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Stellenangebot

Stellenangebot Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG) schreibt die Besetzung der Stelle Biologielaborant (m/w/d) zum 15.12.2023 befristet in Vollzeit am Dienstort Bernburg aus. Die Befristung erfolgt im Rahmen einer Elternzeitvertretung voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2024, längstens jedoch bis zur Wiederkehr der zu Vertretenden. Der in Rede stehende Arbeitsplatz ist innerhalb der LLG wie folgt organisatorisch zugeordnet:   Abteilung 4 Dezernat 41 Landwirtschaftliches Untersuchungswesen Laborkomplex Bernburg Das Beschäftigungsverhältnis richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Der Arbeitsplatz ist nach Entgeltgruppe 7 TV-L bewertet. Die Einstellung erfolgt dementsprechend bei Erfüllung der tariflichen, persönlichen und sonstigen Vorausset- zungen nach der vorgenannten Entgeltgruppe. Aufgaben:  Durchführung von Bonituren an Pflanzen (Schädlings- und Krankheitsbefall sowie pflanzenbauliche Parameter) mit entsprechender Aufzeichnung der Ergebnisse  Durchführung von Untersuchungen zum Nachweis und zur Bestimmung freilebender und zystenbildender Nematoden im Boden und an Pflanzenteilen  Vorbereitung und Durchführung von Diagnosen an Pflanzen und Pflanzenteilen mittels biochemischer, serologischer und molekularbiologischer Nachweisverfahren o Herstellung von Nährmedien, genaues Arbeiten unter sterilen Bedingungen, Anlegen einer feuchten Kammer, Durchführung von Immunfloureszenztests  Diagnose und Umgang mit Quarantäneschaderregern o exaktes Arbeiten nach Diagnoseprotokollen, z.B. nach RL 93/85/EWG zur Bekämpfung der bakteriellen Ringfäule der Kartoffel Voraussetzungen:  abgeschlossene Berufsausbildung als Biologielaborant (m/w/d) oder Pflanzentechnologe (m/w/d) oder gleichwertiger Abschluss  Kenntnisse im Bereich Pflanzengesundheit und Phytopathologie  Fähigkeiten zum Mikroskopieren  Verwaltungskenntnisse wünschenswert  Englischkenntnisse mindestens der Niveaustufe B1 des Europäischen Referenzrahmens entsprechend, bzw. Fachenglisch (Lesen und Verstehen von Diagnoseprotokollen und Bedienungsanleitungen für Laborgeräte und Laborsoftware)  PC-Kenntnisse (Standardsoftware, Datenbanksoftware)  Führerschein Klasse B, Bereitschaft zur Nutzung von Dienst-Kfz und zu Dienstreisen  Selbständigkeit, Teamgeist, Durchsetzungsvermögen und Belastbarkeit Schwerbehinderte Menschen und diesen gleichgestellte Personen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung nach Maßgabe des SGB IX besonders berücksichtigt. Im Bewerbungsschreiben ist auf die Schwerbehinderung oder Gleichstellung hinzuweisen. Der Bewerbung ist ein Nachweis der Schwerbehinderung oder Gleichstellung beizufügen. Ansprechpartner/innen: Herr Dr. Aßmann Herr Dr. Hobert Frau Brömme Abteilungsleiter 4 Dezernatsleiter 41 Personaldezernat  0345/5584-100  03417/334-107  03471/334-103 Unser Angebot an Sie: Wir bieten eine interessante und anspruchsvolle Tätigkeit mit • einer regelmäßigen Arbeitszeit in Form von Gleitzeit, • einem regelmäßigen Urlaubsanspruch von 30 Tagen sowie • individuellen und umfassenden Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann bewerben Sie sich bitte bis zum 30.11.2023 über unser Online-Bewerbungssystem. Der Link zum Online-Bewerbungssystem lautet: www.interamt.de (Stellenangebots-ID 1049952; Kennung L-41.101a-EV-2) Der LLG liegt der nachhaltige Umgang mit Ressourcen besonders am Herzen. Wir arbeiten deshalb mit Interamt.de, dem Stellenportal für den öffentlichen Dienst. Dort können Sie sich über den Button „Online bewerben“ direkt auf unsere Stellenausschreibung bewerben. Bitte sehen Sie von Bewerbungen in anderer Form als über das Internetportal Interamt ab. Diese Bewerbungen werden nicht berücksichtigt und nicht zurück geschickt. Über den Komfort und die Vorteile einer Online-Bewerbung erhalten Sie genauere Informatio- nen, wenn Sie den Button "Online bewerben" anklicken. Nähere Informationen zur Registrie- rung entnehmen Sie bitte dem dort eingestellten Hinweis-Text. Füllen Sie dort den Bewer- bungsbogen vollständig aus und laden folgende Anlagen als pdf-Dokument hoch: • • • • • • Tabellarischer Lebenslauf Zeugnis(se) Berufs- bzw. Studienabschluss (einschließlich Fächer- und Notenübersicht) Arbeitszeugnisse und ggf. sonstige Zertifikate ggf. Sprachzertifikat ggf. Nachweis über eine Schwerbehinderung bzw. Gleichstellung ggf. schriftliche Einverständniserklärung zur Einsichtnahme in die Personalakte (betrifft Be- schäftigte des öffentlichen Dienstes (Land Sachsen-Anhalt)) • ausländische Bildungsabschlüsse mit entsprechendem Nachweis über die Gleichwertigkeit gem. Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) unter www.kmk.org/zab. Die Bewerbungsunterlagen werden ausschließlich zum Zwecke des Auswahlverfahrens ver- wendet und nach Abschluss des Auswahlverfahrens unter Beachtung der datenschutzrechtli- chen Bestimmungen vernichtet. Kosten die aus Anlass Ihrer Bewerbung entstehen, sind nicht erstattungsfähig. Weitere Informationen über die LLG finden Sie unter: https://llg.sachsen-anhalt.de/ser- vice/stellenausschreibungen-ausbildungsplatzangebote/ Bitte beachten Sie folgende Hinweise: Datenschutzhinweise für Bewerberinnen/ Bewerber gem. Art. 13 DSGVO zur Datenverarbeitung im Bewerbungsverfahren Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (im Folgenden: LLG) möchte Sie dar- über informieren, welche personenbezogenen Daten erhoben werden, bei wem sie erhoben werden und wofür diese Daten verwendet werden. Außerdem werden Sie über Ihre Rechte in Datenschutzfragen in Kenntnis gesetzt, auch an wen Sie sich diesbezüglich wenden kön- nen. 1. Verantwortlicher, Datenschutzbeauftragter und Aufsichtsbehörde Verantwortlicher für die Datenverarbeitung im Sinne der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) vertreten durch den Präsidenten, Herrn Prof. Dr. Falko Holz Strenzfelder Allee 22 06406 Bernburg Deutschland Tel.: 03471/334-0 E-Mail: personalstelle@llg.mule.sachsen-anhalt.de Website: www.llg.sachsen-anhalt.de Fragen in datenschutzrechtlichen Angelegenheiten können Sie an die LLG und den Daten- schutzbeauftragten der LLG richten. Die entsprechenden Kontaktdaten für den Datenschutzbeauftragten lauten: Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Roland Krause Strenzfelder Allee 22 06406 Bernburg Tel.: 03471/334-150 E-Mail: Roland.Krause@llg.mule.sachsen-anhalt.de Zudem besteht für Sie ein Beschwerderecht bei der Aufsichtsbehörde. Aufsichtsbehörde ist der Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt, Otto-von Guericke-Straße 34a, 39104 Magdeburg.

Steinobst aus eigenem Anbau

Steinobst: Obstbäume nachhaltig anbauen So gehen Sie den Weg zum klimafreundlichen Steinobstgarten Pflanzen Sie resistente und weniger anfällige Sorten. Verwenden Sie engmaschige Kulturschutznetze. Kontrollieren Sie die Obstbäume regelmäßig und entfernen befallene Früchte umgehend. Sorgen Sie für einen sonnigen Standort und lichten Sie die Bäume regelmäßig aus. Gewusst wie Es gibt zahlreiche umweltfreundliche Maßnahmen, um Steinobst vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen. Generell gilt: Ein geringer Schädlingsbefall ist meist unbedenklich. Vielen Pilzkrankheiten lässt sich mit dem Anbau robuster Sorten vorbeugen. Prüfen Sie, ob der Anbau bestimmter Obstsorten zum ⁠ Klima ⁠ in Ihrer Region passt. Mit Netzen gegen die Kirschfruchtfliege: Die beiden Arten der Kirschfruchtfliege, die bei uns vorkommen, werden etwa vier Millimeter groß und sind schwarz-gelb gefärbt. Sie legen ihre Eier in die heranreifenden Kirschen. Meist passiert das, bevor die Farbe der Früchte von grün zu gelb springt. Süßkirschen sind mit Abstand am häufigsten betroffen, Sauerkirschen verhältnismäßig selten. Bauen Sie Süßkirschen an, die früh reifen, zum Beispiel "Burlat" oder "Celeste". Lassen Sie keine reifen oder befallenen Kirschen im Baum hängen und sammeln Sie abgefallene Früchte möglichst rasch auf. Hängen Sie Gelbtafeln in die Baumkronen. An diesen Leimfallen bleiben die Kirschfruchtfliegen kleben. Da Gelbtafeln durch ihre Farbe anlocken und zusätzlich mit Lockstoffen versehen werden können, dienen sie, neben der reinen Überprüfung eines Befalls, zusätzlich als Kirschfruchtfliegenfalle mit einer mäßigen Fangwirkung. Ist die Zeit des Fluges der Kirschfruchtfliege vorbei, sollten die Gelbtafeln abgenommen werden, um weiteren Beifang anderer Insekten zu vermeiden. Umspannen Sie die Baumkrone mit einem Kulturschutznetz. Die Maschen dürfen maximal 1,4 mal 1,4 Millimeter groß sein. So können Sie die erwachsenen Fliegen von der Eiablage in Ihrem Baum abhalten. Ein Netz hält auch einige blattlausvertilgende Nützlinge vom Baum fern. Sammeln Sie deshalb einige Marienkäfer ein und setzen sie in den Baum. Sie können auch den Boden unterhalb des Kirschbaums mit einem Netz mit einer maximalen Maschenweite von 0,8 mal 0,8 Millimetern bedecken. Es sollte bis Ende Mai ausgebracht sein. So sinkt der Befall im nächsten Jahr rapide, weil sich die Tiere nicht im Boden verpuppen können. Hühner picken die im Boden eingegrabenen Puppen der Kirschfruchtfliegen auf. Achten Sie auf eine artgerechte Haltung. Großer Schaden durch die Kirschessigfliege: Die Kirschessigfliege ist etwa drei Millimeter groß. Sie befällt nicht nur Kirschen, sondern auch andere Steinobstarten und einige Beerenfrüchte. Nutzen Sie Kulturschutznetze mit einer Maschenweite von maximal 0,8 mal 0,8 Millimeter. Pflücken Sie regelmäßig alle reifen Früchte und auch solche, die von Krankheiten und Schädlingen befallen sind. Kirschessigfliegen mögen Wind und Sonne nicht. Sorgen Sie also dafür, dass die Obstarten in der vollen Sonne stehen und fachgerecht geschnitten sind. Keine Vogelschutznetze gegen Stare! Stare und andere Vögel können sich in den Netzen verfangen und qualvoll sterben. Schrotschusskrankheit und Sprühfleckenkrankheit: Um Schäden durch Pilze und Bakterien vorzubeugen, sollten Sie resistente oder tolerante Obstsorten wählen. Das gilt auch für die Schrotschuss- und die Sprühfleckenkrankheit. Beide Krankheiten äußern sich ähnlich und sie können bei allen Steinobstarten auftreten. Sind Blätter von der Schrotschusskrankheit befallen, sehen sie aus, als wären sie von Schrotkugeln durchlöchert. Die burgunderroten Blattflecken der Sprühfleckenkrankheit sind etwas kleiner. Die Blätter werden kurz nach der Infektion gelb und fallen ab. Beiden Krankheiten können Sie mit denselben Maßnahmen vorbeugen. Ein regelmäßiger fachgerechter Schnitt beugt der Infektion vor. So gelangen Wind und Sonne gut ins Kroneninnere und Feuchtigkeit entweicht. Kontrollieren Sie insbesondere die unteren Triebe regelmäßig und pflücken Sie befallene Blätter ab. Schneiden Sie erkrankte Triebe bis ins gesunde Holz zurück. Entfernen Sie Laub und abgefallene Früchte umgehend und entsorgen Sie sie über den Kompost oder den Haus- und Biomüll. Pflücken und entsorgen Sie vertrocknete, im Baum hängengebliebene Früchte, sonst können Schaderreger überwintern und den Baum im nächsten Jahr erneut infizieren. Widerstandsfähige Sorten gegen das Scharka-Virus: Das Scharka-Virus tritt vorwiegend an ⁠ Pflaumen ⁠ auf, kann aber auch Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen betreffen. Die befallenen Früchte sind an manchen Stellen pockenartig eingesunken oder verformt, die Blätter sind unregelmäßig aufgehellt. Das Fruchtfleisch der Pflaumen ist an einigen Stellen rötlich verfärbt, es ist gummiartig zäh und nahezu geschmacklos. Das Scharka-Virus ist meldepflichtig. Übermitteln Sie jeden Verdachtsfall an den in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst. Sie können das Virus nicht direkt bekämpfen, sondern vorbeugen, indem Sie resistente und widerstandsfähige Sorten anbauen. Sie sollten vom Virus befallene Bäume roden und durch robustere Sorten ersetzen. Die Pflaumensorten "Jojo" und "Jofela" und die Aprikosensorte "Goldrich" sind resistent gegen das Scharka-Virus. Mit Hygiene gegen die Narren- oder Taschenkrankheit: Früchte, die von dem Pilz Taphrina pruni befallen sind, nehmen eine verkrümmte Form an, die an eine Narrenkappe oder eine Handtasche erinnert. Die sogenannte Narren- oder Taschenkrankheit betrifft vor allem Pflaumen. Sie vertrocknen und bleiben meist am Baum hängen. Meiden Sie hochanfällige Sorten, wie zum Beispiel "Auerbacher", "Frühzwetsche" und "Hauszwetsche". Beschneiden Sie die Baumkronen regelmäßig. Entfernen Sie zu dicht stehende und in die Krone hineinwachsende Äste. Dann kann Wind durch die Krone wehen und Feuchtigkeit kann rasch verdunsten. Entfernen Sie alle befallenen Früchte und Fruchtmumien. Monilia-Pilze: Die Erreger Monilia laxa und Monilia fructigena befallen vor allem Pflaumen- und Kirschbäume, aber auch Apfel- und Birnbäume. Sie sorgen für Fruchtfäule und lassen die Triebspitzen absterben, man spricht deshalb von Spitzendürre. Um die Monilia-Pilze vom Feuerbrand, einer Bakterienerkrankung, zu unterscheiden, können Sie ein Stück eines erkrankten Triebs mit einem feuchten Tuch in eine saubere Kunststofftüte legen. Ist der Trieb mit Monilia laxa befallen, hat sich nach spätestens zwei Tagen ein weißer Pilzrasen gebildet. Pflanzen Sie widerstandsfähige Steinobstsorten, wie zum Beispiel die Sauerkirschen "Achat", "Jade" und "Karneol". Bei Äpfeln empfehlen sich festfleischige Sorten mit spätem Erntetermin, etwa "Rewena" oder "Red Topaz". Wählen Sie einen sonnigen, aber luftigen Standort und lichten Sie den Baum regelmäßig aus. Ernten Sie Ihre Obstbäume vollständig ab. Unbrauchbare Früchte sollten entsorgt werden, da sie sonst Pilzsporen einen Nährboden geben und sie sich im nächsten Jahr ausbreiten können. Falls es doch zum Befall kommt, schneiden Sie die Triebe mindestens 20 Zentimeter tief ins gesunde Holz zurück. Gegen die Maden der Kirschfruchtfliege helfen zum Beispiel Netze und Hühner. Quelle: Bauer Karl | www.wikimedia.org | Made der Kirschfruchtfliege in einer geöffneten Kirsche | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en Die Männchen der Kirschessigfliege haben auf ihren Flügeln einen gut sichtbaren schwarzen Punkt. Quelle: Martin Hauser Phycus | www.wikimedia.org | male of Drosophila suzukii. California | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/deed.en Rote Blattflecken sind typisch für Kirschen, die an der Schrotschusskrankheit erkrankt sind. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Schrotschusskrankheit (Clasterosporium carpophilum) an Süßkirsche | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ Schrotschusskrankheit Die ehemals roten Blattflecken der Schrotschusskrankheit trocknen nach und nach ein. Das trockene Material fällt aus dem Blatt heraus. Quelle: Rainer Wahl | www.greencommons.de | Schrotschusskrankheit | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ Die ehemals roten Blattflecken der Schrotschusskrankheit trocknen nach und nach ein. Das trockene Material fällt aus dem Blatt heraus. Unregelmäßige bis ringförmige Blattaufhellungen deuten auf das Scharka-Virus hin. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Typische Blattsymptome durch das Scharka-Virus (PPV = plum pox virus) | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ Narrentaschenkrankheit an Mirabellen Längliche gekrümmte Früchte sind ein Symptom der Narren- oder Taschenkrankheit. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Narrentaschenkrankheit an Mirabellen | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ Längliche gekrümmte Früchte sind ein Symptom der Narren- oder Taschenkrankheit. Monilia laxa Monilia-Pilze sorgen unter anderem dafür, dass die Triebspitzen der Bäume absterben. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Monilia laxa | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ Monilia-Pilze sorgen unter anderem dafür, dass die Triebspitzen der Bäume absterben. Hintergrund Umweltsituation: Was für Gemüse, Beerenobst und Kernobst gilt, trifft auch auf Steinobst zu: Immer mehr Hobbygärtner verzichten bewusst auf chemische ⁠ Pflanzenschutzmittel ⁠. Sie bauen Obst und Gemüse gerade deshalb selbst an, weil sie ungespritzte Früchte ernten möchten. Spritzungen schaden der Umwelt, ihre sachgerechte Durchführung an Obstgehölzen ist kompliziert. Die Wirkstoffe der chemischen Mittel können sich auch im Boden anreichern oder sich in der Nahrungskette ansammeln, wenn kontaminierte Insekten oder Pflanzenteile von Vögeln, Igeln oder anderen Tieren gefressen werden. Durch plötzlich aufkommenden Wind, der den Sprühnebel verweht, durch ⁠ Verdunstung ⁠, Abschwemmungen in Hanglagen oder schlicht durch Versickern können chemische Pflanzenschutzmittel das Grundwasser beeinträchtigen. Dies ist besonders kritisch, wenn man bedenkt, dass es in Deutschland etwa 20 Millionen Hausgärten und eine Million Kleingärten gibt. Gegen viele Schädlinge, etwa die Kirschessigfliege, sind im Hobbygarten keine Pflanzenschutzmittel zugelassen. Die Kirschessigfliege ist erst seit 2011 in Deutschland anzutreffen, breitet sich jedoch in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz rasch aus, sodass sie schon bald auch in klimatisch weniger begünstigen Gebieten anzutreffen sein dürfte. Ein häufiger Insektizideinsatz würde die Population trotzdem nicht eindämmen. Die Kirschessigfliegen würden Resistenzen gegen die Wirkstoffe bilden. Bei dem Verdacht einer Viruserkrankung, etwa der Scharka-Erkrankung, müssen die Behörden informiert werden. Der Verdacht wird geprüft. Ist ein Baum tatsächlich vom Virus befallen, kann es sein, dass der Baum samt Wurzelwerk gerodet werden muss. Und zwar dann, wenn sich der Hobbygarten in einem Obstanbaugebiet befindet. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ganze Obstanlagen mit dem Scharka-Virus verseucht werden. Weitere Informationen finden Sie hier: Portal zum Pflanzenschutz im Garten (⁠ UBA ⁠-Themenseite) Tipps zum Umgang mit Gartenschädlingen (UBA-Themenseite)

Frühjahrestreffen der Integrations- und Ausländerbeauftragten der Bundesländer 3. März 2020

Die Integrationsbeauftragten aus Bund und Ländern haben sich heute auf Einladung von Staatsministerin Widmann-Mauz im Bundeskanzleramt getroffen und sich über Konsequenzen aus den rassistischen Anschlägen von Halle und Hanau ausgetauscht. Auf Initiative von Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragter Staatssekretärin Susi Möbbeck beschlossen die Beauftragten eine Resolution unter dem Titel ?Vielfalt stärken - Rassismus und Diskrimierung bekämpfen?. Dazu Susi Möbbeck: ?Die Anschläge von Hanau und Halle haben auf entsetzliche Weise gezeigt: Unsere Gesellschaft hat ein Rassismus-Problem. Gegen Rassismus und Diskriminierung braucht es mehr als gut ausgestattete Sicherheitsbehörden. Wir benötigen mehr Präventionsarbeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die frühzeitig ansetzt. Die langfristige  Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements muss deshalb dauerhaft auf sichere Füße gestellt werden.? Weitere Themen der Beratung waren die Erarbeitung des Nationalen Aktionsplans Integration, die Bemühungen zur Verbesserung der Einbürgerungszahlen sowie die Sprachförderung und das am 1.3.2020 in Kraft getretene Fachkräfteinwanderungsgesetz. Frühjahrstreffen der Integrations- und Ausländerbeauftragten von Bund und Ländern am 03.03.2020 Resolution Vielfalt stärken ? Rassismus und Diskriminierung bekämpfen  Die Anschläge in Hanau vom 19.02.2020 und in Halle (Saale) vom 09.10.2019 haben erneut auf erschütternde Weise die tödliche Dimension von Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit zum Ausdruck gebracht. Die Integrations- und Ausländerbeauftragten von Bund und Ländern zeigen sich entsetzt über die rechtsextremistischen und rassistischen Taten, bei denen Menschen aus unserer Mitte gerissen, weitere verletzt und viele traumatisiert wurden. Unsere Trauer und Anteilnahme gilt den Angehörigen und Betroffenen. Unsere Solidarität gilt all jenen, die sich von Hass und Ausgrenzung verunsichert und bedroht fühlen. Die Taten richten sich gegen die Werte unserer Demokratie, in der der Schutz der Menschenwürde das höchste Gut ist. Der Schutz vor rassistischen Anfeindungen, vor Benachteiligungen wegen der Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Religion oder der Weltanschauung ist die Grundlage unserer vielfältigen Gesellschaft. Die Taten waren die mörderische Konsequenz von Hass und Hetze, wie sie zunehmend offen in rechtsextremen Milieus, in sozialen Medien, aber auch von Rechtspopulisten bei öffentlichen Veranstaltungen und im parlamentarischen Raum artikuliert werden. Klar ist: Rassismus und Rechtsextremismus fordern uns als gesamte Gesellschaft heraus. Keine noch so gut ausgestattete Sicherheitsbehörde kann diese Herausforderungen allein bewältigen. Wir alle stehen in der Verantwortung, Antworten zu liefern auf die breite Verunsicherung bei den jüdischen und islamischen Gemeinden, bei Zugewanderten, aber auch bei den Menschen, die schon lange in Deutschland leben und die als ?fremd? etikettiert werden. Wir brauchen weitere klare und nachhaltige gesellschaftliche Signale, dass Staat und Zivilgesellschaft alles dafür tun werden, Rassismus, Islam- und Muslimfeindlichkeit und Antisemitismus den Nährboden zu entziehen.   Die Integrations- und Ausländerbeauftragten von Bund und Ländern fordern deshalb:   1. Gesellschaftliche Vielfalt gelingt dort besonders gut, wo sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion begegnen können. Der direkte Kontakt trägt dazu bei, Vorurteile und Vorbehalte zu erkennen, zu überdenken und abzubauen. Deshalb setzen wir weiterhin auf die Stärkung der interkulturellen Kompetenz von Verwaltungen und Unternehmen, auf Begegnung, interreligiösen und interkulturellen Dialog sowie eine aktive Rolle und verbesserte Teilhabe von Migrantinnen- und Migrantenorganisationen. 2. Eine Präventionsarbeit, die pädagogische Fachkräfte und Multiplikatoren im Umgang mit Abwertung und Hass stärkt, ist der Schlüssel zu einem friedlichen Zusammenleben. Es braucht Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Beratungsstellen, Vereine und eine engagierte Zivilgesellschaft, die in der Lage sind, Widerspruch zu leisten, wenn Menschen wegen ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Religion ausgegrenzt werden. Es geht darum, vorhandene Vorurteile abzubauen, Diskriminierung aufzubrechen und Vielfalt als Realität unserer Gesellschaft zu vermitteln. Demokratiebildung ist von Kita über Schule, berufliche Bildung bis Studium und Weiterbildung verbindlich zu verankern. Demokratische Teilhabe und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit muss noch mehr als bisher Teil des konkreten Alltags von Kindern und Jugendlichen werden. Die frühzeitige Teilhabe an Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen ermöglicht eine stärkere Identifikation mit demokratischen Werten.   3. Die praxisnahe Demokratieförderung auf kommunaler, Landes- und Bundesebene muss nachhaltig sichergestellt werden, wobei insbesondere die Zielgruppe der Jugendlichen ein möglichst großes Augenmerk verdient. Eine Verstetigung der im Rahmen des Bundesprogramms ?Demokratie leben!? zur Verfügung stehenden Mittel zur strukturellen und nachhaltigen Stärkung der Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus sowie der Arbeit für demokratische Teilhabe ist deshalb erforderlich. Um die Präventionsarbeit verlässlich zu gestalten und die wichtige Arbeit der Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus und der Opferberatungsstellen auf sichere Füße zu stellen, unterstützen die Beauftragten die Forderung nach einer nachhaltigen Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements für Demokratie auf hohem Niveau.   4. Die Beauftragten setzen sich daher dafür ein, gesellschaftliche Minderheiten und potentiell von Diskriminierung Betroffene in der Wahrnehmung ihrer Rechte zu stärken und nachhaltige Unterstützungsangebote bereitzustellen. Hierfür muss Antidiskriminierungsarbeit mehr als bisher verankert werden. Dies beinhaltet den Auf- und Ausbau von Beratungsangeboten sowie die Etablierung von Ansprechpersonen in öffentlichen Institutionen, die in Fällen von Diskriminierung kontaktiert werden können.   5. Erforderlich ist auch eine Evaluation der Umsetzung der Empfehlungen der Untersuchungsausschüsse zum NSU, um mögliche Umsetzungsdefizite zu identifizieren und ggf. notwendige Nachjustierungen vorzunehmen.   6. Die Integrations- und Ausländerbeauftragten von Bund und Ländern begrüßen die Ergebnisse des Integrationsgipfels vom 02.03.2020, insbesondere die Einrichtung einer unabhängigen Expertenkommission, die sich mit den Erscheinungsformen und einer Bestandsaufnahme zum Themenkomplex Islam- und Muslimfeindlichkeit auseinandersetzt sowie Vorschläge für weitere Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention erarbeitet. Impressum:Ministerium für Arbeit, Soziales und IntegrationPressestelleTurmschanzenstraße 2539114 MagdeburgTel: (0391) 567-4608Fax: (0391) 567-4622Mail: ms-presse@ms.sachsen-anhalt.de

Theaterstück "Bloß nicht den Boden unter unseren Füßen verlieren"

Theaterstück "Bloß nicht den Boden unter unseren Füßen verlieren" Am 5. Oktober 2015 hatte die Theaterveranstaltung „Bloß nicht den Boden unter unseren Füßen verlieren - ein Abend voller Einblicke“ große Premiere. Im Theater am Rand in Zollbrücke (Oderbruch) lieh der Theaterboden dem Ackerboden erfolgreich seine Stimme. Ein aktuell vorliegender Videomitschnitt bietet einen Einblick in die Veranstaltung. Das Konzept – eine Mischung aus Musik, Improvisationstheater, kurzen Vorträgen und Diskussion hat sich bewährt. Bewohner aus der Region, Landwirte aus dem Oderbruch, Mitarbeiter vom ZALF in Müncheberg und der Kommission Bodenschutz beim ⁠ UBA ⁠ (KBU) nahmen daran teil. Premiere hatte nicht nur diese Form einer bodenbezogenen Veranstaltung. Tobias Morgenstern (musikalischer Leiter des Theaters) führte erstmals seine Bodenkantate auf und rahmte damit den Abend musikalisch ein. Mit dem Improvisationstheater "Steife Brise" aus Hamburg wurden dem Publikum außerdem überraschende und aufschlussreiche Einblicke in den Boden vermittelt. So war zum Schluss der Nährboden für eine sehr lebhafte und engagierte Diskussion geschaffen und die Frage, was jeder einzelne für den Bodenschutz tun kann, keimte in den Besuchern auf. Eine Veranstaltung des Theaters am Rand e.V. und der agrathaer GmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes.

Jubiläums-Festwoche der Landeszentrale für politische Bildung eröffnet/ Robra: Flagge zeigen für Demokratie

?Um unser demokratisches Zusammenleben zu schützen, müssen wir Flagge zeigen und uns auch mit denen auseinandersetzen, die Freiheit und Weltoffenheit durch Abschottung und Engstirnigkeit ersetzen wollen. Gelebte Demokratie heißt, aus offenen, transparenten Diskussions- und Entscheidungsprozessen möglichst die besten Lösungen zu gewinnen.? Das erklärte Kulturminister Rainer Robra heute in Magdeburg zur Eröffnung der Festwoche zum 25-jährigen Bestehen der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.   Nicht überall erfahre die Demokratie die Wertschätzung, die ihr gebühre. Sie habe überall dort einen schweren Stand, wo es zu wenig Menschen gebe, die ihre demokratischen Teilhaberechte kennen und bereit seien, für sie einzustehen. Bildung sei ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Schlüssel dafür, gleichberechtigt an demokratischen Entscheidungsprozessen teilnehmen zu können, unterstrich Robra.   ?Wie eine Pflanze, so braucht auch die Demokratie einen Nährboden, um zu gedeihen. Wir müssen uns um sie kümmern und wahrnehmen, wenn etwas schiefläuft?, betonte der Minister. Die Veranstaltungen der Landeszentrale für politische Bildung wollten dafür sensibilisieren. Das Besondere gegenüber anderen Bildungseinrichtungen sei, dass sie sich an alle Altersgruppen richte.   Seit ihrer Gründung habe die Landeszentrale Erhebliches geleistet, um das Wissen über die parlamentarische Demokratie zu verbessern und sie in der breiten Bevölkerung zu verankern. ?Inzwischen ist eine völlig neue Generation herangewachsen. Die gesellschaftlichen Herausforderungen haben sich in hohem Maße geändert. Politische Bildung ist heute aber so notwendig wie damals?, unterstrich Robra. Impressum: Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Hegelstraße 42 39104 Magdeburg Tel: (0391) 567-6666 Fax: (0391) 567-6667 Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

UBA aktuell - Nr.: 5/2015

Liebe Leserin, lieber Leser, der Klimawandel ist nicht „nur“ ein Problem weit entfernter Inselstaaten. Auch Deutschland ist zunehmend stärker betroffen – etwa von Trockenperioden und Flusshochwassern. Lesen Sie, welche Klimafolgen in den verschiedenen Regionen nach neuesten Erkenntnissen zu erwarten sind. Ein erheblicher Produzent von Treibhausgasen ist die Landwirtschaft. Doch sie verursacht auch andere Probleme, wie Artenschwund und Bodenerosion, die noch immer nicht gelöst sind. Wir ziehen eine Bilanz der letzten 30 Jahre. Zum Schluss möchten wir Ihnen Wilma vorstellen. Was macht wohl ein Hund beruflich im UBA? Interessante Lektüre wünscht Ihre Pressestelle des Umweltbundesamtes Folgen des Klimawandels in Deutschland zukünftig deutlich stärker Manchen Regionen droht Hitze und Trockenheit, in anderen steigt die Gefahr von Überflutungen. Quelle: adelphi PRC EURAC 2015 Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wird deutschlandweit die Erwärmung zunehmen. Dadurch steigt die Gefahr von Hitzewellen und Trockenperioden. Bei einem starken Klimawandel steigt auch die Gefahr von Sturzfluten und Flusshochwassern. Damit wird das Schadenspotenzial des Klimawandels für Umwelt, Gesundheit und Infrastrukturen größer, besonders in Ballungsgebieten. Das ist das Ergebnis der so genannten Vulnerabilitätsanalyse – einer umfassenden Studie zur Verwundbarkeit Deutschlands gegenüber dem Klimawandel. Erstellt wurde sie von 16 wissenschaftlichen Bundesbehörden und -institutionen im Auftrag der Bundesregierung und unter Koordination des UBA. Sie dient dazu, die Deutsche Strategie zur Anpassung an den Klimawandel weiterzuentwickeln und bildet die Grundlage für Maßnahmen der Bundesregierung zur Anpassung. Die Studie zeigt auch, welche Regionen jeweils mit welchen Klimafolgen rechnen müssen: So sind beispielsweise Ballungsgebiete in Ostdeutschland und dem Rheintal durch Hitzewellen besonders gefährdet. Im norddeutschen Tiefland könnte die Anzahl der Überschwemmungen durch Flusshochwasser zunehmen, Süddeutschland ist dagegen durch Überschwemmungen infolge von Starkregen besonders bedroht. 45,1 Nur noch 45,1 Prozent aller im Jahr 2013 in Deutschland konsumierten pfandpflichtigen Getränke waren in Mehrweg-Getränkeverpackungen abgefüllt, weitere 1,1 Prozent in Getränkekartons oder Standbodenbeuteln. Diese gelten ebenfalls als „ökologisch vorteilhaft“. Dieser so genannte MövE-Anteil (Mehrweg und ökologisch vorteilhafte Einwegverpackungen) ist gegenüber dem Jahr 2004 um knapp 25 Prozentpunkte zurückgegangen. Ab 2012 verlangsamte sich der Abwärtstrend. Auf dem Vormarsch sind dagegen Einweg-Kunststoffflaschen: Sie waren 2013 mit 51,3 Prozent am Getränkeverbrauch die am häufigsten eingesetzte Verpackung – für die Abfallvermeidung ein schlechter Trend. …ein Hund beruflich im UBA? Hund Wilma ist der erste Schimmelspürhund im UBA. Quelle: Dr. Kerttu Valtanen / UBA Vier Pfoten, schwarze Nase und ein weißes Fell – Wilma ist eine ungewöhnliche Mitarbeiterin. Die zehn Monate alte Parson Russel Terrierin macht seit ihrem 3. Lebensmonat eine Ausbildung zum Schimmelspürhund – zusammen mit Besitzerin Dr. Kerttu Valtanen aus dem UBA-Fachgebiet „Mikrobiologische Risiken“. Zurzeit trainiert Wilma mit fünf verschiedenen Schimmelpilzarten auf Nährmedien. Danach kann das Finden von Schimmel allmählich auf echte Schäden in Wohnungen erweitert werden. Die Ausbildung schließt meistens in wenigen Jahren mit einer Qualitätsprüfung für Schimmelspürhunde, die das UBA mit entwickelt hat. Dann kann Wilma zum Aufspüren von Schimmel eingesetzt werden, der beispielsweise hinter Bauteilen verborgen ist. So lässt sich die Schadensstelle lokalisieren, ohne das Bauwerk „auf gut Glück“ beschädigen zu müssen. Die Anforderungen beim Schimmelspüren sind höher als etwa bei Sprengstoff oder Drogen. Schimmel wird von zahlreichen verschiedenen Pilzen und Bakterien gebildet und riecht immer wieder anders, je nach befallenem Material und Schadensalter. Die Hundeführerin muss das Verhalten ihres Hundes richtig interpretieren, etwa wenn er Schimmel an einer für ihn unerreichbaren Zimmerdecke wahrnimmt. Beide müssen also ein eingespieltes Team sein, das die Ausbildung möglichst gemeinsam durchläuft. Vorreiter in der Ausbildung solcher Hunde ist übrigens Finnland. Durch einen regen Austausch will das UBA die wertvollen Kenntnisse auch nach Deutschland tragen. Die Ausbildung von Wilma ist eine gute Möglichkeit, eigene Erfahrungen auf dem Gebiet zu sammeln. Außerdem ist Wilma die perfekte Ergänzung im UBA-Forscherteam. Schon bald könnte sie in einer Studie zum Einsatz kommen, die erforschen soll, wie sich Schimmel in der Wohnung auf die Gesundheit auswirkt.

Chemikalien leasen - Umwelt entlasten

UBA stellt Konzept für „Nachhaltige Chemie” vor Unternehmen sollten künftig nicht mehr nur Autos und Computer leasen, sondern auch Chemikalien. Das schlägt das Umweltbundesamt (UBA) im Papier „Nachhaltige Chemie” vor. Die Idee ist einfach: Hersteller oder Importeure verkaufen nicht die Chemikalie - etwa ein Lösemittel zur Platinenherstellung - sondern bieten dem Käufer, die Funktion oder Dienstleistung der Chemikalie an - was die fach- und umweltgerechte Nutzung einschließt. Nach der Nutzung nimmt der Anbieter die ausgedienten Chemikalien zurück, bereitet sie auf oder entsorgt sie umweltgerecht. Beim Chemikalien-Leasing verdienen die Anbieter künftig an ihrem Know-how - und nicht wie bisher an der Menge der verkauften Chemikalien. UBA-Präsident Andreas Troge verspricht sich positive Effekte für die Umwelt und die Schonung von Rohstoffen: „Gerade die überdurchschnittlich innovativen Chemieunternehmen in Deutschland haben gute Voraussetzungen für mehr Nachhaltigkeit beim Chemikalieneinsatz mittels Chemikalienleasing.  Wer sich in Krisenzeiten mit Ressourcen schonenden Techniken gut aufstellt, hat bessere Chancen, im globalen Wettbewerb zu bestehen”. Neben dem Chemikalienleasing präsentiert das ⁠ UBA ⁠ im Papier „Nachhaltige Chemie” weitere Ideen für mehr Umwelt- und Ressourcenschutz in und mit der chemischen Industrie: etwa verbesserte metallorganische Katalysatortechniken, mit denen sich Polyethylen- und Polypropylen-Kunststoffe mit der gewünschten Stoßfestigkeit und Transparenz herstellen lassen. Die neue Verfahren verursachen weniger ⁠ Nebenprodukte ⁠ und sind material- sowie energiesparender als die herkömmliche Technik. Aus diesen Kunststoffen entstehen zum Beispiel Aufbewahrungsdosen für den Kühlschrank, Trinkwasserrohre, Kabelisolierungen oder Müllsäcke. Ein anderes Beispiel ist die „Weiße Biotechnik”: Sie ersetzt mit Bakterien, Hefen oder Schimmelpilzen traditionelle chemische Verfahren. Vitamin B2 und Vitamin C stammen bereits heute zu fast 100 Prozent aus biotechnologischer Herstellung . Weiße Biotechnik ist wesentlich energie- und emissionsärmer; außerdem kommen Melasse, Molke oder andere erneuerbare Rohstoffe als Nährmedien zum Einsatz. Die Weiße Biotechnik arbeitet mit Normaldruck und in etwa bei Raumtemperatur. Traditionelle chemische Prozesse brauchen dagegen hohen Druck und zum Teil hohe Temperaturen. Beides führt zu relative hohem Energieaufwand. Mit dem Papier „Nachhaltige Chemie Positionen und Kriterien des Umweltbundesamtes” lädt das UBA Unternehmen und Wissenschaft zum Ideenaustausch ein - über Deutschland und Europa hinaus: „Chemikalien wirken global auf Umwelt und Gesundheit. Sie breiten sich über die Luft, das Wasser und den Handel rasch aus. Mehr Umweltschutz beim Umgang mit Chemikalien ist deshalb keine regionale, sondern eine globale Herausforderung.”, sagt UBA-Präsident Troge.

Detaillierte vergleichende Analyse der Alters- und Geschlechtsabhängigkeit des Einflusses hochfrequenter elektromagnetischer Felder von Mobilfunk-Endgeräten auf Gehirnaktivität, Schlaf und kognitive Leistungsfähigkeit - Vorhaben 3619S82465

Leben in der modernen Welt bedeutet, nahezu jederzeit und allerorts hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF-EMF) ausgesetzt zu sein. Dies ist einerseits eine unvermeidliche Notwendigkeit, um den wachsenden technischen Anforderungen im Zusammenhang mit den beiden großen Herausforderungen dieser Zeit, "Kommunikation" und "Digitalisierung", langfristig gerecht werden zu können. Andererseits existiert in Teilen der Bevölkerung die Besorgnis, dass die benutzten HF-EMF möglicherweise mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind, und mit der Einführung neuer Technologien wie der 5. Mobilfunkgeneration erhält diese Diskussion neuen Nährboden. Eine Befürchtung, die immer wieder im Zusammenhang mit dem Mobilfunk wegen der kopfnahen Position des Endgerätes beim Telefonieren genannt wurde, ist eine mögliche Einflussnahme von HF-EMF auf die Aktivitäten des Gehirns. Im Laufe der Jahre ist eine Vielzahl an Forschungsaktivitäten unternommen worden, um dieser Frage nachzugehen. Am Kompetenzzentrum Schlafmedizin der Charité Berlin wurden seit 2004 insgesamt vier vom Bundesamt für Strahlenschutz beauftragte experimentelle Laborstudien an Probanden zu diesem Thema durchgeführt. Untersucht wurde, ob eine Hochfrequenzexposition, wie sie bei Gebrauch von Mobiltelefonen und Endgeräten des Digitalfunks entsteht, einen akuten Einfluss auf das Gehirn im Schlaf sowie im Wachzustand in Ruhe und bei kognitiver Beanspruchung hat. Der Schlaf wurde dabei als Modell für eine Gehirntätigkeit ohne bewusste Kontrolle unter weitest gehendem Ausschluss exogener Faktoren herangezogen. Im ersten Projekt wurden in einer Stichprobe junger männlicher Probanden im Alter zwischen 18 und 30 Jahren Effekte auf das zentrale Nervensystem ausgehend von Endgeräten nach dem GSM900-(Teilkörper SAR-Wert über 10 g gemittelt: 2.0 W/kg) und UMTS-Standard (Teilkörper SAR-Wert über 10 g gemittelt: 2.0 W/kg), jeweils im Vergleich zu einer Scheinbefeldung, überprüft. In einer zweiten Studie wurden ebenfalls junge gesunde Männer derselben Altersgruppe untersucht, nur sind diesmal neben der Shambedingung zwei unterschiedlich starke TETRA-Signale zum Einsatz gekommen (schwächeres Signal mit einem Teilkörper SAR-Wert über 10 g gemittelt: 1.5 W/kg; stärkeres Signal mit einem Teilkörper SAR-Wert über 10 g gemittelt: 6.0 W/kg). Da unter anderem von der World Health Organisation die Empfehlung ausgesprochen wurde, insbesondere den Einfluss von HF-EMF auf das alternde Gehirn zu untersuchen, sind in Studie 3 ältere Frauen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren und in Studie 4 ältere Männer im selben Altersbereich untersucht worden. In beiden Studien wurden neben einer Shambefeldung eine GSM900- und die stärkere TETRA-Exposition eingesetzt. In allen vier Studien wurden geringfügige Veränderungen der Gehirnaktivität gefunden, die sich allerdings nicht im Verhalten widerspiegelten und nach bisherigem Kenntnisstand nicht gesundheitsrelevant sind. Die Daten aus diesen vier Forschungsprojekten ermöglichen es auch, der Frage nachzugehen, ob HF-EMF Effekte möglicherweise in Abhängigkeit vom Alter und/oder Geschlecht variieren. Ziel des vorliegenden Forschungsprojekts war es zu prüfen, ob sich die Einflussnahme von HF-EMF auf Gehirnaktivität, Schlaf und kognitive Leistungsfähigkeit bei älteren Männern und Frauen sowie im Vergleich älterer und jüngerer Männer unterscheidet. Die gesundheitliche Relevanz der Ergebnisse war im Sinne des Strahlenschutzes zu bewerten.

Erben: Der Staat muss sich schützend vor die Opfer stellen  / 4.Landespräventionstag in Dessau eröffnet

Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 214/06 Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 214/06 Magdeburg, den 22. November 2006 Erben: Der Staat muss sich schützend vor die Opfer stellen  / 4.Landespräventionstag in Dessau eröffnet ¿Die Verfassung verpflichtet den Staat nicht nur zur Aufklärung von Straftaten und zur Gewährleistung von fairen Strafverfah­ren. Vom Staat wird auch erwartet, sich schützend vor die Ver­letzten zu stellen und ihnen zu ermöglichen, ihre Interessen wirksam und möglichst schnell durchzusetzen.¿ Das erklärte der Staatssekretär im Innenministerium und Vorsitzende des Lan­despräventionsrates, Rüdiger Erben (SPD), am heutigen Mitt­woch bei der Eröffnung des vierten Landespräventionstages in Dessau. Die diesjährige Veranstaltung widmet sich in besonde­rer Weise der Perspektive nichtstaatlicher Stellen, die ihre Erfahrungen präsentieren und zur Diskussion stellen. Dabei werden vor allem auch die Themen häusliche Gewalt, Stalking und rechtsextreme Gewalt behandelt. Opfer von Straftaten, so führte Erben weiter aus, würden auch wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge erwarten, ¿ dass dem Täter klar und unmissverständlich das Unrecht seines Tuns aufgezeigt wird, ¿ dass der Schaden möglichst schnell wieder gutgemacht wird, ¿ dass im Krisenfall Beratung und Unterstützung von Seiten Dritter zur Verfügung steht, ¿ dass von Polizei und Justiz Informationen über den Fortgang des Verfahrens gegeben werden ¿ und dass schließlich ein gewisser Schutz davor gewähr­leistet werden müsse, erneut Opfer einer Straftat zu werden. Erben: ¿Angesichts dieser Aufzählung wird auch deutlich, dass diese Ziele niemals allein durch staatliche Maßnahmen erreicht werden können. Als Beispiel weise ich hier auf die aktuelle Diskussion zur Einrichtung eines sogenannten Frühwarnsystems hin, das Kinder und Jugendliche vor Vernachlässigung und Misshandlung schützen soll.¿ Positive Beispiele aus Sachsen-Anhalt seien bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt und bei der Bekämpfung des gar nicht so neuen Phänomens Stalking zu verzeichen. ¿Wir haben uns dieser Problematik speziell angenommen und können eine erhöhte Sensibilität in Bezug auf dieses Thema bei Polizei, Justiz und Bevölkerung feststellen¿, erläuterte der Staatssekretär. Mit Blick auf besonders verabscheuungswürdige Straftaten, die auch in den Medien besondere Aufmerksamkeit finden, sagte Erben: ¿In der veröffentlichten Meinung wird nicht selten verkannt, dass auch die Arbeit mit Tätern für die Belange des Opferschutzes und der Opferhilfe wichtige Beiträge leistet. Instrumente wie der Täter-Opfer-Ausgleich verfolgen eben nicht nur die Interessen der Täter. Solche Maß­nahmen, die auf eine Wiedergutmachung ausgerichtet sind, müssen auch weiterhin ermöglicht werden. Wir müssen die Re-Integration von Tätern und Opfern in die Gemeinschaft anstreben.¿ Gerade die Zunahme der rechtsextremen Gewaltstraftaten und Propagandadelikte in unserem Land sowie insbesondere einige herausragende Fälle bereite aktuell Sorge, sagte der Staatssekretär: ¿ Die Aufgabe muss darin bestehen, den Rechtsextremis­mus mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen, ihm den Nährboden zu entziehen und die Grundlagen für ein demokratisches Selbstverständnis bei den Menschen zu legen. Da diese Aufgabe weit über die bloße Bekämpfung von Straf­taten hinausgeht, ist langer Atem notwendig. Kurzfristige Erfolge sind nicht zu er­warten. Das Aktionsprogramm der Landesregierung gegen Rechtsextremismus trägt dieser langfristigen Herausforderung Rechnung.¿ Impressum: Verantwortlich: Martin Krems Pressestelle Halberstädter Straße 2 / Am Platz des 17. Juni 39112  Magdeburg Tel: (0391) 567-5504/-5516/-5517 Fax: (0391) 567-5519 Mail: Pressestelle@mi.lsa-net.de Impressum:Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-AnhaltVerantwortlich:Danilo WeiserPressesprecherHalberstädter Straße 2 / am "Platz des 17. Juni"39112 MagdeburgTel: (0391) 567-5504/-5514/-5516/-5517/-5377Fax: (0391) 567-5520Mail: Pressestelle@mi.sachsen-anhalt.de

Konferenz des Forums für Wirtschaft und Arbeit in Halle? Mehr Markt für den Arbeitsmarkt ? mehr Beschäftigung ist möglich!?

Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 150/05 Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 150/05 Magdeburg, den 2. November 2005 Konferenz des Forums für Wirtschaft und Arbeit in Halle¿ Mehr Markt für den Arbeitsmarkt ¿ mehr Beschäftigung ist möglich!¿ Das Forum für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt ¿ die gemeinsame Dialogplattform von Wirtschaft und Politik - hat heute in Halle auf einer Arbeitsmarktkonferenz über Wege aus der Massenarbeitslosigkeit beraten. Über 150 Gäste, darunter Landes- und Kommunalpolitiker sowie Arbeitsmarkt- und Sozialexperten, hörten Fachvorträge renommierter Arbeitswissenschaftler. Bei einer Podiumsdiskussion suchten führende Vertreter der Landespolitik nach Antworten zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation auch in Sachsen-Anhalt. ¿Wir haben der Konferenz ein sehr optimistisches Motto gegeben¿, sagte Wirtschaftsminister Dr. Horst Rehberger, der zugleich Vorsitzender des Forums für Wirtschaft und Arbeit ist: ¿Mehr Markt für den Arbeitsmarkt ¿ mehr Beschäftigung ist möglich!¿ Da stehe, so Rehberger, bewusst kein Fragezeichen. ¿Wir haben damit deutlich gemacht, wohin nach unserer Überzeugung die Reise gehen muss.¿ Diese Ausgangsthese wurde von allen Referenten bestätigt. ¿Massenarbeitslosigkeit ist in Deutschland schon seit fast drei Jahrzehnten ein gravierendes Problem, weil wir keinen Markt haben am Arbeitsmarkt. Solange wir das nicht ändern, bleiben durchgreifende Erfolge aus¿, konstatierte Prof. Dr. Norbert Berthold von der Universität Würzburg. ¿Je stärker die Politik versucht, mit ihren Mitteln Arbeitslosigkeit abzubauen und damit in den Markt eingreift, desto stärker steigt die Arbeitslosigkeit¿, so sieht es Berthold. ¿Denn Politik kann keine Beschäftigung im 1. Arbeitsmarkt schaffen ¿ sie organisiert Beschäftigungsmöglichkeiten am 2. und 3. Arbeitsmarkt, die sofort in Konkurrenz treten zum 1. Arbeitsmarkt.¿ Ziel der Konferenz war auch eine kritische Würdigung staatlicher Versuche, in den Arbeitsmarkt lenkend einzugreifen und so die Massenarbeitslosigkeit abzubauen. Ob Euro-Jobs, Einstiegsgeld oder Mini-Jobs, ob Hartz 1 oder Hartz 2 und Hartz 3 ¿ all diese Experimente, so Prof. Dr. Christoph Schmidt vom RWI Essen und Dr. Alexander Spermann vom Zentrum Europäischer Wirtschaftsforschung Mannheim, blieben mehr oder weniger wirkungslos. ¿Die Hoffnungen, mit den Hartz-Reformen die Arbeitslosenzahlen zu halbieren oder zumindest um zwei Millionen zu senken, erwiesen sich als Illusion¿, so Prof. Dr. Hermann Scherl von der Universität Erlangen. Schon die Ausgangsthese war realitätsfremd, meint Scherl: ¿Es wurde so getan, als sei die hohe Arbeitslosigkeit in erster Linie ein Problem mangelhafter Arbeitsvermittlung; man müsse dort den Hebel ansetzen, dann werde das Problem aus der Welt geschaffen.¿ Spermann und der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Bruno Kaltenborn stellten neue Arbeitsmarktmodelle vor. Sie sollen vor allem im Niedriglohnsektor Beschäftigung schaffen. Denn bisherige Ansätze von Kombilöhnen und Lohnkostenzuschüssen erwiesen sich in der Praxis als kaum durchsetzbar, weil sie unter anderem sowohl für die Beschäftigten als auch für die Verwaltung viel zu kompliziert sind. Was aber verbirgt sich hinter der Forderung: Mehr Markt im Arbeitsmarkt? Deutschland, so hieß es im Verlauf der Diskussion, gehört zu den Ländern mit ausgesprochen starker zentralistischer Regulierung des Arbeitsmarktes. ¿Wir schlagen zuviel über einen Leisten¿, meine Dr. Ulrich Walwei vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung Nürnberg. Regionale und betriebliche Unterschiede finden kaum Beachtung, der Arbeitsmarkt wird zentralistisch gelenkt und finanziert, ein Wettbewerb findet nicht statt am Arbeitsmarkt, so die Thesen der Wissenschaftler. Sie plädieren für eine Übertragung der Arbeitsmarktpolitik in kommunale Verantwortung ¿ mit allen finanziellen Befugnissen und mit dem Recht, regional zu experimentieren ¿ soll heißen: Mehr Flexibilität bei Löhnen und Arbeitszeiten zulassen, neue Formen der Tarifautonomie mit betrieblichen Bündnissen und ertragsabhängigen Löhnen, mehr Platz für Experimente, um die wirklich wirksamen Methoden im Praxistest zu ermitteln. Dieser Umbruch in der Arbeitsmarktpolitik müsse einhergehen mit einem deutlichen Abbau von Lohnzusatzkosten, sei es durch Steuern oder soziale Sicherungssysteme. ¿Die entscheidende Weichenstellung muss durch den Bund kommen¿, meinte denn auch Minister Rehberger, der wie andere Konferenzteilnehmer große Erwartungen in die jetzt laufenden Koalitionsverhandlungen setzt. Sachsen-Anhalts DGB-Vorsitzender Udo Gebhardt warnt allerdings vor zu rigorosen Einschnitten: ¿Bei den Wahlen zum Bundestag haben die Wähler entschieden, was reguliert und was dereguliert werden soll. Sie haben sich auf keinen Fall für einen totalen Umbruch entschieden.¿ Den will auch keiner der Konferenzteilnehmer. Mehr Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt ¿ ja, aber nicht gegen den Markt, sondern mit dem Markt und vor allem für den Markt. Der Sozialstaat soll sich konzentrieren auf sein Kerngeschäft: Absicherung gegen die Wechselfälle des Lebens. Das schließt durchaus die Notwendigkeit ein, einen Niedriglohnsektor zu installieren, der gering Qualifizierten den Weg in Beschäftigung ebnet. Deutschland muss den Spagat meistern zwischen der Bewahrung sozialstaatlicher Prinzipien und einem wirklichen Arbeitsmarkt, denn die permanent desolate Lage am Arbeitsmarkt gefährdet Wachstum und Wohlstand und drängt die sozialen Sicherungssysteme an den Rand des Abgrunds. Das gefährdet die Demokratie, wenn damit extremen Parteien der Nährboden bereitet würde. Impressum: Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Pressestelle Hasselbachstr. 4 39104 Magdeburg Tel: (0391) 567 - 43 16 Fax: (0391) 567 - 44 43 Mail: pressestelle@mw.lsa-net.de Impressum:Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierungdes Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Hasselbachstr. 4 39104 Magdeburg Tel.: +49 391 567-4316 Fax: +49 391 567-4443E-Mail: presse@mw.sachsen-anhalt.deWeb: www.mw.sachsen-anhalt.deTwitter: www.twitter.com/mwsachsenanhaltInstagram: www.instagram.com/mw_sachsenanhalt

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