Inwiefern ist das Netz der Natura-2000-Schutzgebiete durch den Ausbau der erneuerbaren Energien betroffen? Dieser Frage geht das Vorhaben mit auszuwählenden Methoden und Daten der Fernerkundung nach und betrachtet dazu Veränderungen des Grünlands innerhalb von Natura-2000-Flächen sowie in typischen Ackerbaugebieten.
Die Untersuchungen sollen anhand von Zeitreihen geeigneter Fernerkundungsdaten durchgeführt werden. Dabei werden insbesondere die Veränderung der Grünlandanteile in Natura-2000-Gebieten analysiert (Umbruch, Neueinsaat, Umwandlung in Acker) und quantifiziert. Darüber hinaus sollen, soweit nach dem aktuellen Stand der Forschung möglich, auch qualitative Aussagen zur Veränderung des Grünlands abgeleitet werden (z.B. Feuchtegrad).
Weitere Analysen betreffen die Veränderungen in typischen Ackerbaugebieten, z.B. mit Blick auf den Anteil von Mais-Getreide in Vorkommensgebieten des Hamsters und Vogelrastgebieten (z.B. Mornellregenpfeifer). Außerdem wird der Bau von Windkraft- und Photovoltaik-Freiflächenanlagen in oder am Rande von Natura-2000-Gebieten betrachtet. Um zunehmende Isolierungs- oder Fragmentierungserscheinungen beurteilen zu können, sollen auch die Randbereiche ausgewählter Natura-2000-Gebiete in die Datenanalysen mit einbezogen werden.
Vorgehen: In einem ersten Schritt werden geeignete Fernerkundungsdaten und Geofachdaten beschafft, ausgewählt und bewertet, die für eine Auswertung der Landbedeckung und Veränderungen innerhalb einer Zeitreihenanalyse genutzt werden sollen. Methoden der Fernerkundung werden geprüft und exemplarisch angewandt. Als Ergebnis sind die ermittelten Grünland- und Ackeranteile sowie ihre Änderungen durch z.B. Umwandlung zu Acker in den Natura-2000-Gebieten, den Referenzgebieten sowie dem Umfeld der Natura-2000-Gebiete zu quantifizieren sowie hinsichtlich der Habitat-Veränderungen für die Zielarten Feldhamster und Mornellregenpfeifer zu analysieren.