Höhere Belastung im Sylt-Römö-Watt Methylquecksilber wird durch Methylierung aus anorganischem Quecksilber gebildet, kann aber auch bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe in die Umwelt gelangen. Es ist hochtoxisch und reichert sich stark in Organismen und im Nahrungsnetz an. In Miesmuscheln aus dem Sylt-Römö-Watt finden sich seit 1992 durchgehend höhere Methylquecksilbergehalte als in Muscheln aus dem Jadebusen. Da sich bei den Gesamtquecksilbergehalten kein derartiger Unterschied findet, könnte eine höhere Methylierungsrate an der Probenahmefläche Königshafen zu den Befunden beigetragen haben. Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche
Untersuchungen von Brassen aus verschiedenen deutschen Fließgewässern zeigten die höchsten Methyl-Triclosan-Gehalte in Brassen aus der Saale, der Saar und dem Rhein. Triclosan ist eine synthetisch hergestellte Chemikalie mit antimikrobiellen Eigenschaften. Sie wird seit etwa 40 Jahren zunehmend als Desinfektions- und Konservierungsmittel und auch zur Geruchsvermeidung beispielsweise in Socken und Sportkleidung eingesetzt. Man findet Triclosan darüber hinaus in Körperpflegeprodukten wie Shampoos, Seifen, Deodorants und zum Teil in Zahnpasta und pharmazeutischen Präparaten. Hinsichtlich seiner Wirkung auf die Umwelt wird Triclosan als umweltgefährlich , als sehr giftig gegenüber Wasserorganismen und als kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben eingestuft. Da es relativ schnell abgebaut wird, kommt es in der Umwelt jedoch nur in geringen Mengen vor. Methyl-Triclosan, ein Transformationsprodukt von Triclosan, wird in aquatischen Organismen angereichert. Wahrscheinlich stammen die in der Umwelt zu findenden Methyl-Triclosan-Gehalte aus der biologischen Methylierung von Triclosan. Diese Prozesse können ungewollt in Kläranlagen ablaufen. Eine Anreicherung in bestimmten Umweltkompartimenten oder Organismen ist unter Vorsorgegesichtspunkten ein unerwünschter Vorgang. Um zu klären, ob diese Stoffe auch unter natürlichen Bedingungen in wasserlebenden Organismen gefunden werden und wie hoch die Belastungen sind und waren, wurden in Retrospektiven Monitorings Brassen aus verschiedenen deutschen Fließgewässern auf Triclosan und Methyl-Triclosan untersucht. Die erste Zeitreihe umfasste die Jahre 1994-2003, die nachfolgende Untersuchung die Jahre 2004-2008. Die Gehalte an Triclosan in Brassen sind sehr niedrig und liegen in vielen Fällen unterhalb der Bestimmungsgrenze. Die Belastung der Brassenmuskulatur mit Methyl-Triclosan ist dagegen deutlich höher. Die höchsten Methyl-Triclosan-Gehalte finden sich in Brassen aus der Saale und der Saar. Im Rhein nimmt die Belastung flussabwärts zu, während in der Elbe ein umgekehrter Trend zu beobachten ist mit deutlich geringerer Belastung von Brassen aus der Unterelbe (Blankenese). In Fischen fast aller Probenahmeflächen nehmen die Konzentrationen von Methyl-Triclosan seit Mitte der 1990er Jahre zu. Ein deutlicher Rückgang der Belastung ist häufig erst nach 2005/2007 zu beobachten. An einzelnen Probenahmeflächen zeichnet sich allerdings 2008 ein erneuter Anstieg ab. Alle Daten zur Ergebnisbeschreibung anzeigen An den untersuchten Probenahmeflächen der Umweltprobenbank ist aktuell nicht von einem ökologischen Risiko durch Triclosan und Methyl-Triclosan auszugehen. Bei einer Bewertung ist aber zu berücksichtigen, dass Persistenz und Anreicherungen von Xenobiotika in Organismen und abiotischen Umweltkompartimenten grundsätzlich nicht erwünscht sind. Die Darstellung der zeitlichen Verläufe hat gezeigt, dass der Gehalt von Methyl-Triclosan in Brassen an allen Probenahmeflächen seit Mitte der 1990er Jahre deutlich angestiegen ist. Gegen Ende des Untersuchungszeitraums (2008) ist an einigen, aber nicht allen Flächen eine Abnahme zu erkennen. Es sollten daher Maßnahmen zur Begrenzung des Eintrags von Triclosan getroffen werden. Ein erster Schritt war der 2001 vom Deutschen Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) ausgesprochene Verzicht auf Triclosan bei Wasch- und Reinigungsmitteln. Auch eine Optimierung der Reinigungsleistung von Kläranlagen würde zu einer Verringerung des Eintrags führen. Aktualisiert am: 12.01.2022
Aufgrund der ständig steigenden Zahl drahtlos übertragener Daten ist die Entwicklung neuerÜbertragungsstandards und höherer Frequenzen im 5G NR FR2 Band (24,3-27,5 GHz und 39,5-43,3 GHz)erforderlich. Mit der schnell wachsenden Nutzung der drahtlosen Kommunikationstechnologien hat dieöffentliche Besorgnis über mögliche gesundheitliche Auswirkungen der elektromagnetischen Felderzugenommen. Im Mittelpunkt dieser Debatte stehen widersprüchliche Ergebnisse in der wissenschaftlichenLiteratur. Als Folge der widersprüchlichen Ergebnisse stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung(IARC) elektromagnetische Strahlung, die den Frequenz- und Energiebereichen des 5G-Protokollsentspricht, als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein und empfahl eine weitere Bewertungmit hoher Priorität. Da die fehlende Verblindung und Temperaturkontrolle, die Intransparenz derstatistischen Methoden und die unzureichende Dosimetrie in früheren Studien ein Hauptkritikpunkt sind,sind Verbesserungen beim Studiendesign und der statistischen Analyse dringend erforderlich, um dieseSituation zu klären.Hier präsentieren wir die Ergebnisse einer verblindeten, temperaturkontrollierten Transkriptomik- undMethylierungs-Studie an menschlichen Keratinozyten und menschlichen dermalen Fibroblasten, die beielektromagnetischen 5G-Feldern mit unterschiedlichen Frequenzen (27 GHz und 40,5 GHz),Leistungsflussdichten (1 mW/cm2 und 10 mW/cm2 ) und Expositionszeiten (2h und 48h) exponiert wurden.Die Unterschiede in der Genexpression und Methylierung aufgrund der Exposition waren gering. Einekombinatorische Analyse wurde angewendet, bei der alle möglichen Kombinationen der Probenzuordnungauf signifikante Unterschiede getestet wurden. Dabei konnte festgestellt werden, dass sich die Anzahl andifferentiell exprimierten Genen und differentiell methylierten Regionen der tatsächlichenProbenzuordnung in exponiert und scheinexponiert nicht von den zufällig gefundenen Zahlen abhebt. DieNetzwerkanalyse der wenigen signifikanten Treffer lieferte ebenfalls keine Hinweise auf einenZusammenhang der betroffenen Gene, was den Verdacht erhärtet, dass es sich bei diesen Treffern umstochastische Zufallsfunde handelt.Diese Daten deuten darauf hin, dass elektromagnetische 5G-Felder die Genexpressionsmuster oderMethylierungsprofile in keiner erkennbaren Weise verändern. Unsere Ergebnisse liefern keine Beweise fürexpositionsbedingte Schäden an menschlichen Hautzellen.
Das Projekt "Teilprojekt B" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Lehrstuhl Pflanzenzüchtung durchgeführt. Die Klimaveränderungen werden zunehmend einen Einfluss auf die reproduktive Entwicklung von Kulturpflanzen haben, deshalb werden neue Ansätze für die Pflanzenzüchtung benötigt. Es ist bekannt, dass Umweltbedingungen durch epigenetische Veränderungen einen Einfluss auf die Wirkung von Genen haben. In dem EpiC-Epibrass Projekt soll die Rolle von epigenetischen Kontrollmechanismen für die Blütenbildung beim Winterraps und der nahen Verwandten Arabis alpina während verschiedener Stadien der reproduktiven Entwicklung untersucht werden. Unter Feldbedingungen findet die Induktion der Blütenbildung beim Winterraps und anderen Kreuzblütlern bereits zu Anfang der Kälteperiode statt, während sich die ersten Rapsblüten dagegen erst Ende April bis Anfang Mai öffnen. Wodurch diese Entwicklungsverzögerung der Blütenanlagen kontrolliert wird, ist noch völlig unverstanden. Wir werden genomweite Expressionsanalysen durchführen und untersuchen, inwieweit epigenetische Veränderungen durch die Methylierung von bestimmten Genomabschnitten einen Einfluss auf das Blühverhalten haben. Neben den genomweiten Untersuchungen werden wir insbesondere Blüh-Repressoren aus der Familie der MADS-Box Gene näher untersuchen. Das FLC Gen spielt hierbei eine herausragende Rolle für die Induktion der Blütenbildung durch Winterbedingungen. Es wird durch eine längere Kälteperiode runterreguliert und anschließend epigenetisch durch Methylierung von Proteinen im Genbereich dauerhaft reprimiert. Weitere zu untersuchende Repressoren aus der MADS-Box Genfamilie sind die MAF Gene und das SVP Gen, die eine ähnliche Expression zeigen. Wir erwarten durch unsere Untersuchungen einen tieferen Einblick in den 2-stufigen Prozess der Blütenbildung bei den Kreuzblütlern zu erhalten und Gene zu identifizieren, die diesen 2-stufigen Prozess kontrollieren. Eine Transformation der verantwortlichen Gene in Arabidopsis sollte dann am Ende erlauben diese Art der Entwicklungsverzögerung auch in annuellen Pflanzen zu etablieren.
Das Projekt "Teilprojekt A" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung durchgeführt. Die Klimaveränderungen werden zunehmend einen Einfluss auf die reproduktive Entwicklung von Kulturpflanzen haben, deshalb werden neue Ansätze für die Pflanzenzüchtung benötigt. Es ist bekannt, dass Umweltbedingungen durch epigenetische Veränderungen einen Einfluss auf die Wirkung von Genen haben. In dem EpiC-Epibrass Projekt soll die Rolle von epigenetischen Kontrollmechanismen für die Blütenbildung beim Winterraps und der nahen Verwandten Arabis alpina während verschiedener Stadien der reproduktiven Entwicklung untersucht werden. Unter Feldbedingungen findet die Induktion der Blütenbildung beim Winterraps und anderen Kreuzblütlern bereits zu Anfang der Kälteperiode statt, während sich die ersten Rapsblüten dagegen erst Ende April bis Anfang Mai öffnen. Wodurch diese Entwicklungsverzögerung der Blütenanlagen kontrolliert wird, ist noch völlig unverstanden. Wir werden genomweite Expressionsanalysen durchführen und untersuchen, inwieweit epigenetische Veränderungen durch die Methylierung von bestimmten Genomabschnitten einen Einfluss auf das Blühverhalten haben. Neben den genomweiten Untersuchungen werden wir insbesondere Blüh-Repressoren aus der Familie der MADS-Box Gene näher untersuchen. Das FLC Gen spielt hierbei eine herausragende Rolle für die Induktion der Blütenbildung durch Winterbedingungen. Es wird durch eine längere Kälteperiode runterreguliert und anschließend epigenetisch durch Methylierung von Proteinen im Genbereich dauerhaft reprimiert. Weitere zu untersuchende Repressoren aus der MADS-Box Genfamilie sind die MAF Gene und das SVP Gen, die eine ähnliche Expression zeigen. Wir erwarten durch unsere Untersuchungen einen tieferen Einblick in den 2-stufigen Prozess der Blütenbildung bei den Kreuzblütlern zu erhalten und Gene zu identifizieren, die diesen 2-stufigen Prozess kontrollieren. Eine Transformation der verantwortlichen Gene in Arabidopsis sollte dann am Ende erlauben diese Art der Entwicklungsverzögerung auch in annuellen Pflanzen zu etablieren.
Das Projekt "Studien zur Wirkung von Nitrosaminen auf den DNA-Stoffwechsel, bzw. die DNA-Methylierung" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Robert-Koch-Institut durchgeführt. Seit einigen Jahren interessiert uns die Frage, in welcher Weise die Wirkung von Nitrosaminen zustande kommt. Dabei haben wir aufzeigen koennen, dass schon relativ bald nach Verabreichung von Nitrosaminen Regulations-Stoerungen in der Leber auftreten. Wir haben diese nachgewiesen ueber einen Einfluss auf die Induktion der Tyrosin-Aminotransferase und der Tryptophan-Oxygenase. Wir haben uns dann mit der Ursache dieser Stoerung befasst und dabei besonders die Methylierung von Nucleinsaeuren analysiert. Weiterhin interessiert uns der NAD-Poly-ADPR-Stoffwechsel. Schon wenige Minuten nach der Verabreichung von Nitrosaminen kommt es zu einem NAD-Abfall und zu einer Beeinflussung der Poly (ADPR)-Synthetase.
Das Projekt "Teilprojekt A" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie durchgeführt. Die als Apomixis bezeichnete Entstehung muttergleicher Nachkommen über Samen wird als ein heiliger Gral der Pflanzenzüchtung angesehen. Übertragen auf Kulturpflanzen würde dieser Reproduktionsmodus ermöglichen, auf Heterosis beruhende pflanzliche Leistungsverbesserungen ohne den immensen Aufwand der Herstellung von Hybridsaatgut zu verstetigen. Mit apomiktischen Kulturpflanzen wäre es z.B. möglich, vergleichsweise hohe landwirtschaftliche Produktivität auch unter grenzwertigen Umweltbedingungen wie Trockenheit und hoher Temperatur sowie der damit einher gehenden verminderten Bestäubungseffizienz zu gewährleisten. Eine besondere Herausforderung bei der Etablierung von Apomixis ergibt sich aus den drei dafür erforderlichen Entwicklungsprozessen: Umgehung der Meiose, parthenogenetische Entstehung von Embryonen und autonome Herausbildung des Endosperms. Während eine parthenogenetische Embryoentwicklung im Getreidekorn bereits gelungen ist, lagen für die autonome Endospermentwicklung bislang noch keine tragfähigen Konzepte vor. Eigene Daten belegen nun jedoch eine volle epigenetische Kontrolle der autonomen Endospermbildung, wobei die Methylierung von DNA sowie die Trimethylierung des Lysins 27 im Histon 3 von zentraler Bedeutung sind. Die durch diese Veränderungen kontrollierten molekularen Mechanismen bedürfen jedoch noch weiterer Aufklärung, die im beantragten Projekt anhand des Modells Arabidopsis thaliana erfolgen soll. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden wir dann dafür nutzen Gerste zu autonomer Endospermbildung zu befähigen. Diese neuartige Eigenschaft soll bei Gerste schließlich mit der parthenogenetischen Embryoentwicklung kombiniert werden, um erstmals eine vollumfänglich apomiktische Reproduktion in einer ursprünglich nicht-apomiktischen Kulturpflanze zu etablieren. Mit diesem Projekt soll die Grundlage geschaffen werden, diesen Quantensprung für die Pflanzenzüchtung auch anhand anderer wichtiger Kulturpflanzenarten umsetzen zu können.
Das Projekt "Teilprojekt B" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Genetik, AG Dammann durchgeführt. Erstmalig werden im Projekt epigenetische Mechanismen (DNA Methylierung und Histonmodifikationen) genutzt, um eine innovative und umweltfreundliche Pflanzenschutztechnologie zu entwickeln. Mittels eines modifizierten CRISPR/Cas-Systems werden Krankheits-assoziierte Gene in Pflanzen epigenetisch editiert (EpiEdit) und damit die Resistenz von Nutzpflanzen gegenüber Pilzkrankheiten erhöht. Das Projekt greift dafür auf zwei essenzielle Vorarbeiten zurück (1) ein bereits etabliertes EpiEdit-System in der Modelpflanze Arabidopsis thaliana zur Steuerung der (De)Methylierung und somit (In)Aktivierung Krankheits-assoziierter Gene und (ii) ein genomweites DNA-Methylomprofil von mit Mehltau infizierten Gerstenpflanzen. Basierend darauf werden wir zeigen, dass eine durch EpiEdit herbeigeführte pilzliche Krankheitsresistenz eine vielversprechende Alternative zu konventionellen, chemisch-synthetischen Fungiziden darstellt. Um den Weg für zukünftige EpiEdit-Anwendungen in Kulturpflanzen zu ebnen, werden wir (1) genomweite DNA-Methylomprofile eingehend analysieren und auf Fusarium infizierte Gerstenpflanzen ausdehnen, um geeignete Zielgene für EpiEdit zu identifizieren (2) ein CRISPR/Cas-basiertes EpiEdit-System für Gerste etablieren, um die (In)Aktivierung von Krankheits-assoziierten Genen über (De)Methylierung zu realisieren. Durch die exemplarische Anwendung des EpiEdit-basierten Pflanzenschutzkonzeptes auf zwei Getreide-Pilz Pathosysteme soll die generelle Machbarkeit und Übertragbarkeit der Technologie zur Kontrolle anderer Pflanzenkrankheiten demonstriert werden. Außerdem werden im Projekt (3) dynamische Veränderungen des Epigenoms der Gerste in Reaktion auf Pilzinfektionen untersucht und stress-induzierte epigenetische Veränderungen hinsichtlich ihrer funktionellen Relevanz bewertet. Außerdem erarbeitet das Projekt das erste Gerste Multi-Omics-Pathoepigenom-Datenset.
Das Projekt "Teilprojekt A" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hohenheim, Institut für Phytomedizin, Fachgebiet Epigenetik (190e) durchgeführt. Erstmalig werden im Projekt epigenetische Mechanismen (DNA Methylierung und Histonmodifikationen) genutzt, um eine innovative und umweltfreundliche Pflanzenschutztechnologie zu entwickeln. Mittels eines modifizierten CRISPR/Cas-Systems werden Krankheits-assoziierte Gene in Pflanzen epigenetisch editiert (EpiEdit) und damit die Resistenz von Nutzpflanzen gegenüber Pilzkrankheiten erhöht. Das Projekt greift dafür auf zwei essenzielle Vorarbeiten zurück (1) ein bereits etabliertes EpiEdit-System in der Modelpflanze Arabidopsis thaliana zur Steuerung der (De)Methylierung und somit (In)Aktivierung Krankheits-assoziierter Gene und (ii) ein genomweites DNA-Methylomprofil von mit Mehltau infizierten Gerstenpflanzen. Basierend darauf werden wir zeigen, dass eine durch EpiEdit herbeigeführte pilzliche Krankheitsresistenz eine vielversprechende Alternative zu konventionellen, chemisch-synthetischen Fungiziden darstellt. Um den Weg für zukünftige EpiEdit-Anwendungen in Kulturpflanzen zu ebnen, werden wir (1) genomweite DNA-Methylomprofile eingehend analysieren und auf Fusarium infizierte Gerstenpflanzen ausdehnen, um geeignete Zielgene für EpiEdit zu identifizieren (2) ein CRISPR/Cas-basiertes EpiEdit-System für Gerste etablieren, um die (In)Aktivierung von Krankheits-assoziierten Genen über (De)Methylierung zu realisieren. Durch die exemplarische Anwendung des EpiEdit-basierten Pflanzenschutzkonzeptes auf zwei Getreide-Pilz Pathosysteme soll die generelle Machbarkeit und Übertragbarkeit der Technologie zur Kontrolle anderer Pflanzenkrankheiten demonstriert werden. Außerdem werden im Projekt (3) dynamische Veränderungen des Epigenoms der Gerste in Reaktion auf Pilzinfektionen untersucht und stress-induzierte epigenetische Veränderungen hinsichtlich ihrer funktionellen Relevanz bewertet. Außerdem erarbeitet das Projekt das erste Gerste Multi-Omics-Pathoepigenom-Datenset.
Das Projekt "Epigenetische Kontrollmechanismen der kälteinduzierten Blühinduktion und Blütenknospenentwicklung in Brassica napus und Arabis alpina" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung durchgeführt. Die Klimaveränderungen werden zunehmend einen Einfluss auf die reproduktive Entwicklung von Kulturpflanzen haben, deshalb werden neue Ansätze für die Pflanzenzüchtung benötigt. Es ist bekannt, dass Umweltbedingungen durch epigenetische Veränderungen einen Einfluss auf die Wirkung von Genen haben. In dem EpiC-Epibrass Projekt soll die Rolle von epigenetischen Kontrollmechanismen für die Blütenbildung beim Winterraps und der nahen Verwandten Arabis alpina während verschiedener Stadien der reproduktiven Entwicklung untersucht werden. Unter Feldbedingungen findet die Induktion der Blütenbildung beim Winterraps und anderen Kreuzblütlern bereits zu Anfang der Kälteperiode statt, während sich die ersten Rapsblüten dagegen erst Ende April bis Anfang Mai öffnen. Wodurch diese Entwicklungsverzögerung der Blütenanlagen kontrolliert wird, ist noch völlig unverstanden. Wir werden genomweite Expressionsanalysen durchführen und untersuchen, inwieweit epigenetische Veränderungen durch die Methylierung von bestimmten Genomabschnitten einen Einfluss auf das Blühverhalten haben. Neben den genomweiten Untersuchungen werden wir insbesondere Blüh-Repressoren aus der Familie der MADS-Box Gene näher untersuchen. Das FLC Gen spielt hierbei eine herausragende Rolle für die Induktion der Blütenbildung durch Winterbedingungen. Es wird durch eine längere Kälteperiode runterreguliert und anschließend epigenetisch durch Methylierung von Proteinen im Genbereich dauerhaft reprimiert. Weitere zu untersuchende Repressoren aus der MADS-Box Genfamilie sind die MAF Gene und das SVP Gen, die eine ähnliche Expression zeigen. Wir erwarten durch unsere Untersuchungen einen tieferen Einblick in den 2-stufigen Prozess der Blütenbildung bei den Kreuzblütlern zu erhalten und Gene zu identifizieren, die diesen 2-stufigen Prozess kontrollieren. Eine Transformation der verantwortlichen Gene in Arabidopsis sollte dann am Ende erlauben diese Art der Entwicklungsverzögerung auch in annuellen Pflanzen zu etablieren.
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