Die Analyse der historischen Messdaten wird unter Bezugnahme der verschiedenen Klimareferenzperioden in vier Zeitabschnitte (1961-1990, 1971-2000, 1981-2010 und 1991-2020) gegliedert. Anhand eines Klimadiagramms des Gebietsmittels von Berlin werden die Temperatur- und Niederschlagswerte analysiert und beschrieben. Nachfolgend wird zur zeitlichen und klimatischen Einordnung die Temperaturentwicklung der Periode mit der langjährigen Entwicklung der Temperatur in Berlin des Zeitraums 1881 – 2022 (s. Kapitel Methode) verglichen. Zum Schluss erfolgen eine Zusammenfassung und ein Vergleich der Klimareferenzperioden. Lesehilfe – Klimadiagramm nach Walter-Lieth Referenzperiode 1961 – 1990 Klimadiagramm Die Referenzperiode 1961 – 1990 Berlins ist gekennzeichnet durch eine langjährige Mitteltemperatur von 9,1 °C und eine mittlere Niederschlagssumme von 573 mm/Jahr, wobei die höchsten monatlichen Niederschlagssummen in den Sommermonaten auftreten (s. Abbildung 2). Damit ist Berlin in dieser Periode um 0,9 °C wärmer als im damaligen deutschlandweiten Durchschnitt von 8,2 °C (vgl. DWD 2024c). Dabei weist der Juli mit 18,3 °C die höchste durchschnittliche Monatsmitteltemperatur und der Januar mit -0,5 °C die geringste Temperatur auf. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge liegt deutlich unter dem gesamtdeutschen Mittelwert von 788,9 mm/Jahr (vgl. DWD 2024). Die höchsten Niederschläge von 69,8 mm fallen im Juni und die geringsten Werte von durchschnittlich 35,0 mm werden im Oktober erreicht. Zur klimatischen Einordnung der Referenzperiode 1961-1990 Berlins wurde die Entwicklung der Mitteltemperatur im Zeitraum 1881 bis 2022 und deren Abweichung vom Mittel der Referenzperiode in Abbildung 3 dargestellt. Die Durchschnitttemperaturen der einzelnen Jahre sind als graue, rote oder blaue Balken vom Referenzmittel aus eingezeichnet. Man kann mit dieser Abbildung sehr gut die Temperaturanomalien der jeweiligen Jahre in Bezug auf die herangezogene Referenz erkennen und Aussagen darüber treffen, wie warm bzw. kalt die Referenzperiode im Vergleich zu der bisherigen Temperaturentwicklung war. Zudem sind mögliche Trends in den Referenzzeiträumen selbst, falls vorhanden, erkennbar. Temperaturentwicklung Beim Blick in die Vergangenheit wird deutlich, dass in Berlin – dem nationalen und globalen Trend folgend – bereits eine deutliche Erwärmung stattgefunden hat. Dies ist sowohl am gleitenden Mittel (schwarze Linie) als auch am linearen Trend (gestrichelte rote Linie) zu erkennen. Es fällt auf, dass das Mittel der Temperatur vor der Referenzperiode (vor 1961) sich größtenteils knapp unter oder im Bereich des Referenzmittel von 9,1 °C befindet und erst ab Mitte der Periode (ca. 1980) stärker zunimmt. Somit liegen die zwei wärmsten Jahre (1989 und 1990) der Referenzperiode alle am Ende des Zeitraums. Entsprechend der erwärmenden Entwicklung Berlins befinden sich die 5 historisch kältesten Jahre (Abbildung 4, blaue Balken) vor der Zeitspanne 1961-1990 und die 5 höchsten Jahreswerte (rote Balken) allesamt weit dahinter. Referenzperiode 1971 – 2000 Klimadiagramm Die Referenzperiode 1971 – 2000 Berlins ist gekennzeichnet durch eine langjährige Mitteltemperatur von 9,4 °C und eine mittlere Niederschlagssumme von 567 mm/Jahr, wobei die höchsten monatlichen Niederschlagssummen in den Sommermonaten auftreten (s. Abbildung 5). Berlin ist in dieser Periode um 0,8 °C wärmer als im damaligen deutschlandweiten Durchschnitt von 8,6 °C (vgl. DWD 2024c). Dabei weist der Juli mit 18,8 °C die höchste durchschnittliche Monatsmitteltemperatur auf und liegt 0,5 °C höher als im Juli in der vorherigen Referenzperiode von 1961 – 1990. Der Januar zeigt mit 0,4 °C die geringste Temperatur auf und ist sogar um 0,9 °C wärmer als noch in der Periode zuvor. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge liegt deutlich unter dem gesamtdeutschen Mittelwert von 787,7 mm/Jahr (vgl. DWD 2024c). Die höchsten Niederschläge von 66,8 mm fallen im Juni und die geringsten Werte von durchschnittlich 36,3 mm werden im Oktober erreicht. Temperaturentwicklung Zur klimatischen Einordnung der Referenzperiode 1971-2000 Berlins wurde die Entwicklung der Mitteltemperatur im Zeitraum 1881 – 2022 und dessen Abweichung vom Mittel der Referenzperiode in Abbildung 6 dargestellt. Erneut ist ein zunehmender Erwärmungseffekt Berlins im letzten Drittel der Periode zu erkennen, welches unter anderem durch die Mitteltemperatur des Jahres 1998 von 10,8 °C (+1,4 °C Abweichung zum Periodenmittel) verdeutlicht wird. Bis auf einen Ausreißer im Jahr 1996 (- 1,6 °C Abweichung zum Periodenmittel) lagen alle Jahresmitteltemperaturen zwischen 1991–2000 über 9,0 °C. Trotz dieser heißen Jahre befindet sich keines dieser Jahre in den Top 5 der höchsten Jahreswerte Berlins (Abbildung 6, rote Balken). Referenzperiode 1981 – 2010 Klimadiagramm Die Referenzperiode 1981 – 2010 Berlins ist gekennzeichnet durch eine langjährige Mitteltemperatur von 9,7 °C und eine mittlere Niederschlagssumme von 585 mm/Jahr, wobei die höchsten monatlichen Niederschlagssummen in den Sommermonaten auftreten (s. Abbildung 7). Berlin ist in dieser Periode um 0,8 °C wärmer als im damaligen deutschlandweiten Durchschnitt von 8,9 °C (vgl. DWD 2024c). Dabei weist der Juli mit 19,4 °C die höchste durchschnittliche Monatsmitteltemperatur auf und liegt 0,6 °C höher als im Juli in der vorherigen Referenzperiode von 1971 – 2000. Der Januar zeigt mit 0,6 °C die geringste Temperatur auf, ist jedoch nur 0,2 °C wärmer als in der Periode zuvor. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge liegt deutlich unter dem gesamtdeutschen Mittelwert von 818,8 mm/Jahr (vgl. DWD 2024c). Die höchsten Niederschläge von 61,1 mm fallen im Juli und die geringsten Werte von durchschnittlich 32,2 mm sind in dieser Periode diesmal im April statt Oktober erreicht worden. Temperaturentwicklung Zur klimatischen Einordnung der Referenzperiode 1981-2010 Berlins wurde die Entwicklung der Mitteltemperatur im Zeitraum 1881 – 2022 und dessen Abweichung vom Mittel der Referenzperiode in Abbildung 8 dargestellt. Da das Mittel der 30-jährigen Periode nun auf 9,7 °C angestiegen ist, gibt es nur noch insgesamt 9 Jahreswerte im Zeitraum von 1881- 1980, also vor Beginn der betrachteten Periode, die über diesem Temperaturmittel liegen. Alle anderen Jahre dieser Zeitspanne (über 90 %) liegen unterhalb von diesem Periodenmittel und waren teilweise über -2 K kühler. Wiederholt ist ein zunehmender Erwärmungseffekt Berlins im letzten Drittel der Periode zu erkennen, da sich bis auf einen Ausreißer im Jahr 2010 (-1,1 °C Abweichung zum Periodenmittel) alle Jahresmitteltemperaturen zwischen 2001–2010 über 9,6 °C befinden. Referenzperiode 1991 – 2020 Klimadiagramm Die Referenzperiode 1991 – 2020 ist in Berlin gekennzeichnet durch eine langjährige Mitteltemperatur von 10,1 °C und eine mittlere Niederschlagssumme von 581 mm/Jahr, wobei die höchsten monatlichen Niederschlagssummen in den Sommermonaten auftreten (s. Abbildung 9). Berlin ist damit in dieser Periode um 0,8 °C wärmer als im damaligen deutschlandweiten Durchschnitt von 9,3 °C (vgl. DWD 2024c). Dabei weist der Juli mit 19,8 °C die höchste durchschnittliche Monatsmitteltemperatur auf und liegt 0,4 °C höher als im Juli in der vorherigen Referenzperiode von 1981 – 2010. Der Januar zeigt mit 1,0 °C die geringste Temperatur auf und ist 0,4 °C wärmer als in der Periode zuvor. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge von 581 mm liegt deutlich unter dem gesamtdeutschen Mittelwert von 791,4 mm/Jahr (vgl. DWD 2024c). Die höchsten Niederschläge mit 76,2 mm fallen im Juli und die geringsten Werte von durchschnittlich 29,2 mm werden im April erreicht. Temperaturentwicklung Um die Referenzperiode 1991-2020 für Berlin klimatisch einzuordnen, wurde die Entwicklung der Mitteltemperatur im Zeitraum 1881 – 2022 und dessen Abweichung vom Mittel der Referenzperiode in Abbildung 10 dargestellt. Das Mittel dieser 30-jährigen Periode ist mit 10,1 °C die bisher wärmste Klimareferenzperiode Berlins und es gibt nur insgesamt 3 Jahreswerte im Zeitraum von 1881- 1990, die über diesem Temperaturmittel liegen. Somit liegen mehr als 97 % aller anderen Jahre dieser Zeitspanne unterhalb von diesem Periodenmittel und weisen häufig eine Abweichung von mehr als über -2 K auf. Auch in dieser Referenzperiode ist ein zunehmender Erwärmungseffekt Berlins im letzten Drittel der Periode zu erkennen, da 4 der 5 höchsten Jahreswerte sich im Zeitraum 2014-2020 befinden und ein Jahresmittel von über 11 °C aufweisen. Zusammenfassung und Vergleich der Klimareferenzperioden Für einen zusammenfassenden Gesamtblick, der nicht nur die zeitliche Entwicklung der Mitteltemperatur der Referenzperioden beschreibt, sondern auch deren lokalen Unterschiede im Stadtgebiet Berlins, wurde aus den interpolierten Stationsdaten die Abbildung 11 erzeugt. Hier kann, wie schon in den Kapiteln zu den einzelnen Referenzperioden erwähnt, eine Erwärmung Berlins beobachtet werden, die vor allem in der Kernstadt deutlich zu erkennen ist. Die Ergebnisse der Rasterdaten suggerieren, dass in den Zeiträumen vor 1960 noch keine signifikanten lokalen Unterschiede innerhalb Berlins vorherrschen. Aufgrund der im Kapitel Datengrundlage erwähnten Unsicherheiten, sind jedoch diese Auswertungen mit Bedacht zu interpretieren. In der ersten Klimareferenzperiode von 1961-1990 lässt sich im Stadtkern Berlins eine fast 1 °C höhere Mitteltemperatur feststellen als in den äußersten Randbereichen. Die durch den städtischen Wärmeinseleffekt auftretenden räumlichen Unterschiede bleiben in den darauffolgenden Referenzperioden bestehen. Jedoch findet von nun an eine gesamtstädtische Erwärmung statt, die auch die Randgebiete Berlins umfasst und zu einer Gebietsmitteltemperatur von 10,1 °C im Zeitraum 1991-2020 führt. So ist die Temperatur seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen um 1,3 °C gestiegen (im Vergleich zu 1881 – 1910) und die fünf wärmsten Jahre seit 1881 sind allesamt in den letzten Dekaden aufgetreten – darunter die Top 3 Jahreswerte allein in den letzten drei Jahren (2018, 2019, 2020) des Betrachtungszeitraums. Der lineare Trend der Temperaturentwicklung für Berlin (gestrichelte rote Linie) zeigt ebenfalls eine signifikante Zunahme (vgl. Abb. 10). Die Erwärmung Berlins lässt sich unmittelbar auch in der Entwicklung der Frosttage (Abbildung 12) und Sommertage (Abbildung 13) beobachten. Während kleinräumige lokale Unterschiede (z.B. Frosttage in den Mooren im Spandauer Forst) mittels der DWD-Rasterdaten nicht dargestellt werden können, kann allgemein für die meisten Gebiete, abgesehen vom südöstlichen Standrandbezirk Treptow-Köpenick, bzgl. der Anzahl an Frosttagen (Definition: Glossar, siehe Tabelle 1) eine starke Abnahme festgestellt werden. Die Sommertage haben dagegen in ganz Berlin erheblich zugenommen. Dies lässt sich auch in der Entwicklung der Mitteltemperatur im Januar bzw. Juli in den einzelnen Referenzperioden wiedererkennen. Während das Mittel in der Referenzperiode 1961-1990 im Januar noch bei -0,5 °C lag, ist diese in der Periode von 1991-2020 auf +1,0 °C angestiegen. Ebenfalls kann eine Erhöhung im Juli für dieselben Zeiträume von 18,3 °C auf 19,8 °C beobachtet werden. Beim Niederschlag lassen sich aus dem Vergleich der Referenzperioden mit durchschnittlichen Niederschlagswerten von 573 mm, 567 mm, 585 mm und 581mm keine signifikante Änderung für das Gebietsmittel Berlins erkennen. Abbildung 14 zeigt die langfristige Entwicklung des Niederschlags seit 1881. Hier werden zeitliche und lokale Unterschiede etwas besser ersichtlich. Grundsätzlich kann man sagen, dass es im zeitlichen Verlauf zu einer leichten Zunahme des Niederschlags im Gesamtgebiet gekommen ist, diese jedoch lokal sehr unterschiedlich ausfallen kann. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen die Analysen von Pfeifer et al. (2020), die bei der Auswertung von Messreihen des Berliner Gebietsmittel im Zeitraum 1951-2015 eine statistisch nicht signifikante Zunahme von nur 10,4 mm des Jahresniederschlags beobachten konnten. Auswertungen hinsichtlich hydrologischer Halbjahre aus dem Umweltatlas Berlin (s. Umweltatlaskarte 04.08 ) deuten darauf hin, dass im Sommerhalbjahr die Niederschläge im Zeitraum 1991-2020 im Vergleich zur Periode 1981-2010 leicht zugenommen und im Winterhalbjahr diese im ungefähr gleichen Ausmaß abgenommen haben. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass die Änderung auf die unterschiedlichen Datengrundlagen zurückzuführen sind.
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Das Frühjahr 2024 war in Sachsen-Anhalt das wärmste seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Es war etwas feuchter und etwas sonnenscheinreicher als üblich. Im Folgenden wird zunächst ein Überblick über die einzelnen Monate gegeben. Am Ende wird das gesamte Frühjahr zusammenfassend bewertet. Die angegebenen Monatsmittelwerte beziehen sich dabei auf das Mittel der Fläche des Landes Sachsen-Anhalt (Quelle: Deutscher Wetterdienst). Nach dem extrem milden Februar setzte sich die Wärmeanomalie auch im März fort. So erreichte der März in Sachsen-Anhalt eine Monatsmitteltemperatur von 7,6 °C, die 3,9 K über dem langjährigen Mittel der Klimaperiode von 1961 bis 1990 und 2,8 K über dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 liegt. Damit war der März 2024 der zweitwärmste in Sachsen-Anhalt nach 1938. Durch eine kräftige Südströmung zum Monatsende konnten bereits frühsommerliche Temperaturen erreicht werden. So wurden am 30.03. in Osterfeld mit 23,0 °C und in Jeßnitz mit 23,3 °C die höchsten Temperaturen gemessen. Insgesamt fielen in diesem März 29,6 mm Niederschlag. Dies entspricht 74,5 % des langjährigen Klimamittels von 1961 bis 1990. Auch gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 erreichte der März nur 72,3 % des üblichen Niederschlags. Damit beendete der März die Reihe von fünf zu feuchten Monaten in Folge. Mit 134,2 Sonnenstunden erreichte der März 2024 in Sachsen-Anhalt 122,7 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und 108,9 % zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Mit 11,0 °C im Mittel war der April deutlich zu warm und erreichte somit ein Plus von 3,2 K gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 betrug die Abweichung des Aprils noch 1,6 K. Damit war der April der wärmste seit 2018 und setzte die Phase deutlich zu milder Monate seit Februar 2024 fort. Dies war bereits in der ersten Monatshälfte spürbar, die teils schon sommerliche Temperatur hervorbrachte. So wurden vielerorts bereits ungewöhnlich früh 25 bis 28 °C gemessen. Da auch die Vormonate deutlich zu mild waren, war auch die Natur ihrer Zeit weit voraus. Erkennbar in der Phänologischen Uhr in Abbildung 1. Der Vorfrühling mit der Haselblüte startete in Sachsen-Anhalt 2024 bereits im Januar statt Februar und der Vollfrühling mit der Apfelblüte begann bereits Anfang April und damit 18 Tage eher als gewöhnlich. Kälteeinbrüche, die bis Mitte Mai durchaus üblich sind, konnten so die Obstbaumblüte und die Natur im Allgemeinen empfindlich treffen. Dieser Fall trat dann zwischen dem 20. und 25. April auf, als es in mehreren Nächten in Folge zu flächendeckenden Luftfrösten kam. Im Harz sank die Temperatur beispielsweise in Stiege auf -6,9 °C ab, aber auch im Flachland kam es zu Frost, wie in Querfurt mit -4,1 °C oder in Genthin mit -3,6 °C. In der Folge kam es zu massiven Frostschäden in der Landwirtschaft, insbesondere im Obst- und Weinanbau. In den letzten Apriltagen stieg die Temperatur wieder deutlich an und erreichte erneut ungewohnt hohe Werte, wie zum Beispiel mit 28,3 °C in Jeßnitz am 30.04.2024. Mit insgesamt 37,4 mm Niederschlag, war der April 2024 in Sachsen-Anhalt etwas zu trocken. Denn es wurden somit nur 86,4 % des Solls der Klimaperiode von 1961 bis 1990 erreicht. Im Vergleich zum Mittel von 1991 bis 2020 waren es hingegen 119,4 %. Der April erreichte 157,4 Sonnenstunden, dies entspricht 103,5 % im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 und 84,8 % in Bezug zur Klimaperiode von 1991 bis 2020. Auch der Mai führt die Reihe sehr milder Monate fort und erreichte eine Monatsmitteltemperatur von 16,2 °C und war damit um 3,4 K wärmer als nach der Referenzperiode von 1961 bis 1990 üblich. Im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2020 war der Mai um 2,5 K wärmer. Damit war der Mai 2024 der viertwärmste seit 1881 in Sachsen-Anhalt. Die wärmsten Maimonate sind in Tabelle 1 aufgelistet. Wiederholt wurden Sommertage mit 25 °C oder mehr registriert. Die meisten davon konnten in der Altmark gemessen werden. Dort war Seehausen mit 11 Sommertagen Spitzenreiter, hingegen wurde in Querfurt kein einziger Sommertag gemessen. Die Niederschlagsmenge im Flächenmittel Sachsen-Anhalts betrug im Mai 70,3 mm. Diese Summe entspricht 135,5 % der üblichen Menge des 30-jährigen Zeitraums von 1961 bis 1990 bzw. 127,2 % zur Klimaperiode 1991 bis 2020. Damit war der Mai der feuchteste seit 2014. Allerdings verteilte sich der Niederschlag zeitlich und räumlich höchst ungleichmäßig. Bis zum 20.05. blieb es im Land fast gänzlich trocken, während kräftige Regenfälle und Gewitter im letzten Monatsdrittel punktuell enorme Regenmengen brachten. Besonders trocken war es im Osten des Landes, zum Beispiel in Wittenberg mit 27,0 mm (51,5 % im Vergleich zu 1961 bis 1990), während es vom Harz bis nach Halle besonders feucht war, wie z. B. in Bad Lauchstädt mit 135,5 mm (260,1 %). Mit 227,4 Sonnenstunden konnten im Mai 110,3 % der von 1961 bis 1990 üblichen Sonnenscheindauer gemessen werden, was 103,2 % der Klimaperiode 1991 bis 2020 entspricht. Tabelle: Die wärmsten Maimonate seit 1881: Rang Jahr Mitteltemperatur Abweichung zu 1961-1990 1 1889 17,2 °C 4,3 K 2 2018 16,8 °C 4,0 K 3 1931 16,4 °C 3,5 K 4 2024 16,2 °C 3,4 K Betrachtet man das gesamte Frühjahr vom 1. März bis zum 31. Mai, dann ergibt sich ein Temperaturmittel von 9,1 °C. Dieses liegt 1,0 K über dem Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 0,2 K unter dem Klimamittel von 1991 bis 2020. Den rekordtrockenen Mai konnte der sehr feuchte März nicht vollständig kompensieren. So reichten die über das Frühjahr gefallenen 122,2 mm Niederschlag nicht aus, um das Soll des Frühjahrs zu erreichen. Somit erreichte der Frühjahrsniederschlag 90,6 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 95,8 %. Das bedeutet für Sachsen-Anhalt, dass das Frühjahr 2023 das 10. zu trockene Frühjahr in Folge im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 gewesen ist. Während des Frühjahrs schien die Sonne in Sachsen-Anhalt 513,0 Sonnenstunden. Dies entspricht im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 109,7 % und zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 96,9 %.
<p><span style="font-size:14px;"><span style="font-family:arial,helvetica,sans-serif;">Zeitreihe mit den monatlichen Durchschnittstemperaturen in ° Celsius für Darmstadt. Die Daten beruhen auf Messungen der Stadt Darmstadt und des Deutschen Wetterdienstes. Der Standort der Messstation hat sich im Verlauf der Aufzeichnungen mehrmals geändert:</span></span></p> <p class="JB-Text"><span style="font-size:14px;"><span style="font-family:arial,helvetica,sans-serif;"><span style="color: rgb(59, 59, 59);">1959 bis 10/1965: Botanischer Garten 169 m über NN</span><br style="box-sizing: border-box" /> <span style="box-sizing: border-box">11/1965 bis 8/1982: Ingenieurschule, Schöfferstraße 1-3 133 m über NN</span><br style="box-sizing: border-box" /> 9/1982 bis 10/1987: Flugplatz Griesheim 107 m über NN<br /> 10/1987 Frankfurt/M Flugwewa, 112 m über NN;<br /> 11/1987 bis 5/1990: Eberstadt, Heinrich-Delp-Straße 182 147 m über NN,<br /> 6/1990 bis 7/1995: Darmstadt, Ödenburger Straße 26 122 m über NN (DWD Station 918),<br /> seit 8/1995: Darmstadt, Dieburger Straße in Höhe des Altenwohnheims 162 m über NN (DWD Station 917)</span></span><p></p></p> <p class="JB-Text">Die Daten können beim DWD auch in minütlichen oder stündlichen Zeitintervallen abgerufen werden: <a href="https://opendata.dwd.de/climate_environment/CDC/observations_germany/climate/" target="_blank">https://opendata.dwd.de/climate_environment/CDC/observations_germany/climate/</a><p></p></p>
Ausserordentliche Wetterereignisse und 'Natur'katastrophen wollen in einen längeren Zeitraum eingeordnet werden. Dies ermöglicht die Datenbank Euro-Climhist, die seit den 1970er-Jahren von Prof. em. Dr. Christian Pfister und zahlreichen seiner Mitarbeitenden zusammengetragen wurde. Sie enthält in ihrer ersten Ausbaustufe (Schweiz ab 1500) rund 150 000 Daten auf verschiedenen zeitlichen Ebenen (Tag, Woche, Monat, Jahreszeit), die mit einer benutzerfreundlichen Software zugänglich gemacht werden. Dazu gehören: - Beschreibungen der täglichen Witterung: Himmelsbedeckung, Niederschlag, Lufttemperatur, Windrichtung und -stärke. - Sehr lange Messreihen der mittleren Monatstemperatur (u.a. Basel seit 1755, Genf seit 1768) und des Monatsniederschlags (u.a. Genf ab 1778, Zürich seit 1708 mit Lücken, Bern seit 1760), Tage mit Niederschlag (Zürich 1684-1738, 1864-2011 sowie Genf ab 1768). - Monatliche Witterungsberichte (1820-1999), mit kleinen Lücken. Diese dienen einer raschen Orientierung. - Beschreibungen von Witterungsschäden und Naturgefahren (Sturm, Hagel, Frost, Nässe, Dürre, Überschwemmungen, Erdrutsche, Feuer, Schnee etc.). - Beschreibungen des Blüte- und Reifezeitpunkts von (Kultur-)pflanzen: u.a. Zeitpunkt von Roggenernte und Weinlese (ab 1501), Kirschbaumblüte (ab 1721). - Beschreibungen der Schneebedeckung, Vereisung von Gewässern. - Aus manchen Beschreibungen wird deutlich, warum die Menschen Witterungsereignisse aufgezeichnet haben, von welchen Weltbildern sie geleitet wurden und wie sie auf Extreme reagierten.
Der Sommer 2025 war in Sachsen-Anhalt zu warm und sonnenscheinreicher als im Durchschnitt. Die Niederschlagssumme blieb unterhalb des langjährigen Mittelwertes mit regional großen Unterschieden. Die kühlste Phase fiel dieses Jahr genau in die Sommerferienzeit in Sachsen-Anhalt. Ein durchwachsener Sommer brachte nur zeitweise eine gute Auslastung der Solarkraftwerke. Die Windkraftwerke waren hingegen ungewöhnlich gut ausgelastet. Der Juni 2025 begann mit wechselhaftem Wetter. Ab der Monatsmitte erreichte die Temperatur an vielen Tagen mindestens 25 °C („Sommertage“) und an etlichen weiteren sogar mindestens 30 °C („Heiße Tage“). Die meisten davon konnten in Köthen mit 17 bzw. 7 Tagen gemessen werden, aber auch an den übrigen Messpunkten wurden um die 15 Sommertage bzw. um die 5 Heiße Tage gemessen. Die höchste Temperatur im offiziellen Messnetz des Deutschen Wetterdienstes wies in diesem Monat Seehausen mit 34,5 °C am 22.06. auf. Im Landesnetz der Luftüberwachung (LÜSA) konnte an diesem Tag in Burg und Bernburg 34,9 °C bzw. 34,8 °C gemessen werden. Diese Messungen erfolgen aber nicht nach meteorologischen Standards. Im Endeffekt erreichte der Juni eine Monatsmitteltemperatur von 18,6 °C und war damit um 2,5 K wärmer als das Klimamittel von 1961 bis 1990. Im Vergleich zum 30-jährigen Zeitraum von 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 1,7 K. Im Flächenmittel Sachsen-Anhalts war dieser Juni mit insgesamt 35,8 mm Niederschlag zu trocken. Diese Menge entspricht lediglich 57 %des langjährigen Mittels von 1961 bis 1990 und im Vergleich zum 30-jährigen Klimamittel von 1991 bis 2020 64,5 % des jeweiligen Niederschlags. Viele Regionen des Landes bekamen deutlich weniger Niederschlag als üblich. Besonders trocken war es dabei mit nur 11,4 mm bzw. 20,7 % im Vergleich zum langjährigen Mittel in Sangerhausen. Sangerhausen war damit im Juni der trockenste Ort in ganz Deutschland. Gleichzeitig fielen in der Altmark durch wiederholte Gewitter enorme Regenmengen, in Stendal zum Beispiel 91,2 mm und damit 162,9 % des langjährigen Niederschlags. Mit 269,2 Sonnenstunden erreichte der Juni 2024 in Sachsen-Anhalt 131,5 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und 120,6 % zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Vor allem die zweite Monatshälfte war sehr sonnenscheinreich, insbesondere in der Südhälfte Sachsen-Anhalts. Der Juli startete mit zwei sehr heißen Tagen, der 02.07. war dabei der heißeste Tag des Jahres. Mit Ausnahme des Harzes wurden an allen Stationen mehr als 35 °C gemessen. Die höchste gemessene Temperatur des Sommers wurde mit 39,2 °C in Demker (Landkreis Stendal) registriert. In den Innenstädten wurde es durch die dichte Bebauung und viele versiegelte Flächen teilweise noch heißer. An der LÜSA-Messstation in der Halberstädter Innenstadt konnte eine Temperatur von 40,7 °C gemessen werden. Diese Messung erfolgte nicht nach meteorologischen Standards, denn lokale Faktoren wie die dichte Bebauung und die versiegelten Flächen werden durch die Messrichtlinien ausgeschlossen. Danach verlief der Juli sehr wechselhaft und im Vergleich zu den Vorjahren relativ kühl. Somit erreichte der Monat eine Mitteltemperatur im Flächenmittel Sachsen-Anhalts von 19,0 °C. Damit war er aber immer noch um 1,5 K wärmer als die Referenzperiode von 1961 bis 1990, das 30-jährige Mittel von 1991 bis 2020 wurde hingegen exakt getroffen (0,0 K). Mit im Landesdurchschnitt insgesamt 84,7 mm bzw. 162,3 % Niederschlag war der Juli 2024 deutlich feuchter als die Referenzperiode 1961 bis 1990. Vergleicht man mit dem 30-Jahreszeitraum von 1991 bis 2020 wurden 118,6 % des Solls erreicht. Deutlich trockener blieb es dabei im äußersten Süden Sachsen-Anhalts. Dort wurde, insbesondere im Burgenlandkreis, das langjährige Niederschlagssoll nicht erreicht. Weißenfels-Wengelsdorf war mit 38,6 mm Niederschlag (71,1 %) der trockenste Ort im Land. In allen anderen Landesteilen war es zum Teil deutlich feuchter als im langjährigen Mittel, besonders im Harzumfeld und in der Altmark. Dort war erneut der feuchteste Ort zu finden, denn mit 131,9 mm Niederschlag fielen in Schollene 230,2 % des langjährigen Mittelwerts. Der Juli war ein sehr wolkenreicher Monat und brachte daher nur 178,4 Sonnenstunden. Damit wurden im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 lediglich 86,2 % und im Vergleich zum Klimamittel von 1991 bis 2020 nur 79,3 % erreicht. Damit war dieser Juli der sonnenscheinärmste seit 2011. Das kühle und wechselhafte Wetter der letzten Julitage setzte sich in den ersten Augusttagen zunächst fort. Doch schon vor Ende des ersten Monatsdrittels setzte sich vorübergehend hochsommerliches Wetter durch, das erst im Laufe der dritten Dekade kühlem Sommerwetter wich. Vom 12. bis 15. August wurden Temperaturen von deutlich über 30 °C gemessen. Am wärmsten war es dabei in Huy-Pabstorf (Landkreis Harz) mit 37,0 °C, aber auch andernorts wurden häufig Temperaturen von um die 35 °C gemessen. Zum Monatsende hin kühlte es in den Nächten bei klarem Himmel schon deutlich ab und es wurden verbreitet Tiefsttemperaturen von unter 10 °C registriert. Vor allem im Harz sanken die Temperaturen schon auf unter 5 °C ab, aber auch beispielsweise in Genthin mit 3,8 °C am 25. August. Insgesamt erreichte der Monat eine Mitteltemperatur von 18,6 °C. Er lag damit um 1,4 K über der Referenzperiode von 1961 bis 1990 und erreichte genau (Abweichung 0,0 K) das 30-jährige Mittel von 1991 bis 2020. Die Niederschlagsmenge im Flächenmittel Sachsen-Anhalts betrug im August lediglich 30,9 mm. Damit wurden im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 nur 52,4 % und im Vergleich zum Klimamittel von 1991 bis 2020 lediglich 53,5 % erreicht. Nach den ersten wechselhaften Tagen folgte eine lange trockene Phase. Erst ab dem 27. August gab es wieder Regenfälle, die aber nur den Süden und den Osten von Sachsen-Anhalt erreichten. Somit verlief der August vom Harz bis in die Altmark ungewöhnlich trocken, lokal fielen nicht einmal 15 mm Niederschlag, wie beispielsweise in Gardelegen-Lindstedterhorst mit 11,2 mm bzw. 17,6 % vom langjährigen Mittel. Im Kontrast dazu war es besonders im Süden Sachsen-Anhalts deutlich zu feucht, wie beispielsweise in Finne-Lossa mit 74,6 mm bzw. 134,9 % des Klimamittels von 1961 bis 1990. Die lange trockene Phase ging auch mit viel Sonnenschein einher, sodass der August im Flächenmittel Sachsen-Anhalts 256,3 Sonnenstunden erreicht. Dies entspricht 129,3 % im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 121,1 % im Vergleich zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Betrachtet man den gesamten Sommer vom 1. Juni bis zum 31. August, dann ergibt sich ein Temperaturmittel für die Fläche Sachsen-Anhalts von 18,7 °C. Dieses liegt 1,8 K über dem Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 0,6 K über dem Klimamittel von 1991 bis 2020. Dies ist vor allem dem warmen, sehr hochsommerlichen, Juni geschuldet. In Summe konnten im Süden und Osten an mehreren Wetterstationen zwischen 12 und 17 heiße Tage erreicht werden, während es andernorts meist nur zwischen 4 und 12 waren. Sommertage verteilten sich recht gleichmäßig über das Land. Entsprechende Tage mit mindestens 25 °C kamen 40- bis 52-mal vor. Tropennächte, also Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 °C fallen, traten fast gar nicht auf. Ausnahme bildete der Brocken, auf dem drei Tropennächte registriert werden konnten. Über den Sommer hinweg fielen im Gebietsmittel 151,3 mm Niederschlag in Sachsen-Anhalt. Dies entspricht 87,0 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 81,9 %. Der Niederschlag war aber räumlich sehr ungleichmäßig verteilt. So war Weißenfels-Wengelsdorf mit 94,5 mm bzw. 53,9 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 die trockenste Station in Sachsen-Anhalt, während Schollene in der Altmark mit 232,3 mm 132,0 % der von 1961 bis 1990 üblichen Niederschlagssumme gefallen sind. Über den gesamten Sommer von Juni bis August schien die Sonne in Sachsen-Anhalt 704,0 Stunden. Dies entspricht im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 115,4 % und zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 106,7 %. Dabei konnte der sehr sonnige Juni den trüben Juli gut ausgleichen. In dieser Analyse erfolgt eine ausschließliche Betrachtung der erneuerbaren Energiequellen zur Stromerzeugung, die durch meteorologische Bedingungen beeinflusst sind, also Windenergie und Photovoltaik. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Auswertung dient die produzierte elektrische Arbeit im Tagesmittel im Gebiet Ostdeutschlands und Hamburgs (Gebiet des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz). Die produzierte Arbeit wurde ins Verhältnis zur installierten Leistung gesetzt und so die Auslastung berechnet. Diese Auslastung wurde für die Jahreszeit gemittelt. Darüber hinaus wurde ein 10-jähriges Mittel über den Zeitraum von 2010 bis 2019 gebildet. Die Auslastung der betrachteten Jahreszeit des aktuellen Jahres wird ins Verhältnis zur Auslastung im 10-jährigen Mittel für diese Jahreszeit gesetzt. Dieses Verhältnis wird im Folgenden als Ertrag bezeichnet. Im Sommer haben Solarenergieanlagen aufgrund des Sonnenstandes und der Tageslänge in der Regel eine größere Auslastung als Windenergieanlagen. Im Winter tritt der gegenteilige Effekt auf, sodass Windenergieanlagen eine größere Auslastung haben. Somit ergänzen sich Windenergie und Photovoltaik im Jahresgang. Der Herbst sowie der Frühling markieren dabei den Übergang zwischen den vorherrschenden Erzeugungsarten Die ersten Junitage gestalteten sich tiefdruckgeprägt und wolkenreich. Entsprechend blieb die Ausbeute der Photovoltaikanlagen deutlich hinter dem Mittelwert von 2010 bis 2019 zurück, gleichzeitig sorgten die Tiefdruckgebiete für reichlich Wind, sodass die Ausbeute aus der Windkraft etwa 200 % der üblichen Menge entsprach. Danach schloss sich eine sehr sonnige, hochdruckdominierte Phase an, sodass die Ausbeuten der Solaranlagen oft über dem langjährigen Mittelwert lagen. Vom 17.06. bis 23.06. kam es zu einer Phase mit wenig Wind, die aber durch viel Sonnenschein aus Sicht der Stromerzeugung ausgeglichen werden konnte. Zum Ende des Monats hin nahm die Bewölkung unter stärkerem Tiefdruckeinfluss vorübergehend zu, gleichzeitig aber auch der Wind. So konnte trotz unterdurchschnittlicher Ausbeute bei der Photovoltaik der Wind das Defizit in der Erzeugung mehr als ausgleichen. Die Ausbeute stieg erneut auf ca. 200 %. Die Ausbeute der Windkraft lag damit die meiste Zeit über dem Mittelwert der Jahre 2010 bis 2019: Der Juni war ein sehr windenergiefreundlicher Monat. Die Ausbeute der Solaranlagen dagegen war nur an einigen Tagen überdurchschnittlich. Im Endeffekt ergänzten sich die beiden erneuerbaren Quellen sehr gut. Der Monatswechsel gestaltete sich sehr sonnig, sodass mehrere Tage über 100 % Ausbeute bei der Photovoltaik erzielt werden konnte. Der Rest des Monats war sehr wechselhaft und wolkenreich, sodass die Ausbeute bei Solaranlagen meistens unterhalb des langjährigen Mittels (unter 100 % Ausbeute) verblieb. Gleichzeitig herrschte durch Tiefdruckeinfluss häufiger windiges Wetter, sodass die Windkraft wiederholt mehr als 100 % Ausbeute erreichte. Erwähnenswert ist vor allem die windige Phase Ende Juli und zum Monatswechsel in den August. Für die Solarenergiegewinnung war der Juli ein unterdurchschnittlicher Monat, bedingt durch die rege Tiefdrucktätigkeit. Beim Wind konnte zumindest an vielen Tagen eine Ausbeute von über 100 % erreicht werden, sodass sich die Erzeuger beider erneuerbarer Energien zeitweise gut ergänzen konnten. Der August startete mit einer sehr windigen Phase und mehreren Tagen über 150 % der üblichen Ausbeute, danach war der August ein sehr windschwacher Monat. In der Folge gab es nur noch einzelne Tage, die mehr als 100 % der Ausbeute der Jahre 2010 bis 2019 erreichen konnten. Im Zeitraum vom 07. bis 21.08. war der August außerordentlich sonnig, und es konnte mehrere Tage in Folge eine Ausbeute von über 100 % der Solarenergie erzielt werden, sodass in diesem Zeitraum die windschwache Phase durch ein Plus in der Photovoltaik ausgeglichen werden konnte. Dies gelang in den letzten Tagen des Monats nur noch selten. Der Sommer 2025 war aus Sicht der erneuerbaren Energien sehr zwiegespalten: er war überaus windreich, sodass die Ausbeute über den gesamten Zeitraum gerechnet beim Wind bei über 110 % lag, während bei der Photovoltaik das Mittel der Jahre von 2010 bis 2019 mit 80 % deutlich verfehlt wurde.
Wo finde ich die jährlichen und monatlichen Durchschnittstemperaturen und wie werden sie seit 1990 gemessen?
Indikatorkennblatt Klimafolgenindikatoren Sachsen-Anhalt Indikator B6 Wassertemperatur an der Oberfläche von Seen Nr. des IndikatorsB6 BezeichnungWassertemperatur an der Oberfläche von Seen ThemenfeldWasser Räumliche GliederungArendsee und Rappbodetalsperre Bearbeitungsstand20.08.2025 Dargestellt wird der Mittelwert der Oberflächentemperatur (zwischen 0 und 100 cm) während der Saison vom 01. April bis zum 31. Oktober in verschiedenen Seen in °C. Er wird wie folgt je See berechnet: Schritt 1: Umrechnung in Meter unter Pegel Sofern erforderlich, ist bei Tiefenprofilmessungen eine Anpassung der Einheit notwendig. Höhenangaben über Normalhöhennull (NHN) müssen mit Angaben zur Pegelhöhe verrechnet werden, um die Daten bis zu einer Tiefe von 1 m unterhalb des Pegels korrekt selektieren zu können. Schritt 2: Aggregierung der Tiefenprofile zu einem Oberflächenwert Falls Wassertemperaturen in Form von Tiefenprofilen mit Messungen in verschiedenen Tiefen vorliegen, werden die Oberflächenwassertempera- turen selektiert, die zwischen 0 und 1 m Tiefe unterhalb des Pegels lie- gen. Sind in dieser Tiefe mehrere Messungen zu einem Messzeitpunkt vorhanden, wird aus ihnen das arithmetische Mittel berechnet. Definition und Berech- nungsvorschrift Schritt 3: Zusammenstellung der Saisonwerte und Fehlwertergänzung Liegen Oberflächentemperaturdaten mit höherer Frequenz als monatlich vor, werden diese zu monatlichen Durchschnittstemperaturen gemittelt*. Ist für einen Monat nur ein Messwert vorhanden, wird dieser als repräsen- tativer Monatswert genutzt. Sollte es für einen Monat innerhalb der be- trachteten Saison eine Messlücke geben, wird diese durch Mittelwertbil- dung geschlossen, sofern für den vorangehenden und folgenden Monat Werte vorliegen. * Sonderfall Arendsee: Für den Arendsee liegen tägliche Terminmessun- gen zu unterschiedlichen Uhrzeiten, teilweise zu mehreren Uhrzeiten täg- lich, vor. In die Errechnung der Monatsmittelwerte ist jeweils der Tages- wert eingegangen, der am nächsten an 14:00 Uhr liegt (da es für die meisten Tage der Zeitreihe einen 14:00-Uhr-Wert gibt). Gibt es für einen Tag zwei Werte mit demselben zeitlichen Abstand zu 14:00 Uhr (bei- spielsweise einen Wert für 08:00 Uhr und einen für 20:00 Uhr), wird ein Mittelwert aus diesen beiden Werten errechnet und dieser geht in das Mo- natsmittel ein. Verwendet werden immer die dem 14:00-Uhr-Zeitpunkt nächstgelegenen Werte. Schritt 4: Berechnung des Saisonmittels Aus den Monatswerten wird pro Jahr durch Bildung des arithmetischen Mittels die Mitteltemperatur des Oberflächenwassers in der Saison 01. April bis 31. Oktober berechnet. Datenquelle, AufbereitungIGB: Seemonitoring Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH (FEO): Talsperrenmonito- ring BedeutungBedeutung des Themas: Seen erfüllen vielfältige ökologische Funktionen und Dienstleistungen, wie Speicherung von Trinkwasser, Bereitstellung von Erholungsgebieten und die Unterstützung landwirtschaftlicher Bewässerung. Sie sind unerlässlich für die Erhaltung der Biodiversität und haben außerdem positive mikrokli- Seite 1/4 Erstellt im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt Indikatorkennblatt Klimafolgenindikatoren Sachsen-Anhalt Indikator B6 Wassertemperatur an der Oberfläche von Seen matische Auswirkungen auf ihr Umfeld. Um diese Funktionen aufrechtzu- erhalten, ist ein guter ökologischer Zustand der Seen notwendig (Adrian & Shatwell 2018, Blenckner 2012). Weltweit wird das Wasser von Seen in Folge des Klimawandels wärmer (Adrian & Shatwell 2018). Seit den 1980er Jahren ist auch in Deutschland eine signifikante Erwärmung stehender Gewässer um 0,4 bis 0,5 °C pro Dekade zu beobachten (Hupfer et al. 2022). Der Anstieg der Wassertem- peratur folgt dabei dem der Lufttemperatur nicht unmittelbar im Verhältnis 1:1. Regionale und See-spezifische Faktoren spielen eine große Rolle, was die Komplexität des Ökosystems See und die Bedeutung von regio- nalen/lokalen Untersuchungen unterstreicht (Hupfer et al. 2022). Die Wassertemperatur stehender Gewässer ist ein entscheidender Para- meter für die ökologische Gesundheit und Funktionsweise dieser Sys- teme. Veränderungen der Oberflächenwassertemperaturen beeinflussen sowohl die physikalisch-chemischen Eigenschaften des Wassers als auch biologische Prozesse und Interaktionen, die in den Gewässern stattfinden (Adrian & Shatwell 2018). So beeinflussen steigende Wassertemperatu- ren beispielsweise das Schichtungsverhalten des Sees, die Dauer der Eisbedeckung, die Wasserchemie, die Verdunstung und die Struktur so- wie die Nahrungsnetze (Bär Lamas 2022, Hupfer et al. 2022). Insbeson- dere flache und nährstoffreiche Seen sind anfällig für Temperaturan- stiege, da sich erstere schneller erwärmen und letztere anfällig sind für Eutrophierungsprozesse. Auswahl und Gestaltung des Indikators: Ein systematisches Klimamonitoring ist wesentlich, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Seen zu verstehen und Anpassungsstrategien zu entwickeln (Hupfer et al. 2022). Der Indikator „Wassertemperatur an der Oberfläche von Seen“ bildet die Reaktion von Seen auf klimatische Ver- änderungen ab und kann als klares Signal für den Klimawandel herange- zogen werden. Das Oberflächenwasser von Seen ist in der Regel gut durchmischt und reagiert im Gegensatz zum Tiefenwasser zügig auf Än- derungen der Lufttemperatur (Werner & Hesselschwerdt 2015). Die Verfügbarkeit von Daten für die sachsen-anhaltinischen Seen ist je- doch eingeschränkt. Für viele Seen liegen nur wenige, den Anforderun- gen der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) genügende Messungen während der Sommermonate vor. Auch sind nicht für alle Seen für jedes Jahr Daten vorhanden. Daher werden nur zwei Seen (Arendsee und Rappbodetalsperre) betrachtet, für welche regelmäßige Messungen der Wassertemperatur für das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Intervall der Zeitreihejährlich, seit 2010 Aktualisierungjährlich Kommentierung des Indi- katorverlaufsDer vorliegende Indikator zeigt die zeitliche Entwicklung der Oberflächen- temperatur von zwei verschiedenen Seen in Sachsen-Anhalt im Zeitraum von 2010 bis 2024. Deutlich zu erkennen sind Unterschiede zwischen den Seen aufgrund ihrer unterschiedlichen räumlichen Lage und spezifischen Eigenschaften. Von beiden Seen hat die Rappbodetalsperre die längste Zeitreihe. An der Rappbodetalsperre werden die tiefsten Temperaturen gemessen. Im hei- ßen Sommer 2018 erreichte sie mit einem Saisonmittel von 16,7 °C ihre höchste Temperatur, während für das Jahr 2013 mit 14,3 °C die niedrigste Temperatur dokumentiert wurde. Zwar gab es im Sommer 2013 markante Hitzewellen, doch war das Frühjahr vergleichsweise kühl (DWD 2013). Im Jahr 2024 wurde der Höchstwert von 16,7° C wieder erreicht. Insgesamt zeichnet sich eine deutliche Erwärmung ab. Wärmer ist der Arendsee. Die Temperaturentwicklung zeigt einen ähnli- chen Verlauf. Die höchsten Temperaturen wurden 2014 mit 17,9 °C, 2024 mit 17,8°C und im Extremjahr 2018 (DWD 2018) mit 17,4 °C erreicht. Die Seite 2/4 Erstellt im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt Indikatorkennblatt Klimafolgenindikatoren Sachsen-Anhalt Indikator B6 Wassertemperatur an der Oberfläche von Seen niedrigste Temperatur wurde am Arendsee mit 15,7 °C im Jahr 2015 ge- messen. Eine deutliche Erwärmung wie an der Rappbodetalsperre ist hier nicht zu erkennen. Allerdings ist der Messzeitraum noch zu kurz, um dies ausreichend beurteilen zu können. °C Bezeichnung für DiagrammWassertemperatur an der Oberfläche von Seen Mitteltemperatur des Oberflächenwassers in der Saison (April bis Oktober) [°C] Maßeinheit 21 20 19 18 17 16 15 14 13 0 12 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Arendsee Rappbodetalsperre Messstelle 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Arendsee Rappbode- talsperre 14,5 15,4 15,0 14,3 17,915,716,916,017,416,917,016,017,216,817,8 16,015,115,915,616,715,215,615,015,616,316,7 Seite 3/4 Erstellt im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt
Das Frühjahr 2023 war in Sachsen-Anhalt zu warm und erneut zu trocken. Die Sonnenscheindauer übertraf das langjährige Mittel. Im Folgenden wird zunächst ein Überblick über die einzelnen Monate gegeben. Am Ende wird das gesamte Frühjahr zusammenfassend bewertet. Die angegebenen Monatsmittelwerte beziehen sich dabei auf das Mittel der Fläche des Landes Sachsen-Anhalt (Quelle: Deutscher Wetterdienst). Der März zeichnete sich durch überwiegend von Tiefdruck beeinflusstes Wetter aus, das sich vor allem im ersten Monatsdrittel sehr kühl gestaltete. Der Rest des Monats präsentierte sich häufig frühlingshaft mild. Dies führte zu einer Monatsmitteltemperatur von 5,9 °C, die somit 2,2 K über dem langjährigen Mittel der Klimaperiode von 1961 bis 1990 und 1,1 K über dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 lag. Schneefälle sorgten am Morgen des 8. März vor allem im Süden Sachsen-Anhalts für eine Schneedecke. So lagen beispielsweise abseits des Harzes in Braunsroda 11 cm und in Finne-Lossa 10 cm Schnee. Auch an den Folgetagen bis zum 11. März kam es immer wieder zu Schneefällen und es bildete sich im Tiefland mancherorts eine dünne Schneedecke. Insgesamt fielen in diesem tiefdruckgeprägten März 68,5 mm Niederschlag. Dies entspricht 172,4 % des langjährigen Klimamittels von 1961 bis 1990. Auch gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 erreichte der März 167,3 % des üblichen Niederschlags. Damit war der März 2023 der feuchteste März seit 22 Jahren. Mit 90,1 Sonnenstunden war der März der sonnenscheinärmste seit 2009. Er erreichte 82,4 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und nur 73,1 % zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Mit 7,8 °C traf der April fast genau (0,1 K) den Mittelwert der Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 hingegen schloss der April um -1,6 K zu kühl ab. Damit war der April gegenüber der neusten Klimaperiode von 1991 bis 2020 der dritte zu kalte April in Folge. Die erste Monatshälfte gestaltete sich zunächst wechselhaft und kühl, die zweite Monatshälfte hingegen war beständiger und milder. So konnte am 21. April in Sachsen-Anhalt verbreitet der erste Tag mit mehr als 20 °C registriert werden. Dank der feuchten ersten Monatshälfte erreichte der April eine Niederschlagssumme von 42,0 mm. Dies entspricht 97,0 % des Solls der Klimaperiode von 1961 bis 1990. Im Vergleich zum Mittel von 1991 bis 2020 waren es 114,2 %. Der April war somit gegenüber der Periode von 1961 bis 1990 seit 2009 immer zu trocken. Hingegen war er dieses Jahr im Vergleich zu 1991 bis 2020 seit 2008 erstmals wieder zu feucht gewesen. Der April erreichte 153,3 Sonnenstunden, dies entspricht 100,8 % im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 und 82,6 % in Bezug zur Klimaperiode von 1991 bis 2020. Der Mai zeigte sich in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt sehr hochdruckgeprägt. Dies führte zu milden Tagen, aber auch zu kühlen Nächten. Im Monatsmittel erreichte der Mai 13,4 °C und war damit um 0,6 K wärmer als in der Referenzperiode von 1961 bis 1990. Im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2020 war der Mai um 0,2 K zu kühl. Besonders zu Monatsbeginn gab es frostige Nächte, so wurde am 1. Mai in Genthin eine Tiefsttemperatur von -1,2 °C gemessen und am Folgetag -1,6 °C in Gardelegen. Mit lediglich 11,6 mm Niederschlag war der Mai der trockenste in Sachsen-Anhalt seit Aufzeichnungsbeginn 1881. Diese Summe entspricht lediglich 22,4 % der üblichen Menge des 30-jährigen Zeitraums von 1961 bis 1990 bzw. 21,0 % zur Klimaperiode 1991-2020. Damit setzte sich die trockene Phase, welche seit Mitte April andauert, über den Mai hinweg fort. Die fünf trockensten Maimonate seit 1881 sind in untenstehender Tabelle aufgelistet. Mit 269,6 Sonnenstunden konnten im Mai 130,8 % der von 1961 bis 1990 üblichen Sonnenscheindauer gemessen werden, was 122,3 % der Klimaperiode 1991 bis 2020 entspricht. Tabelle 1: Niederschlagsummen der trockensten Maimonate seit 1881 Rang Jahr Niederschlagssumme 1 2023 11,6 mm 2 1990 12,4 mm 3 1919 12,9 mm 4 1915 13,4 mm 5 1988 13,7 mm Betrachtet man das gesamte Frühjahr vom 1. März bis zum 31. Mai, dann ergibt sich ein Temperaturmittel von 9,1 °C. Dieses liegt 1,0 K über dem Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 0,2 K unter dem Klimamittel von 1991 bis 2020. Den rekordtrockenen Mai konnte der sehr feuchte März nicht vollständig kompensieren. So reichten die über das Frühjahr gefallenen 122,2 mm Niederschlag nicht aus, um das Soll des Frühjahrs zu erreichen. Somit erreichte der Frühjahrsniederschlag 90,6 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 95,8 %. Das bedeutet für Sachsen-Anhalt, dass das Frühjahr 2023 das 10. zu trockene Frühjahr in Folge im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 gewesen ist. Während des Frühjahrs schien die Sonne in Sachsen-Anhalt 513,0 Sonnenstunden. Dies entspricht im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 109,7 % und zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 96,9 %.
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