaßnahmen (z.B. Deichbruch) in das Hinterland eindringen können. In der Karte wird zwischen "flächendeckend verbreitete Ablagerungen frühgeschichtlicher Hochwasserereignisse“ (Gefährdungsstufe 1)" und "in Teilbereichen, z. B. in tieferliegenden Bereichen verbreitete Ablagerungen frühgeschichtlicher Hochwasserereignisse“ (Gefährdungsstufe 2)" unterschieden. In Gebieten mit Gefährdungsstufe 1 sind flächendeckende Ablagerungen verbreitet, die bei frühgeschichtlichen Hochwasserereignissen abgesetzt wurden (z. B. Aueablagerungen in Flusstälern oder Meeres- und Brackwasserablagerungen im Küstenraum). Versagen eventuell vorhandene Schutzmaßnahmen in diesen Gebieten, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Überflutungen zu rechnen. Die Gebiete der Gefährdungsstufe 2 liegen in der Regel höher als jene der Gefährdungsstufe 1. In Teilbereichen finden sich aber auch hier, zum Teil kleinflächig, frühgeschichtliche Hochwasserablagerungen. Eine Überflutungsgefährdung kann daher auch für die Zukunft nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Im Einzelfall ist die lokale geologische Situation zu bewerten.

Geologische Übersichtskarte von Niedersachsen 1 : 500 000 - Frühgeschichtliche Hochwasserereignisse

Die "Geologische Übersichtkarte von Niedersachsen 1: 500.000 - Frühgeschichtliche Hochwasserereignisse" ist eine aus dem digitalen Datensatz der Geologischen Übersichtskarte von Niedersachsen 1: 500.000 abgeleitete Auswertungskarte. Unter Berücksichtigung von Alter, Beschaffenheit und Entstehungsart geologischer Schichten werden in dieser Karte Flächen ausgewiesen, die in jüngerer geologischer Vergangenheit, d.h. in den hier als frühgeschichtlich zusammengefassten letzten 11.500 Jahren vor heute, von Überflutungen betroffen waren. Diese Gebiete sind aus geologischer Sicht auch in Zukunft potenziell überflutungsgefährdet, da sich der natürlichen Wasserhaushalt (z. B. Niederschlag, oberirdischer Abfluss) nicht wesentlich geändert hat. Da die frühgeschichtlichen Hochwasserereignisse ganz überwiegend in Zeiten vor menschlichen Eingriffen in die Landschaft (z. B. wasserbauliche Schutzmaßnahmen wie Deiche und Dämme, Prozesse der Landgewinnung) stattfanden, werden derartige heute existierende Schutzmaßnahmen im Kartenwerk nicht berücksichtigt. Die frühgeschichtlichen Hochwasserablagerungen vermitteln daher einen Eindruck, wie tief auch heute Überflutungsereignisse beim Versagen von Schutzmaßnahmen (z.B. Deichbruch) in das Hinterland eindringen können. In der Karte wird zwischen "flächendeckend verbreitete Ablagerungen frühgeschichtlicher Hochwasserereignisse“ (Gefährdungsstufe 1)" und "in Teilbereichen, z. B. in tieferliegenden Bereichen verbreitete Ablagerungen frühgeschichtlicher Hochwasserereignisse“ (Gefährdungsstufe 2)" unterschieden. In Gebieten mit Gefährdungsstufe 1 sind flächendeckende Ablagerungen verbreitet, die bei frühgeschichtlichen Hochwasserereignissen abgesetzt wurden (z. B. Aueablagerungen in Flusstälern oder Meeres- und Brackwasserablagerungen im Küstenraum). Versagen eventuell vorhandene Schutzmaßnahmen in diesen Gebieten, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Überflutungen zu rechnen. Die Gebiete der Gefährdungsstufe 2 liegen in der Regel höher als jene der Gefährdungsstufe 1. In Teilbereichen finden sich aber auch hier, zum Teil kleinflächig, frühgeschichtliche Hochwasserablagerungen. Eine Überflutungsgefährdung kann daher auch für die Zukunft nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Im Einzelfall ist die lokale geologische Situation zu bewerten.

INSPIRE: EMODnet-DE - Offshore Geology - Quaternary (EMODnet-DE Quaternary)

Compilation of the European Quaternary marine geology (section of Germany). The map consists of data at highest available spatial resolution, map scale („multi-resolution“-concept) and data completeness vary depending on the project partner (as of 2019 April). Project partners are the national geological services of the participating countries. According to the Data Specification on Geology (D2.8.II.4_v3.0) the content of the geological map is stored in a INSPIRE-compliant GML file: EMODnet-DE_Quaternary_GeologicUnit.gml contains the geologic units. The GML file together with a Readme.txt file are provided in ZIP format (EMODnet-DE_Quaternary-INSPIRE.zip). The Readme.text file (German/English) contains detailed information on the GML file content. Data transformation was proceeded by using the INSPIRE Solution Pack for FME according to the INSPIRE requirements.

Studie zur Kohlenstoffspeicherkapazität mariner Sedimente in der deutschen Ostsee (KomSO)

Das Projekt standardisiert Messverfahren zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung im Meer. Die verschiedenen Meeresbodentypen in der Ostsee werden dann hinsichtlich ihres Kohlenstoffspeicherpotentials untersucht, um Gebiete mit einem besonders hohen Potential bzw. einem großen Beitrag zum Klimaschutz zu identifizieren. Für diese Gebiete sollen dann Maßnahmen entwickelt werden, um ihre Funktion für den Klimaschutz zu erhalten oder zu verbessern.

„Schatzsuche“ zwischen Schlick und Schill: Auf der Spur der verborgenen roten Bohnen

Norden/Norderney. Bei Tabea Graupe und Magdalena Hofherr kommen regelmäßig eimerweise Muscheln auf den Tisch. Statt Heißhunger auf Meeresfrüchte treibt die beiden jungen Nachwuchsforscherinnen ihr Wissensdurst an: Im Rahmen ihres freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) nehmen sie die Entwicklung der Muschelpopulation im Wattenmeer unter die Lupe. Eine Reportage. Bei Tabea Graupe und Magdalena Hofherr kommen regelmäßig eimerweise Muscheln auf den Tisch. Statt Heißhunger auf Meeresfrüchte treibt die beiden jungen Nachwuchsforscherinnen ihr Wissensdurst an: Im Rahmen ihres freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) nehmen sie die Entwicklung der Muschelpopulation im Wattenmeer unter die Lupe. Eine Reportage. Wer mit der Fähre auf die Insel reist, nimmt meist ein paar Tage später etwas mit zurück. Erinnerungen, Sand in den Schuhen, – und manchmal auch die ein oder andere Muschel. Für Magdalena Hofherr und Tabea Graupe sind es an diesem wolkenlosen, aber noch nicht wirklich warmen Frühsommertag gleich 3.481 Exemplare der Baltischen Plattmuschel . Aber das wird sich erst später zeigen. Sechsmal im Jahr setzen die FÖJlerinnen des NLWKN-Probenahmestützpunkts Norden zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Norddeich aus nach Norderney über. Dort werfen sie einen tieferen Blick auf das, was für hunderttausende Inselgäste jährlich meist verborgen unter der Oberfläche schlummert. Statt Badetuch und Sonnencreme haben sie dabei vor allem Siebe, Eimer und jede Menge leere Behälter im Gepäck. Auf schlickigem Grund geht es diesmal in Sichtweite des markanten ziegelsteinroten Norderneyer Leuchtturms Schritt für Schritt raus ins Watt. „Sauber bleibt hier heute keiner“, zwinkert Magdalena Hofherr ihrer nur wenig älteren Kollegin zu, während sie das kleine graue GPS-Gerät in der Hand nicht aus den Augen lässt. Ein paar Meter Schlick, dann wieder festeres Watt. Das Ziel der mit zahlreichen Kunststoffbehältern beladenen Gruppe liegt trotz Ebbe noch verborgen, aber das wird sich gleich ändern: Eigentlich sieht hier dabei zwar alles ziemlich ähnlich aus. Dennoch steuert die 19-Jährige, die aus der Nähe von Regensburg stammt und die Nordsee früher nur aus dem Urlaub kannte, geradewegs auf eine Position knapp 250 Meter vor der Norderneyer Südküste zu. Am Ziel angekommen, drückt Hofherr einen der mitgebrachten, armlangen Kunststoffzylinder behutsam in den noch leicht mit Wasser bedeckten Wattboden. Ein paar schnelle Spatenhiebe, um das Herauslösen zu erleichtern, ein langgezogenes Schmatzen – dann taucht der inzwischen randvoll mit Sedimenten gefüllte Behälter wieder auf. Insgesamt zehn dieser knapp 30 Zentimeter im Watt zu versenkenden „Stecher“ stehen heute auf dem Plan. Zehnmal heißt es damit in den kommenden zweieinhalb Stunden für Magdalena Hofherr und Tabea Graupe: Einstechen, entnehmen, im Priel spülen und den von Schlick befreiten Inhalt der milchig weißen Kunststoffbehälter – kleine Muscheln, Würmer, Schnecken und Krebstiere – in Gefäße verpacken. Lebewesen wie die Baltische Plattmuschel zum Beispiel. Der Lateiner nennt sie Macoma balthica – im Volksmund ist sie wegen ihres Aussehens auch als rote Bohne ein Begriff. Biologen sprechen bei ihr und ähnlichen Lebewesen übergreifend vom sogenannten Makrozoobenthos. „Das sind all jene wirbellose Organismen, die im und auf dem Sediment in Gewässern leben und dabei größer als einen Millimeter sind“, erklärt Tabea Graupe den etwas sperrigen Fachbegriff, während sie mit einer Pinzette ein weiteres millimetergroßes Würmchen aus dem mitgebrachten Sieb „operiert“. Die 20-Jährige stammt aus der Nähe von Frankfurt am Main. Nach dem International Baccalaureate hatte sie sich vergangenes Jahr wie Magdalena Hofherr für einen Freiwilligendienst an der Nordsee beworben. Jetzt kniet sie vor dem Hintergrund des auflaufenden Wassers im Norderneyer Watt, von Kopf bis Fuß mit Schlick beschmiert – und lacht. Wie ihre Kollegin Magdalena Hofherr will Tabea Graupe der Natur auch nach dem FÖJ treu bleiben: Die 20-Jährige wird im Oktober ein Studium der Umweltingenieurswissenschaften beginnen (Bild: Tyedmers/NLWKN). Die von den Forschern des NLWKN genutzten „Stecher“ haben einen Durchmesser von knapp 15 Zentimetern. Ihr Inhalt gibt Aufschluss über die Entwicklung der Tierwelt unter der Oberfläche (Bild: Tyedmers/NLWKN). Detektivarbeit mit Lupe und Pinzette Detektivarbeit mit Lupe und Pinzette Szenenwechsel: Nur einen Tag später herrscht im Probenahmestützpunkt des Landesbetriebs in Norden buchstäblich dicke Luft. Während sich Hofherr und Graupe konzentriert über ihre Mitbringsel aus dem Watt beugen, liegt auf dem angrenzenden Flur bereits seit den frühen Morgenstunden ein unverkennbarer, leicht miefiger Geruch in der Luft. „Es bleibt halt nicht lange verborgen, wenn wir mal wieder draußen waren“, lacht Magdalena Hofherr. Die Bayerin, die nach dem Ende ihres FÖJ in wenigen Wochen ein Studium der Forstwirtschaft antreten wird, hat gerade die mitgebrachten Proben von letzten Schlickresten und dem sogenannten Schill befreit – ein marines Sediment, das vor allem aus abgestorbenen und zerriebenen Muschel- und Schneckenschalen besteht. In den kommenden Stunden und Tagen wird sie nun zusammen mit Tabea Graupe und den Kollegen des Aufgabenbereichs „Flussgebietsmanagement Übergangs- & Küstengewässer“ des NLWKN anhand der vor Norderney entnommenen Proben umfangreiche Untersuchungen zur Bestimmung der Gewässergüte durchführen. „Es geht darum, die räumliche Verteilung und die zeitliche Entwicklung der Fauna im Wattboden zu erfassen und Veränderungen der Zusammensetzung der mitgebrachten Proben festzuhalten. In Summe erhoffen wir uns ein besseres Verständnis davon, wie sich natürliche und durch den Menschen verursachte Veränderungen in diesem besonderen Lebensraum auswirken“, so NLWKN-Biologe Lukas Harwick. Dafür wird in Norden heute und in den kommenden Tagen fleißig weiter gespült, vorsortiert und untersucht. Die Tiere werden dabei von den Nachwuchsforscherinnen und den Biologen des Landesbetriebs per Binokular und Mikroskop taxonomisch bestimmt. In einer Petrischale sammeln sich derweil immer mehr der noch sehr jungen, nur knapp ein bis zwei Millimeter großen „roten Bohnen“ vom Vortag. Inzwischen in Ethanol eingelegt, wird über verschiedene Schritte hinweg in den kommenden Tagen noch ihre Biomasse erhoben werden. Anhand der vorgenommenen Zählungen und entsprechender Hochrechnungen ermitteln die beiden FÖJlerinnen später, dass sich an der Entnahmestelle im Norderneyer Watt zum Zeitpunkt der Probenahme alleine rund 19.183 Individuen dieser Art pro Quadratmeter tummeln müssen. Damit ist ihre Dichte in diesem Jahr besonders hoch. Hintergrund ist ein starker Larvenfall dieser Muschelart. „Insgesamt weisen viele Arten im dynamischen Lebensraum Wattenmeer aufgrund der hier vorhandenen extremen und schwierigen Lebensbedingungen allerdings oft starke Schwankungen in den Bestandszahlen auf“, weiß Biologe Lukas Harwick. Für die 3.481 entnommenen Muscheln endet die Reise hier – sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Forschung. Für Tabea Graupe und Magdalena Hofherr geht sie ab September mit dem Studium und einem neuen Lebensabschnitt weiter.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 1518 Flensburg

Auf Blatt Flensburg ist der südliche Teil der Halbinsel Jütland abgebildet. Während im Westen die Nordsee mit dem Nordfriesischen Wattenmeer, den Halligen und den Nordseeinseln Amrun, Föhr, Sylt und Rømø erfasst ist, wird am Ostrand der Karte die Ostseeküste mit Eckernförder und Flensburger Bucht sowie der dänischen Insel Als dargestellt. Im Kartenblatt sind neben den Oberflächensedimenten des Festlandes auch die Ablagerungen des rezenten Meeresbodens, des Hallig- und Strandbereichs sowie der Watt- und Marschgebiete erfasst und detailliert untergliedert. Auf die marin-litoralen Faziesbereiche entfallen allein 51 der insgesamt 85 Holozän-Einheiten der Legende. Auf dem Festland treten die holozänen Ablagerungen hinter den pleistozänen Sedimenten der Weichsel- und Saale-Kaltzeit zurück. Sie finden sich nur vereinzelt in den Flussniederungen und Senken (hauptsächlich Moorbildungen). Zu den glazialen Sedimenten, die den Festlandsbereich dominieren, zählen: Geschiebelehm der Grundmoränen, glazifluviatile Sande und Schotter, glazilimnische Beckenschluffe und Flugsande. Dabei lassen sich von Ost nach West Unterschiede in der Sedimentverteilung feststellen. Während im östlichen Teil Jütlands Geschiebelehm der weichselkaltzeitlichen Grundmoräne dominiert, werden im zentralen Teil weite Flächen von weichselkaltzeitlichen Sandern eingenommen. Im Westen Jütlands sind dann vermehrt auch Saale-kaltzeitliche Ablagerungen zu finden. Aufgrund der Geschlossenheit der quartären Deckschicht treten ältere Schichten des präquartären Untergrundes kaum zu Tage. Pliozäner Sand und miozäner Ton sind in regional eng begrenzten Vorkommen nur auf Sylt anstehend. Neben der Legende, die über Alter, Petrographie und Genese der dargestellten Einheiten informiert, gewähren drei Profilschnitte zusätzliche Einblicke in den geologischen Bau des Untergrundes. Das längste Profil beginnt am Nordzipfel der Insel Sylt und kreuzt in südöstliche Richtung die Halbinsel Jütland. Die beiden kürzeren Profilschnitte queren den westlichen Teil Jütlands von Nord nach Süd bzw. von Nordwest nach Südost. In allen drei Profilen wird die Mobilität der Zechstein-Salze im Untergrund deutlich - angeschnitten sind die Salzstöcke von Sieverstedt, Süderbrarup, Waabs-Nord und Süderstapel.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 2310 Helgoland

Blatt Helgoland erfasst zum großen Teil den rezenten Meeresboden der Nordsee, wobei Helgoland und Helgoländer Bucht im zentralen Teil des Kartenausschnitts liegen. Nach Süden sind das Niedersächsische Wattenmeer und die Küste Ostfrieslands mit den Inseln Baltrum, Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge und Mellum abgebildet. Im Südosten werden die Buchten des Jadebusens und der Wesermündung sowie die Küstenregion zwischen Bremerhaven und Cuxhaven erfasst, während sich im Nordosten das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer erstreckt. Bei der quartären Sedimentdecke, die das Kartenblatt überzieht, nimmt das Holozän eine Vormachtstellung ein. Verschiedene Faziesbereiche werden dabei unterschieden: rezenter Meeresboden, Insel- und Strandbereich mit marinen, litoralen oder äolischen Feinsanden, Watt- und Marschgebiete mit marin-brackischen Ablagerungen, terrestrische Nieder- und Hochmoore. Pleistozäne Sedimente sind im Kartenausschnitt nur geringfügig verbreitet, dennoch sind Relikte aller drei Eiszeiten zu finden: glazilimnische Tone der Elsterkaltzeit, glazifluviatile Ablagerungen und Geschiebelehm/-mergel (Grundmoräne) der Saalekaltzeit, fluviatile und äolische Sande der Weichselkaltzeit. Neben der Legende, die über Alter, Petrographie und Genese der dargestellten Einheiten informiert, gewährt ein geologischer Schnitt entlang der ostfriesischen Nordseeküste zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Im dem West-Ost-Profil sind mehrere Salzstrukturen (Salzstöcke von Westdorf, Barkholt, Eversand und Spieka) angeschnitten, die unter einer mächtigen Deckschicht aus quartären und tertiären Sedimenten (bis 1000 m Tiefe) lagern.

Scheibchenweise Geschichte vom Grund des Meeres

Norderney/Wangerooge/Norden. Bohren, sägen, untersuchen: Sechs Meter lange Bohrkerne, randvoll mit Material vom Grund des Wattenmeeres stehen derzeit im Rahmen der sogenannten Sublitoralkartierung im Fokus eines Teams von Wissenschaftlern der Forschungsstelle Küste in Norden. Die Forschungseinrichtung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erhofft sich von den Untersuchungen Erkenntnisse über die physikalische Beschaffenheit des Meeresbodenuntergrunds – und ein genaueres Bild von der Landschaftsentwicklung im Nordseeraum. Dabei stoßen sie auch auf Bodenschichten aus der letzten Eiszeit. Bohren, sägen, untersuchen: Sechs Meter lange Bohrkerne, randvoll mit Material vom Grund des Wattenmeeres stehen derzeit im Rahmen der sogenannten Sublitoralkartierung im Fokus eines Teams von Wissenschaftlern der Forschungsstelle Küste in Norden. Die Forschungseinrichtung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erhofft sich von den Untersuchungen Erkenntnisse über die physikalische Beschaffenheit des Meeresbodenuntergrunds – und ein genaueres Bild von der Landschaftsentwicklung im Nordseeraum. Dabei stoßen sie auch auf Bodenschichten aus der letzten Eiszeit. Die Reise der rund sechs Meter langen Kunststoffbehälter, die an diesem regnerischen Sommertag in Norden im Zentrum der Untersuchungen von Dr. Francesco Mascioli und seinem Team stehen, begann Ende Juni an Bord des NLWKN-Forschungsschiffs MS Burchana . Die mit seiner Hilfe im Wattenmeer vor Norderney und Wangerooge entnommenen Bohrkerne selbst haben eine Geschichte zu erzählen, die deutlich weiter zurückreicht: „Wir haben hier Bodenschichten vor uns, die seit der Eiszeit nach und nach überflutet und mit Torf und Meeressediment bedeckt wurden. Diese Schutzschicht hat bewirkt, dass gewissermaßen „Bodenarchive“ der Umweltentwicklung, der Meeresspiegel- und Klimaänderungen sowie der hierdurch ausgelösten Anpassungsstrategien des Menschen erhalten geblieben sind, die viele tausende Jahre zurückreichen“, betont Mascioli, während er den kleinen Monitor vor sich keinen Moment aus den Augen lässt. Direkt neben dem Geologen von der Forschungsstelle Küste schiebt eine motorisierte Vorrichtung einen Bohrkern Zentimeter für Zentimeter durch eine hochmoderne Messapparatur. Es surrt und klickt – dann erscheint ein neues farbiges Diagramm auf dem angeschlossenen Bildschirm. „Bei diesem Gerät handelt es sich um einen Multi-Sensor Core Logger “, klärt Mascioli auf und drückt eine Taste, die einen weiteren Messvorgang in Gang setzt: „Mit ihm ist die Messung mehrerer Sedimentparameter gleichzeitig möglich: Dichte, Schallgeschwindigkeit – aber auch, wie die verschiedenen Sedimenttypen zum Beispiel in einem magnetischen Feld reagieren“. Mit Hilfe eines Vibrationsbohrers wurden die Bohrkerne im Juni im Wangerooger und Norderneyer Watt gezogen. Passend: Das NLWKN-Forschungsschiff Burchana trägt selbst den Namen einer historischen Großinsel (Bild: Peter Becker). Die Daten des Multi-Sensor Core Logger geben punktuelle Auskunft über die Beschaffenheit des Meeresbodenuntergrundes bis zu einer Tiefe von sechs Metern (Bild: Lippe/NLWKN). Nach der Untersuchung mit den Messgeräten geht es auf dem Tisch nebenan dem Bohrkern an den Kragen: Ein präziser Schnitt mit einem ungewöhnlich aussehenden Schneidegerät an beiden Seiten, dann klappt Ciaran Vass das längliche Kunststoffgehäuse der Bodenprobe für weitere Untersuchungen auf. „Das Schneidegerät ist eine eigens von den Kollegen für diese Aufgabe konstruierte Apparatur“, sagt der junge Schotte, der derzeit ein Praktikum in der Forschungsstelle absolviert – und hält sich die Nase zu. Als der luftdichte Behälter sein schlickiges Inneres preisgibt, zeigt sich schließlich, dass der „Muff der Geschichte“ nicht nur eine Redewendung ist, sondern durchaus zu einer reellen Erfahrung werden kann. Torf, alte Sedimente oder gar Steine aus der letzten Eiszeit? Jede Probe, jeder Zentimeter Wattboden hält andere Überraschungen bereit und wird von den Wissenschaftlern mittels einer hochauflösenden Kamera gescannt und für weitere Untersuchungen in kleine Probenbehälter verfüllt. Die gewonnenen Informationen über die physikalischen Parameter der verschiedenen entnommenen Bodentypen sind für das Küsteningenieurwesen von großer Bedeutung: Die Ergebnisse dienen als Basis für ein Vorhersagemodell morphologischer Veränderungen des Wattenmeeres. Sie werden zudem als wissenschaftliche Grundlage für ein ökologisches und nachhaltiges Sedimentmanagement genutzt. „Wir erleben große Umfeldveränderungen, sowohl natürliche als auch vom Menschen verursachte, die sich unmittelbar auf die Meere und Küsten auswirken. Unsere Forschungsergebnisse können zum Verständnis und zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen“, ist Geologe Mascioli überzeugt. An Deck der Burchana wird das Bohrgerät für die Bohrung vorbereitet (Bild: Mascioli/NLWKN). Hier sind starke Nasen gefordert: Dr. Francesco Mascioli und Ciaran Vass besprechen die spezifischen Eigenschaften des gerade aufgeschnittenen Bohrkerns (Bild: Lippe/NLWKN).

EMODNET Seafloor Geology (WMS)

The European Marine Observation and Data Network (EMODnet) consists of more than 100 organisations assembling marine data, products and metadata to make these fragmented data resources more available to public and private users relying on quality-assured, standardised and harmonised marine data which are interoperable and free of restrictions on use. EMODnet is currently in its fourth phase. BGR participates in the EMODnet Geology theme and is coordinating the “seafloor geology” work package from the beginning. In cooperation with the project partners BGR compiles and harmonises GIS data layers on the topics geomorphology, pre-Quaternary and Quaternary geology and provides those, based on INSPIRE principles, via the EMODnet Geology portal https://www. emodnet-geology.eu/map-viewer/. These map layers present the pre-Quaternary and Quaternary sea-floor geology and Geomorphology of the European Seas, semantically harmonized based on the INSPIRE data specifications including the terms for lithology, age, event environment, event process and geomorphology. The data are compiled from the project partners, the national geological survey organizations of the participating countries. The data set represents the most detailed available data compilation of the European Seas using a multiresolution approach. Data completeness depending on the availability of data and actual mapping campaigns. This open and freely accessible product was made available by the EMODnet Geology project (https://www.emodnet-geology.eu/), implemented by EMODnet Geology Phase IV partners, and funded by the European Commission Directorate General for Maritime Affairs and Fisheries. These data were compiled by BGR from the EMODnet IV Geology partners. All ownership rights of the original data remain with the data originators, who are acknowledged within the attribute values of each map feature.

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